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Periodical volume Nr. 133, 16.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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«umotlÄsB “Sarf;*” durchWSttÜWe SkitMlg sökVl0.'FrlkdeSM vvV 
m * *“”* sf6t ; d)t 8 “ OTarl Erscheint täglich abends. 
E*»M"«cher: A«t Pfal^urg tlSt. — Druck >»d Verlag von Leo Pchultz, 
Nr. 133 
Berlin-FriedeuM, Mittwoch, den 18. 3uni 188« 
ZertNNg) «»reise» 
Den Frledeinmer ßrtstcll voa Echöveberg. | tti8 b ' r l«*f^‘ ene " <*«>««« 
M.f.TT.* Msi.iinKu ir Sislum 1 Mk. Die Reklamezeile kostet 
veschSftSyelle. RykiNflk» IS» 4.— Mark. Belegnummer 20 Pfg, 
Verlis-Friedena«. Rheinftratze 1». — Fernsprecher: Amt Pfalzburg SIS». 
Sahrs. 27 
Neueste Nackricbten 
Berlin. Die Bemühungen Trimborns zur Ka- 
binel.sbiidung sino noch nicht »um Anschluß gnommcn. 
Die Entscheidung durste hcu.e Nachnnttag fallen. 
Mailand. »Das Ministerinin ist wie folq. zu- 
sgininengeseht: Mimsterpräjident und Inneres: Cü.oiitti; 
Ärutzrccs: Graf Sforza; Kolonien: Luigi Rojii: .Schatz: 
Meoa; Finanzen: Tedesco; Landwirt,chatt: Micheit; In 
dustrie: Alessio; Justiz: Fara; öffentliche Arbeiten: Peano; 
Krieg: Bonomi; Marine: Secchi; Unterricht: Benedetto 
Eroca, der berühmte Goethe-Forscher; befreite Gebiete: 
Äaiseri; Arbcitsministerium: Labriola; Post- und Tele 
graph: Baiallo. 
A m st e r d a in. Einer Blättermeldung aus Rom zu 
folge ist die Lage in Albanien ^äußerst ernst, da die 
albanischen Aufständischen durch eSrben verstärtt wurden. 
Die Uniform und die Waffen dieser Serben solle,' an'.-.'r:- 
kanischen Ursprungs sein. 
Paris. Nach einer Havasmcldung aus Teheran born 
14. Juni hat sich die schon b au n r u h i g e n d e Lage 
in Mesopotamien in den letzten Tagen verschlim 
mert.' In Mosul seien schwere Unruhen ausgebrochen. 
6000 Araber hätten die Staatsgebäudc angegriffen,-wobei 
es zahlreiche Tote gab. Die Verbindungen mit Bagdad 
seien abgeschnitten: auch in Hambra (?) hätten blutige 
Zusammenstöße stattgefunden. "In Bagdad seien die Mani 
festanten vor das Polizeikommissariat gezogen, um die 
Befreiung der politischen Gefangenen zu verlangen. Aus 
den«. Tigris seien englische Schisse geplündert und die Be 
satzung getötet worden. 
6ö)üneöetüer 61 aölüfrarDnetenuerfammluna 
vom Montag, den 14. .Juni 1920. 
(Schluß.) 
Der Antrag der Unabhängigen, die Stimmzet 
tel zur Stadtvcrordnetenwahl durch die Magistrats 
druckerei auf städtische Kosten herstellen zu lassen, wird 
S die Stimmen der Antragsteller und der Sozial 
kraten abgelehnt. 
Der Erhöhung der Entschädigungssätze für die 
L e i ch e n t r ä g e r um 50 v.L. wird zugestimmt. 
Genehmigt wird die. Verlängerung des mit der Großen 
Berliner Straßenbahn- und Verkchrs-Reklame-Gesellschaft 
m. b. H. in Berlin über die Reklamepachtung auf der 
Untergrundbahn abgeschlossenen Vertrages um wei 
tere 10 Jahre mit der Bedingung, daß der Stadtgemeinde 
als Vergütung 65 Prozent des Jahresumsatzes zu ent 
richten sind. 
Dem Vertrage mit der Eisenbahn-Direktion wegen 
Herstellung eines Verbindungskanals zwischen der 
verlängerten Innsbrucker- und Hauptstraße wird zuge 
stimmt und der Entwurf und Kostenanschlag für die Her 
stellung eines Verbindungskanals zwischen der verlängerten 
Innsbrucker- und Hauptstraße werden genehmigt. Die 
Mittel hierfür in Höhe von 51000 M. werden bewilligt. 
Der Annahme der Erbschaft der am 8. Juni 
1919 verstorbenen Witwe Ernestine Krieg wird zuge 
stimmt. 
Die Punkte 10—12 betr. Neuregelung der Be 
soldung für die Magistratsmitglieder, Beamte, stän 
dige Angestellte, Lehrpersonen, und nichtständigen An 
gestellten einschl. der Hilfslehrkräfte werden dem Haus 
haltsausschuß überwiesen, nachdem Stadtv. E r d m a n n 
vir vneke der Prinzessin. 
Von E. P h. Oppenheim. 
79 . (Nachdruck verd >ten.) 
Er hatte schon während der letzten Worte nach seinen, 
Hut gegriffen und fügte nun hinzu, ehe Heinz noch etwas 
hatte erwidern können: 
„Sie sind wohl so gütig und benachrichtigen mich 
davon, wenn es Ihnen gelungen ist, etwas auszurichten. 
Und nun muß ich Sie bitten, mich, zu entschuldigen, ich 
habe mich sehr zu beeilen." 
„Ich werde mir erlauben. Sie hinunterzuoegleiten. 
Denn auch ich möchte keine Minute mehr verlieren." 
Unten auf der Straße trennten sie sich, und sie gingen 
mit weit flüchtigerem Gruße auseinander, als es sonst der 
Fall gewesen war. Heinz fühlte sich von dem Benehmen 
des Freundes ernstlich verstimmt, und' er konnte es ihm 
um so schwerer verzeihen, als er die plötzliche Gleichgültig 
keit des ehemaligen Oberleutnants gegen die Gefahr, die 
feiner Schwester drohte, nicht zu begreifen vermochte. 
Er rief die nächste beste Droschke an und oab dein 
Kutscher die Adresse, die ihm der Bote aus dem Eldorado- 
Theater aufgeschrieben hatte. Es war in der Tat eine 
weite Reife hinaus bis zu der angegebenen Straße im 
Norden der Stadt, und es war eine häßliche Gegend, in • 
die Heinz da kam. Enge, schmutzige Straßen mit graue», 
nüchternen Mietskasenien waren es, tue sie durchfuhren, 
Straßen, die von einem ewig flutenden Strom schlecht^ge 
kleideter Menschen ausgefüllt wurden, denen das Elend 
ihres Lebens deutlich genug auf den bleichen Und ver 
härmten Gesichtern geschrieben stand. Hollfelden schämte 
sich beinahe seiner eleganten Kleidung, wenn ihn die Bucke 
dieser Armen trafen, Blicke, die aus glanzlosen und müden 
Augen kamen. Und er wünschte sehnlichst, recht bald an 
sein Ziel zu gelangen. 
Da» „Hotel garnl", vor dem der Kutscher schließlich 
dielt, unterschied sich äußerlich in ■ 
(Uno oh.) empfohlen hatte, die Gehaltssätze der Hilfs- 
l'-ästc wie in Berlin anzunehmen und auch den Beamtc?- 
und Lchrcrgehältern zuzustimmen. 
Für den Ar inen Haus halt werden 500 M., für 
bcH_ S ch u lhaus h alt 29 385,94 M., 35,70. M. und 
52 541,75 M., für den Haushalt der Allgemeinen Ver 
waltung 9000 M. und für den Bauhaushalt 800 M. 
nachbewilligt. 
Die Vorlage betr. Aenderung der Ortsstatuten für 
die Pflichtfortbildungsschule wird auf Antrag des Ober- ! 
bürgermeisters Dominicus dem Haushaltsausfchuß über- 
wiesen. 
@» P. $. MeWk-Azwemkutie 
Leffevtliche 
am Donnerstag. de» 17. Juni, abends 7'/- Uhr 
im Bürgersaal des Rathauses. 
Stoöto»OTönelcnoorftfher kzeminrli, 
EkuMe-Lnlnln Kamrowrll 
sprechen über 
Welk« WWWltmM IM Mn. 
Die Pflegegcldsähe für die vom Jugendamt 
untergebrachten Kostpflegekinder werden hom 1. Juni 
1920 ab erhöht und zwar für Kinder im 1. Lebensjahr 
monatlich von 90 auf 150 M-, im 2. Lebensjahre von 
80 auf 130 M., im 3. und 4. Lebensjahre von 70 auf 
110 M-, im 5. bis 14. Lebensjahre von 50 auf 90 M. 
Dem Magistratsbeschluß auf Erhöhung der Versiche 
rungen des gesamten städtischen K rastw a g c n f uh r- 
parks betreffend eigene Beschädigung für den Rest der 
Versicherungsperiode vom 1. Slpril 1920 bis zum 1. April 
1925 wird zugestimmt. 
Der neuen 'Gebührenordnung für die Erhebung von 
Standgelt auf den Wochen m ä r k t e n in Berlin-Schöne- 
bcrg, nach welcher die Marktstandsgelder um 100 Pro 
zent der bisherigen Sätze erhöht werden, wird zugc- 
stinlmt 
Die Zahlung einer einmaligen Entschädigung von 
je 300 M. für besondere Beanspruchung der Privat- 
t l e i d u n g beim Ausschneiden der Straßenbäumc von 
Herbst 1919 bis Frühjahr 1920 an 8 Gärtner der Park- 
Verwaltung wird aus Billigkeitsgründen genehmigt. 
Den 2lsphaltsirmen wird für das Haushaltsjahr 1919 
eine Teuerungszulage zur vertragsmäßigen Unterhaltungs 
quote für die außerhalb des Gleisbereichs liegende Fläche 
in der Durchschnittshöhe von 49,6 Pfg. für 1 qm. und 
Jahr bewilligt. Ebenfalls genehmigt werden die Mehr 
kosten, die dadurch entstehen, daß im Anschluß an das 
Vorgehen Berlins den Asphaltfirmen verflossenen Wirt 
schaftsjahr mehrfach Erhöhungen der Staffelpreise für 
Ausbruch und Wiederherstellung des Asphaltplasters in 
denjenigen Straßen zugestanden find, bei denen die lang- 
sristigen Unterhaltnngsverträge abgelaufen sind. Insge 
samt werden 260 000 M. für 1919 nachbewilligt. 
BestrillijgnnZ von 1500060 M. znr Beschaffung von 
Bast st os fön Midi skr Maßnahmen zur Bekämpfung der 
Wohnuirgsnot. i 
iche» Häuser-Iiiigetümen feiner Umgebung. Aus oe» ge- 
.finelci Fenstern der Kneipe im Erdgeschoß klang wüster 
:ärn>. das Johlen und Schreien heiserer Stimmen auf 
iie Straße hinaus, und Heinz mußte eine Anwandlung 
ton Ekel überwinden, ehe er sich dazu entschließen konnte, 
,e„ dunklen Flur zu betreten, aus dem ihm eine muffige, 
»ji dem Geruch schlechter Speisen und ranzigen Fettes 
geschwängerte Luft entgegenschlng. . 
Ein Kellner, der mit seinem schimengen Frack und 
einer unsauberen Wäsche vortrefflich in diese Unigebung 
>aßte, kam ihm entgegengestürzt. Ein Gast, der aussah 
o,e Hollfelden und noch dazu in einer DrosM^ kam, 
»achte hier draußeir imnierhin zu den Seltenheiten ge 
hören, denn der Mann brachte es trotz aller an den Tag 
gelegten Höflichkeit und Unterwürfigkeit nicht fertig, seine 
maeheure Verwunderung ganz zu verbergen. 
Wünschen der Herr vielleicht Zimmer?" fragte er 
inter fortwährendem Dienern. „Ein Salon und Schlaf- 
ginintzr im ersten Stock wäre frei — —" 
Nein, nein," wehrte Heinz rasch ab, dem der bloße 
gedarrte, in diesem Hause wohnen zu können, einen 
Schauer über den Rücken jagte. Er entnahm seiner Börse 
in blinkendes Zehnmarkstück und ließ es in die Hand 
>es Kellners gleiten, der vor freudiger Ueberrafchung vergaß, 
)ie Finger darum zu schließen und die Hand zurückzuziehen, 
andern mit ausgestrecktem Arm stehenblieb und sich erst 
m das Wunder dieser Gabe gewöhnen zu müsssn schien. 
In Ihrem Hause wohnt eine Frau Longtree, nicht 
vahr?" fragte Heinz ungeduldig, dem die Versteinerung, 
res beglückten Ganymeds etwas zu lange wahrte. Und 
>,un endlich raffte der Mann sich dazu auf, das Goldstück 
„ die Tafche zu schieben. ^ . ' ■ „ 
„Gewiß, gewiß," dienerte er. „Zweiter L-tock. Nummer 
iiebeilviiddreißio. Flau Longtree mir Kind." 
rechn Die Dame ist anwesend?" 
La fugte hinter ih»> eine heisere Stimme, von der 
lau. nicht "ohne weiceres hätte angeben können, ob, sie 
WärMlSM'Kriibttch«»., 
Stadtv. Petersen (Unabh.) führt aus, daß der 
Wohnungsnot so lange nicht abgeholfen werde, wie man 
nicht an die Aufteilung der großen Wohnungen gehe. 
Manche Leute bewohnen 8—10 Zimmer und wissen nicht, 
was sie aus Uebermut anfangen sollen (Beifall links 
und Lärm rechts), während andere nicht wissen, wo sie ihr 
Haupt hinlegen sollen. Er bemängelt es auch, daß die 
Nothäuser an der Rubensstraße keine Fensterladen haben. 
Ein Antrag an den Magistrat wünscht schleunige Fertig 
stellung des Hauses in der .Trägerstraße. Ein Antrag 
der Stadtv. Frl. F r o m m Ivünscht Auskunft darüber, 
.ivic viele 8—10-Zimmer-Wohnungen in Schöneberg vor 
handen find und wie Viele von diesen Wohnungen von 
einer Person bewohnt werden. Stadtv. Szymanski 
(Unabh.) bemerkt, ■ daß in der Bekämpfung der Woh 
nungsnot sehr langsam gearbeitet werde. Die Millionen 
für die Holzhäuser stellen sich viel teurer, als wenn 
man sie für andere Bauten verwendet hätte. Stadtrat 
Wagner erklärt, daß der Vorredner ja Mitglied des 
Ausschusses und des Wohnungsamtes sei. Schöpeberg sei 
in der Beschaffung von Wohnungen weiter vorgeschritten 
als irgend eine andere Gemeinde. Insgesamt seien 347 
neue Wohnungen geschaffen worden. Stadtv. F r i tz s ch 
(Soz.) spricht Ebenfalls für die Aufteilung großer Woh 
nungen. Stadtv. Behr weist darauf hin, daß noch 
Räume zu Wohnungen in dem Maison' de santo und rin 
Polizeipräsidium vorhanden wären. Stadtv. Frl. Fromm 
(Bürgert. Vg.) meint, daß ihr Antrag bezweckt, einmal 
Klarheit darüber zu schaffen, wieviel 8—l0-Zimmcr-Woh- 
nungen von 1 Person bewohnt werden. Es soll sich dabei 
nur um eine einzige Wohnung handeln. Warum bringe 
man diesen einen Ausnahmcfall immer wieder vor. Die 
ZwangSeiuquartierung halte sie nicht für nötig. Stadt 
rat Lange erklärt, daß das Polizeipräsidium bisher nicht 
in Anspruch genommen werden konnte, weil staatliche 
Gebäude nicht beschlagnahmt werden dürfen. Es ser'aper 
bereits ein Antrag auf Benutzung der Räume im, Polizei 
präsidium gestellt tvorden. Stadtv. Szymanski (Un 
abh.) führt aus, daß es sich nicht nur um 8—10-Ziinmer-- 
Wohunngen handele, sondern auch um solche von 3, 4 
und 5 Zimmern, die nur von einzelnen Personen be 
wohnt werden. — Die beantragten 1 500 000 M. zur 
Beschaffung von Baustoffen und für Maßnahmen zur Be 
kämpfung der Wohnungsnot werden bewilligt. Desgleicheir 
wird dem Antrage Fromm und den Antrage auf schleu 
nige Fertigstellung des Hauses Trägerstraße zugestimmt. 
Der Punkt: Bewilligung von 7 Millionen Mark zur 
BöschMumg von Lebensmittclu erregt wieder eine längere 
Aussprache. Aus der Vorlage geht hervor, daß die Ver 
luste an der Lebensmittelversorgung 4 600 000 M. aus 
machen. Stadtv. Dr. Kauf hold (Bürgert. Vgg.) be 
zeichnet diese Verluste als eine Folge der Zwangswirt 
schaft, durch die gleichmäßig Erzeuger und Verbraucher 
belastet werden. Er nennt die Preisspanne zwischen Er 
zeuger- und Kleinhandelspreis wie sie früher war und 
wie sie jetzt ist und führt Aeußerungen der Mgeordncten 
f fcisfer und Gothein gegen die Zwangswirtschast an. Die 
ommunalisierung der Lebensmittelwirtschaft, wie sie die 
Sozialdemokraten haben wollen, führe zur Bürokratisie 
rung, und der Bürokrat tue nach oft angewendetem Zitat 
von 9 bis 3 Uhr seine Pflicht, aber länger nicht. Dagegen 
müsse der Kaufmann auch nach Feierabend noch tätig 
sein, um seine Waren unter Dach und Fach zu bringen. 
Er spricht gegen die Kriegsgesellschaften und meint, die 
Verbraucher lehnen es mit atler Entschiedenheit ab, der 
Prügelknabe der Kriegsgescllschaften zu sein. Während 
er die Beibehaltung der Getreidewirtschaft für notwen- 
„Iawohl, Frau Longtree ist anwesend. Aber darf ich 
wissen, mein Herr, was Sie von der Dame wünschen?" 
Hollfelden wandte sich überrascht. Vor ihm stand ein 
hagerer, schmalbrüsttger Mensch, der den Blick der dunkel 
umschatteten Augen, in denen es wie ein unruhiges 
Flackern war, starr auf Hollfeldens Antlitz gerichtet hielt. 
Vielleicht war es nur die fahle, unsichere Beleuchtung, 
die Heinz die Wangen des Mannes so. krankhaft bleich er 
scheinen ließ. Aber noch ehe er hatte sprechen können, 
bekam der Unbekannte einen Hustenanfall, der seinen ganzen 
Körper wie im Krampf zusammenzog und sich wahrhaft 
erschreckend anhörte. - $ 
Der junge Schriftsteller wartete mitleidig, bis der 
Mann sich wieder ein wenig erholt hatte. Dann sagte er 
höflich, denn es schien ihm offenbar, daß er einen An 
gehörigen der besseren Stände vor sich hatte: 
„Ich wünschte eine Unterredung mit der Dame zu 
haben. Darf ich wissen, mit wem ich —" 
Der Fremde machte eine abwehrende Handbewegung. 
„Mein Name tut nichts zur Sache," sagte er, und es 
fiel Heinz auf, daß auch seine Aussprache des Deutschen 
fremdartig klang. wie die der angeblichen Frau Longtree. 
„Aber Ihre Absicht, mit Frau Longtree zu sprechen, werden 
Sie wohl aufgeben müssen. Hat Ihnen der Kellner nicht 
gesagt, daß die Dame schwer erkrankt ist?" 
Der Kellner machte Heinz wieder eine feiner ruckartigen 
Verbeugungen und sagte bedauernd: 
„Merdings, die Dame ist erkrankt. Aber der Arzt 
oersichert, daß es durchaus nichts Ansteckendes ist. Durch» 
aus nicht ansteckend." 
„Nein," fiel ihm der Fremde ins B^ort. „Es ist nach 
ver Meinung des Arztes ein nervöses Fieber. Das Stuben» 
mäd^ien fand Frau Longtree heute morgen bewußtlos 
and phantasierend, und m|rm sich ihr Zustand auch schon 
wieder bedeutend gebesserWat, so ist doch nicht dara?„,^!>. 
Senken, daß irgend jemand 
ürrt hat jede Uuiregui 
u ih^elMen würde.^ 
g^ru-
        
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