Path:
Periodical volume Nr. 142, 27.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

vezuisprei» 
(Friedvnauer 
'm„tTWmteWrSrllmgI!rM.-FrIü>rimiimd 
- "b"«' *■- CrMetet «glich ab«,«-. 
fn*ftw»#*ri «nt WS*. — &mt nk «erlag Mn 8» Schnitz, 
Rr. 142 
Berlin-Frieden»«. Sonntag, Den 27. gnni 1920 
Zeitung) «mda« 
dev Mrdevsaer LrtLtell turn KSSvrders. drtts der^palt«.»» B.il. odn d-r«, 
mr..|,. Hu 4. Raum 1 Mk. Di» «»llamezetl» kostM 
0C|QD|UpCh($ ÄyCllt|tr. 15« 4.— Mark. Sdtgwuintt 1) Wlit 
Wwlfav»tk>«M«, Wfrhtfrwfr 1». - K«nch»r«cherr Hart ejfd**«* UM. 
Fahrg. 27 
neueste Dadmdmn 
Berlin. Der deutsche Reichstag wählte gestern das 
Präsidium. Fast einstimmig (897 von 420 Stimmen) 
wurde der Sozialdemokrat Loebe zum Präsidenten ge 
wählt. Erster Vizepräsident wurde der Unabhängige D i tt- 
taonti (gegen die Stimmen der Rechtsparteien), zweiter 
Vizepräsident Dr. Bell (Zentr.) und dritter Vizepräsident 
der Deutschnationale Di e t rich-Prenzlau (gegen die 
sStinrmen der Unabhängigen\ 
Berlin. Zentrum, Deutsche Volkspartei, Demo 
kraten und Mehrheitssozialdemokraten haben im Reichstag 
folgenden Antrag eingebracht: „Der Reichstag wolle be 
schließen, einen Ausschuß von 28 Mitgliedern einzusetzen 
mit dem Aufträge, die auf Grund der §§ 45 und 52 des 
Einkommensteuergesetzes von 1920 erlassenen Ausführungs 
bestimmungen über die vorläufige Erhebung der Ein 
kommensteuer vom Arbeitslohn einer Prüfung 
zu unterziehen, insbesondere zu untersuchen, welche Maß 
nahmen zu ergreifen sind, durch die Härten bei der Durch 
führung beseitigt werden können." Der Antrag wird mög 
lichst bald auf die Tagesordnung gesetzt werden. Einen 
ähnlichen Antrag hat die dcutschnationale Fraktion ein 
gebracht. 
Berlin. Der englische .Geschäftsträger ließ dem 
Auswärtigen Amt offiziell mitteilen, daß die Konferenz 
in Spa am 5. Juli startfinden werde. 
Berlin. Der italienische Botschafter, de Martina, 
Hat sich heute nach Ronr begeben, um mit Giolitti zu 
verhandeln. 
Stetiin. Ter am 21. abgeschlossene Tarif der 
Landarbeiter ist von diesen im Kreise Köslin abgelehnt 
worden. Dadurch hat sich die Streiklage weiter zuge 
spitzt. Der Streik dauert auch in den Krisen Stolp und 
Lauenburg fort. 
Danzig. Dem Ausschuß für auswärtige Angelegen 
heiten der verfassungsgebeuden Versammlung ist der. pol 
nische Entwurf für einen Vertr.ag, der die gegenseitigen 
Beziehungen zwischen der polnischen Republik und der 
freien Stadt Danzig regeln soll, übergeben worden. 
München. Eine ganze Reihe von deutschen Banken, 
darunter auch die Reichsbank, ist in den letzten Monaten 
von dem 30 Jahre alten Bankkassierer Richard Halm aus 
München um Hunderttausend!: geschädigt worden. Halm, 
der bei einer Bank in Katiowitz angestellt war, unter- 
schlug dort Ende Januar 100 000 Mark und brannte da 
mit durch Während man überall auf ihn fahndete, unter 
nahm der Flüchtige große Bankschwindeleien, bei denen 
pr Vicht weniger als 780 000 Mark erbeutete. 
Amsterdam. Wie aus San Francisco gemeldet 
wird, wird Präsident Wilson am Montag den demokrati 
schen Raiionalkonvent telephonisch von Washington aus 
eröffnen und eine Botschaft an die Delegierten richten. 
Sitzung der Gemeindevertretung 
Vom Donnerstag, den 24. Juni 1920. 
Die Vorlagen 3 Und 4 werden zurückgezogen. Zu 
Punkt 5 wird der hiesigen Schutzma.nnscha.ft als Ent 
schädigung für geleistete Mehrarbeit während der Kapp- 
Woche die Summe von 4200 M. bewilligt. 
Dile Kofhrn für die Wahlen in Höhe von 8503,65M. 
werden bewilligt. 
Der Ankauf der Schränke und der Schreibma 
schine von der Zentralstelle für vaterländische Hilfe wird 
genehmigt und es werden hierfür 1100 M- bereit gestellt, 
ferner 600 M- für den Einbau der Schränke. 
Für außerordentliche Instandsetzung der gärtne 
rischen Anlagen, Wege und Plätze tverden 17 800 
Mark bewilligt. 
Halte« von Zeitschriften. 
G- V. Leon Hardt (Denn) weist darauf hin, daß 
sich die Gemeindeoerordneten aus den von den Fraktionen 
beschafften Zeitschristen gut unterrichten konnten. Er bitte 
daher, auch für das noch lausende Halbjahr das Halten 
der Zeitschriften wieder zu genehmigen. G.-V. Dr. Hasse 
(Soz.) schließt sich diesem Antrage au. Es wären auch 
die Zeitschriften bereits bei der Post wieder bestellt wor 
den. diese Bestellungen ließen sich jetzt nicht rückgängig 
machew Bürgermeister W a l g e r erklärt, daß bei den 
hohen Bezugspreisen ein Betrag bis 2000 M. jährlich in 
Betracht komine, für das Halbjahr also noch 1000 M. 
Er halie schon, versucht, die Zeitschriften, die von der Ge- 
meindc gehalten werden, herabzunrindern. Bis auf eine 
Zeitung war das aber nicht möglich. — Es wird den 
Fraktionen ein Betrag bis zu 1000 M. für das Halten 
von Zeitschriften bewilligt. 
Auslösung der Volksküche. 
Schöste Pasche berichtet, daß der Volksküchenausschuß 
beschlossen habe, die Volksküche am 1. August auszulösen. 
Ueddr die Griiude, die für diesen Beschluß maßgebend 
waren, wisse er nichts, weil er das Dezernat hierfür erst 
übernommen habe. Die Zahl der Teilnehmer betrug im 
Mai durchschnittlich 536, im Juni 582 Personen. Der Preis 
betrug zuletzt 1 M. Nach der Aufstellung, die Herr Frie 
de! gemacht habe, stellte sich der Preis des Essens setzt 
trttf T,ä8 3». — G.-D. Frau Kor sch (Duat.) erwähnt, 
daß sie eine Eingabe mit 250 Unterschriften eingereicht 
habe, itt der die Beibehaltung der Volksküche gewnnjcht 
werde. Vielleicht ließ« sich die Volksküche in Verbindung 
mit HuLlerspeisung in kleinem Umfange aufrecht er- 
halhH-und zwar in der Offenbacher Straß«. G.-B. Alt- 
mann (D. Vp.) tritt für die Aufhebung der Volksküche 
ein. Im Ausschuß wurde die Aufhebung einstimmig be 
schlossen. Die Unkosten haben sich sehr vergrößert, die 
Teilnehmerzahl hingegen erheblich verringert. Der Preis 
von 1,38 M. treffe nicht zu, es komme sicher ein Preis 
von 1,80 M. in Betracht, fodaß sich ein Zuschuß von 
60 000 M. ergäbe. Um denjenigen, die der Speisung be 
dürfen, entgegenzukommen, empfehle er, die Angelegenheit 
im Wohlfahrtsausschuß zu prüfen. Die 250 Unterschriften 
seien doch nur cum grano salis zu betrachten, man wisse 
doch, wie solche Unterschriften oft zu Stande kommen. 
Die Lokalfrage sei noch zu prüfen. Er denke daran, die 
Speisung für die Bedürftigen mit der Quäkerspeisung 
in der 3. Gemeiudefchule unterzubringen. Auch aus tech 
nischen Gründen sei er für die Aufhebung der Volksküche, 
nämlich um den Fußboden zu erhalten, der durch die 
übergelegte Zementbecke leide. Vielleicht ließe sich auch 
die Volksküche zur Hälfte erhalten, fodaß man die an 
dere Hälfte frei bekomme. Bürgermeister Walger ist 
entschieden dagegen, daß wieder eine Halbheit gemacht 
werde, indem mau einen Teil der Halle für die Volks 
küche, den andern für andere Zwecke, verwende. Daun sei 
er eher dafür, daß mau die Volksküche in einer Holz- 
baracke auf dem Stätteplatz unterbringe. Die Turnhalle 
aber müsse man endlich frei bekommen, damit unsere Kin 
der dort wieder 'turnen können. (Zustimmung). G.-iV. 
Buth (Soz.) ist unbedingt für die Beibehaltung der 
Volksküche. Man brauche sie schon für die Quükerspeisung. 
Löse man die Küche aus, müsse auch darunter die Quäker- 
speisung leiden. Die Zuschußkostcn machen auch nur 
20 000 M. aus, nach den aufgestellten Berechnungen des 
Herrn Friedet, und dieses Geld könne man schon ausgeben, 
um vielen Friedeuauern das Essen zu ermöglichen. Wenn 
augenblicklich die Frequenz auch nicht so stark sei, so könne 
sich das doch ändern., Wir leben in einer Zeit, die nichts 
weniger als rosig zu nennen sei, es finden überall Ar- 
beitseinschränbungen statt. Schöffe Schildberg (Dem.) 
ist auch für die Erhalttcug der Volksküche, hält es aber 
für ganz ausgeschlossen, diese in der 3. Gemeiudefchule 
unterzubringen, es fehle dort dafür an den nötigen Räu 
men, nachdem der Handferttgkeitsunterricht im Keller 
geschoß ein Unterkommen gefunden habe. Auch die Ver 
bindung mit der Schulküche sei nicht möglich. G.-V. Paul 
Richter (Unabh.) spricht ebenfalls für die Erhaltung 
der Volksküche; er sei gegen die Ngchprüfung der Be 
dürftigkeit, es würde durch die Aushebung der Küche un 
bedingt eine Störung in der Quäkerspeisung eintreten. 
Auf Grund .§ 7 der Geschäftsordnung beantrage er Zu 
rückverweisung der Vorlage au den Volksküchen- und den 
Wohlfahrtsausschuß zu gemeinsamer Beratung. — Bür 
germeister Walger erklärt, es habe niemand gesagt, daß 
eine Unterbrechung in der Quäkerspeisung und in der Spei 
sung der Bedürftigen eintreten solle. — G.-V. Dr. Schultz 
(Duat.) bemerkt, daß alle wohl darin einig sind, daß 
für den Abbau der Volksküche jetzt der ungeeignetste ?lugcu- 
blick sei. ES seien viele Personen aus die Volksküche an 
gewiesen, sie in übten glatt verhusngcrn, wenn 
man ihnen die Küche nehme. Er sei damit einverstanden, 
die Volksküche in einer Baracke nuterzubringen, um die 
Turnhalle frei zu bekommen, den Preis des Essens konnte 
man ja erhöhen. — G.-V. Lüdecke (Dem.) meint, daß 
blange nicht an den Aubbau der Volksküche herangegangen 
werden dürfe, solange nicht positive Vorschläge vorlägen, 
wie die Sache anders gestaltet werden solle. Er sei 
der Meinung, daß man die Volksküche noch sehr nötig 
gebrauchen werde; vielleicht müsse sie sogar noch ausge 
baut werden. — G.-V. Altmann (D. Vp.) Pflichtet 
Herrn Richter bei, die Sache dem Volksküchen- und 
WohlsahrtscurSsichnß zu überweisen. Er denke daran, daß 
man die Volksküche vielleicht in der Hedwigstraße, wo 
sie!) bislang die Schöneberger Volksküche befand, unter 
bringen könnte; es seien ja auch früher viele Friedcnauer 
nach Schöneberg essen gegangen. — Rach dem Antrage 
res G-V. Richter (Unabh.) wird diese Angelegenheit 
iem' Volksküchen- und Wohlfahrtsausschuß zu gemeiw- 
amer Beratung überwiesen. 
Der Nachtragsvorlage betr. Nachtrag zur Hunde 
steuerordnung (Einführung der Hundesteuer für den 
zweiten .dritten usw. Hund) wird in 1. und 2. Lesung 
zugestimmt. 
Die Pflichtsttrnden der Oberlehrerrnnen. 
G.-V. L e o n h»a r d t (Dem.) bemerkt, man habe s. Zt. 
den Lehrerinnen an der Königin Luise-Schule dieselben 
Gehälter wie den Lehrern bewilligt, in der Voraussetzung, 
daß sie dieselben Pflichtstunden übernehmen wie diese. 
Es wären nun Bedenken dahingehend erhoben worden, 
daß man den Damen einen schlechten Dienst damit er 
wiesen hätte und er möchte Herrn Direktor Hannemann 
bitten, mitzuteilen, ob die Damen dieselben Anforderungen 
erfüllen wie die männlichen. Es wurde ihm mitgeteilt, 
daß Beurlaubungen von Lehrerinnen stattgefunden haben 
und er möchte bitten, zu sagen, ob darauf die erhöhte 
Pflichtstnndenzahl einen Einfluß ausübe. Den Herrn 
Bürgermeister möchte er fragen, ob es Mittel gäbe, den 
Beschluß doch noch aufrecht zu erhalten. — G.-V. Han n c- 
mann (D. Vp.) erklärt, daß die Mitteilungen über Be- 
uclaubungen unrichtig wären. Es ist in letzter Zeit eine 
Obcrlehrerin beurlaubt, eine andere technische Lehrerin 
erteilt eine geringere Stundenzahl, die ja für diese vor 
geschrieben sei. Ebenso sei aber auch ein Oberlehrer be 
urlaubt. Es halten sich also die Beurlaubungen der 
Lehrer und Lehrerinnen die Wage. Er müsse betonen, 
daß die Lehrerinnen außerordentlich zähe in ihrer Arbeit 
siwd. G.-V. Frl. Sievert (D. Vp.) meint, daß der 
Zufall in der Zahl der Beurlaubungen, oft eine Rolle 
sprele. Ter Gesundheitszustand der Lehrerinnen sei 
durchaus kein ungünstigerer gegenüber dem der Lehrer. 
Von gewissen Kreisen werden anscheinend solche Gerüchte 
verbreitet, um den Lehrerinnen das erlvorbene Recht wieder 
abzujagen. Der Beschluß ist s. Zt. einstimmig gefaßt 
worden. Sie bittet, beim Provinzialschnlkolleginm aber 
mals die Erfüllung des Beschlusses zu beantragen. — 
Schöffe v. Wrochem erklärt, daß eine neue Eingabe 
an das Provinzialschnlkolleginm zwecklos wäre. — G.-V. 
Leonha rdt (Dem.) führt an, daß er nicht die Absicht 
habe, den Lehrerinnen ihre Rechte wieder abzujagen, er 
habe die Mitteilungen aus den Ausschüssen, also auf 
legalem Wege; es liege ihm nur daran, Mittel und Wege 
zu finden, um den Beschluß doch durchzuführen. G.-V. 
Paul Richter (Unabh.) beantragt, eine Eingabe an 
den Minister zu richten. (G.-V. Dr. Hasse: Unter Be 
rufung auf die Verfassung G.-V Frl, .S.iebert: Ja 
wohl, G.-V. Thomsberger: Frl. Siebert, Sie können 
sich nicht auf die Verfassung berufen.) Ec sähe nicht ein, 
warum der Beschluß der Gemeinde nicht berücksichtigt 
werden solle; man wende sich also direkt an den Minister. 
G.-V. Hannemann (D. Vp.) erklärt, daß nach dem 
einstimmig gefaßten Beschlusse die Lehrerinnen sfjt dem 
1. April bereits die erhöhte Pflichtstundenzahl leisten und 
auch die höheren Gehälter beziehen. Für dieses Viertel 
jahr lasse sich die Sache also nicht mehr ändern, sondern 
erst nach dem 1. Oktober; er wisse nicht, ob hier auf die 
Besoldungsregelnng' Rücksicht genommen werden müsse. 
— Die Gemeindevertretung ist damit einverstanden, daß 
eine Eingabe an den Minister gerichtet wird mit dem Er 
suchen um Genehmigung des damaligen Beschlusses. 
Aufhebung der Fischhallq. 
Bürgermeister W a l g c r führt aus, es sei im Lebens- 
mittelamt wiederholt darüber gesprochen worden, die Ver 
kaufsstellen der Gemeinde und auch die Fischhalle eingehen 
zu lassen. Die Fischhalie sei wiederholt schlecht beliefert 
worden, so daß sie andere Waren einkaufen mußte, um 
das Personal zu beschäftigen und um die Fischhalle rentabel 
zu erhalten. Es werden nun aber Fische und Räucher- 
waren von vielen Gewerbetreibenden jetzt gehandelt, da 
der Fischverrauf jetzt freihändig ist und Fische und Räucher 
waren in größeren Mengen jetzt zu haben sind. Einen 
Einfluß aus die Preise übe die Fischhalle auch nicht mehr 
aus, sie könne jetzt nicht mehr prcisregnlierend wirken. 
Der Zeitpunkt: 1. August, sei gewählt, weil der Leiter der 
Halle, Herr Gruhlke, seinen Posten für diesen Zeitpunkt 
gekündigt habe und es für einen neuen Herrn schwer sei, 
sich hier einzuarbeiten. G.-V. Dettmer (Unabh.) tritt 
für die Beibehaltung der Fischhalle ein, die sich als ren 
tabel gezeigt habe, schon aus den grundsätzlichen An- 
sckiauungen der Kommunalisierung. G.-V. Altmann 
(D. Vp.) ist für Aufhebung der Fischhalle, seine Fraktion 
stimme geschlossen dafür, um ein Anhängsel einer unglück 
lichen Wirtschaflszeit loszuwerden. G.-V. Buth (Soz.) 
steht auf dem Slandpunkt, daß die Fischhalle auch ferner 
hin notwendig sei. Man sei noch lange nicht aus einer 
Zeit heraus, die von seiner Partei nicht geschaffen wurde, 
sondern die die andere Seite nun auszubaden habe (Zu 
rufe rechts). Die Fischhalle werde auch später noch preis 
regulierend wirken; sie habe verschiedentlich Waren 50Pfg. 
billiger verkauft, als sie aus dem Markt zu haben waren. 
G.-V. Göhring (Unabh.) stimmt ihm zu, es komme 
darauf an, die Ernährungsschwierigkeiten so viel als 
möglich zu beheben. G.-V. L e o n h a r d t (Dem.) er 
wähnt. daß die Fischhalle zur Zeit der Fischknappheit 
berechtigt war. Jetzt falle die Notwendigkeit durchaus 
weg. Er habe selbst beobachket, daß zuweilen die Preise 
für Fische in Geschäften niedriger waren, als in der Fisch- 
halle. G.-V. Göhbing (Unabh.) meint, daß in der 
Lebensmittelversorgung noch keine Erleichterung einge 
treten sei. man lese täglich von Lebensmittelunruhe» (Zu 
ruf: Das ist politisch). Man müsse dahin wirken, die Preise 
zu senken, ans der einen Seite spreche man über die bohen 
Löhne, ans der anderen tue man nichts, um die Lebens-- 
mittelpreijc zu senken. Jeder gäbe dann dem anderen 
Schuld und schließlich habe die ganze Wirtschaft Schuld. 
— Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der 
Unabhängigen wird beschlossen, die Fisch Halle am 
1. August a n f z u he b e n. 
Anfragen. 
Bürgermeister Walger antwortet auf die schon in 
der vorigen Sitzung vorgelegten Anfragen des Rechts 
block: l.über eine Abrechnung der Volksküche, daß bisher eine 
solche Abrechnung nie besonders gegeben lvorden sei. Im 
Ausschuß wurde diese gegeben und die Mitglieder des Aus- 
scnusseS s eien davon unterrichtet. Die RechnnngSprüsnng 
werde nachgeholt. 2. betr. Einberufung des Fünfcraus- 
smusscS könne er nichts sagen, weil der Dezernent ans- 
geschieden sei, so viel er aber wisse, sei der Ausschuß 
wiederholt einberufen worden. G.-V. Müller (Dnar.) 
bemerkt, daß der Fnnferanöschuß im Aprit das letzte 
Mal getagt habe. G.-B. Giese (Soz.) bemerkt, nach 
seiner persönlichen Auffassung sei es Schuld der Ausschuß 
mitglieder selbst, wenn der Ausschuß nicht genügend -oft 
zn'ammengctretcn sei. Wenn die Ausschußmitglieder etwas 
vorhaben, sollen sie den Antrag stellen, daß der Ausschuß 
einberufen werde; tvcnn man das tue, tue inan seine 
Pflicht, „das sagt Ihnen (zur Rechten) ein Prolctc". (Zu 
stimmung und Sehr richtig links und bei den Demokraten.) 
G.-V. Dr. Anders (Duat.) meint, die Ausführungen 
des Herrn Giese klingen als ivenn Schulkinder abgekanzelt 
werden sollen. Er stehe auf dem Standpunkt, daß die 
Einberufung des Ausschusses Sache des Dezernenten sei. 
G.-B. Buth (Soz.) bemerkt, daß Herr Friede! inl Aus- 
schuß stets eingehend Auskunft gegeben und' stets, gefragt
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.