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Periodical volume Nr. 169, 28.07.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

o in SWiieLserg. In der Woche vom, 
26.—31. Juli 1920 gelangen auf die Schönebergcr Bc- 
zugskarte >(rvt und grün) 125 Gramm Rindertalg zürn 
Preise ,von 3,10 Mark zur Ausgabe. Die Entnahme 
des Rindertalges hat -gegen Abgabe des Doppelabschnsttes 
45 der Sckioncberger Bezugskarte in den hiesigen Fleische 
reien zu tcrsolgen. ' 
! o HäuMjnjgjgstcfltqm-Löhn e. Der Ans schütz Großber 
liner Arbeitsnachweise hat folgende Lohnsätze für Haus 
angestellte als verbindlich erklärt: 1." Ällcinmädchcn 
(Stütze) ohne Kochen, a) Jugendliche von 14—15 Jahren 
45 M., von 15—16 Jahren 55 M, von 16---17 Jahren 
65 M. Für Anfängerinnen, deren Anlernling gewährleistet 
ist, gilt freie Vereinbarung, b) Erlvachsene von 18—20 
Jahren 80 M., von 21 Jahren an 90 M. 2. Allein 
mädchen (Stützen) mit Kochen, von 18—20 Jahren 90 M., 
von '.21 Jahren an 100 M. 3. Köchinnen a) mit Haus 
arbeit über 20 Jahre 110 M., b) ohne Hausarbeit"über 
20 Jahre 130 M. 4. Hausmädchen a) von 18—20 Jahren 
ohne Nähen 80 M., v) von 18—20 Jahren mit Nähen 
90 M., c) über 20 Jahre mit Nähen 100 M-, d) über 
20 Jahre mit Schneidern 110 M. 5. Jungfern 130 M. 
6. Kindermädchen (Kinderfräulein) a) ohne Ausbildung 
dis 20 Jähre 80 M., b) ohne Ausbildung über 20 Jahro 
90 M., c) mit Ausbildung über 20 Jahre 100 M. 
7. Kinderpflegrrinnen (Kindergärtnerinnen 2. Klasse) 120 
Mark. 8. Kindergärtnerinnen (staatlich geprüfte) 450 M. 
0. Wirtschafterinnen a) einfache 110 M-, b) selbständigere 
in größerem Laushalt ohne Mädchen '140 M'., c) Wirt 
schafterinnen (Mamsells) mit Mädchen 150 M. 10. Diener 
ohne Familie 160 M. 
vA Cr'atzgeld. Da die herrschende Knappheit an kleinen 
Zahlungsmitteln trotz der verstärkten Neuausprägung von 
50, 10 ünd 5 Pfennigstücken bisher nicht hat behoben 
werden können, haben die zuständigen Minister die Ncu- 
ansgabc von Ersatzwertzeichen für 60 Pfennig und kleinere 
Beträge, und die Verlängerung der Nmlaufsfrist solcher 
Ersatzwertzeichien auch fernerhin in dringenden Fällen 
zulassen müssen. 
io ZufHrnstttMtsg! der Msirtetnigungsämter zu Räumustgs- 
'nrteilpn. Die Verordnung, daß die Durchführung von 
Räumungsurteilcn der Zustimmung der Mietcinigungs- 
Amter bedarf, ist bis 30. September 1921 verlängert 
.worden. , 
o M'Lau dcp Tkrrpreise und besseres Bier. Die Funk 
tionäre der Berliner GastwirtSvereinignngcn haben sich 
Mehrfach mit der gegenwärtigen Bicrkrisis befaßt. Zu 
gestimmt wurde schließlich den Vorschlügen der Lokal- 
kommission, am 1. August mit dem Ausschank von Stark- 
bier (4'/ 2 Prozent) zu beginnen und die Preise wie 
'folgt herabzusetzen: 1 Liter (-% sl ) — 3,60 Mark, 10 -'„ 0 = 
1,80 M., V.») --- 80 Pfg., Vz«'— 30 Pfg. -- Der hier 
vereinbarte Abbau ist ein einseitiger, indem er nur 
von den G a st lv i r t e » verlangt wird, während die 
Brauereien den Preis für das Bier erhöhen. Die 
Gastwirte sollen durch größeren Umsatz den Schaden 
wieder gut machen. 
o Die Verordnung über die Regelung der Klcinhan- 
dctäpreifc für frischer Pserdes'irisch sowie Pferbesleijlcl». 
lvarcn vom 13. März 1920 ist aufgehoben und dahin 
abgeändert worden, daß der Preis für Pferdefleisch und 
Pferdefleischwawn ln Berlin-Schöiiebcrg bei Abgabe an 
den Verbraucher die nachstehend bezeichneten Beträge für 
ein Pfund nicht übersteigen darf: Rücken, Keule, Blatt 
und Bug bei einer Knochenbeilage von 25 Prozent 8,30 
Mark, die übrigen Teile mit eingewachsenen Knochen 
8,20 M., Hackfleisch 8,30 M., Kopfknoche» und andere 
Knochen 0,60 M., Fett 15 M., Brühwurst 8,30 M-, 
frische Vlntivurst 4,90 M., frische Leberwurst 5,80 M. 
Lerere Nöhrenteilc der Knochen dürfen als Beilage zum 
Fleisch und als Suppenknochen nicht verläuft werden. 
Bei Abgabe. von Mengen unter 1 Pfund au die Ver 
braucher gelben die Preise entsprechend. mit der Maß 
gabe ,daß Bruchteile von.Pfennigen ans volle Pfennige 
abgerundet werden dürfen. 
>oA Cjefährllch-z BeAeijilststgSstosfe. In einem an die 
Regierungspräsidenten und den Berliner Polizeipräsidenten 
gerichteten Erlaß tveist der Handelsminister darauf hin, 
daß .allem Anschein mach die während des Krieges zur 
Anfertigung von Kartiischbeuteln Im Auftrage der Heeres 
verwaltung hergestellten Gewebe in den Handel gctomnien 
sein Müssen und m. a. unter .der Bezeichnung „Kunst 
seide" vertrieben werden. Diese Stosse verbrennen ent 
sprechend ,ihrem eigentlichen Verwendungszwecke bei Ent 
zündung,,ja sxgar schon bei..Erwärmung überaus heftig, 
„Ja — aber wie kommt es dann, daß du jetzt dieser 
Heirat weniger günstig gesinnt bist?" 
„Weil ich nie porter so viel von der Komtesse gesehen 
habe — weil ich nie in der Intimität der Häuslichkeit mit 
ihr zusammengewesen bin." 
„SieKst lein volles Dutzend Stunden hier!" 
„Nein? Aber ich habe sehr viel -von ihr gesehen. 
Und ich bin zu der Ueberzeugung gekommen — daß — 
daß du — wenn du sie heiraten "würdest — sehr bald 
wünschen würdest — ein anderes Mädchen zur Frau ge 
nommen zu haben." 
Nun war Eberhard doch aufrichtig verwundert. Nichts 
hatte er weniger erwarlst als eine Kritik, wie sie in diesen 
Worten lag. 
„Und ich glaubte, ihr Frauen wäret alle entzückt von 
ihr — von der Art, wie sie sich anzieht, wie sie sich 
frisiert'—" 
„Ja — sic ist sehr reizvollsehr interessant und 
faszinierend zurechtgemacht," erwiderte Mägdalene ruhig. 
„Aber sie bleibt doch eben zurechtgemacht. Und je länger 
man sic betrachtet, um so mehr drängt sich einem die Frage 
auf, wie sic ohne ihre wunderbar gemachten Kleider) ohne 
ihre wunderbar gemachte Frisur und ohne ihr wunderbar 
gemachtes Lächeln erscheinen, würde. Man fragt sich, wie 
die wirtliche Lydia Aldrinoen aussieht — und man er 
kennt, daß man sie niemals gesehen hat und niemals zu 
t esten bekommen wird." 
| „Himmel!" sagte Eberhard nur. 
„Ich denke jetzt," fuhr sie fort, „daß sie eine der rofft- 
nlertes'en, berechnendsten Fronen ist,'die mir begegnet sind 
— und daß sie das, was sie sich einmal zum Ziel gesetzt 
hat, erreicht, ohne sich darum zu liiirnntrn, ob sie anderes 
Glück und anderes Streben vernichtet." 
„Himmel!" rief er wieder, und noch entsttzier als 
vor. Das ging ihm doch zu weit. „Ich hätte nicht gedacht, 
daß du so schlimm von anderen Menschen denken kannst, 
Magda I Die Komtesse hat nur die Absicht, sich gut zu 
unterhalten — sie weiß, daß sie in ihrer Stellung sich etwas 
herausnehmen darf, und es ist ihr gleichgültig, was die 
Leute sagen. Frauen dieser Art haben elü.'as Ehrliches und' 
Offenes, und ich berhundere sie deswegen." 
»I 
ee* 
Preis 10 Pscünkz 
zu haben in der Geschäftsstelle des „Friedemruer Lokal» 
Anzeigers", Rheinstraße 13. 
unter Umstünden tzxplosionsartiä- In einem, Falle ging 
einem Arbeiter 'plötzlich, vermutlich durch eine Zigarette, 
das aus derartigem Stoff gefertigte Hemd in Flammen 
auf. Der Arbeiter erlag den hierdurch erlittenen Brand 
wunden. In 'einem anderen Falle explodierte der als 
Futter zu 'einem Bekleidungsstück verwandte Stoff beim 
Plätten, wodurch 'großer Sachschaden verursacht wurde. 
Der Minister Ersucht deshalb, die Bevölkerung und Ge 
werbetreibenden in 'geeigneter Weise aus diese Gefahren 
aufmerksam zu 'machen und vor dem Ankauf und der 
Verwendung dieser 'fälschlich als. Kunstseide bezeichneten 
Kartuschbeutelstoffe zu 'warnen. 
v Keiln,- venchr LichtcinschrÄnkungen. Gegenüber einer 
Meldung, daß die Reichsregierung die Absicht habe, durch 
eine neue Verordnung den Verbrauch von Licht für Unter 
nehmungen, die dem Vergnügen und dem Luxus dienen, 
weiter einschränken, teilt der Reichskohlenkommissar, Ab 
teilung für Eleketrizität und Gas, mit, daß eine der 
artige Maßnahme gegenwärtig nicht erwogen wird. Es 
liegt nicht in der -Absicht der maßgebenden Stelle, den 
Verbrauch an elektrischem Licht-noch weiter einzuschränken. 
Dagegen wird der Stromverbrauch einzelner Vergnü 
gungsstätten dauernd genau überwacht. 
o ES bleibt bei Friedrich der Große. Wie das Fi 
nanzministerium, dem die Verwaltung der Schlösser jetzt 
untersteht, der „Voss. Ztg." mitteilt, ist von ihm die An 
ordnung, statt Friedrich der Größe, nur noch Friedrich II. 
zu sagen, nicht ausgegangen. Es wird nachgeforscht, 
welcher Kastellan zur Verbreitung dieser Nachricht Anlaß 
gegeben hat. 
o BckdröhÄlN der Erntq durch Wählagitatoren. Aus 
Magdeburg wird gemeldet, daß Ausstände in nächster 
Zeit nicht zu erwarten sind, jedoch rechnet man tu land 
wirtschaftlichen Kreisen damit', daß in ungefähr fünf 
Wochen während der Erntezeit ein allgemeiner Streik 
ausbrechen wird. Der bekannte unabhängige Führer des 
Laiidarbeiterverbandes Bertling reist sicheren Meldungen 
nach zur Zeit ans dem Lande herum, warnt die Land 
arbeiter vor unüberlegten Streiks und ermahnt diese, 
für den während der Erntezeit angezeigten Ausstand ge 
schlossen zusammen zu stehen. » 
• v Butter wird nicht befördert. Das Reichspostministe- 
i'iinu weist die ihm . unterstellten Paketämter darauf 
hin, daß nach den AussührungSbestimmnngcn der Post- 
ördnung in der heißen Jahreszeit Sendungen mit Butter 
sticht anzunehmen sind. Diese Bestimmung bezicht sich 
auch sinngemäß ans Margarine und leicht schmelzbare 
Fette. Derartige Verordnungen sollen nur dann nicht 
beanstandet werden, wenn die Butter, in festen Kisten 
oder Kübeln so verpackt ist, daß ein Auslaufen unbe 
dingt berhindert wird. 
o H.csts verkauf. Das Haus Deidesheinier Str. 11, 
bisher Herrn E.aus Engelbrecht, Berltn-Halensce, ge-, 
hörig, fest an Herrn Henry Jacob Zhlstra in Hilversum 
verkauft worden. 
v Notgeld. An das Papiergeld haben wir uns schon 
lange gewöhnt. Nur bZ den firmerm Werten, unter dem 
Marksche:!!, hielten wir noch an der Scheidemünze fest, 
wenn diese schließlich auch aus unedlerem Metall geprägt 
wurde. Mittlerweile haben sich aber auch die- kleineren 
Geldsorten in Papier verwandelt. In.Groß-Berlin kennen 
wir die städtischen 50 Pfg.-Schcinc und die als Aushilss- 
geld verwendeten — Briefmarken. Viele andere. Orte 
aber haben neben den städtischen 50 Pfg.-Scheinen auch 
noch kleinere Werte. Und wer da auf Reisen nicht ge 
nügend Kleingeld bei sich führt, kann eine recht ansehn 
liche Bildersarnmlnng mit nach Hause bringen, wenn-es 
uüii nicht gelingt, die Notschciste an Ort und Stelle wieder 
umzusetzen. Denn jedes kleine Nest hat seine 50- und 
25-Pfg.-Scheine, die natürlich nur örtlichen Wert haben 
und außerhalb des Ortes ungültig sind. Zum Glück 
sind aber daS-Publikum und auch die Geschäftsleute - in 
einem Gebiete, das mehrere Gemeinden in sich schließt, 
nicht so engherzig, so daß. das Geld des einen Ortes anck, 
in dem anderen Orte angenommen wird. Im Harz z. B. 
„Das ist cs gerade, was man von dir erwartet," cnt- 
gegnete sie trocken. 
„Und was die Heirat betrifft," fuhr er rasch fort, k„so 
ist cs nicht fair, anzunehmen/ daß sie viel mehr danach 
agt als ich. Sie hat die besten Chancen gehalst —-dessen 
kann ich dich uevitcncrn. : itiio icg wäre nicht dir erste reiche 
junge Mann, der glücklich wäre, sie zu heiraten." 
„Wem: sic andere reiche Bewerber vor dir abgewiesen 
hat," sagte Magdaleste nicht ohne Ironie, „so muß sie' 
'großes Vertrauen in die Dauer ihrerMerze habest. Denn 
ich rvcif^ daß sie sechsundzwanzig 'Jahr? Ät 'ist." - - ■ 
„Ich glaube nicht, daß sie ein Hehl daraus machen 
würde." '' - . ■ 
'„Und ich glaube nicht, baß es viel Zweck haben würde. 
— Sie ist älter als du, Eberhard. Und wenn du sie hei 
raten würdest — —" 
„Aber ich habe ja gar nicht die Absicht, sie zu hei 
raten, und werde cs nicht tun," rief der junge Mann nun 
doch in heller Verzweiflung. 
„Würdest du das äuck/Papa sagen?" 
Da sprang er'aus und sagte'ernstlich böse/. - 
„Ich darf dir nicht, sagen, was ich über diese Unter 
redung denke, Magdalene." ' 1 'v . 
Er ging rasch hinaus: aber die Worte der Schwester 
hatten ihren Eistdrstüst äuf ihrr öoch.sticht vvt'sshlt.o/Hegte 
cr wirklich eine bessere Meinung von der Komteffe .als 
Magdalene, so hatte er doppelt die Pflicht,l eiken-Schritt zu 
vermeiden,- durch den sie kompromittiert., werden'konnte. 
Er sann einem Plan nach, wie er die Annehmlichkeiten 
der Fahrt nach Monte Cablcn geniesten konnte, ohne die 
unangenehmen Folgen mit in den Kauf Nehmen zu müssen. 
Und er glaubte ihn bald gesundem zu haben.- Wenn er 
es erreichte, daß Mabsl'und.sein -Vater sich ihnen an 
schlössen, so war allem Gerede vorgebeugt. 
Er, machte sich zunächst daran, Mabol zu suchenn.Derm 
cr fürchtete nicht mit Unrecht, daß sie..jlim di», größten 
Schwierigkeiten in den Weg legen.würde, und er mußte 
vor allein sie für seinen Plan zu gewinnen suchen. 
/ Aber als er sie endlich gefunden hatte, wollte oder 
konnte sie ihn nicht anhören. Sie war von Gästenün,- 
Men., .»«•«■ 
" lorbnt. 
werden die Geldscheine von Thäte, Halberstadt, Wernigerode, 
Goslar, Quedlinburg usw. in jedem Harzorte angenom 
men. Man muß sie nur abstoßen, wennznran jene Gegend 
wieder verläßt. Zuweilen sind die Notgeldschcine auch 
vom künstlerischer, geschmackvoller Ausführung und Ur- 
eigenheit. So u. a. die. 10-Psg,-Scheine der Stadt Goslar. 
Sie zeigen ans der einen Seite das von zwei kraftvollen, 
männlichen Gestalten mit langem, welligem Haar ge 
haltene Stadtwappen, rechts unh ljnks davon je eine 
stilisierte Tanne. Auf der anderen. Seite ist das „Dukarcn- 
mänuchen" vom „Kaiser-Worth" in GoSlar und daneben 
findet sich das folgende Berschen in altdeutschem Text: 
„Dou Männeken, drcihst all dousend Jahr 
An bissen einen Dukaten hucken. 
O uethmest Don flcitiger Deine Arbeit wahr! 
Denn douscnde könnt' davon Seite wir brauten." ■ 
Eine ans die Abstimmung bezugnehmende Darstellung 
findet sich auch aus den Flensburger ü0-Pfg.-Scheinen. 
Hier sieht man aus der ersten Ausgabe die Deutschen und 
Dänen beim Tauziehen. In der zweiten Ausgabe sind 
die Deutschen .die Schgcch sie 'stehest ,aufrecht und die 
Dänen liegest am'Boden. Die Städte, die soiche eigen 
artigen Scheine, herausbringon, machen damit auch gute 
Geschäfte; denn viele Fremde nehmen sic als Andenken! 
mit; die'.Stadt braucht sie. nicht wieder einzulösen. 
ö.Rtts«»>ßejoik«vcrk im» Stadion. Am Dienstag, den 
3., und Donnekstag, den 5. August, findet iüi Teutschen 
Stadion Grunewald ein Ricsenseucrwcrk statt. Zum ersten 
Mal in > dieser Grüße ausgeführt vom Pyrotechniker 
\i. Arnhcim-Hannover-Bring. , Das Feuerwerk umfaßt 
sechs Fronten mit' sämtlichen pyrotechnischen Neuheiten, 
Brenndauer 1 Stunöie. Beginn bei Eintritt dir Dnnkes- 
7;eic 9 Uhr. Kasfettossnung 6 Uhr. Von 6k/° Uhr großes 
Militärkonzert. Verstärkter Bahnvcrke.hr zu und voni Sta 
dion, aus allen Linien. Preise der Plätze: Stehplatz 6 M-s 
Sitzplatz und Wanddlgang 10 M., Logenplatz 25 M- 
cinschl. Steuer. 
ö Dcch '„Trilolormr-Räuber", Rohrleger Paul 
Krzmlnski stus Steglitz, ist aus der Haft entlassen worden. 
Gegen den Hastbesehl des Staatsanwalts hatte K. Bc^ 
schtverde bei der Strafkammer eingelegt, und diese hat 
gestern den Haftbefehl mit her Begründung aufgehoben, 
daß der' Angeklagte feste Wohnung hüt, und daß ans 
diesem Grund,e, ivie auch wegen der Höhe der zu erwar 
tenden Strafe !ein Fluchtverdacht als nicht vorliegend 
anzusehen sei. /> 
<o L^hlrUvMSrrjLimch. »In di.e Wohnung einicr Witwe 
Juliane S. ji.n der Holsteinischen Straße in Steglitz dran 
gen nachmittags, während ihrer Abwiesenheit, Diebe ein. 
Sie erdrachen 'sämtliche Behältnisse und entwendeten Bet-- 
ten, Bettbezüge, Leibwäsche, Hand- und Taschentücher, 
Strümpfe, .1 P<rar Tamcnftiescl und 600 Mark bares. 
Geld. Der Gesamtwert der giestotzlencn Sachen beträgt 
4000 Mark. ' 
o Als gefu»r-kl» ist der Fundstelle int Rathausc ge- 
streldet: eine Tasche mit Lebensmittelkarten', und. als zu 
gelaufen:'ein Hund. , 
VeriiriS-Uädnubuii 
)( Bolkshochschulfraurnchor. Mittwoch von L bis 10 Uhr: 
Ilebllngsabend in der Königin Luise-Schule. Ausnahme neuer 
Mitglieder. , 
K TheaiettKlnv „Frlrdcnau 1920, <S. B." .Bereinsübend 
jeden Mittwoch, abends von 8 Uhr an, im Restäurani „Kaiser- 
bürg", Kaiserallce 75. Spiel« und sangeskundige Herren und 
Damen als Mitglieder jederzeit willlommen. 
o Die Dk^iWzrlyz „Freika", vorm. Gesellschafksverein 
„Fidclltas",. Littet uns, mitzuFilen, daß sie mit dem 
in unserem SotintagSblait vrwähilten Gesetligkeitsklub 
„FidetltaS .1920" nichts zit tust habe. 
€ai'!Kn, Spiel, Sport 
s Zu bin diesjährige» Mcisterschasten des Verbandes Bran- 
denburgischcr Athketll-Bereinr des Gaues 20 vom Bund deutscher 
Radfahrer und Kreis 1 vom Deutschen ^chwiminverbqnd-, die am 
'Sonnabend und Sonntag tut Stadion (Grunewald) stattfinden, 
sind zahlreiche und gute. Meldmigin eingegangen. ?6lcS, was 
auf Klaffe Anspruch macht, toird sich dort am Start treffen. 
Die Leichtathleten fchqn u. a. Ran, Wafsenjchmidt, Glaser, von 
Massow, Ernst, Hempes, Blanlenbiirg, Vieh, Moser, Schclenz, 
Dünkcr am Start, so das; harte Kämpfe bevorstehen. In der 
4 mal '100-Mcter^Stassel stchlii' sich S. C. C.' lzWei Mannschaf 
ten), B- S- C-, .Eharl. Turng. n. Tcut-Tib gegenüber. Im 
25-Kilönietcr-Gchen, dessen Start und Ziel im Stadion ist, 
gehen 13 Bewerber .an den S.tnrt, üiitÄ denen H. Müllen 
wenvrn, der sränzüsischen Kvnoer'sat'iön zit folgen, daß sie 
nicht ans Eberhard achten konnte. Statt daß cr mit der 
Schwester reden konnte, wurde er selbst von einigen Herren 
ins Gespräch gezogen, und es dauerte einige Zeit, ehe er 
sich wieder freimachen konnte. 
Auch seinen Vater konnte cr nicht sprechen. Und dis 
Gesellschaft, in der er ihn sah. 'erfüllte ihn mit den unan 
genehmsten Ahnungen. Der Freiherr unterhielt sich mit 
Herrn de Naucourt: und. wenn Eberhard zu wissen meinte, 
wovon da die Rede war, so hatte er sich nicht getäuscht. 
Die Zurückweisung, die Johannes Nominger mit seinem 
Angebot bei Herta erfahren hatte, hatte ihm insgeheim 
. doch etwas wie Bewunderung für die Gesellschafterin seiner 
Tochter abgenötigt. Der Unmut freilich über die Lage, in 
die er dadurch dem Franzosen gegenüber gekommen war, 
wog bei weitem vor. Ganz abgesehen von den Befürch 
tungen, mit denen es ihn nach anderer Seite hin erfüllt 
hatte. Cr suchte sich noch immer einzureden, daß er hoffte, 
es würde dem eleganten jungen Franzosen gelingen, sich 
Hertas Herz zu gewinnen; so recht aber konnte er doch 
nicht-daran glauben. 3 
Nichtsdestoweniger begrüßte er Naucourt mit einem 
freundlichen Lächeln, als er feiner ansichtig wurde, und 
sagte, während er ihm die Hknd schüttelte: 
„Ich kann Ihnen den erwünschten,Bescheid heut noch 
nicht geben, Herr de Naucourt. Aber ich hoffe, Sie bald 
damit erfreuen zu können." 
Diese.Art der Begrüßung konnte nach dem, was Nau- 
cochrt. an diesem Abend geschehen war, allerdings nicht 
dazu beitragen, seine Laune zu verbessern. 
^ „Ich wage'nicht mehr darauf zu hoffen, Herr von 
Nominger,^ sagte er, und es. war ihm nicht möglich, die 
Stimmung, in der .ex sich befand, völlig zu verbergen. 
„Ich' chabe wohl bei Fräulein Leucndorff 'keine Aussichten. 
Ich habe heute abeyd mit ihr gesprochen — und — und 
ich fürchte, ich bist zu spat' gmommen." 
„Zu spat!" wiederholte' der Freiherr nur. Aber cr 
war,erbhst^ 
* zolgt.)
        
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