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Periodical volume Nr. 145, 30.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

zunehmen. Die Hilfskräfte haben ihre Wünsche im Aus 
schuß vorgetragen, wosich die Herren durchaus einwandfrei 
betragen haben. Eingegangen sei hierzu noch der schon 
im Ausschuß gestellte Abänderungsantrag Albrecht: so 
bald Berlin die höheren Sätze definitiv angenommen hat, 
sollen diese auch für Schöneberg gelten. G.-V. Erd m a n n 
(Soz.) empfiehlt die Annahme des Znsatzantragcs, auch 
Stadtv. Wilberg (Unabh.) tritt dafür ein, indem er 
von einer Verschleppungstaktik des Berliner Magistrats 
spricht. Der Abändernngsantrag Albrecht, daß die höhe 
ren Sätze gelten, sollen, sobald sie in Berlin angenommen 
sind, ,wird mit . 24 gegen 23 StfchMn genehmigt. Die ' 
Vorlage, wird ..dann - im.-Ganzest «ngeiiHlnrxn. ., 
Die - erhöhten'^ BesoldstnMn'machest' insgesamt einen 
Betrag von 13 Millionen Mark aus. 
Nach kurzem Bericht des! Stadtv. Otto werden die 
vom Rcchnungsausschuß vorgelegten Rechnungen ge- 
nchmigt. 
Die Petition der Buchdrnckereibesitzer über Herstellung 
von politischen Drucksachen durch, die Stadtdruckerei wird 
als erledigt betrachtet. 
Die Petition des Schöncberger Lehrerausschusses um 
Erhöhung der Mittels für Lehrmittel durch Gewährung 
einer außerordentlichen Zulage als Ausgleichszuschlag 
wird dem Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen, mit 
der Maßgabe, die als Extraordinarium in den Haushalt 
für 1920 eingestellten Summen möglichst zu verdoppeln. 
Der Magistrat wird weiter ersucht, diesen Beschluß im 
Interesse der Beschleunigung ohne Anhörung der zustän 
digen Schuldeputationcn zur Durchführung zu bringe». 
Ueber die Petition des Herrn Haubold, Hochkirchstr. 
Nr. 12, um Zahlung einer Entschädigung im Betrage 
von 300 M. für die frühzeitige Räumung des Pacht 
landes -an der Hochkirchstraße wird zur Tagesordnung 
übergegangen. < 
Ausbau der Tölkslüchstnöaracke in den Cäcilicnxärte.n 
zu Wöhnuugeu. 
Hierzu liegt noch ein Antrag der Demokraten vor, 
auch die Volksküche an der Ebersstraßc auszubauen. Stadt 
verordn. Frl. Fromm (Freie Vgg.) wünscht, daß die 
Wohnungen, die geschaffen werden, auch wirklich den 
Schönebergern zu Gute kommen. Sie stellt einen Antrag, 
in welchem sie wünscht: eine Liste der Mieter, die seit 
1. Oktober 1919 auf der Dringlichkeitsliste und die nicht 
apf der Dringlichkcitsliste stehen. Welche Mieter von 
Auswärts Wohnungen erhalten haben und welche Gründe 
vorlagen, diese heranzuziehen. Durch diese Aufstellung 
soll festgestellt werden, wie weit die Gerüchte zutreffend 
sind, die besagen, daß Schöneberger Bewohner keine Woh 
nungen erhalten können. Soweit diese Vorwürfe unberech 
tigt sind, werden sie klar gestellt, soweit sie aber be 
rechtigt sind, muß für Abstellung gesorgt werden. Ober 
bürgermeister Do minie ns erklärt, daß nur solcheAns- 
ivärlige hier untergebracht würden, die vom WohnungS- 
verband zugewiesen werden. Er bittet, sich wegen der 
Volksküchenbaracke an der Ebersstraßc nicht festzulegen, 
weil er hier Büros des Arbeitsamtes unterbringen möchte. 
Dadurch werden viele Läden freigemacht. Stadtv. Lassen 
'(Dem.) ist mit dieser Abänderung des Antrages einver 
standen. Für den Ausbau der Volksküchenbaracke zu 
Notwohnungen werden^340000 M. bewilligt, auch dem 
Ausbau der Volksküchcnbaracke Ebcrssträße zugestimmt. 
Desgleichen wird der Antrag von Frl. Fromm gegen die 
Sozialdemokraten angenommen. 
Zu den .für Umbau- und Jnstandsetzungsarbeiten der 
Abteilung .für männliche Personen des Städtischen Ar 
beitsamtes sowie für Möbel und sonstige Einrichtungs 
gegenstände bewilligten 21 000 M. werden weitere 18'200 
Mark nachbewilligt, vorbehaltlich der anteiligen Erstattung 
aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge. 
Zu den für Umbau und Einrichtung der Baracke 
auf dem Winterfeldtplatz bewilligten 155 000 M. werden 
lveitere 67 000 nachbewilligt, vorbehaltlich der anteili 
gen Erstattung aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge. 
Die beiden Anfragen Dr. Schneider und Gen. und 
Albrecht und Gen. betr. mangelhafte Aufstellung deo 
Wählerlisten werden zusammen verhandelt. Stadtö. Dr. 
Schneider erklärt, daß die Wählerlisten in unverant 
wortlicher Weise aufgestellt worden sind. Es seien in 
einer Fülle von Fällen willkürliche Streichungen vorge 
nommen worden; man könnte vielleicht sogar von absicht 
lichen Streichungen sprechen, allerdings fehlen ihm für 
eine solche Behauptung die Unterlagen. Leute, die die 
Listen eingesehen haben, waren nachher gestrichen. Das 
wurde durch einen Stempel ausgedrückt: „Für die Kommn- 
nalwahl gestrichen!" Bei einer solchen Abstempelung müsse 
der Name des Beamten mit eingetragen sein, der die 
Streichung ausführt. Stadtv. Kaspar (Soz.) führt aus, 
daß alle. Parteien unter der unsorgsältigen Aufstellung 
der Wählerlisten zu leiden hatten. Auch er führt einige 
krasse Fälle an. Magistratsassessor Althaus antwortet, 
daß zu. den. Abschriften der Listen Hilfskräfte .herangci 
zogen wurden. Die Arbeit. wurde später immer sorg 
loser, fodaß sogar ganze Seiten ansgelassen wurden. Bei 
der Kurze der Zeit waren Nachprüfungen nicht vollstän 
dig möglich. Die Stempel sind nur vom 22.-28. Mai 
in Gebrauch gewesen und dann verschlossen worden. Sie 
sind von, dem. Tage ab Niemandem mehr in die Hände 
gekommen.. Die Schwierigkeit sei hier, daß die Stadt 
auf die.Meldestellen in den Polizeibüros angewiesen sei, 
während z. B. in Friedenau das Meldeamt mit der Ge 
meindeverwaltung zusammenhänge. In .Zukunft" sollen 
aber Ausweiskarten ausgesandt werden. 
Die'Vorlagen des Magistrats über die Jahres 
abschlüsse der! Sparkasse kür 1919 und über den 
Jahresabschluß und die Vermögensübersicht yebst- Ge 
winn- und Verlustrechnung der Girokasse für 1919 wer 
den zur Kenntnis genommen. 
NachsbewMigt werden 20 000 M. und 215 000 M. 
zum Sparkassenhaushalt, 9664,20 M. zum Feuerlösch- 
hanshalt für 1919 und 4231,01 M. zum Haushalt der 
allgemeinen Verwaltung für 1919. 
. Ncupflasileriung dop Kolonnenstraße. 
Stadtv. Linicus (Fr. Vgg.) bemängelt es, daß hier 
nur halbe Arbeit gemacht werden solle. Mon könnte 
doch hier Erwerbslose beschäftigen. Stadtbaurat W a g - 
n e r erklärt, daß es an Asphalt fehle. Es werden 120 000 
Mark für die Pflasterung der Kolonnenstraße bewilligt. 
Herstellung des Spielplatzes am Priesterweg. 
Stadtv. Block (Fr. Vgg.) hält die Unterhaltungs- 
kosten in Höhe von 400 000 M. für den Spielplatz für 
sehr hoch. Der Spielplatz koste ein ungeheures Stück 
Geld, ob es da nicht besser sei, die neue Berliner Stabil 
verordneienversammlung beschließe darüber. Oberbürgey 
mcister Dominicüs erklärt, daß alle Gemeinden in 
Groß-Berlin derart große Anlagen geschaffen haben, die 
hohe Summen erfordern. So habe Lichtenberg sich ein 
Stadion geschaffen und Charlottcnburg habe allein jür 
den Grunderwerb.für einen Spielplatz 5,3 Millionen Mark 
ausgegeben. Hier habe man nichts dafür gezahlt. Die 
persönlichen Kosten sind in der Unterhaltung mit einbe 
griffen. Hier könnten Notstandsarbciten ausgeführt wer 
den, während für die Straßcnpflasterung der Asphalt 
fehle. — Die angeforderte!" 700 000 M. für den Spiel-' 
platz werden bewilligte- : " 
ErwMcVuügAau; dsS Rathauses. 
Stadtv. Block (Fr. Vgg.) glaubt, daß die angefor 
derten Kosten teils schon verbaut sind. Stadtbaurat Dr. 
Wagner erklärt, daß die Arbeiten teils vergeben worden 
sind, teils noch vergeben werden sollen. Stadtv. Jatzow 
(Fr. Vgg.) meint, wenn mau die Mauersteine, die für' 
Lindenhof verwendet wurden und dort lange lagerten, 
gleich mit im Rathaus verbaut hätte, man billiger davon 
gekommen wäre. Stadtrat Dr. Wagner erklärt, daß. 
es schließlich gleich sei, wo die billigen Steine verbaut 
würden. . Stadtv. Ziegler (Fr. Vgg.) fragt, ob durch 
die Zusammenlegung von Friedenau und 'Schönebcrg 
nicht Räume im Friedenaucr Rathaus frei werden. Ober-" 
bürgermeister Dominien s erklärt, daß er mit Herrn 
Bürgermeister Walger iß Verbindung getreten sei, Um 
eine reibungslose Ueberführung der Verwaltung zu er 
möglichen. Die Verhandlungen seien noch nicht abge 
schlossen und es lasse sich noch nicht übersehen, welche 
Räume dort verwendet werden können. Aber man brauche 
noch sehr viele Raume. Eine ganze Anzahl Büros seien 
noch außerhalb des Rathauses, untergebracht, diese lassen 
sich noch nicht einmal vollständig in dem neuen Flügel 
unterbringen. — Die Kostenanschläge zum Erweitetungs- 
bau 'des Rathauses Zn Löhe von 6 200 000 M. werden 
genehmigt. " 
Zwecks Unterstützung derjenigen dringend hilfsbedürf 
tigen Schönebergcr Einwohner und ihrer Angehörigen, die 
infolge der Unruhen-im März d. Js/Schäden ün Leib 
und Leben davongetragen haben, wird ein Höchstbetrag' 
von 30 000 M. bewilligt. 
Die Entschädigung für Medici na ^Praktikan 
ten wird ab 1. Juli 1920 auf 300 M. erhöht. Die er 
forderlichen Mittel in Höhe von 7 875 M: werden nach- 
bcwilligt. 
Zum unbedingt notwendigen Ankauf von Gummi- 
kissen,. Luftringen usw. bezw. zur Ausführung von 
Reparaturen von Gummisachen werden zum Krankenhaus- 
Haushalt 35 000 M. nachbewilligt.' 
Der Tarif für Röntgenaufnahmen wird wie ( 
folgt festgesetzt: Für eine Durchleuchtung sind 15 M. und 
bei wiederholter Beleuchtung 30 M. zu berechnen. Für 
Platteuaufnahmcn werden folgende Preise festgesetzt: In 
den Größen: 9:12 10 M., 13:18 20 M., 18:24 30 Mt. 
24:30 40 M., '30:40 60 M. Bei ganz großen Platten 
ist ein entsprechender Zuschlag zu berechnen. Für Be 
strahlungen sind folgende Sätze zu erheben: Bei hoch ge 
filterter Ticfentherapie pro Feld 15 M., bei Oberslüchen- 
bcstrahlung 6 M. pro Feld. 
Für den Ausbau des Daü'f es . Trägerst-r. 
(nahe der Hauptstraße) hat die Städtverordnetetiversamm- 
lnng ' bereits 1225 000 M. bewilligt. Die Kosten für 
Ausbau des Dachgeschosses 'wären hierbei stoch nicht be 
rechnet; auch sind inzwischen die Materialpreis« gestiegen, 
sodaß noch weitere 495 000 M. erforderlich werden. — 
Dieser Betrag wird nachbcwilligt: 
Zum Haushalt der Volksbüchereien tverden an Per- 
sonalkostck-r usw. insgesamt 2550,48/ M. 'nachbewilligti 
' Daitzit ist die'öffentliche Sitznng gcgen 11 Uhr/er 
ledigt. Es-folgt tkiie geheime Sitzung: ■ - . - 
LrlMWW U WM» MS 6ünctoB,f 
(Rachdr, unsrer o-Origtnaläxtikel nur mit Quellenaugab» gestattest) 
o Unser WyMZÜnaM war heute mit Obst und Ge 
müsen wieder, sehr reich beschickst-Die Lebensmittnlun-.' 
rußen in Berlin und im Reiche haben aber auf die Preise 
kaum eine Einwirkung ausgeübt. Gegenüber den Preisen: 
om- vorigen Sonnabend waren kaum merkliche Verände 
rungen eingetreten. Kirschen kosteten je nach Güte 1,50 
Mark. 2 M.. 2,30 u.nd 2,50 M. Sauerkirschen 2,50 M., 
Erdbeeren 4,25 M., Stachelbeeren 3 M.. Gurken 1,50, 
21. und 2,50 M., Blumenkohl. 2,50—4 M., Kohlrabi 
die Mandel 2,25 M. Die neuen Kartoffeln wurden mit 
1.60 M. verkauft. Die Eier kosteten 1,70 M. Auch für 
die übrigen Erzeugnisse bewegten sich die Preise zwischen 
2—3 M. Daß auch der freie Handel, für den wir im 
übrigen -voll eintreten, die Preise nicht so schnell herab 
mindert, ist aus den Obstpreisen zu ersehen. Obwohl 
Erzeuger, aus Caputh usw., selbst ihre Waren anbieten, 
der Zwischenhandel also ganz ausgeschaltet ist, halten sich 
die Preise doch ziemlich hoch. 
o Die «min Flrischpvgffe für Friede rau und Schöne 
berg. Nach den amtlichen Festsetzungen des Schönebcr- 
gcr Magistrat und des Frieoenaucst Gemeindevorstandes 
gelten folgende Kleinhandelspreise für Fleisch: Der Preis 
für Rindfleisch darf bei Abgabe an den Verbraucher 
nicht übersteigen: Für ein Pfund: Lende (Filet) mit 
Knochenbeilage 11,50 M., Roastbeef mit eingew. Knochen 
11 M., Keule und Bug mit Knochenbeilage 11,40 M., 
Kamm, Brust, Querrippe und Schwanz mit eiugewachsene:! 
Knochen 10 M., Dünnung und Hesse mit Knochenbeilage 
9,90 M., Hackfleisch 11 M., Knochcit (ohne Kopfknöchen), 
die nicht als Beilage verkauft werden, 1 M„ Kopfknochcn 
0,50 M., leere' Röhrenteile der Knochen dürfen als Bci'- 
läge. zum Fleisch und als SuPPcnknochen nicht verkauft 
werden. Das Feilhalten von Schabefleisch ist verboten. 
Für Kalbfleisch für ein Pfund: Rücken und-Keule 
mit Haxe, Brustspitze ohne Hals, ohne Nachürust und ohne 
Dünnung, auch Schnitzel' mit Knöchenbeilage 12 M, die 
übrigen Teile mit Knochenbeilage > -10,80 M. Für 
Hammelfleisch für ein Pfund: Keule. Rücken, dicke 
Nistpe 12,90 M., Dünnung, Hals und-Vorderbein 12,20 
Mark, Fleisch ohne eingewachsene Knochen darf nicht her 
lauft werden. Für frisches Schweinefleisch bezw. 
Schweinefett für ein Pfund: Liesen und Rückensett. 
Schinken ohne Bein. Rippespeer, Kamm, Schuft, Bauch, 
Blatt, Querrippe, Backe 11,60 M. Dickbein,. Spitzbein 
und Kopf ohne Backe werden als Knöchenbeilage dein 
knochenfreien Fleisch und dem Fett bis' zu r/z der einge 
kauften Fleischmenge zugewogen.- Der Verkauf von ge 
halstem Schweinefleisch, rein oder mit anderem Hleisch 
vermischt, ist verboten. — Bei Abgabe von Mengen unter 
1 - Pfund an die Verbraucher gelten die Prelle 
^entsprechend mit der Maßgabe, daß .Bruchteile von. 
Pfennigen auf volle Pfennige nach oben abgerundet Mr> 
den dürfen. Die Höchstpreisskstsctznng bezieht ftch 
nicht auf die Verabfolgung zubereiteter Flcischwaren in 
Gast- und Schanlwirtschasten, Speisewirtschaften, Frem 
denheimen und Speiseanstalten (Pensionaten u. Kantinen). 
o Eine « Gebühr,ärlordnnng für die ErhOuvg von 
StKndncid auf den Woch.'nmär'ttcn in Bln.-Schsueberg hat 
der Schönebcrger Magistrat erlassen. Nach dieser werde,t 
die Marktstände in Monats- und Tagcsstände eingeteiltf 
zu den letzteren gehören auch die Slraßenstände. Die 
Lage 'und die Größe jedes Standes ergibt sich aus dem 
für den betr. Markt von der jeweils zuständigen städt. 
Deputation aufgestellten Plan; die Stände sind auf den 
Marktplätzen entweder durch größere Pflastersteine oder 
durch farbige Striche abgegrenzt. Das Marktstandgeld 
beträgt: a) für Monatsstünde: für jedes Quadratmeter 
markttäglich 40 Pfg.; b) für Tagesstände: Dr jedes 
. Quadratmeter markttäglich 40 Pfg.; c) für Straßenstandc: 
für den Raum eines jeden Wagens, von dem herab ver 
kauft wird, markttäglich 1 M. Für Monatsftände ist das 
Marktstandsgeld am ersten Markttage eines jeden Monats 
für den ganzen Monat im voraus zu entrichten, auch 
wenn der angewiesene Stand demnächst überhaupt nicht 
oder cnur zeitweise benutzt wird. Wird das Standgew am 
ersten Markttage aines Monats nicht gezahlt', so wird der 
Stand als frei geworden betrachtet und anderweit ver 
mietet. Ist ein 'Monatsstand eine Stunde nach der für 
den Beginn des Marktes festgesetzten Zeit nicht .cinge- 
inommen, so kann er für diesen Markttag als Ta§esstano 
»anderweit vergeben und 'für ihn das tarifmäßige instand- 
geld erhoben werden. '.Der Inhaber des Monatsstandes 
wird' hierdurch von seiner Zahlungsverpflichtung für den 
anderweitig vergebenen Stand nicht befreit. Die Mamt- 
ftandsgeldgnittung ist auf dem Stande aufzubewahren^ 
Dem mit der Aufsicht über die Wochenmärkte beauftragten; 
und init einer Legitimationskarte versehenen Beamten ist 
die Marktstaiidsgeldquittung aus Verlangen sofort vorzü- 
zeigen. Standinhaber, die sich nicht durch Vorzeigen der. 
Standgeldqliittung legitimieren können, haben ohne Rück 
sicht rauf eine schon erfolgte Zahlung sofort das tarif 
mäßige Standgeld zu entrichten. Die Gebührenordnung; 
ist vom Bczirksäusschuß zu Potsdam am 27. Juni d. Js. 
genehmigt und am 28. d. M. in Kraft getreten. 
o Kavtofielverrauf. Da die 'Händler jetzt genügend 
mit Kartoffeln versehen sind, so wird der Gemeindever 
kauf Rheiüstr.' 31, von morgen ab eingestellt. 
v WurstpMse.'! Es' darf der Preis für ein Pfund 
frische Brat^vnrst mit Wasser abgerieben und Saucis 
chen 10,90 M., für Brühwurst (Bratwurst, Knob- 
lanchwuxst, Wiener, Jauersche, Breslauer, Frankfurtev. 
Würstchen)'11,10 M. bei'Abgabe an den Verbraucher nicht 
übersteigen. Der Ladeüvtrkaüsspreis für Einheitswursc 
ist anderweitig festgesetzt. Es kostet vom 28. Juni 1929' 
ab das Pfund frische Leberwurst und frische 
Blutwurst.5,20 Mark. 
o Frühkartoffeln gibt es bereits in Berlin ans Karten. 
Der Preis ist auf 50 Pf. fpr 1 Pfund festgesetzt worden. 
Hoffentlich ist' das auch von Einfluß auf die Preisgestal 
tung für die im freien Handel bcsindlichcn Frühkartoffeln. 
o Preisher'Lbsetznng für Margarine. Vom Reichs- 
Ministerium für Ernährung' und Landwirtschaft ist ab 
1. Juli 1920 der Abgabepreis für Margarine durch-den 
.Reichsausschuß für pflanzliche und jierische. Ocle und 
Fette von 21 Mark apf 16 Mark das Kilogramm heraü- 
I gesetzt worden. 
o. .'Der SWMEHrs mrserer Gchueinke firideL.auK- 
noch in den folgenden Tagen, bis Sonnabend, statt. ; 
o Tie sogcn. iKöksklansel, die vielfach in Mietsverträge 
aufgenommen ist, ist vom Wohlfahrtsministcrium für Ver 
träge, die nach dem 25.'Juni 1919 abgeschlossen sind, für 
nichtig erklärt worden. 
o Ernemümg. Geheimer Regicrungsrat Dr. Kühn in 
lBcrlin-Halensee, Jöachim-Friedrich-Straße 55, ist zum 
Oberregiernngsrat beim Landesfinanzamt Brandenburg 
in Berlin ernannt worden. Er stand über 20 Jahre an der 
Spitze der Staatsstenerverwaltung für den Kreis Teltow 
bezw. seit 1911 für das ans den großen Gemeinden 
Steglitz, Friedenau, Lichterfelde, Zehlendorf gebildete 
Staatssteueraint in Berlin-Steglitz. 
o Beförderung. Rechnungsrat im Reichssinanz-Mi- 
nisterinMj O. Lüd ke, Rheinstr. 42, Steglitz, Hauzitmann 
d. L. ist zum Major befördert. 
o Heute Abend (29 Uhr findet das Volkskonzert de» 
„Friedenaucr Männer-Gcsang-Vereins 1875", (Chor-' 
mcister Wilhelm Schmidt) auf dem Mahbachptatz statt. 
Dem, der sich am deutschen Lied erfreuen möchte, empfehlen 
>vir den Besuch. Doch bleibe jeder auf den Wegen,.gehe 
nicht auf den Rasen und folge den durch Armbinden er 
kenntlichen Ordnern, die unser Münner-Turn-Berein stellt. 
Die Sammlung, welche die Damen des Turnvereins in 
die Hand genommen haben, ist zum Besten der Kriegs 
hinterbliebenen. 
obh Aushsibnng der Zwarkgs'vevwältirng für die Hand» 
tver7kr-lKra«khn»nstc. Der Polizeipräsident hatte im Laufe 
des Krieges, als das Fortbestehen der Krankenunter» 
.stützniigs- und Sterbekasse selbständigew Handwerker in 
Berlin infolge der unhaltbaren Zustände innerhalb des 
Kassenvorstandes' schwer gefährdet war, die amtliche'' 
Zwangsverwaltnng der Kasse angeordnet und mit der 
Führung der Geschäfte den Präsidenten der Handwerks 
kammer zu Berlin, Obermeister Ra har dt, beauftragt. 
Die Zwangsverwaltnng ist jetzt aufgehoben und in der 
Mitgliederversammlung der Handwerkerkasse ein neuer 
Vorstand gewählt worden, den "der Polizeipräsident bereits 
bestätigt hat. Zugleich hat der Polizeipräsident dem 
Obermeister Rahardt für seine „in uneigennütziger" Weise 
im Interesse des Handwerkerstandes der Kasse und der 
Tlnfsichtsbehörde geleisteten wertvollen Dienste" in einem 
Schreiben seinen verbindlichsten. Dank ausgesprochen. 
v Das selten« Fest der goldenen Hochzeit begeht am 
Sonnabend, den 3.. Juli, der Schmiedemeistcr Adolf 
Arndt mit feiner Ehefrau Luise, geb. Albrecht, wohn 
haft Wilhelmstr. 8. Dem Jubelpaare', das sich in Fric- 
denan infolge seiner Rechtlichkeit und Bierkeit großer 
Achtung erfreut, möge es' an diesem Tage an Ehrungen 
nicht fehlen. Am gleichen Tage feiert die jüngste Toch 
ter das Fest der silbernen Hochzeit. 
; o (Sxnt WörWüktg ixH Setatojmn* u. Krieg er-Vcreins,- 
. dem die Fürsorgevereinigung für hilfsbedürftige Kriegs- 
Veteranen angegliedert sind, überbrachte unter Führung 
von Herrn Schulrat Ritter und Frau Minna Stotze, dein 
Ebepaar-Weikamp, Rheinstr. 50, zur goldenen Hoch 
zeit Glückwünsche lind ein Geldgeschenk. 
obh Tic Haildwerkskammer gegen deir . stödtischfln 
Eizkrrüetrica. Der Vorstand der Handwerkskammer'in 
Berlin hat sich mit dem inzwischen angenommenen Antrag
        
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