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Periodical volume Nr. 160, 18.07.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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monatlich 2,71) Mark: durchs Boten 
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Berlin. Zum Schluß der Konferenz in Spaa dielten 
sämtliche Führer der Delegierten noch kurze Reden. 
Millerand sagte, daß die Deutschen nicht verstehen wollten, 
daß Frankreich zu jedem Entgegenkommen bereit, aber 
auch entschlossen ist. sein Recht zu verteidigen. Dr. Simons 
erwiderte darauf, daß die deutsche Delegation den Sinn 
der Verhandlungen durchaus erfaßt, lind dies während 
der 'Verhandlungen auch bewiesen hätte. Es sei deshalb 
nicht nötig, immer wieder darauf hinzuweisen, daß die 
Alliierten die Macht hätten, ihr Recht mit Gewalt durch 
zusetzen. 
Spaa. Die monatliche Steinkohlenlieferung von 
Deutschland wird folgendermaßen unter die Länder verteilt: 
Frankreich 1550000 To.. Luxemburg 35000 To., Belgien 
215000 To.. Italien 200000 To. Den belgischen For- 
derungen wird bis zu 85 Prozent, den französischen bis 
zu 72'/. und den italienischen bis zu 68 Prozent entgegen 
gekommen. Die Deutschen können dann noch über 650000 
Tonnen verfügen; man kam ihnen in dem gleichen Ver 
hältnis entgegen wie den Franzosen. 
Spaa. Die gestrige Vollsitzung fand um 5 Uhr 
nachmittags im Schloß de la Fraineufe statt. Von der 
deutschen Delegation waren Reichskanzler Fehrenbach/ 
Reichsminister Dr. Simons und der bayerische Staats 
rat Tr. von Meindl anwesend Reichsminister Dr. Simons 
machte sofort Mitteilung, daß die deutsche Regierung die 
vorgestrigen Vorschläge in der Kohlenfrage eingehend be 
sprochen .habe und in den drei Punkten Einwendungen 
'mache, in der Finanzfrage, in der oberschlesischen Frage 
und in der Besetzungssrage. , ' 
Berlin. Ein blutiger Zigeunerstreit, bei dem ein 
Zigeuner von seinen Stammesgenossen niedergeschossen 
wurde, spielte sich heute früh in dem Zigeunerquartier, 
Grüner Weg 11, in Reinickendorf ab. Der 23 Jahre alte 
aus Langenscheid gebürtige Zigeuner Karl Lauenburger 
griff im Laufe des Streites zur Waffe und schoß seinen 
Gegner, den 39 Jahre alten, aus Hessen stammenden Mu 
siker und Händler kaver Wiegand nieder. Dann .ergriff 
er die Flucht und dntkam. Der Schwerverletzte wurde 
nach der Eharitee gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag. 
Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Der 
flüchtige Revolverheld wird von der Kriminalpolizei gesucht. 
Köln. Die Untersuchungen über die Untaten der 
schwarzen Truppen im besetzten Gebiet werden mit großem 
Eifer fortgeführt. Jetzt find wiederum 41 Fälle von Not 
zucht und .Ueberfällen auf deutsche Mädchen und Frauen, 
drei Vergewaltigungen von Knaben, elf Körperverletzungen, 
Bedrohungen und 'Mißhandlungen den Behörden gemeldet 
worden. Zu diesen 56 neuen Freveltaten kommen noch 
25 bisher schon einwandfrei nachgewiesene Fälle schwarzer 
Schmach. 
London. Nachrichten aus Moskau besaßen, daß dort 
eine große Versammlung stattfand, in der die Möglichkeit 
eines Friedens mit Polen behandelt wurde. Tschitscherin 
erklärte sich dafür, sofort Verhandlungen anzuknüpfen. 
Trotzki erhob jedoch Einspruch und meinte, der Frieds 
solle nicht eher geschlossen werden, als bis die Rote Arme 
siegreich in Warschau eingerückt sei. 
Kopenhagen. Nach dem polnischen Heeresbericht 
haben die Bolschewisten Smorgon und Oschmjany besetzt. 
Die heftigen Angriffe auf Luzk werden fortgesetzt, in der 
Gegend bei Dubno greift der Feind unaufhörlich an. 
Amsterdam. Evening News' veröffentlicht ein aus 
Warschau eingetrossencs Telegramm, wonach der nationgle 
Verteidigungsrat von Polen beschlossen hat, Lloyd Georges 
Vorschläge betreffend den Waffenstillstand als ersten Schritt 
eines Friedensschlusses anzunehmen. 
Kopenhagen. Wie „Politiken" berichtet, wurde der 
dänische König bei seinem Besuch in der deutschgesinnten 
Stadt .swyor sehr kühl empfangen.- Die Bürger der Stadt 
begrüßten den König in deutscher Sprache und wiesen 
auf das für Deutschland günstige Abstimmungsergebnis 
hin Sic wollten aber verjuchen. loyale dänische Staats 
bürger zu werden. Der König erwiderte, daß er sich immer 
freue, wenn er ehrlichen Leuten gegenüberstehe. Er werde 
die Wünsche der Bewohner von Hoyer zu berücksichtigen 
versuchen, falls sie sich an die dänischen Gesetze halten. 
Die Stadt war nur sehr wenig geschmückt. Eme aus dem 
Marktplatz errichtete Fahnenstange war von «-chulnndern 
wieder entfernt worden. 
Ortsnacbticbun 
für f riedenaa-Scbon«b,f 0. 
sNachdr. unsrer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Wock cinlmqrktbericht. Der heutige Wochenmarkt war 
von Händlern voll besetzt, ebenso waren die Käufer reich 
lich erschienen Gegen 12 Uhr hatten viele Standrnhaber 
ihre Waren bereits verkauft. Kartoffeln waren garnicht 
'eingetroffen und man hörte die Hausfrauen « £r 
Fehlen dieses Volksnahrungsmittels ^ag^n, zumal dr 
Gemeinde gleichfalls nichts geliefert hatte Eine gleich« 
Klage hörte man über die dleswochentllche Fleftchbelrefe^ 
rung, da man den gelieferten amerikanischen Speck zu 
Sonntagsspeise nicht gebrauchen kaun. Jetzt musten^me 
F i f che herhalten und diese waren auch reichlich vor 
handen und die «MO« die letzten 4—6 — ochen 
billig zu nennen. 
nden und die Preise gegen die letzten 
ig zu nennen. Es wurden gezahlt für '-.che k iw 
-=—2,50 M.. Rotbarsch 2 1, Kabeliau-Koteletts 6 Jh-, 
Rotzüngen 2,50-3 M>. SMeckt 3 M. Deu.G-rnw^^ 
»nb Obltwuitm# 
waren bereits neue Sachen auf dem Markt, z. B. Wir 
singkohl, allerdings noch nicht feste Köpfe, dagegen Weiß- 
-kohl in vorzüglicher Ware zum Weise von 50, 60 und 
80 Pfg., während Wirsingkohl schon zu 60 Pfg. zu haben 
war. Frischer einheimischer Blumenkohl kostete 70 Pfg, 
bis 1 M., ausländischer 1,50—2 M., Gurken 1,50 und 
1,75, Mohrrüben 50—60 Pfg., Salat 30 Pfg. der Kopf, 
Bohnen von 60 Pfg. bis 1 M In Obst waren heute 
schon Frühbirncn und rote Pflaumen zu haben, erstere 
1,50—2 M., Pflaumen 2 M, bessere 2,20 M., Blau 
beeren 2 M.: Johannisbeeren rote oder weiße 80 Pfg. 
bis 1 M-, Stachelbeeren 1—1,30 M- Die Eier haben ihren 
alten Preis 1,75 M., ein Händler verkaufte 4 Stück 
zu 6 M. Knickeier 1,45 M. Pfefferlinge 2,50—3,20 M. 
ein Pfund. 
o Der Voranschlag der Gemeinde Berlin-Friedenau 
über die Einnahmen und Ausgaben für das Rechnungs 
jahr 1920 liegt in der Zeit vorn 21. Juli bis 3. August 
im Gemeindebüro, Rathaus, Zimmer 39, zur Einsicht 
nahme aus. 
o Die Krankenhrotmenqe wird vom 19. Juli ab 
von 1200 Gramm auf 1500 Gramm und von 600 Gr. 
auf 750 Gramm erhöht. Der Preis beträgt für 1500 
Gramm Krankenbrot 4,15 Mark und für 750 Gramm 
Krankenbrot 210 Mark. 
o Stichwort „Stähl". In der Woche vom 19. bis 
25. Juli 1920 darf Brot und Mehl nur auf die Brot 
karte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte 
das Stichwort „Stahl" tragen. Brot und Mehl auf 
die Karte mit dem Stichwort „Stahl" darf erst von 
Montag, den 19. Juli 1920 ab verkauft werden. 
o Für die Unterhaltung der Asphaltstraßen hat un 
sere Gemeinde nach dem Voranschlag 1920 einen Betrag 
von 175 546 M. aufzuwenden, d. s. gegen das Vorjahr 
72 493 M. mehr. Die Unterhaltung des übrigen Straßen 
pflasters und der Bürgersteige kostet 59 435 M. 
o Städtische Volksbücherei Schönebcrg. Die Leser der 
Zweigstelle in der Freisinger Straße werden darauf auf 
merksam gemacht, daß bis Ende August die BücherauA 
gäbe nur nachmittags von 4—8 Uhr stattfindet. 
obh Die Wahl des Groß-Berlinrr Magistrats. Der 
25er-Ausfchuß, der zur Vorbereitung der Wahl des Groß,- 
Berliner Magistrats in der gestrigen Sitzung der Stadt 
verordnetenversammlung gewählt worden ist, tritt, tvie 
wir hören, zu seiner ersten Sitzung am nächsten Diens 
tag Nachmittag 5 Uhr im Berliner Rathause zusammen. 
Die wichtigsten Fragen, die der Ausschuß zunächst zu 
lösen hat, betreffen die Verteilung der Magistratssitze 
auf besoldete und upbesoldete Stadträte und die Wahl 
des Oberbürgermeisters. Auf sozialistischer Seite wird 
vorgeschlagen, nur besoldete Stadträte zu wählen, während 
von bürgerlicher Seite die Ansicht vertreten wird, daß 
das Gesetz von einer Verteilung der besoldeten und un 
besoldeten Magistratsmitgliedcr auf die 30 Sitze spricht; 
es wird der Vorschlag gemacht, etwa 20 besoldete und. 
10 unbesoldete Magistratsmitgliedcr zu wählen, wobei 
dann die Fraktionen ihrer Stärke entsprechend beteiligt 
werden können. Von großer Wichtigkeit ist auch die For 
derung, für die Posten der besoldeten Stadträte nicht 
Parteileute, sondern erfahrene Kommunalpolitiker, Tcckf- 
niker und wissenschaftlich' anerkannte Fachleute zu ge 
winnen. In dieser Hinsicht begegnen sich die Wünsckie 
der beteiligten großen Berussverbände mit der Politik 
drr bürgerlichen Kreise. Vom Reichsbund Deutscher Tech 
nik wird z. B. die Forderung erhoben, zur Regelung 
der riesigen bau- und siedlungstechnischen Fragen, des 
Verkehrswesens, der Abfallbeseitigüng und zur Leitung 
der Werke fünf Techniker in den Groß-Berliner Ma 
gistrat zu wühlen. Auf jeden Fall hat der Groß-Ber-i 
liner Wahlausschuß in den nächsten Wochen eine Aufgabe 
zu leisten, die an Wichtigkeit und Dringlichkeit für Groß- 
Berlin nicht überboten werden kann; in seinen Arbeiten 
liegt der Schlüssel zur Groß-Berliner Gcmeindepolitik 
überhaupt. — Das Ministerium über die Wahl 
der Stadträte. In seinen von uns bereits mitge 
teilten Ausführungsbestimmungen über das Gesetz Groß- 
Berlin behandelt das Ministerium des, Innern auch die 
unbesoldeten Magistratsmitglieder, woraus hervorgeht, daß 
die preußische Staatsregierung cs als selbstverständlich 
ansieht, daß der Groß-Berliner Magistrat aus besoldeten 
und unbesoldeten Mitgliedern bestehen soll. Die Amts 
bezeichnung der Magistratsmitglieder, abgesehen von dem 
ersten und zweiten Bürgermeister, wird durch Ortsgeletz 
geregelt. Bis auf weiteres führen sie die Amtsbezeich- 
nung „Stadtrat"l Für die erstmaligen Wahlen der un 
besoldeten Magistratsmitglieder wird folgendes bestimmt: 
Bei dem Stadtverordnetenvorsteher sind Wahlvorschläge 
einzureichen, die von mindestens 10 Stadtverordneten, 
unterzeichnet sein müssen. Mehrere Wahlvorschläge können 
miteinander verbunden werden und gelten als ein Wahl 
vorschlag. Ueber die Zulassung der Wahlvorschläge usw. 
entscheidet ein von Stadtverordnetenversammlung ge 
wählter Wahlausschr U Die Verteilung der Sitze erfolgt 
nach dem System der Verhältniswahl (System d'Hondt). 
Wird nur ein einziger gültiger Wählvorschlag eingereicht, 
so kann von einer Abstimmung abgesehen werden. Zu 
Magistratsmitgliedern gewählte Stadt- oder Berzirksver-. 
ordnete können ihr Stadtverordneten- oder Bezirksverord- 
netenmandat beibehalten. — In einem Teil der 
Berliner Presse ' ist neuerdings der Auffassung Raum 
gegeben worden, daß die Wahl des Oberbürger 
meisters Wcrmuth zum Leiter des neuen Gemein 
wesens gesichert sei. Wie uns auS unterrichteten Ttadt- 
verordnetenkreiseit mitgeteilt wird. ist. die Bestimmtheit 
dieser Mitteilung zum mindesten übertrieben. Tatsache 
der Unabhängigen ist. Siehe das Loblied der „Freiheit" 
auf ihn (Nr. 278 vom 15. Jun). Und ebenso treten die 
Berliner Sozialdemokraten unter Führung des Stadtv. 
Heimann für Wermnth ein, während die Vertreter der 
SPD. aus den Vororten nicht restlos für Wermnth sind; 
wie weit diese Spaltung geht, läßt sich zur Zeit nicht fest-' 
stellen. Vollkommen falsch ist es dagegen, „daß auch in 
bürgerlichen Kreisen immer mehr der Meinung Ausdruck 
gegeben wird, es sei angebracht, für Wermnth einzu 
treten." Wir können auf Grund von Versicherungen aus 
allen bürgerlichen Fraktionen mitteilen, daß Oberbürger 
meister Wermnth keine bürgerliche Stimme erhalten wird, 
auch nicht von demokratischer Seite. Er ist lediglich der 
unabhängig-sozialistische Kandidat. Ueberhaupt'ist das 
letzte Wort in dieser wichtigen Personalfrage nicht ge 
sprochen. umsoweniger, als der Wahlansschnß, wie ge 
meldet. ja erst am Dienstag z» seiner ersten Sitzung zu 
sammentritt. — Wenn weiter bei Betrachtungen über die 
Wahl des Groß-Berliner Magistrats oft von .Miederwahl" 
bisheriger Berliner Magistratsmitglieder die Rede ist. so 
entspricht dies nicht der Sachlage und beruht auf der 
irrigen Voraussetzung, als ob der alte Berliner Magistrat 
gewissermaßen der Unterbau für den neue» Berliner Ma 
gistrat bilde. Der Ausschuß für die Vorbereitung der 
Wahl des Groß-Berliner Magistrats schasst eine vollkommen 
neue Körperschaft ohne Rücksicht auf die bisherigen Einzel- 
magistrate. 
obh Der WählprüsniigsauSschuß für die Stadt» 
beror^»ref,enwähl«ir tritt zu seiner ersten Sitzung am Mon- 
tag 5 Uhr im Berliner Rathaus zusammen. Er hat 
die Aufgabe, das Ergebnis der Stadtverorduetcnwahleii 
nachzuprüfen und die auf der Sradtliste und in den auck 
'mehreren Verwaltungsbezirken bestehenden Wahlkreisen ge 
wählten Stadtverordneten auf die einzelnen Bezirksvcr- 
sammlungen zu verteilen. Wie wir hören, sind bei dem 
zu beschäftigen und dabei besonderes Getvicht aus die. 
Gültigkeit der Stadtvervrdneteiiwahleu eingegangen. Der 
Wahlprüfungsausschuß wird sich mit diesen Einsprüchen 
zu beschäftigen und dabei besonderens Gewicht auf die 
4081 ungültigen Stimmen zu legen haben, die in den. 
sechs Berliner Wahlkreisen abgegeben, aber — wie schon 
der Stadtwahlausschuß einstimmig erklärt hat — zu Un 
recht von einzelnen Wahlvorstehern für ungültig erklärt 
worden sind. Bei Berücksichtigung dieser Stimmen, von 
denen 2984 allein auf die Deutsche Volkspartei entfallen, 
dürfte sich eine Verschiebung um ein Mandat zugunsten 
der Deutschen Volkspartei auf die Stadtliste ergeben. 
oA Zchnpfenuig-Marken in Rollenform. Die Reichs 
druckerei wird zur Behebung des Mangels an 10 Pfennig- 
Marken, die bekanntlich als Kleingeldersatz Verwendung 
finden, den bestellenden Oberpostkassen aus ihren Rest 
beständen zunächst auch solche liefern, die den für den 
Bogen üblichen Wertzähler am Rande nicht tragen, weil 
diese Bogen ursprünglich zur Verarbeitung in Rollen 
form bestimmt waren. Weiter wird auf Anordnung des 
Reichspostministeriums ein Restvorrat von 10 Pfennig- 
Rollen zu je 500 Stück auf die Kassen verteilt werden. 
Diese und etwa in den Beständen der Postämter noch 
vorhandene gleichartige Rollen sollen den Abnehmern von 
mehr als 5 Bogen der 10 Pftz.-Marken mit der Bitte 
ausgehändigt werden, sie an Stelle der Bogen zu ver 
wenden. Ein Zwang zur Abnahme darf auf die Ver 
braucher aber nicht ausgeübt werden. 
o Ostseeverkehr. Die durch die vstpreußischen Abstiin- 
mungsfahrten unterbrochene Schnelldampserverbindung 
nach Swinemünde Ahlbeck, Heringsdorf und besonders 
Insel Rügen wird am 25. Juli wieder eröffnet. Der 
Dampfer ..Hertha" geht um 11 Uhr ab Stettin Mon 
tags, Mittwochs und Freitags im direkten Anschluß au 
den D-Zug 8 Uhr 4 Minuten ab Berlin-Stcttiner Bahn 
hof, Sonntags Abfahrt 5 Uhr früh von Stettin. 
o Die iauftlibtr Entwässerungsgebühr ist laut Ge- 
nieindebefchluß von 2 Prozent auf 6,75 Prozent des Ge- 
bäudesteucrnutzungswertes erhöht. Dadurch erzielt unsere 
Gemeinde eine Einnahme von 637 000 M., das find 
447 000 M. mehr als im Vorjahre., Weiter kommen 
noch an einmaliger Entwälserungsgebühr 2500 M., ein 
schließlich der mit l Prozent jährlich abzutragenden Ge 
bühr einiger Grundstücksbesitzer ein. — Für die Eni 
Wässerung hat unsere Gemeinde 284 388 M. Kosten auf- 
zilwenden, wovon die Stadt Schöneberg für die Fort 
schaffung der Friedcnaucr Abwässer 135 000 M. erhält. 
o FormatübeTschlveitung bei Auslandsposttarten. Ans 
der Schtveiz sind wiederholt Klagen darüber laut ge 
worden, daß aus Deutschland häufig Briese und Post 
karten eingehen, für die Strafporto gezahlt werden muß, 
weil ihr Format nicht den Vorschriften des Weltpost 
vereins entspricht. Bereits im März d. Js. sind in der 
Presse die maßgebenden Vorschriften zur allgemeinc» 
Kenntnis gebracht worden. Ihre Nichtbeachtung trägt dazu 
lei, die im Ausland gegenüber Deutschland vorhandene 
Mißstimmung zu verschärfen. Es lvird daher erneut da 
rauf hingewiesen, daß nach den Bestinunungen des Welt 
postvertrages Postkarten im Auslandsvertehr die Ab- 
nlcfsungen 14:9 Zentimeter nicht überschreiten dürfen. 
Die seit 1. Oktober 1919 für den inneren dcutsck-en 
Verkehr zugelassenen nichtamtlichen, d. h. im Privatwege 
hergestellten Postkarten in der Größe der Paketkarten 
(15,7:10,7 Zentimeter) werden von der Schweiz und an 
deren Ländern als Briefe angesehen und .mit der cn!t- 
sprechenden Nachschußgebühr belegt. 
obb Wer verteuert das Obst? Auf Einladung der 
Landwirtschaftskannner für die Provinz Brandenburg fand 
gesterit (Freitag) Nachmittag unter dem Vorsitz des Leiters 
der Obstbauabteilung der Kammer, GartendirektorS 
Grobben. eine Versammlung der beteiligten KreisM,hßL
        
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