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Periodical volume Nr. 139, 23.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

(Frirdrnarrer 
Sezugsprek» 
loLi™b,uS en Ä WlllteiischeBeitnna IßtBln.-FriedenMunü 
«* Haus g^acht S.- Mark. SrscheiNt täglich übend«. 
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Nr. 132 
Berütt'Srredeuau, Slenstag, den 18. Funi 1820 
f. 27 
Was ist rlclilig — Richtig ist? 
Wer eins gesunde Wirtschaftspolitik anstrebt der wählt nur die Wirtschaftliche Vereinigung, 
Oste P a 12: k e — Ort HL ^ m 
Neueste Nackriedten 
Berlin. Außer dem früheren Staatssekretär des 
Anstvätigen Anites v. K ü h l m a n n ist auch Graf Brvck- 
dvrff-Ranyau nach Berlin gekommen. 
Breslau. Der Oberste Rat in Paris hat die Ab- 
i icht, die Mandate der aus den Abstimmungsgebieten in 
,en neuen deutschen Reichstag übernommenen Abgeord 
neten für ungültig zu erklären, aufgegeben. 
Paris. Der Matin schreibt, es habe nicht den 
Anschein, als ob man der japanischen Meldung über eine 
Gegenrevolution in Rußland Glauben schenken könne. 
Gestern habe die Radiostation in Moskau den ganzen 
Tag Telegramme ausgesandt, und zwar in verschiedenen 
Sprachen und mit der größten Sicherheit und Ge 
nauigkeit. 
London. Die Bolschewisten haben Finnland um 
einen sofortigen Waffenstillstand ersucht. 
Amsterdam. Eine drahtlose Moskauer Meldung 
besagt: Die roten Truppen haben Kiew besetzt. Bor 
der Räumung haben die Polen die Wladimierkathedrale, 
die Bahnhöfe, die Elektrizitätszentrale und die Wasser 
leitung gesprengt. Diese Maßnahme, die durch keine mili 
tärische Notwendigkeit zu begründen ist, hat die Stadt 
der Gefahr schwerer epidemischer Krankheiten ausgesetzt. 
öWeWer MlvmrLiieleMlMÄW 
vom Montag, den 14. .Juni 1920. 
D^MlMstvation der Hilfskräfte. Eine LebenSuftttel- 
debatte. Zur Steuerung der Wohnungsnot. 
Die nichtständigen Hilfskräfte der Stadtverwaltung 
demonstrierten gestern vor dem Schöneberger Rathause, 
um nach Berliner Muster, ihre Lohnforderungen bet. der 
Stadtverordnetenversammlung dadurch zur Geltung zu 
bringen.. Eine Abordnung erschien auch im Vorzimmer des 
Sitzungssaales. Sie wurde aber nicht vorgelassen. Der 
Stadtv. Zobel .(Dem.) lehnte eine „Verbeugung vor 
der Straße" ab, und dieser Ansicht schlossen sich auch 
die Vertreter der Bürgerlichen Vereinigung an. Mit 28 
gegen 23 Stimmen, wurde der Antrag der Unabhängigen, 
die Abordnung zu empfangen, abgelehnt. Eine längere 
Aussprache fand dann noch bei der Vorlage betr. Be 
willigung von 7 Millionen Mark für die Lebensmittelver- 
sorgung statt, bei der die gegenseitigen Anschauungen 
der Rechtsparteien und der Sozialdemokraten scharf her 
vortraten. Ein Antrag Dr. Kaufhold, die Aufhebung 
der Zwangswirtschaft für Zucker, Fleisch und Milch bei 
der Regierung zu beantragen, wurde mit geringer Mehr 
heit, 23 zu 21 Stimmen, angenommen. Bei dem Punkt 
^ivkr Bewilligung von iy 8 Millionen Mark zur Beschaf 
fung von Baustoffen zur Bekämpfung der Wohnungsnot 
traten die Unabhängigen mit der Forderung hervor, die 
großen Wohnungen zu teilen. 
VerhandlnngSbericht. 
Stadtv-Vorsteher Czeminski eröffnet die Sitzung 
bald nach 6 Uhr. Er gibt die ausliegenden Zusendungen, 
[ sowie verschiedene Petitionen bekannt. Die letzteren werden 
dem Haushaltungsausschuß überwiesen werden. Ein An 
trag auf Gründung einer Hausgenossenschaft für das Haus 
Trägerstraße soll der Versammlung zur selbständigen Be 
schlußfassung vorbehalten bleiben. In einer Anfrage Dr. 
Teufer wird gefragt, ob dem Magistrat bekannt sei, daß 
am v. Juni einer politischen Partei ein Raum des Rat 
hauses als WahDüro überlassen wurde und wie sich der 
Magistrat hierzu stelle. Oberbürgermeister DominicuS 
erklärt, daß er darüber in der nächsten Sitzung Auskunft 
geben werde. 
Der Stadtv.-Vorsteher teilt mit, daß sich im Voy- 
raum eine Deputation der Hilfskräfte befindet, 
die bittet, ihre Vorschläge hier vorzutragen. Er empfehle, 
daß sich Vertreter der einzelnen Fraktionen in den Vor 
raum begeben, um die Wünsche der Herren entgegenzu 
nehmen. Stadtv. Böhm (Unabh.) beantragt. Punkt 12 
der Tagesordnung voranzustellen', die Punkte 10 und 11 
dem Haushaltsausschuß zu überweisen und «ine Abord 
nung der Hilfskräfte hier zu hören. Stadtv. Zobel 
(Dem.): Wir sind gegen den Antrag und haben gar keine 
Neigung, vor der Straße eine Verbeugung zu machn. 
(Zustimmung bei den Demokraten und rechts). Diese 
Demonstration mach aus uns nicht den allergeringsten 
Eindruck. Wir haben auch Nachricht bekommen, daß die 
Hilfskräfte noch Zuzug aus anderen Orten bekommen 
haben. Die städtischen Arbeiter haben nicht versucht, durch 
eine solch Demonstration in die Stadtvcrordnctensitzung 
einzugreifen, sie haben es verstanden, in anderer Weise ihre 
Wünsche vorzutragen. Solches. Vorgehen, wie das der 
Hilfskräfte widersprich den Grundsätzen.der Demokratie. 
(Znstimmun'g und. Widerspruch). Die Hilfskräfte sind durch 
9 Herren in der Stadtverordnetenversammlung vertreten, 
die ihre Interessen genügend wahrnehmen. können. In 
irgend einer Weise uns von der Straße beeinflussen 
zu fassen, lehnen wir ab. (Bravo rechts und bei d. Dem.; 
Lärm links und auf der Tribüne; der Vorsitzende for 
dert die Tribüne zur Ruhe auf, widrigenfalls er sie 
räumen lasse.) Wir verzichten auch darauf, die Depu 
tation draußen zu emvfangen. Stadtv. Dr. Schneider 
(Bürgerl. Vereinigung): Wir möchten hier nicht das un 
würdige Schuspiel haben wie in der Berliner Stadt 
verordnetenversammlung, das würde den Tod der Selbst 
verwaltung bedeuten. Stadtv. E r d m a n n (Unabh.): Eine 
Verhandlung mit unseren Arbeitnehmern müsse uns doch 
angenehm sein; die Stadt ist doch den Hilfskräften gegen 
über der Arbeitgeber. Die Beamten. Lehrer und Ar 
beiter wurden auch gehört; dagegen hat man keine Ab 
ordnung der Hilfskräfte gehört. Ich beantrage, hier im 
Saal oder durch den Stadtverordnetenvorsteher oder durch 
mehrere Herren di« Deputation zu hören. Wenn daS 
nicht geschieht, wird sich meine Fraktion doch erkundigen. 
Stadtv. Zobel stellt.fest, daß im Ausschuß von keiner 
Fraktion die Hinzuziehung der Hilfskräfte verlangt 
wurde.' Diesen Fehler könne man am Besten dadurch 
gut machen, daß man die Vorlage an den Magistrat 
zurückverweise. Man denke aber nicht daran, die Selbst 
verwaltung antasten zu lassen. Stadtv. Dr. Teufer 
(Bürgerl.) ist nicht dagegen, daß die Wünsche der Hilfs 
kräfte im Ausschuß gehört werden, man könne die Vor 
lage ja dem Ausschuß überweisen. Aber er sei ent 
schieden dagegen, daß die altbewährte Geschäftsordnung 
umgestoßen werde. Stadtv. Willberg (Unabh.) der- 
steht den Uebercifer der Gegner nicht; warum wolle man 
die Herren hier nicht hören. Man sage es doch gleich 
heraus, daß man die Herren nicht hören wolle (Zu- 
stimmung links). Das Wort von der Straße gelte ebenso 
für Herrn Zobel. Wenn er jetzt auf die Leute auf der 
Straße hinweise, so wolle er diese als Lumpenprole 
tariat in den Augen der Schöneberger Einwohnerschaft 
herabsetzen. Er wünsche, daß die Abordnug hier gehört 
werde. Stadtv. Zobel (Dem.): Die Lehrer- und Beam 
tenschaft stehe fo_ hoch, daß sie sich nicht auf dieses Niveau 
stelle wie die Hilfskräfte. Wir brauchen keine Straße, 
die uns Beifall brüllt. (Zurufe). Wir lassen uns da- 
durch in keiner Weise beeinflussen. Wenn die Herren hier 
empfangen werden, verlassen wir den Saal. — Der An- 
trag, die Abordnung zu hören, wird in namentlicher Ab 
stimmung mit 32 gegen 28 Stimmen abgelehnt. Ebenso 
wird der Antrag, Punkt 12 vorweg zu nehmen, abge- 
lehnt. 
ivuv Hl Vit ^uyivuiuiuuiy tuiy ciieicn. 
Von den Verhandlungen über die unvermutete Re- 
vison der Sparkassenhauptstelle sowie von der Vorlage 
des Magistrats über die Benennung derjenigen Stadtver- 
verordnetcn, die in städtisck,en Diensten stehen, wird Kennt 
nis genommen. Ebenso wird davon Kenntnis genommen, 
daß der Magistrat dem Beschluß der Stadtverordneten 
versammlung vom 17. 12. 19 zugestimmt habe, bei den 
Körperschaften des Reiches dahin vorstellig zu werden, 
daß bei der Beratung des ReichScinkommensteuergesetzes 
den sogen, bevölkerungspolitischen Gesichtspunkten in 
größerem Umfange Rechnung getragen wird. 
Kenntnis genommen wird scrner von den Aussüh- 
rungsbestimmungen zum Auseinandersetzungsplan für das' 
Umlegungsverfahren im Südgelände. Nach den Ausfüh- 
rungsbestimmungen geht da? Eigentum an den Grund 
stücken, welche den einzelnen Eigentümern und der Stadt 
gemeinde nunmehr zugewiesen werden, an, 1. Juli 1920 
auf den neuen Eigentümer über. Ebenso erwirbt die 
Stadtgemeinde am 1. Juli daS Eigentum an dem 
Straßen- und Platzland. Mit Rücksicht darauf, daß daS 
Gelände z. Zt. als Kleingartcnland in Anspruch genommen 
wird und daß auch eine endgültige Bebauung in ab 
sehbarer Zeit noch nicht in Aussicht steht, ist vorgesehen, 
daß die Herstellung der nach dem Bebauungsplan vorge- 
schenen Wege erst nach Ablauf der Generalpacht erfolgen 
soll, also nach 10 Jahren, sofern nicht die Generalpacht 
bei einzelnen Teilen wegen früherer Bebauung aufge 
hoben wird. (Schluß folgt.) 
SrvMAIAkii ft Mem uni) StfiüneDeto. 
(Nachdr. unsrer o-Origtnalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Arbeitsnachweis, Erwerbslosenfürsorge. 
In den Monaten April—Mai wurden durch den Ar 
beitsnachweis Friedenau 1538 Stellen besetzt und 
zwar 326 durch männliche und 1212 durch weibliche Ar 
beitskräfte. Rund 300 offene Stellen für Frauenarbeit 
Oie Brief* der Prinzessin. 
V . Bon E. PH. Oppenheim. 
78 (Nachdruck verboten.) 
„Wenn ich nur begreifen könnte, wie mein — wie der 
§ err Oberstleutnant überhaupt dazu kam. Ihnen derartige 
ragen zu stellen!" 
Heinz zögerte. Aber er entschied sich doch dafür, ganz 
offen zu sprechen. Ä 
„Vielleicht wird es durch eine andere seiner Fragen 
erklärt, die scheinbar in keinem Zusammenhang damit 
stand. Er befragte mich noch einmal auf's Gewissen, ob 
ich mit Bestimmtheit erklären könne, daß Margot weder 
in direkten) noch indirektem Zusammenhang mit dem an 
Martens verübten Berbrechen steht. Und als ich diese 
Frage bejahte, meinte er, daß also jeder Margot auss 
schwerste und auf das ungerechteste beleidigte, der einen 
^ Verdacht gegen sie erhob." 
Ungestüm trat Herbert auf ihn zu. 
„Wie soll ich das verstehen?" stieß er hervor. „Sir 
glauben doch nicht etwa, daß mein Stiefvater selbst sich 
mit " v . , 
Er verstummte, denn eben war draußen dre Wohnungs 
glocke angeschlagen. Heinz entschuldigte sich und ging 
hinaus, um zu öffnen. , . „ „ 
Es war ein Rohrpostbrief, der für ihn abgegeben 
wurde. Und auf den ersten Blick erkannte er an der 
Adreffe die charakteristische Handschrift Doktor Dombrowski-. 
Er kehrte in das Arbeitszimmer zurück, ehe er das 
Schreiben erbrach. Dort sagte er hastig: 
„Eine Nachricht von Dombrowski! Es sollte mich 
nicht sonderlich wundern, wenn sie in einem Zusammen 
stände mit den Andeutungen Ihres Stiefvaters, 
schnitt das Kuvert auf und entnahm ihm das mit 
^^^gen^o^endar tn großer Eile hingeworfenen Zeilen 
„Geehrter Herr Hollfelden V las er halblaut. „Zu 
Meinem. strotzeyMedauern lebe • 
Ihnen gegebene Zusage einzulösen. Es haben sich in der 
Zwischenzeit allerlei Dinge ereignet, die es mir zur Un 
möglichkeit machen, mit der bewußten Angelegenheit drei 
Tage zu warten. Ich vermag Ihnen keine näheren Auf 
schlüsse zu geben, bemerke jedoch, lim Ihnen vergebliche 
Bemühungen zu ersparen, daß alle Verhandlungen mit 
. mir für Sie vollkommen zwecklos wären. Der äußerste 
Termin, bis zu welchem die Erklärung Ihrer Durchlaucht 
der Prinzessin in meinen Händen sein müßte, ist die zehnte 
Stunde des morgigen Abends. Sollte ich bis dahin nicht 
im Besitz der erbetenen Aufschlüsse sein, würde ich mich 
leider genötigt sehen, von meiner Entdeckung den Ihnen 
angedeuteten Gebrauch zu machen. Ich bin jedoch der 
Ueberzeugung, daß es Ihnen aus die eine oder die andere 
Art möglich sein wird, sich bis zu dem angegebenen Zeit- 
punkt mit Ihrer Durchlaucht zu veiftandioen — auf tele 
phonischem oder, falls das als ausgeschlossen eftcheint, auf 
telegraphischem Wege etwa — und mich rechtzeitig von 
dem Entschluß Ihrer Durchlaucht in Kenntnis zu setzen. 
Sie können versichert fein, daß nur der unerbittliche 
Druck von Verhältnissen, die zu ändern ich nicht die Macht 
habe, mir diese Bedingung abpreßt. In der Zuversicht je- 
doch, daß es Ihnen ohne große Schwierigkeiten möglich 
sei,, wird, auch den veränderten Termin einzuhalten, ver 
bleibe ich Ihr sehr ergebener 
Dr. Dombrowski." 
rrollfekoen ließ den Brief sinken und sah Herbert 
schweigend an. Wehringen begegnete seinem Blick, sagte 
aber nur ruhig: 
„Wir werden also das Aeußerste versuchen müssen, die 
Spur des wirklichen Mörders bis morgen abend zu finden. 
Ich bin nicht optimistisch genug, es für möglich zu hallen, 
aber es ist ja das Einzige, was wir tun können." 
„Jawohl. Aber Hoden Sie sich über die Bedeutung 
Hefen Briefes — 
Herbert schnitt ihm mit einer röschen Hondbewegung 
hos Wort fl). 
„Ueber die Bedeutung des Briefes erlaube ich mir kein 
jagte er Wyr«ürdig bestimmt. j,3m Lebe» eines 
Mannes wle Dombrowski können ja stündlich allerlei Zu 
fälligkeiten eintreten, die seine Pläne und Berechnungen 
über den'Haufen werfen." 
Heinz war erstaunt; aber da er fühlte, daß dem 
Freunde eine weitere Erörterung des vor dem Eintreffen 
des Briefes angeschlagenen Themas nicht erwünscht war, 
sagte er mit einem Blick auf seine Uhr: 
„Es ist ziemlich spät geworden, aber wir werden doch 
noch heute abend Frau Longtree aufsuchen müssen. Schon, 
weil mir die Befürchtung nicht unbegründet erscheint, daß 
sie sich wieder aus Berlin entfernen könnte." 
Wehringen strich sich mit einer langsamen Bewegung 
das Haar aus der Stirn. 
„Ja, Sie werden sie am besten noch heute abend auf 
suchen," bestätigte er ruhig. „Aber ich bin zu meinem 
Bedauern außerstande. Sie zu begleiten. Denn ich habe 
heute noch eine andere, äußerst dringende Verrichtung." 
Nun war Heinz ernstlich befremdet. Herbert ging 
offenbar mit einer Absicht um, die er ihm zu verbergen 
trachtete, und Hollfelden war zu taktvoll, eine Frage zu 
stellen. Aber er meinte allerdings, daß die Aufklärungs 
arbeiten an dem Verbrechen jetzt allem anderen vorangehen 
mußten. 
„Wenn es Ihnen unmöglich ist, mit mir zu kommen, 
werde ich mich allerdings wohl allein auf den Weg 
machen müssen," erwiderte er, und seine Stimme hatte 
unwillkürlich einen kühleren Klang angenommen. „Aber 
ich darf wohl hoffen, daß ich Sie morgen stütz —" 
„Ich kann Ihnen leider keine bestimmte Zusage machen, 
wann ich mich Ihnen wieder zur Verfügung stellen kann." 
unterbrach ihn Herbert hastig und in leichter Verlegen 
heit. „Denn ich weiß nicht, wie weit eine Angelegenheit, 
die leider ganz unaufschiebbar ist, meine Zeit mit Beschlag 
belegen wird. Aber ich glaube auch, daß ich Ihnen nur 
wenig von Nutzen sein könnte. Ich kenne ja alles, was 
mit dem Mord zusammenhängt, nur vom Hörensagen, wäh 
rend Sie bis in dis kleinsten Einzelheiten genau unterrichtet 
sind. Und ich könnte vielleicht aus Unkenntnis irgendeines 
bedeutfninc'.r Umstandes etwas verderben, anstatt uns zll> 
nutzen.". .. (LM?tz.unL l'olLtJ
        
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