Path:
Periodical volume Nr. 143, 28.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

dbend initsc dein' Vorsitz des Leitenden Wahlkommissarö, 
Obörbürgerfficisters "sWermuth, das Gesamtergebnis der 
Stadtverordnetenwahlen amtlich festgestellt und den Wahl- 
guoticntcn, die für einech Stadtvcrordnetensitz erforderliche 
sVcrteilungszahl, ermattest. Danach sind bei der 'Wahl 
cm ,20. Juni insgesamt 1 645 241 gültige. Stimmen ab 
gegeben worden,'die, durch 225, die Zahl der Groß-Ber- 
liner Stadtverordneten,-geteilt, den Wohlquotienten von 
7312 ergeben. Diese Zahl ist den Kreiswahlkommissaren 
in den 15 Stadtwahlkrciscn mitgeteilt worden. Diese 
shaben fehl die Aufgabe, dir Zahl der in ihren Wahlkreisen 
gewählten Stadtverordneten festzustellen, und sie sowie 
die auf jeden Wahlvvrschlag. entfallenden Neststimmen dem 
Leitenden Wahlkommissar' zu übermitteln. In einer neuen 
Sitzung des Stadtwahlcküsschusscs wird dann festgestellt, 
wieviel Stadtverordnete ^ auf die Stadtlisten zu wählen 
sind und wie sie sich nach dem Verhültniswahlshstcm der 
Höchstzahlen auf die einzelnen Stadtlistcn verteilen. Dieser 
umständliche Börgang datier,t mindestens eine weitere 
Woche; erst dann haben sich wiederum binnen einer Woche 
die Gewählten über die Annahme der, Wahl und im Falle 
der mehrfachen Wahl darüber zu erklären, in welchen; 
Wahlkreise sie die Wahl annehmen. Wer zugleich auf der 
Kreisliste und der Stadtliste gewählt ist, hat nach der 
Wahlordnung des Minister,s des Innern die Wahl i,m 
Kreise anzunehmen. Vön den Parteien haben nach dein 
Bericht des stelln. Leitenden Wahlkommissar,s, Stadtrats 
Loehning, insgesamt Stimmen erhalten: U.S. P.D. 
633 057, S. P. D. 283 58h, Deutsche Vp. 275 664, Dentsch- 
Uat. Ep. 188 207, Bürger,block (Liste Steiniger) 16 509, 
Demokrat. Partei 116 657, Wirtsch. Verein. 68 635, Zen 
trum 61 388, Frauenliste 938, zusammen 1 645 241 Stim- 
smen. Im Stadtwahlausschust entspann sich dann eine be- 
»nerkenswerle Aussprache über die Berechnung der ungül 
tigen Stimmen. Stadtrat Loehning berichtete, daß 7643, 
davon allein in Berlin 5543 ungültige Stimmen abge 
geben worden seien. Bon diesen sind aber 4081 zu Un 
recht von den Wahlvorstehern für ungültig erklärt worden. 
bh 
o Das amtliche Ergebnis der RerchStagswahl in un 
serm Wahlkreise (Potsdam II) ist folgendes; 
Unabhängige 15 l 948 Stimm., 4 Sitze, 11 048 Neststimm. 
Sozialdemokrat. 140 640 „ 2 „ 26 046 „ 
Demokcoten 88 801 , 1 „ 38 891 , 
DtscheBolkspart.183 068 ., 3 , 3 068 , 
Deutschnationale 120 984 „ 2 „ 984 „ 
Zentrum 23 862 ., — „ 23 862 
Aufbaupartci 7 f — „ 7 „ 
Kommunisten 10 872 „ — „ 10 872 „ 
Wirtschaftliche 19 180 ., — „ 19 186 
Nationaldcmokcnt 447 „ — r 447 „ 
Welsen 147 . — 147 „ 
Zttsammin 845 968Stimm., 12 Litze 125 968 Nestjtlmm. 
o Der Geschäftsbericht des Fricdcnane'r Einigungs- 
iamtcs, iStand vom 1. Jicni 1920) verzeichnet folgendes: 
Am l. Mai d. I. ivaren nach dem Tagebuch an unerledigten 
Anträgen vorhanden 3593, dazu Gcsamtzngänge im Mai 
1366, zusammen 4959 Anträge. In den Zugängen sind 
enthalten: 1 Schlichtungsantrag in einer Hypothekcnsache, 
1235 Anträge in Beschlnßsachcn, darunter 54 Anträge 
des Wohnungsamtes auf Prüfung bezw. Zwangsfestsetzung 
des Mietpreises, sowie 131 Anträge an die Schiedsstclle. 
Es wurden erledigt: a) Schlichtungssachen 1; b) Beschluß- 
sachen (43 Sitzungen) durch Beschlüsse 333, durch Ver 
gleiche 96, durch Zurücknahme 459, zu st 588; c) Angelegen 
heiten der Schiedsstclle (6 Sitzungen) durch Beschlüsse 37, 
durch Vergleiche 4, durch Zurücknahme 17, zus. 5ft, in 
Summa 647. Es bleiben mithin noch zu erledigen 4312 
Anträge. 
o Nachtrag zur Sitzung der Schöneüerger: Stadtver- 
lordncten am Montag, den 28. Juni und Ddnnerstag, 
den 1. Juli. Die Punkte 39—51 werden in geheimes 
Sitzung verhandelt. 52. Kenntnisnahme von dcr Vorlage 
des Magistrats betr. die Jahresabschlüsse der Sparkasse für 
1919 und die Vermö.gensübcrsicht nebst Gewinn- und 
Werlustrechnung. 53. Desgl. betr. den Jahresabschluß und 
die Vermögensübcrsicht nebst Gewinn- und Verlnstrech- 
uung der Girokasse für 1919. 54. Beschlußfassung über 
die Vorlage des Magistrats betr. Nachbcwilligung von 
-20 000 M. zum SparkassenhauShalt für 1920, Ertrags- 
rechnnng A. 55. Desgl. von 215 000 M. zum Haushalt 
der Sparkasse B, Giroabtcilung für- 1919. 56. Desgl. 
von 9 664,21 M. zum Feuerlöschhaushalt für 1919. 57. 
DeSgl. von insgesamt 4 231,01 M. zum Haushalt der 
allgemeinen Verwaltung für 1919. 58. Desgl. betr. Ve- 
Solange du dich nicht entschließen kannst, diesen seinen 
Lieblingsrvnnsch zu erfüllen, musst du schon darauf bedacht 
sein, alles zu vermeiden, was ihn noch mehr gegen dich 
ausbringen könnte." 
„Aber das ist doch geradezu lächerlich. — Glaubst du 
etwa, daß er sich in meinem Alter ein solches Verbot hätte 
gefallen lassen?" 
„Der Vergleich paßt wohl nich trccht, mein lieber Eber 
hard — ganz abgesehen > davon, daß unser Großvater 
schwerlich etwas von Monte Carlo gewußt hat. — Der 
Vater würde dir auf solchen Einwand mit einiger Be 
rechtigung antworten können, daß cs für ihn solcher Ver 
bote nicht bedurft hätte. Du hast ja aus seinem eigenen 
Munde gehört, wie er deinen Widerstand gegen seine 
Neuyorker Pläne deutet. Es ist deine vermeintliche Ver 
gnügungssucht und deine Scheu vor jeder ernsten Ar 
beit, die er dafür verantwortlich macht." 
„Weil unsere liebe Stiefschwester ihm diese Auffassung 
cinaeblasen hat!" fuhr Eberhard heftig auf. Magdalene 
aber legte begütigend die Hand auf seinen Arm. 
„Sie wird, ihn darin bestärkt haben — gewiß! — 
Aber nach seinen Anschauungen konnte er selber wohl 
kaum eine andere Erklärung finden." 
„Als wenn cs Irgendeinen Sinn hätte, daß ich mich in 
Neunort einer Arbeit.unterziehe, für die ich absolut nicht 
tauge!' Und am Eüde — was hat meine Weigerung mit 
der unwürdigen Bevormundung zu schaffen, die ich mir jetzt 
gefallen lassen soll? Ich weiß ja, daß es.unmöglich ist, 
mit dem Later vernünftig und ruhig über diese Dinge zu 
reden — unmöglich Wenigstens für mich. Denn ich 
kann nicht ruhig bleiben,, wenn er mich mis einen Knaben 
behandelt und wenn er mir seine eigenen überlebten und 
verknöcherten Anschauungen aufzwingen ni!L Du aber, 
liebste Magdalene, könntest ihm vielleicht gelegentlich in 
deiner sanften, unwiderstehlichen Weise beoreiflich machen, 
daß es zugleich unwürdig und töricht ist, ” non einem er- 
wachsenen Menschen Dinge zu verlangen, die gegen seine 
Natur sind. Wenn wir arm wären und wenn für mich 
willigung von 120 000 M. für die Straßenregulicrung. 
Neupflasterung usw. der Kolonnenstraßc. 59. Desgl- von 
700 000 M. für die Herstellung des Spielplatzes am 
Priesterweg. 60. DcSgl. von 4 700 000 M. für den Er 
weiterungsbau des neuen Rathauses. 61. Desgl. von 
30 060 M. zur Unterstützung derjenigen dringend hilfs 
bedürftigen Schöneberger Einwohner und ihrer^Ange- 
höiiaen, die infolge der Unruhen im März d. Js.Schäden 
an Leib und Leben davon getragen haben. 62. DeSgl. 
betr. Erhöhung dcr Entschädigung für Medizinalpraktikan- 
ten und Nachbcwilligung von 7875 M. zum Krankenhans 
halt für 1920. 63. Desgl. betr. Nachbewillignng von 
35 000 zum Krankenhaushaushalt für 1920 znm Ankauf 
von Gnmnnkisscn, Luftringen und Reparatur von Guimni- 
sächen. 64. Desgl. betr. Erhöhung dcS Tarifs für' 
Röntgenaufnahmen. 65. DeSgl. betr. Bewilligung von 
weiteren 495 000 M. für den Ausbau deS Rohbaues in 
der Traegerstr.aße. 66. DeSgl. betr. Aenderung der Ma 
gistratsvorlage über die Besoldung dcr Beamten und städti 
schen Angestellten. 67. Desgl. betr. Nachbewillignng von 
insgesamt 2550,48 M. znm HäuShalt der Volksbüchereien 
für 1919. 68. Ausgelegt werden die. Verbandlung-en 
über die unvermutete Revision dcr Stadtzhanptkasse und 
der Steuerkassen vom 23. Juni 1920. 
o' Für die Bezirkswähl Schöneo erg-Fri cd enau ist das 
amtliche Wahlergebnis am Sonnabend festgestellt worden. 
Es bleibt bei der von uns bereits angeführten Vertei 
lung dcr Sitze. Es erhält also die Deutsche Volkspartei 11, 
die Dentschnationale Volkspartei 8, die Sozialdemokratische 
Partei 7, die Deutsche demokratstche Partei 5, das Zen 
trum 2, die Unabhängige sSoz. Partei 9 und die Wirt 
schaftliche Vereinigung 3 Sitze. Dir Namen der Gewählten 
haben wir schon mitgeteilt. 
Hir i »«- M MW 
' ... — Preis 10 Pfennig — 
zu haben' in dcps Geschäftsstelle des „Frittwnäucr ScToI» 
Anzeigers", Rhei'nstraße 15. 
v Das Bachem von Ob stauchen hat jetzt auch der 
hiesige Gemeindevorsteher durch Verordnung vom 28.^Iuni 
gestattet. Der Kuchen darf aber weder Erzeugnisse aus 
Roggen, Weizen oder Gerste, noch Zucker,noch Getreide- 
erzeugnisse, die dem Betriebe zur Herstellung markenpflich 
tigen Gebäcks zugeteilt sind, enthalten. 
o Das Vermögen dcr Stadt Scköiicbcrg betrug nach 
dein Verwaltungbericht 1919 am Schlüsse des'Rechnungs 
jahres 1917 einschließlich der Sicherheitsrücklagen der 
Sparkasse und des Stiftungsvermogens 183_346 550 M. 
Dem stehen Schulden in Höhe von 154 755 709 M. 
gegenüber, sodaß sich der Reingewinn ans 28 590 841 M. 
[teilt. . , 
o Freigabe in Frankreich beschlagnahmter Postisen- 
dnngcn. Das französische Kriegsministcrigm hat folgende 
Bekanntmachung erlassen: Die Absender oder Empfänger 
von Postsendungen (Wert- und Einschreibsendungen, Post 
anweisungen und Postausträgc), die im Laufe .der Feiick>- 
scligkeiten beschlagnahmt worden sind, können bis zum 
1. Dezember 1920 t.ipch eingeschriebenen Brief ein Er 
suchen um Freigabe an „l'Etat — Major de l'arince, 
2 eine bürcäü, 231 boulcvard .Saint Gcrmain, Paris", 
richten; dabei sind außer einer Erklärung über den In- 
hack jeder Sendung die nachstehenden Angaben zu machen: 
1, Name und Anschrift des Absenders und des Empfängers. 
2. Ausgabetag. 3. Aufgabeort. 4. Aufgabcnummcr. 
5. Verfügung über die freizugebende Sendung. Nicht zur 
Zufriedenheit erledigte Nachfragen, die vor der Veröffent 
lichung dieser Bekanntmachung gehalten worden sind, 
können wiederholt werhen, cs sei denn, daß sie mit dem 
Hinweis ans die erfolgte Einziehung der in Frage kom 
menden Sendungen beantwortet worden sind. 
ob.h Ein Parteibüro int Schöneöcrger Rathaus. Von 
dcr Neuen Fraktion ist in der Schöiicberger Stadtver- 
oränctenvcrsammlniig eine Anfrage eingebracht worden, 
ob dem Magistrat bekannt ist, daß während des Wahl 
aktes am 6. Juni ein Raum des. neuen Rathauses einer 
politischen Partei als Wahlbüro gedient hat. Der Ma 
gistrat wird gefragt,, wie er sich grundsätzlich zur Hergäbe 
von städtischen Räumlichkeiten für rein parteipolitische 
Zwecks an politisch hochwickitigen. Tagen stellt. 
o Gegen die schjwarze Schmach. Auf..eine Einggbe der 
Vermittlungsstelle. Vaterländischer Verbände hat das AuÄ 
wältige Amt der Reichsregicrung wie folgt geantwortet^ 
irgendeine Notwendigkeit vorlüge, um des Broterwerbs 
willen einen Beruf zu ergreifen, so würde ich gewiß nicht 
zögern, wie widerwärtig auch immer mir dieser Beruf 
sein möchte. Aber so! — Wir sind nicht arm, und es 
deck nicht dis geringste praktische Bedeutung, ob unser 
Vermögen sich in zehn oder schon in fünf Jahren ver 
doppelt." , 
„Das Vermögen unseres Vaters — willst du sagen," 
unterbrach ihn Magdalene mit einer Betonung, die er 
unmöglich mißverstehen konnte. „Du darfst doch' nicht oer- 
gcffcti, Eberhard, daß das vorderhand noch einen gewal 
tigen Unterschied bedeutet, und daß du nicht gut daran 
tust, mit dem Vermögen des Vaters bereits wie mit dem 
dcinigen zu rechnen." 
Der tiefe Ernst ihrer Rede und der sorgenvolle Ausdruck 
ihres blassen Gesichts hatten den jungen Mann für eisten 
Moment sichtlich betroffen gemacht. , 
„Wie soll ich das verstehen, Liebling !" fragte er nach 
einem kurzen Schweigen. „Hältst du es etwa jür möglich, 
daß dcr Vater, seine Hand von mir abziehen und mich so 
zusagen in die Armut hinausstoßen könnte, nachdem er 
mich zu nichts anderem erzogen hat als dazu, ein Millio 
närssohn zu sein?" 
„Es gibt in dieser Hinsicht nichts, das ich für ganz 
unmöglich hielte, Eberhard I Vielleicht kenne ich den Vater 
in der Tat besser als du. Er ist nicht dcr Mann, der sich 
jetzt noch zu anderen Ansichten bekehren ließe. Und die 
selbe eiserne, unbeugsame Energie, der wir die Annehm, 
tichkeiken unseres Wohlstandes verdanken, er könnte sie 
eines Tages auch uns fühlen lassen, wenn wir uns gegen 
ihn auflehnen und seine Pläne durchkreuzen wollten." 
„Uns — sagst du? Von dir kann dabei doch nicht 
wohl die Rede sein. Denn davon, daß dcr Vater dich 
van Herzen liebt, bin ich fest überzeugt." 
Aber Magdalene wiegte wie im Zweifel den Kops. 
„Ich möchte nicht allzu fest auf seine Liebe bauen, 
wenigstens nicht, solange Madel imstande ist, ihren Einfluß 
«ui ihn geltend *jl if.a±cu. Sie weiß ihn zu behandeln 
Auf das an den Hvrrn Reichskanzler gerichtete Schreibest 
-vom 14. d. Mts. beehre ich mich zu erwidern, daß die 
Neichsregicrung in den ihr bekannt gewordenen Fällen von 
Vergewaltigungen deutscher Frauen durch französische Sol- 
baten mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln 
auf den Schutz dcr weiblichen Bevölkerung in den be 
sticken Gebieten gegen solche Untaten gedrungen hat. Erst 
neuerdings hat die Reichsregicrung den von französischer 
Seite gemachten Versuch diese Untaten abzuleugnen, aus 
das schärfste zurückgewiesen und hat gegenüber der. fran 
zösischen Darstellung, daß die zur Besetzung der deutschen 
Gebiete im Westen verwendeten Afrikaner französische ^Bür 
ger und von kaukasischer Rasse seien, erklärt, daß sie 
in der Besetzung deutscher Landesteile mit französischen 
Truppen afrikanischer Herkunft ein Verbrechen gegen die 
Zivilisation erblicke, das die strengste Verdammung dcr ge 
samten gesitteten Welt herausfordere. Es ist selbstver 
ständlich, daß sich die Reichsregicrung mit diesem April 
an das Kulturgewissen nicht begnügen, sondern daß sie 
auch weiterhin mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln 
gegen die Kulturschande, als die sich das über die deutschem 
Frauen in den besetzten Gebieten von französischer Seite' 
verhängte Martyrium darstellt, ankämpfen wird. Das; 
sich eine Zusammenstellung erwiesener Fülle von Sitt-- 
lichkcirsverbr.echen schwarzer französischer Soldaten gegen 
deutsche Frauen im Drirck befindet, ist bereits mitgeteilt: 
worden. Diese Druckschrift wird den Blick der zivilisierten 
Welt, deren Gewissen sich bereits gegen die in den be 
setzten Gebieten verübte Kulturschande auf daS heftigste' 
empört hat, wie ans zahlreichen Kundgebungen in Eng 
land und Amerika hervorgeht, aufs neue auf die Erniedri 
gung und die Entwürdigung lenken, die mit dcr Duldung 
der von den Schwarzen verübten Bestalitäten nicht bloß 
den deutschen Frauen und Mädchen, sondern auch der für 
diese Bestialität letzten Endes verantwortlichen Macht und 
darüber hinaus der gesamten Menschheitsluckur zugefügt 
wird. gez. Rauscher. 
o Dem Ehepaar Weikamp, Rheinstr. 60, das am 
. Sonnabend, seine goldene Hochzeit feierte, übergab Herr 
Schösse Evers namens dcr Gemeinde ein Geldgeschenk. 
Auch von privater Seite find dem in recht dürftigen Vcr- 
häcki.iisscn. lebenden alten Leuten verschiedene Spenden zu 
teil geworden. 
o Die neuen Gebührensätze für den Telegraphen- und 
Fernsprechverkehr. Vom 1. Juli ab beträgt die Tele- 
graphengcbühr bei gewöhnlichen Telegrammen 20 Pfg. für 
jedes Wort, mindestens 2 M.; bei Prcßtelegrammen die 
Hälfte dieser Gebühren. Für dringende Telegramme wird 
die Wortgebühr dreifach berechnet. Innerhalb Deutsch 
lands kann der Absender die Weiterbeförderung dura? 
Eilboten — Np — ohne Rücksicht auf die Entfernung mit 
2 M. für jedes Telegramm vorausbezahlen. Eine Quit 
tung über entrichtete Gebühren wird gegen Zahlung von 
50 Pfennig erteilt. Für die Mitnahme dcr Telegramme 
durch die Tclegraphenboten und die Landbriefträger wird 
ciite^ Zuschlaggebühr für jedes Telegramm erhoben. Tie 
Gebühren für Telegramme nach dem Auslande sind ans 
der Gebührentafel für Telegramme zu ersehen, die bei 
sämtlichen Postanstalten für 20 Pfg. käuflich ist. Die 
Ortßpauschgebühr .für einen Fernsprcchanschluß beträgt 
jährlich in Berlin 800 Mark, die Grundgebühr — nach 
stehend eingeklammert — 480 Mark; in Charlottcnbnrg 
760 Mark (440 M.): in B ln.-W i km e rs d o r s .(mit 
Friödenau) 720 M. (400 M.); in Bkn-Lichtenbcrg, Bln.- 
Lichtcrfelde, Bln.-Oberschöneweidc, Bln.-Pantow, Bln.-Rei- 
uictcndors, Bln.-Schöneberg, Bln.-Steglitz, Bln.-Tegel, 
Vln.-Tcmpelhof, Bln.-Weißensee, Neukölln und Spandau 
640 M. (300 M..); in Adlershof 650 M. (240 M.); in 
Hoppcgarten bei Berlin 480 M. (240 M.) und in Müh- 
lcnüeck bei Berlin 400 M. (240 M.). In Großbcercn und 
Lichtcnrade kommt nur die Pauschgcbühr von 320 Mark 
zur Erhebung. Bei Grnndgcbührenanschlüsscn werden 
außerdem für jede Verbindung im Ortsverkehr 20 
Pfennig und im Vorortsverkehr 40 Pfg. erhoben. Die 
Gebühr für einen von der Rcichs-Telegraphenverwaltung 
hcrzustcklenden und zu unterhaltenden Nebenanschluß mit 
gewöhnlichem Gehäuse beträgt jährlich 80 M.; für Neben 
anschlüsse für Dritte werden jährlich 120 Mark erhoben. 
Außerdem sind für jeden Nebenanschluß jährlich min 
destens 20 M. am Leitungszuschlag zu zahlen (für sc 
100 Meter Leitung 20 Mark Zuschlaggcbühr). Dic Pansch- 
gcbnhr für den Vorortsvcrkehr beträgt 1000 M. Die 
Fernsprechteilnehmer haben zum Ausbau des Fernsprech 
netzes einen einmaligen Betrag von 1009 M. für jeden 
Hauptanschluß und von 200 Mark für jeden Nebenanschluß 
zu leisten. Der Beitrag wird am 1. Oktober fällig. Die 
Gebühren für ein Ferngespräch von nicht mehr als drei 
und seinen Eigenheiten mit einer Se!bstvcr!eugnnng zu 
schmeicheln, deren wir beide niemals fähig sein würden. All 
ihr Bemühen geht dahin, ihn bei jedem, auch dem kleinsten 
Anlaß fühlen zu lassen, daß sie eines Blutes und eines 
Stammes mit ihm ist, daß ihr Eharatter nichts anderes 
ist als eins weibliche Wiederholung des seinigen. Uns aber, 
uns hat sie ihm längst als Wesen verdächtigt, die ihm 
ungleich sind, die andere Ziele und andere Interessen 
haben als er, und di: von dcr stillen Sehnsucht erfüllt 
sind, sich seiner Herrschaft zu entziehen." 
„Wenn sie nichts anderes getan hat als das, so würde 
ich nicht das Herz haben, sie eine Verleumderin zu ne:men. 
Denn das alles ist ja leider die volle Wahrheit. Und 
daß wir andere Lebensziele und andere Interessen haben 
als der Vater, hat nicht er selbst die Verantwortung dafür 
zu tragen? Er hätte mich nicht ans deutsche Hochschulen 
schicken dürfen, wenn er ’ erwartete, daß mein Gesichts 
kreis niemals über den eines Sonntagsschullchrers aus 
' einem amerikanischen Dorfe hinausgehen sollte." 
„Es Hilst, nichts, Liebster, daß wir "beide darüber 
debattieren. Denn nicht bei dir oder bei mir liegt hier 
die Entscheidung. Das eine nur laß dir gesagt sein: 
Wenn du darauf rechnest, daß dir der Vater die Freiheit 
einräumt, unten an der Jtiviera zu tun und zu lassen, 
was dir gefällt, so mußt du ihm zuvor das bestinnnte 
Versprechen geben, dich in bezug auf die amcriläi-ischen 
Plane seinen Wünschen zu fügen." 
„Aber ich denke nicht daran, es zu tun. Ich würde 
mich geradezu für einen Lügner und einen Betrüger 
halten"müssen, wenn ich mich dazu herbeiließe. Denn es 
wäre ein Betrug, wenn ich den Vater glauben ließe, daß 
ich da drüben zu irgend etwas nutze sei. Er konnte ja 
gar keinen unfähigeren Menschen an. die Spitze scir.cr 
Geschäfte stellen als mich. Und ich würde vielleicht in 
einem einzigen Monat mehr verderben, als in Jahren 
wieder gutgemacht werden konnte." 
(Lortsetzung folgt.)
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.