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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Einwohnerwehr - während der Kapptage klarstellen soll, 
sind-szwei» ^wesentliche - Tatsachen nicht erwähnt worden. 
Einer-Anzahl- Wehrlenten ist an dem fragt. Märztage 
gesagt Ivorden, daß auch die Friedenauer Arbeiter dasselbe 
wie» ,chie Wehr erstreben wollen: Gewalttätigkeiten und 
Plünderungen zu verhindern; die Herren möchten ihre 
Waffen wegbringen und cs würde nichts, auch gar nichts 
passieren, leider verschwanden die Waffen nicht von der 
Straße und das Unglück kam; die Rathausuhr blieb auf 
1 / 2 1 Uhr stehen und doppelt soviel Bürger muhten die 
Unruhe mit ihrem Leben bezahlen. — Zwei Friedenauer 
Arbeiter, fleißige Menschen, B. und M-, sind auf Ver 
anlassung eines Friedenauer Wehrmannes auf der Straße 
Unter den Linden in Berlin, vor dem Kultusministerium 
festgenommen, in den Verbrecherkeller eines Regierungs- 
gcbäudes in der Wilhelmstraße in Zelle Nr. 19 einge 
sperrt und mit der Schußwaffe bedroht worden. — Wer 
als ehrlicher Mensch ehrlich für das friedliche Zusammen 
leben der Menschen eintreten will, sollte sich geloben, 
nie, nie mehr ein Tötungsinstrument gegen Menschen zu 
gebrauchen. Die Einsperrung der Waffen unter die Kon 
trolle der Allgemeinheit ist eine Notwendigkeit für die 
Gesamtsicherheit der Gemeinde und des Staates. Das 
segensreichste Streikfieber wäre es, wenn alle Soldaten 
die Zerstörungsarbciten für immer einstellen würden; dann 
möchte eine Zeit kommen, wo alle Menschen für ihre Arbeit 
ein glückliches- Dasein erleben könnten. Romulus. 
(Wir haben den beiden Zuschriften von zwei sich ent 
gegenstehenden Ansichten hier noch Raum gegeben, glauben 
aber, daß wir gut tun, nun auch unsererseits die Be 
sprechung zu schließen, nachdem der Untersuchungs 
ausschuß und die Genieindevertretung den Schlußpunkt 
unter eine Angelegenheit gesetzt haben, die so viel Staub 
aufgewirbelt hatte. Schriftl.) 
Die Kautionen, ! 
welche die im Besitze der Gemeinden befindliche» Elek- 
trizitäts- und Gaswerke erheben, sind an und für sich 
ein Uebel, das" aber erträglich war, so lange die Betrüge 
sich in angemessenen Grenzen hielten. Wenn aber jetzt 
ein Wohnungswechsel zum Anlaß genommen wird, um 
ganz unerhörte Summen zu verlangen, so kann nicht 
scharf genug dagegen protestiert werden. Die Elektrizi- 
tätsgesellschaft verlangt bei meinem Wohnungswechsel eine 
Erhöhung der Kaution von 20 auf 60 M. Die Gasgesell 
schaft dagegen von 10 auf 100 M. und das nur bei Koch 
gasentnahme. Dafür vergüten sie gnädigst 3 Proz. Zinsen. 
Wenn ein junges Paar sich jetzt eine Wohnung einrichten 
will, braucht es zunächst ein kleines Kapital, um alle die 
Kautionen aufzubringen. Die Herren Gemeindeverordneteni 
werden gebeten, sich dieser Mißstände einmal anzunehmen. 
Otto Kunze. 
Führende BMameutsrier über die 
„Grem-Spendr". 
Graf Westarp: 
Jetzt kann endlich einmal wieder, wie früher so oft, 
eine Welle einmütigen nationalen Empfindens und 
Wollcns durch das ganze deutsche Volk gehen. Es hat 
Gelegenheit, sich mit Wort und Tat geschlossen hinter die 
drei.Milljonett deutscher Staatsbürger zu stellen, die 
selbst darüber entscheiden sollen, ob sie bei Preußen und 
Deutschland verbleiben wollen. Darum, Ihr deutschen 
Brüder und Schwestern, deren Wiege in dem gefährdeten 
Lande stand, bitten- wir Euch von Herzen, eilt, wenn 
die Stunde gekommen ist, zur Heimat, um sie durch 
Eure Stimme dem Deutschtum zu erhalten, damit es 
auch von Euch heußen möge: „Der ist in tiefster Seele 
treu, der die Heimat so liebt wie du!" 
Dr. Gustav Stresemann: 
Deutsche Volksgenossen von unserem Blute, Fleisch 
von unserem Fleische, deutsches Land im Osten und Nor 
den, mit unserem Herzblut einstens gewonnen, durch das, 
was wir schufen und gaben, deutschem Wesen vereint, for 
dert der Sieger. Soll wieder nagende Selbstsucht siegen 
über gesunden Gemeinschaftssinn? Niemals! Wieder sei 
jedes Glied der Millionen unseres Volkes beseelt von 
einem großen Gedanken, gerichtet auf ein großes Ziel. 
Es lodere wieder der Geist der Gemeinschaft, von 1914, 
und rauschend töne ihr Ruf durch alle deutschen Lande: 
„Wir opfern sie nicht,'wir lassen sie nicht, deutsch bleibe, 
was deutschens Wesens! 
Dr. Maximilian Pfeiffer: 
„Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern!" In 
brüderlicher Hilfsbereitschaft müssen wir anderen, die wir 
nicht.'vor diese schicksalsschwere Entscheidung eigener Lan 
deszugehörigkeit gestellt sind, die heilige Pflicht erfüllen, 
denen den Weg zu ebnen, die zur alten Heimat wieder 
kehren müssen, um dort über die eigene Zukunft ein 
Urteil zu fällen. Ihr Deutschen alle, vergesset nicht: 
„Wir wollen .ein Heil erbauen, für all' das deutsche 
Land, im frohen Gottvertrauen mit rüstig starker Hand." 
Dr. Bernhard Dernburg: j 
Weshalb muß jeder Deutsche mindestens den Ar- . 
beitslohn einer Stunde der „Grenz-Spende" widmen? Um 
unserer eigenen Würde willen:. Kein Fußbreit Heimats 
boden darf ohne Kampf aufgegeben, werden. Ilm unserer 
gefährdeten Volksgenossen willen. Es gilt die.Entmutigten 
zu stärken, die Lauen zu ermuntern, mit dem guten 
Beispiel voranzugeh^c. Um unserer-politischen und wirt 
schaftlichen Zukunft willen. Wir können keinen deutschen 
Arm entbehren, der mithelfen will-in dem Kampf um; 
die Not der Zukunft, um die Wiederaufrichtung einer- 
politisch und sittlich starken und reifen Nation. Wir i 
können keinen Morgen Landes entbehren, der dazu.bei-, 
tragen kann, Deutschland von der Zufuhr und damit! 
von der Gnade des .Auslandes unabhängig zu machen.! 
Deshalb haben-alle Deutschen ohne Unterschied-die Auf-: 
gäbe, dafür zu sorgen, daß jeder.Grenzdeutsche in seine- 
Heimat reifen, kann, „damit er sich .schätzen ließe, ein! 
jeglicher in seiner Stadt". j 
Lcgien, Vorsitzend. d. Allg.-Dtsch. Gewerkschaftsbundes 
Jeder Arbeiter, jede Arbeiterin, die das Recht der 
Abstimmung hat, muß- an dem Tage, wo diese Ab 
stimmung-.sich in Ost- und Westpreußen und Oberschle-. 
sien. vollzieht, zur Stelle sein. Ich selbst gehöre zu denen, 
die darüber zn entscheiden haben. In Marienburg > ge-s 
boren, werde ich genötigt sein, an dem Abstimmungstage 
darüber zu entscheiden, ob. ich-,.Polewerden- will. Ich'- 
selbst werde mich also an dieser Abstimmung zü betein 
gen haben und deswegen weiß ich sehr wohl zu beurteilen, 
was die organisierte Arbeiterschaft Deutschlands zu ver 
lieren hat, wenn diese Gebiete an Polen kommen würden. 
Friedrich Stampfer, Chefredakteur d. „Vorwärts": 
Bedenkt, dies ist der größte;. Abstimmnngskampf um 
die staatliche Zugehörigkeit, den die Welt bisher gesehen 
hat, sie wird mit ungeheurer Spannung den Ansgang 
dieses Schauspiels verfolgen. Aber, was für sie nur ein 
Schauspiel ist, das ist für uns ein Kampf um nationales 
Dasein und nationale Ehre. Wir wollen Gebiete, die 
uns verloren zu gehen drohen, zurückerobern durch- die 
friedliche Macht der Ueberzeugung, wollen zeigen, daß 
- das Vertrauen in die Zukunft Deutschlands nicht ver 
loren gegangen ist und daß wir nicht gewillt sind, unser 
eigenes Volk in. der Not zn verlassen. Geht und gebt! 
Das deutsche Volk erwartet von jedem, daß er seine 
Pflicht tut! 
Geschäftliches 
[i Selbsthilfe. Bei eintretender Feuersgefahr ist man auf 
die in Vororten bestehenden Feuerwehren angewiesen, deren Mit 
glieder oft unter Einsetzung des eigenen Lebens in aufopferndster 
Weise bemüht sind, die Feuersgefahr für den Betroffenen und 
die Nachbarschaft zu beseitigen. Man versäume daher nicht, 
bei Entdeckung eines Feuers vor allem „Feuerwehr alarmieren". 
Die Zwischenzeit bis 'zum Eintreffen der Wehr darf aber keines 
falls ungenutzt verstreichen, denn jede Minute verbreitet sich 
das Feuer mehr. Sind nun Fcnerlösch-Einrichtungcn vorhanden» 
benutze man inzwischen solche. Das ist aber nur möglich, wenn 
diese auch für den Laien besonders geeignet, stets zuverlässig 
und leicht handlich sind, die jedermann, ohne Borkennwisse zu 
besitzen, bedienen kann. Selbsthilfe ist also der beste Schutz. 
Der bekannteste und erprobteste Handfeuerlöscher nach den bis 
her gemachten Erfahrungen ist der Minimax; man trifft ihn 
bereits allerwärts an, sind doch mehr als 1>/z Millionen Apparate 
im Gebrauch. Wenn nun bei einem Brande die Besitzer von 
Minimax-Löschern diese gewiß gern zur Verfügung stellen oder 
selbst Nachbarn damit Hilfe bringen, soll man sich doch nicht 
darauf verlassen, selbst ist der Mann. Der Minimax sollte in 
keinem Hause fehlen. Wie notwendig sein Besitz und wie wir 
kungsvoll seine Anwendung ist, beweisen die große Anzahl von 
mehr als 53 000 mittels Minimax gelöschter Brände. Die 
Miliimax-Apparate bleiben unbegrenzt haltbar, immer gebrauchs 
fertig und, was die Hauptsache, erfahrungsgemäß zuverlässige 
Ein der Vorschrift entsprechend gejüllter und ordnungsgemäß 
angebrachter Minimax muß immer bei Anwendung selbst nach 
vielen .vielen Jahren seine Schuldigkeit tun. Außerdem sorgt 
die.Minimax-Gesellschaft für kostenlose Unterweisung und Be 
lehrung über Selbsthilfe bei plötzlichem Brandausbruch, durch 
ihre hierfür ausgebildeten Angestellten. 
*o Die erste jährliche Gcwerbe-AuSstellung für Herren- 
,Kleidung, allgemeine Ausstattung und Wollwaren, findet, wie 
der Berliner Handelskammer mitgeteilt wird, in London, Royal 
Agricultural Hall, vom 6. bis 16. Juli 1920 statt. Ans ihr 
werden die großen Tuchfabriken von Yorkshire, Schottland und 
dem Westen Englands eine umfangreiche Schau ihrer Textil 
erzeugnisse vorweisen. Die Ausstellung ist nur für 5nmdcls- 
interessenten zugüngig. Eintrittskarten können Firmen, °die sich 
für die Ausstellung interessieren, durch die englischen Konsulate 
in Deutschland erhalten. 
Krünkenwagen-Iepot: Steglitz, Feldstr. 6/7. 
Transporte nur durch Automobil Kronkenwagect. 
Behördlich festgesetzte Tarifs. 
Kcankentransport-Vestettungen nur durch das 
RZttmigssmt Grgß-AcrlinN.24, Artilleriestr.88. 
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staatl. angestallteasersishaFung 
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bis zum 30. Juni 1920 bei der 
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