Path:
Periodical volume Nr. 87, 20.04.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Bezugspreis 
Sei Abholung ans den Nebenstellen 
monatlich 2,7) Mark; Lurch Boten 
in- Haus gebracht E,— Mark. 
Fernsprecher: A«t Pfalzburg Jlt*. 
Erscheint «glich abends. 
— Druck y Hersag von Leo Schultz, 
I e l t U N g) Anzeige» 
- - - . - — nur für unücstiuimte Ta-e — 
sei snrsrllMtt Lrtrteu von Kchösebm. $ ttis bet ifl*n»utt*nen 3«ue ob« hm« 
flUHiiHI»n»Tf» ■ 9)si.<MH. nt Raum 1 Mk. Die Rellami'zeüe tcitti 
W|Qll(Up(ll(» SptOflr. 15. 4.— Mark. Belegnummer 20 P.g. 
Berlm-Friedenan. Rheinstraße 1-5. — Fernsprecher: Amt Pfalzburg 2429. 
Nr. 148 
SuIin-zMenao, Sounlag. den 4. SM 1920 
Fahr». 27 
n«u*tt« n«d>rid>t*ii 
Berlin. Fehrenback>->,wird mit seinem Stab von 
Ministern und hohen Beamten heute abend V* l 0 Uhr 
im Donderzug von« Potsdamer Bahnhof die Reise nach 
Spa antreten. Mit dem Kanzler .fahren der Reichs 
minister des Auswärtigen Dr. Simons, der Reichsfinanz 
minister Dr. Wirth, Reichswirtschaftsminister Dr. Scholz, 
Rcichs'ernährungsminister Tr. Hermes und etwa 30 
Beamte mit den entsprechenden Hilfskräften. Es ist ge 
plant, Sachverständige des praktischen Wirtschaftslebens 
je nach Betxlif imi Laufe der Verhandlungen nach Spa 
zu rufen. Zurzeit läßt sich noch nicht übersehen, wie 
lange der Reichskanzler selbst in Spa bleiben wird. 
Duisburg. Kurz vor dem Duisburger Bahnhof 
gelang es, wie von dort gemeldet hnrb, einem Gefangenen 
aus Rhoda in Westfalen, den ihn begleitenden Kriminal 
beamten aus dem Zuge zu stoßen. Der Beamte wurde 
von bffm Zuge erfaßt und getötet, worauf der Gefangene 
die Flucht ergriff. Es wurde jedoch von Reisenden wieder 
eingeholt und der Polizei übergeben. 
Brüssel. Hier fand unter Fochs Vorsitz eine Zu 
sammenkunft der militärischen Sachverständigen für Die 
der Konferenz.zur Entscheidung vorzulegenden militäri 
schen Fragen statt. 
Athen. Aus Konstantinopel wird gemeldet:^ie 
Frau Enver Paschas, eine Tochter des verstorbenen Sul 
tans Mohammed, ist inr Aeroplan geflüchtet. Sie hast 
50 000 türkische Goldpsund mitgenommen. 
SltriMiMii U Srltomi unö Wnedttg. 
(Rachdr, unsrer o-Orlgtnalartikel nur mit Quellenangabe gestattet^ 
Feriensviele und Ferienwanderungen. 
Vom 5. Juli bis 7. August d. Js. finden folgende 
Ferienveranstaltungen statt. 
1. Fehchyrspiele (werktäglich von 9—13, 3—6 Uhr). 
Für größere Knaben und Mädchen auf dem Spielplatz 
an der Offenbacherstraße, für Knaben und Mädchen im 
Alter von 6—10 Jahren auf dem Spielplatz an der 
Schwalbacher Straße und im Bjrkenwäldchen, für Knaben 
und Mädchen unter 6 Jahren auf den Kinderspielplätzen 
an der Offenbacherstraße und im Birkenwäldchen. 
2. Halbtazswandcrungrn. 
Für Kinder von 6 Jahren ab. Montags und Don 
nerstags nach dem Schülerspielplatz Dahlem, Dienstags 
und Freitags nach Onkel Tom's Hütte, Mittwochs und 
Sonnabends nach dtzr Alten Fischtzrhütte. Sammelplatz: 
Schillerplatz, Westseite. Abmarsch 8 Uhr morgens. Rück- 
kehr: 3 Uhr nachmittags, bisweilen mit der U-Bahn. 
Verpflegung: Gesüßte Suppe und Brot 
8. Ganztagswanderungen. 
Für Kinder über 10 Jahren an zwei Wochentagen. 
Dienstags nach Onkel Tom's Hütte, Freitags nach der 
Alten Fischerhütte. Sammelplatz: Schillcrplatz, Ostseite. 
Abmarsch: 8 Uhr morgens. Rückkehr 0 Uhr abends. Ver 
pflegung: Gesüßte Suppe und Brot. Hin- und Rückfahrt 
erfolgt voraussichtlich mit der Wannsecbahn. 
o Das Schlutzertzebnis dev Groß-Berliner Stadtver- 
otdnrtenwahlen.! In den 15 Stadtwahlkreisen find 173 
Stadtverordnete auf Grund der Kreislisten gewählt wor- 
den, sodaß auf die Stadtwahlvorschläge 52 Sitze nach 
dem d'Hondt'schen System der Höchstzahlen zu verteilen 
waren. An Reststimmen waren verblieben: für die USPD.l 
55 989 --- 8 Sitze, SPD. 49 590 — 7 Sitze, Demokraten: 
50 842 — 7 Sitze, Deutschnationale 56 566 — 8 Sitze, 
Zentrum: alle 61 385 , Stimmen — 8 Sitze, Deutsche 
Volkspartei 48 986 — 6 Sitze, Wirtschaftlich^ Vereinigung 
65 880, zuzüglich der -für die Stadtliste verbundenen 
Frauenliste mit 936 Stimmen, zusammen ,56 816 — 8 
' Sitze. Den letzten, den 52. Sitz erhielt die USP. nick 
6998Vz Stimmen, während die Deutsche Volkspartei mit 
6998 Stimmen nur um '*/, Stimmen dahinter zurückblieb 
und infolgedessen mit ihrem 7. Sitz ausfiel! Dieser Ver 
lust ist aber nur ein vorübergehender, da der Deutschen 
Volkspartei bei den Berliner Wahlen 2984 Stimmen zu 
Unrecht für ungültig erklärt worden sind, der Wahlprü- 
sungsausschuß der neuen Stadtverordnetenversammlung 
wird bei der Nachprüfung des Wahlergebnisses diese 
Stimmen der Deutschen Volkspartei hinzurechnen müssen, 
sodgü sie einen Sitz mehr, die USP. einen SH weniger 
erbäck. Tie 936 Stimmen der Unpolitischen Franenliste 
haben insofern doch noch einen bestimmenden Einfluß aus 
geübt, das durch ihre Verbindung mit der Stadtliste der 
Wirtschaftlichen Vereinigung dieser ein Mandat mehr zu 
gewendet worden ist. Das „vorläufig endgültige" Gesamt 
ergebnis der Stadtverordnetenwahlen ist demnach für die 
Stärke der Parteien im Roten Hause: 87 Unabhängige, 
39 Sozialdemokraten, zusammen 126 Sozialisten; 38 
Deutsche Volkspartei, 27 Deutschnationäle, 16 'Demo 
kraten, 10 Wirtschaftliche und 8 Zentrum, zusammen 
99 Bürgerliche. Nach der Berichtigung des Wahlergeb 
nisses durch den Wahlprüfungsausschuß dürfte sich das 
Verhältnis in 125 zu 100 ändern. Die erste 
Sitzung der neuen. Stadtverordnetenversammlung wird 
voraussichtlich erst gegen Mitte Juli, zwischen dem 12. 
nnd dem 17. d. MtS. stattfinden. Den gewählten Stadt 
verordneten ist gestern. durch besonderen Boten ein ge 
drucktes Anschreiben des Leitenden Wahlkommissars über 
chre- Wahl und das Ersuchen übermittelt worden, denk 
Vötev durch die Unterschrift eines beigefügten Vordrucks 
dich Annahme der Wahl fofvrt.zn bal 
digen Zusammentritt der neuen Versammlung zu be 
schleunigen. 
o Der WohmrngSvckckband Groß-Berlin tritt heute zu 
einer Sitzung zusammen, um sich mit der Frage der 
Mictserhöhung zu beschäftigen. Die Hausbesitzer haben 
dem Wohlfahrtsminister in einer Eingäbe klargelegt, daß 
die bisherige Mietssteigerung von 20 v. H. gegenüber den 
Friedenspreisen unrettbar den Ruin des Hausbesitzes be 
deute und daß eine -Heraufsetzung des Mietszuschlages 
auf 45 v. H. unbedingt erforderlich sei, um den be 
drängten Hausbesitz zu sanieren. Der Wahlfahrtsminister 
soll sich zu dieser Forderung jedoch ablehnend Verhalten 
und nur einen Zuschlag von 5 v. H. zu den jetzigen 
Mieten genehmigen. Die organisierten Mieterverbände 
haben dem Wohlsahrtsminister erklärt, daß sie jede Miets 
steigerung unter den gegenwärtigen Verhältnissen rund 
weg ablehnen und daß sie andernfalls eine Entscheidung 
des Regierungspräsidenten herbeiführen würden, falls der 
Wohnungsverband Groß-Berlin sich mit einer Miets-- 
crhöhung einverstanden erklärt. 
o Die Ge?w«jichckohl«!nknr!t0nl für Wäschereien, Tischler, 
Milchhändler, Gastwirte, Bäcker, Konditoren, Frisöre, Flei 
scher und Schneider sind umgehend, hier, Rathaus, Zim 
mer 115, abzuholen. 
o Der Stiefelverfäuf unserer Gemeinde wird auch 
am Montag und Dienstag fortgesetzt. 
o Sti«hwopt ,K«psep". In der Woche vom 5. bis 
11. Juli 1920 darf Brot und Mehl nur auf die Brot-k 
karte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitts 
das Stichwort „Kupfer" tragen. Brot und Mehl aus 
die Karte mit dem Stichwort Kupfer darf erst von Mon 
tag, den 5. Juli ab verkauft werden. 
o Spekschestt. In dieser Woche gibt es in Frie 
denau 20 Gramm Butter (75 Pfg.) und 70 Gramm 
Margarine (1,68 M.). Ferner kann jede Hausfrau auf 
die Sondrrbezugskarte soviel Margarine entnehmen wie 
sic wünscht. — In .Schöneberg gibt es 20 Gramm 
Butter und 70 Gr. Margarine auf Abschnitt 28 der 
Speisekarte. 
o Die Qiräkchjspeksqag deck Kinder im Alte« von 2—6 
Jahren findet während der Ferien in der Speiscstelle des 
Kindergartens (2. Gemeindeschule^ Leiterin Frau Baurat 
Altmann) wie bisher werktäglich von 11—12 Uhr statt. 
o Fleisch t» Schömberg. In Schöneberg gibt es 250 
Gramm ausländisches Gefrierfleisch oder bezirksweise in 
ländisches Frischfleisch auf Abschnitt 28 der Rcichssleisch- 
karte. 
o Ferionvevteilungi inj Schöneiberg. Es werden ver 
teilt: Mit Voranmeldung: An die Kinder im 1. 
bis 7. Lebensjahre und au werdende Mütter 2 Paketes 
Zwieback für fe 65 Pfg. oder neue Ware für je 85 Pfg., 
und 1 Paket K'eks zu 60 Pfg. oder neue Ware für je 
75 Pfg., ort die Kinder stn 8.—10. Lebensjahre 125 
Gramm Kakao für 1,75 M., in den Schöneberger Süßig 
keitsgeschäften; an die Kinder jm 11.—13. Lebensjahre 
Hwie an werdende unj» stillende Mütter je 1 Dose Malz 
extrakt für 3,00 M., in d'en den Bezugsscheinen aufge 
druckten Schöneberger Drogengeschäften. Die Voranmel 
dung findet statt vom 3. bis 13. Juli 1920, der Ver 
kauf voraussichtlich vom 19. Juli bis 14. August. Nach 
dem 14. August 1920 sind die Händler zur Einlösung 
der Quittungsabschnitke nzcht mehr verpflichtet. Ohne 
Voranmeldung: An die Kinder im 14, und 15. Le 
bensjahre 500 Gr. Fruchtsaft für 3 M. in den. den 
Bezugsscheinen aufgedruckten Kolonialwarenge'schäften, an 
die Kinder im 16. und 17. Lebensjahre 2 Pakete Rote 
Grütze für je 60 Pfg. und 1 Paket Saucenpulver sür 
je 23 Pfg.,' in sämtlichen Kolonialwarengcschästen; an 
alte Leute von 60 Jahren und darüber 500 Gramm 
Speisesyrup für 2 M. und 500 Gr. Haferslocken für 
1,40 M., in den den Bezugsscheinen aufgedruckten Ko- 
lonialwarcngeschäften. Der Verkauf dieser Waren erfolgt 
voraussichtlich vom 5. Juli ab und endet mit dem >0. 
August 1920, vom Freitag, den 30. Juli ab gibt die 
Auskunftsstelle, Zimmer 173, Neues Rathaus, (Stephan 
1727) auf Nachfrage bekannt, in welchen Geschäften noch 
Fruchtsaft und Speisesyrup vorrätig sind. Nach dem 
10. August 1920 sind die Händller zur Einlösung der 
Bezugsscheine nicht mehr verpflichtet. 
o GrÄbeck,vqrfalk in Schömberg. Die auf dem 1. städti 
schen Friedhose an der Maxstraße befindlichen Gräber der 
Erwachsenen aus der Zeit vom 1. Juli 1890 bis 30/ 
September 1890 und die Kindergräber aus der Zeit 
vom 1. Juli 1900 bis 30. September 1900 unterliegen 
dein vorgeschriebenen gesetzlichen Verfall. Erneuerungs- 
anträge, die innerhalb 3 Monate nach Erlaß der Bekannt- 
niachung der städtischen Park- und Friedhofs-Deputation 
zu übersenden sind, werden nach Möglichkeit berücksiclp, 
tigt werden. Zum gleichen Zeitpunkte sind die Eigentums 
rechte an den Grabsteinen usw. der nicht wieder erworbe 
nen Grabstellen geltend zu machen, widrigenfalls ange- 
noinmen wird, daß die .Grabsteine der Stadtgemeinde 
überlassen werden. 
o Ziehung der Spa-Prämßcjn-Ankcihe. Bei der gestrigen 
Ziehung der Deutschen Sparprämien-Anleihe wurden die 
folgenden großen Gewinne gezogen. Es entfielen in allen 
vier Reihen A—(D 1 Milk. M. auf Gruppe 2446 Nr. 141, 
500 000 M. auf Gruppe 451 Nr. 148, 300 000 M. puf 
Gruppe 1110 Nr. 36, 200 000 M. auf Gruppe 305 
Nr. 51 und 150 000 M. auf Gruppe 1136 Nr. 247 und 
auf Gruppe 2051 Nr. 259. Bei der im Anschluß an die 
Gewinnverlosung vorgenommenen Tilgungsauslosung wur 
den gezogen: mit Bonus die Nummern 86 und 246, 
ohne Bonus die Nummern 73 und 247. 
o Die neu« FeMsprech-OrtSpauschgsbühr. Bei dem 
neuen am 1. Juli in Kraft getretenen Fcrnsprechgcbührcn- 
tarif ist, wie bisher, die Höhe der Pansch- oder Grundge 
bühr so bemessen, daß sie in Netzen mit verhältnismäßig 
wenigen Teilnehmeranschlüssen sich niedriger stellt als in 
Netzen mit zahlreichen Anschlüssen, denn im letzten Falle 
ist eben die Sprechmöglichkeit eine dementsprechend größere. 
Die dieser Tage erfolgte Bekanntgabe der neuen Pausch- 
und Grundgebührcnsätze für einen Fernsprechanschluß in 
Berlin und seinen verschiedenen Nachbarorten hat nun im 
Publikum zu der Auffassung geführt, als ob ein Fern- 
sprechteilnehmcr, der z. B. in Schüncberg wohnt,' der 
aber an ein Berliner Amt, Lützow oder Kurfürst, -ange 
schlossen ist, mehr Gebühren zahlen müsse, als ein viel 
leicht in dcnisclben Hanse wohnender anderer Teilnehmer, 
der von seinem Schöneberger Amt Stephan bedient wird, 
weil nämlich die Berliner Orts-Panschgebühr fortan 
800 M. und die Grundgebühr 480 M. beträgt, die ent 
sprechenden Sätze für Berlin-Schöneberg aber nur 640 
Mark und 300 M. auSniachcn. So liegen die Dinge natür 
lich nicht. So lange es in Berlin noch keine Einhcits- 
gemeinde „Groß-Berlin" gibt, muß man nach wie vor 
unterscheiden zwischen dein Hauptnetz der Stadt Berlin 
und den einzelnen Netzen der Nachbarorte, die. da sie a 
sich in getrennt politischen Gemeinde» befinden, auch 
selbständige Netze darstellen. Der Satz von 640 Mark i 
Pauschgebühr für Barlin-Schöneberg berechtigt daher den 
Schöneberger.Teilnehmer nur zu Gesprächen im eigenen 
Netz. Will er darüber hinaus mit gakiz Berlin sprechen, 
so hat er naturgemäß auch die Ortspauschgebühren von 
800 M. zu zahlen. Tatsächlich haben denn auch schon 
bisher, soweit uns bekannt, die Teilnehmer in den Nach 
barorten mit Pauschgebührenanschluß die Berliner Pansch- 
gebühr gezahlt. Die Erhebung einer Einheitsgebühr für 
„Groß-Berlin" kommt erst in Frage, nachdem „Größs- 
Berlin" politisch eine Einheitsgemeinde geworden ist. 
o Schutz den Straßljnibäümgu! Das Annageln von 
Zetteln mit Anzeigen jeglicher Art an die Kreisstraßen- 
bäume ist nach einer Bekanntmachung des Landrats v. Achen 
bach verboten und wird als Baumfrevel geahndet, ebenso 
ist das Ankleben verboten Eine derartige Verordnung 
sollte auch vom hiesigen Amtsvorstehcr zum Schutze un 
serer Straßenbäume erlassen werden. 
o Eine Bqschhänssung deck EUibestellung ist vom Reichs 
postministerium insoweit angeordnet worden, als die Be 
stellung durch Dunkelheit in den Morgen- und Abend 
stunden beeinträchtigt ist. In diesen Fällen kann der 
Beginn der Eil- und Telegrammbcstcllung auf 7 Uhr 
morgens und der SchM. auf 9 Uhr abends iestgcfetzt 
werden. 
o Fähckplajnäichechtntz Berlin—Stettin. Wegen des 
starken Abstimmnngsverkehrs muß der Seeweg Swine- 
mündc—Zillau.für den öffentlichen Verkehr vom 1. bis 
10 Juli gesperrt werden; für die Richtung Pillau—Swjne- 
münde ist die gleiche Maßnahme vom 12.—21. d M. 
angeordnet worden. — Die Schlafwagen Berlin—Danzig 
bisher im Vorzüge D3, ab Stell. Bhf. 5,51 nachm, über 
Stettin bczw. im Vorzüge D4. an Stctt. Bhf. 9,05 vorm, 
verkehren bis zum 10. d. Mts. nicht. 
obh Erhöhte Vjitckäge für die Jnvali-enversich'ruW. 
Von der Landesversichernngsanstalt Berlin wird uns mit 
geteilt: Am 1. August tritt eine Erhöhung der Beiträge 
sür die Invalidenversicherung in Kraft. Es werden dann 
folgende Wochenbeiträge erhoben: in Lohnklasse I 90 Pfg., 
in Lohnklasse ll 100 Pfg., in Lohnklasse III 110 Pfg., 
in Lohnklasse IV 120 Pfg., in Lohnklasse V 140 Pfg.. 
Für die Zeit nach dem 1. August dürfen Marken alter 
Art nickt mehr verwandt werden! Gleichzeitig sei darauf 
aufmerksam gemacht, daß schon vom 1. Mai ab infolge 
Erhöhung der Grundlöhne bei der Allgemeinen Qrtö- 
krankenkassc der Siadt Berlin für Mitglieder dieser Kasse 
in Stufe I Jnvalidenmarken III. Lohnklasse, für die 
sonstigen Mitglieder Marken V. Klasse zu verwenden fi,nb. 
o Das Volkskonzert, das der „Friedena-ier Männcr- 
Gesang-Verein 1875" gestern. Abend auf dem Maybachplatz 
veranstaltete, war ein voller Erfolg. Der Himmel, der 
am Mittwoch der löblichen Absicht des Vereins einen 
Strich durch die Rechnung gemacht hatte, meinte es dies 
mal gut. Es 'war ein herrlicher Somincrnbcnd, den. 
man gern im Freien, gern auf einem Platze verbring,, 
wie ihn unser Maybachplatz mit seinen hellen Birken, 
seinen herrlichen. Blumenbeeten und seltenen Pflanzengrnp- 
peii darstellt. Und wenn nun dazu noch der Genuß 
lockte, den Gesängen eines anerkannt tüchtigen Männer 
chors zu lauschen, so kann nian es verstehen, daß „ganz 
Friedenau" sich im Birkenwäldchen ein Stelldichein gab. 
Zn vielen Tausenden waren die Friedcnancr, jung und 
alt, gekommen. Der Platz war viel zu klein, um all die 
Menschenmassen aufzunehmen und glücklich schätzte sich der, 
der einen Standort nicht zu fern vom Männerchor er 
halten konnte. Hier staute sich die Menge Kopf an-Kopf, 
der Platz vor dem Eingang des Gymnasiums, die Wege 
um das davor gelegene große Ticfbeet, die Zugangs- 
und Querwege, waren voll besetzt. Wer über den Matz 
tt'olltc, der mußte die um den Platz herumführenden 
Straßen benutzen. „Das deutsche Lied" von Kalliwoda 
war das erste, das über den Platz klang. Die Aufstel 
lung des Chores, hoch auf der Treppe, war zunächst eine 
ungünstige. Der Ton scholl aus den Korridoren des Gym 
nasiums wider, deshalb wurde die Aufstellung sofort 
geändert, und dadurch eine bessere Klangwirkung erzielt. 
Der Chormeister Herr Wilhelm Schmidt, der wegen 
Krankheit eigentlich beurlaubt ist, ließ es sich doch nicht 
nehmen, den Chor zu diesem Konzerte selbst zu dirigieren. 
Für den Gesang im Freien muß die Tongebung eine an 
dere sein, als für Gesänge im Saal. Darnach handecka 
der Chorleiter; er strich die zartesten" Pianostellen - und 
ließ den Chor sich krästiger entfalten. Dennoch lvar die.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.