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Periodical volume Nr. 8, 09.01.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Der Errichtung einer Waschküche int Dachgeschoß öcc- 
Rathauses zur Reinigung der RatSK'llerwäsche wird zu- 
gestimmt. Die hierfür erforderlichen 2500 M. werden 
bewilligt. 
Für die Einrichtung einer RechtsnusLrmfisstetle im 
Rathaus werden die angeforderten 3000 M. bewilligt. 
G.-B. Vuth (Soz.- ersucht .aber, daß diese Auskunft? - 
stelle eine Auskunftsstelle 'der (ssemeinde bleibe nicht 
eine des gemeinnützigen Vereins für Rechtsauskunftsstellen 
werde. Bürgermeister W a l g e r stimmt zu, der Verein 
stelle nur den Beamten. 
Die Gemeindevertretung genehmigt die Einrichtung 
einer neuen Oberlehuerftelle an dem Reformrealgymnasimn 
zu Liftcrn 1920 und beschließt, die erforderlichen Mit 
tel im nächstjährigen Voranschläge bereitszustellen. 
Dem Großberlincr Ausschuß zur Bekämpfung 
der Schundliteratur werden aus dem Dispositions 
fonds 70 M. als einmalige Beihilfe gewährt. 
Zur Deckung der Kosten für das Verpacken und die 
Bejörderung der in der „Wiener Hilfswoche" gesammelten 
Pakete werden 850 M. aus dem Dispositionsfonds der 
Gemeindevertretung bewilligt. 
Für den Kindergarten. 
Rach den Vorschlägen des Wohlfahrtsaussch. unvb be 
schlossen: Der Leiterin des Kindergartens wird das Ge 
halt der technischen Lehrerinnen einschl. der leucrungs- 
ztilagen bewilligt; die entsprechenden Mittel werden für 
1919 bereitgestellt. Die Bereitstellung für 1920 erfolgt 
durch den Voranschlag. Der von den Eltern der Kin 
der für den Besuch des Kindergartens zu zahlende Bei 
trag wird für jedes Kind auf monatlich 3,50 M. fest- 
gcfetzr. 
In den Ausschuß zur Prüfung von Gesuchen auf 
Bewilligung einer Holzkarte für Minderbemittelte werden 
gewählt die G.-V. Loos und Hugo Richter iRcchtsblock, 
Kaumann (Dem. und Giese (Soz.). 
Die Malerarbeiten' für die Barackenrauten werden 
an die 7 hiesigen Malermeister, Hirsch, Walter, Tinal, 
Rusche, Matthies, 5kiewitt und Hahn vergeben, mit der 
Maßgabe, daß sie ihre Forderungen um 9 v. H. er 
mäßigen. 
Hierauf folgt die Aussprache über die Anfragen der 
Demokraten und Sozialdemokraten betr. die Lebens 
mittelversorgung. Hierüber berichten wir inorgcn. 
Ortsnadrricims? 
unsrer v--Driginvlarttkel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Tic Belieferung der Reichsgetreidestelle. In ein 
zelnen Zeitungen wird die Mitteilung verbreitet, daß 
die diesjährige Getreidecr-Nkk^ über die höchsten Erwar- 
lungen hinaus gut ausgefallen und infolgedessen die 
Rcichsgetreidestclke bereits für das ganze Wirtschaftsjahr 
versorgt sei. Diese Darstellung trifft keineswegs zu. Aller 
dings ist die Ernte, entgegen dem ungünstigen Ergebnis 
der Erntcschätzungen, nicht unerheblich besser als im Vor 
jahre ausgefallen. Es kann aber keineswegs davon ge 
sprochen werden, daß die Reichsgetrcidestelle bereits für 
das ganze Wirtschaftsjahr eingedeckt ist. Für die aller 
nächste Zeit ist sie allerdings versorgt. Von einer Sicher 
stellung der Brotversorgnng für die spätere Zeit des Wirt 
schaftsjahres kann aber bisher so wenig die Rede sein, 
daß zur Förderung der Getreideablieferungen besondere 
Maßnahmen vorgesehen werden mußten. Aus diesem 
Grunde ist denn auch, wie bereits der Sefsentlichkeit 
mitgeteilt wurde, am 18. Dez. v. IS. eine Verordnung er 
gangen. durch welche besondere Ablieferungsprämien für 
Brotgetreide und Gerste eingeführt wurden. 
o Zu dcn Zuschlägen zur Ekgönzungssteucr tritt am 
I. Oktober 1919 bis 31'. März 1920 ein Aufschlag von 
100 v. H. Die Steuerpflichtigen haben also während 
der Erhebung der Einkommensteuer für Januar- März dis 
zum 14. Februar diesen Aufschlag, d. i. die Hälfte von 
dem veranlagten Ergänzuligssteuersatze, mitzueiitrichien. 
(Siehe Amtliches.) > 
o Fortbildungsschule für Mädchen. Voni 20. Jariuar 
ab ivird bei der hiesigen Mädchen-Fortbildungsschule für 
die Hausangestellten und Haustöchter ein freiwilliger Kursus 
im Weißnähen und Plätten eingerichtet. Ter Unterricht ist 
irnentgcltlich und findet Dienstags und Freitags von 6—9 
Uhr nachmittags statt, also in einer Zeit,.in der die Hans- 
aniestcllten am leichtesten zu entbehren sind. Anmoldlnigen 
für die einzelnen Kurse rönnen mündlich und schriftlich bei 
Herrn Rektor Kaut in der l. Ecineindeschule, Albestr. 32-33, 
täglich zwischen 11 —l Uhr angebracht werden. 
o Die Leiter der neuen Schöneberger Polizcibezirke, 
die jetzt uingcbildet und mit der neuen, grünen Polizei de- 
Hl—Bill 
wo alles verjährt war, kain er zurück und hoffte auf die 
Hilfe meines Vaters. Da er ihn nicht mehr arn Leben 
fand, näherte er sich mir in der vorsichtigsten Weise. Ich 
hatte keine Ahnung ooil seinem Vorleben und nahm ihn 
freundlich auf. Dem Lebe» fremd, glaubte ich in ihm den 
rechten Mann gesunden zu haben, um mein Vermögen 
.zu verwalten, den Verkauf der großen Werke und die 
Abwicklung aller Unternehmungen zu Ende zu führen. Ich 
war zufrieden, mit diesen Dingen nichts inehr zu tun zu 
haben. Da, turz nach Abschluß des Trauerjahres, trat er 
vor inich und bat mich um meine Hand!" 
Francis Parier, der immer gespannter zugehört hatte, 
fuhr auf und rief: 
„Und Sic wiesen ihn doch entrüstet zurück?!" 
„Gewiß! Ja. ich mies ihn zurück, erst sanft, dann 
immer entschiedener. Als er sah, daß ich unerbittlich war, 
änderte er seinen To». Er fing an z,i drohen. Er sagte 
tnir, daß ich überhaupt keinen Anspruch aus das Ver 
mögen meines Vaters hätte. nein Verhältnis zu nteiner 
Mutter hätte nie den Segen der Kirche erhalten, sondern 
sei,ein völlig freies gewesen. Wenn er mich heirate, sei es 
ein Akt der Barmherzigkeit. Ich sei eine Vettlcrin!" 
„Sie armes Kind," rief der Reverend. „Wie müssen 
Sie leiden!" 
„Verstehen Die mich nicht falsch," entgepnete sie. „Das 
Vermögen »«eines Viicis tömite <ci) verschmerzen. Den» 
ich habe genug gelenn, uin mich selbst erhalten zu können. 
Aber daß m.,n das Andenken meiner'Eltern mit Kol be- 
wirft, iann ich nicht er!>.,grn. Zä> will dagegen kämpfen, 
auf Leben und Tod. 2, i.elr. <. Sie mir dabei! Mein 
ewiger Dank ist,chi'.e» getost;, wenn es gelingt!" 
»ähre Wangen brau üjtc Äugen leuchteten. Dann 
sank sie matt ins Sofa zurücr. 
Der Reverend empfand eine Aufreguna. ,vie er sic 
noch nie gekannt. Dies herrliche, edle' Muochen mußte, 
wenn es irgend möglich war, gerejter werden. Ader als 
nun jMuer^Letzx jn siL zusammensinken sah, ul- 
~ zi*- ■* schulst" <-ie f *>■ ■ 
setzt wurden, sind: (IV. Hauptniannschast) für Polizeirevier 
4: Polizeileutnaut Dietrich. 5: Polizeihauptmann Rassow. 
8: Polizeihauptmann Pahl, 11: Polizeileutnant v. Hooven, 
13: PolizeileuMant Schnabel. 
o Beamten»Vorbereltrrngskurse. Am DienSka-'. den 
13. Januar, abds. 7 Uhr beginnt in der Friedrich Werder'scheu 
Oberrealschule. Nicderwaltstr. 12. ein neuer Kursus zur Vo: 
bcreitung auf die Reichs-, Staats- und Gemeinde-Beamten- 
lausbahn. Der Untenicht findet jeden Dienstag u. Freitag 
von 7—9 Uhr abends statt. Dauer des Kursus ein Viertel 
jahr. Anmeldungen und Lehrplan dlirch Referent Schersich, 
Berlin-Lankwitz, Luiscnstr. 27. 
o Demonstrationen derKommulüsten am IS.Januar. 
Die Kommunisten treiben eine äußerst lebhafte Propaganda 
für das Zustandekommen von Massenkundgebungen am 
15. Januar. Am 15. Januar wird bekanntlich ein Ja', r 
seit dem Tode Liebknechts und Rosa Luremburgs ver 
gangen sein. ABC. 
o Lebensmittelpakete. Zahlreiche beim Rcichspost- 
tttittisterium einlaufende Beschwerden lassen erkennen, daß 
über die Einfuhr- und Abgabenfreiheit der aus deut Aus 
land eingehenden Postpakete mit Lebcnsntittelir und per 
sönlichen Bedarfsgegenständen noch immer Unklarheit herrscht. 
Zuständig für die hierbei anzuwendenden Bestimmungen ist 
auch bei Postpaketen nicht, wie vielfach angenommen wird, 
die Postverwaltung, sondern für die Einfuhrfreiheit der 
Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung und für 
die Abgabenfreiheit (Befreiung vom Zoll) der ReichZmmister 
der Finanzen. Bei der Behandlung wird genau unterschieden 
zwischen Liebesgabenpaketen und sonstigen Lebens 
mittelpaketen. Liebcsgabenpakete, die dvtzch die Post 
befördert werden, sind solche, die vom Ausland umnittelbar 
an beftimnitü inländische Empfänger eingehen, nachweislich 
geschenkt, für den eigenen Bedarf des Empfängers oder seines 
Haushaltes bestimmt und der Art und Menge nach 
diesem Bedarf angemessen sind. Sie unterliegen keiner 
Einfuhrbewilligung und sind neuerdings auch von jeder 
Zollabgabe befreit. Um jedoch die mißbräuchliche Aus 
nutzung dieser Einrichtung zu verhüten, müssen die Zoll- 
stellen selbstverständlich auch diesen Verkehr nach bestimmten 
Gesichtspunkten weiterhia bewachen. Das Nähere hierüber 
ergibt sich aus dem Zentralblatt für da§ Deutsche Reich 
Nr. 58 vom 3. Dezember 1919. Anders liegt die Sache 
bei den s o n st i g e n P o st p a k e r e n nt i t Lebens 
mitteln, die zwar auch für de«l eigenen Bedarf de- 
Empfäugers bestimmt, von diesen, aber b e st e i l t sind 
und daher gegen Bezahlung geliefert iverden. Dieie 
Lebensmittelpakete können dis zum Gewicht von 5 kg nur 
dann ohne Einfuhrbewilligung eingeführt werden, wenn sie 
Butter, Fleisch und Fleischwaren, Speck, Mehl, Zucker, 
Altauas, Ingwer, Vanille, Kaviar, Kaviarersatzstosie, Kavicn- 
lake, Langusten, Hummern und Austern überhaupt nicht, 
ferner Margmiue, Schmalz, Gebäck, Teigwarcu, Zuckerwerk 
nebst ähnlichen Waren, Kafice, Tee, Erzeugnisse der 
Schokolademndustrie nur bis zum Gewicht von je 1 kg 
sowie Seife, Kerzen und Stärke bis zum Gesamt 
gewicht von 2*/i kg enthalten. Tic an die Oiewichts 
grenze gebundenen Waren sind also iuncrhalb dieser 
Grenze einfuyrsrci, obivohl sie wegen ihrer Bezugsbedingungen 
Handelswaren im eigentlichen Sinne darstellen. Dasselbe 
gilt von den sonstigen oben nicht ausdrücklich ausgeilvmmeiun 
Lebensmitteln: Diese Bestimmungen ermöglichen cs also, 
jedem Privatmann, der im Ausland keine Freunde oder 
Anverwandte hat, die ihm Sendungen in Form von Liebes 
gaben zukommen lassen zum eigenen Gebrauch von dortigen 
Geschäften 5 Klg.-Pakcte mit Lebensmitteln auch gegen Be 
zahlung zu beziehen. Was die Entrichtung des Zolles an 
belangt, so liegt natürlich keine Veranlassung vor, diese Act 
von Handelswaren von der Entrichtung des Halles zu br- 
freien. Dies kommt aber auch kauin in Betracht, weil 
Lebensmittel im eigentlichen Sinne fast allgemein zollfrei 
sind. Den deutschen Empfängern kann nur driugeud aas 
Herz gelegt werden, ollen Freuden und Anverwandten im 
Ausland und besonders in Anierika, von denen sie Oieschenk 
pakete zu erwarten haben, die obigen Bestimmungen über 
Liebesgabenpakete schleunigst mitzuteilen und ihnen zu 
empfehlen, die Sendungen gleich bei der Auslieferung in 
der Aufschrift und Zollinhaltserklärung als Liebesg'aben- 
„Mcin Gott, liebes Fräulein, «ic werde» ohnmächtig. 
Ich eile und rufe meine Haushälterin!" 
Matt schlug sie die Augen auf, schüttelte den Kops 
und sagte: 
„Ich danke. Es geht schon vorüber. Es war nur 
die Aufregung I" 
Und dann richtet? sie sich plötzlich energisch auf und rief: 
meiner Ellern geforscht, aber nichts gefunden. Es «väre 
ja denkbar, daß er irgend sonscwo verborgen läge. Aber 
dieser Mensch hatte den zweiten Schlüsfct zu dem Schrank, 
den ich selbst ihm törichterweise ausgehändigt hatte, und 
ich fürchte . . ." 
. „Da gibt es keinen Zweifel!" rief der Reverend 
eifrig. ..Er bei: das Dokument entwendet." 
Cecili) neigte bestätigend das Haupt und fuhr fort: 
„Ith beschloß daher, auf die Suche nach der Heimat 
nicilicr Mut lei zu gebe». linker ihren Lriesschaften fand 
ich einen schiv'arzumi änderten Tranerbries, in dem ihr der 
Küster eines be> Edmburgy. gelegenen Ortes den Tod des 
Reverend Taylor anzeigte. Der Brief zeigte reichliche Tränen- 
fpureu. Besonders die Angabe des Orts und Datums war 
fast ganz verwischt. Doch schien er mir mit den Buchstabe» 
Abb zu beginne». lo-lhrstiv die Jahreszahl jedenfalls den 
Achtzigern des vorigen Iahrminderts an gehörte." 
„lind da haben Sie auj.Auveville geschlossen?" srnalc 
der Gciskliche lehr erregt. 
„Sie erraten es," erwiderte Eecily. 
syj 'ui'-' lautete doch der Mädcheiinanze Ihrer Frau 
„Helen Taylor!" 
„Ich glaube, verehrtes Fräulesti, Ihnen gratulieren 
Z!' können. Einer luctncr Bvgänger hier im Ort hieß 
- aglor. und' wen» mich iiidn alles wuscht, war er Ihr 
Großvater." 
stng he/tiü zu zittern nn. 
pakel (englisch gist parcel) zu kennzeichucn. Bei Nachfragen 
über Pakete aus Amerika wende man sich nicht an das 
Retchrpostministelium, sondern zunächst an die Ortspostan 
stalt, die Auskunft erteilen oder bet Paketen «uS Amerika 
von dem Postamt 7 in Hamburg einholen wird. 
o Vortragsabend Frieda Lemke. Atif ihrem i»r 
Meistersaal veranstalteten Vortragsabend stellte sich die 
blonde, liebenswürdige Schauspielerin Frieda Lemke einem 
zahlreich erschienenen Publikum als fein empfindende In 
terpretin von Dichtungen unserer Klassiker und Modernen 
vor. Inniges Einfühlen in den Geist der Gedichte, große 
Gestaltungskraft und sicheres technisches Können zeichneten 
ihre Kunst aus. Die stimmlichen Mittel verraten gute 
Schulung. Besonders gelang die Wiedergabe des erschüt 
ternden Zwiegesprächs zwischen Mutter und Sohn „In 
der letzten Stunde" von Maria Janitschek und das „Hexen 
lied" von Wildenbrnch. Die anspruchslosen, heiteren Ge 
dichte wurden mit liebenswürdigem Humor zu guter 
Wirkung gebracht. W. E 
o Im Schloßpark Steglitz findet morgen Abend 
7 Uhr von der Freien Bühne die Anfführung des Lust 
spiels „Die deutschen Kleinstädter" statt. Vorher wird 
ein Einakter: „Dichtersterbcn", von unserem Mitbürger 
Heinz Partner, aufgcführr. 
o Als gefunden ist der Fundstelle im Rathause ge 
meldet eine Halskette mit Anhänger, eine Perrolcnm-- 
lan,pe. und als zugelaufen ein Hund. 
Vemns-Hacbricbten 
)( Sportabtlg. F. W. d. M. T. V. Friedenau. Wir laben 
hiermit nochmals zu unserer heute abend 1 Uhr stattfindenden 
ordentlichen Abteilungsversammlung im Restaurant „Hohcnzollern", 
Handjcrystr. 64 alle Mitglieder ein, und erwarten zahlreichen und 
pünktlichen Besuch. 
)( Krieger- und Landwehr Verein. Tie nächste Vereinssitzung 
findet am Sonnabend, den 17. Januar (nicht morgen) im Rats- 
keller statt. 
)( Verein der Gast- und Schankwirte"für Friedenau und 
Umgegend. Tic nächste Vereinssitzung findet am Montag, den 
12. Januar 1920, nachm, ö Uhr, (pünktlich) beim Kollegen Peter 
Johannsen, Handjerystr. 86, statt. 11. A. Wahl eines Vertrauens 
mannes. Die Kollegen iverden ersucht, die Kohlensäurcbüchcr mit 
zubringen. 
-('Teutsche Volkspartei Ortsgr. Friedenau, veranstaltet am 
12. Jan. d. I., abends ?'/, Uhr, für ihre Mitglieder im RatSkeller- 
faal einen Tecabcnd mit musikalischen und deklauratorlschcn Vor 
tragen. Eintritt t Alk. Tee ohne Gebäck wird gereicht. Durch 
Mitglieder eingeführte Gäste sind willkommen. iS. A,> 
)( Italien von heute. Die „Teutsch-Jtaiienische Acremigung" 
veranstaltet am Montag, den 12. d. Ms., abends 8 Uhr, im 
Sitzungssaal des früheren Herrenhauses, Lcipzigerstr. .3, einen Vor 
tragsabend, an den: Direktor Lev Hempel über „Eindrücke n»n , 
einer Dezemberfahrt (1010) durch Italien" (Wailand-Gcnua-Rom- 
Ncapel-Pelcrmo) und Prf. Dr. Rud. Fitzncr „Zur Wirtschafts 
lage Italiens" sprechen werden. Gäste, auch Damen, nnllkommcn. 
)( Verband der weiblichen Handels- und Büroangestelltcn. 
Am DienStag, den 13. Januar, abends 7'/, Uhr findet die Ein 
weihung des neuen Bczirksheims im Rheines, Rheinstr. 39, statt. 
Deklamatorische nnd musikalische Vorträge und Dank. 
Lcböneberg 
— o Litzuilg der Stadtverordneten am Montag, den 
12. Januar 1920, nachmittags 6 Uhr. Einführung de§ 
Stadtverordneten Lazar für den ausgeschiedenen Stadtver 
ordneten Küler 2. Wahl des Stadtverordneteuvorstehers 
und des Siellvcrtrcters für das Jahr 1920 (§ 1 der Geschäfts- 
orbnmig). 3. Wahl je zweier Beisitzer und Stellvertreter 
für dieselbe Zeit (§ 7 der Geschäftsordnung). 4. Wahl des 
Schriftführers nnd des' Stellvertreters für dieselbe Zeit 
(§ 9 der Geschäftsordnung). 5 Wahl des Aahlanschnsses für 
dieselbe Zeit (ß I I her Geschästsordnitiig). 0. Festsetzung des 
Wochentages und der Stunde für dir Stadtverorduetkn- 
sitznngen im Jahre 1920 (§ 80 der Ostschüiisordnung). 
7.—14. Beschlußfassung über verschiedene Nachbewilligungen. 
15. De-gl. betr. Bewilligung einer außerordentlichen Bei 
hilfe an den Berliner Krippeuverciii in Höhe von 15000 M. 
16. Dcsgl. betr. die Abänderung öon Fluchtiinien des Königk- 
wcges und des Teiilpelhofer Weges zwischen der Ringbahn 
und der «erlängcrten Gotenstraße. 17. Desgl. bet«. Ab 
änderung der Gebührenordnung für die Benutzung der städt. 
Krankenwagen. 18. Desgl. betr. Bewilligung von 666,63 
Mark anteiliger Kosten für die etstmaligc Herrichlung des 
gemeinsamen Friedhofes in Dentsch-Wusterhausen. 19. Be 
richt des Petitionsausschusses über die Pelilioii Nr. 65/19 
der Berufsorganisalioii der Kindcrgiirtncrlnuen und Hort- 
nerinucn um Regelung der Besoldung der Kindergürlnerinnen, 
Hortnerinnen nnd Jugendleitermnen. 20. Desgl. des Atls- 
„Berubigeu c,ie sich, ich bitte Sie," suyr Parker fort. 
„Die Sache soll sofort entschieden sein. Ich habe die Kirckicn- 
büo-er des vorigen Jahrhunderts hier in meiner Stndier- 
stube." 
Er klingelte und befahl dem eintretenden Diener, die 
über dem Schrcrvtisch schwebende Lampe anzuzünden, lud 
-Civiiln ein, vor b.r.i Tisch Ziatz zu nehmen, öisnctc einen 
flUcii, eüi,engest-»».tztcn Schrank und cunnuhin ihm eine 
Anzahl großer Folianten, die er feierlich vor der Dame 
aus dem Tis.i, niederlegte. 
Ueber Eeeiio gebeugt, begann er nun ein eifriges 
Suchen in den Bücher». Sie fanden den Amtsantritt 
Taylors, die Taufe seiner Tochter Helen, den Tod ihrer 
Mutter, die Kcuifirmalio.it Helens und endlich die Trauung 
5)elen Taylors mit — Arnold Werner. 
Geeilt) laut mit einem ksirzcn Aufschrei in den Sessel 
Zurück. Parker fragte ungewiß: 
„Hieß Ihr H- rr Barer Arnold Werner?" 
„Nein, nein," rief Eccrlu mit ersticktem Tone, „Arthur 
Warden! 2, mein Gott, keine Spur! Lust, Lust!" 
Dabei suhr sie wild mit de» Armen durch die Luft, 
faßte das Kleid, als wollte sie es vom Halse losreißen, 
und brach dann mit einem gura üudcn Tone in sich zu- 
faminen. 
Der völlig überraschte Gei' he . r ; t zitternder 
Hand die Neste!:, des Gewände» zu ioicn. SIls" cs ihm 
nicht gelang, eilte er stürmisch aus die Tür zu und lief mit 
ßemnauten Ruse: „Frau Gibson, Frau Gibson! Schnell! 
Zu Hilfe! Wasser, flüchtiges Salz, Brandn!" zum Zimmer 
hinaus. Seme stimme verhallte. Da erhob sich die schein 
bar Ohnmächtige plötzlich im Stuhle, zog ein kleines, spitzes 
Messer hervor, fuhr mit scharfem Schnitt an dem Blatte 
entlang, aus dem die Trauung eingetragen war, löste cs 
los, faltete es schnell zusammen, schob es in die Tasche, 
schlug einige Blätter des Kirchen duck,es lim und ließ fick, 
,n ihre vorige Stellung zurückstillen. 
(FvrtseHung folgt.)
        
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