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Periodical volume Nr. 161, 19.07.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

herabgesetzt, nachdem er am 16. Juni von 8,55 auf 7,93 
Mark herabgesetzt worden war. Der Preis für das Kilo 
gramm Benzin wird fetzt für den Verbraucher cinschließl. 
Zolls Fracht ünd sonsrige Unkosten etwas 8 M. Mn. Acü 
Petroleumpreis wurde von 5,50 auf 4,45 M.'das Liter' 
ab Laden des Händlers herabgesetzt. , -4‘ 4 
o Weitere Beschränkung von Wohstun Ankündigungen. 
Da die Wohnungsnot in weiterem Maße gewachsen ist ündk 
eine Kündigung, für den Mieter in den meisten Fällxn eines 
schwere wirtschaftliche Schädigung bedeutet/ so wird zur-' 
zeit, wie eine Nachrichtenstelle erfährt, nach dem Beispiele« 
England und nach dein Vorgehen des Freistaates Sachsen 
auch in Preußen eine Abänderung der Mictcrschutzbestim-< 
mungen dahingehend erwogen, daß die Zustimmung zur 
Kündigung nicht mehr dein freien Ermessen der. Miet- 
einigimgsämter überlassen bleiben soll, sondern daß im 
Gesetz genau die Gründe ausgezählt werden sollen, unter 
denen das Mieteiniguugsamt eurer Kündigung zustimmen! 
darf. '• 
obh WolMingebesitz durch Ankauf eines Mietshauses.' 
Mit der immer größer werdenden Wohnungsnot nahmen 
auch die Versuche zu, durch Ankauf eines Mietshauses sich* 
in den Besitz einer Wohnung zu setzen. Gegenüber diesen 
Bestrebungen macht der preußische Wohlfahrtsminister die 
Verwaltungsbehörden daraus aufmerksam, daß auch die 
Hauseigentümer in denjenigen Gemeinden,' ig denen An 
ordnungen über Zuweisung von Wohnungen durch die Woh 
nungsämter erlassen sind, der öffentlichen Bewirtschaftung 
in der Weise unterliegen, daß ihnen eine Wohnung auch 
in ihrem eigenen Hause vom Wohnungsamt zugewiesen 
werden muß. Es soll eine Bevorzugung der Hauseigen 
tümer bei Zuweisung einer Wohnung in ihrem eigenen. 
Mietshause nicht stattfinden. 
o Die Einnähme unserer Gcmilinde an Marktstands-' 
geldcrn betrug, 1919 rund 23 800 M. Im Voranschlags 
1920 sind daher hierfür 30 000 . M. eingesetzt,, weil mit! 
Recht eine weitere Belebung. unstt'es' Wochenntcttkke.ss zst"er-s 
warten ist. Für den Markt entstehen aber astch 9520 M-? 
Kosten und zwar 9000 M. für die Reinigung des Marktes, 
150 M. für die MarktmeistergcsKäite, 120 M- Perlustgöld 
und 250 M. Verschiedenes. 
o Die Armen- und Waisenverwaltung unserer Ge 
meinde erfordert einen Zuschuß von 188121 M. Dies 
Ausgaben -er Armenverwaltung' allein betragen 244 884' 
Mark, die der Waiscuverwaltung 5099 M. Im Ein- s 
zelnen hat die Armenverwaltung aufzuwenden 400 000 s 
Mark für Geldunterstützüngen, 8000 M. für Bekleidung,? 
Naturalien .usw., 24 000 M. Krankenhauspflcge, 26 000 s 
Mark andere Anstaltspflegc, 1000 .M. Ucberführuugs- - 
kosten, 4500 M. Arznhikosten, 4u0O M. Begräbniskosten,. 
60 000 M. Pflegekostcn für Haltekinder und 500 Mark ! 
zur Fürsorgeerziehung. * Der Betrieb des Armenhauses 
kostet 3000 M.'' Von den Armenverbänden,.Kränkenkäfse»,} 
Berussgcnosscnschaften, Landesvcrsichcrungsänstalten .und ; 
LieferungÄvcrbänden werden 45 000 M. erstattet. Von! 
Unterstützten und anderen Verpflichteten sind. '15 000 M. j 
Erstattungen vorgesehen. . i 
o Neue Polizeireviere in Schöneberg. Die Stadt.er- \ 
hält zwei neue. Reviere und zwar das Revier 5, Apostel- 
Panlusstraße 9 und Revier 6, Goltzstraße 32. ' 
o BeschlagUahmcir an Pferden sind aufgehoben. Die 
Llusfnhr beschlagnahmter Hengste und "Stuten aus der 
Provinz sowie der Handel mit diesen Tieren' sind im \ 
allgemeinen seit 1 Beendigung der Beschlagnahme geneh 
migt. Die Pferdcabliescrung kann erst wieder .ausge 
nommen werden, wenn die Wiedergutmachungskommission 
in Paris über den deutschen Einspruch entschieden habe» - 
wird. Der Stadtkreis Berlin-Schöneberg rechnet mit der: 
Möglichkeit, daß von ihin die Erfüllung des Solls, wenn - 
mich unter leichteren Bedingungen gefordert wird. Auf l 
jeden Fall wird genügend Zeit gelassen werden, die er 
forderlichen .Vorbereitungen für die Wiederaufnahme her ■ 
Lieferungen zu treffen. 
obh Wds soll aus der Jnvalidenversicherstng werden? 
Durch das kürzlich veröffentlichte' Gesetz über Abänderung 
der Leistungen und der Beiträge in der Jn.validenver- 1 
fichcrung vom 20. Mai 1920 werden die'Renten'und die - 
Versicherungsbeiträge zwar .erhöht, aber eine dprchgrci-. 
Er zögerte, denn ihre Gelassenheit war ihm sichtiich un- 
.erwartet. Dann. über. Lntgegmeter er unit:,einem -ckükzeu 
Auslachen: -. 
„Sollte es in der Tat nötig sein, gnädsge Frau, daß 
ich mich noch deutlicher gü'sspreche?" ' l 
„Ich lege kein. Gewicht darauf. Aber ich glaubte,Wß 
Siö selbst den Wunsch hätten, mir Ihr soUdetbares Be 
nehmen zir erkläret:." 
„Fch yglte keine andere Erklärung für erforderlich mls 
die, daß ich es bei weitem vorziehest würde, mich in freund 
schaftlicher Weise mit Ihnen zu verständigen, und daß.ich 
gar kein Verlangen trage, der Welt Geschschten ckü er 
zählen, durch die Ihnen Aufregung und Kummer bereitet 
werden müßte." 
„Das ist nur natürlich. Denn da ich Ihnen nie ein Leid 
zugefügt habe, warum sollten Sie von dem Wunsche er 
füllt sein, mir zu schaden?" 
„Man kann im Leben nicht immer nach so schönen 
Grundsätzen handeln, gnädige Frau! — Ich sagte Ihnen 
bereits, daß ich ein Unglücklicher bin, dem das Messer 
im buchstäblichsten Sinne des Wortes an der Kehle sitzt. 
Müssen Sie es da nicht begreiflich finden, daß-ich nicht 
über die Maßen wählerisch sein kann in den Mitteln zu 
meiner Rettung ? Ich habe keine Freunde, an die ich mich 
wenden könnte. Und es gibt augenblicklich niemanden, der 
eine Veranlassung hätte, großmütig gegen mich zu sein — 
niemanden, außer Ihnen und Ihrem Gatten." 
„Es tut mir leid, mein Herr — aber da Sie mir völlig 
unbekannt sind, könnte ich Ihrem Verlangen wohl auch 
dann nicht entsprechen, wenn mir irgendwelche Geldmittel 
zur Verfügung ständen, wie es in.Wirklichkeit nicht der 
Fall ist." 
Ü„O, gnädige Frau sind keineswegs Mittellos!Zpm 
mindesten besitzen Sie, wie ich bestimmt weiß,' eine Summe 
von dreitausend Mark." 
< Das/ war. eine. neue Ueberrafchung für Herta, eine 
noch fürchterlichere vielleicht als alle vorhergegangenen. 
Denn, daß der Unbekannte von dem Gelde wußte, das sie 
gestern vabdnd nach langem Sträuben aus Eberhards 
Händen'entgegengenommen, es war ja ein untrüglicher 
Beweis, daß entweder er selbst oder irgend jemand, der 
mit ihm.im.Einoerständnis.war, ihr Gespräch mit dem jungen 
Manne belauscht haben mußte.: Sie waren also unzweifel 
haft von Spähern umgeben gewesen während all dieser 
Zeit/gede ihrer /Handlungen war von unsichtbaren Augen 
beobachtet, jedes ihrer Worte war von Unsichtbaren Ohren 
aufgefangen worden. Eine Anzahl von Feinden, die sie 
niurt kannte, länn ans ihr Verderben. Gew st eine schreck- 
sende Besserung bringt dies den Stempel eines Verlegen 
heitserzeugnisses nur zu deutlich an der Stirn tragende 
Gesetz nicht, weder für die Versicherten noch für die 
'Versicherungsanstalten. Die Bedürfnisse dxr höher ge 
lohnten 'Arbiter bleiben stach >vie vor unbefriedigt. In 
der.höchsten. Lohnklasse, sdie bei. einem Jahresarbeitsver 
dienst vpn 1450 M. begsgnt, werden demnächst fast .alles 
VerfickekungSphlichygen verWiat- sein, auch/ die, weschch 
l 0 00.0 M. und-michr im Jahhe verdienen. Und was bietet 
"das Gesetz än Lekstnn'gen'?' N a,ch Erhöhung' der Renten^ 
'zulagen dem, der die Wartezeit.in den untersten Lohn 
lang in der höchsten Lohttklgsse im ganzen etwa 550 U 
beigesteuert hat, eine Rente von noch nicht 900...M.,. 
kaum ein Zehntel von dem, was er vielleicht zuletzt der-' 
diente. Eine so eingerichtete Versicherung' kann berechtigten 
ANsvrderungen nicht genügen. Zur Deckung der erhöhten' 
Zulagen sind die Wochenbeiträtze in den einzelnen.Lohn-; 
flassen um 72 bis 90 Psa. erhöht worden, ivähnpd.poch, 
den' Berechnungen der Versichtrungssach'verständigen die 
Erhöhung mehr als 150,Pfg. betragen .müßte. Das neue 
„Verlegenheitsgesetz" kaun dalicr nickt als ein Abschluß, 
sondern nur als eine bescheidene Abschlagszahlung zur 
Abhilfe der augenblicklichen Notlage der Versicherten wie 
der Versicherungsanstalten arigesehen werden^ das bcstd- 
möglichst durch ein dauernd befriedigende Verhältnisse 
schaffendes Gesetz ersetzt werden muß. Der neue Reichstag 
wird somit eine seiner dringendsten Aufgaben darin zu 
erblicken haben, daß. durch eingreifende Aenderungen, ins 
besondere durch weitere Erhöhung der Beitrüge, durch- 
Aussetzung höherer Lohnklassen und Einführung-höherer; 
Renten für höher gelohnte Versicherte etwas Befriedigen-; 
des geschaffen wird. Dabei muß auch die Verschmelzung; 
der Angcstelltenvcrsicherung mit der Invalidenversicherung - 
in Erwägung gezogen wcrdcis, zumal da durch die Ein-' 
sührung der Renteuzulagcu die in der Versicherung ver 
bliebenen Arbeiter zugunsten der aus der Versichcrungs-, 
Pflicht ausgeschiedenen Angestellten, die die Versicherung!; 
freiwillig fortsetzen, mit rund einer .Milliarde belastet! 
werden. 
o Jubiläum. Generalleutnant Wigand v. Gcrsdorsf,! 
hier, feierte Sonnabend sein 50jähriges Militärjubiläum.! 
Am 16,. Mürz 1911 trat er als Generalleutnant in den' 
Ruhestand. Während des Krieges war er General-Jn- 
spelteur her Gefangenenlager im Bereiche des 11. Armee-! 
torps in Kassel. 
o Luftbad Steglitz. Auf Anregung des Steglitzer ' 
Schularztes werden täglich 40 erholungsbedürftige Schule-', 
rinnen vorm. 8 bis 11 Uhr ins Luftbad geführt, wo sie; 
licht-luftbadcn, Atemgymnastik tpcckbeic, turnen und spiele»,, ! 
außerdem aber täglich 4/r Liter Milch und eine „echte. 
!weiße". .Schrippe- erhalten.. .Um noch mehr Kindern, die 
erholungsbedürftig-sjnd — und leider ist deren Zahl- 
sehr groß —, eine derartige. Wohltat zu gewähren, ist 
eine Sammlung von freiwilligen Gaben veranstaltet, : 
deren Betrag dem Steglitzer Jugendamt zur Verfügung 
für den schönen Zweck.gestellt werden wird. 
o Lokale leichtathletische Wettkämpfe veranstaltete die 
Sport-Abteilung des hiesigen Männer-Turnvercins. e. B., 
am gestrigen /Sonntage ans. dem Gemeinde-Spielplätze 
Offenbacher Straße! Bei prächtigsten: Wetter, etchas sehr 
warn: für die Wettkämpfer, koniite die Veranstaltung von \ 
statten gehen. Leider ließ der Besuch etwas zu wünschen ; 
übrig, ein Beweis, daß der Wert des 'Turnens und des 
Sportes von dem größten Teile unserer Einwohner noch 
nickt voll gewürdigt wird. Wie der 2. Vorsitzende des; 
Turn-Venins. Herr P. Kreplin, in seiner Ansprache am ' 
Schlüsse der Veranstaltung beionders hervorhob, sft.es un- i 
bedingt notwendig, daß unsere Jugend und Erwachsene sich ; 
körperlich betätigen, um unserVascrland wiederaufzubauen. 
Da der schmachvolle ,Frieden, den loir gezwungen wurden, j 
.zu unterschreiben, üns die allgemeine Dienstpflicht nahm, 
die . für viele eine. gute Schule war. muß man inimcr 
wieder den Rstf ertönen lassen: „Geht turnen, treibt Svort!" ! 
;Zu Eingang seiner Ailssührnngen dankte der Vorsitzende : 
der Gemeinde für den -cm Turnverein gestifteten. Wunder-! r 
liche-Erkenntuis für cjn schutzloses.junges-Weib I Und 
,choch. strich.Hertza^apch,u.tz.ten,Lep.rLustz^iess^EtLLNNt.ir.is 
moch^titchr ganz zusammen. Doch.blieb ihr noch Kraft,ge 
nug, sich ßii der Erklärung aufzürasfen: 
„Wenn Sie so viel wissen, mein Herr, .dürste Ihnen wohl 
auch bekannt sein, daß ich über das Geld, von dem Sir 
da reden, keine Verfügung habe, und daß ich am aller 
wenigsten daran denken dgrf, .es unter.dem Druck irge.nd- 
welcher Drohungen einem. wildfremden Menschen auszu 
liefern." ' 
'.'Bid /zu: „dsestm ..Augenblick hchte /ich .der. Mann in 
feiNöm Vest^hlrröN der äcksgesuchtesteN Höflichkeit befleißigt. 
Aus der Anstport, abef, die ,er ihr jetzt gab, klang schon 
,efn antzerer Ton — ein Ton, der kaum einen Zweifel daran 
.stSß, daß..er. kein Neuling mehr sei in der Ausübung seines 
.verdastunöpstverten.Gewerbes. 
„Gnädige Frau müssen .natürlich am besten wissen, was 
Sie zu ,tstn dabgn. — Meiner Meinung nach wäre es 
allerdings viel angenehmer für Sie und für Herrn Eber 
hard, von Roi^inger gewesen, wenn.Si.e den rechten Augcn- 
mick-zyr Hreisgabe Ihres Geheimnisses nach eigenem 
Ermessen hättest bestimmen können." 
^ Herta fühlte, daß jede Antwort,- die sie ihm jetzt 
,y0ck, hgtte geben können, gleichbedeutend gewesen wäre 
nist einem Eingeständnis ihrer Schwäche. Und da sie. nun 
einmal-den Entschluß gefaßt hatte, sich diesem Erpresser 
oegensibernicht,schwach zu zeigen,, sah sie keine andere Müg- 
Üchkeis kstehr .K.or sich,als die, ihm durch die Flucht zu ent- 
,rjnnest^ Ohne.ein Wort der Erwiderung wandte sie sich 
zuin Götzen, Wer der Unbekannte folgte ihr nach, und 
mit. einer raschen,, geschickten Bewegung vertrat er ihr den 
Meg.. . , ■ ", ., ( L .-., ... . 
M? weltmännische Zuvorkommenheit und Artigkeit 
vollends abstreifend, sagte er mit dem Ausdruck einer per- 
zweisslt ernsthaft-gemeinten Drohung: 
.... ^»Hoff^fljßce nichh. mir auf solche Art zu entkommen! 
Sie werden mir mein Geheimnis ^bezahlen — 4et es mit 
Geld ,odsr4ei es ^yuf irgendeine. andere Weise! 2lber 
Sie sollen Zeit haben, sich die-Sache zu überlegen. Und 
Sie. sollen dreimal gewanit werden. Nehmen Sie unsere 
heutige Unterredung für die erste dieser Warnungen!" 
Ohne ihre Entgegnung abzuwarten, gab er ihr den 
Weg.frei, und in der nächsten Sekunde war er auf eine 
ebenso geheimnisvolle, beinahe geisterhafteArt verschwunden, 
wie er vorhin vor ihr aufgetaucht war, das unglückliche 
junge Mädchen in einem Zustande höchster Verwirrung 
und tiefster Verzweiflung zurücklassend. 
Die beiden kleinen Hunde sprangen bellend um sie her, 
preis; gleichzeitig dankte er av.ch dem „Berliner Tage 
blatt" für die Stiftung eines Wanderpreises. Er bcgrüßre 
die Vertreter der Presse und dankte den Vereinen für 
>>"■ Veranstaltung 
T 
öffentlichen wir die Resultate der Wettkampfe: Staddoch-- 
sprung .(offen):'1. Sieger: Hof, T.-B. Ge(undbr.. 3.10; 
2.). SiWer: . Schmidt. Froh-Frei, OberschöLvlveide, 3.-—; 
ti. Sieger: Mesick. Jahn, Neukölln, 3.—; ,4. .Sieger: Gor* 
duan. Stegl., 2.90, — Olnmpische Jugcndstaffel (800, 200, 
200, 400): 1. Neukölln. Sswrtsrde. 4 Min. 3,2 Sek.: 2. 
Jahn, Neukölln, 4 Min. 1'<,3 Sek. 3. Ptigem. Turnerich., 
Eharlbg. 4 Min. 21,3 Sek. — Weitsprung für Damen: 
1. Düring, B.T.G., 4.40; 2. M. Kittahn, T.V. Gesundbr. 
4.st0; 3. Habermann II, B.T.E., 4.10; 4. Herfert, Frieor., 
Friesen. 4.—. — 100-Meter-Vorgabelaufen: O Polziu, 
B. S. V. 92, 114 Sekunden. 2. Kloster, Renk. Sport-Fr. 
07; 3. v. Oertzen. siaatl. B.-A. Lichters. — I5M-Meter-- 
Mallaufen: 1. Köpke. T.- u. Sp.-B. Zehlendorf, 4.26; 
2. Stieg. T.- u. Sp.-B- Schögcb.; 3, Emmerich, Odii'- 
renlsch. Spandau; 4. Behrendt. Bar-Kochba. — Kugel 
stoßen für Damen (5 Kilogr.): 1. Biering, T.-B. G-esnud* 
brumm., 7.10; 2. Janisch, Friedr.-Friesen, 6.10; 3. ?Nnnd- 
stock, A.T.C., 5.90; 4. Woyeiechowski, T. u. Sp.-B. Sckö- 
nebg. 5.80. — 800-Meter-Mallaufe» für Jugend: Schmidt. 
- R.Sp.Fr. 07, 2 Min. 15,4 Sek.; 2. Dinant II, Oberreal* 
schule Spand.; 3. Kuhlmann. T.-u. Sp. Zehlendorf. — 
Kugelstoßen: 1. Opitz. T. u. Sp.-B. Spandau, 9.80; 
2. .SctMook, T.u.Sp.Ä. Schönebg., 9.65; 3. Funk, T. G. 
Stegl., 9.65; 4. Schmidt, Froh-Frei, Obcrschvnsweide. — 
Hochsprung; 1. Apitzsch. Atvs, 1.65; 2. Pietzuch, T.G. Steg 
litz, 1.60; 3. Ruhuke, M.T.B. Friedenau, 1.55. — 100-Me- 
ler-Vorgabelausen: 1. Gartmann, Havel-08, Brandenburg, 
11 .Sek.; 2. Rose, Marathon 02, 3. Drosse, T.ucSp.V. 
Schöneberg; .4. Hoppe, T. u. Sp. V. Schöneberg. — 
100 * Meter - Mallausen; 1. Döring. Gesundbrunn., 14 Sek.; 
2<,,M. Kukahn, Gesundbr.; 3. Habermann II, A.T.C.: 4. 
F. K'ukahn, Gesmckbrunncn. -— 400 - Metcr-Vorgabelanfcn: 
.1. Weudlculd. Mänst-Turn-Verein Velten 15.4;.2. v. Eber 
stein, Lichterfelde; 3. Arndt, Sp. Ä. Buckow; 4. Bretzka, 
zOberxcalsch. Spandau. — Kugelstoßen für Jugend (5 Kilo): 
. l. Zimmcrmänn, staatl. Td.-A. Lichters. 10.20; 2. Nord- 
-mstnn. Iahn, Renk., 9.95;.3. Groth, T.n.Sp.G. Roalsch 
Stegs.. 9.70; 4. Szicdat, S,C. Burgund, 9.70. — 1 4 [mal 101) 
. Meter-Staffellaufen: l. Männ.-Turn-Berein Friedrichs 
berg. 46.3 Sek.: 2. T. u. Sp.V. Schöneb.; 3. T. u. Sp. V. 
-Spandau. — 4 mal 100 Meter-Staffel für Damen: 
1, Turn-Ber. Gesnndbrnnn., .58,4 Sek.; 2. Tnrii-V. Fried- 
,xjch-Friesen; 3. A.T. E..— 5000-Meler-Vorgabelaufen: 1. 
-Reichuer, B. S. B. 92, 18 Min., 25,4 Sek.; 2. Pahl, Kl. T.E.; 
3. Blissc. Sp.V. Buckow; 4. Parkow, T.-u.Sp.V. Span- 
dgu. — Schwedensrasfcl: A. T. Ä. Friedrichsberg, 2 Mi 
nuten 12 Sekund.; 2. Turn* u. Sport-V. Zehlendorf; 
.3., T.N.SP...V. Schönebg.; 4. A. T.E. — Dreikmnpf mit 
. den Wanderpreis der Gemeinde Berlin-Friedenau und zivci 
Plaketten: '1. Schmidt. Froh-Frei, 19‘/*; 2. Bleise, T.G. 
.Steglitz, 131/.; ;( H»g, M.T.B. Friedrichsberg 13; 4. 
Schmook, T. u.Sp. V. Schönebg., 12'/. Punkte . 
o.Eiste ErÄ2.ru>»g.dsr Quäker. Am Sonnabend, de» 
17. .Juli, um I .UHr nachts, wurde in dem eben eröffneten. 
Kindetxheim der Quäker in Zehlendorf der Versuch gemacht, 
einzubrechen und große Mengen von Lebensmitteln fort 
zuschaffen. Die Einbrecher wurden bei ihrem Tun über 
rascht, und es gelang ihnen, mit nur einem kleinen Teil 
der Vorräte zu entkommen, nachdem sie bereits eine 
größere.Anzahl von Kisten vor das Haus geschafft hatten. 
Sie wurden von einem Mitbewohner des Hauses gehört, 
der sofort alarmierte und schoß, glücklicherweise""ohne 
,-jeinaichen zu verletzen. Es ist wahrscheinlich noch nicht 
allgemein bekannt, daß dieses Kinderheim in dem Ge 
bäude, das bis Anfang dieses Monats als .„Seemanns- 
erholungsheim" diente, eröffnet worden ist, und daß alle 
Lebensmittel und alle Mitarbeiter von den Quäkern 
öAcsigiöse Gesellschaft der Freunde) gestellt werden. Die 
«Gründung.dieses Heimes erfolgte nicht allein um helfende 
Anteilnahme an der materiellen tzkot der deutschen Kinder 
zu,.bekunden, so wichtig auch ßiesetz?Noment dabei ist, 
weil (ce.V-erlangen -trüge.c, in das Hans zurückzukehren, 
mußte Ordnung in das wilde.Chaps ihrer Gedanken z-.c 
bringen, suchen, chü sie.ihren Fuß wieder über die Schwelle 
des Hauses setzte. 
Hatte sitz denn nicht vielleicht soeben eine verhängnis 
volle Torheit begangen? Wäre cs nicht doch viclleichi 
besser gewesen, wenn sie sich aus Unterhandlungen mit dem 
Erpresset eingelassen und ihm das Geld aegebcn hätte 
das er verlangte? Er hatte erklärt, daß sie "dreimal ae- 
warnt werden solle — aber durfte sie irgendwelche Hoff 
nungen auf das Wort eines solchen Menschen setzen? 
Konnte m yjcht über Nacht — konnte er nicht vielleicht 
noch in dieser Stunde anderen Sinnes werden und es 
stir porteilhqfter halten, sein kostbares Geheimnis an einer 
anderen Stelle, nämlich bei Johannes Rominge-- zu ver 
werten? Und durfte sie sich irgendwelche Illusionen 
machen über das, was in einem solchen Fall ibr selbst 
und dem geliebten Manne bevorstand? Eie hätte ehoc- 
mit .dem Einsturz des Himmels rechnen können als mit der 
Möglichkeit, die Verzeihung des Freche erg zn erlaiwcn 
Die Offenheit, mit der er heute an der Frühstückstafcl seine 
Plane hinsichtlich einer baldigen Verheiratung Eberhards 
kundgegeben hatte, mußte ja alles zerstören, was sich tzts 
dahin an abenteuerlichen Hoffnungen vielleicht noch in 
einem verlorenen Winkel ihres 5)erze::s geregt hatt" Und 
ein Fieberfrösteln schüttelte ihren Leib, wenn sie sich vor 
zustellen versuchte, wie er die Enthüllung des Geschehenen 
aufnehmen würde. 
Was (ollte sie tun? Sollte sie eine Möglichkeit suchen, 
auf jede Gefahr hcn mit Eberhard zu sprechen und sollte 
sie ihm über ihre Begegnung mit den, Erpresser berichten 
Gewiß war die Versuchung für sie nicht gering, es zu tun, 
aber es bedurfte doch keiner allzu langen Uebcrleocma 
um-sie zu der Erkenntnis zu bringen, daß cs 'sicherlich das 
schlimmste und Törichtste gewesen wäre von allem, was 
sie nur immer unternehmen konnte. 4 
Deim sie .kannte Eberhards heißblütiges Temnsrancent 
und ferne Neigung zu raschem, unüberlegtem Handeln 
Sicherlich war er die ungeeignetste Persönlichkeit, um 
ecner-Gefahr, wie sie hier drohte, mit jener überieaenen 
kcalibtutigkeit zu. begegnen, die vielleicht einna nach 
Rettung bringen konnte. 
(Fortsetzung folgt.)
        
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