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Periodical volume Nr. 146, 01.07.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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Bet 9<r>s!osjinsl au-5 den Nebeullelten ^ , .... , . 
«•»netii« 2.7,1 Mark.- tuirrf, Voten WlMklWe Zeltlivg f8rM.'MeLe§l!V llvL 
Gc5;cc ° : £, ~ S " K? ' Erscheint LZgttch abends. 
frrr.:fi:r;di'.’r: mt ^raf:t-.irg 2129. — gr.iif un> Verlag von Leo Schultz. 
(Kriedenaner -HM Z e i t u n g) 
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Berlin-Friedenau. RhttInstraße ck. -- Fernsprecher: Amt Pfalzburg 2,21. ^ ' . 
Rr. 118 
Berliu-Friedena», Jonarrstaz, den 1. Fair 1930 
Saftig. 27 
Neuest- HachrichUii 
Berlin. Der bisherige Reichsarbeitsminister 
Schlicke verabschiedete sich am Dienstag von den Be 
amten. -Angestelicen und Arbeitern seines Ministeriums 
und stellte ihnen zugleich den neuen Minister Dr. Brauns 
vor. Der Staatssekretär des Reichsarbeitsministerinms 
Geib dankte Minister Schlicke und wies auf das große 
Maß -an Arbeit hin, das unter Schlickes Leitung im 
Laufe des letzten Jahres geleistet worden sei. 
Berlin. Der R e i ch s w i r t s ch a f t s r a t ist gestern 
im alten preußischen Herrenhause mit einer Rede des 
Reichskanzlers Fehrenbach erössnet worden. Zum 
Präsidenten des Reichswirtschaftsratcs wurde Unterstaats 
sekretär a. D. Edler von Braun. Vorstandsmitglied des 
Reichsausschusses der deutschen Landwirtschaft gewählt. 
Erster stcllvertr. Vorsitzender wurdck der Abgeordnete 
Legten, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Ge 
werkschaftsbundes. Ein Antrag W iss s e l, in welchem auf 
die volkswirtschaftlichen und sozialen Schäden der Schlie 
ßung von Betrieben Hingelviesen wird und in dem es als 
unumgänglich geboten bezeichnet wird, den Ursachen dieser 
Erscheinung nachzugehen, wird heute zur Beratung kom 
men. Er soll dem wirtschastspolitischen Ausschuß zur 
Prüfung dieser Fragen überwiesen werden. 
Berlin. Der neuernannte französische Botschafter 
Laurent ist heute früh in Berlin eingetroffen und auf 
Bahnhof Friedrichstraße von den Herren der Botschaft 
empfangen worden. 
Halle a. S. Der Vorsitzende des Betriebsrats der 
Grube Golpa hat die Gelder, die von den Arbeitern zur 
Unterstützung der Opfer des Kapp-Putsches gesammelt wor 
den waren, unterschlagen. Er wurde verhaftet; der gesamte 
Betriebsrat ist von seinem Posten zurückgetreten. , 
Wilhelmshaven. Der kleine Kreuzer „Königs 
berg" muß Ansang Juli an Frankreich abgegeben werden. 
Paris. Die Botschafterkonferenz hat in ihrer gestri 
gen Sitzung den Text der Antwort auf die letzte deutsche 
Note revidiert, in der Deutschland eine Verlängerung der 
S rift für die Räumung der neutralen Zone" verlangte, 
ic Antwort wird ablehnend ausfallen. 
Amsterdam. Wie der Telegraaf aus London er 
fährt. wird Krasfin nach Moskau abreisen, um sich von 
der Räteregierung neue Weisungen zu holen. 
Helsingfors. In einer von rund 375000 Finn 
länder s chwedischer Nationalität unterstützten Eingabe wird 
gegen die Trennung Alands von Finnland Einspruch er 
hoben. 
Set Hauswirt als Verwalter. 
Ein neues Reichsgesetz über Höchstmieten. 
Wie schon in den Hausbesitzer- und Mieterversamm 
lungen angekündigt, soll die Mietefestsetzung reichsgesetzlich 
geregelt werden. Die „Grundzüge eines Gesetzes betreffend 
Beschränkung von Mielzinssteigerungen" sehen eine Art 
Kommunalisierung des Hausbesitzes vor, indem die Mieten 
in der Gemeinde neu geregelt werden und auch die Ab 
gaben des Hausbesitzes, Jnstandsetzungsarbeiten.usw. der 
Gesamtheit der Mieter einer Gemeinde auferlegt werden. 
Deni Vermieter werden die Lasten des Hauses abgenommen 
und es wird ihm außer der Verzinsung seines Kapitals 
ein „angemessener Betrag" für die Verwaltung gewähr- 
leistet. Wenn. auch manche Wünsche der Mieter erfüllt 
sind, so sind ihnen doch andererseits nur Pflichten auf 
erlegt. Die entsprechenden Rechte, die sie namentlich für 
Der 5obn d*$ Millionärs. 
Roman von Florence Warden. 
0 x (Nachdruck verditen.) 
Die tödliche Bläffe auf Magdalenens Gesicht und der 
sch w-re Setzer, mit dem sie in ihren Stuhl zurückgesunken 
war' lieben die Besorgnis der jungen Gesellschafterin m 
der 'Tat hinlänglich gerechtfertigt erscheinen. Und nun 
dachte natürlich niemand mehr an eine Fortsetzung des 
unerquicklichen Streites. Eberhard war sogleich auf 
gesprungen und an die Seite seiner Schwester geeilt. Auch 
d-r Freiherr hatte sich in merklicher Unruhe erhoben, und 
nur Mabel blieb ruhig sitzen, mit gleichmütigem Gesicht und 
mit einem spöttischen Zug an den Mundwinkeln, wie wenn 
ß- durch"») Mifn°nlpi.l-nd-ul-n woll-. daß sie Mn„. 
weas von der Echtheit dieses m einem für sie recht un- 
gelegenen Moment eingetretenen Nervenanfalls über- 
^^Zmmerhin muhte sie sich darein ergeben, daß das 
Unwetter noch einmal vorübergezogen war, ohne zu einem 
vollständige!,Zerwürfnis zwischen Bater und Sohn zu 
ii i n Seine in der Tat halb ohnmachNge Schwester 
|«&\ Ä eWb m8 d-n b-id.1. «dch.» da- 
^odanne-"Hunger eine häßliche Bemerkung seiner ältesten 
I»ch," m ü«w - war liir ihre Klugdei, -in hinreichend 
d-L-s Fmg-iz-ig d-s die- nicht d°r^.ichii°- Ä-i'pun» 
t 'L"Tu7'!dr-k ÄÄ,mm.r- h-.i- M°,d-,.n° 
den Bruder mit einem freundlichen Dankeswort und nnt 
der Versicherung verabschiedet, daß .wenig Ruche 
sicherlich hinreichen würde, sie wiederherzustellen. Aber als 
sie dann mit ihrer Gesellschafterin allein war, brachen all 
die Aufregung und Herzensangst, die sie wahrend der letzten 
halben Stunde mit äußerster Selbstüberwindung hatte 
niederhalten müssen, u>n ven Zorn ihres Vaters nicht noch 
mehr zu reizen, un22stüm uns ihrer Seere vervKr, 
die Teilnahme an der Verwaltung des Hauses forderten, 
sind ihnen vorenthalten. Die wichtigsten Paragraphew 
dcs Gesetzentwurfs sind folgende: 
§ 1. Bei dem Abschluß von Mietverträgen 'über 
Räume irgendwelcher Art ist die Miete nach den Bestim 
mungen .dieses Gesetzes zu berechnen. 
§ 2. Die Miete setzt sich zusammen aus einem Be 
trage *ür a) Kapitalverzinsung, b) Betriebsunkosten, c) 
Unterhaltungskosten. 
§ 3. Für die Berechnung des zur Kavitalverzinsung 
§ 2 Buchstabe a) erforderlichen Betrages ist zunächst der 
von dem Eigentümer bei der Veranlagung zum Wehr- 
bcitrag auf Grund des Gesetzes über einen einmaligen 
außerordentlichen Wchrbeitrag vom 3. Juli 1913 (Reichs 
gesetzblatt S. 505) für das Grundstück angegebene Wert 
festzustellen. Bauliche Verbesserungen von dancriidcm Wert 
sind hlnznznrechnen, und zwar zu dein Wert, den sie zum 
Zsitpunit ihrer Ausführung hatten. 
Von dem nach Absatz 1 'sich ergebenden Betrage ist ein 
Vomhundertsatz zu nehmen; dieser ist in der Weise festzu 
setzen, daß aus dem sich ergebenden Betrage die Verzinsung 
des Hhpothekcnkapitals und des eigenen Kapitals gedeckt 
werden kann. 
Die Festsetzung des Vomhundertsatzes (Abs. 2) erfolgt 
durch die oberste Landesbchördc. Die Gemeindebehörden 
sind berechtigt, Aenderungen des.Satzes für ihren Bezirk 
zu beantragen. 
8 4. Der Eigentümer eines Gebäudes ist verpflich 
tet, der Gemeindebehörde den, von ihm zum Wehrbeitrag 
angegebenen Wert des Grundstückes nachzuweisen. 
8 6. War der Wert des Grundstückes ans besonderen. 
Gründen außergewöhnlich gering oder außergewöhnlich 
hoch angegeben, so kann die Gemeindebehörde auf Antrag 
eines Beteiligten den Wert abweichend festsetzen. 
8 6. Läßt sich der zum Wehrbeitrag angegebene Wert 
nicht mehr seststcllen, oder war überhaupt kein Wert 
angegeben, so wird der Wert des Grundstückes durch 
eine von der obersten Landesbehörde zu bestimmende Stelle 
festgesetzt. 
8 7. Sind au einem Gebäude bauliche Verbesse 
rungen vorgenommen, so kann der Wert des Grundstücks 
auf Antrag des Eigentümers von der Gemeindebehörde 
entsprechend erhöht werden.' Jnstandsetzmigsarbciten gelten 
nicht als bauliche Verbesserungen fm Sinne von Satz 1. 
8 8. Als Zuschlag für Unterhaltungskosten ist ein 
Betrag hinzuzurechnen, der erforderlich ist zur Deckung 
der von dem Hause zu entrichtenden Steuern, öffentlichen 
Abgaben (Kosten für Wasser, Beleuchtung, Kanalisation, 
Müllabfuhr, Schornstcinreinignng usw.) und anderer der 
artiger Betriebsunkosten. Der Zuschlag muß insbesondere 
auch einen angemessenen Betrag für die Verwaltung des 
Hauses enthalten.. Die Kosten für Sammelheizung und 
Warmwasserversorgung sind nicht zu berücksichtigen. 
8 9. Als Zuschlag für Unterhaltungskosten ist ein 
Betrag hinzuzurechnen, der zur Deckung der voraussicht 
lichen laufenden Unterhaltungskosten erforderlich ist. Die 
Kosten größerer Jnstandsetzungsarbeitcn und Anstrich des 
Hauses, Dachreparaturen usw. sind nicht zu berückfich- 
tigen. . , 
§ 10. Die obersten Landesbehörden können für die 
Festsetzung der Zuschläge nach den 88 8 und 9 einen all 
gemeinen Vomhundertsatz des zum Wehrbeitrag angegebe 
nen Wertes festsetzen oder die Festsetzung den Gemeinde 
behörden überlassen. Hat die oberste Landesbehörde den 
Satz selbst festgesetzt, so ist jede Gemeinde berechtig?, eine 
Aenderung des Satzes für ihren Bezirk herbeizuführen. 
8 41. Die Kosten für größere Jnstandsetzungsarbeitcn 
siird grundsätzlich nicht auf die Mieter des einzelnen Hauses, 
„V, wie ungerecht und wie unvernünftig mein Vater 
ist, — Ich dürfte es ja nicht aussprechen — aber ich kann 
mir nicht helfen. Es ist so schrecklich, das alles anhören 
zu müssen, ohne vermitteln zu können. Aber jedes Wort 
von mir würde es ja nur schlimmer machen. Es »ft 
wahrhaftig zum Erbarmen." 
Erft jetzt, als sie schluchzend ihren Arm um Hertas 
Schultern legte, gewahrte sie die seltsame Veränderung 
in dem Aussehen des jungen Mädchens. Ihr Gesicht war 
marmorweiß, aber ihre Augen glühten in einem ganz 
eigenen Feuer. Und ihre Lippen bebten, wahrend sie mit 
leidenschaftlichem Ausdruck hervorstieß: 
Ihr Vater ist böse, Fräulein von Rommger — er ist 
hartherzig und böse! — So durfte er seinen Sohn nicht 
behandeln, auch wenn Herr Eberhard nicht wäre, was er 
ist- ein edler und hochsinniger Mensch, auf den jeder 
andere an seiner Stelle stolz sein würde I" 
Magdalene hatte den Arm von dem Nacken der Gesell 
schafterin herabgleiten lassen, und es war wie eine schmerz 
liche Ueberraschung im Klang ihrer Stimme.' da sie er» 
roiöer ffiJie sehr Sie sich meines Bruders Angelegenheiten 
zu Herzen nehmen. Fräulein Leuendorffl" 
Eine tiefe Bestürzung malte sich jäh in Hertas Zugen 
und ein Erzittern ging über ihren schlanken Körper. 
„Verzeihung I" sagte sie leise. „Ich vergaß meine 
Stellung. Ader Ihr Bruder ist so gütig gegen muh — 
Gütig?" fragte Magdalene zurück. „Davon habe ,ch 
bis jetzt nichts bcmerkt. So oft er sich bis jetzt in unserer 
Gesellschaft befand, hat er ja kaum ein Dutzend Worte mit 
Ihnen gesprochen." . ^ ^ . . 
„Auch das war für mich nur ein Beweis mehr, daß 
er gütig gegen mich gesinnt ist. Würde er mich wie 
seinesgleichen behandeln, so wären vermutlich die Tage 
gezählt, die ich noch in Ihrem Hause zubringen darf, 
Fräulein von Rominger! Ihre Frau Schwester liebt es 
«licht, daß nian einer 'Person in dienender Slellung unan- 
Lemesjeii!: Aufmerksainkeiien exweiit." 
sondern; auf''die Gesamtheit der Mieter der Ge 
rn ein de zu verteilen. Den Landesregierungen bleibt 
es üb erlassen, die zur Durchführung dieses Grundsatzes er 
forderlichen Maßnahmen zu treffen. 
§ 12. Ueber die Notwendigkeit von Jnstand- 
jetzunNsarbelten entscheidet auf Antrag des Vermieters 
oder eines Mieters die Gemeindebehörde. 
, . E».Dir Verteilung der sich nach den Bestimmungen 
oer -88 2 bis 10 ergebenden Miete auf. die einzelner! ver- 
mle ceteil Räume eines Gebäudes erfolgt nach Maßgabe 
der -am 1. Juli 1914 für die betr. Räume gezahlten Mieten. 
Raume, die im Zeitpunkt der Verteilung nicht vermietet 
Iirü), insbesondere der von dem Eigentümer des Gebäudes 
vkier einem Verwalter bewohnten Räume sind gleichfalls 
m berücksichtigen. 
§ 14. Bei Räumen mit Sammelhcizung und Warm 
wasserversorgung hat der Bermietcr für die Hcizstvffe 
Sorge zu tragen. 
Die oberste Landesbehörde kann Richtlinien für die 
Ermittelung, Verteilung und Bezahlung der Kosten er 
lassen, sie kann insbesondere bestinimen, daß der Vermieter 
über die entstandenen Kosten Buch zu führLii und die 
Bücher zu bestimmten Terminen einem von oen Mietern 
des betr. Hauses zu wählenden, aus 1 bis höchstens 
3 Personell bestehenden Ansschnsse vorzulegen hat. 
8 15. Die obersteil Landesbchördcn können Richt 
linien für die Berechnung der Miete bei inöblicrten 
Räumen erlassen. 
.. .. 8 16. Die nach den Bestimmungen dieses Gesetzes zn- 
läffigen Mieten find in Mietbüchern zu verzeichnen. 
Die Mietbüchcr werden von den Gemeindebe-- 
Hörden geführt. Die obersten Landesbchördcn können 
nähere Vorschriften über die Einrichtung und Führung 
der Mielbücher erlassen. 
8 17. Die nach dem Mietbuche zu zahlende Miete gilt 
als die Vertragsmietc. Mit der Eintragung der Miete in 
das Mictbuch ermäßige» sich die vereinbarten oder durch 
die 'Einigungsämter festgesetzten Mieten vom nächsten 
Mietzahlungstermin ab auf den danach zulässigen Betrag. 
War die vereinbarte Miete niedriger, so tritt eine ent 
sprechende Erhöhung ein. 
Hat der Mieter einen höheren als den sich nach Z 1 
ergebenden Betrag bezahlt, so ist er berechtigt, die für 
die letzten sechs Mviia.e zuviel gezahlten Be 
träge von dem Vermieter z u r ü ck z u f o r d c r n. 
Dieser Gesetzentivurs dürfte in der nächsten Zeit zu 
regen Aussprachen in de«« Hausbesitzer- und Mieterver 
sammlungen Anlaß geben. 
Srtsnastiriöjten für Mm» jinD Wurlm. 
Wachdr, unsrer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Ferienspiele und Ferienwanderungen. 
Während der großen Ferien finden ab Montag, den ‘ 
5. Juli d. Js. Fcrienspielc ans folgenden Spielplätzen 
statt: 
1. Sport- und Kinderspielplatz an der Offcnbacherstr. 
2. Spielplatz an der Schwalbacherstraße. 
3. Kinderspielplatz im Birkenwätdchen. 
Die Spiele währen vormittags von 9—12 Uhr und nach- 
mittags von 3—ü Uhr. Für Beaufsichtigung und Lei 
tung der Spiele hat die Gemeinde Sorge getragen. 
Ferner werden vom 5. Juli ab HalbtagSwanderunAeir 
nach dem Schillerspielplatz in Dahlem, der Lilien Fischer- 
hütte und Onkel Toms Hütte veranstaltet. Sammelplatz: 
Schillerplatz. Beginn der Wanderungen: 8 Uhr morgens, 
Rückkehr: 3 Uhr nachmittags. Die Kinder werden in den 
C.-..C jUjtj ij .ii.t c j... , i p I I.itti'1'zlitt-i.r Re 
signation, daß die kleine argwöhn sitze bi>:.;r,ng in Mazda» 
Icv.e»-) Herzen sitzen wieder einer Empsi idnng warmen, 
liebevollen Mitgefühls Platz machte. Eie zog das er 
bebende Mädchen neben sich auf die Ottomane nieder und 
sprach mit so herzlichen Worten auf sie ein, als hätte sie 
ein begangenes Unrecht an ihr gutzumachen. Herta aber, 
überwältigt von dem Sturm der Gefühle, der ihre junge 
Seele bewegte, beugte sich auf die schmale, abgezehrte Hand 
der Leidenden herab, um sie unter heißen Tränen wieder 
und wieder zu küssen. — 
&&' 4. Kapitel. 
Soweit die äußeren Umstände in Betracht kamen, 
Ljätte man den Millionär und seine Familie wohl um die 
köstlichen Genüffe beneiden können, die der Aufenthalt an 
der Riviera ihnen in verschwenderischer Fülle darbot. 
Die luxuriös ausgestattete Billa, die Johannes Rominger 
«nter Aufwendung eines kleinen Vermögens für den 
ganzen Winter gemietet, hatte eine wahrhaft paradiesische 
Lage, und das Wetter war seit dem Tage ihrer Ankunft 
andauemd so prächUg, daß sie die Annehmlichkeiten des 
südlichen Klimas gründlich auskosten konnten. 
Seine günstige Wirkung auf die beiden Mädchen ließ 
denn auch nicht lange auf sich warten. Magdalene 
empfand ihren leidenden Zustand weniger schwer als in 
Berlin, und Herta blühte auf wie ein Pflänzlein, das man 
aus steinigem, trockenem Erdreich in einen ihm zuträglichen 
Boden versetzt hat. 
Die Formen ihrer zierlichen Gestalt begannen sich 
lieblich zu runden, und die Farbe, die sonst nur eine 
seelische Erregung vorübergehend hervorzuzaubern ver 
mocht hatte, lagen jetzt als ein zarter rosiger Schimmer 
beständig auf ihren Wangen. 
Selbst Johannes Rominger, der der Gesellschafterin 
seiner Tochter sonst kaum irgendwelche Beachtung geschenkt 
hatte, war auk diese Veränderung aufmerksam geworden 
»lnd hatte gelegentlich eine freundlich scherzhafte Veineriuna 
Darüber RN-r i«gita hatteweniü Vergnlaijuna, sich
        
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