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Periodical volume Nr. 131, 14.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

LiegerkuvreS im Dachgeschoß der 2. Gemeindeschule 
in Höh« von IS 000 M. werden bewilligt. " 
G-D- Ko niecz ka (Rechtshospitant) bittet, die Bot- 
lagecakzitlehrjeu. -ö l). Heinsen seien durchaus nicht an- 
gemessen, chan bekomme solche Hypothek mit 4 1 /* v. H. 
Ä.-B. Lüdecke (Dew.) .'beantragt ebenfalls Ablehnung, -, 
eine Begründung halte er.für überflüssig. Bürgermeister 
Pyl'ger erwähnt noch. daßhäS Geld, im Falle der Ab 
lehnung gekündigt würde. Die Vertretung lehnt die Vor 
lage einstimmig ab.V \J 
Für di? Anschaffung eines Arbeitswagens für 
das Fuhrwesen werden 2750 M. bewilligt. 
Für-:die Herstellung eines Holzfußbodens in, 
einer Wohnung im neuen Wirtschaftsgebäude in Gütergotz« 
«werderr 2400 M. bereit gestellt. : 
' '■ - Der Beschluß vom 26. 11. 19 bctr. Erhebung des. 
Zuschlages von »/ 3 v. H. zur Grunderwerbssteuer wird 
chtik rückwirkender Kraft vom 1. Oktober 1919 ab bestätigt. 
Dem.Garteninspektor Stabe werden die Reisekosten, 
Pur Teilnahme an der am 27.—29.. Juni in,. Meiningen', 
stattfindenden Hauptversammlung der Deutschen Gesell 
schaft für Gartenkunst bewilligt. — Desgleichen werden f 
Herrn Syndikus Sturm die Reisekosten zur Tagung 
Per/Miets- u««d Hypotheken-Einigungsämter in Stuttgart 
bewilligt. . . ■ v 
Friedhofsgebühr. 
Bürgermerster Walger berichtet, daß bei der Bor- 
iattschlagsberatung in: Finanzausschuß festgestellt wurde, ' 
daß idie hiesige». Friedhofsgebühren sehr niedrige sind 
und von den Schönebergeni um das 10—20fachc übertroffen 
werden. Der Gemeindevorstand beantragt nun, Um.sich ' 
wenigstens einigermaßen den Schönebergcr Sätzen anzu 
passen- die Verdoppelung der' Gebühren zu beschließen. 
G.-V. .Paul Richter (Unabh.) spricht gegen diesen An 
trag. Es sei nicht angebracht, durch Erhöhung der Fried- 
hyfsgebühr der Figaiiznot abzuhelfen. Der Antrag wird ' 
gegen einige. Stimmen der-Rechten abgelehnt: '] 
JutzÄndpsleger Kühn. 
G.-B. Buth (Söz.) erklärt'auf die zu Beginn Per 
Sitzung gemachten Mitteilungen des Schössen v) Wrochem, 
daß der-Sitzungsbericht des Jugendpflcgcausschusses auf 
seinen Antrag hi" abgeändert worden sei. Die verlesene 
Fassung war die alte. Schöffe v. Wrochem erklärt, 
er habe nicht gewußt, daß die Sache heute vorgebracht 
würde. Er habe daher den Bericht aus den Akten ge- 
suynmen. Richtig sei, daß. die Niederschrift geändert 
wurde. G.-V. L ü d e ck e (Dem.) führt aus, daß cs einem 
Ausschüsse nicht zustehe, das Bedauern gegenüber dem 
Plenum oder den Aeußerungen eines Gemeindcvcrordneten 
Mszusprechen. Der Ausschuß habe dainit seine Befugnisse 
überschritten. G.-B. Hasse (Soz.) gibt an, er habe 
Herrn Kühn mitgeteilt, daß er die Sache im Plenum vor 
bringen, werde, er habe also bei diesem vorher angefragt. 
G:-V. Paul Richter (Unabh.) stellt sich auf den Stand 
punkt des G.-B. Lüdecke, man müsse dem.Ausschuß das 
Recht Absprechen, einem Gcmeindeverordneten eine Zensur 
zu erteilen. Bürgermeister Walger stimmt auch der Air 
sicht zu, daß der Ausschuß nicht berechtigt sei, einem Ge- 
meindßvery^dneten eine Zensur zu erteilen. Der- Ausschuß 
M nicht berechtigt, das Bedauern gegenüber der Gemeinde 
vertretung .auszusprcchen. 
! : Erhöhung der Entwässcrmrgsgebühren. 
^ Bürgermeister Walgcr bittet, die Gebühr wie. in 
Schöneberg von- 2 v. H. auf 6,75 v. H. vom Nutzungswert 
zu erhöhen. . G.-B. K o n i c c z k a (Rechtsblock) bittet, ab- 
zulehner: und zu warten, bis die Suche in Groß-Berlin 
geregelt sei., Da diese-Gebühr auf die Mieter abgewälzt 
Aerderr-könne, habe man keine Veranlassung, den-Bürgern 
e»ne weitere lOprozentige Mietssteigerung aufzubürden. 
— G.-V. Lüdecke (Dem.) meint, diese Vorlage sei ge 
eignet, .der Gemeinde wieder einige Groschen einzubringen. 
Die Rechte scheine über unsere Finanzlage nicht gut unter- 
richtet zu sein. Das zeigte sich im Finanzausschuß bei 
der,. Voranschlagsberatung. Da wies ein Mitglied der 
Rechten darauf hin, daß auf einer Seite des 200 Seiten 
t umfassenden Haushaltsplanes 1, Million Mark: Reserve 
he,.er übersah aber, daß auf den anderen Seiten acht 
rl krönen Mark Schulden stehen.' Es sei traurig, 
daß-Man sich immer daran borbeidrücke. Das zeigte die 
Rechte,., als sie die Stcuererhöhung ablehnte, weil sie 
Nicht noch Steuern in die Konkursmasse hineinwerfen 
Mslte. Sobald cs aus eigene Portemonnaie gehe, daun 
ßxicman nicht fürs Zahlen. (G.-B. Dr. Anders: Wtr »vür-j 
dew ia davon nicht betroffen.) G.-B. Altm ann (D.Äp.) 
sijhrt aus,, man sei auf dem Holzwege,, wenn man an 
nehme, daß die Ablehnung der Steuererhöhung geschehen 
Ikb ,um das eigene Portemonnaie zu schützen, die Ab- 
lWUsUg habe ihre Berechtigung gehabt.. Der. Rechnungs- 
Msshl"ß. habe ergeben, daß der Betrag zun«. Ausgleich 
des Voranschlages, der 889000 M. betrug, um 62 000 M. 
k .tthöht-werden mußte. Bei Berücksichtiguüg der . gewal- 
ttgew Ausgaben sei dieser Abschluß ein glänzender gewesen, 
Darnach wäre dieSteuerdrhvhuüg nicht gerechtfertigt ge 
west-!, Außerdem war der Beschluß auch nicht mehr mög- 
aneiner Verfügung eine Veranlagung nach dein 
W3»Marz ungültig war. Der Beschluß wäre) also ein 
Schlag ms. Wasser gewesen. Die Bemerkung eines Mit- 
MEder- Rechten war wohl scherzhaft gemacht.- Die 
.M^Wtsche .Fraktion hatte ja astch aüf eine Wieder- 
Antrages Verzichtes. Er meint,.daß die 
^EMelle Stellung unserer Geiuehrde doch nicht, so un- 
Thomsberger: Fachmann). . Nach-'seiner 
w^16 mhrlgen Erfahrung,im GeMemdeleben haLe er doch 
auch e«Nett Ueberhlick über, die Finanzen .(G.-V.-Thoms- 
Der.Fachmann,.war ironisch.gemeint).."— G.LBi 
.MdeLe^tDM.1 Merkt, die Anffassung,! daß.die Decko- 
kraten verzichtet hätten, die Sache nochmals, vorzubringen,- 
''Äi^M.JrMm, den», die Voylage wurde vom. Vorstand 
Mü?pracht, Per. sagte, er.. «volle sie .nochmal vorbringen. 
^MM.WN,aber.immer aus.. Granij beiße, sei.es'erklärlich,- 
werde. . Die Bemerkung des .Herrn der 
.MWM Mt Eanzausschuß wax durchaus;.picht .scherzhaft 
. Es, sei.ein, poch ungedecktes Defizit von 8>Mjll. 
Mörk nn Voranschlag Vorhänden. Ein Irrtum des Herrn 
Altmany sei.es.auch, wenn er. sage, nach dem 10..-Marz 
dyMep.ckeim.SteucrerhöhungeN mehr beschlossen, «verden. 
' Wv? spstter^t.Pssrsügung habe die erstere,aufgehoben. Der 
^„Rechten: herbeigeführte Beschluß, sei ein Verhängnis 
vSll«-: gMefen.^Die--Recht« -zeig» wohl ihre Freudigkeit: 
»".-.MYiMeWilligpug von. Ausgaben- -in, derrrGewinnimg 
. aber lasse sie diese,Fr«udigkeit -vermissen. 
— G.-B. Dr. Anders (Dnat.) betrachtet!diese,Eröxtärüng - 
inr,Hinblick,auf. di«,lievoksteMdm Wahlert (Zurufe). -;Er-' 
-sAbst hatte, ja gar lein JüteE^in der Stcüererhohungst 
sondern die Rechte handelse im.Interesse der Bürgerschaft 
und hatte gewichtige Grürch» für ihre Haltung. — G.-B. 
Altnian«, (D. Dp.) meint, die 500000 M. Steuermehr 
einnahme hätte, aus die von Herrn Ltzdecke muf 8,-Mjll. 
Mark angegebene Schuldenlast doch nichts ausgemacht: Es' 
wäre eigentümlich, diese große Schuldenlast mik einer sölch' 
kleinen Summe decken zu wollen (Zurufe; u.a.: Das nennt: 
sich'Fachmann; G.-B. Thomsberger: Si tacuisses). Er. 
erwähnt, daß ja auch, die Grimdwertsteuer erhöht werden ! 
soll. Wenn die Entwässerungsgebühr auf die Mieter ab 
gewälzt werden dürfe, so würde diese ja auf die breitesten 
Schultern gelegt. — G.-B. Lüdecke (Dem.) hemerkt,-die 
Aeußerung des G.-V- Altmann. daß man die kleine Summe 
zur Deckung der Schulden nicht brauche, beweise ihm, daß 
die 15 jährige Erfahrung bei Herrii Büurat Altmanii nicht' 
viel gefruchtet habe: Er erwidert dein G.-V. Dr. Anders, 
den er 'den Meister der.' Wahlmache nennt, daß man nicht 
Wahlinache treidcn könne, wenn man, wie die Demokraten 
eS hier tun, höhere Steuern fordere (Zustimmung). — Der 
Erhöhung des. Entwässerungsbcitrages auf 6,75 v. H. 
ab 1. Llpril d. Js.' wird ^gestimmt. 
Mit' der ÄchShm-A der Hundesteuer auf 100 M. für 
den ersten Hund -und Steigerung> Um 50 M. für jeden 
weiteren Hund, so haß der zweite Hlmd 150 M., der 
dritte -200 M:/ der vierte 250-M: kostet usw., ist die Ver 
tretung einverstanden. 
- Schöffe Schildberg berichtet,- daß die Quäker- 
speisung in der Ferienzeit auf.50 v. H. herabgesetzt werden 
soll.: Die Quäkec wollcn aber.auch im Winter die Speisung 
fortsetzen.. Er bittet, sich damit einverstanden zu erklären 
und je Monat 2000 M. für die Speisung zu bewilligen. 
Er bemerkt dann noch über den SchrippeUvcrkauf der Kin 
der, -aß dieser nicht möglich wäre, wenn man es so hand 
haben würde- wie in der 3. Gemeindeschule, wo die-Schrip 
pen durchgebrochen-werden und von den Kindern ange 
bissen werden müssen. —Nach Anerkennung der Dring 
lichkeit-werden die 2000 M. je , Monat für die Quäker 
speisung bewilligt. 
Aufraigvn. 
'eitler Aufrage wünschen die Vereinigten Volks 
parteien VI.' 'eine Abrechnung über die Volksküche, 
2. warum der 5 er Ausschuß nicht zusammengerufen iverde, 
3.. warum der FachmünU zunt Fünfcransschuß, nicht ge 
wählt werde, 4: eine Abrechnung des ' LebensmittelamtcS 
und o. vb Verluste zu erwarten seiest. Schöffe Friede! 
antwortet, daß er 'darüber <°in der nächsten Sitzung Aus 
kunft geben werde.- ■■ Der Volksküchenausschuß halte am 
Montag eine Sitzung ab, dort'werde über die Volksküche 
beschlossen werdcrt. Die Znwahl des Fachmannes sei doch 
zurückgezogen worden. G.-V. Müller (Dnat.). erklärt, 
daß die Zuwahl des Fachmannes Nicht zurückgezogen wurde, 
sie wurde nur vorläufig zurückgestellt, weil der Oekolroniic- 
rat Buhl nickt ängeUommett hatte. Die Vdlksküche schließe 
Mit einerMindettmnahme ab, eine rationelle Bewirtschaf 
tung scheine dort'nicht mehr möglich zu sein.- Zur Frage, 
vb der-Antrag auf-Hinzuziehung eines Fachmannes zurück- 
'gezogen wurde öder nicht) sprechen die G--V. Dr. 
Anders, Le'önhardt und Buth. Letzterer meint, 
man habe ja den Fächmann gar nicht niehp nötig: Ein 
käufe wären Uicht ZU mächen. — In nächster Sitzung soll 
über die Fragen Bericht gegeben werden. 
: . G.-V. Lüders (Dem.) bittet, den Friedcnauer 
Männer-Gesaugverein 1875, der die. Absicht habe, hier 
äüf öffentlichen Plätzen für einen Wohltätigen Zweck zu 
singeri, dabei zu unterstützen. - - . , - - ,. 
stefttf an die Quäker. , , r 
'/ G'.-V. Maulb'.este.r (Soz.) bittet, den Quäkern den 
Dank auszusprechen für'ihre Liebestätigkeit an den Fric- 
denauer Kindern. .Bürgermeister Walger kommt dieser 
Anregung nach und erklärt, daß man.mit großer Freude 
und Genugtuung und auch mit Dgrikgefühl der LrebeS- 
tätigkeit der Quäker gedenke und man es freudig begrüße, 
däß sie diese Tätigkeit auch im Winter fortsetzen wollen. 
Die Gemeindevertretung stimmt dieser DankesbezeuguUg zu. 
. G'^I^arrazin (Ehristl. Vp.) teilt yiit, daß bei 
der Prüfting der Wahlscheine ein solcher Schein, der von 
Friedenau ausgestellt war, für ungültig erklärt werde:« 
mußte, weil er «licht richtig ausgepellt tvar. Bürgermeister 
Walger bemerkt, er freue sich, daß nur ein einziger 
solcher Fehler vorgekommen sei. Auf die weitere Anfrage 
des Vorredners über die falschen Wahlzeiten auf den Aus 
weiskarten anUvörtct er, daß die abgeänderten Wahlzcitcn 
erst zu spät initgetcilt «vürden. Aber in särnttichen Zei 
tungen sei aus die Wahlzeiten aufmerksam gemacht ivordcu. 
Die Aenderung Per BezirkseinteUung «bürde haüptsächlich 
aus Mangel, aii aeeigitelcii Lokalen und aus Mängel 
au Personen . für das Wählgeschäft notwendig. 
G.-V. LeünHardt (Dem.) führt an, daß ein Dienst 
mädchen, das in der Wählerliste stand, aber noch nicht'20 
Jahre alt war, von einem Beisitzer in esnein Nebenraum 
'ausgefragt «vurde, wie sie gestinnüt habe. Das sei un 
zulässig. Wer in der Wählerliste stehe, sei auch wählbe- 
- rechtigt. G.-V. Müllör. (Dnäk.)'meint, daß Noch nicht 
. 20 Jahre, alte Persotten zurückgejvibscn werde«« könnten. 
Bürgermeister Wäl'ger'stelltPemgegenüber fest, daß das 
falsch sei. Wer iN der Wählerliste stehe, sei nach dem 
Gesetz wahlberechtigt. Einc.'Nachtzrüsüng durch den Wahl 
vorsteher sei unzulässig. 
G--D. Dr.. Hasse (Soz.).bittet, die Frage über die 
WarMwasserberertung im . Rathaus und . die dadurch be 
dingte Kohlenverschlvendung im Bauäusschuß nachzuprüfen. 
Bürger«ttetster Wälger «vird diese Frage dein Bau 
ausschuß überweise«. 1 
, Nach - Verlesung und Genehmigung der Niederschrift 
^ wird-die..öffentlich« Sitzung um «/jl2 Uhr geschlossen. Es 
. folgt eine geheime. Sitzung. 
In dein Äericht über die Auslührungen, des Hbrrn 
Dr. Anders zürn Bericht über beit Untersuchungsausschuß 
hat sich insofern ein Druckfehler eingeschlichen, als cs dort 
.nicht.politische, sondern „unpolitische" Macht heiße:« m!«ß, 
wie ja auch aus den« Sinn dieses Satzes klar hervorgeht. 
WWW M WM 
(Nachdr, un^rer öÄrlginÄärtÜel nur mit Quellenangabe gebattet.) 
B' ' o Dk«iStcht«Äartö»t. 'Geinäß 8'45 desPsteichsesNkom- 
> mensteuergesetzes vom. 20. März 1920 ist jeder Arbeit- 
geber verpflichtet, bet der Lohnzahlung 10 vom Hun 
dert des 1 Arbeitslohnes Hu Lasten des ArbxitnehinttF ejn- 
zubehalten und - für den .'.«inheMltenen Betriia^Gkecker- 
mctrkell ,(itt (W^ SMerkärtd des - «EhiehÄerh e-inzsu- 
JWeP MSMessE-W-vpr» 
ipMchtet-' fich .Ndn bm&MilitßeSö&e seihet Wohnortes 
eine Steüerkark ausstellen zu lassen und dkA Z 
karte dem Arbeitgeher bei jeder Lohnzahlung zmn Mßi 
kleben und Entwerten der Marken vorzulegen. Der 
beitgeber hastet dem Reiche für die Einbehaltung und 
Entwertung des Betrages von zehn vom Hundert VE 
Arbeitslohnes neben dein Arbeitnehmer als Geiamtichuld. 
ner. Die Ausfertigung der Steuerkarten erfolgt für die 
itt Berlin-Mciedenau wohnhaften Arbertnehnicr aus deren 
Anirag unentgeltlich von« 15. bis 30. Juni h. Js. ivochen-).- 
täglich in der Zeit von 8 Uhr vormittags bis 2 Uhr 
nacbmittags in Ziminer 11 im Erdgeschoß des Rathauses. /. 
Zur Beschleunigung der Abfertigung .wird empfohlen, 
dem die Karte auSstelleiwen BeawteN"Jnvalidenvcrsiche- . 
rungskarten oder ähnliche Papiere vorzulegen, die den 
Vor- und Zunamen, den Stand, den Geburtstag n««d 
Geburtsort des Antragstellers enthalten!' Bei Berheira- 
teten ist auch die 'Angabe des Namens der Ehegattin 
erforderlich. Die Ausstellung der Steuerkarten kann von 
der Gemeindebehörde auf Antrag a««ch Arbeitgebern, die 
mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigen, überlassen «ver- 
den. Die erforderlichen 5kar:en «verden auf Antrag ver 
abfolgt. Die Steuermarken werden zunächst nur bei den 
Postanstalten zrnn Verkauf gestellt. 
0 Die, Wäshlcn zur Stadtvc.-rsrdnktnv- lind Bezirks!» 
Versammlung arn So««ntag, dem 20. Juni finden von 
vvriniitags 6 Uhr bis abends 7 Uhr statt. Die Wahl-- 
zeit ist also gegenüber derjenigen bei der Reichstagswahl 
um eine Stunde verlängert ivorden. Für die Wahlen 
werden dieselben Auslveiskarten gelten, «vie sie zur Reichs- 
tagslvahl verwendet «vorden sind; auch «virb wieder in 
denselben Bezirken gewählt. 
0 Zur Branssichtigung brr Fcrienspiele ans den hie 
sigen Spielplätzen «verden noch einige Damen und .Herren 
gesucht. Geeignete Persönlichkeiten «verden gebeten, sich 
im Schulbüro tm Rathaus zu melden. 
0 Magermibch In den nächster« Tagen werden durch 
die hiesigen Brotkonnilissare Magermilchkarte«« veraus 
gabt. Jedes in der Zeit vorn 1. Juli 1912 bis 30. Juni 
1914 geborene Kind erhält eine.grüne «nit I Pczeichnete, 
jedes, vom 1. Juli 1910 bis 30. Juni 1912 geborene eine 
Tito mit II gekennzeichnete, jedes in der Zeit Vor«« 1. Juli 
1908 bi.S 30. Juni 1910 geborene eine rote «irrt III ge 
kennzeichnete Magerinilchkarte. Wann die Bekieferung der 
einzelnen Abschnitte beginnt, «vird noch, besonders be 
kannt gcgegebcn «verden. Die Inhaber der Magerrnilch- 
kartcn. haben die Karten spätestens bis zum .18. Juni 
einschließlich dein Milchhändler vorzulegen. Auf eine 
Magerinilchkarte soll, sotveit möglich, «vöchentlich je ein 
Liter Mager- oder Buttermilch oder, soivcit vorhandeu, 
Vollmilch bezirksweise abgegeben «verden. 
0 Eltertweirnt der 1. Gcmcindefchulc. Morgen, Diens 
tag ,deü 15. Juni 1020, abends 7Vs- Uhr pünktlich, int 
Zeichensaal der 1. Gemeinde-Schule, Eltcrnbeiratssitzung 
mit wichtiger Tagesordnung. Das Erscheinen , sämtlicher 
Elternbeiräte und des' gcsäintcn Lehrkörpers «vird er- 
»vartet. .- . - i 
0 Dar ElternLcirat der 3. Gemeindeschule hält eine 
Sitzung am Mittwoch, dem 16. d. Mts. ab. 
0 Chtf Erbschaft vor« rund L1V0Y M-. ist der Stadt 
Schoneberg zügesallen. In ihrem Testament hat die qm 
8. Juni 1919 verstorbene .Witive Frau Ernestine Krieg 
geb. Stephan, Martin-Luther-Straße 81, den 4. Teil 
ihres Nachlasses der Stadt Schöneberg vermacht mit der 
Auflage, das ererbte Vermögen nach Belieben für die 
Armen ZU verivenden. Der -Wert des Nachlass^ beträgt. 
44 694,78 M-, wovon die Stadt Vi mit 11^3,69 M-' 
erben würde. Testarnentsvöllstreckcr ist dcp Rechtsan 
walt Oettinger zu Berliil-Friedenau, Ziheinst'r. 6/7. Der 
S trat empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung die 
jiite der Erbschaft. 
obh SLadtvcrordrrrtcl als städtisch>e Angestellte!. Eine 
sehr aufschlußreiche Statistik hat der Schönebergcr Ma 
gistrat soeben der Stadtverordnetenversammlung auf ihren 
eigenen Wunsch übermittelt. Die Stadtverordneten hatten 
im Februar d. Js. den Magistrat ersucht- ihr eine Ar«f- 
stellung zur Verfügung zu stellen, woraus zu ersehen 
sei) welche Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung 
und tvelche Verivandte von diesen Mitgliedern bis zunr 
dritten -Grade gegen Entgelt für die Stadt beschäftigt 
sind. 'Der Magistrat teilt hierzu mit, daß die volle 
Durchführung dieses ErsucheitS nicht niöglich sei. Wenn 
er feststellen «vvlltc, «velchc Verwandte bis j.um dritten 
Grade von Stadtverordneten in der ftädtiscycn Verival- 
tung -beschäftigt sind, müßte jeder Beamte und Ange 
stellte und jede Lehrkraft gefragt «vcrd.cn, ob sie in der 
Stadtvcrorditelenversammlung nicht nur Kinder, Enkel 
oder Urenkel, sondern auch Geschivister, Nichten, Neffen, 
Onkel oder Tanten haben. Zn diesen Mitteslungen seien 
«vedev Beamte ttnb Angestellte, noch Lehrer dem. Ma 
gistrat gegenüber verpflichtet. Dieser hat sich daher darauf, 
beschränkt, -lediglich eine Liste derjenigen Mitglieder der 
Stadtverordnetenversamrnlung zu überreichen, die in 
städtischen Diensten stehen. Aus dieser Liste ergibt sich, 
daß von den 66 Schönebergcr Stadtverordneten -nicht 
«veniger als 24, also über ein Drittel, städtische Beamte, 
Angestellte oder Lehrer sind. Und zwar ist bemerkens- 
«vert, daß den verhältnismäßig größten Anteil hieran 
die Fraktion der Unabhängigen hat; von ihren 7 Mit 
gliedern sind nicht weniger als 5 städtische Bedienstete: 
die -städtischen Hilfsarbeiter Drews, Hoffinann, Martens, 
Ssymanski und Wilberg. Und von diesen 5 ist nur einer, 
- det Hilfsarbeiter Wilberg, schon vor der Revolution (seit 
dem 1. Oktober 1918) städtischer Angestellter gewesen; 
'alle anderen silid am 10. März 1919 städtische Ange 
stellte geworden: Die Schlußfölgeriuigen hieraus zit ziehen, 
ist nicht schivcr. Von den 17 Mitgliedern der sozial- 
r. 4 t ritt trt» IlS it f \ ,'4 f 11« 4i«4 tu 11 O 
der Revolution in städtische Dienste übernommen «vor-en. 
Bei den übrigen Stadtverordneten, die städtische Beamte 
und Angestellte siild, handelt es sich «kni langjährige 
Beaylke und Lehrer, die üls Kenner der' Vekwültung 
und Schule wohl ein Anrecht' darauf haben, kn der 
S)adtvertretung zu sitzen., Vort. der Demokratischen Frak 
tion ist .der Architekt Pröfessot Lassen seit dem- Februar 
b. Js. Dezernent beim Magistrat.' Auf jeden Fall ist 
aber' em' derartig hoher Anteil städtischer Angestellter 
in der Stadtverordnetenvcrsämmlung ein, höchst uner-* 
wünschter -Ziistand ü«id' mit, dem Gedanken, der Selbst 
verwaltung durch Ehrenbcäinte und -er Köntrdllr durch 
mr. ci... Pring-n. 
ne -große 
..Am B-i-Ä «
        
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