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Periodical volume Nr. 139, 23.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Fleischereien ein markenfreier Verknus von Sülze stakt. Das 
Pfund kostet 1,80 M. >, 
o Für die DoMWche! In einer mit rund 300 Unter- 
schristen versehenen Eingabe wird der Gentrindevorstand « 
gebeten, die Volksküche, die, wie verlautet, am 1. August 
geschlossen werden soll, weiter bestehen zu lassen. 
o Rach dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung- 
vom 8, Oktober 1919 waren in Berlin-Friedenau 13 839 
Haushaltungen und 43 521 Einwohner vorhanden. 
o -Die SleuercinfchätzuW der Hausangestellten. Wäh 
rend allen Arbeitern und' Angestellten der Arbeitgeber 
vom 25.- Juni an 10 Prozent des Arbeitslohnes oder 
des Gehaltes abziehen und als Steucrbetrag in Form 
einer Stenermarke in die Steuerkarte einkleben, must, be 
trägt der Abzug für das Hauspersonal 20 Prozent. Hier 
werden die Kosten für Wohnung und Verpflegung dem 
Barlohn- zugerechnet. Da eine individuelle Wertung nicht 
möglich ist, so beschränkt sich nach einer im „Rcichsanze.i- 
ger""vom 16. Juni abgedruckten Bestimmung des Finanz- 
ministers der Abzug auf 20 Prozent des Barlohnes, wenn 
Barlohn und Naturalbezüge zusammentreffen und der 
Wert der Naturalbezüge höher ist als der Barlohn. Das 
ist. nun bei den Dienstmädchien, Köchinnen, Kinderfräulcin 
usw., soweit sie im Hause der Arbeitgeber wohnen, Kinder 
gärtnerinnen, Stützen, Wirtschafterinnen durchgehend der 
Fall. 
o Amt „Rheingau", wird voraussichtlich am 1. Ok 
tober eröffnet werden. Die Fricdenauer Fernsprechteilneh 
mer werden dann an diese Vermittlungsstelle im hie 
sigen .Post^ebändc angeschlossen. 
o Obstntchln darf gebacken: werden. Den Bäckern ist 
das Backen von Obstknchen freigegeben worden, soweit 
hierfür nur die im freien Handel erhältlichen Mehle ver 
wendet werden. 
o Preise für Ziegenwurst. Der Preis für 1 Pfund 
darf nicht übersteigen bei Abgabe an Kleinhändler und 
Großverbraucher (iNt-Klammern an Verbraucher): Ziegen 
jagdwurst 14,90 M. (17.—), Ziegenbrühwurst 14,90 M. 
(17,— M ), Zicgenbreslaucr 14,90 (17,—) M., Ziegcn- 
dampswnrst 14,90 (17.—) M., Ziegenbockwurst 14,90 
(17.—) M., Zicgenlebcrwurst 14.— (IG.—) M, Zicgen- 
1 ratwurst 14.— (Ick.—) M., Ziegcnsaucischen 1,4.— (17.—( 
Mark, Ziegcnblutwnrst 9,70 (11.—) M., Ziegen-Wiener- 
Würstchcn (Brühwürstchen) 15,80 (18.—) M. Diese Preise 
treten an dein Tage in Kraft, an dem die Gcnehmignngs- 
urkundcn für diese Preiserhöhung den Herstellern zu 
gestellt werden. 
o Eiwe Hitzepeviiodo, über deren Dauer sich aber z. Zt. 
noch nichts sagen läßt, soll nach den Beobachtungen der 
Wctterknndigen jetzt beginnen. Jedenfalls ist die Wetter 
lage jetzt bedeutend beständiger geworden. Sie läßt an 
haltend gutes, tvarmcs Wetter voraussehen. 
o Ticnstjubilüum. Am Sonntag, den 27. d. MtS. 
feiert unser Mitbürger der Ncichsbankobcrbuchhalter an 
der NeichSbankhaupttassc Herr Max Müller sei» 
25 jähr. Dicnstjubiläuiil. 
o Post na-ch Amerika. Der am 3. Juli von Gothcn- 
blirg nach Nelvyork abgehende schwedische Postdampfer 
„Drottningholm" wird zur Beförderung von Briessen-, 
düngen mit Leitvermerk nach den Bereinigten Staaten 
von Amerika und Durchgangsländern benutzt; Postschluß 
beim Postamt 1 in Hamburg am 29. Juni abends. 
V o Aufgeregte! Gruppen von Friaurn bildeten sich heute 
am Wochenmarkt, an der Ecke Rhein- und Schmargcndorfcr 
Straße. Das Plakat der poinmersch-en Landwirte, das 
dort an einer Säule klebte und den Frauen die große 
Preisspanne zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreis vor 
Augen führte, gab den Anstoß zu den erregten Erörterun 
gen. An den hohen Preisen für Ob-st und Gemüse ans dem 
Markt, trotz reichlicher Beschickung, ersahen die Frauen den 
praltischen Beweis für die Behauptungen der, Landwirte. 
Und so drehte.sich die Aussprache um: freier Handel oder 
ZwangSwirtschast. Geschimpft wurde auf Zwischenhänd.'er 
und Kriegsgesellfchafüen und natürlich ging es dabei auch 
.wieder in die große Politik hinein. 
o Obcrschlesicr vcrß.ßt nicht, morgen Donnerstag, 
den 24. d. Mts., Abends 7 Vs Uhr die Versammlung un 
serer Ortsgruppe, im Rathaus-Saale, Friedenau, Lauter--, 
platz zu besuchen. Lichtbilder-Vortrag: Oberschlesicn in 
Wort und Bild, sowie Besprechung und Ausknnstertcilung - 
über die Abstimmung. Mitglieder und Gäste sind herz- ' 
lichst eingeladen. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung 
zahlreiches Erscheinen dringend erforderlich. 
o Dcv Evonjgc,lischt Vokksvcrein hielt am Montag im. 
„Hohcnzollern" seine Monatsvcrsammlnng ab. Der, 
Vorsitzende, Herr Landschaftsgärtncr Hugo Richter, ge 
dachte in seiner Eröffnungsansprache mit dankbaren Worten s 
des kürzlich verstorbenen Geh. Kanzlcirats Borck. der 
dem Verein und besonders den im Felde stehenden Vereins-' 
»Ja. ja, ganz rech/, natürlich. Inkorrekt verfährt nur 
Herr Dr. Donibrowsii. Es ist seine Sache, sich deswegen - 
seinem anderen Gegner gegenüber zu rechtfertigen." - > ' 
Wehringen deutete aus zwei Stühle. - 
„Wollen die Herren mir das Vergnügen machen, eine , 
Flasche Wein mit mir zu leeren?" sagte er. „Es ist nach 
acht, und um zehn werden wir wohl abfahren müssen. 
Mit den zwei Stunden ist ja doch nichts mehr anzufangen;" ■ 
In ernsthaften Gesprächen brachten sie die Zeit hin. ; 
bimste gemeinsam den vorher bestellten Wagen, bestiegen. 
Der. Kutscher trieb die Pferde zu höchster Eile an. und 
pünktlich um die elfte Stunde trafen sie ans dem Kampf- 
platz-tin. " 
’ Der zugezogene Arzt; ein Jugendfreund Herberts, war 
bereits anwesend, die-gegnerische Partei dagegen ließ noch 
auf..sich warjen. Während die Sekundanten leise plaudernd 
beisammenstanden, ging Herbert mit dem Arzt unter den 
Bäumen des Waldes auf und nieder. 
ßHch suchte ihn gestern abend' auf," erzählte Herbert 
leise dem Freunde, „und verlangte von ihm, daß er sich 
mit-mir zuerst schlagen sollte. Er verweigerte es unter 
hem Hist,weis auf den Komment. Als ich ihm aber er 
klärte,-daß ich ihn für einen gemeinen- Feigling ansehen 
würde, wenn er nicht auf meine. Forderung einginge, war 
er z« allem bereit." 
•' • Del- Arzt konnte nicht mehr antworten, denn eben 
jetzt-'tumc» drei Herren ans sie zugeschritten. Man grüßte 
sich.- oegciiscüig steif und förmlich: Dombrowski war viel 
leicht! noch ein wenig bleicher als sonst, aber von voll 
kommener. Siuhe und Selbstbeherrschung. 
- Während der Arzt sich an seinem Verbandzeug zu 
schassen- machte, prüften.die Sekundanten die Waffen. Die 
zehn .Schritte Distanz wurden abgemessen, den beiden 
Gegnernäljre Pistolen eingehändigt. Alles vollzog sich rasch >' 
und lW. - .Gesprochen-wurde kaum ein Wort.' Wohl keine! 
der-Herren hätte zuvor einem Zweikampf, unter jo lprcht- • 
Mitgliedern während des Krieges viele freundliche Unter- 
stütznngere überwiesen hat. Die Versammlung ehrte das 
GedächtüiS des ehrwürdigen Verstorbenen durch Erheben 
von den Plätzen und den- gemeinsamen Gesang ' „Harre, 
meine Seele". Ferner gab der -Vorsitzende bekannt» daß 
im Provinzial-Vorstand die Groß-Berliner Vereine von 
dem Verbandssekretär Best und die Verbände der Provinz 
Brandenburg durch Pastor Kunst in Schöneberg vertreten 
sind. Der Verhandlungsberichr der vorigen Sitzung, ver 
lesen vom 2. Schriftführer Winter, fand ohne Einspruch 
Annahme. — Den Hiauptgegcnstand des Abends bil 
dete der Vortrag des Verbandssckrctärs Best über „Unsere 
wirtschaftliche und politische Lage". Der mit Beifalt auf 
genommene Vortrag findet in der nächsten Sitzung seine 
Fortsetzung in dem Thema „Evangelische Arbeitervereine 
und. christliche Gewerkschaften". — Als neues Mitglied 
trat dem Verein der Redakteur der Nordostdeutscheu 
Arbeiterzeitung Jahr bei. — Das Sommerfest des Vereins 
findet am bevorstehenden Sonntag, den 27. Juni, statt: 
Abfahrt 12. bis 12 1 /, Uhr vom Brcitenbachplatz mit der 
Untergrundbahn bis zum Thiel-Platz; Ziel und Fest- 
lokal der Wald-Gasthof Aixlershöhe in Zehlendorf. Ecke 
Goethe-, Hermann- und Alsenstraße. Bei schlechtem Wetter 
wird das Sommcrfcst beim Bereinsmitglied Schmidt, 
Steglitz, Ecke Herder- und Arndtstraße, abgehalten. Zum 
Schluß verlas der Vorsitzende die eingegangenen Zeit 
schriften: Evangelische Arbeiterzeitung, die Kirchl. Nach 
richten, die Wehr usw. 1 
o Ocsfentlich« Mieterversammlung. Wir machen noch 
mals aus die.heute Abend 8 Uhr im Reformrcalghm-- 
nasium (Honluthstraße) stattfindende öffentliche Mieter 
versammlung aufmerksam, in der zu den die Micterschast 
angehenden, gegenwärtig dringenden Fragen Stellring 
genommen werden soll. 
. ,o Musilälichßs Johenr.isfcst. Für das am Mittwoch, 
den 23. Juni in Schramm's Konzertgarten Wilmersdorf 
stattfindende Konzert mit dem Blüthnerorchester hat Ka 
pellmeister Giesset ein dem Johannistag entsprechendes 
Programm zusammengestellt, unter anderm gelängt die 
Johannisseene ans den Meistersingern in der von ihm 
bearbeiteten, erst unlängst in der Philharmonie ausgesühr- 
Icu Fassung zur Aufführung; auch Humperdincks Hella- 
fest ans „Kvnigskindcr" bekommt man zu hören. Diese 
populären Konzerte mit ihrem abwechslungsreichen Pro 
gramm erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit. 
o Totgosehhen. In der Schloßstraße, nahe der Schild- 
horrrstraße, >vu,rdc heule mittag, ein Mann, der das Gleis 
überschreiten wollte, von einem Straßenbahnwagen über 
fahren und getötet. 
Versins-NLebrickten 
X Mälmer-Turn-Verrinf AlterSabteilunq. Die Turw- 
gciwsscil werden gebeten, sich möglichst, zahlreich zur Teilnahme 
an der Einäscherung unseres verstvrbcilcn,'lieben Turngcnosscn 
Kacwcr am Freitag, nachmittags. 5 Uhr, in der Vorhalle des 
Krematoriums Gcrichtstraße cinzufindeu. 
X Deutsch - demokratische Jugcndvcreinigung, Friedenau. 
Heute Abend 8 Uhr im „Wiesbadener Hos": Bortrag des Herrn 
Geheimen Acgierungsrat Bogt über das Parteiwesen sin 
Deutschland. 
X Bolkshschschulsraurnchor. Mittwoch von 8 bis 10 Uhr: 
Ucbungsabcnd in der Königin Luise-Schule. Ausnahme neuer 
Mitglieder. 
X Theater-K ub „Friedenau 1920, E. V." Vcreinsabend 
jeden Mittwoch, abends von 8 Uhr an, im Restaurant „Kaiser- 
bürg", Kaiscrallee 75. Spiel- und sangeskundige Herren und 
Damen als Mitglieder jederzeit willkommen. 
)( Drutschnationaler Jugendbund, Ortsgruppe Friedenau. 
Die Mitgliederversammlung must wegen unvorhergesehener 
Schwier:.,Uiten ausfallen. 
)( Jugcndgruppe der Deutschen Volkspartei. Sonnabend, 
den 26. Juni: Ausflug Wunnfce—Kohlhasenbrück. Treffpunkt: 
Wannseebahiihof 3 Uhr. Montag, den 28. Juni, veranstalte/, 
die Jugendgrnppe ein Stiftungs- und Gartenfest mit 
Tanz und Vorträgen (Aussührting der kleinen Hauskomödie: 
„Die Wahrsagerin", Lieder zur Laute, Deklamation) im Logen- 
Restaurant, Steglitz, Albrcchtstraste 112a. Beginn 6 Uhr. Kar- 
len zu 3 Mark, einschl. Steuer, im Vorverkauf in der Geschäfts 
stelle der „Tagt. Rundschau", Haudjerystr. 73, und an der 
Abendkasse. i 
)( Des Sprachvereins Friedenauer Ortsgruppe ladet noch 
mals alle Männer und Frauen, die sich für das Gedeihen unserer 
Muttersprache einsetzen, zu ihrem am 28. Juni, abends 7J/s Uhr, 
im „Brandenburger Hof" (Röniiebergstr., Ecke Kaiserallce) stätt- 
sindenden Untcrhaltungsabcnd, der ein Tiersabel-Abcnd sein wird.> 
freundlichst ein. Der Eintritt ist unentgeltlich. Der im Mai 
jo stürmisch mit Beifall überschüttete Lautensunger Dr. Max 
Burckhardt wird wieder dem Abend einen lünstlerisch hei 
teren Abschluß verleihen und so zu dem geselligen Beisammen 
sein überleiten. Der Vorsitzende, Stndienrat Dr. Mau-er- 
in a n n, wird über die Arbeit der Ortsgruppe kurz berichten; 
dann wird Frau A i l b o u t init Liedern den eigentlichen Uiiter- 
haltnngsteil eröffnen. Pros. Dr. Klick, ein tiefgründiger Kenner 
baren Bedingungen beigewohnt, und die Sekundanten 
waren beinahe nervöser pnd aufgeregter als die Gegner 
. selbst. Dombrowski warf erst im letzten Augenblick dic 
Zigarette fort, die er bis dahin zwischen den Lippen gehalten 
hatte, sprach noch ein paar Worte mit einem seiner.Sclun- 
.kanten und nahm dann ruhig, seinen Platz ein. 
Der vorgeschriebene Bersöhnlingsverjuch, dessen sich 
der llnpartciijche rasch und verlegen entledigte, war natürlich 
zwecklos. Arzt und Sekundanten zogen sich zurück, und 
es wurde totenstill miter den leise im Morgenwinde rauscheu- 
. den Wipfeln. Der Unparteiische fuhr sich mit dem TaPhcn- 
tuch über die Stirn, eye er mit merkwürdig, heiserer und 
gepreßter Stimme sagte: 
„Wenn ich ,eins'zähle, haben die Herren das Recht, 
um zwei Schritte vorzutreten. Bei .zwei' dürfen die Wajfen 
erhoben werden, bei ,drei' darf geschossen werden. Die 
Herren sind bereit? 
Ich zähle: .eins'." 
Kleiner der.Duellanten machte von der Erlaubnis, die 
Distanz, um zwei Schritte zu vermindern — vierzehn 
Schritte waren abgezählt — Gebrauch. Die rechte Seite 
eiüaiider zugekehrt, standen sie sich gegenüber, die Blicke 
fest, auseinander gerichtet. 
‘ „Zwei!' 
Langsam hoben sich die beiden Arme. Drei. Sc- 
künden noch. 
„Drei!" 
So völlig gleichzeitig fielen die beiden Schüsse, daß 
nur. ein einziger, scharjer Knall hörbar wurde. Dombrowsti 
stand aufrecht und fest wie zuvor, hart an seinem Kops 
hatte er die Kugel varbeipfeisen hören. Herbert aber war 
zurückgetaumelt und wankte. 
Eilig sprang der Arzt hinzu. Wehringen aber, aus 
dessen Antiitz der letzte Blutstropicn gewichen schien, mehrte 
heftig ab. 
»Es ist nichts," brachte er mit Anstrengung hervor. 
des volkskundlichen und volkstümlichen deutschen SprachguteS, 
wird einen durch reiche Beispiele unterhaltend gestalteten Vor 
trag über „Sprachliche Bilder aus dem Ticrleben" halten, und 
Frau Friedet Augspach wird durch Vorlesen von Fabeln 
n. a. 'einige Stoffe des Vortrages unmittelbar bieten. — Gäste 
willkommen. 
X Schleswig-Holsteinische Ortsgruppe Friedenau. Am Sonn 
abend, den 12. Juni, hat die Schleswig-Holsteinische Orts 
gruppe Friedenau ihre letzte Zusammcnkunst vor den Sommer- 
ferien gehalten und wird die Sitzungen erst am Sonnabend, 
den 4. September, abends 8 Uhr, wieder e.nsnehmen (wie immer 
im „Wiesbadener Hos", Wiesbadener Straße 72). Am ersten 
Sonnabend jeden Monats werden künftig die sozusagen Pflicht 
mäßigen Zusammenkünfte stattfinden, in denen auch die geschäft 
lichen Angelegenheiten erledigt werden; am dritten Sonnabend 
jeden MonatÄ dagegen die rein geselligen. Möglichst rege Be 
teiligung der Mitglieder ist indessen für beide Arten wünschens 
wert. — Am Sonnabend, den 26. Juni, treffen sich die Mit 
glieder noch einmal vor den Ferien zu einem gemeinsamen Aus- 
fluge nach Nen-Vabelsbcrg. Abfahrt vom Wannsee-Bahnhof 
Friedenau 2.54 Uhr nachmittags. Treffpunkt: Wannsecbahn- 
hof, vor der Sperre. Rege Teilnahme erwünscht. Auch Gaste 
sind willkommen, ebenso wie bei alle» Zusammenkünften. ' 
Ctmun, Spiel, Sport 
s Schwedische Turnerinnen und Turner in Berlin. Das 
große Schauturnen der schwedischen Turner- und Turnerinnen- 
Mannschaft an, Freitag, den 25. Juni, 6 Uhr nachmittags, im 
Marmorsaale des Zoo wird alles versammeln, was Interesse 
an Leibesübungen hat. Das Schwedische Turnen ist eines der 
intcrcssaiitcsieii und cinslnßreichsten Körperübnngssysteme der 
Welt. Die ausgewählte. Mannschaft von Frauen und Männern 
wird i» mnstergüiliger Form an eigenen Geräten das ganze 
Uebungsprograiiim dnrchtnriien. Der schwedische Gesandte hat 
hat' sein Erscheinen zugesagt . Slgatssekrctär L c w a l d wird 
dic deutsche Turn- und Sportwelt vertreten. Preise der Plätze: 
Parkettloge 8 Mk., Balkonloge 5 Ml., Sitzplatz 3 Mk., Steh 
platz 2 Mk. Der Eingang zum Maruiorsaal ist an dem Tage 
durch den Zoologischen Garten, Vahnhosstraße. 
Bemn tmd Verona 
§0 „Das Einistchn'fche RelaZoitätsprinziv und sfinr 
astronomische Bestätigung" lautet bas -Thema des Vor 
trages mit. Lichtbildern) den Herr Dir. Dr. Archcnhold 
am Donnerstag-, den 24. Juni, abends 7 Uhr im großen 
Hörsaal der Treptow-Sternwarte, hält. Mit dein großen 
Fernrohr wird bei klarem Wetter der Mond und die 
.Planeten Saturn und .Mars beobachtet. Kleinere Fern- 
rvhrc stehen zur Beobachtung beliebiger Objekte zur Ver- 
fügung. Führungen durch das astronoiniiche Museum sin- 
' den täglich in der Zeit von 2 Uhr nachm, bis 8 Uhr 
- abends stall. 
Zuschriften 
([für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
, Tis Macht der Gewohnheit! 
Wer kennt nicht die schönen Polonäsen, an welche 
besonders die Hausfrauen mit-Schrecken denken. Warum 
nun henke noch verschiedene Frauen an diesem System 
Gefallen finden, ist mir unbegreiflich. Hier im Orre 
stellen sich bei einigen Fleischern, genannt sei z. B. Han-s 
Pfcusser, Hausfrauen nach Fleisch an, >vo doch tatsächlich 
kein Grund dazu vorliegt, denn die geringe Ration ist 
> für jeden da und bekonmir auch jeder. Die Verkaufszeiten 
■ sind so eingerichtet, daß genügend Gelegenheit ist, um 
das Fleisch rechtzeitig zu holen. Daß durch das unsinnige 
Anstellen viel kostbare Zeit verloren gehl, bedenken diese 
verehrten Damen nicht, es entspricht cbeiE durchaus:-der 
Frauenlogik. Die betreffenden Fleischer könnten hier 
auch das Ihrige dazu beitragen, daß diese Polonäsen end 
lich vcrsckuvinden, indem sie die holde Weiblichkeit ans 
dic Zwecklosigkeit des Anstehcns hinweisen, 
Hans Boese, Bismarckstraße 8. 
Vcre.ntw. Schriftleiter: Hermann Martinins fn Berlin-Friedenau. 
Bei Betriebsstörung, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch 
auf Lieserung oder Nachiicserimg des Lokal-Anzeigers oder auf 
Rückzahlung des Bezuasvreiscs. 
„Ein Strcijjchns-, nichts weiter." Er ftanv schon wieder 
aufrecht. „Ich bitte den Herrn Iliiparteiischeli, die Fort 
setzung des Kampfes zu beslinimen." 
Der Unparteiische, ein Herr von Lcebcn, der mit Holl« 
fchdcn befreundet war, kam heran. 
„Ich weiß nicht, wollen Sie dem Herrn Doktor nicht 
gestatten, die Berlegung zu untersuchen?" 
„Rein!" cn-gegncte Heinz brüsk. „Sic sehen doch, 
daß es keine Ledeatung hat. Wenn ich al,o bitten darf?" 
Die Setunoantsn trachten frische Wassen. Wieder 
kam das. 5ien,u:ando,c:us!', und diesmal lnachtcn beide 
Gegner die erlaubten zwei Schritte. 
Rur ein Arm hob sich. Dr. Dombrowski aber stand, 
ohne sich zu rühren. Sein scharfer Blick erkannte, wie sich 
5)erbcrt immer mehr-verfärbte, und er sah auch, wie von 
seiner linken Schul.er dop Blut hentiedtzrrann. lind Äs 
das Kommando .Drei!' kam, da ließ Dr. Dombrowski, der 
nach seinem eigenen Geständnis ein ehrloser Spion war, 
seine Pistole aus der Hand gleiten. >. 
Herbert von-Wehtingcn aber schoß, und er hatte besser 
gezielt als das ciflcmsii: - Einen Augenblick noch fkond 
der Pole anstecht, dann verzerrten sich seine Gcsichtszügc, 
und dumpf aufstöhnend schlug er schwer auf den Bodeit 
nieder. ' . ’ 
Aber auch Herbert hielt sich nicht länger aufrecht. Müh 
sam schleppte er sich noch bis zum nächsten Baum, dort 
klanvnerte er sich an den festen Stamm, und mit brennen 
den Augen starrte er auf Dombrowski, um den sich der 
Arzt bemühte. , 
Er vernahm noch, wie jemand „Herzschuß, ganz Hofs- 
nungslos", sagte. Dann schwanden-ihm selbst die Sinne, 
und bewußtlos brach er zusammen. 
MchlUß folgt.)
        
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