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Periodical volume Nr. 134, 17.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

(Frirdrnauer 
WarteiWe geitugg MM.-Friedenav snd 
erscheint täglich abends. 
F«»fp»ech«r: Amt PfaljSurg riSS. — Druck »nd Berlag von Leo Schulh, 
Bezngspreis 
Bei Abholung aus den Nebenstellen 
monatlich 2,80 Mark:, durch Boten 
iuö Haus gebracht 3 — Mark. 
Nr. 131 
ZritUNg) „ «*«*efaea 
dea Friedklnrver Lrtrteil non KchSvebttg. | rei5 §* ire obti beteB 
* WfisiiwftM -ir * * i '* ö * tw * 1 uJlt. Die Rektamezeile kostet 
GeschastSsteue. otb^instr» 18» 4.— Mark. Belegnummer aO Psg, 
Verlin-Friedencur, Rheinstraß« 1». — Fernsprecher: «mt Pfalzbur, 21.2». 
BetHn=gtlcl)enna, Sonnentag, den 17. Sans 1920 
Safirs. 27 
"Wets ist rIdi.tlg 
Richtig ist! 
Wer eine gesunde Wirtschaftspolitik anstrebt der wählt nur die Wirtschaftliche Vereinigung, 
Liste Pat^ke — Ortmann. 
OeaeTte nacbrldmn 
Berlin. Dr. Mayer hat die Kabinettsbildung 
irnd die Uebernahme des Reicl)skanzlerpostens abge 
lehnt. Er begründet, wie verlautet, seine Ablehnung 
mit dem Hinweis auf die Wichtigkeit der Aufgabe, die 
er gegenwärtig in Paris zu erfüllen hat. 
Berlin. Der Präsident der Nationalversammlung 
erläßt folgende Bekanntmachung: Auf Grund der Ar 
tikel 27 und 180 der Verfassung wird der neugewählte 
Reichstag berufen, am Donnerstag, den 24.Juni 
1920, nachmittags 3 Uhr, zusammenzutreten. Der Prä 
sident der Nationalversammlung. Fehrenbach. 
Flensburg. Gestern Mittag hat die International« 
Kommission Flensburg verlassen. Die Fahnen der vier 
fremden Mächte auf dem Flensburger Hotel, dem Sitz 
der Kommission, wurden unter dem Jubel einer großen 
Menschenmenge eingezogen. Als die Franzosen abzogen, 
wurden deutsche vaterländische Lieder von der Menge 
gesungen. 
Danzig. Bei den Kreistagswahlcn wurden 
gewählt: Im Kreise Danziger Höhe 24 Bürgerliche, 
darunter 17 Deutschnationale, 7 Sozialdemokraten, 1 
Pole,, im Kreise Danziger Niederung: 13 Deutschnationale, 
11 Mehrheitssozialisten, 2 Unabhängige. Im Kreise Großer 
Werder 12 Deutschnationale, 3 Zentrum, 3 Sozialdemo 
kraten und 7 Unabhängige. Die Demokraten hatten nur 
im letzten Wahlkreis besondere Kandidaten aufgestellt, 
aber keinen Sitz erhalten. 
Paris. In dem Tunnel in der Nähe von Meudon 
auf der Linie Paris—Versailles ist ein Güterzug mit 
einem Personenzug zusammengestoßen. Nach den ersten 
vorliegenden Berichten gab cs eine große Anzahl Toter. 
SrtsMtfjritfitEn (Dr Srieöenau unö StöfliÄto. 
ORndjbti unsrer o-Origlnalartlkel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Ihr »nützt wählen! 
Am Sonntag, den 20. d. Mts., sind die Groß-Berliner 
Wahley. 'Mancher glaubt, dabei komme es aus seine 
Stimme nicht an. Das ist ein großer Irrtum. Berlin 
wird in seiner neuen Gestalt keine Stadt mehr, sondern 
ein Staat sein, der an Einwohnerzahl größer als Schwe 
den und so groß wie die Schweiz ist. Als Mittelpunkt 
des Deutschen Reiches wird es daher nicht unwesentlich 
sein, von welcher Mehrheit Berlin „regiert "wird. Augen 
blicklich haben in der Stadt Berlin Sozialdemokraten 
und Unabhängige eine Zweidrittel-Mehryeit. Wie sich 
die neue Stadtverwaltung zusammensetzen wird, hängt 
von der Wahlbeteiligung der Bevölkerung ab. Wir können 
als unparteiisches Blatt nicht für eine bestimmte Partei 
hier eintreten, empfehlen unseren Lesern aber, .sich die im 
Anzeigenteil abgedruckten Listen Lenau anzusehen. 
o Herr Schöffe Friedet hat sein Amt als Schösse 
niedergelegt, weil er durch ein anderweitiges Amt 
zu stark in Anspruch genommen ist und infolge der Ueber- 
lastung sich' zu angestrengt fiihlt. 
o Fleischverteilung. In der Woche vom 14.—20. Juni 
1920 gibt es auf die Nr. 25 der Rcichsfleischkarte 125 
Gramm amerikanischen Speck und frische Blut 
oder Leberwurst (ausl. Innereien). 1 Pfd. Speck 
kostet 12,10 M. und 1 Psd. Blut- oder Leberwurst 5,20 
M. Der Verkauf findet in dieser Woche am Freitag von 
8—12 Uhr und Sonnabend von 8—12 und 4—7 Uhr 
statt. 
o Die erste Sitzung der neuen Berliner Stadtver 
ordneten. Die Stadtverordncten-Versammlung von Ber 
lin, die am Sonntag gewählt wird, tritt im nächsten 
Monat im Fcstsaal des Berliner Rathauses zu ihrer 
ersten Sitzung zusammen, um zu der Wahl des neuen 
Magistrats Stellung zu nehmen. Voraussichtlich wird 
die Versammlung einen Ausschuß wählen und diesen mit 
der Vorbereitung der Wahlen usw. beauftragen. 
o Tie nchren Fahrstraße der Stadt- tnd) Ringbahn. 
Seit dem 15. d. Mts. sind auf der Berliner Stadä> 
nnd Ringbahn die erhöhten Fahrpreise in Geltung, die 
für die 3 Zonen in der dritten Klasse 30, 40 und 50 
Psg., in der zweiten Klasse 50, 60 und 70 Psg. betragen. 
Diese Fahrpreise sind gegenüber dem Tarif der Hoch 
bahn für die dritte Klasse um die Hälfte, gegenüber der 
Straßenbahn um weit mehr als die Hälfte niedriger; 
denn die billigste Fahrt dritter Klasse auf der Hoch 
bahn kostet 60 Pfg-, auf der Straßenbahn 70 Psg. — 
Die ersten Wochenkarten mit den erhöhten Fahrpreisen 
werden von der kommenden Woche ab ausgegeben. Ihr 
Preis beträgt auf der Stadt- und Ringbahn nunmehr 
in der ersten Zone 1,90 M., in der zweiten Zone (bis 
zur 8. Station) 2,60 M. und in der dritten Zone (ganze 
Stadt- und Ringbahn) 5,20 M. Die Erhöhung für Mo 
natskarten tritt erst am 1. Juli ein, wobei, die Mo 
natskartenpreise ans der Stadt- und Ringbahn in der 
ersten Zone auf 11,70 M. in der 2. und 7,80 M. in der 
8. Klasse, in der zweiten Zone auf 15,60 M. in der 2. 
und 10,80 M. in der 3. Klasse und in der dritten Zone 
auf 10,50 M. in der 2. Klasse und aus 13,70 M. in 
3. Klasse erhöht werden. Ebenso werden auch die 
Würgen der Schülermonatskarten erst am 1. Juli 
WuWch. i 
o Die Korporation der Kaufmannschaft von Berlin ist 
nun mit der Berliner Handelskammer vereinigt worden. 
Sie ist in der .Hauptversammlung der Korporation am 
Dienstag einstimmig beschlossen worden. 
o Pünktliche Abholung von Militärrenten. Empfän 
ger von Militär-VersorgungSgebührnissen (Pensionen, Ren 
ten und Hinterbliebenenbezügcn) werden an die pünkt 
liche Abholung ihrer Gebührnisse am kommenden Haupt- 
zahltag — 29. Juni — erinnert. Für die glatte Ab- 
Wickelung des Rentenzahlgeschäfts bei den Postanstalten 
ist die pünktliche Abhebung der Beträge unbedingt not 
wendig. Empfänger, die zur Abholung am Hauptzahltage 
nicht in der Lage sind, werden dringend ersucht, unter 
allen Unvständen die Beträge spätestens noch im Fällig 
keitsmonat, — Monat Juli — abzuheben. 
Stadtvrrorduettrl.Borkkher von »ertta 
Ir. Hermann Wetzl 
spricht am 
Freitag. den 18. Sunt 1820. adeads TU noe 
im »ürgtnaal de» «atgaules Lultn-Snevenau ök« . 
Ae MM üu tommmlicn tofrWIm. 
Nachdem freie Aussprache. 
Me Wühleriuveu Witzler und stad hierzu eingeladeu. 
Dar WllWSrü der MWllg.eozillideniott. Panel 
Wahlkreis xi Frledemn-Schöneberg. 
o Die FviedqnMwer Vortragsabende für Kunst und 
Wissenschaft werden auch im nächsten Winter fortgesetzt. 
Es werden im Fcstsaal deS NefornEealgymnasiums in 
der Homuthstraße folgende 6 Abende »veranstaltet: Don 
nerstag, den 14. 1920: Rudolf Laubenthal und Frau 
Lulu Laubenthal-Kässer: Lieder- und Duett-Mend. Don 
nerstag, den 11. November 1920: Dr. Heiuroth, Di 
rektor des Aquariums: Körperliche und geistige Jugend- 
entwickelung heimischer Vögel (Vortrag mit 100 Licht 
bildern). Donnerstag, den 9. Dezember 1920: Eduard 
Möricke: Der Tanz in aller Herren Länder (Vortrag 
unterstützt von Tanzkräften beß Deutschen Opernhauses). 
Donnertag, den 13. Januar 1921: Chor der Mozart- 
Gemeinde (unter Leitung von Musikdirektor Fritz Rück- 
Nmrdt): Chorgcsang. Donnerstag, den 10. Februar 1921: 
Resi Langer und Helga Petri: Heiterer Abend (Sprech 
kunst und Lieder zur Laute). Donnerstag, den 10. März 
1921: Edwin Fischer: Bach-Beethoven-Abend mit Unter 
stützung von Mitgliedern der Kapelle des Staatlick-en 
Opernhauses). Die Preise der Plätze sind erhöht worden. 
Sic betragen: 1. Saalplatz und Seitenbalkon: Stamm 
karten: 1. Karte 20 M., jede weitere 15 M., Etnzclkarten 
6 M. 2. Saalplatz und Mittelbalkon (Reihe 1 bis 4) 
Stammkarten: 1. Karte 15 M., jede weitere 12 M. Ein- 
zelkarten 4 M. hinterste Reihen im Saal und guf dem 
Mittelbalkon 2 M., Stehplätze 1 M. Der Stammkarten- 
verkauf findet statt für bisherige Karteninhaber vom 
1. bis 22. September, im übrigen am 1. Oktober d. Js. 
Wer von den bisherigen Stammakarteninhabern seine 
Plätze auch zu den erhöhten Preisen behalten will, wird 
gebeten, dies dem geschäftsführcnden Ausschuß bis zum 
l. August d. Js. mitzuteilen. Es wird jeder Beteiligte 
hierzu rechtzeitig schriftlich aufgefordert werden, jedoch 
bleibt es den Beteiligten unbenommen, auch jetzt schon 
die Erneuerung für 1920—21 zu Händen des Herrn 
Assistent Schnelle^ Rathaus, Zimmer 68, auszusprechen. 
o Die hiesrpe Ortsgruppe der Deutschen demokra 
tisch?« Partei hielt am Dienstag im Gymnasium am 
Mahbachplatz unter dem Vorsitz des Geh. Reg.-Rats Vogt 
eine zahlreich besuchte Bersanimlung ab, in welcher Herr 
Dr. H e u ß, Herr Oberbürgermeister Dominicas und 
Herr Alfred Wolf zu dem jetzt aktuellen Thema: Die 
neue Regierung und kommende Wahlen für Groß-Berlin 
sprachen. Herr Dr. H e uß begann seine Ausführungen 
mit dem.Hinweis, daß das deutsche Volk jetzt eine Lehr 
stunde über Regierungsbildung erfahre, die sehr bcllem- 
mend sei. Während früher der Monarch die Regierung 
ernannt habe und die Parteien nur dazu da gewesen seien, 
Steuern zu bewilligen oder abzulehnen, ohne festst eine 
Verantwortung zu tragen, so stelle jetzt das demokratisch- 
parlamentarische System den Parteien die Aufgabe, unter 
eigener Verantwortung eine Regierung zu bilden. Vor 
läufig sei für Deutschland nur eine Koalitionsregierung 
möglich. Als Vorzug einer solchen Regierung hob Herr 
Dr. H. hervor, daß sie ausgleichend wirke. Für die 
Parteien, die außerhalb der Koalition gestanden hätten, 
sei cs natürlich leicht, das zu bemängeln, was von der 
Koalition nicht erreicht worden sei, sicher werde aber 
einmal die Geschichte das, was die Koalition geleistet 
habe, vor allem die Schaffung unserer Versassnng nach 
dem Chaos, als große Tat anerkennen. Die Rechts- 
Parteien hätten noch immer nicht begriffen, baß Oppo 
sition jetzt^ etwasanderes heiß« als früher; wenn jetzt 
eine Regierung zurücktrete, dann müßten die Opposi 
tionsparteien sofort bereit und in der Lage sein, selbst 
eine neue Regierung zu bilden. Hierüber hätte sich Herr 
Mfe^mann vor «Nlen^vinaen im klaren sein müssen und 
er hätte die politischen Gegner nicht in so maßloser 
Welse, wie.es im Wahlkampfe geschehen sei, und wie cs 
auch noch in diesen Tagen vor den Wahlen fiir Groß. 
Berlin geschehe, angreifen dürfen. Was in den Wahl 
slugblättern der Volkspartei den Demokraten iimner 
wieder zum Vorwurf gemacht worden sei, daß sie sich ins 
Schlepptau der Sozialdemokraten habe nehmen lassen, 
treffe im übrigen nicht zu, denn tatsächlich habe die So- 
zialdemokratie mehr vom Erfurter Programm nachge 
geben, als es die Zustinimung der Demokraten zum Be 
triebsrätegesetz bedeute. Jetzt versuche die Volkspartei selbst 
gemeinsam mit den Sozialdemokraten eine Regierung zu 
bilden, aber natürlich fände sie nunmehr kein Vertrauen, 
was die Grundlage für eine jede Koalitionsregierung 
sei. DaS Anwachsen der deutschen Volkspartei nehme 
er nicht tragisch: es sei eine regelmäßige Folgeerscheinung, 
daß die Oppositionsparteien nach den Wahlen Zuwachs 
erhielten, und besonders sei dies bei dem politisch stoch 
wenig geschulten deutschen Volke, wo noch viel Treibholz 
sei, erklärlich. Eine Koalition mit den U. S. P. D-, die 
rein negative Politik trieben, halte er für ausgeschlossen. 
Im Vordergründe stehe jetzt die Konferenz in Spa. Man 
wisse voraus, daß Spa eine Bindung bis ins Unerträg- 
liche sein werde, gleichgültig, wer dorthin gehe, aber 
es sei sehr beklemmend, wenn man sich vorstelle, daß 
z. B. Helfserich oder Westarp dorthin gingen. Ehe eine 
Regierung mit der Deutschen Volkspartci gebildet werden 
könne, müsse, sie die 3 Bedingungen erfüllen: sich auf 
den Boden der Verfassung stellen, die Steuergesetze und 
das Betriebsrätegefetz aunehmen. Herr Dr, H. schloße 
seine von reichem Beifall belohnten Ausführungen, ln» 
dem er betonte, daß die Deutsche Demokratische Partei 
zwar eine Niederlage erlitten habe, daß aber das Be 
wußtsein, daß man den geführten Kampf vor sich .ver 
antworten könne, auch die Aussicht auf einen Aufstieg 
gebe. Hierauf ergriff Herr Oberbürgermeister Domini- 
e us. das Wort, um sich von den Fragen der großen 
Politik zu den Fragen der Kommunalpolitik, die eben- 
falls von größter Bedeutung seien, zuzuwenden. HerrD. 
legte zunächst dar, daß er lediglich aus rein wirtschaft 
lichen Gründen auf die Schaffung von Groß-Berlin hin 
gearbeitet habe. Wenn von Gegnern gesagt werde, man 
stände bei Groß-Berlin vor einer großen Pleite, so sei 
darauf nur zu erwidern, daß diese nur durch das un 
rationelle Durcheinanderarbetten verschuldet sei. Bei den 
verzweigten Beziehungen der Gemeinden untereinander 
könne eine zwcckniäßige Bewirtschaftung nur bei einer 
zentralen Znsammensassnng betrieben werden. An zwei 
drastischen Beispielen wies Herr D. nach, wie die bis 
herige Zersplitterung zur direkten Mißwirtschaft und 
Geldvergeudung geführt habe. Herr D. richtete schließlich 
einen Aufruf an die Versammlung, sich rege an den 
kommenden Wahlen zu beteiligen, indem er unter Bezug- 
nähme auf die jüngsten Geschehnisse darauf hinwies, welche 
Aussichten sich bei einem Anwachsen der U. S. P. D. er 
öffnen würden. Eine parlamentarische Geschäftsführung 
sei dann unmöglich und es sei nicht ausgeschlossen, daß 
das Stadtparlament heute von der einen, morgen von 
der anderen Jnteressentengruppe in ganz undemokratischer 
Weise terrorisiert werde. Um dies zu verhindern, sei 
eine rege Beteiligung aller bürgerlichen Parteien er 
forderlich, und er bitte, vor allen die demokrattsche Liste 
zu wählen. AIS dritter Redner beleuchtete Herr Alfred 
Wolf nochmals die Fragen der großen Politik. Er 
betonte, wie er als Elsässer ein ferneres Gefühl für da» 
Nachlassen der deutschen Außenpolitik in der uachdis- 
marckischcn Zeit gehabt habe und wie er in der Jnnen- 
poli-ik schon längst eine Entwicklung nach der demo 
kratischen Richtung ftn Interesse der Geschlossenheit deS 
rangen Volkes herbeigewünscht hätte. Herr W. wandte 
sich dann dem FriedenSdiklat von Versailles zu, von dem 
die wenigsten sich bewußt waren, wie es unser ganzes 
Wirtschaftsleben einschnüre und uns direkt erdrossele. Nur 
eine Abhebung des Friedensdiklates könne uns 'Erleich 
terung bringen, bleibe es dabei, so gehe Deutschland und 
mit ihm Frankreich zu Grunde. Die weiteren Ausfüh 
rungen auch dieses Redners machten auf die gespannt 
lauschende Zuhörerschaft tiefen Eindruck, der durch die 
folgenden, vollkommen unsachlichen nnd ungehörigen Be- 
n.erlungcn eines jugeichlichen Draufgängers-, der sich alö 
Diskussionsredner gemeldet hatte, nicht abgeschwächt wer- 
den konnte. Nach einer kurzen, aber gründlichen Zurecht- 
Weisung durch .Herrn Oberbürgermeister Domini,cus wurde 
die Versammlung vom Vorsitzenden mit einem nochmaligen 
Ausruf zu reger Wahlbeteiligung geschlossen. 
o Evangelischer Ettechnstund. In einer Versammlung, 
k.e am 9. Juni auf Einladung der unpolittsch-chrlstlichen 
Elternbeiratsmitglieder im kirchlichen Gemeindehaule statt- 
sl'.nd, und zu der sich etwa 200 Eltern dngefnndfm 
batten, wurde hier ein Evangelischer Elternbnnd gegrün-' 
bet. Herr Pfarrer Foertsch erläuterte in dem ein- 
stitenden Vorttag die Ziele und Zwecke des Bundes, die 
in der Herstellung engerer Verbindung zwischen Schule, 
8irche und Haus bestünden. Er soll diu* Zentralstelle 
für die Elternbeiräte sein, und die künftigen Wahlen fiir 
die Elternbeiräte vorbereiten und ausführen und ein 
Gegengewicht gegen die sehr gut organisierten entschie 
denen Schulreform er bilden. Die Gesetzesvorlagen und 
wichtige BestimmungenMlkf schulpolittschem Gebi^ZK«» 
besprochen werden undM« Elternbeiräten-Beleh ' 
teil werden.
        
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