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Periodical volume Nr. 162, 20.07.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

o Die neu errichtete SteuerHebcstelke für RekchMeuovn, 
Verliu-Friedena« (Hilfskafse des Finanzamts Bln.^SkSglitz) 
im Rathaus, Eingang Rheinstraße 1, ist eröffnet worden. 
Die Leitung dieser Stelle ist dem Gem.-Sekretär Buch 
übertragen worden. Der Steucrhebestell? für.Reichssteucrn 
liegt die Erhebung nachstehender Heichssteuerii ob: Wehr- 
beitrag, Besitzsteuer, Kricgsstcucr 1916, Krie^Sabgabe 
1918, Kriegsabgabe 1919, KricgSabgabe vom Vicrmögens- 
zuwachs, Kapiialertragsteuer, Reichscinkommenstcucr und 
die hiermit zusammenhängende Ausgabe der Steuerkarten. 
Zahlungen können auch durch das Postscheckamt Berlin, 
Postscheckkonto Nr.» 84 654, Stcuerhebestclle für Reichs- 
stcuern Berlin-Friedenau, geleitet werden. Alle anderen 
Steuerarten wie Grundsteuer, Entwässcrungsgebühr, lau 
fende ltud einmalige, Gewerbesteuer, Hundesteuer, Be 
triebssteuer sind nach wie vor an die Gemeindesteuerkasse, 
Rathaus, Zimmer '13—15, oder durch.Postscheckkonto Nr. 
29 055 des Postscheckkontos Berlin, zu zahlen. 
o Ter Streit zwischen der Friedenauer Lcmdkrrrnken- 
kasse und ihren Aerzten. Von ärztlicher Seite wird uns 
geschrieben: Die weitere Oeffentlichkeit hat ein Recht dar 
auf, über dcu^augenblicklichen Stand der in der Ueberschrift 
erwähnten Angelegenheit'unterrichtet zu werden. Diejeni 
gen unserer Mitbürger, die mit dev L.-K.-Kl nichts' zu tun 
I-aben, werden vielleicht verwundert sagen:. „Die Sgche ist 
doch erledigt.. Für. ganz ®eut${äni>(!i{t''b<Ml)'ptn- Frieden 
zwischen den Kassen und den Aerzten geschlossen worden// 
Die Mitglieder der L.-K.-K. erfahren lcidlcr täglich ain 
eigenen Leibes, daß der Frieden für Friedenau noch nicht 
gilt. — Die für ganz Deutschland geltenden Friedens- 
bedlngungcn lauten in der Hauptsache folgendermaßen: 
1. In der Honorarfrage erkennen Kassen und Aerzte den 
Schiedsspruch an. 2.' Sämtliche eingereichte Klagen wer 
den von beiden Seiten zurückgezogen gegen. (Tragung der 
Kosten zu gleichen Teilen von. beiden Parteien. V. Keiner 
lei Maßregelung der in den vertragslosen Zustgud. getre 
tenen. Aerzte. In den letzten Tagen des .Juni erklär 
ten die Aerzte, daß sie ihrerseits den Schiedsspruch. restA 
los annähmen, uiid^ forderten die L.--K.-K. Friedenau auf, 
dasselbe zu tun. Erst nach,14 Tagen äntwösrtete dieselbe 
(ebenso die O.-K.-K. Teltow, welche denselben.Geschäfts 
führer hat, wie die L.-K.-K. Friedenau), und stellte im 
Gegensatz zu sämtlichen anderen Kassen Deutschlands ihre 
ganz besonderen Bedingungen: 1. In der Honorarfrage 
nimmt die Kasse den Schiedsspruch im allgemeinen, zwar 
an, macht aber, einige Einschränkungen. 2. Die von der 
Kasse eingereichten Klagen werden zurückgenommen, wenn 
die,Aerzte sind verpflichtet, sämtliche Prozeß- und An- 
tvaltskostcn allein zu übernehmen. '3. Die Aerzte müssen 
den der Kasse und ihren Mitgliedern durch Die „Arbeits 
einstellung" entstandenen, und entstehenden, Schaden in 
vollem Umfange ersetzen. Die Kasse denkt, also noch nicht 
an Frieden. Der Grund ist der, daß die Kassenverwaltung' 
sich bei dom vertragsloscn Zustand.äußeroudcntlich wohl 
befindet. Auch.die Aerzte könnten an sich denselben noch' 
gut längere Zeit ertragen; sie haben weniger Arbeit und 
eine höhere Entlohnung. Die Leidtragenden und oft wirk 
lich schtvcr Leidtragenden sind allein, die Kaffenmitglie- 
der. In Rücksicht auf. dieselben haben denn auch die Aerzte 
sofort Ende Juni die Hand zum'.Frieden geboten, welche 
aber die Kassenverwaltung auch jetzt , zurückweist,Wir 
Aerzte Fragen uns oft verwundert: Wie, lauge werden 
sich die Friedenauer Dienstboten und die Friedenauer 
Dienstherrschaften dieses selbstherrliche Walten, ihres 
Kassenvorftandes noch gefallen lassen'? Die, geringe Frie- 
dcnsneigung der Kassenverwaltgug,. wird leider, bestärkt 
durch die Maßnahmen des Ober-Vcrsicherungsamtcs. Dieses. 
l)atte sofort, nachdem der vertragslose Zustand eingetreten 
war, der Kasse den Schutz des 8 370. der Reichspersiche 
rungsordnung zugebilligt. Nach , diesem, braucht die Kasse 
ihre vertraglichen Leistungen gegenüber ihren Mitgliedern 
nur bis zu einer Höhe von 3.65 Mark pro Tag zu er 
füllen. Der günstigste Fall für, ein Mitglfed ist, wenn es 
wegen einer leichten Erkrankung, (etwa Bleichsucht, Ek 
zem od. and.) den Arzt in längerer Zeit nur wenige Male 
zu konsultieren braucht. Hat es z. B) den Arzt am 1.,j 
10. und 15. in der Sprechstunde.aufgesucht,, so hat cs 
dafür ungefähr 24—30 Mk., Arztkosten gehabt. Da es 
der Kasse gegenüber aber 15 Tage als'krank gilt,, so hä" 
die Kasse für dieses Mitglied 15x3.65 = 54.7o M^>.auZ 
zusetzen. Es bleibt alsg für Medskamente poch die Summ 
der Kasse gegenüber ^aber 15 Tage als'krank gilt, so hat 
" ■ ,=w0/?c — Rl n ~ '“yj.ouSü 
mmme 
von 30 Mark übrig, »vas wphl "fast immer genügen wird. 
Stets geschädigt iiild dagegen^Kassenniitglieder,' wefck)s das 
Unglück haben, so leicht zu erkranken, daß.sie TxmArzt 
nur einmal in Anspruch..nehmen brauchen. Sie . habest für 
richtet fühlte, s!ö 'verÄ!rtie. 'Aber zu ihrer neuen Ueber- 
raschung würd? fhr. Beistand , von einer, Seite, von der sitz' 
ihn gewiß nicht erhofft'hatte. " ' ' 
„Es ist mein? Schuld, gnädige Fräst,, daß das Fräulein 
so schlecht aussieht," sagte ,Cäcile. „Sie wär vollkommen 
wohl und Reiter,“dis sie vor einigen Minuten eintrat.' 
Aber ich stand hinter der Tür, und als. ich plötzlich her-' 
vorkam, hatte Frafflein Leuendorff davon einen so großen 
Schrecken, daß. sie sich bis jetzt noch gab nicht erholen 
konnte." 
Herta war ihr im Herzey dankbar für diese Hilfe, ob 
wohl sie sich noch immer kauin darein zu finden wußte, 
Cecile, die sie für ihre erklärte Feindin gehalten, plötzlich 
so offen auf ihrer, Seite zu sehen, ' - 
„Mein Baker hat schon vor geraumer Zeit nach Ihnen 
gefragt," erklärte Mabel kalt. „Sie müssen sich in der 
Tat sehr weit aus dem Bereich des Hauses entfernt haben, 
denn ich habe von der. Terrasse aus Mindestens fünfmal 
vergeblich nach Ihnen gerufen.'.' 
„Ich hatte die Hunde bei. mir und mußte ihnen wohl 
oder übel folgen, als sie tief in den Park hineinliefen." 
Sie hatte es mit ruhiger Stimme gesagt, denn es 
mar ja nichts anderes als die lautere Wahrheit. Cäcile 
aber hielt es offenbar. notwendig) sie noch weiter zu 
unterstützen. ' ' 
»Ach, gnädige Frau haben keine Ahnung, welche Plage 
diese Tiere einem verursachen, wenn man'mit ihnen draußen 
ist. Man hat so viel mit ihnen zu schaffen, daß man un- 
möglich noch auf etwas anderes achten kann. Ich selber 
habe das oft genug erlebt." 
Die Kammerjungfer durfte sich ihrer galligen Herrin 
gegenüber herausnehmen, was nicht so leicht ein anderer 
sich hätte erlauben dürfen.' Statt sich, wie Herta es er- 
wartet hatte, die vorlaute Einmischung der Zofe in ihre Unter 
haltung mit,.her Gesellschafterin zu verbitten, warf sie nur 
noch einen mißtrauischen Plick auf diese und sagte dann 
in etwas milderest» Tone als vorhin: 
„Mein Baier erwartet Sie drinnen im zweiten Saloy. 
Sie werden guttun, sogleich hineinzugehen, wenn Sie sich 
von Ihrem Schrecken hinlänglich erholt hohen." 
Damit wandte sie sich und rauschte davon. Cöckttaber 
Arzt. und-Apotheke miudestens 3—20 . Mt. zu bezahlen 
und bekommen nur 3.65 Mark zurückvergütet. Bet kurz 
dauernden Krankheiten, die aber eine intensivere.Inan 
spruchnahme des Arztes erheischen, wie etwa Blinddarm 
reizung, dipythericverdächtige Mandelentzündung, Paiia- 
ritium ii. «i, kann der Schaden, den das KassemnitglstÄ 
zu tragen hat, -leicht' eine dreistellige Summe erreichen. 
Die Aerzte haben daher immer wieder, nachdem der all 
gemeine Friedensschluß zustande gekommen war, das Ober- 
vcrsicherungsainf. gebeten, dev Msse den SchuK»H«l tz Ä<0. 
zu entziehen,' um sic friedensgeneigter zu -machen, bisher 
aber ohne jeden Erfolgs obgleich -in denFriedenAbediNf- 
gungen ausdrücklich festgesetzt ist, daß Kassen, welche die 
Bedingungen nicht anerkennen,, der Schutz des genanntest 
Paragraphen.entzogen werden soll. Es wäre zu überlegen, - 
ob nicht--besonders geschädigte Mitglieder der Kasse-sich - 
unter genauer-Darlegung ihres Schadens, einmal, an-das 
Oberversicherungsamt oder an das preußische Ministerium 
für -Volkswohlfahrt 'beschwerdeführend wendeten. Vielleicht 
wäre, es möglich, auf diesem Wege.,das Versicherungs- 
amt, aus seiner für die Kasse, so 'einfchtig kvhhlwollenben 
Untätigkeit zu erwecken. Dr. Hollmann. 
oA Kehre.'Tvrflirftrung .für) Tempekhaf.. Die vom 
Gemcindevörsta'nd äst die Einwohnerschaft. Tempelhoss- gc-, 
richtete .Aufforderung zur -Bestellung von Ojentorf hat-so 
geringen Erfolg gehabt, daß die Kohle.nste.lle der Gemeinde 
von der' Torsbeschaffung zur Bclicfcrstng der Bevölkerung 
hat Abstand nehmen müssen. Der Gcmcindevorstand weist 
im Hinblick darauf,) daß im kommenden Winter die Kohlen-, 
knappheit noch größer fein wird wie in den Vorjahren» 
auf eine rechtzeitige Versorgung mit Tors durch den 
Handel'hist,' Es wird dabei empföhlest,.-in erster Reihe.. 
Maschinenprcßtorf;. keinen Stichtorf, zu kaufen. Ebenso 
wird die Beschäfsstng von Brennholz angeraten. 
o ErneMstjsS«' Herr OberzoMontrolleur T hie.l.- 
mann, Katferaltte' 132, ist zstm 'Zollinspektor') ernannt.. 
obh Die Benennung der Groß-Berlincr Verwaltungs 
bezirke. In' dem Gesetz- Groß-Berlih sind die 20 Verwal 
tungsbezirke Mit ÄstSnahiye dtr sechs Berliner ohne Be 
nennung gelassen. Wie) das) Ministerium .des' Innern .in 
seinen'Ansführungsbestistimungest hierzu betont,, bleibt: bie 
Beneunüng der Verwaltungsbezirke den städtischen Körper 
schaften der neuen Stadtgcincinde vorbehalten. Auch , die 
Benennung der Berliner 'Verwaltungsbezirke 1—6 ist keine 
endgültige, sondern nur eine zur besseren Kennzeichnung., 
dieser Bezirke vorläufig gewählte. — Während die Namen 
der sechs Attberliner Bezirke im allgemeinen als glück 
lich gewählt zu bezeichnen sind, dürste eS sich empfehlen, 
die übrigen 14 Verwaltungsbezirke'nach ihren Haupt- 
gemeinden zu benennen, wobei dann auch die alten ge 
schichtlichen Ortsnamen erhalten bleiben. Von den bis-, 
Hersgen Stadtgemeinden Charlottenburg, Spandau, Wil 
mersdorf, Schöneberg, Friedeuaitz Neukölln, Lichtenberg 
und Eöpenick wird sich dies wohl'von selbst verstehen. 
Für die äus mehreren Landgemeinden' zusammengesetzten 
Bezirke wird: es gleichfalls am zweckmäßigsten sein, wenig 
stens die Narrten der größten Gemeindest für die Verwal 
tungsbezirke -allgemein weiter zu führen, also Zehlest.- . 
dorf, Steglitz, Tempelhof, Tttprow, 'Weißensee, Pankow 
und.Reinickendorf)' " ' ' 
o Dlc'Deutsche Gasgesellschast hat unserer Geineinde 
für den Gasverbrauch 'im Jahve)'1920 eine Reiitzez von 
320 000 Mark zu zahlen. Das sind.200 000 M.cmehr 
als im' Vorjahre.'' Ebenso erhält unsere Gemeinde von 
den Charlottenburger Wasserwerken eine Vergütung 
von 14 000'M, An Pachtgeldern nimmt unsere Gemeinde) 
nach, desti Voranschlag'1920 insgesamt . 16 075 Mark ein, 
davon 8500 M. für die Anschlagsäulen, 1700 M. für 
die Zeitungskioske und 3500 Mü- aUs der Benutzung, der 
Bedürfnisanstalten. Auch Herr Bürgermeister Walger 
zahlt der Gemeinde einen Pachtvertrag von 25 M.'.füv 
die Benutzung des 'Gartens , auf dem Grundstück Wilhelm- 
straße 7. '— Für die Unterhaltung der Gebäude ans den 
Grundstücken' Nicdstraße 8) Wilhelmstraße. 7 und. der 
.Schuppen in der Rheingkiistraße,' sowie für den Sintslut7 
und Kinderbrunncn im Südwestkorso, für'Zäune, Straßen- 
schilder und die Bedürfnisanstalten find 29 800- M. ' auf-, 
zuwenden. Die Unterhaltung der Bedürfnisanstalten kostet 
allein 24 800 M. Die Verwaltung des Grundeigentums, 
in der diese Abschnitte enthalten.'sind', verzeichnet an Ein- 
nahmen 385'495 M., mir Ausgaben 39 570 M,'fo daß 
ein Ueberschuß voll 345 925 M.i erzielt wird^ 
o BriesstlldMLey an Geslwgifne^.sowie Anträge aus 
' VeMitzMiilachföVfchuktg'' sind, soweit 'sic" sür ' die "Deutsche 
Füxjorgx-Kommission jn. Mofkgls .hestilpmt.find,. der Reichs 
zentralstelle für Kriegs- und Zivikgesangeue, Berlin X-., 
Potsdamer Straße 134, zuzuleiten. Soweit sie H st 
und Mittelsibirien betreffen, sind sic an den Bevollmacb- 
tigten der deutschen Regierung in Wladiwostok, Herr,^ 
Gerber, zu richten. Alle Briefe sind als Kriegsgesanzenen» 
sendnng kenntlich zu machen und gehen nnfrankiert. 
o Aenderung der Postgrcnzen zwischen Frieden«,r. 
Schöneberg und Steglitz. Am 1. November V. I. find 
eine Reihe von Grenzstraßen an der Friedenaner und 
Schöneberger Gemarkung, die postalisch zu Friedenau ge 
hörtest, dem Steglitzer Postamt überwiesen wordeii. Arn 
Asttragoder 'Bewohner dieser Straßen hat das Steglitzer 
Postamt'diesen Ortstcil jetzt mit Briefkästen versehen, da 
mit-die Bewohner nicht auf die Friedenauer Kästen an 
gewiesen sind für ihre Briese nach Steglitz. Dadurch 
viermalige abgeändert werden, nachdem Groß-Berlin als 
Gesamtgcmeinde sich konstituiert hat. 
o Stcucrschutz. Zu dem im. Anzeigenteil ^ angebotene 
Kontobuch Steiierschutz mit dem Untertitel die EiiMuch- 
sührung für jedermann wird uns von sachverständiger Seite 
geschrieben: Das Buch ist ein von der Deutschen Organ.- 
sations- und Revisions-Treuhand G. m. b. H, EharloUen- 
burg 1, herausgegebenes und ,iin Verlag Ford.. Ashclnr, 
Kom.^Gcs., Berlin N. 39, erschienenes Buchsührungsbuch, 
welches eine selten einfache, infolge der Vorlagen und An 
leitungeu von jedermann leicht auszuführende und dennoch 
vollendete Buchführung in einem Buch (ohne Nebeubüchcr) 
darstellt. Infolge seiner erstklassigen sachverständigen Aus 
arbeitung überragt eS als mustergültig die vielen sonst.- 
'gen sogenannten Buchführungen bezw. Buchsuhrungs- 
schemgs, die teils unter vielversprechenden Titeln er 
scheinen. Das Buch ist besonders bestimmt für alle die 
jenigen, die nach den neuen Steuergcsctzeii ab l. l- 2>> 
flüsterte, als. sie außer Hörweite war, mit einem unter 
drückten Kochen: . 
. »O. Frätzleiff)Leuendorff, -wenn Sie nicht so hübsch 
wären, um wieviel freuntzlicher-würde-.dany-'.die gnädige.,. 
Frqu,.MitjJhflM sein l-Wenst mgn..e.inenjungenVruderchat, 
und. weyn Manifich--ar.atzf:.-nerfteiftn.hat, ihy mit einem 
häßlichen Mädchen zu verheiraten^ ist)-solche Unfreundlich, 
keif allerdings einigermaßen begreiflich." 
„Aber, Cecilel.— Wie dürfen Sie sich herausnehmen, 
wir solche Dinge zu fagenfB-siet.Herfa ihr streng in die 
Rede. 
Die, kecke Fr-yMn aber ließ sich church den Verweis 
nicht im mindesten einfchüchferM-.... 
„Nun, es ist doch nur. .die Wahrheit," beharrte sie. 
„Und ich will Ihnen nochoetwas' 'sagen, Fräulein I — 
Wenn Herr (Eberhard etwa eines Tages auf: den Ge 
danken käme,'Sie zu.heiraten» fo. würde die gnädige Frau 
von dem Sturm,.-ddr'-deswegen ausbrechen anätzte, auch 
ein paar gehörig« Wmdstöhe. mit abbekommen;, weil sie 
nicht verständen, hälts) es zu verhindern.'tz Und sie selbst 
hat mfr- oft -davow-gesprochen,.-wie- -schrecklich der gnädige 
Herr werden kann, wenn er einmal ernstltchAzornig ist.r. 
Dannt ilemmte-.sie-'die: winselnden Hunde fest iuntey 
die Arme * unb. eilte behend in das obere Stockwerk hinaust 
um sie ciN'Magdalsnens''Gemächern abzufetzen. Herta abeij 
stand noch immsr - zaudernd vorü ber Tür, chinter der sich 
möglicherweise -innerhalb deri-nächsten Viertelstunde-uthif- 
Schicksal -entscheiden sollte. Es: schient ihr» -unmöglich, sich 
insihrem -gsgenchärtigew.Zustande der Foktch, eines noch» 
maligen Verhörs oder der Qual heftiger Vorwürfe auszu 
setzen» und sie-kämpfte schwer mit dev Versuchung, in ihr 
Zimmer hknäufzugeheNiund'sich därin.-vor jedS:mann zu- 
verschlicßen. Die Worte der Zofe hatten ihr eindringliches 
als die Stimme des, eigenen Gewissens zu Gemüt geführt, 
eines-wie schweren Unrechts sie sich gegen Eberhard.schuldig 
gemacht, als - sie-seinem Drängen » nachgegeben und dem 
törichten Schritt-dieser heimlichen Eheschließung zugestimmt 
hatte. Nie in ihrem Leben hatte sie irgendeine Handlung 
so bitter und so verzweifelt bereut als diese, und sie würde I 
unbedenklich die Hälfte der ihr noch bestimmten Jahre da, » 
anwälte, Schriftsteller und alle Privaileute mit einem 
Einkommen über. .10 000 M. All diesen, in Buchsührun-.z 
ungewandten,..wird durch beigefügte Gebrauchsanwei:ungj 
Musteransstellnngen, Abschluß und Ver:11ö- ;c:,ea>issiellunc; 
in leicht, verständlicher Weise schon durch einmaliges Dnrcli- 
lesen die Möglichkeit gegeben, ihre Buchführung selbst 
ständig-zu erledigen und sich die steucrgesetzlich vorge 
schriebene rechtskräftige Unterlage für ihre Stencrerklürung 
usw zü schassen. Ohne diese kann die Steuerbehörde will 
kürlich höher ciiischätzcu, daher der Name ,,Kontobuch- 
Steuerschutz". Aber weit darüber hinausgehend bietet 
diese so einfache Buchsührnng Uebersicht über alles, z. B- 
1. Einnahmen und Ausgaben nach Geschäftszweigen bezio- 
Einnahmequellen geordnet. 2. Uebersicht über Unkosten 
und Private.innahmen. 3. Den Jahresuinsatz und die 
diesem gegenüberstehenden Jahresanfwendniigen ^'cr Ein- 
i'änse.usw. 4. Den Brnltoüberichnß und den Reuigcwiim 
des. Jahres. 5. Alle Zahlenunterlagen, die für Kalkn- 
lationszweckc im Kleingewerbe usw. nötig sind. 6. Alle 
für' Steüerzwecke (Einkommen-, Vermögenszuwachs-, Ge 
werbe-, Umsatz- und Luxussteucrn usw.) erforderlichen- 
Zahlen. 7. Ausscheidung von Zweifel, Streitigkeiten (Pro 
zessen) bei Gcschäftsverkäuscn, Vermietungen usw. Zun: 
Ueberfluß ist jedem Buch ein Blatt beigeheftet für Rück- 
fragen über dem Inhaber evtl, noch unklare Punkte, zu 
deren umgehender Beantivortung- sich die Herausgeberin 
bereit-erklätt.-'- 
o Für den 26. Vrandenburgischen Provinzial - Fcuer- 
wehr-VerLanvstag, der, wie berichtet, vom 31. Juli bis 
1. August hier in' Friedenau stattfindet, werden nocl» 
Quartiere, evtl, gegen Bezahlung, für die von anßerhalv 
kommenden Fcnerwehrlciite gesucht. Meldungen sind zu 
richten an die Feuerwehr, im Rathaus oder an Herrn 
Brandmeister Paul- Heitmann/ Handjerystraße 73 (Fern 
sprecher: Pfalzburg 2247). 
o Die - iKin-obesitzer tun alles Mögliche, um. auch bei 
dem schönen Wetter ein volles Hans zu haben. Sie brin 
gen.uicht-uur allein Filmvorführnngcn, sondern auch wusi- 
kalische- Genüsse, heitere und ernste Darbietungen der Vor- 
ttagskunst, -Gcsangscinlagen wechseln nurcinander ab, so 
daß man in vielen Kinos fast schon von einem buiilei: 
Abend sprechen.kann. Im übrige» machen wir unsere 
Leser auf die. Anzeigen in nnscrer Zeitung ausmertsain. 
) o S»ch>loßpars-TH-aatrr^lm Mirnvoch Abend 8 Uhr 
findet im Schloßpark-Restaurant in- Sieglitz eine Ver 
sammlung über den Umbau des Schloßpark-Theaters statt. 
hingegeben, haben, wenn sie mit solchem Opsei: hätte un 
geschehen machen können, was sie getan. 
Noch kämpfte und zauderte sie, als wieder ein Schritt, 
in ihrer Nähe Taut , wurde, ein Schritt, den sie imicui 
Hunderten als,den Eberhards erkannt haben würde. ’ 0; 
welche Erleichterung würde es ihr gewesen sein, wenn: 
sie sich hätte^an seine Brust werfen und ihm ihr ganzes S)crx 
hätte ausschütten dürfen. Aber sie sagte sich noch einmal-! 
daß es nicht sein könne, und. legte in raschem Entschlüsse 
ihre Hand auf^ den Drücker der Tür. 
'Doch'' schon hatte Eberhard sie erspäht, und erbe, 
schleunigts feinen Schritt, um sie zu erreichen, ehe sie ihnv 
entschlüpfte. 
„Herltä!" rief er, für. den Moment alle Vorsicht 
vergessend. „Bleib — ich habe notwendig mit dir zu) 
sprechen," 
Sie schüttelte statt aller Antwort den Kopf und legte) 
indem, sie ihm einen flehenden Blick zuwarf, den Fingen 
an..,die Lippen. Das brachte ihn wenigstens so weit zun 
Besinnung, daß, er seine Stimme, bis zum leisesten Flüstern, 
dämpfte,., als.er, dicht an ihre Seite tretend, sagte: 
„Wenn du mich jetzt nicht sprechen kannst, so muß es 
nachher,geschehen. Dieser Tag darf unter keinen Umständenf 
zu Ende gehen, ohne daß Ln gehört hast, was ich bitr 
zu, sagen Ijabci" 
- Sie,machte..eine Kopsbewegung, die ebensowohl eine. 
Zustimmung wie das Gegenteil bedeuten konnte, dann 
öffnete^ sieodie'Tür upd entschwand seinen Blicken. 
’> i Wie kurzeaych immer die Begegnung mit dem Ge 
liebten-gewesen sein mochte, ein einziger Blick in sein Ge 
sicht hatte doch für Herta hingereicht, sie mit neuer Kraft) 
zu>, erfüllen. Und ob ihr das Herz auch noch immer) 
zentnerschwer in -der Brust lag, sie hatte jetzt doch wieder? 
Mut genug, auch das Schwerste auf sich zu nehmen. 
, , Johannes Roiniiiger saß,-wie Mabel es gesagt hatte, 
kn dem zweiten Salon, bequem in einen Sessel zurück- 
-gelehnt und die schwere, dunkle 5)avannazigarre zwischen 
den Lippen. 
.(Fortsetzung folgt.)
        
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