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Periodical volume Nr. 139, 23.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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m. Haus gebracht 8.- Mark. ^scheint «gNch °bklldS. 
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9 4.— Mark, velegnummer »0 Pfg, 
± 
Rr. 139 
BeHin-zriedemm, Mittwoch, Den 23. Sani 1920 
Saht». 2? 
rituelle üacforidrten 
Stuttgart. Der neue Württembergische Landtag 
hat mit 57 von 99 Stimmen den Lentrumsabgeordneten 
Walter .zum Landtagspräsidenten gewählt. 1. Vize 
präsident wurde der Abg. Dr. R o t (Bauerndbund) mit 
78 Stimmen und 2. Vizepräsident der Abg. Keil (Soz.) 
mit 33 Stimmen. 
S t u t t g a r t. J^ Ulm und Ravensberg kam es 
infolge von Lcbensmittelunruhen zu Zusammenstößen mit 
der Polizei bezw. der Reichswehr, In Ulm wurden der 
Oberamtmann und der Oberbürgermeister mißhandelt. Im 
Rathaus, das von der Polizeiwehr mit Waffengewalt in 
Besitz genommen werden mußte, wurden alle Fenster ein 
geschlagen und Akten auf die Straße geworfen. Beim 
Sturm aufs Rathaus gab es unter der Menge Tote und 
Verwundete. Einige Polizeimannschasten wurden schon 
beim Abmarsch erheblich verwundet. 
Mainz. 'Ein großer Teil des Artillerie-Munitions 
lagers Uhlcnborn an der Strecke Mainz—Bingen ist heute 
nacht in die Lust geflogen. 
B v u l o g n e. Llohd George ' äußerte in den Be 
ratungen über die russische Frage den Wunsch, die politi 
schen Beziehungen mit Rußland wieder aufzunehmend 
Millerand dagegen, blieb dabei, nur die wirtschaftlichen 
Beziehungen wieder'aufzunehmen. Er erkenne Krassin nicht 
als Vertreter der Sowjetregierung an, solange diese nicht 
die Schulden der ehemaligen russischen Regierung aner 
kenne. 
B u k a r c st. In dem umgebildeten Kabinett Averescu 
ist Take Jonescu zum Minister des Aeußern ernannt 
worden. 
Kommunale HngeUgenbeiten 
Erläuterungen des Gemeindevorstandes zur Sitzung der 
Gemeindevertretung am Donnerstag, den 24. Juni 1920, 
abends 7 Uhr, im Sitzungssaale des Rathauses. 
Vorlage betr. Bewillkgulttg von MKteln für« die Udwfc* 
nähme einiger bei der Zentralstelle für vaterländische 
Hilfe freigewordener Gegenstände. 
Die Zentralstelle für vaterländische Hilfe hat ihrxno 
Betrieb verkleinert. Durch die Abgäbe eiNes Raumes wur 
den die daselbst aufgestellten verschließbaren Schränke ent 
behrlich, welche für die aus dem Boden des Rathauses ein 
gebauten staubfreien Kammern dringend gebraucht werden. 
Außerdem ist eine Schreibmaschine verfügbar geworden. 
Der Wert der Schränke ist durch einen Sachverständigen 
auf 600 M. abgeschätzt: für den Einbau sind weitere 600 
Mark erforderlich. Der Anschaffungspreis der Schreib- 
Maschine betrügt 500 M. Wir ersuchen daher die Ge 
meindevertretung, sich mit der Uebernahme dieser Gegen 
stände in die Rathausverwaltung einverstanden zu er 
klären und beschließen zu wollen: Der Ankauf der Schränke 
und der Schreibmaschinen von der Zentralstelle für vater 
ländische Hilfe wird genehmigt und die hierfür erforder 
lichen Mittel in Höhe von 1100 M. aus Voranschlag I 
unter Verstärkung der betr. Voranschlagszisfer bewilligt., 
Gleichzeitig werden die für den Einbau der Schränke ent 
stehenden Kosten in Höhe von 600 M. aus derselben Vor 
an schlagszisfer bewilligt. 
Vorläge betr. Bereitstellung von Mitteln für: die Ausfühl 
rung gärtnerischer Anlagen. 
Im Voranschlag XV Nr. 17 für 1919 sind für außer 
ordentliche Instandsetzung der gärtnerischen Anlagen, Wege 
WBM—————————MM——— 
Die Briefe der Prinzessin. 
Bon E. Ph. Oppenheim. 
85 . (Nachdruck verboten.) 
Freilich wich ich ihm nicht mehr von den Fersen; 
wie sein Schatten folgte ich ihm den ganzen Tag, und 
als ich ihn in später Abendstunde schließlich doch aus den 
Augen verlor, suchte ich das Haus auf, in dem er wohnte, 
seine Adresse hatte ich ja in Erfahrung gebracht, um ihn 
hier zu erwarten. Aber er kam nicht. Es wurde Mitter- 
nacht, ein, zwei Uhr. und er kam noch immer nicht. Da 
hielt ich es nicht länger aus. Ich nahm an, daß er 
bereits in feine Wohnung hinaufgegangen fei, ehe ich 
gekommen war, und versuchte, ob ich nicht ins Haus ge 
langen könnte. Zu meiner-Ueherrafchung fand ich die 
Haustür unverschlossen, und leise schlich ich mich die 
Treppen hinauf. Das mag gegen drei Uhr morgens ge 
wesen sein. An seiner Wohnungstür lauschte ich, drinnen 
war alles totenstill. Schon streckte ich die Hand nach, der 
Klingel aus. da ging unten die Haustür. und, eine 
Operettenmelodie summend, kam jemand die Treppe herauf. 
Ich hatte einen Stock mit einem schweren Grifß Herr, einen 
sogenannten Totschläger. Martens bemerkte mich nickt, 
denn ich hatte mich in eine dunkle Ecke gedrückt. Er Nahm 
seinen Schlüssel heraus und bückte sich, um in der Dunkel- 
heit das Schlüsselloch zu finden. Und der DätNon in.mir 
riß meinen Arm hoch, ich schlug zu, ich sah Ihn vornüber 
fallen, ohne einen Laut von sich zu geben, und dann 
stürzte ich davon, zum Haus hinaus — —" 
Ermattet schwieg er, und auch Heinz konnte vor Er 
schütterung nicht sprechen. Noch einmal, zum letzten Male 
aber raffte sich der. Sterbende auf. 
„Rusen Sie einen Zeugen," flüsterte er, „einen, der 
den letzten Teil meines Bekenntnisses aufschreibt. Ich will 
meinen Namen darunter setzen. Holen Sie jemanden — 
ebe es au spät ist" 
und Plätze 20 000 M. vorgesehen. Aus diesen Mitteln 
wurden ab November 1919 eine Anzahl Arbeiten aus 
geführt, sowie notwendige Anschaffungen für die Instand 
setzung gärtnerischer Anlagen vorgenommen. Es wurde 
an besonderen Arbeiten ausgeführt: 1. Anlage an der 
neuen Bedürfnisanstalt Südwestkorso Ecke Rhcingaustr., 
2. der kleine Platz am Rathaus, 3. die Umarbeitung 
des Reitweges an der Varzinerstr., 4. Wiederherstellung 
des Wilmersdorser Platzes, 5. Instandsetzung der Früh 
beetfenster usw. Aus dieser Position sind zufolge des Ge- ( 
meindebeschlusses vom 2. 10. 19 2200 M. für den Platz i 
an der katholischen Kirche bewilligt worden, sodaß ein 
Rest von 17 800 M. vorhanden ist. Da laut Voranschlag 
für diese Mittel die besondere Bewilligung der Gemeinde 
vertretung erforderlich ist, bitten wir daher die Gemeinde 
vertretung zu beschließen: Die im Voranschlag XV Nr. 17 
noch zur Verfügung stehenden 17 800 M. werden für 
außerordentliche Instandhaltung der .gärtnerischen An 
lagen, Wege und .Plätze bewilligt. 
SÜMtzklM W WkM mH Wllkwo. 
Machdr. unsrer o-Originalartikel nur mll Quellenangabe gestattet.) 
o Feststellung bcsl Ergebnisses! der Stadtverordneten- 
wahlvn. Die Sitzungen des Stadtwahlausschusses zur Fest 
stellung des Ergebnisses der Stadtverordnetenwahlen sind 
wie folgt festgesetzt: 1. am 26. Juni, mittags 12 Uhr, 
2. ciitt 2. Juli 1920, mittags 12 Uhr. Die Sitzungen 
finden in den Räumen des Wahlbureaus des Magistrats, 
Berlin C. 2, Stralauer Straße 44—45, 1. Hof, parterre, 
statt. Jeder Wahlberechtigte hat Zutritt. 
obh Die erste Sitzung des Grost-Berliucr Stadtpar 
laments. Die 225 Mitglieder der neuen Stadtverordneten 
versammlung werden vom Oberpräsidenten Dr. Maier 
zu ihrer ersten Sitzung nach dem Festsaal des Berliner 
Rathauses einberufen, in ihre Aemter eingeführt und durch 
Handschlag an Eidesstatt. verpflichtet werden. Bis zum 
1. Oktober bleiben aber noch die bisherigen einzelnen 
Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretun 
gen bestehen. Da die amtliche Feststellung des Wahlergeb 
nisses und bie~ Verteilung der Stadtverordnetensitze erst 
im Laufe der nächsten Woche durchgeführt werden kann 
und für die Erledigung der Formsachen noch etiva acht 
Tage erforderlich sind, wird die erste Sitzung des neuen 
Stadtparlaments, deren Einberufung immerhin beföhlen-, 
nigt werden.soll, voraussichtlich Anfang Juli oder doch in’ 
der ersten Hälfte des Juli stattfinden. Die erste Auf 
gabe der Groß-Berliner Stadtverordnetenversammlung ist 
die Wahl des Vorstandes und der Mitglieder für das 
endgültige Schiedsgericht im Auseinandersetzungsverfahren 
mit den Restverbänden, vor allem aber die Beschlußfassung 
über die Größe des Magistrats, dessen Mitgliederzahl 
höchstens 30 betragen darf, die Verteilung der Magistrats 
sitze auf die besoldeten und unbesoldeten Magistratsmit 
glieder und die Wahl des neuen Magistrats. Für diese 
Aufgabe wird voraussichtlich ein besonderer Ausschuß ein 
gesetzt werden, der seine Arbeiten trotz der Sommcrferien 
derart wird fördern müssen, daß der neue Magistrat im 
Laufe des August gewählt werden kann. Bis Anfang 
September müssen die Vorbereitungen für das ueue Ber 
lin wenigstens soweit gefördert sein, daß für die ersten 
Uebergangsarbeiten die erforderlichen Stellen geschaffen 
und besetzt sind. Aber auch das wird noch viele Mühe 
und Kopfzerbrechen machen und ohne Schwierigkeiten und 
Reibereien wohl kaum abgehen. 
o Der Aräeitsmarkt der Provinz. Nach dein Monats 
bericht des Brandenburgischcn Landesarbeitsamtcs für den 
Das Schicksal selbst sorgte für die Erfüllung seines letzten 
Wunsches. Denn noch ehe Hollfelden sich hatte erbeben 
können, kam der Arzt, der auf das Geheiß des jungen 
Schriftstellers herbeigeholt worden war. 
„Er hat ausgelitten." 
Der Arzt neigte sich herab, mit ■ sanfter Hand die 
Lider über den gebrochenen Augen zu schließen. Heinz 
faltete die Hände des Erlösten über der Brust und strich 
die zerwühlte Bettdecke glatt; dann zog er den Arzt beiseite 
und sagte leise: 
„Dringende Pflichten rufen mich ab, Herr Doktor. 
Und ich muß Sie deshalb bitten, dem Toten die letzten 
Dienste zu erweisen. Die Mittel dazu erlaube ich mir 
Ihnen gleich einzuhändigen, und ich bitte Sie, zu ver 
anlassen, daß kein Lärnt über den Sterbefall hier im 
Hause entsteht. Denn es wohnt eine erkrankte Frau hier, 
die vorerst nichts davon erfahren darf, sollte ihr Leben 
nicht ernstlich bedroht werden." 
Der Arzt versprach, sein möglichstes zu tun, und Heinz 
verließ das Zimmer. Er fand die Komtesse wartend in 
dem Salon, darin er sie zurückgelaffen hatte; ehe er aber 
sprach, sah er auf seine Uhr. 
Die elfte Stunde war bereits überschritten. 
Heinz war der Verzweiflung nahe. Sollte es trotz 
allem zu spät sein? Mit hastigen Worten forderte er 
die Gräfin auf, ihn hinunter zu begleiten, und dem Kutscher 
der ersten Droschke, die'ite antrafen, gab er Dr. Dom- 
browskis Adreffe an. Unterwegs erst unterrichtete er die 
Komtesse von dem, was vorgefallen war. 
Aber er kam zu spät. 
Niemand öffnete ihm, als er an die Tür pochte, die 
Dombrowstis Visitenkarte trug. Auf sein anhaltendes 
Klopfen aber ging eine andere Tür auf, und ein altes 
Weib, verinutlich die Zimmervermieterin, teilte ihm mit, 
daß der Pole schon vor einer Stunde von zwei Herren 
abgeholt worden sei. 
Monat Mai 1920, hat die Lage des Arbeitsmarktes 
im allgemeinen gegen die des Vormonats eine nicht un 
erheblichen Verschlechterung erfahren. Die bereits im Vvr- 
bericht erwähnten Betriebseinschränkungen einzelner In 
dustrien und Orte.haben in der letzten Hälfte des Mo 
nats an Ausdehnung gewonnen. Trotzdem würden im 
allgemeinen die Betriebe unter starker Verkürzung der 
Arbeitszeit aufrecht erhalten und nur vereinzelt mußte 
zur Entlassung von Arbeitskräften geschritten' werden. Die 
Bermittlungstätigkeit im Monat Mai 1920 wird durch, 
folgende Zahlen veranschaulicht: Nettangemeldete Arbeits 
lose waren vorhanden: 15 598 (11558 männl., 4040 
weibl.), neuangemeldete offene Stellen: 12 629 (8959 
männl., 3670 weibl.), besetzte Stellen: 10 375 (8037. 
männl., 2338 weibl.). In der Landwirtschaft hielt 
die Nachfrage nach Arbeitskräften aller Art an. Bis 
auf junge Burschen und Landmädchen, deren Beschaffung 
nicht möglich war, gelang cS den Arbeitsnachweisen, den 
Anforderungen .zu genügen. Der Unterbringung von 
Deputatfamilien stellte sich der auf dem Lande weiter 
herrschende Wohnungsmangel entgegen. Die ländlichen Ar 
beitsnachweise des Brandenburaischen Landesarbeitsamtes 
in Berlin vermittelten int BMchtsmonat 326 Arbeits 
kräfte, darunter 61 Mädchen. Im Brau n kehlend er g- 
b a u wurden Vermittlungen nur im geringen Umfange 
vorgenommen. Es kam lediglich eine Deckung'des jewcili- 
gen,Abganges in Frage.' In die gut beschäftigte Ziegel- 
industrie konnte eine Anzahl Erwerbsloser vermittelt 
werden. In der M e t a l l i n d u st r i e wies der Geschäfts- 
gang im Laufe des Monats immer mtzhr eine absteigende 
Linie aus. Das Fehlen von Absatzmöglichkeiten zwang 
zur Streckung der Arbeit durch Verkürzung der Arbeits 
zeit. Gänzliche Betriebseinschränkungen und damit Ent 
lassungen von Arbeitskräften hielten sich in mäßigen 
Grenzen. Angesichts dieser ungünstigen allgemeinen Lage 
war die Vermittlungstätigkeit gering. Die Textil - und 
Hutindustrie litt ganz besonders unter der unbe 
stimmten wirtschaftlichen Lage. Das Ausbleiben der Auf 
träge hatte nicht unwesentliche Betriebseinschränkungen 
und vielfach sogar völlige Stillegungen zur Folge. In 
der Holzindustrie zeigte sich das gleiche Bild, da 
ein Absatzgebiet für Möbel infolge der Kaufunlust der 
Verbraucher vollkommen fehlte. Die Zahl der arbeitslosen 
Tischler nahm weiter zu. Im Bekleidungsgewerbe 
ließ die Nachfrage nach Schneidern und Schuhmachern fast 
gänzlich nach, Schuhmacher kamen sogar insbesondere in 
den Industriebetrieben einzelner Orte zur' Entlassung. 
Im Baugewerbe war der Beschäftigungsgrad anhal 
tend gut. Die verlangten Arbeitskräfte konnten 
allenthalben beschafft werden. Im H a nde ls ge w e r b e 
wurden nur wenige offene Stellen gemeldet, deren Be 
setzung bei dem vorhandenen Uebcrangebot von geeigneten 
Kräften restlos gelang. Ungelernte Arbeiter fan 
den reichliche Gelegenheit zur Beschäftigung im Wegebau, 
im Holzeinschlag und im Torfstich. Derartige Arbeitst 
gelegenheiten kamen auch vielfach den in der Industrie Ein- 
lassenen zugute. Der anhaltenden großen Nachfrage nach 
Mädchen für Stadt und Land tonnte im allgemeinen 
nicht genügt werden, wenn auch einzelne örtliche Vermitt 
lungen erfolgten. 
o Für erholittrgäbedürstigc Kinder. Die Gemeinde 
Berlin-Friedenau hat eine Anzahl von Pflegestellen in 
Kinder-Erholüngsheimen angeboten erhalten. Die Stellen 
sind gut und die Preise angemessen. Nähere Auskunft er 
teilt das hiesige Gemeindebüro, Rathaus, 1 Treppe. Zim 
mer 39. während der Dienstzeit von 8 bis 3 Uhr. 
o Markenfreier Verkauf von Sülze. Am Donnerstag, 
den 24. d. Mts., von 9—12 Uhr findet in den hiesigen 
Es blieb den: jungen Schriftsteller nichts anderes 
übrig, als vorer>i in seine Wohnung zurückzukehren und 
untätig der Entwicklung der Dinge zu harren. Und es mar 
gut, daß er es tat. Denn zwei Stunden später telepho 
nierte man bei ibm an, und d 
im Grunewald teilte ihm m 
'zu sprechen begehrte. Er müs 
e Leitung des Krankenhauses 
t, daß Dr. -Dombromski ihn 
e sich aber nach Möglichkeit 
beeilen, da es unter'anderen Umständen zweifelhaft wäre, 
ob er den schwer Verletzten noch am Leben treffen würde. 
42. Kapitel. 
Herbert von Wehringen war geradeswegs in sein Hotel 
zurückgekehrt, nachdem er Hollfelden aufgesucht hatte. Dort 
traf er bereits zwei ernstblickende Herren seiner wartend 
an, und der eine von ihnen sagte, nachdem sie sich kurz 
begrüßt hatten: 
„Es ist alles geordnet, Herr von Wehringen. Die gegneri 
schen Herren Sekundanten waren von vornherein mit allen 
Bedingungen einverstanden. Rendezvous um elf' beim 
„Grünen Tor" an der Havel, zehn Schritte Distanz, Kugel 
wechsel bis zur Kampfunfähigkeit) einer der Gegner. Sehr 
hart, sehr hart die Bedingungen, aber Sie beständen ja 
darauf." 
Der andere Herr räusperte sich und strich sich mit der 
Hand über das kurzgeschorene Haar. Seiner straffen, 
soldatischen Haltung sah man unschwer den Offizier. in 
Zivil an. 
„Ja. lieber Freund, offen gestanden, die Sache ist sehr 
überstürzt. Eigentlich, in Anbetracht der Umstände nicht 
ganz kommentmäßig, Sie verzeihen. Aber Sie wtffen, daß 
bei zwei Forderungen die erste eigentlich auch zuerst aus 
getragen werden muß." 
„Pardon," entgegnete Herbert ruhig. „Aber es ist nicht 
unsere Sache, uns darum zu bekümmern. Die Sekundanten 
des Herrn Dr. Domdrowski hätten ja darauf hinweisen 
und verlangen können, daß das Duell bis zum Austrag des 
anderen Ehrenhandels Dombrowskis verschoben wird. Für 
uns bat dock jener andere Zweikaipps keine Bedeutung,-
        
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