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Periodical volume Nr. 147, 02.07.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

jgeistigeil Bildung die körperliche Ertüchtigung und Kräf 
tigung der Schulkinder nicht vernachlässigt werde. Herr 
Rektor Schildberg betonte zunächst, daß die an 
den Schulen eingeführten beiden Spielnachmittage frei 
willige wären, sie müßten aber, um alle Kinder hierfür 
hu gewinnen, pflichtmäßige werden. Das lasse sich jedoch 
nicht durchführen, solange die Kinder nachmittags noch 
wissenschaftlichen Unterricht erhalten. Der Abschaffung des 
Nachmittagsunterrichts ständen aber doch Schwierigkeiten 
entgegen. Ein Ausfall von Unterrichtsstunden dürfe aus 
keinen Fall eintreten. Man müßte also dann den Vor 
mittagsunterricht verlängern. Bei den 1. Klassen ließen 
sich die beiden Nachmittagsstunden vielleicht als 6. Lek 
tion anschließen. Bei den Oberklassen aber handele es 
sich Wich um 4 Nachmittagsstunden. Da die Kinder 
der Obeetlassen schon zweimal in der Woche Konsirmations- 
unterricht hätten, bei den Mädchen hierzu auch noch 
der Kochunterricht trete, der sie bis 3 Uhr in Anspruch 
nehme, so sei die Frage der-Angliederung der-überschüA- 
gen 4 Stunden an den Vormittagsunterricht nicht so leicht 
zu lösen. Aber er stehe auch auf dem Standpunkt, daß 
das Ziel die Beseitigung des Nachmittagsunterrichts sein 
müsse, > und wo ein Wille sei, werde sich auch ein Weg 
finden lassen. Auf die Anfrage eines Mitgliedes wegen 
Einführung von Kurzstunden und Verkürzung des Reli 
gionsunterrichts in der Oberklasse um 2 Stunden- weil 
diese Kinder ja doch noch 2 Konsirmationsstunden in der' 
Woche haben, erklärte Herr Rektor Schildberg, daß 
sich diese Verkürzung des Religionsunterrichts sehr wohl 
ermöglichen ließe, es müßte dann aber ein Einvernehmen 
mkt der Kirche stattfinden, um den Religionsunterricht- 
dem Konsirmandenunterricht anzupassen: Die Kurzstunden 
hingegen ließen sich an der Volksschule nicht durchfüh 
ren, weil die Unterrichtsstunden zugleich Uebungsstundcn 
wären. Die höheren Schulen legten die Uebung - mehr 
auf die Hausaufgaben. Es wurde schließlich der fol 
gende Antrag einstimmig angenommen: Der Eltern 
beirat der 3. Gcmeindeschule spricht sich grundsätzlich 
gegen den Nachmittagsunterricht aus. Solange infolge 
der -Stundenzahl in der Oberstufe ohne Ausfall von 
Unterrichtsstuirden die Beseitigung des Nachmittagsunter, 
richts nicht durchgeführt werden kann, wünscht der Eltern 
beirat, daß in den 1. Klassen die beiden überschüssigen 
Wochenstunven als 6. Lektion angeschossen werden., Für 
die Oberklasse soll der Versuch gemacht werden, die 
4 überschüssigen Stunden an den Vormittagsunterricht 
.anzuschließen, wenn sich der Stundenplan so aufbauen 
läßt, daß an den vier 6stündigen Unterrichtstagen auch 
für die 6. Stunde ein erfolgreicher Unterricht sich ermög 
licht." Im Zusammenhang damit bittet der Elternbeirat, 
zu prüfen, ob sich für die Oberklassen im Einverneh 
men mit der Kirche durchführen läßt, den Religions 
unterricht wöchentlich um 2 Stunden zu kürzen." — Ein 
anderer Antrag der Unabhängigen, den ^Religionsunter 
richt grundsätzlich auf die letzte Unterrichtsstunde zu 
legen, wurde gegen die Stimmen der.Antragsteller abge 
lehnt. Dagegen wurde der auf eine Anfrage des Vor- 
sitzenden des Eltcrnbetrats der 2. Gemeindeschule gestellte 
Antrag auf Zusammenschluß aller Friedenauer Eltern- 
bciräte durch Abordnung einiger Mitglieder wieder eirt- 
stünmig angenommen. 
o Gegen die hohelnf MietsstAgcrungen und hohen 
Kohlenprcisc. Die in der letzten Versammlung des Fric- 
denauer Mieterbundes angenommenen Entschließungen, 
worüber wir schon kurz berichteten, haben folgenden 
Wortlaut: 1. „Die von etwa 1500 Mietern besuchte 
öffentliche Versammlung des Mieterbundes Berlin-Frie 
denau vom 23. 6. 1920 richtet att den Wohnuügsverband 
die dringende und entschiedene Forderung, den Zuschlag 
von 20 Prozent auf die Friedensmiete nur dann zu 
erhöhen, wenn unter den Sachverständigen der Mieter 
und Vermieter Uebereinstimmung darüber- be 
steht, daß die erhöhten. Abgaben einen erhöhten Zuschlag 
gebieterisch verlangen. Die Mieterschaft verlangt- daß 
die Erhöhung nur einige Prozente betragen'darf. 
Die Heraufsetzung des Zuschlages auf 40 Prozent oder gar 
70 Prozent, wie die Hausbesitzer teilweise verlangen, 
lehnen die Mieter mit Entrüstung ab. Wir er» 
warten vom Wohnungsamt objektive Prüfung und 
nur wenn absolut gar nicht anders-möglich, Hcraufsetzung 
des Zuschlages in so bescheidenen Grenzen, wie solche'durch 
die jetzige wirtschaftliche Lage der Mieterschaft gezogen 
stnd." — 2. „Die aiü 23. Juni 1920 im Homuth^yno- 
nasium versammelten 1500 Friedenauer Mieter-sprechen 
allen denjenigen Staatsbehörden und Körperschaften, 
welche sich mit der Kohlenfrage im allgemeinen und mil 
der Versorgung der Hausbrand-Verbraucher zu -befassen 
haben, ihre-entschiedene Unzufriedenheit aus, weil, trotz 
der jedem Einsichtigen immer klarer werdenden schweren 
wirtschaftlichen und gesundheitlichen- Folgen der immer 
mehr steigenden Kohlen ko ste n, von feiten des 
Reiches .oder den dazu bestimmten Behörden-'bislang 
nichts geschehen ist,.um hier eine energische Vor 
sorge, beziehungsweise einen Preisabbau für den kommen 
den Winter zu treffen. Die Mieterschaft Friedenaus ist 
der Ansicht, daß . die Industrie und auch der. Export sehr 
wohl einen höheren Preis für die Kohle zahlen kann, daß 
aber die inländischen Hausbrandverbrauchsr,welche 
infolge ihrer wirtschaftlichen Lage durch die-hohen-Kohlen- 
preise des Weltmarktes in-direkten Vermögens ver 
fall geraten, also insbesondere'alle Festbesoldeten, Beam 
ten des Staates, der Gemeinde und Industrie, Klein- : 
rett hier und Pensionäre aller Art, ein unbedingtes An- 
recht auf Abbürdung der Kohlenlasten haben'. Es ist 
der Mieterschaft Friedenaus bekannt, daß durch den Ver- 
sailler Friedensvertrag die Ansetzung verschiedener Preise 
für Inland- und Export unmöglich ist. Die Meterschaft 
Friedenaus empfiehlt-daher dem Reiche, zu dem .Zwecke 
des Lastenausgleiches eine Abb-ürdUng ins Auge 
zu fassen, derart, daß an sich'die ganze in Deutsch- 
land produzierte Kohle mit einer weiteren Sonderbe- 
lastung vvn etwa M. 1,50 pro' Zentner versehen wird. 
Der dadurch geschaffene Fond wird durch eine bestimmte 
Abrechnungsstelle- (Kohlensyndikat)" deß Steuerkassen des 
Reiches zugeführt. Dieser Fond soll dazu verwendet wer- 
den, denjenigen Hausbrandverbrauchern, welche durch die 
hohen Kohlenpreise in wirtschaftliche Bedrängnis geraten 
(also insbesondere gewisse Zentralheizungsbesitzer u.' a. m.), 
Vergütungen auf die Kosten des Hausbrandes zu gewähren. 
Zu diesem Zwecke ist eine Schiedsstelle zu bilden, der 
Mitglieder aus der Bürgerschaft entnommen werden. Die 
Tätigkeit soll ehrenamtlich sein. Die Schiedsstelle seht 
die Vergütungen in Ansehung der wirtschaftlichen Lage 
des Antragstellers fest "und kann diesbezügl. Beweise 
verlangen. Die Gemeinden werden mit der Einrichtung 
der Schiedsstellen betraut und können dipset-Mt Leich- 
8»? & d der Ekle» Woche «firt.IM 
Brot: 1600 Gramm und 300 .Gramm Kleingebäck oder 
1900 Gtamm Großbrot. 
Fleisch: steht noch nicht fest. 
Pferdefleisch: auf Nr. 12 der Pferdefleischkarte. 
Butter: 20 Gramm 75 Pfennig'--, und 70 Gramm 
Margarine 2,21 Mark, sowie 180 Gr. Margarine 5,69 
Mark auf Sonderabschnitt, der Speiscfettkatte.' 
Kartoffeln: freihändig nur an Friedenaichr Einwohner 
in jeder gewünschten Menge, 1 Pfund 30 Pfg/ 
Zucker: Vom 1. bis 15. Juli s /i Pfund. Ferner 
für Kinder im 1. Lebensjahre l 1 /, Pfund, im 2. Lebens 
jahre 1 Pfund und int 3. bis 7. Lebensjahre V* Pfund 
im SJfotoof.“"*' ’* " ' 
Anzumelden vom 3. bis 6. Juli: 
Auf Groß-Berliner Lebensmittelkarte: 
Weizenküchenmehl: 250 Gramm auf 34. 
Haserflocken:-500 Gramm auf 35; Pfund 3,40 M. 
Nudeln: 125 Gramm auf 86; Pfund 2 M. 
Auf Berlin-Friedenauer Nährmittelkarte: 
Graupen oder Linsen: 125- Gramm auf 32; Pfund 
Graupen 75 Pfg., Linsen 3,50 M. 
Kunsthonig: 1 Pfund 6,50 M„ Marmelade: Pfund 
4,20.M, freihändig in den.-Verkaussstellen- der Gemeinde. 
Puffbohnen, ein Pfund 3.Mark-, Bohnen irfSchwcine-. 
- fleisch, Dose 4 M-, Milchsüßspeise, Paket 60 Pfg-, Sup 
penwürfel 15 Pfg., gelbe Erbsen, Pfd. 3 M,> weiße 
Bohnen, Pfd. 3 M., freihändig in den Gemeindever- 
Süßstoff: vom 5.—17. Juli in den Drogengeschäften 
nach Nummern der Ausweiskarte,-und zwar für Haus 
halte bis 4 Pers. 1-Päckchen,.darüber hinaus 2 Päckchen. 
Sonderzuteilung: An über 60 'Jahre alte Ein- 
wohnert 500 Gramm' Kartoffelstärkemöhk (2,90. 
Mark) Und 600 Gramm- Gerstenflb-cken <75 Pfg.)> 
? oder Maisflocken (3 M.) in den beiden Verkaufs 
stellen'vom 5.^-10- Juli gegen Abstempelung der-Nr. 14 
. der Ausweis karte. v: ' - ' 
Auslandswe i z e n g vieß: bis auf weiteres- an 
Kranke-und kleine Kinder,'Pfund 2', 50 M. 
LcberlsNttttelvcrteUrrng rtr Schöneberg. 
In allen durch diese Bekanntmachung kenntlich gc- 
«uachten Geschäften findet in der Zeit vom Sonnabend, 
Yen 3. bis Dienstag, den 6. Juli, Voraümeldung 
statt- für 260 Gramm >Mühlen'pr odukte (Küchen- 
mchl) für 70 Pfg. auf Abschnitt 34, 125 Gramm Penners 
Haferkaka-o (garant. 60 Proz.^ reiner,-'schaleufreicr- 
Kakao) für .4,50 MP auf Abschnitt 38 der roten und 
grünen Schönebergor -Bezugskürte. Der Verkauf der 
Ware beginnt voraussichtlich in 12 bis -14 Tagen. Nach 
dem 7. August'find die'Händler zur Einlösung-der Quit 
tungsabschnitte--nicht mehr verpflichtet. >4 
Ferner ‘ wird verteilt o h n-r Voranmeldung in der 
Zeit vom- Dienstag/ den 6: 'bis Dienstag,- deck 43.- Juli, 
125 Gramm Vollreis für-1,45 M.— Pfundpreis 
5,75 M: - auf Abschnitt 35 der allgemeinen Lebensmittel 
karte. Die Wahl der Geschäfte-steht dem Publikum frei. 
Für die Woche vom 5.—11.'Juli 1920 werden auf 
die Abschnitte 28a^c der Kartoffelkarte 3 Pfund Kar 
toffeln ausgegeben. Die in', der Vorwoche- nicht einge 
lösten Kartoffelkarten können,'- soweit der Vorrat-reicht, 
in der laufenden Woche noch eingelöst werden. MS Ersatz 
für die fehlenden 2 Pfund Mrtvffeln können üuf'die Ab 
schnitte 38 d und e in den-Berlm-Schönebergev Kolonial- 
ivarengcschäftett je 100! Gramm,' zus? 200 Gramm Kar- 
toffelstärkemehl für 60 Pfg. (Pfundpreis' 1,50 M.)in sämt 
lichen Kolopialwarengefchäften-iü der Zeit von Mittwoch, 
den 7. bis Dienstag: den - 13i Juli, bezogen werden: 
Nach dem 13. d. MSfind die Händler zur Abgabe von 
Reis und Kartoffelstärkcmehl Nicht mehr verpflichtet. > 
Für die Entnahmt von Brot karten mehl, so 
weit vorrätig: gilt neben der Brotkarte für die Woche vom 
5. bis 11. Juli der Abschnitt-39 der roten und grünen 
Schönebckger Bezugskarte. - 
Die Nährmittelfonderkarteu'für Kinder und Kranke 
für den Monat Juli werden je zur Hälfte mit ausländ. 
Weizeugrieh..PfuudpreiL4.L5 uud..Haferflocken, Pfund- 
preis '1;40 M., beliefert.'^ '•- r ' 
tigkeit-den Einigungsämtern - angliedern. Die Beschlüsse 
der Schiedsstelle sind endgültig. Sie werden durch das 
Büro der zuständigen Steuerkasse zugestellt und diese 
überweist dem Antragsteller die von der Schiedsstelle er 
kannte Vergütung oder schreibt solche dem Steuerkonto 
des Antragstellers zir. Die Mieterschaft ist der Absicht, 
daß cs auf diesem Wege möglich ist, ohne den Friedens 
vertrag zu verletzen, den inländischen Verbrauchern eine 
wesentliche-indirekte Verbilligung des- Hausbrandes--zu 
verschaffen. - 
o Gegen die Vergewaltigung in den Absttmmnngs> 
gebieten. Auf-Veranlassung der Vermittlungsstelle Vater 
ländischer Verbände haben im ganzen deutschen Reich« 
Protestversammlungen gegen die Vergewaltigung in den 
Abstimmungsgebieten .stattgefunden. Die Vermittlungs 
stelle übersendet uns eine Liste, der nachfolgendeüStädtc 
«lud Orte, wo größere Protestkundgebungen' stattfanden. 
Besonders erwähnenswert sind die Versammlungen in 
Marienburg (Westpr.), Ivo 20 000 Teilnehmer, Essen, wo 
5000 Teilnehmer, Bremen,' wo 4000 Teilnehmer sich 
zusammen gefunden .haben. Es ist dies eitt erfreuliches 
Zeichen, mit welcher Einstimmigkeit und Einmütigkeit im 
deutschen Vaterlände die schwere Schmach empfunden Hüirb, 
die wir auch auf diesem Gebiete der Abstimmung zu er 
leiden haben. — Die am 20. Juni irtt Zjrkusch Busch 
angenommene Entschließung hat folgenden Wortlaut: „Die 
am heutigen Tage auf Einladung der Vermittlungsstelle 
Vaterländischer Verbände im Circus Busch versammelten 
Tausende deutscher Frauen uni» Männer senden ihren 
Volksgenossen in den zur Abstimmung verpflichteten Ge 
bieten deutschen Gruß mit dem' Ausdruck des Vertrauens, 
daß, am Entscheidungstage kein Mann und keine Frau 
fehlen wird, mit der, MahNpng, auch , nach der Abstim- 
mung auf die mit Sicherheit zu erwartenden schweren 
Kämpfe gerüstet zu sein und ihnen jn deutscher Treue 
standzuhalten. Nach Anhörung von Vertretern unserer 
Stammesbrüder in Eüpen-Malmedy, Oberschlesiem, Ost- 
und Westpreußen und Schleswig-Holstein^erhebenZvir vor 
der ganzen Welt schärfsten Einspruch gegen jede mft 
Frieden, Völkerbund und Selbstbestimmungsrecht unver 
einbare Vergewaltigung. Von der Negierung erwarteir 
wir, daß sie mit.Meiu-ibr^rst Gebote stehenden Mitteln 
unsere Rechte ^aUs'drai^MMnsvertrag wahrt und keinen 
Vertrag unterzeichnet, der unseren berechtigten Forde- 
rungen nicht voll und ganz Rechnung trägt. Wir der- 
langest eine freie und unbeeinflußte Abstimmung als 
unser Mindestrecht». Das ganze deutsche Volk, ohne Unter 
schied der Parteien, rufen wir auf, mi.t uns fest und 
einig zusammenzustehen." 
o Auf das heutige Volkskonzcrt des „Friedenauer 
Männer-Gesang-Vercins 1875" auf dem Maybachplatz, be 
ginnend 8Vr Uhr, machen wir hiermit nochmals empfeh 
lend aufmerksatn. 
o Briefpostbeförderung nach Amerika im Juli. Ine 
Monat'Juli finden Postabgänge nach Nord- und Süd 
amerika aitßer mit englischen Dampfern (etwa zweimal 
.wöchentlich) noch mit folgenden Dampfern statt: 1. Dampfer 
- „Oscar II" und „.Mllig Olav" nach Neuhork, von Kopen 
hagen am 8. und 22. Juli, Postschluß beim Postamt 1 in 
Hamburg am 5. und 19. Juli mittags; 2. Dampfer „Stock 
holm" nach Ncuyork, von Gothcuburg am 10. Juli, Post 
schluß beim Postamt 1 in Hamburg am 6. Juli mittags; 
3. Dampfer „Manchuria" und „Mongolin" nach Neuhork 
von Hamburg am 10. und 24. Juli, Postschluß beim Post 
amt 1 sin Hamburg am 8. .und 22. Juli abends; 4. Dampfer 
„Noordam" und „Nieuw 'Amsterdam" »ach Neuhork, von 
Rotterdam am 17. mnd 23. Juli, Postschluß beim Post 
amt 2 in Emmerich am 15. und 21. Juli vormittags nno 
beim Postamt -1 in .Hamburg am 13. und 19. Juli abends; 
5. Dampfer „Gebria" und „Limburgia" nach Rio de Ja 
neiro usw., vou .Amsterdam am 14. und 23. Juli,^ Post 
schluß beim Postamt 2 in Emmerich am 12. und 26. Juli 
vormittags und beiin Postamt 1 in Hatnburg am 10. 
und 24. Juli abends. Der am 22. Juli vvn Kopenhagen 
abgehende Dampfer .„Heilig Olav" wird nur - zur Be 
förderung von Briefscndungen mit Lcitvermerk benutzt. 
o Die nächtliche Unsicherheit in der Rhrinstrüßc hat in 
letzter Zeit stark zugenommen. Wiederholt haben hier 
Schaufenster- und Schaukasteneinbrüche stattgefunden. crw' 
wurde u. a. Anfang 'dieses Monats im Herrcngar'derobcu- 
geschäft vou Scholl die Schaufensterscheibe zerschlagen. 
Der Wert der gestohlenen Sachen spielt .gegenüber.dein 
Preise der Scheibe nur eine Dringe Rolle. In der 
vorletzten Nacht wurde der Schaukasten der Firma Leiser, 
im Hausflur Rheinstr. 14, ausgeräumt. Die polizeiliche 
Aufsicht soll, wie Ladenbesitzer, die nachts Wache gehalten 
haben, aussagen, sehr zu wünschen übrig lassen. Die 
Sicherheitswachen in der Nacht müßten unbedingt ver 
stärkt werden. 
■ : Terelti£41ctdwid>ten 
)( Männer-Turnverein c. V. (Dbtw.) Damruabteilung/ 
Anläßlich des Volkskonzerts der Männcr-Äesangvereins fällt 
das Turnen der D a tn e ii a fi t c 11 u it g heule' abend bei 
gutem Wetter aus. 
)( Wanderfahrt des riiaugel. Vereins junger Männer. Frei 
tag Abend t/28—rö Uhr Empfang von Kochgeschirre» und.Feid- 
slaschi;». Somtabcnd Abend 6 Uhr: Treffpunkt a:i der .Kaiser- 
eiche. ' Auslagen D -i. Rückkehr: Sonntag Aüeiid 9 Uhr. 
)( Deutsch-demokratischer Iugcndvereiu Groß-Berlin, Ar 
beitsgruppe Friedenau. Am Sonntag, den 4. d. SK., findet 
eine Wanderung nach Strausberg hatt. Trefspunkt Ringbahnhof 
Wllmersdorf-Fri^enan 7 Uhr morgens. Um zahlreiches und 
pünktliches ErscWnen wird gebeten. 
)( Jugendgnrppe der Deutschen Botkspartcl. Montag, den 
6. Juli, abends 8 Uhr, im Jugendheim, Gemcindeschule Osfen- 
bacher Straße. Es spricht Herr stud. Phi!. Meyer über: 
„Zentrum und innere Politik seit 1870". Erscheinen aller Mit 
glieder erforderlich, Gäste wüllommen. 
Xttrmn, Spiel, Speet 
s Gcfallencn-Gedrnk-Sportfest int Deutschen Stadion. Zn 
Ehren ihrer im Kriege gesallcnen Mitglieder veranstalten der 
Verband Brandenburgischcr Athletik-Vereine, der Kreis I los 
Deutschen Schwiminverüandes - und der Gau 20 des Bundes 
Deutscher Radfahrer am kommenden Sonntag,ein großes Sport 
fest im Deutschen Stadion im Gruncwald, das k-ine glänzende 
Besetzung gefunden hat. Die Besten der RcichShauPistadt wer 
den ihre Kräfte messen und sollten die cinzclnon Wettbewerbe 
nur knappe Resultate zeitigen. Besonders sei noch darauf hin 
gewiesen, daß die drei Verbände der Groß-Berlimer Schulen 
3000 Freikarten übersandt haben und weilcrcn Schülern unter 
14 Jahren freien Eintritt gewähren, sofern' sie sich in Be 
gleitung Erwachsener bcsindcn. Hochbahn und Eisenbahn werden 
dem Tage durch Einlegung von Sondcrzügcn Rechnung tragen, 
^.die Untergrundbahgl verkehrt bis zur Station Stadion. 
Berkti vmd - Torom 
go Unchrtzeltliche Brausebäder für Neulöli'ner Volks« 
schulkinder.-Der Neuköllner Magistrat hat beschlossen, auch 
in diesem Jahre in den Schnlbranscbädern des Stadt- 
bades während der Sommerferien vom 5. Juli ab an 
jedem Wochentage in der Zeit von 9—12 Uhr vormittags 
an Gemeindeschüler BransSbäder nnentgeltlich abzugeben. 
Die Badeiväsche haben die Kinder in allen' Fällen mit- 
znbringen. 
VcrmUdbtes 
*0 Ausbau des Rcichsfunkeunctze-s. Zur Ergänzung des 
vorhandenen Drahtlclegraphciinetzcs und zum Ersatz in beson 
deren Fällen, wie bei Massenstörnngen der Drahtleitungon durch 
Unwetter, durch, geivaltsame Beschädigungen usw., ist das 
Reichspostministerium seit über einem Jahre damit beschäftigt, 
ein über das ganze Reich ausgedehntes NeichSfunkennotz zu 
schassen. Nach dem augenblicklichen Stande gehören hierzu die 
zum Senden und Empfangen eingerichteten' Funkstellen Berlin, 
Breslau, Darmstadt, Dortmund, Frankfurt (Main), Friedrichs- 
hafen, Hamburg, Hannover, Königsberg (Pr.), Königswusicr- 
hausen, Konstanz, Leipzig, Stettin, ferner auch Danzig. Außer 
dem sind die ersten von den vorgesehenen zahllpicheii Funk 
empfangsstellen jetzt in Braunschwcig, Breslau, Ehcnmitz,- 
Kottbus, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Duis 
burg, Elberfeld, Essen, Frankfurt (Main), Halüerstadt, Hamburg, 
Hannover, Königsberg (Pr.), Konstanz, Leipzig, Lixgnitz. 
Magdeburg, Rostock, Stettin un3 Stuttgart in Betrieb gesetzt 
Das iReichssunknetz ist in stetem Ausbau begriffen. Auch Bayern 
und 'Württemberg werden jetzt durch Anlagen mit Send- und 
Empfangsapparaten in München und Stilttgart an das Netz an 
geschlossen werden. Die Arbeiten zur Einrichtung der Funk 
stelle in Stuttgart sind bereits soweit gediehen, das; schon 
bald mit deren Inbetriebnahme zu rechnen ist: München wird 
einige Wochen später folgen. Die soeben fertiggestellte Funk 
stelle in Düsseldorf wird in einigen Tagen in Betrieb genommen 
werden können. Auch in dem zur Zeit von der Entente be 
setzten Gebiet sind Funkstellen vorgesehen. Däe interalliierten 
Behörden haben aber vorläufig ihre Zustimmung zur Er 
richtung derartiger Anlagen im besetzten Gebiet versagt. 
Berantw, Schriftleiter: Hermann MärtiniuS in Berlin-Friedenau, 
Bei Betriebsstörung, Streik usw. hat der Bezieher keinett Anspruch 
auf Lieferung Ader Nachlieferung des Lotal-Anzeigers oder auf 
des Bezugspreises.
        
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