Path:
Periodical volume Nr. 171, 30.07.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

»ezvssprrk • ( 
W»*M°rk^ durch Bat*. SMÜvffÄe StttMI ffkM.'MM«» M 
Haus ü.b-°cht L.- M^k. Srkchrtvt tSzüch aSeutzs. 
^S*r»fr»«fer» «art «E - »nt« n> atesäof Mn Am 
ZeNnug) 
— wr 
' ArrzekgLN 
sßr Unbestimmte Tan« —- 
«gespaltenen Zeile oder deren 
*m*mt Wote- u. TL iS 
KaiSs-Frla»«»«» R-«!n^r«ß» U. — K»1 ^faf|b»rg SI29. 
B?3 Cd^tMU! ©rtSl sfl ton öADÄLkD. K«« der ^gespaltenen Zeile oder deren 
»r. 171 
SetlbfStiebeno», Freitag, fees 30. 8«II 1910 
Fahrg. 37 
lltuelt« Dachricbtcn 
Berlin, Die deutsche Regierung hat beschossen, die 
Abreise Beta Khuns und seiner Begleiter in das von 
ihnen selbst gewählte Ausland nicht länger zu verhindern, 
da für die weitere Festhaltung die gesetzlich« Grundlage 
fehlt, nachdem von Ungarn der zuerst augekündigte Aus 
lieferungsantrag nicht gestellt worden ist. 
Berlin. Um den beunruhigenden in der Bevölkerung 
verbreiteten Gerüchten über die Beförderung von Truppen 
und 'Kampfmaterial der Entente auf deutschen Eisenbahnen 
entgegenzutreten, wird amtlich darauf aufmerksam gemacht, 
daß regelmäßig Nachschübe und Abschübe zu und von den 
Besatzungstruppen in Ostpreußen, Westpreußen und Ober 
schlesien gehen. Die Transporte laufen von Bischofsheim 
nach Sagan über Frankfurt, Erfurt und Kottbus und von 
Saga« weiter nach Oppeln oder Deutsch-Eylau, und zwar 
derart, daß an die Kurierzüge einige Wagen mit Mann- 
schaften, Material und Munition angehängt werden. Die 
Bevölkerung wird nachdrücklich gewarnt, sich über den 
Charakter dieser Transporte zu beunruhigen oder sich 
gar zu einer unbesonnenen Haltung verleiten lassen. 
Berlin. Im Reichskohlenrat teilte Staats 
sekretär Hirsch u. a. mit, daß eine Verbesserung der Er 
nährung der Bergarbeiter eingeleitet ist und daß unter Zu- 
stimnmug des Reichstags aus Staatsmitteln ein sofort 
verfügbarer Fonds von 300 Millionen Mark für die Er 
richtung von Bergmannsheimcn'geschaffen worden ist. 
Auf Veranlassung des Reichsschatzministeriums• werden in 
erster Linie die Reichswerke sich in Zukunft mit der Er 
zeugung von Bergwerksmaschinen und namentlich Brikettier- 
«nlagetl befassen. Bei der Kohlcnvertcilung sollen in Zu 
kunft die Arbeiter mitzusprechen haben, wie überhaupt 
die Bergarbeiter namentlich in der Bekämpfung de9 
Schleichhandels mehr als bisher herangezogen werden solle«. 
Berlin. Ein langjähriger Verbrecher, der frühere 
Zigarrenarbeiter Hugo Suder wurde gestern vor dem 
Polizeipräsidium durch zwei Beamte des Erkennungs 
dienstes, die Kriminalwachtmeister Klamm und Toelle, ver 
haftet. Suder, der den. Spitznamen „Ter König der Geld 
schrankknacker" führte, ist seit zwanzig Jahren „Spezialist" 
und als solcher wiederholt vorbestraft. 
Leipzig. Gestern abend gegen 7 Uhr entgleisten 
die letzten vier Wagen des von Hos kommenden Personen 
zuges Nr. 4211 bei der Durchsahrt durch den Bahnhof 
Leipzig-Stötteritz kurz vor dem Leipziger Hauptbahnhof. 
AuS bisher noch unaufgeklärter Ursache gerieten die drei 
letzten Wagen des sich in voller Fahrt befindlichen Zuges ' 
bei der Weiche auf ein Nebengleis und der Zug wurde 
mit ungeheurer Kraft auseinandergerissen. Von dem los 
gelösten Zug stürzte der erste Wagen quer zwischen beide 
Gleise, mit den Rädern nach oben. Der folgende Wagen 
stürzte auf das Nebengleis, während der letzte Wagen un 
versehrt auf dem Gleis stehen blieb. Durch das Losreißen 
der Hinterachse deS letzten Wagens des ersten Teils des 
Zuges rollte dieser etwa 100 Meter von der Unfallstell« 
weg, wo er umstürzte. Der Lokomotivführer brachte den 
Zug zum Stehen. Viele Personen machten sich sofort an 
die Bergung der in den umgestürzten Wagen befindlichen 
Personen, die verzweifelt um Hilfe riefen. ES gelang, 
die verunglückten zehn Personen, die nur leichte Hautab 
schürfungen darEngetragen hatten, aus dem Fenster heraus 
zuholen. 
Wien. Nach russischen Funksprüchen dauert der 
russische Vormarsch südwestlich Grodno an. Bei Tarnopol 
wurden die Polen über den Fluß geworfen und bei Brody 
Der Millionärs. 
Roman von Florence Warden. 
80 (Nachdruck verboten.) 
«Sie nickte ihm noch einmal lächelnd zu und wandte sich 
wieder an Magdalene, als hielte sie den Gegenstand end 
gültig für abgetan. Und der Millionär stand da mit dem 
Gesühl. keine sonderlich glänzende Rolle gespielt zu haben. 
- Magdalene aber, die bemerkt hatte, wie freimütig die 
Komtesse stets zu sprechen pflegte, hielt sich» auch ihrerseits 
für berechtigt, freimütig zu reden. 
„Halten Sie den Plan nicht für gut?" sagte sie in ihrer 
einfachen, offenen Art. „Es würde doch wohl große Vor 
züge haben, in größerer Gesellschaft dorthin zu^fahren. 
An einen solchen Ort zu gehen — wo sowohl Sie wie 
mein Bruder bekannt sind — würde es nicht — wie man 
jo sagt — kompromittierend sein?" 
Hie Komtesse hob ein wenig die Schultern. 
„Ich weiß es nicht," sagte sie, und diesmal war es ihr 
unmöglich, zu lächeln. „Und ich bin ganz gewiß nicht ge- 
neigt, mich deshalb zu beunruhige». Aber wenn Ihr Herr 
Bruder in Sorge ist, daß es — wie sagten Sie doch? —- 
kompromittierend ist, mit mir dorthin zu gehen — es steht 
ihm doch frei, dieser Gefahr auszuweichen." 
Und außerstande, ihrer Verstimmung Herr zu werden 
erhob sie sich, um an das Fenster zu treten. Sie öffnet« 
mit Mervös zitternden Händen einen Flügel und ließ dir 
erftMfende Nachtlüst, ihr Gesicht umkosen. Wie sie da stand, 
«ineckMin auf das FenEerkreuz gestützt uckd den Kopf 
daranfUlcgt, war sie selbst jötzt noch, wo sie niemand sah, 
den sie für sich hätte einnehmen wollen, unbewußt bemüht, 
eine reizvolle und verführerische Haltung zu wahren 
1®. Kapitel. 
Eberhard batte die Gelegenheit benutzt die ihm d'e 
Unterredung sclues Patetz» '%»ni sich 
iu den anstoßende» 6»!* ' «a stw 
13 Geschütze erbeutet, dazu 500 Gefangene mitsamt einem 
Brigadestab. 
Salzburg. Vom Kitzkarteuern im Hochtarter- 
gebiet sind Frau Professor B e l o w s k i und Fräulein 
Busse, beide aus Charlvttenburg, gegen das Wimbach 
tal abgestürzt: beide waren sofort tot. 
Haag. Die holländische Erste Kammer hat den Ge- 
setzevtwurf betreffend heu 200-Millionen-Gulden-Kredit an 
Deutschland ohne' namentliche Abstimmung angenommen. 
London. Die Antwortnote an Rußland lautet: 
„Die Englische Regierung ist jetzt nach Beratungen mit 
ihren Alliierten in der Lage, folgende Antwort auf 
Tschitscherins Telegramm vom 27. Juli zu, senden: Die 
englische Regierung schlägt unter der Voraussetzung, daß 
der Abschluß eines Waffenstillstandes zwischen Sowjet- 
rußland und Polen bevorsteht, ihren Alliierten vor, an 
einer in London abzuhaltenden Konferenz, aus der auch 
die Sowjetregieruug vertreten sein wird, teilzunehmen". 
Warschau. Polnischer Generalstabsbericht vom 20. 
Juli. Auf dem Nordflügel unserer Nordfront drang der 
Feind in Ossowiec ein. Eine starke Patrouille, die er 
in der Richtung Lomsha aus Wisna aussandte, wurde 
durch ünsere Abteilungen verjagt. Ein Gegenangriff zur 
Wiedergewinnung der Linie Grajewo—Ossowiec ist im 
Gauge. Südlich von Bialystok und westlich der Bjelo- 
wiecher Heide besetzten wir allmählich die planmäßig 
vorbereiteten Stellungen. Südlich der Kobriner Chaussee 
lockten Abteilungen der Polesischen Gruppe eine bolsche 
wistische Jnfünteriebrigade in einen Hinterhalt, vernich 
teten sie, machten einige Hundert Gefangene und erbeute 
ten 16 Maschinengewehre. Im Süden haben unsere Ab 
teilungen in der Gegend von Brody die berittene Armee 
des Feindes angegriffen. Nähere Meldungen stehen noch 
aus. Am Sereth ist die Läge unverändert. 
100 000 Manu. 
Im Kriege selber ist bas Letzte — 
Nicht der Krieg. 
U»s wird geschrieben: 
Dia Erfüllung deS Friedensvertrages betreffs Herab 
minderung unserer Wehrmacht auf 100000 Mann hat in 
Spaa zu lebhaften Auseinandersetzungen geführt. Unsere 
Einwendungen, daß diese Stärke zur Niederwerfung innerer 
Unruhen nicht genüge, erscheinen auch bei unserer sach 
lichen Begründung dem Feindbund« nicht gerechtfertigt. 
sDa die grüne Sicherheitspolizei unseren Gegnern aber 
auch alS Kampftruppe erscheint, soll deren teilweise Ent- 
jvaffnung oder Umformierung auch nocf) erfolgen. 
Soweit also das Ergebnis der Verhandlungen in Spaa. 
Darüber, ob wir in Zukunft wirklich jemals in die 
Lage kommen werden, uns Aach außen hin verteidigen, 
zu müssen und in welchem Umfange, muß der Zukunft 
überlassen bleiben. In absehbarer Zeit kann jedenfalls 
von einem Kriege gegen Westen für uns keine Rede sein. 
Die Ausrottung der Kriege ist aber vergeblicher Kampf 
'gegen die Naturgesetze und die Vorkämpfer für Volks 
verbrüderung vergessen, daß bereits nach 50 Jahren ganz 
andere Menschen leben, die vielleicht das heute Bestehende 
auf den Kopf stellen. — Das Leben eines Staates oder» 
Volkes ist Entwicklung wie beim Einzel-Individuum uird 
ob unser Nachwuchs den gegenwärtigen Zustand eines 
führerlos taumelnden Volkes, auf dem der stete Druck 
des Helotentums lastet, auf die Dauer erträgt, bleibt ab 
zuwarten. Auch dies hängt von seiner Entwicklung ab. 
Wie der stärker wachsende Baum in seinem Schatten 
4>en Wurzeln des schwächeren die Nahrung, seinem Wipfel 
das Licht nimmt, kraft seiner stärkeren Natur, so muß 
! 
aufhielt. Der Zufall hatte ?s gefügt, daß sie dort allein 
waren, und sie sprachen leise miteinander. 
Von ihrem Platz am Fenster aus konnte Lydia Al- 
dringen nur Herta sehen, die zu dem offenbar vor ihr 
stehenden Eberhard aufsah. Aber sie hörte die Stimme des 
jungen Mannes, und etwas in dieser Stimme ließ eine 
scharf eingeschnittene Falte auf der Stirn der Komtesse er 
scheinen. Gerade in diesem Augenblick näherte sich ihr der 
Freiherr, der gesonnen schien, das gute Einvernehmen mit 
seinem Gaste vollends wiederherzustellen. 
Lydia Aldringen schloß rasch das Fenster, und schein 
bar ohne des Freiherrn gewahr zu werden, der noch um 
einige Schritte von ihr entfernt war, begab sie sich in den 
nächsten Salon. Hier zeigte sie geschickt gespielte Ueber- 
raschung und Verlegenheit, als sie sich iji Gesellschaft der 
beiden fand. . 
„0, ich fürchte, ich habe Sie gestört," sagte sie, und sie 
lächelte heiter zu Eberhards Bemühen, so auszusehen, als 
hätten Herta und er nicht so sehr nahe beieinander ge 
standen und nichk in einem so vertraulichen Ton mitein 
ander gesprochen. „Bitte — lassen Sie mich Ihnen nicht 
im Wege sein, Herr von Rominger! — Ich fühle mich so 
so unbehaglich hier. . Ein Teil der Familie wünscht mich 
mit einer Phalanx von Beschützern und Beschützerinnen zu 
umgeben, und der andere Teil — nun, der tut alles, mich 
dem ersten zu überlassen und mir so viel als möglich aus- 
zuweichen." 
Dabei sah sie ihn mit einem Ausdruck an, daß ihm 
das Blut zu Kopfe stieg. ... . 
„Ich bin gewiß, daß Sie das nicht ernstlich meinen, 
Komteffe," sagte er in lebhaftester Beteuerung. „Es kann 
niemand Derlangen danach, tragen. Ihnen auszuweichen — 
und am allerwenigsten jemand in diesem Hause." 
.Wolle« «ir uns eine Komödievorspielen^Herr von 
sagte sie, «nd indem sie die HSnds' auf Den 
Mck« legt» u«d de« Kopf mit einer unnachahnüiwen 
Gebärde zurückwarf, sah sie ihm gerade in die Augen. 
„Sie wißen so gut als ich. daß Sie bei der Unterhaltung 
ein Voli das Recht der Ausdehnung haben, wenn das 
von ihm bewohnte Land nicht mehr ausreicht. Will der 
Nachbar nicht nachgeben, daun ist das Letzte der Kampf, 
wie man im Einzclleben von einem Kampf ums Dasein 
spricht. Dies ist das Wesen der Natur, die die Welt 
regiert und von der allein man regieren lernen kann. 
Als modernere wirtschaftliche Entwicklung sehen wir heute 
den Tausch und Handel an. Die Industrie und bereu 
Sohn, der Handel, das sind und bleiben die neuzeitlichen 
Streitobjekte der Völker. Durch Vernichtung der Kon 
kurrenz bewahrt man sich vor der Pleite. Wer auS den 
Friedensbedingungen des letzten Krieges dies noch nicht 
gelernt hat, den allerdings werden auch Götter vergebens 
zu belehren versuchen. Auch Staaten mit guter Land 
wirtschaft können zu Streitobjekten werden, wenn ihre 
geographische Luge dies nicht zuläßt. Jnselvölker und 
.Halbinsulaner sind natürlich in solchem Wettbewerb unnah 
barer als Böller im Herzen von Festländern, wie z. B. 
das deutsche Volk. Verlieren wir daher Spannkraft, den 
Rassenstolz oder das Nativnalempfinden, dann bedeutet 
dies unseren Völkcrtod und der Vernichtungswille unserer 
Gegner erfüllt sich. Vertrauensselige hört man reden: 
I wo wird der Grepznachbar über uns herfallen, wenn 
wir ihm keine Veranlassung geben. — Solche Meinungen 
sind ebenso unnatürlich, wie die Anschauungen über die 
Weltrevolution. — 
Wenn wir also annehmen, daß auch in Zukunft mit 
Kriegen zu rechnen sein wird, so werden solche vielleicht 
wieder mit kleinerm Heeren auszufechten sein. Der Ge 
danke der Abrüstung ist international und die Konferenz 
in Spaa der Auftakt hierzu. Außerdem werden auch 
unsere Bezwinger der Ueberzeugung sein, daß spätere 
Kriege allein von Technik uiib Chemie redigiert werden. 
Bei Herbeiführung der Entscheidung wird' also der Feld 
herr mehr und mehr durch den Ingenieur und Chemiker 
ersetzt werden. Die Zeit der Millionenheere dürfte schon 
ans wirtschaftlichen Gründen vorbei sein. Derartige Zer 
störungen kann die Welt nur einmal vertragen. Auch die 
vielgepriesene allgemeine Wehrpflicht wird unter den 
Scheinwerfer der Betrachtung kommen. Nur Völkern mit 
bewußtem Nationalstolz, frei von Klassenhaß und Partei- 
hader kann die allgemeine Wehrpflicht dauernd zum Siege 
verhelfen. Rußland unterlag mit seinem ausgezeichneten! 
Soldatenreichtum nicht allein unserer besseren Kriegstechnik, 
sondern an erster Stelle der in seine Millionenheere ge 
tragene Massensuggestion des Umsturzes. Ein Volks- 
heer, einmal von solcher Suggestion ergriffen, ist für 
den Staat und diespr mit ihm verloren. — Deutschland hat 
bis zu dem Moment, wo diese Massensuggestion sein 
Heer ergriff, mit einem Drittel seiner Wehrinacht, dank 
seiner.hervorragenden Technik, vier Jahre lang im Westen 
in einer unentschiedenen Schlacht gegen Völker aller Erd 
teile sich in Feindesland behauptet. Erst die vollkommene 
Technik Amerikas und die von den Gegnern ausgebauten 
Erfindungen deutschen Ursprungs einerseits, ihre Tanks 
und die frischen ausgesuchten Soldaten andererseits, haben 
unseren Zusammenbruch herbeigeführt, wohlvorbereitet 
durch eine glänzende Umsturzpropaganda. Inwieweit 
Deutschland dem letzten Faktor zu Hilfe kam, soll hier 
nicht erörtert werden. Hätten wir aber im Frühjahr 
1915 etwa 1000 Tanks und die doppelte Anzahl von 
Flugzeugen — also mehr Kriegsmaschinen gehabt, dann 
wäre der Sieg auch ohne U-Boote unser gewesen und 
Millioüen von Toten und Krüppeln gäbe es weniger. 
Warum hat man solche Maschinen nicht gebaut, wenn 
Projette vorhanden waren? 
Wir alle wissen, daß in diesem Kriege das wahre 
Heldentum zu Grabe getragen ist, und daß selbst mutigste 
' ^^EW>M»»MMM>>MWW>WvVWW>I>MWW>vW>»M>MWWWWl>WMWWWMkWWW?ekU>IWUsi.W«iV0l 
mit diesem reizendeg Fräulein Leuendorff nicht gestör» 
zn werden wünschten." ' 
Eberhard wurde rot wie ein Junge und stammelte: 
„Fräulein Leuendorffl" Das war, als hätte er diesen 
Namen zum ersten Male in seinem Leben vernonnnen. 
»Ich — ich versichere Ihnen —" 
Die Komtesse hob warnend einen Finger auf.' 
„Sagen Sie nichts dagegen, lieber Freund!" sagte sir. 
. »Warum sollten Sie auch? — Halten Sie mich für so 
blind, daß ich nicht gesehen haben sollte,'ein wie hübsches, 
und reizvolles Mädchen Fräulein Leuendorff ist — und 
daß ich nicht wissen sollte, wie angenehm es für einen 
Mann ist, sich mit ihr zu unterhalten? — Ich hoffe nur, 
daß ich sie nicht vertrieben habe." 
Herta hatte sofort nach dem Kommen der Komtesse 
das Zimmer verlassen. Eberhard aber erwiderte hastig: 
„Nein, nein. ' Sie ist nur sehr scheu, und sie läuft 
immer wie ein Mäuschen davon, wenn —" 
Lydia Aldringen unterbrach ihn mit einem Lachen, 
das nicht ganz frei von Ironie war. 
„Läuft davon! — Das ist ein vorzügliches Mittel, 
andere zu veranlassen, ihr nachzulaufen. — Sehen Sie'doch 
nicht so böse aus! Was ist denn Schlimmes dabei? 
Warum soll es ihr nicht Vergnügen machen, weW andere 
ihr nachlaufen? Wäre ich halb so hübsch wie sie — ich biG 
gewiß, daß es auch mir Vergnügen machen würde." 
„O — Fräulein Leuendorff darf keinen Vergleich mlk 
Ihnen eingehen," versicherte Eberhard höflich. Aber 'sie 
lachte nur und schüttelte den Kopf. 
„Bitte — wir wollen unsere Zeit nicht damit verlieren» 
uns Dinge zu sagen, die nicht wahr sind," sagte sie nur. 
„Wir alle wiffen — und niemand weiß es besser als ich — 
daß die schöne Gesellschafterin^ Ihrer Schwester ein liebens 
wertes Geschöpfchen, ist — und es wäre ein schlechtes 
Kompliment, das man Ihrem Geschmack machen könnt« 
mit der Annahme, Sie dächten anders. Zu gleicher Zeit 
aber — da eine Heirat zwischen Ihnen und ihr außer aller 
Frage D —" und sie sah ihm gerade in die Auaen.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.