Path:
Periodical volume Nr. 151, 07.07.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

stände, daß sich die Arbeit etwas in die Län^e! zog.' 
Man suchte zunächst nach deni Saal und fand das Ei 
des Kolumbus erst zuletzt, indem man beim Homuthsaal 
einen Ramn fand, der sich als Borführerraum Herrichten 
läßt. Der Zweck der Uebung sei, jetzt noch die Vorlage 
zu beschließen, um den Kauf eines Kinematographen, den 
man in Aussicht habe, zu erzielen. — .Die Einrichtung des 
Schulkinos wird einstimmig beschlossen. 
Ein! Warcherpreisi für den- Männcr-Turn-Vcrein. 
G.-V. Leon Hardt (Dem.) führt aus, daß der 
Männer-Turnverein aus mehreren Abteilungen bestehe. 
Es sei nun nicht üblich, einer Abteilung einen Preis 
zu stiften, sondern dem Verein für.die Abteilung. Er bitte 
daher den Beschluß dahin abzuändern, daß der Wander 
preis dem Männer-Turnverein für seine'Sportabtcilung 
gestiftet wird. — Mit dieser Abänderung wird der Vor 
lage zugestimmt. 
VershäMmg des Jugciidpflcgcvoranschsageä. 
Für die Spieläb'ende der Jugendbünde muß der Ju 
gendpfleger Hilfskräfte zur Seite haben. Diese sollen 
stündeuweise entschädigt werden. Während der Jugend 
pflegeaus schuß -6 M. für die Stunde vorgeschlagen hatte, 
hat der B.-sA-A., wie Schöffe v. Wrochcm berichtet, 
beschlossen, nur 5 M. zu geben.. Außerdem soll der Ju- 
genvpfleger Kühn 200 M. über sein Lchrergehalt . er 
halten. Auf Antrag des G.-V. Richter wird 'der 
Beschluß wie folgt abgeänderte Der im Voranschlag für 
1920 vorgesehene Betrag von 2850 M. zur Unterstützung 
der aus der Volksschule hervorgegangencu Jugendver-i 
einigungen und zur Vergütung für den Jugendpflege-? 
Kühn wird um die entsprechenden Summen erhöht. 
Lchrcrstellen Hut Gymnasium. 
Der' Umwandlung einer Hilfslehrerstelle in eine 
Oberlehrerstelle und Anstellung eines zweiten Turnleh 
rers am Gymnasium wird zugestimmt. G-V. Leon- 
Hardt (Dem.) weist darauf hin, daß es hier üblich ge 
worden sei, daß Lehrer aus den Volksschulen an höhere 
Schulen gehen; das führe zur Auspowerung der Volks 
schule. (£§ müßten solche Stellen ordnungsmäßig aus 
geschrieben werden. 
Mit der Beschaffung eines offenen Wandschranks zur 
Unterbringung von Pappmodellen und dergl. für die 
Hilfsschule ist die Vertretung einverstanden und bc- 
willigt hierfür 800 M. 
Für die weitere Ausgestaltung der EtttlausungS- 
stativn in der 2. Gcmeindeschule ■ werden die erforderlichen 
Mittel in Höhe von 4300 M. nachbewilligt. 
(Fortsetzung folgt.) 
SrtMMlen für griöienou uni) . WMre. 
(Lachdr, unsrer o-Originala?tikel nur- mit Quellenangabe gestattet.) 
Ein Drtsausschutz für Jugendpflege 
ist am 1. Juli d. Js. in einer Veüfammlung im Ber- 
lin-Friedenauer Rathause gegründet worden. Dort war 
vom Gemeinde-Vorstand erschienen Herr Bürgermeister 
Walger, vom Jugendpflege-Ausschuß der Friedenauer 
Gemeinde die Herren von Wrochem, Ott, Schild 
berg, Buth, 4Dr.».Ande-rs, Fehler, Kaul, sowie 
Frau T ö l l e. Die Jugendorganisationen Berlin-Frie-, 
denaus ivaren durch Abordnungen vertreten; ferner waren 
anwesend die Direktoren und Rektoren der Friedenauer 
Schulen, die Vertreter der Arbeiterschaft der Firma C. P. 
Goerz, sowie.Sanitätsrat. Dr. Schultz als Vertreter 
der Aerzteschaft und Baumeister Graß m a n n als Sach 
verständiger für Schwimmsport.' Der Dezernent für Ju 
gendpflege, Herr Schöffe von Wrochem, eröffnet die 
Sitzung kurz nach 8 Uhr. Er begrüßt die Versammlung 
und berichtet über die Entwicklung der Jugendpflege in 
Friedenau. Im Jahre 1911 habe ein vom Rektor Kaul 
geleiteter Ortsverein zu diesem Zwecke bestanden, der iin 
iJahre 1913 durch den gemeindlichen JugendPflege-AuS!- 
fchuß und einen dazu gehörenden Arbeitsausschuß ab- 
§ elöst worden sei. Der Krieg habe sich leider auch in der 
riedenauer Jugendpflege fühlbar gemacht, aber der Ge- 
meindeausschuß habe dennoch ununterbrochen Jugend- 
Pflegefragen erörtert. Sofort nach Friedensschluß habe 
inan alle Arbeiten im vollen Umfange hier austiehmeu 
können. Man habe Ferienspiele und Ferienwanderungen 
eingeführt, in der 3. Gemeindeschule (Offenbacher Straße) 
ein Jugendheim errichtet, Spiel- und Sportplätze zeitge 
mäß ansgestaltet und sei jetzt dabei, einen Ortsausschuß 
unter Leitung des Jugendpflegers Kühn einzusetzen. Dieser 
Ortsausschuß solle die Tätigkeit des früheren .Arbeits 
ausschusses übernehmen und sich nicht abschrecken lassen, 
wenn die Jugendpflege vom 1. Oktober ab vielleicht in 
Schöneberg zentralisiert werde. Herr Kühn führte dann 
in einer Art Programmrede aus, welche Aufgaben und 
Zwecke der Ortsausschuß haben solle. Er. solle ein Binde 
glied zwischen den einzelnen Vereinigungen sein, solle 
zum Austausch der Erfahrungen und zur Erteilung von 
Auskünften dienen. 'Er solle beitragen zur Bekämpfung 
der Schundliteratur uüd des Kinounwcfens, Lehrgänge 
zur Ausbildung von Varturnern und Jugendleiteru ein 
richten, gemeinsame Besuche von Konzerten, TlMieraüf- 
sührungen und Ausstellungen. veranstalten und für die 
Jugendpslegebestrebungen werben, und aufklärend -wirken. 
Herr Kühn empfiehlt die Verbreitung eines Wcrbe- 
blattes'und die Gewinnung von Künstlern für -Jugend- 
abende. Nach weiteren Aufforderungen zu freiwilliger 
Mitarbeit ordnet Herr Kühn die Wahl des Vorstandes 
an. Die Wahlen haben folgendes Ergebnis: Herr Kühn, 
1. Vorsitzender; Stud.-Rat Dr. Braun, stellv. Bors.; 
Herr Diätar Herrmann (Pfadf.-Abt- 33), I.Schrifts.; 
Herr Mechaniker Sch aper (V. Arb.-Jug), 2. Schriftf; 
Fräulein Presser -(Katy. J'unafr. Ver.), Kassensührerin, 
Stud.-Rat Dr. S. M a u e r m a n n) Borschu'lehr. F in k^c, 
Stud.-Rat Kor ge und Stud.-Rat Fieber: g als Bei 
sitzer. Die vier zuletzt genannten Herren- sind('zugleich 
Vorsitzende der Unterausschüsse. So ist Herr Stud'.-Ra'c-Dr. 
Siegfried Mauer mann' Vorsitzender lies Lresse-. und 
Werbeausschüsses, dem außerdem angehören "die-Herren 
Cammaun, Fehlauer, Gerath, Pridöhl, Rosenberg,'Se'e- 
bohm. Herr Finke leitet den Finanzausschuß, dessen 
Mitglieder außerdem die Herren Fehlaucr, Lehmann-und 
Teegc sind. Di« Sitzungen des Ausschusses für Utttethäl- 
tung und Belehrung leitet Herr Stud.-Rat Kor ge)'dem 
in Fragen des Theaters, der Rede und der Deklamation 
besonders Herr Stud.-Rat Dr. Mauermann znil' Seile 
stehen wird; außerdem haben für diesen Ausschuß' ihte 
Mitarbeit zurr--Verfügung gestellt. Fräulein' Horstmann 
S nd die Herren Geißler, Horchert, Kaske, Stud.-Rat Dr. 
zldwig. Schildberg, Schnelle, Seebohm, Wille. Der von 
Herrn Strrd^Rat Fiel»erg geleitete Unterüusschuß für' 
(Lcibespflege wird außerdem betreut von -Fräulein 'Liebe 
und den Herren Böhme,- Geh.-Rat Fehler, Baumeister 
Graßmann, Lehrer Kohlmey, Architekt Nünnecke, In- 
genieur Peters, Stud.-Rat Dr. W. Rabehl und Sind: 
med. Scheidt. Zuversichtlich schloß die Versammlung,-- da 
man allgemein das Empfinden hatte, daß sich die rich 
tigen Männer .für die. zu leistende Einzel- wie Gesamt 
arbeit hatten finden lassen'-und sich, auch wenn sie -an 
mehreren Stellen dieser segensreichen gemeinnützigen Kör 
perschaft wirken werden, dazu .gern und opferwillig bereit 
erklärt hatten. 
0 Ansäure Vollmilch ayf Magermilchkartcn. In der 
Woche vom 5.—10. Juli d. Js. wird auf die Abschnitte 
BI und C I der Magcrmilchkarte je ein Liter ansaurc Voll 
milch verabfolgt. Die übrige Belieferung bleibt unver 
ändert. 
0 Die Beft'rmmußß betreffend Höchstpreise für 
Schlachtpferde ist aufgehoben. 
0 KaMWschwÄrstcheN in Dosen hat unsere Gemeinde 
erhalten, die in den Fleischereien zum Preise von 8 M. 
je Dose )narkcnfrei verkauft werden. 
0 Zur Sicherstellung des-Brotgetreides fordert Land- 
rat v. Achenbach die Landwirte des Kreises zum F r ü h- 
d r u s ch auf. 
0 Die Sprrchgeit irr der! Siruglings« und Kleinkindrr- 
fürsorgc sowie im'M u t te rs chutz ist jetzt im Rathause, 
Lauterstr. 20) Erdgeschoß, Montag und Donnerstag von 
9V2—1IV2 Uhr. 
, ^.0. Die tz-MMtumsn-Anlethe» die unsere Gemeinde vor 
einiger Zeit ausgenommen hat, ist, wie wir hören, be 
reits aufgebraucht, ja cs fehlt der Verwaltung zur Deckung 
der Löhne und Gehälter noch eine lvcitere Million. Wenn 
also Herr Bürgermeister Walger mit Bezug auf den 
Spcrrpäragraphen,, der das Verpulvern von Gemeinde- 
vermögen'verhindern soll) meinte, daß das ja bei uns 
nicht mehr möglich isi< sö wird das schon- stimmen. 
0 Die Ermäßigung des' Steuerabzugs. Der Reichs 
tag hat itt seiner gestrigen Sitzung für den'Steuerabzug 
vom Lohne folgende Bestimmung angenommen; „Bei den 
ständig beschäftigten Arbeitnehmern-, deren Erwerbstätig 
keit .durch das Dienstverhältnis vollständig oder hauptsäch 
lich in Anspruch genommen wird, hat der Abzug gemäß 
ß 45 a) im Falle der ,Berechnung des-Arbeitslohnes nach 
Tagen für 5 M. täglich, b) im Falle der Berechnung 
nach Wochen für 30 M. wöchentlich, c) im Falle der Be 
rechnung deS' Arbeitslohnes nach Monaten für 125 M. 
monatlich zu unterbleiben. Ddr abzugsfreie Betrag er 
höht. sich für jede zur Haushaltung des Arbeitnehmers 
zählende Person inr ersten Falle um 1,50 M-.; im- zweiten 
um 10, im dritten: nur 40 M. Ob und'inwieweit die Vor 
schriften im einzelnen Falle anzuwenden sind, ist von dem 
Arbeitgeber, festzustellen. Auf Antrag des- Arbeitnehmers 
ist in Betrieben, in denen ein Betriebsrat besteht, der 
Betriebsausschiltz oder der Betriebsobmann gutachtlich zu. 
hören. Auf Anrufen eines Beteiligten entscheidet das 
Finanzamt endgültig. Ist die Entscheidung des Finanz 
amtes nicht binnen einer Woche nach dem Zahlungstage 
angeruefn, so ist der-Abzug in- vollem Umfange.des 8 45 
vorzunehmen." Arbeitnehmer, die nicht- nute); 8 45a füllen, 
können bei dem Finanzamt die Ausstellung einer Besck>eini- 
gnng über den Hundertsatz des-Arbeitslohnes verlangen, 
der von dein Arbeitgeber bei-, de? (Lohnzahlung in Adzüg- 
zn bringen.ist.- DaS Finanzamt hat-dei, Hundertsatz nach 
dem mutmaßlichen Jahresbetrage deS Einkommens zu er 
mitteln. Wird eine solche Bescheinigung nicht-vorgelegt, 
so bat der Arbeitgeber 10 v. H. in- Abzug zu bringen. 
8 45^ bestimmt, daß, wenn-der Arbeitslohn auf das Jahr 
umgerechnet und unter Berücksichtigung des 8 45a der 
Betrag von 15 000 Mk. übersteigt, so gilt für den einzuhal 
tenden Betrag nachstehender Tarif: Von 15—30000 Mk. 
15 v. H.. von mehr als 30- bis 50 000 Mk. 20 v. H., von 
mehr als 50- bis 100000 Mk 25 v. H.,-Von mehr als 100- 
bis 150000 Mk. 30 v. H. vou mehr als 150- bis >200 000 
Mark 35 v. H., von mehr als 200- bis 300000 Mk! 40 von: 
Hundert, vou mehr als'300- bis 500000 Mk. 45 v. H., 
von Niehr als 500 000 bis 1 Million Mk. 50 v. H., und 
von mehr!als 1 Million Mk. 55 v. H. 'Das Gesetz tritt an: 
1. August 1920 in Kraft.' ' 
o- Ersatz für! Kartoffel» in Schöuederg. In der Woche 
vom 12.—18. Juli'1920 werden als Ersatz für Fehlende 
Kartoffeln austdie Abschnitte 29a bis e der Schöneberger 
Kartvffelkarte je 150 Gr. = 750 Gramm Brot für 1,78 
Mark nur in den Berlin-Schöneberger Bäckereibetriebcn 
ausgegeben. 
0 Das Werdckr des Groß-Bcrltnrr Stadtparkaurents. 
Von den 225 Groß-Berliuer StadtbcrordneieN haben- bis 
her etwas über 200 die Annahme der Wahl. erklärt. 
Wie wir erfahren,'wird der Obcrpräsidc'ttt, obwohl noch 
nicht alle Annahmeerklärungen vorliegen, die Einladungen 
zur ersten Sitzung der neuen Stadtverordnetenveisämin- 
lung nach dem Fest säal des Berliner 'Rathauses, er 
gehen lassen. In den-Kreisen der Stadtverordneten be 
steht der Wunsch, daß diese Sitzung möglichst -.noch. vor 
Mitte'dieses Monats stattfinden möchte; ivaS wohl Mich 
der Fall sein wird. Im Festsaal Find an.der Nach der 
Spandaucr Straße zu gelegenen Fensterwand die-unte- 
.ren Hälften der hochbogigen Fenster durch schwarze Decken 
verkleidet und abgedunkelt. -In der Mitte der- von hohen 
Säulen unterbrochenen Wand ist der Borstandstisch ausge 
baut, davor der Stenograph?,^ und Akientisch und in 
geraden Reihen die Stadtvexorbuetensitze ohne.Tifckf- bc- 
. scheideii durch Latten am- Parkettboden Gefestigt. Rechts 
und links vom Borstandstisch sind die Magistratsbünke 
aufgestellt, die vorläufig natürlich nicht benutzt werden, 
da her Magistrat erst gewählt werden muß. Für die Zu 
hörer sind Stühle au den-schmalen Seiten,-für; die Presse 
erhöhte Tische an der breiten Rückwand bereitgestellt. 
Das Ganze ist ein Notbehelf in schwerer Zeit, der für 
die ersten Sitzungen ausreichen mag, auf. die Dauer 
aber unhaltbar- ist. Bis zum 1. Oktober dürfte aber auch 
die schwierige Raumfrage- gelöst sein. 
0 Ein freihändig« Verkauf von Postwertzeichen dir 
früheren, deutschen Postanstalten in China und. in der 
Türkei (französische Währung)Findet vom 20. Juli ab 
beim Briefpostamt iu Berlin C 2 statt. Die Bezugsbe 
dingungen mitFLos- und Preisverzeichnis können bei jeder 
Postanstalt eingesehen, außerdem von der Postamklicheu 
Verweriuugsstelle für Sammlcrmarken in Berlin W. 00 
gebührenfrei bezogen werden. 
0 Die 760; BezlrkSjscrordirrten. Jetzt liegen auch 
sämtliche Wahlergebnisse für die 20 Bezirksversammlun- 
gen vor. Danach setzen sich die 760 Bezirksverordneten 
aus 4-20 Sozialistem und 340 Bürgerlichen zusaiwineü. 
Von den 20 Bezirken haben die bürgerlichen Parteien 
nur in 6 die. Mehrheit. Das Verhältnis kann sich abe.r 
in-einigen Bezirken mit knappen - Mehrheiten durch die! 
Zuweisung von Stadtverordneten, die auf der Stadtliste 
gewählt worden sind, noch zugunsten der einen oder der 
änderen Partei verschieben. Sehr stark sind natürlich die 
vzialistischeu Mehrheiten in Berlin-Wedding und 
Friedrichshain, wo die Unabhängigen schon allein die 
Mehrheit haben, erhebliche Mehrl-eiten beider sozialisti- 
schcu Parteien bestehen ferner in Neukölln mit 32 zu 
13 bürgerlichen Verordneten^ in Treptow mit 20:10, in 
Cöpcuick mit 18:12, in Reinickendorf mit 19:11, während 
merkwürdigerweise im Bezirk 19 (Pankow) das Stimmen- 
Verhältnis mit 15:15 vorderhand gleich ist. Bezirke mit 
bürgerlichen Mehrheiten Find: Berlin-Tiergarten mit 23 
zu 22 sozialistischen Verordneten, Charlvttenburg mit 
-24:21, Wilmersdorf mit 28 zu 12, Schönebcrg mit 
29:10, Zchleudorf mit 11:4, Steglitz mit 20:14. Von 
den 700 Bezirksverordneten cutsallen auf die USP. 287, 
133 auf die SPD., 129 auf die Deutsche Volkspartei,. 
85 auf die Deutfchuätiouälcu, 53 aus die Demokraten, 
49 auf die Wirtschaftliche Vereinigung und 23 auf das 
Zentrum. 
0 Haltung der Pflegekinder. Es wird hiermit erneut 
in Erinnerung gebracht, daß nach 8 1 der Obcrpräsidial- 
Verordnung vom 13. Llpril 1907 alle diejenigen Personen, 
welche gegen Entgelt fremde, noch nicht sechs Jahre alte 
Kinder in Kost und Pflege nehmen wollen, hierzu der Ge 
nehmigung der Ortspolizeibchörde bedürfen. Derselben 
Genehmigungsverpflich'tuug unterliegen auch alle ncuan- 
ziehenden Personen, die Haltekindcr der Gemeinde zu 
führen. Die erforderlichen Llntragsformulare können im 
Armen, und Waiscnbüro, Lauterstr. 20, Zimmer 57, 
während der Dienststundeu von 8 Uhr vormittags bis 
3 Uhr nachmittags in Empfang genommen werden. 
0 Zu EhrfiU der äbshimmungc'öcmf 11igten Ost- und 
Wcstpveutzrjn, die jetzt in großen Scharen ihrer Heimat 
zuströmen, um ihre Stimme für das deutsche Vaterland 
abzugeben, finden auf dem Schlesischen, und vor ullem 
auf dem Stettiner 'Bahnhof täglich Empfänge und Be 
grüßungen statt. Die Bahnhöfe sind reich geflaggt; ehren 
amtlich wirkende Damen und Herren des Ausschusses 
unterstützen die zur Abstimmung Reisenden mit Rat und 
Tat. In zu Herzen gehenden Ansprachen werden die 
Abstimmungsberechtigten immer wieder daraus hinge 
wiesen, daß Millionen deutscher Brüder und Schwestern 
in Gefahr find, unter die Poleuknute jn kommen! Ist die 
Stimmung der Ost- und Westpreußen schon au sich eine 
recht zuversichtliche und fröhliche, so wird sie noch beson 
ders gehoben hurch die schönen vaterländischen Weisen, 
die von zwei Kapellen den Abreisenden als Abschieds 
gruß vorgespielt werden. Ein besonderes Verdienst hak 
sich dabei der Bläserchor des Steglitzer Gymnasiums er 
worben; die jungen Herren haben sich in geradezu auf 
opfernder Weise in den Dienst dieser großen vaterländi 
schen Sache gestellt. 
0 Helft drin verKiebenen AuLkaudsdeutschrn! Riesen 
groß, ist die Not der auslandsdcutschcn Flüchtlinge. Im 
.Vertrauen aus unsere Hilfe sind sie iu die Heimat zurück 
gekehrt. Alle, die an' die Zukunft des deutschen Volkes 
glauben, müssen mitwirken, daß die Kräfte und Werte 
des Auslandsdeutfchtums der Heimat nicht verloren gehen. 
Der Gemeindcvorstand richtet au die Bevölkerung die 
dringende und herzliche Bitte, jeder gebe nach seinen Kräf 
ten Fein SchArflein für die Voltsspende für. die bertricbe- 
meu Ausländsdeutschen. Postscheckkonto Berlin- 49 023. 
o Auch der Eltkrfiiüeirat des Friedenauer GymüasiumS 
am 'Maybachplatz hat sich schon vor längerer Zeit mit 
dem M ai f eie rer la ß des Ministers für Wissenschaft, 
Kunst und Volksbildung vom 24; April 1920 befaßt 
und in einer Eingabe an den Minister Hünisch Einspruch 
gegen die in diesem Erlaß liegende Abweichung von seiner 
eigenen Verfügung vom 14. November 1919 erhoben, wo 
nach parteipolitischen Bestrebungen unter der Schitljugend 
keinerlei Forderung zu gewähren ist. Besonderen Anlaß 
gab hitrzu, daß durch das Verhalten einiger Schüler 
ym 1. Mai das bis dahin vorzügliche Vertrauensverhält 
nis'zwischen einem Klassenleiter und seinen Schülern zer 
stört worden war und die Maßnahmen der SchulleitunF 
zur Wiederherstellung des guten Verhältnisses von einem 
sozialdemokratischen Abgeordneten in öffentlicher Sitzung 
der Gemeindevertretung abfällig erörtert worden waren. 
Ferner hat der Elternbeirat dafür gesorgt, daß bei der 
Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten 
für Schüler auf dem Laude und bei der Quäker- 
s Weisung die Schüler des Gymnasiums besser als bis 
her bedacht wurden. Die Schüler des Gymnasiums gehören 
nämlich durchaus nicht, wie man irriger Weise bei dieser 
Gemeind'efürsorge angenommen zu haben schien, den wohl 
habenden Klassen an. Die wirtschaftliche Lage der El 
tern vieler Gymnasiasten ist unter den heutigen Verhält 
nissen ebenso mißlich, wenn nicht noch mißlicher, als' 
die Lage der Eltern verschiedener Gemcindeschüler. 
obh Rermmhlcn für die Kaufmanns- und Gewerüe» 
gerichte find -demnächst erforderlich. Die Amtsdaner der 
jetzigen Beisitzer ist schon am 6.- Juli abgelaufen, aber bis 
zur Durchfhürung der Neittvählcn, längstens bis zum 
31. December 1920, verlängert worden. Auf jeden 'Fall 
müssen in nächster Zeit Neuwahlen anberaumt werden. 
Die' Wahlen finden auf Grund der letzten Verordnung! 
der Neichsergicrnng unter veränderten Bedingungen statt. 
Für die Gcwerbegerichtswahlen sind hierbei folgende Be 
stimmungen zu beachten: Jeder gewerbliche Arbeiter, der 
im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist und das 20. 
Lebensjahr (früher 25.) vollendet hat, ist zum Güverbe- 
gericht wahlberechtigt, desgleichen BctricbSbeamtc, Wcrl- 
meistcr nird mit höheren technischen Dittistleistungcn be 
traute Angestellte, wenn ihr Jahresgchalt 15 000 Mark 
(früher 2000 M.) nicht übersteigt'. Nach der^neuen Ver 
ordnung dürfen weibliche Personen wohl- wühlen, können 
aber nicht gewählt werden. Fermer bleibt dir Wählbarkeit 
an die Vollendung des 30. Lebensjahres gebunden. Zum 
ersten Mal'Finden die Wahlen für die Gewerbegerichte 
ebenso--wiö bisher schon für die Kanfmannsgerichte -nach 
dem Verhältniswahlsystew statt, so daß die Minderyciis- 
gruppen- neben 1 ben Mehrheitsgruppen entsprechend ihrer 
Zahl- btt-treten' sein- müssen. 
0 1000 Neus- M-ttglreder monatlich. Hai der B ü r- 
g erbüüd Stettin auszuweisen? So berichtet 
der Presteleiter des Stettiner? Bürgerbundes im 
„Reichsbürger". Seine Reise durch. Vor- und Hinterpom- 
inern' zeitigte, die Gründung von fünf neuen Bürger- 
bünden, sodaß nunmehr 16 Bürgcrbünde dem Landcs- 
bürgerrat Pommern angeschlossen sind; in 11 Orten ist 
mit der Gründung in nächster Zeit zu rechnen. Auch 
sonst im Reiche wächst bas Verständnis für die Bürgerrats- 
beweaung. 'whts in Friedenau? Schlaf, Kind- 
»einrlchb
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.