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Periodical volume Nr. 152, 08.07.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

baue. Auf Wohnhäuser werde man auch, Hypotheken auf 
nehmen und es werde sich schon ein Weg finden, wie man 
finanziell die Sache schaffen könne. — G.-V. Dr. Hasse 
(Soz.) bemerkt, die Millionenausgaben für das Haus Trae- 
gerstr. könnten allerdings schrecken; aber die Gemeinde werde 
nicht ablehnen können, ob sie nun die Vorarbeiten oder posi 
tive ..Vorschläge beschließt; aber geschehen müsse etwas, 
damit die Bevölkerung sieht, daß die Gemeinde, selbst 
wenn sie stirbt, etwas "für die Bürgerschaft tut, die 
Bevölkerung werde sich auch daran gewöhnen, einen höhe 
ren Prozentsatz an Miete für die Unterkunft aufzuwenden. 
Er bittet Herrn Lüdecke, die Öffentlichkeit nur noch 
etwas mehr in seine Karten zucken zu lassen und das 
Grundstück zu nennen. — G.-V. Lüders (Dem. Hosp.) 
ineint, daß ihm persönlich der Antrag Schönknecht am 
besten gefällt, daß Vorarbeiten geleistet werden. Er 
Müsse sich nur wundern, daß nicht mehr zur Bekämpfung 
der Wohnungsnot getan werde. Jetzt kommen die Aus 
reißer aus Polen hier an, die nicht eingezogen werden 
Möchten. Am Stettiner Bahnhof könne man sehen, wie 
sie in Scharen ankommen. Die sollte man sofort wieder 
zurückschicken. Im Berliner Stadtparlament sollte auch 
dahin gewirkt werden, daß endlich einmal mit den großen 
Wohnungen am Kurfürstendamm und in den Grunewald- 
villen aufgeräumt werde. — G.-V. P. Richter (Unabh.) 
gibt seinem Erstaunen darüber Ausdruck, daß dieser „Dc- 
monstrationsantrag" der Demokraten heute gekommen ist. 
Man stehe vor den Ferien und da werde gesagt, aus 
dem Platz an der Rheingaustraße lassen sich 200 Wohn 
zimmer schaffen. So leichtfertig werde hier mit dieser 
Sache gehandelt. Er freue sich, aus den Ausführungen 
des Herrn Syndikus Sturm entnommen zu haben, daß 
den Groß-Berliner Geminden ein Anstoß dahin gegeben 
wurde durch den Ausschuß für das Wohnungswesen. Wenn 
man etwas machen wolle, möge man dem Antrag Schön 
knecht zustimmen. — G.-V. Leonhardt will zur Ge 
schäftsordnung sprechen, beginnt aber zur Sache zu 
sprechen und verzichtet dann auf das Wort. —' G-A- 
Altma nn (D. Vp.) warnt zunächst vor der optimisti 
schen Annahme, daß nun schnell etwas Positives ge 
schehen werde. Er wendet sich auch gegen die SieAungs- 
politik, die ein „riesiger Unsinn" sei. Denn mit der 
Siedlung müsse auch eine großzügige Verkehrspolitik ein 
hergehen, denn wie sollten die Bewohner von den Sied 
lungen zur Arbeitsstätte kommen. Solche Politik sei 
nicht diskutabel, das einzige sei der Hochbau und, man 
werde dabei auf die Hygiene nicht so Rücksicht nehnien 
können. Für den von Herrn Lüdecke vorgeschlagenen 
Bau rechnet er 8 Millionen Mark, er ist aber der An 
sicht, daß der Wohnhäusbau großzügig von dem großen 
Berlin in die Hand genommen werden muß (Zustim 
mung.) Er glaube auch, daß Herr Lüdecke mit seinem 
Antrage nicht heute einen unbeschränkten Kredit bewilligt 
haben will, sondern daß auch er nur erst Vorarbeiten 
wünsche. Er glaube aber nicht, daß man diese gleich nach 
den Ferien werde vorlegen können. Es müsse aber dahin 
gestrebt werden, daß man die bisherige törichte Woh 
nungspolitik endlich verläßt und sich der Wirklichkeit 
anpaßt. — G -V. Schönknecht (D. Vp.) bittet, die 
Sache nicht abzulehnen. Es könnte ja vielleicht, wenn 
das kleine Friedenau wieder mol so etwas macht, gesagt wer 
den, daß das an Größe n w a h n s i n n grenze. Aber 
das schadet nichts. Er erwähnt dann, wie die Gemeinde 
Waldenburg für Grubenarbeiter Häuser errichte, für die 
alles einheitlich gemacht werde. So ließe sich auch in 
Groß-Berlin etwas schaffen, man würde dann billiger 
fortkommen, ohne daß deshalb die Häuser einförmig und 
gleichmäßig zu werden brauchten. — Syndikus Sturm 
erklärt, daß alles versucht werden müsse, um Wohnungen 
zu schaffen. Frau Tölle habe vorhin das anzügliche 
Wort gebraucht, als von großen Wohnungen die Rede 
war, auch hier gibt es solche. Es lassen sich aber nicht 
alle großen Wohnungen einfach teilen; noch schwie 
riger sei das bei den Villen. Das gemeinsame Wohnen 
bringe viel Unannehmlichkeiten mit sich; und namentlich 
seien es die Lrauen, die sich nicht vertragen. Hier habe 
man auch eine Frau, der schon x-Wohnungen nachgei 
wiesen worden sind, sie schimpft immer aus die anderen,, 
sie selbst aber will der reine Engel sein (Heiterkeit). In 
( Berlin sei ein Antrag der Unabhängigen dahin gestellt 
worden, einen Zwang auf die Inhaber großer Wohnungen 
in der Weise auszuüben, daß sie kleine Wohnungen neh 
men. Die großen Wohnungen sollen dann -u kleinen 
Wohnungen ausgebaut werden. Wenn das geschehe, lassen 
sich bessere Unterkünfte schaffen als durch ZwangSciu- 
quartierung. Das Wohnungsamt sei hier schon öfter 
schärfer vorgegangen; aber cs leidet unter Anfeindun 
gen, und man nimmt gewöhnlich für den Partei, gegen 
den das Wohnungsamt einschreitet; hier sollte das Amt 
mehr von der Bürgerschaft unterstützt werden. Ihm sind 
verschiedene Fälle bekannt, wo das Amt betrogen, 
wo mit Wohnungen geschoben werde. Es lasse sich nur 
sehr schwer da etwas herausfinden, gewöhnlich ist immer 
alles in Ordnung. Er wendet sich dann gegen die viel 
fachen B este ch u n gs v e r s uch e und gibt die Erklä 
rung ab, daß das Friedenauer Wohnnnosamt eines der 
wenigen sei, wo Be st echun gsversuche erfolgloss 
wären. Es vergehe zwar kein Tag, an dem nichc tt)e- 
fchenke gemacht würden, über sie wird regelmäßig vom 
Amt verfügt, sie fließen der Armenkasse zu und in jedem 
Falle des Bestechungsversuches wirdS t r a f a n zc i ge 
erstattet. Man habe ihm anonym einen Zeitungsausschnitt 
über eine Bestechung in Schöneberg zugeschickt. Das sei 
feige, aber er hoffe, den Einsender zu ermitteln und auch 
ihn zur Strafe zu bringen. Er erzählt einen Fall, wo 
eine Frau gesagt habe, ihr Mann wisse, wie man mit 
dem Amt umgehen müsse. Dieser Mann habe der Frau 
eines Sekretärs sieben Mal Hasen, Butter usw. ins Haus 
bringen wollen, sei von dieser aber stets abge- 
wiesen worden. ^Zuletzt habe er gesagt, „s o v i c l D u m m- 
heit habe er noch nicht gesehen". Diesen Mann mußte 
man schließlich zwangsweise einquartieren, weil er ex 
mittiert werden sollte. — G.-B. Lüdecke (Dem.) wen 
det sich zunächst gegen den G.-V. Richter, dieser habe seine 
Rede zu einem seiner bekannten Ritte gegen die Demo 
kraten benutzt. Die Redensart, die er anwendete, sei so 
lächerlich, daß es keinen Zweck habe, darüber zu reden; 
den Ausdruck der Leichtfertigkeit aber weise er zurück uud 
bedauere, daß er hier vom Versammlungsleiter nicht 
in Schutz genommen wurde. Auf die Frage des G.-G. 
Dr. Hasse nennt er als Grundstück den Stätteplatz an 
der Rheingaustraße. Auf diesem Platz lagern jetzt aller- 
"zand Klamotten, früher war dort Ml. ein Markt. Er 
"Ke auch nicht von, 6 Millionen, fSndern von 8 Mil- 
pnen gesprochen, die genaue Rechnung sei: 7 775000 M.- 
'd eimge Pfennige - Peitvkeit) Der Mn. umbaute 
Rauin sei mit 230 M. berechnet. Die Baumeister ivcr- 
den ihm zugeben, daß das zutreffend sei. Derr,Dr. 
Schultz habe vor dem Experiment gewarnt. Ja, cm 
Privatmann könne jetzt nicht bauen, mithin müsse Staat 
und Gemeinde dafür sorgen. Das Wort Experiment müsse 
er zurückweisen. Es sei bei der 8—12 fachen Steigerung 
natürlich gar nicht daran zu denkeit, das investierte Ka 
pital durch die Mieten zu verzinsen. Es muß eine bc- 
stimmte Summe ins Wasser geschmissen werden. Aber er 
sei der Meinung, daß das Geld für ein Produkt, das 
produzierend und anregend wirkt, angebracht ist. Mit 
seinen Vorschlägen stehe er in Harmonie zu den Anträgen 
und Ausführungen der Herren Schönknecht und Altmann. 
(G.-V. Altmann: Wie immer. Heiterkeit). Er wolle auch 
nicht, daß heute gleich alle Mittel bewilligt werden, 
sondern daß durch seinen Antrag nach vorwärts gestrebt 
werde und etwas in dieser Hinsicht unternommen werde. 
Und da müsse er sich gegen Herrn Baurat Altmann wen 
den (G.-V- Alimann: Wie immer! Heiterkeit-), wenn dieser 
sagt, bis nach den Ferien seien die Vorarbeiten njcht zu 
machen. Sein Sachverständiger sei bereit, sie in 4 Wochen 
zu erledigen. (G.-V. Altmann: Meine Meinung ist nicht 
mehr maßgebend). Er befürwortet dann den Antrag des 
Ausschusses für das Wohnungswesen. — Dieser Antrag, 
der eine schleunige Bebauung der der Gemeinde zur Ver 
fügung stehenden Grundstücke wünscht und das Bauaint 
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zur Vorlage von Vorschlägen ersucht, wird äu 
ge n o m in e n. 
PachtverckrWg mit dem Ratsiellerwirt. 
Bürgermeister Walger empfiehlt, der Pachtsumme 
von 18-, 19-, und 20000 M. in einem dreijährigen Vertrage 
zuzustimmen. Wenn erst die Pachtsummen anderer Rats 
keller bekannt werden, könnte cs sein, daß wir diesen Be 
trag nicht bekommen. Darum solle man schleunigst zu 
greifen. G.-V. Lüdecke (Dem.) erklärt, er wollte eigent 
lich vorschlagen, den bestehenden Vertrag um ein weiteres 
Jahr bestehen zu lassen, durch die Aeußerungen deS Herrn 
Bürgermeisters sei er aber in seinen Ansichten schwankend 
geworden, denn wenn öffentlich ausgesprochen werde, daß 
Man schleunigst zugreifen müsse, so wisse er nicht, ob 
dann Verhandlungen noch möglich seien. Es war wohl 
ein Lapsus linguae, so etwas sollte geheim gesagt werden. 
Bürgernieistcr W a l g e r bemerkt, daß es nichts mehr 
zu verhandeln gebe, man hätte nur noch ja oder Hein zu 
sagen. G.-V.. Schönknecht (D. Vp.) kann die vorge 
schlagene Regelung nicht anerkennen. Wenn man 20 000 
Mark Pacht erqalte und die Heizung koste schon 18 000 M.. 
dann höre jedes Rechenexcmpel auf. Es hätte zuerst über 
diese Sache im Finanzausschuß Mitteilung gemacht werden 
müssen, so wie es beabsichtigt war. (G.-V. Lüdecke uud 
Richter: Sehr richtig.) Damals sagte man, es sei eilig, 
der Wirt verreise; nun, er sei nicht verreist; heute sei es 
wieder eilig. Solche Druckmittel verfangen bei ihm nicht 
mehr. Er habe mit einem Braucreidircktor gesprochen; 
der sagte ihm. daß jetzt 30 Pfg. Tonnenpacht gezahlt werde 
unter weniger günstigen Verhältnisse als sie der Rats- 
kellcrpächtcr habe. Hier habe die Gemeinde die ganze 
Einrichtung beschafft. Man wolle wahrscheinlich gegen 
Herrn Schwarz nichts unternehmen, der doch zu- 
mindest für seine Wohnräume den Kokszuschuß zahlen 
müßte wie jeder Mieter. G.-V. Lüdecke (Dem.) stellt 
den Antrag, die Vorlage an den Finanzausschuß zurück 
zuverweisen. G.-V. Altmann (D. Vp.) hält diesen An 
trag nicht für zweckmäßig und tritt für die erste Anregung 
des Herrn Lüdecke ein. den bestehenden Vertrag um ein 
Jahr zu verlängern. Bürgermeister Walg.er meint, 
man härte mehr bckomuien können, wenn man damals 
den Antrag gleich angenommen hätte. Herr Schwarz 
habe ihm kürzlich erklärt, daß er nichts mehr verdienen 
könne. Bürgermeister Walgcr nennt die Pachtsummen, 
die für andere Ratskeller gezahlt werden. Bei Tragung 
der Kosten für Heizung und Beleuchtung zahlen die Rats- 
kellerwirte in Charlottcnburg 10 000 M., in Neukölln 8600 
Mark, in Steglitz 8000 M., in Schöneberg 2000 M. G.-V. 
Paul Richter (Unabh.) tritt für Zurückweisung- an den 
Finanzausschuß ein. G.-V. Schönknecht (D. Vp.) legt 
nochmals seinen Standpunkt klar, der ihn verhindert, dem 
Antrage auf Abschluß des Vertrages zu den gestellten Be 
dingungen zuzustimmen. Er wäre froh, wenn der Wirt 
die Kosten der Heizung tragen und dann wie in Steglitz 
8000 M. zahlen würde. Er möchte Herrn Schwarz gern 
halten, aber er könne dieser Zahlung nicht zustimmen. 
Bürgermeister Wal ge r erklärt, daß die aufgestellte Be 
rechnung für die Heizung nicht stimme. Der Ratskeller 
sei im vorigen Winter kaum ein Dutzendmal geheizt worden. 
Er werde aus der überschüssigen Warmluft aus den Büros 
erwärmt. G.-V. Lüdecke (Dem.) erklärt, er würde seinen 
Vertagungsantrag zurückziehen, wenn der Gemeindevor 
stand nicht auf drei Jahre bestehen würde. G.-V. Schön- 
. k n e ch t (D. Vp.) bemerkt, daß er dann diesen Antrag 
stelle.. Bürgermeister Walger zieht den Antrag auf 
dreijährigen Abschluß zurück. Darauf zieht G.-V. 
Lüdecke seinen Vertagungsantrag ebenfalls zurück. Nun 
mehr stellt G.-V. Schönknecht den Antrag, die Vor 
lage dem Finanzausschuß zu überweisen. Mit 12 Stimmen 
wird dieser Antrag angenommen. 
Nachträge. 
NachOewiPjgujrrgpn füjr, die EntwässertrugLarbciten. 
Bürgermeister Walger berichtet, daß die Arbeiten 
für die Kanalisationsverbcsserungen in der Feurig-, Oden 
wald- und Goßlerstraße bereits 170000 M. gekostet haben. 
Es empfehle sich, auch die Röhren auf der Ostseite der 
Goßlerstraße zu verbessern. Dazu seien 75000 M. Nach 
bewilligungen erforderlich. Bei dem letzten Gewitterregen 
• haben sich die Verbesserungen bereits bewährt. Die Summe 
wird bewilligt. 
Mit dem Abschluß eines Tarifvertrages betr. die 
Beschästigungs-' usw. Verhältnisse der Ge in ein de- 
, mit dem Verbände der Gemeinde- und Staats 
arbeiter erklärt sich die Gemeindevertretung einverstanden! 
und stimmt gleichzeitig der Gewährung des Mitbestim 
mungsrechts der Arbeiter zu. wie solches der Magistrat 
Berlin beschlossen hat uud in der Verhandlungsschrift vom 
15. Juni d. Js- niedergelegt ist. G.-V. Richter (Unabh.) 
bemerkt, daß cs sich hier um einen Manteltarif, nicht einen 
Vergütungstarif handele. 
'Eiurichtzubigem in der 1. CenWind-fchnle. 
Für die Einrichtung des Gesang- und Zeichen- 
saales in der 1. Gemeiudeschule, Albestraße, mrt Zeichen 
tischplätzen und Hockern usiv. wird Genehmigung» erteilt 
und die Kosten in Höhe von 16 750 M. bewilligt. Für die 
Beschaffung von Einrichtungsgegenständen für das Lehrcr- 
nnd für das Lehrerinneuziminer der 1. Gemcinheschulo 
werden die Mittel in Höhe von 3300 M. bereitgestellt. 
Erhöhung der Beihilfe für das Kinderheim St. 
Michael. 
Durch den Eltcrnbeirat der 3. Gcmeinde>a)Ute ist an- 
gergt worden, das Kinderheim St. Michael mehr wie bis 
her finanziell zu unterstützen. Der Wohlfahrtsausschuß 
hat sich mit der Sache befaßt und einen Unterausschuß 
beauftragt, das Heim zu besichtigen uud die Finanzlage 
zu prüfen. Die Besichtigung, die vollkommen unvermittelt 
geschah, hat ergeben, daß das Heini jederzeit eine muster 
gültige Einrichtung ist. wo Kinder in selbstloser Liebe und 
vorbildlicher Weise betreut werden, daß aber durch die 
andauer,rde Teuerung trotz Erhöhung der Pslcgegctdsätze 
und trotz größter Sparsamkeit die Geldschwierigkeiten nicht 
ganz zu überwinden sind. Dem Antrage des Gemeinde- 
vorstandes entiprechend wird die bisherig- Beihilfe von 
3000 M. für das Kinderheim St. Michael auf 5000 Mark 
erhöht. ! 1 
(Fortsetzung folgt.) ^ 
SttmAWen siir Sritöenuu uaa WM«. 
(Koftbti unsrer o-Originalartikel nur. mit Quellenangabe gestatirt.ss 
o 5V ZonstniLr neue Kartoffeln hat unsere Gemeinde 
heute erhalten. Da. cs schwierig ist, diese geringe Menge 
in dieser Woche gerecht zu verteilen, so werden die Kar 
toffeln auf die für die nächst- Woche geltenden Abschnitte 
29 a—e ausgegeben und zwar mit 2 P f d. je Kopf. Die 
Kartoffeln sind mit je 5 Zentnern an 10 hiesige Händler 
verteilt worden. Diese Händler sind: Diehr, Sieglinde 
straße 3; Kühn, Ringstr. 60; Maiwald, Rheinstraße 26; 
Müller, Albestr. 26; Schimmelpfcnuig, Kaiserallee 125; 
Eggers, Lefcvrestr. 26; Kühnast, Hertelstr. 10; Lehmann, 
Wilhelmstr. 2; Pflug, Mainaucrstr. 7; Zimmcrmann, Wies- 
badenerstr. 15. ■ 
o Fleisch. In der Woche vom 6.—11. Juli 1920 gibt 
cs auf die 10 Abschnitte der Nr. 28 der Neichsfleischkarte 
250 Gramm frisches Fleisch oder Rinderge- 
f ri er fleisch mit cingewachsenen Knochen oder Kuochen- 
beilage. Mit frischem Fleisch sind nur einige Fleischer be 
liefert worden und zwar diejenigen, die an der Reihe 
sind. Für das frische Fleisch gelten die Kleinhandelshöchst 
preise. 1 Pfd. Rindergefriersleisch kostet 9,50 M. Der 
Verkauf findet diese Woche am Freitag und Sonnabend 
von 8—12 und 4—7 Uhr statt. 
o 6,75 v. H. Entwässerungsgedührc n. Dem Antrage 
des Gemeindevorstandes auf Erhöhung der EnttpcUserüngs- 
gebühren von I Prozent auf 6,75 Prozent und zwar 
vom 1. April 1920 ab hat der Kreis/cusschuß zugestimmt. 
oA Kein Ami ohne Eid. Aus Veranlassung eines 
Einzelfalles macht der Unterrichtsminister die Nachgeord 
neten Behörden darauf aufmerksam, daß Beamre und 
Lehrer, die sich weigern, den Eid auf die Reichsvcrsassung 
zu leisten, nicht weiter im Dienst verbleiben können. 
Die Behörden werden angewiesen, das Disziplinarver 
fahren mit dem Ziele der Dienstentlassung gegen derartige 
Beamte uud Lehrer einzuleiten, wenn sie nicht freiwillig 
ans dem Dienste scheiden wollen. 
. o Ueber dcn sogen. Neparawrzuschlag herrschen sin 
Mieterkreisen immer noch die größten Unklarheiten. Dieser 
Neparaturzuschlag ist ein Sonderzuschlag, der nach dem 
Gesetz in jedeiH einzelnen Falle vom Einigustgs- 
amt festgesetzt werden muß. Die Mietcinigungsämtcr> 
von Groß-Berlin beraten zurzeit noch mit den Vertretern 
der Mieter und der Hausbesitzer über die Regelung 
der Reparaturzuschläge. Es werden Richtlinien beschlossen 
werden, auf Grund deren sich die Parteien auch ohne das 
Einigungsamt verständigen können. Vis dahin werden 
die Einigungsämtcr Anträge von Hausbesitzern auf Be 
willigung von Reparaturzuschlägen nicht zur «Verhand 
lung und Eixtscheidung bringen. 
obh Di« Einführung der Groß-Berliner Stadtver 
ordneten. Der Oberpräsident von Berlin Dr. Maier hat, 
wie wir erfahren, auf Grund des Gesetzes über die 
Einheitsgemsinde gestern (Mittwoch) an die Mitglieder 
der Groß-Berliner Stadtverordnetenversammlung die Ein 
ladungen zu der ersten Sitzung am Montag, den 12. d- 
Mts., mittags 12 Uhr, im Festsaal des Berliner Rat 
hauses ergehen lassen. Oberpräsident Dr. Maier wird 
nach einer allgemeinen Eröffnungsansprache, in der auf 
die Bedeutung der Stunde hingewiesen wird, die Einfüh 
rung der Stadtverordneten in ihr Amt vornehmen und 
sie durch Handschlag an Eidesstatt verpflichten. An die 
feierliche Eröffnung des Groß-Berliner Stadtparlaments 
dürfte sich die Wahl des Vorstandes anschließet:. 
o Gütersprere nach Ostpreußen. Zur Vermeidung 
von Stockungen im Abstimmungsverkchr sieht sich die 
Eisenbahnverwaltung genötigt, für die Zeit des Absper 
rungsverkehrs den Güterverkehr zu sperren; sämtliche für 
Ostpreußen bestimmten Güter, auch Eil- und Expreße 
gut, ist von der Annahme bei den Güterabfertigungen 
auszuschließen; er werden nur Umzugsgut, Lebensmittel 
und Kohlentransporte wie bisher befördert. 
o Die FersÄ!» des! SchlÄÄ-rzer StadtausfchEs 
dauern gemäß § 5 des Regulativs für die Kreis- und 
Stadtausschüsse vom 21. Juli bis 1. Syplember. 
o Der Schö-nckberger Oürrlbürg>crm-ifter DomlrncrrÄ 
machte in der Sitzung der Preußischen Lairdesvcrsamnnnng 
am 6. Juli folgende Ausführungen: „In den politischen 
Streit mischen wir uns nicht ein. Die Unentbehrlichkeit 
der Demokratischen Partei an der politischen Mitarbeit ist 
trotz ihrer Niederlage im Wahlkampfe erwiesen. Die Neu 
bildung der Regierung wäre ohne sic ganz ungemein er 
schwert worden; andererseits sind zu unserer Genugtuung 
bei der Neubildung die Grundsätze der Demokratischen' 
Partei zur Geltung gekommen. Die Verwaltung' leidet 
unter bedeutenden Mißständen. Sparsamkeitspolitik bei 
wissenschaftlichen Instituten erscheint .uns unangebracht 
Das Besoldungswesen muß einheitlich gestaltet werdest.Das
        
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