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Periodical volume Nr. 99, 05.05.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

gern mit uns. Stolz waren wir auf unsere Dauer- 
Die Wohnungen rentierten sich durch die Ersparnis der 
oinntigcn Renovation, obgleich diese preiswert tvarcn. Auf 
!>n Osten gelegenen größeren Grundstück wurde jedes Jahr, 
den Lanbcnlolonisicn das Erntefest gefeiert. Es tvurde aus 
dr Höfen getanzt. Ich stiftete hierzu eine Summe, und als Dan 
uns zwei Niesen-Bluinenphramioen überreicht. Ich hab 
v! Freundliches aiS Han-verwalierin erlebt. Man schickte mir 
btchirlSweise anonym Geld mit den Worten: „Das haben Sie 
m durch meine Schuld für meine Rechnung zahlen müssen/,', 
--'tter brachten ihre Kinder, daß man sie verprügeln solle,' 
u ii. sie ungezogen wa«1k. .Als meine Mutter starb, schickten 
di ärmsten Mieter (vaÄtMc Mmosenempfnnger) einrn Kranz 
J;: großer Seidenschlcife. Sie hatten daS Schreiben dazn wohl 
aurrigen lassen: „Den hochverehrten Hintcrblieftnen unser 
hglichsteS Beileid; der ehrwiiröigen Berstorheiten.den letzten 
G:ß. Tie hat Barnchtrzigkeit mst den Armen gchaSt; Gott 
byelte ihr diese Tat. Etas war unser schönster Kranzs öb- 
g-ch er zwischen den anderen einfach aussah. — Bekümpsen wir 
d.er den Egoismus ünd die brutale Rücksichtslosigkeit. „Ein 
tr-iig mehr Nächstenliebe!" das habe ich auch den Menschen zur 
St der Unruhen gesagt. Ich habe in manchem Menschen- 
liefen des Ostens und Nordens freundliche Zuhörer gehabt, 
win ich von der Menschenliebe sprach, welche man Pflegen solle, 
ah wenn man.'zeikloeiie Undank erntet. 
I. Echt, TauniiSstr. 18, ~I (b. Heine). 
Gdas Sirer die Aujklärnng der Kmder. 
Ein helkW Tlfcmai Elster eines', fsrt-3 htute nickst 
of genug besprochen iverden kann. Denn es liegt mitten 
dn in dem großen Pädagogischen Unifchwnng, der sich 
zu Zeit vorzieht. 
Bezüglich der Aufklärung der Kinder gibt es zwei 
kr gsbereite Lager: eins, das für und eins, das. gegen 
di Aufklärung ist. Der Mittelweg wird selten erwogen. 
T5, mit.Unrecht.' — .■ ... , 
Geradezu ein Unsinn ist cs, Kinder von sechs Jahren j 
nrer allen Umständen in die Geheimnisse des mensch- 
liceu Lebens und seiner Fortpflanzung einweihen >zu 
lochen. Was verstehen denn die Kinder, die noch kaum 
fco Abc hersagen tonnen, von den Bedingungen .und 
Federungen des entwickelten Menschen! Sie, die als 
Gckindiewelts noch kaum die allereiiifachsten Tatsachen 
bereifen können, werden gar nicht einmal wissen, was 
siemit der Fortpflanzung des Menschengeschlechts „an 
sagen" sollen. Die kleinen Kopfe wird der große 
Swpfungsgedanke möglicherweise verwirren und trotz 
allr Aufklärung mit tausend Rätseln beunruhigen. Sie 
harn doch gewiß schon genug zu denken und zu fragen, 
die kleinen Leute; lvarum soll man ihnen nicht einst- 
weien als Puppe bett „Klapperstorch" geben? Mögen 
sie doch erst das notwendigste in sich aufnehmen. Wir 
brigen uns um den natürlichen Sinn unserer Kinder, 
wein wir der natürlichen Entwicklung ihres Denkens 
mit Urieiiens vorgreijen. Und nicht .zuletzt: muh denn 
?as große, ernste Geheimnis des Lebens zum Thema der 
Abc-Schützen gemacht werden? Sie, die kleinen Men- 
schet, die kaum erst begreifen, das; sie auf der Erde 
sind werden sich — wenn nicht ganz verfrüht altklug 
gewirben — nicht im geringsten um die Fortpflanzung 
des Menschen bekümmern . . . und zu bekümmern haben. 
Erst den Grund, dann das Haus! Die Fortpflanzung 
des Menschen ist für solche kleine Leute einfach noch 
Nicht vorhanden oder liegt noch im Gebiete SchncMvitt- 
csjerti, Rotkäppchens und der sieben Raben. ,,' 
Was anderes ist es, wenn das Kind zehn oder zwölf 
Firsre erreicht hat. Warum soll denn einem aufgeweckten 
Irngen noch immer weisgemacht werden, die Kinderchen 
Grünten aus dem Teich und dem Herrn Storch lüge 
werden, sie würben sich nicht im entferntesten so ange 
legentlich znit denr Thema , des „Auf-die-Welt-kommens" 
besassen. Der Reiz des Geheimnisses würde eben fehlen. 
Die Sache würde ais eine ganz selbstverständliche be 
handelt und von dem jugendlichen Denkvermögen mit 
der fortschreitenden geistigen Entwicklung weiter ausgebaut 
werden. Und was sehr zu beachten ist: der Grund, auf 
den das Gebäude gebaut werden soll, wäre rein — 
-reiner jedenfalls als das Sumpjland ches Halbwissens, 
sFalschverstehens, Bearawöhnens der Geschichte der „Men- 
schenwerdung". Das Bertrauen den Kinder zu den Eltern 
würde keinen Stoß erleiden! Es ist doch etwas anderes, 
die.Kinder werden in ernster.Weise über den wichtigsten 
Lcbensvorgapg ..aufgeklärt, als daß man. diese. Ausklärnyg, 
die mau seinem eigenen Kivde. schuldig ist,-fremden «Leuten 
überläßt. Jene, die da sagen, „sie erfahren es so wie 
sL.tchprr.. srsth genug", scheinen sich gart nicht zu, über--» 
legen, daß es doch vor allem auf das „wie?" ankommt. 
Es, liegt,doch ein sehr, sehr großer Unterschied darin, ob 
man einem Durstigen ein Glas reines Wasser reicht oder 
es darauf ankommen läßt, daß ,er in. seinem Unver 
stand schmutzige Pfützen guDtrintt. Natürlich. müßte., die 
Ansklärung in der. entsprechenden Form erfolgen, nicht 
Llvmperweise. plötzlich und .überraschend, sondern-von der 
Befruchtung der Pflanzen aus- und in die Befruchtung 
dss.r.Mllr.Mergeheud...,Heilig, ernst und in.ruhigsachlicher 
Weise, dazu ganz gelegentlich und ohne allen..Auswculd 
tnüßte daZ- Kind nach .und.-nach in die Mysterien des 
Lebens hingeführt werden. Dazn gehört allerdings Takt 
und feine Berücksichtigung des kindlichen Schamgefühls. 
Bor einiger.Zeit trug.sich folgender Fall zu, der 
keineswegs vereinzelt dasteht. Ein sehr braves, gilt ent 
wickeltes Mädchen von vierzehn Jahren, das streng er 
zogen und vor jeder „Ausklärung" ängstlich behütet wor 
den war, kam zur Abendzeit gelegentlich mit jungen 
Burschest des Nachbars in Berührung. Anfangs wurde 
gescherzt. Die-.Eltern sahen-.darin keine Gefahr oder 
achteten nicht darauf. Doch bald entspannen sich zwischen 
dem Mädchen und einem der Burschen Beziehungen", 
in deren Berlanf es zu den „schlimmsten Dingen" kam. 
Aber das keineswegs im Kern verdorbene Mädchen dachte 
sich nichts dabei: Das alles hatte ja-mit der. Storch- 
geschichte gar keinen Zusammenhang! Als sich dann die 
Folgen bcinerkbar machten, gab's natürlich maßlose Be 
stürzung bei den Eltern wie bei dem Mädchen. Nun 
allerdings wurde das Mädchen auf einmal „aufgeklärt". 
Allei'.i, es war nun zu spät. „Ach, hättet ihr. mir doch 
rin einziges Mal vorher etwas" gefagt; nie,-nie . hätte 
ich mich zil so etiva-s herbeigelassen!" sammcrte das Kind, 
das nun die Tragweite des Geschehenen erst zu be 
urteilen vermochte und dessen Gewissen und Schamgefühl 
nun erst richtig rege wurden. „Ich habe mir so gar 
nichts dabei gedacht!" Tags daraus war das Kind ver 
schwunden. Im nahen Flusse fand man seine Leiche. 
Die Eltern aber machten sich die bittersten Borwürfe. 
Sie hatten cs wie tausend andere unterlassen, ihr Kind 
rechtzeitig aufzuklären! 
Wie viele junge- Mädchen sind übrigens zu Dirnen 
heraogesuuken, weil sie da-s erste Vergehen zu einer Zeit 
verübten,.in der ihnen von der Wichtigkeit und der Be 
deutung des LiebesakteS noch gar kein rechter Begriff 
beigebracht ivorden war! 
GeriAtlickes 
die Arbeit ob, sie aufzufischen und in die Behausungen 
der Menschen zu schaffen? Ein solcher Junge muß sich 
< r _ . . - m c. c - f: . r rrr» - -- - - 
feinen ucfunocrtu — um> wo/ 
Was aber im Winter, wenn die Teiche zugefroren und 
die Störche fortgezogen sind? Und gibt es denn überhaupt 
genügend Störche, Störche mit der Kraft, um kleine 
Kinder tragen zu können, Störche mit dem Verstand, um 
zu wissen, wem die Kinderchen zu überbringen sind? 
«Unsinn! Barer Unsinn! wird sich der Junge sagen. Und 
was noch weit schlimmer ist, er wird folgern, meine 
Eltern, die doch mein ganzes Vertrauen haben, belügen 
und betrügen mich. Ist dieser Gedanke aufgetaucht, so 
werden gnch jene auftauchen: ist es denn etwas Schänd 
liches um das Kinder-kriegen? Schämen sich die Eitern, 
davon zu reden oder die Wahrheit zu sagen? Sind 
unter solchen Umständen die Erwachsenen überhaupt so 
stock, zu schätzen und zu respektieren, wenn sie davor 
zurückschrecken, daß »vir ihnen auch in diesem Punkte 
des Wissens und Verstehens gleich werden sollen? Kurz 
um. was steckt dahinter? Und nun ist die Gier ge- 
weckt, den Schleier des Geheimnisses zu lüften! Der 
Junge spricht mit anderen Jungen darüber. Die ganze 
Angelegenheit tvird als etwas Läche'rliches oder Schmutzi 
ges behandelt. Zoten entstehen. Zufällig erfahrene Dinge 
iverden belacht und variiert, bis das ganze Gebiet der 
Fortpflanzung -ein Sumpfgebiet geworden ist — gerade 
gut genug, daß die Eltern därüber genügend orientiert 
sind! Würde den großen, vor der Entwickelung zgm 
reifen Menschen stehenden Kindern reiner Wein eingeschenkt 
(:) Die verlassene.Braut. > Gehen. Verlobte auseinander, so 
können bekanntlich dje gegenseitig gegebenen Geschenke heiausvcr- 
tangt zverden, .auch muß unter kimständen der zurücktretende Teil 
dem anderen Schadenersatz leisten, falls dieser andere einen Schaden, 
z. B- durch Aufwendung für die erhoffte Ehe, durch Verlassen einer 
Stellung odex dergl. gehabt hat. Alle diese Ansprüche verjähren 
jedoch, und zwar jn zwei Jahren nach Aufgabe des Verlöbnisses. 
Wie nun, wenn das Verlöbnis nicht formell aufgehoben wurde, 
wenn her Verlobte z. ;B, nur die gemeinsame. Stadt verlassen tiat„ 
ohne jemals wieder an di? Braut zu schreiben? Dann gilt nach 
einer Entscheidung dcS LberlandeSgerichts- Dresden das Verlöbnis 
noch immer weiter bestehend und jedenfalls erst von der Zeit an 
gelöst, zu welcher der andere sich anderweit verheiratet Hai! Die 
verlassene Braut hat also dann-noch-zwei Jahre.Zeit, che ihre 
Ansprüche gegen den anderweit verheirateten einstigen Bräutigam 
auf Entschädigung u»p Rückgabe der Geschenke usw. .verjähren.. . 
stönnen Alimente bei der Steuerrrllärung in Abzug 
gebracht werden? Ein Kaufmann hatte 5000 Mark Einnahme,, 
deklarierte ahen -nur, 4500 Mark. Auf Vorhalt erklärte er, 
er müsse 600 Mark Alimente für ein uneheliches Kind zahlen; 
diese Aslimente halte er für abzugsbercchtigt. Die Straf 
kammer .verurteilte ihn jedoch, da Alimente ebenso wia andere 
Erzcehüngsgeldcr nicht abzugsbercchtigt seien. DaS Kaminer- 
gericht in Berlin bestätigte die Strafe. . 
Schiller sagt tit feinern ,Wilhelm Tell": „DieZeiten 
sind schwer, drum > muß der Mensch die Freude leicht 
ergreifen".— ein Wort, das zweifellos trefflich auf unsere 
Gegenwart paßt. Mag die Zeit noch so trübe und traurig 
fein, noch so wenig zur Freude stimmen — wir müssen 
erst, recht,,in der Freride immer wieder neue Lebenslust, 
frischen.Lebensmut zu gewinnen suchen. Freude und Er 
götzen sind nach cineiu Ausspruch Martin Luthers „so 
hoch . vonnöten wie-Essen und Trinken." Aber freilich 
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als Lebensspcndcrin, als ivärmende und fruchtbringende 
Sonne unseres Daseins. „Wahre Freude macht srost und 
gut und fromm; doch nur der Neingestimmte genießt sie; 
darum können sich io wenig Menschen mehr herzinnig 
freuen" meint Fr. L- Jahn, einer der besten Deutschen 
in den Zeiten tiefer Erniedrigung vor 110 Jahren. 
. Diese Freude ist völlig verschieden von dem, was 
man „Vergnügen" nennt. Die Vergnügungssucht hat jetzt 
ungeheuer überhand genommen; sie ist geradezu zu einer 
Volkskrankheit geworden, die uns neben manchen anderen 
Krankheitserscheinnngen vollends in den Abgrund zu 
treiben droht. Ein Taumel hat weite Kreise erfaßt. Sie 
suchen siöh in Tanz, .lautem Festesjubel, in Befriedigung 
niedrigeri Triebe und Lcidenjckjaften über die Nöte und 
Schmierigkeiten der. Zeit hinwegzutäuschen und kennen 
vielfach weder die Sorge für die Zukunft mehr noch über 
haupt ein Verantwortlichkcits- und Pflichtgefühl für ihr 
Tun. Sje sind zufrieden, wenn sic die Zeit, deren sie 
nicht mehr Herr werden können, einfach totschlagen, unter 
der Losung: „Nach uns die Sündflut!" 
Wer solches Treiben mitmacht, oder entschuldigen will 
mit dem Hinweis darauf, daß der Mensch doch Freude 
braucht zum Leben, der gibt sich einer gefährlichen Selbst 
täuschung hin: „Dje Freude kennst dn nicht, wenn du 
nur Freuden kennst" heißt ein orientalischer Spruch und 
ein anderer besagt: 
,,Von Vergnügen zit Vergnügen 
Rastlos eilen hin und her 
Ist ein .eitles' Selbstbetrügen 
Und bald kein Vergnügen mehr." 
Solche im Strudel der sinnlichen Vergnügungen ge 
suchte „Freude" wirkt nicht stärkend, sondern entnervend; 
sie hinterläßt nach jedem Genuß das Gefühl der Leere 
und Ocde und erfüllt den Menschen schließlich mit Rene 
und Verbitterung über verlorene Stunden und Tage, 
zuletzt über ein vergeudetes Leben. 
An der Wirkung aus deine Seele magst dn den Wert 
der wahren Frende erkennen und den Unterschied ermessen 
zwischen „Frende" und „Vergnügen". Wenn dir aus 
deiner Erholung, deinem Dichfrenen starke Lebenssäfte 
zufließen^ wenn dn von dem , Genießen mit dem Gefühl 
deS-Verstärktseins an die Arbeit zurückkehrst, dann bist 
dn ans dem rechten Wege. Auf die wahre Freude folgt 
der Nachgennß, die süße Erinnerung; die falsche hinter 
läßt bitteren Hesengeschmack. erweckt den Katzenjammer. 
Die reinste und, unvergängliche Freude liegt für den 
Menschen in der Harmonie seiner Seele mit Gott, dem 
Urquell aller" Freude im Himmel und auf Erden. Wer 
diese Uebereinstimmnng, diesen Frieden mit Ihm ge 
funden hat, dem öffnen sich, gerade je mehr er den 
falschen Freuden dieser Welt ans dem Weg geht, alle 
Türen zum frohen Genießen der edelsten Freuden unseres 
Daseins. 
Es bietet sich die Natur mit all ihren Herrlichkeiten, 
die Gottes uinlvandcchare Liebe und Allmacht in besonders 
reicher Fülle dieses Jahr über unser Vaterland ausgießt, 
es bieten sich die Freuden in der Familie, die heute den 
Grundpfeiler für unseres Volkes Wicderanfban bilden 
muß, es bieten sich die Genüsse für Geist und Herz, die 
der Uingang mit guten Menschen, mit den Trägern 
unseres Kunst- und Kulturlebens in lebendigem Wort, 
in Schrist, Bild und Ton uns bescheret. 
Aus ungezählten Strahlen, die in deiner Seele zu- 
satnmentrefsen, entsteht in dir selbst ein Glanz, eine 
Wärme, die dein eigenes Innere zum schönsten Herd der 
Freude macht. Und in der Einsamkeit mit sich selbst, die 
der Vergnügungssüchtige ängstlich, sticht, findet man die 
höchste und reinste Freude. Stunden - der Einkehr sind 
für daS mit seinem Gott harmonisch verbundene Menschen- 
tind Höhepunkte des Daseins, die keiner, der sie nur ein 
mal genossen, um alle Vergnügungen der Welt n.ehr 
preisgeben möchte. B. 
Vcrrnikbtes 
*o AuS cllcr Welt. Die südafrikanische Regierung bat 
einen Tierarzt angestellt, der nichts anderes zu tun hat, als ein 
gehend die ,Krapkheiten der Strauße zu erforschen. — Jn dxn 
Masurischen Seen. gibt es Ricjenhechte, die eine Länge bis zu 
zwei Metern und ein Gewicht bis zu 35 Kilo erreichen. — In 
Newyork letzen 700 000 deutsch sprechende Personen. — Alhe 
Jahre einmal tvird auf allen Flaggenschisfen der britischen 
Flolte in allen Meeren der Welt das Signal gesetzt: „Das 
Vaterland erwartet, daß jedermann seine Pflicht tut". Es ge 
schieht dies zur Erinnerung an Admiral Nelson, der am 21. Ok 
tober 1805 dieses Signal von seinem Schiffe aus erteilte. — 
Die Eisenbahn von Sarajewo, der Hauptstadt Bosniens, nach 
Viscgrad an der serbischen Grenze, führt durch genau 99 Tunnels. 
— Von dem Gedicht „Die Wacht am Rhein" gibt es zwei latei 
nische, zivci hebräische, zwei griechische, drei französische, sieben 
englische, drei holländische, ejne polnische und eine italipnische 
lleberjetzung. — Jn Indien leben 60 Millionen Bekenucr des 
Islam. — Die Stadt Lüttich gehörte fast ein Jahrtausend zum 
alten deutschen Reiche. Erst vor 120 Jahren wurde sie voll 
ihm losgerissen. — Von allen Staaten der Welt halte vor 
dem Kriege Frankreich daS kostspieligste Parlament der Welt. 
Der tzluswand dasur betrug jährlich rund 8 Millionen Franks. 
Reif zur Ehe. „Haben Sie denn Ihre drei Töchter was 
Ordentliches lernen lassen, Frau Mcyer?" — „Je nun, meiihe 
Aeltcsie ist Zahnärztin geworden; die zweite arbeitet bei einem 
Rechtsanwalt; bloß die dritte ist zu nichts zu gebrauchen, die 
soll deshalb einmal heiraten!" 
Ml« Mit »Nk 
850 Personen fassend, fliegest* 
lichtellen. Sonnabends noch 
frei Paul schvabrl, Lichter* 
selbe. Hindenburgdamm 104. 
m-, 0*ä!- I Mg-MM 
Jeder Art und Größe werden prompt, reell, su 
mäßigen Preisen ausgeführt 
de&s’g Gröhlng f 
Architekt u. Maurerirfelslef, Sln.-Frledenau.Schöne- 
_berg, Rubensstraße 50„ „ Telephon:, Stegliti 2625. 
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f_ 
aus S:ide Und Stoff kaufen Cie am besten bei 
§a.: Bruno Arodl, 
EtegNtz, Adolfstrabe 17. — Kein Laden 
(5 Minuten vom Wannsecbahnhos: Steglitz) 
MiislgkSklbüK Setifläüe iOc Seiten- 
“eieuflituHä, Mein. Mdiitmcn »sw. 
UmaZMMDilf neu, — Geschäftszeit: 0-1 v-.z.-»
        
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