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Periodical volume Nr. 142, 27.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Steglitzer Rathaus einige Hunderte Avbeitslole. die Schil 
der mit per Aufschrift: „Keine Arbeitskösenüntevstützung, 
sondern Arbeit", „Mehr Mittel" usw. mit sich führten. 
Eine Deputation versuchte darauf der gerade tagenderi 
Gemeindevertretung ihre Wünsche vorzutragen, unter 
stützt durch den Gemeindeverordneten Alfermann (U. Soz.), 
der beantragte, die Sitzung zu unterbrechen und zuerst die 
Arbeitslosen anzuhören.. Die Versammlung stellte sich 
in der Mehrheit jedoch aus einen ablehnenden Standpunkt 
und Schöffe Jochem mußte die Deputation wiederholt er 
suchen, sich aus dem Sitzungssaal zu entfernen, andern 
falls er von seinem Hausrecht Gebrauch machen müsse: 
Inzwischen besetzten die Massen das Rathaus und for 
derten dringend, ihre Wünsche anzuhören., Während der 
Beratung der Tagesordnung stellte G °B. S zillat (Soz.) 
anheim, die Deputation nunmehr anzuhören.. Die Leute 
dürften nicht unnötig gereizt werden, da sie sich sonst 
zu Handlungen hinreißen lassen würden, die nachher be 
dauert werden. Die Mitglieder der Rechten möchten nicht 
immer ihren Herren-Standpnnkt herauskehren; sie wüßten 
ganz genau, daß die Arbeitslosen nur Hunger und keine 
Waffen hätten. Der Antrag aus Zulassung der Depu 
tation wurde jedoch wieder gegen die Stimmen der beiden 
linken Fraktionen abgelehnt. Nach Schluß der Tagesord 
nung brachte G,-B. Alfermann nunmehr die Angelegen 
heit zur Erörterung und beantragte, die Arbeitslosen in 
ihren Wünschen und Forderungen, wie Abschaffung der 
Ueberstunden, Verhinderung der Arbeitstätigkeit einer 
Frau, sofern her Mann verdient, Entlassung polnischer 
Arbeiter, Ausführung von Notstiandsarbeitcn usw, zu 
unterstützen. Die Arbeitölosenzisser sei in Steglitz von 
'465 auf 700 in der letzten Woche gestiegen, zur Unter» 
stützung müsse an die Arbeitslosen eine einmalige Bei 
hilfe von 100 Mark für Verheiratete, 50 Mark für Le 
dige und 25 Mark für jedes Kind gezahlt werden. In 
der Aussprache wurde auch von den Bürgerlichen und 
dem Beigeordneten Jochem die Notlage der Arbeitslosen 
voll anerkannt, jedoch darauf hingewiesen, daß Mittel 
nicht vorhanden seien, um die Wünsche zu erfüllen. Schließ 
lich erklärte man sich grundsätzlich bereit, die Lebensmittel 
zu billigeren Preisen an die Arbeitslosen abzugeben. Fer 
ner wurde eine Kommission ans je einem Mitglied der 
4 Fraktionen eingesetzt, welche die Wünsche der Arbeits 
losen entgegen nehmen soll. 
§A Die WilmersLsrfer Stadtverordnetenversamm 
lung beschäftigte sich gestern mit verschiedenen wichtigen 
Projekten zur Steuerung der Wohnungsnot., Zur Be 
ratung standen mehrere Magistrats vorlagen, u. a. das 
Defizit von 1 719 900 Mark für die Kleinhaussiedlung 
an der Hanauer Straße durch, die Stadt zu decken, die 
Garantie für die Beleihung der 60 Einfamilienhäuser 
Jise Ore 
Dr. jur. ot rsr. pol. Hugo Dietrich 
Verlobte 
Friedenau Neukölln 
bis zu 90 v. H. durch die Stadt'gemeinde zu übernehmen, 
zur Herstellung von weiteren 66 Wohnhäusern, die inner 
halb eines Jahres zwischen der Aßmannhausener-, Ham 
burger- und JohannisderKr, Straße errichtet werden/eineN 
liebertenerungszuschuß von 5000 Mark, für jedes Zimmer 
zu gewähren und zur Fertigstellung des Hochbaüs Katha 
rinenstraße 7 einen Ueberteuernngszufchuß. von 1751 400 
Mark vorzuschießen. Nach, einer längeren Aussprache und 
nachdem Bürgermeister Peters sich über das Versagen 
des Wohnungsverbandech über die Mietsteuerpläne usw. 
geäußert hatte, wurden sämtliche Vorlagen dein Finanz 
ausschuß überwiesen. Ein demokratischer Antrag ans Er 
richtung eines Freibades für Kinder am Grunewaldjee 
wurde angenommen. 
Bolks-Koszert 
des 
Friedenaver MMr-Gesarrgvereios 1875 
(Chormeister: Wilhelm Schmidt) 
au? dem MayüflH-Wtz 
am Mittwoch, de» 30. Fülil'lgZV,^'/? Uhr. 
Vortragsjolge: 
DaS d misch; Lied Kalliwoda 
Woldabendschein Schmölzer 
Wüchsen mir Flügel ... v. Weinzierl 
Sturmbcschwörung ' Dürrner 
Heimkehr Gelbke 
Aus der Jugendzeit Radecke> 
Der Lindenbaum Silchec 
Kretula Schwalm 
Ein rheinisches Mädchen.... Kraemer 
Dagantrnlild Krcuniz 
Tanz und Gesang Zander 
Minnclikd Bünte 
Vestcrgesang 8?uft Volkslied 
jbearb. K. Kämpf. 
Der M -G -V. 1775 ist der älleste Gesangverein im Orte. 
Uebungsstunde: Donncitzrans 3 Ilhr im Gasthaus 
„Hohenzollrrn". 
Slinimbczabte Herrn sind jederzeit willkommen. 
§o Dir Volkskonzcvt« bei 1 Blüthner-Ovchcsteos im Mo 
nat Juli finden statt: 2., 26. (Germania-Prachtsäle), 5., 
19. (Brauerei Königstadt), 9., 16., 30. (Brauerei Hap 
Poldt), 10., 24., 31. (Blüthncr-Saal). 
VepmiW 
*o Zum Verbot der Technischen AoMfe im besetzte« Sebirt, 
Durch die -Presse ging kürzlich vie'Nächiicht, dKst^dwtTechnischch 
Nothilfe'bon'der alliierten Konimission im besetztest Gebiet verbö 
ten sei, ,,da sie im Widerspruch-zu den Besttmckiünge» des FriL^ 
densvertrageS-.stehe und die Besatzungstruvpen gessihrte". Dieser 
Begründung kann nur eine mißverständliche Auffassung über daS. 
Wesen' und die Kele der deutschen Technischen Nothtlfe zu 
Grunde liegen. Nach Artikel 177 des Friedensvertrages sind 
alle diejenigen Bereinigungen unstatthaft, die sich „mit mili 
tärischen Dingen befassen" oder „in irgendeiner Verbindung mit 
den militärischen Behörden" stehen. Die Technische Nothilfe ist. 
aber bekanntlich eine zivile Arbeitsgemeinschaft aller Stünbe'NM 
Berufe, ohne Unterschied des Alters und Geschlechts, zur'Hikst- 
leistung bei Schäden sür die Allgemeinheit, die sich weder'mit! 
„militärischen Dingen befaßt"- noch rn irgendeiner Berbindmrg 
mit militärischen Stellen steht, als daß sie, wie alle. Arbeit--:: 
willigen, nötigenfalls polizeilichen oder militärischen Schütz atL 
nießt. , Es darf bei dieser Gelegenheit aber auch nicht vergessen 
werden, 'daraus hinzuweisen, daß die Technische NottzilstliMs 
Deutschlaiid ja nicht als eine künstliche Einrichtung entstand, sön-» 
dern unabweisbar notwendig zur Verhütung. größerer Schäden 
für die Allgemeinheit und der Gesamtwirtschaft wurde und daNitt^ 
mich im Zusammenhang mit der Erfüllung der-wirtschaftlichen 
Friedensbedingungen eine .besondere Betmttüng'besitzt, • 1 -< 
Kirchliche Nachrichten: 
Sonntag, den 27. Juni 1920. 
Kirche zum guten Hirten: Bonn. 10 Uhr: Pfarrer 
Vetter. Darin lVJ t Uhr (Kdg.): Pfarrer Vetter. Abends 
6 Uhr: Vikar Antonowitz. 
Alt-Schöneberger Paul-Gerhardt-Kirche: 10 Uhr: P. 
Heift. 11.30 Uhr (Kdg.): P, Heift. Abends 6 Uhr: P. 
Delbrück. 
Nathanael-Kirchc: Vorm. 8.30 Uhr: P. Arnhalt. 
10 Uhrp P. Buchholz. 11.30 Uhr (Kdg.): P. Buchholz. " 
Kath. Marienkirche, Friedenau. An Sonn- und Feier 
tagen uin 7 Uhr hl. Messe, um 10 Uhr Hochamt und 
Predigt. An den Wochentagen hl. Messe um-7 Uhr- h 
Wetlernachrichteu. 
Sonntag: Ein wenig wärmer, zeitweise aufklarend, 
aber noch überwiegend trübe, mit leichte^ Regenfällen und 
ziemlich frischen westlichen Winden. 
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Vcrantw. Schriftleiter: Hermann MartiuiuS in Berlin-Friedenau, 
■ — ...;•, £ 
Hierzu eine Beilage, 
Bei Betriebsstörung, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch 
auf Lieferung oder Nachlieferung des Lokal-Anzeigers oder auf 
-- Rückzahlung des Bezugspreises. 
Berflcherv Eie 3br 
Wll S , 
Transport-Versicherungk-Act.-Gis gegen aüe Gefahren 
während der Reise. Policen sofort erhältlich Lei 
Itern MM Mir». GkMlll-WMlir. 
Berlin T 2, SpandSNöNtratze 25 (Telephon C. 114G0) 
jjetrn N. SeM. SsupMatur, gteoütj. 
Bergstraße 13 in. 
südd. EchrrhsaLrüen 
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Grösse 27-30 53?° -t-Crösse 31»35 59 30 V
        
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