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Periodical volume Nr. 21, 25.01.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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11. 
Nr. 21 
Berlin-Friedenau, Sonntag, den 28. Fannar 1820 
Sahrg. 27 
Friedenau nach Wilmersdorf. 
Mit Friedenau wird Ball gespielt; einmal nirft man 
es nach rechts, ein andermal nach links. Nachdem kürz 
lich der Unterausschuß für Grog-Berlin beschlossen hatte, 
den Anschlug Friedenaus an Schöneberg zu empfehlen, 
hat gestern der 17. Ausschuß der Landesvcrsammlung den 
Beschluß gefaßt, 
Friedenau an Wilmersdorf anzuschließen, 
weil nach der Volksabstimmung in Friedenau sich 
die Mehrheit dafür entschieden hat und weil Wilmersdorf 
die Möglichkeit hat, die in Friedenau noch fehlenden 
Spiclplatzanlagen zu scl>affen. Im Allgemeinen 
hatte der Ausschuß der Erweiterung der Bezirke von 18 
auf 20 zugestimmt. Im einzelnen wurden folgende Be 
zirke für die »vestlichen Gemeinden beschlossen: Lankwitz 
wird mit Tempelhof zusammengeschlossen, Grunewald und 
Schmargendorf wird ebenso wie Friedenau mit Wilmers 
dorf vereinigt, Zehlendorf und Nikolassee bilden mit Wann 
see einen eigenen Bezirk und Steglitz wird mit Lichter 
felde, Dahlem und Sübende, so wie es gestern die Steg 
litzer Gemeindevertretung beschlossen hat, zu einem Be 
zirk vereinigt. — Wie wir zuverlässig hären, soll doch 
noch die Möglichkeit bestehen, Friedenau als selb 
ständigen Bezirk zu erhalten, wenn von hier 
aus die nötigen Anstrengungen gemacht werden und in 
dieser Beziehung nichts unversucht bleibt, um das Ziel 
zu erreichen. Vielleicht empfiehlt es sich, nochmals eine 
große öffentliche Volksversammlung einzuberufen, wenn 
eine abermalige Volksabstimmung nicht möglich sein sollte. 
Denn wenn die Möglichkeit vorhanden ist, als selbstän 
diger Bezirk bestehen zu können, so wird die überwiegende 
Mehrheit unserer Einwohner unbedingt für die Erhaltung 
der Selbständigkeit Friedenaus sein. Aus reinen Zweck 
mäßigkeitsgründen ist es ja auch klar, daß eine eigene 
Verwaltung mehr Vorteile uns bietet, als die Verwal 
tung durch eine fremde Gemeinde, gleichgültig, welche es ist. 
Sitzung der Gemeindevertretung 
Vom Donnerstag, den 22. Januar 1920. 
(Die Ueberweisung der Neuregelung der Gehälter für 
die Oberlehrerinnen an den B.-A.-Ausschuß ist mit 24 
Stimmen beschlossen worden, nicht, wie gestern irrtümlich 
berichtet wurde, mit einer Minderheit von Stimmen. Die 
Bestimmung des § 7 der Geschäftsordnung kam erst beim 
Antrag der Rechten beir. die Lebensmittelversorgung zur 
Anwendung.) 
Neukanalisation einzelner Straßenteile. 
G.-V. Baumgarth (Chr. Vp.) wünscht, in der 
Goßlerstraße die Röhren stärker angelegt werden, um Ueber- 
schwemmungen, die dort nach jedein starken Regen statt 
finden, zu verhüten. Bürgermeister Walger bemerkt, 
daß schon vor Monaten beschl-'" ' wurde, ein sachverstän 
diges Gutachten über unsere ^ mgsaulage einzu 
holen. Der Sachverständige sei v.. cki nicht dazu ge 
kommen. Die Ueberschwemmungen i.. cer Goßlerstraße 
liegen wohl wer"' — au den Ausmaßen der dortigen Rohr 
leitungen als öuaci ;i den nicht ausreichenden Röhren 
am Friedrich-Wilhelm-Platz. Das müsse eben nachgeprüft 
werden. Ter Vorlage selbst wird zugestimmt. 
Ehrenfriehof. 
Bürgermeister W a l g e r weift auf den Antrag des 
Garten, und Friedhofsausschusses hin, den wir schon ver 
öffentlicht haben und der die Ausführung des Schneidereit- 
scheu Entwurfs empfiehlt. Ter Spruch des Preisgerichts 
war ein endgültiger uns so mußte auch ein Einspruch 
gegen die Entscheioung zurückgewiesen werden. Von Ange 
hörigen seien Bedenken gegen die Ausführung vorgetragen 
worden; man glaubte, daß durch die Anlegung der Hecke 
ein Teil der Gräber beschnitten würde. Bei der heute vor 
genommenen Besichtigung habe sich gezeigt, daß diese Be- 
denken unberechtigt sind. Auch gegen die niedrigen Gräber 
habe man Bedenken, obwohl in Gütergotz nur solche nie 
drigen Grabhügel angelegt sind. Heute handle es sich nur 
darum, grundsätzlich sich für die Ausführung des ersten 
Entwurfes zu entscheiden. Mit dem Künstler müsse daun 
noch verhandelt werden wegen einiger Abänderungen. Be 
sonders das Denkmal bedarf noch einer künstlerischen Ver 
schönerung. — G.-V. Thomsberger (Dem.) hält in 
.dieser Angelegenheit die ethische Seite für die wichtigere. 
Es soll diese Anlage ein Bauwerk für die Zukunft »ein und 
sie soll auch bereits den Wünschen der gegenwärtig Lebenden 
Rechnung tragen. Das ließe sich vielleicht machen. Er 
beantragt dann zu beschließen, daß der Friedhossausschuß 
sich mit den Anverwandten der auf dem Ehrensriedhof Be 
statteten ins Benehmen setzt, um in einer Aussprache mit 
ihnen eine Klärung herbeizuführen. Sein zweiter Antrag 
wünscht, die Beschlußfassung über die Ausgestaltung _ des 
Friedhofes einem besonderen Ausschüsse zu über 
tragen, dem auch je zwei Anverwandte und Angehörige 
der Gestorbenen angehören sollen. Bürgermeister W a l g e r 
steht grundsätzlich auf dem Standpunkt, daß die Beschlüsse 
diejenigen zu fassen haben, die durch das Vertrauen der 
Bürgerschaft hierfür gewählt worden sind. Aber es könne 
in diesem Falle mal eine Ausnahme gemacht werden und 
so sei er für di« im ersten Antrage gewünschte Besprechung 
des Zriedhofsausschusses mit den Angehörigen. Kr sei 
aber gegen den besonoeren Ausschuß des zweiten Antrages. 
Der Friedhofsausfchuß kenne die Sache und sei die gegebene 
Stelle, in ihm seien auch Bürgerdeputierte vertreten. — 
G.-V. Tr. Anders (Dnat.) ist gegen die Heranziehung 
der Angehörigen für die Entscheidung. Es würde sich doch 
nicht erreichen lassen, alle unter einen 'einheitlichen künst 
lerischen Gesichtspunkt zu vereinen. Für die Aussprache 
mit den Angehörigen sei er dagegen auch. Er könne sich 
auch nicht für den Entwurf entscheiden, der hier zur Aus 
führung^ kommen soll; er habe viele Bedenken, ob dieser 
Entwurf das, was er im Bilde verspricht, auch in Wirk 
lichkeit halte. — G.-V. Kamrowski (Soz.) meint, daß 
man für den zur Ausführung vorgeschlagenen ersten Ent 
wurf wenig Stimmung gemacht habe, sich vielmehr für 
den zweiten Entwurf sehr stark ins Zeug gelegt hätte, 
namentlich in Zuschriften im „Friedenauer Lokal-Anzeiger". 
Wenn inan berücksichtigt, daß Künstler von Ruf, wie 
Brodersen, sich für diesen ersten Entwurf entschieden haben, 
so könne man nicht verstehen, wie man sür den zweiten 6ii(t- 
wurf Stimmung machen könne, der alles andere sei, nur 
nicht das, waS man sich von ihm verspreche; dieser zeuge 
von wenig künstlerischem Empfinden (Bürgermeister Wal 
ger: Das ist Geschmackssache). Mit der Anhörung der 
Beteiligten werde man tauni eine Klärung herbeiführen. 
Die Beibehaltung der Hügel würde gllem anderen, nur 
nicht dem Künstlerischen Rechnung tragen. Tie dort Be 
statteten haben alle sür den gleichen Zweck und unter den 
gleichen Verhältnissen den Tod gefunden. So müsse allen das 
gleiche Denkmal gesetzt werden. Wenn die Hügel bleiben, 
würde einer den Hügel schön schmücken, der andere ihn weni 
ger pflegen. (G.-V. Dr. Schultz (Dnat.): Sehr richtig.) Damit 
würde dem Friedhof das Mal der Verschiedenartigkeit aufge 
drückt. Er und seine Fraktion seien für den 1. Entwurf, 
der allen Ansprüchen und den Zwecken entspreche, denen 
er dienen sollte. Die Zuschriften seien Stimmungsmache, 
die vom subjektiven und nicht vom objektiven Gesichts 
punkte ausgehen. Er bitte, grundsätzlich der Ausführung 
des Entwurfes 1 zuzustimmen. — Baurat Altinan n 
(D. Vp.) bemerkt, die Frage gewinne eine Entwicklung, 
die der Sache unzuträglich und gefährlich sei. Man komme 
zu keiner Lösung, wenn man den Weg des Herrn Thoms 
berger gehe. Das Preisgericht aus Künstlern habe ein 
stimmig diesem Entwurf den ersten Preis zuerkannt und 
sei zu dem Entschluß gekommen, daß dieser Entwurf 
in erster Linie ausgeführt werde. Durch eine Stimmungs- 
maci-e in Zeitungs-Zuschriften haben Interessengruppen 
den Eindruck hervorgerufen, als wenn die Angehörigen 
gegenteiliger Ansicht wären. Diese Ansicht ist aber nur 
die beteiligter Leute. Auch einige Unzufriedene finden 
sich dazu, denen die Feder kitzelt, wenn etwas gegen ihre 
Ansicht geschieht. Einen großen Teil der Zuschriften habe 
er nicht gelesen, weil nicht positiver Stoff darin steht 
(Zuruf bei den Demokr.: Wenn Sie sie nicht gelesen haben, 
können Sie auch nicht darüber reden.) Ich habe aber 
gehört, was drin steht. (Zurufe: Aha!) Wenn man die 
Angehörigen von 52 Bestatteten hören wolle, könne nie 
ein' künstlerisckier Entwurf und auch nichts Praktisches 
herauskommen. Den Künstlern des Preisgerichts müsse 
man Vertrauen schenken. Er könne sich dem Vorschlage 
des Herrn Thomsberger nicht anschließen, weil er fürchte, 
daß der Plan dadurch vollständig verwässert werde. — 
G.-V. Paul Richter (Unabh.) ist für die Ausführung 
des 1. Entwurfes. Die Besichtigung habe aber gezeigt, 
daß noch manches geändert werden müsse. Wenn man 
Herrn Thomsberger folgen wollte, würde nichts besonderes 
herauskommen. Die Stimme, die aus persönlichen Grün- 
den nicht mit dem Entwurf einverstanden sei, müsse 
schweigen gegenüber der Entscheidung der hervorragenden 
Gelehrten, die den Entwurf mit dem 1 Preis gekrönt 
haben und auf einer höheren Warte stehen. Er ist dafür, 
grundsäplich dem 1. Entwürfe zuzustimmen. — G.-V. 
Thomsberger (Dem.) zieht seinen 2. Antrag beir. 
Sonderausschuß zurück, hält aber den l. Antrag, eine Be 
sprechung mit den Angehörigen stattfinden zu lassen, auf 
recht. Er glaube nicht, das; eine Differenzierung der 
Hügel nach der einen oder der anderen Seite einträte, 
weit doch wohl die Gemeinde die einheitliche Ausschmückung 
übernehmen werde. Er möchte das Urteil des Preisgerichts 
durchaus nicht beanstanden, sich aber auch nicht den 1. 
Preis zu eigen machen. Es sei aber doch häufig so, daß 
der 1. Preis nicht zur Ausführung komme. (Baurat Alt 
mann: Das sind Ausnahmen) Ausnahmen beweisen die 
Regel. Er bedauere es, daß ein gewisser Unfrieden in 
dieser Friedhosssache eingekehrt sei und Herr Baurat Alt 
mann in einer wenig entsprechenden Form aus die Zu 
schriften Bezug genommen habe. Die Angehörigen wer 
den doch auch nichts Unkünstlerisches für den Platz haben 
wollen, wo ihr Liebstes ruht. — G.-B. Maulbecker 
(b. k. Fr.) ist der Ansicht, daß wenn die Mehrheit der 
Hinterbliebenen den Hügel wünsche, man ihn erhalten solle. 
Vielleicht kommen spätere Geschlechter dann dazu, den 
Platz in der Weise auszugestalten, wie ihn der Künstler 
haben möchte. Er weist auf die Gräber her Gefallenen 
von 1870 im Elsaß hin, die auch mit der Zeit eingeebnet 
wurden und wo nur noch die Denkmäler stehen blieben, 
die rachgierige Feinde jetzt zerstört haben. — Es liegen 
nun die Anträge vor, 1. Der Antrag des Gemeindevor 
standes, sich mit der Ausführung des 1. Entwurfes grund 
sätzlich einverstanden zu erklären; 2. Antrag Thomsberger: 
Der Friedhofsausschuß hält eine gemeinsame Besprechung 
mit den Angehörigen ab. Der Antrag Thomsberger wird 
angenommen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten 
und Unabhängigen und einiger Stimmen der Rechten. 
Der Zuschlag zu den Arbeiten für das 8. Holz» ! 
au» wird dem Maurermeister Waczek erteilt. Die I 
osten in Höhe von 10 000 M. werden bewilligt. Vürger» 1 
meister Walger bemerkt hierbei, daß das eine Holzhaus 
nicht als Wohnhaus, sondern als Schuppen zur Lagerung 
von Lebensmitteln benutzt werden soll. 
OmnachHchteri 
(Nachdr. unsrer o-Äriginalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
v Frauenschule der Königin-Luise-Schule. Die Wahl 
der beiden Gewerbelehreriunen für die Frauenschule, die 
Ostern eröffnet wird, ist erfolgt. Als Gewerbelehrerin sür 
Kochen und Hauswirtschaft ist Fräulein Griebel ge- 
; wählt worden, die seit drei Jahren an der deutschen 
Frauenschule in Ihringshausen bei Kassel tätig ist, als 
Gewerbelehrerin für Schneidern und Putz Fräulein Hül 
sen, die in beiden Fächern die Meisterprüfung be- 
standen hat. 
o Die Auszahlung der Militär-Pensionen, -Renten 
und Hinterblicdenenüezüge sür den Monat Februar erfolgt 
vom 29. Januar bis 4. Februar in den Rentenstelle des 
Postamts (Eingang 5, 1 Treppe, Zimmer 14—15).- Eben 
daselbst werden vom 2.—4. Februar die Invaliden- und 
Unfallrenten gezahlt: Pünktliche Abhebung der Gebühr- 
nisse ist dringend erwünscht. Vom 5. Februar ab findet 
die Rentenzahlung wieder am Schalter 11 statt. An Sonn- 
und Feiertagen siird die Kassen für den Rentenzahlverkehr 
geschlossen. 
o Drr Haus» und Grundbesitzer-Verein hielt seine 
Hauptversammlung gestern Abend im „Hohcnzollern" ab, 
die der Vorsitzende, Herr Dr eg er, gegen V*9 Uhr er 
öffnete. Er begrüßte die Erschienenen mit besten Wünscheit 
ß'ir das neue Jahr, wies auf die weiter schwere Zeit und 
die neue Höchstmietcverorduung hin, durch die dem Haus 
wirt neue Daumenschrauben angelegt werden. Tie Ver- 
handluugsschrißt der vorigen Versammlung wurde ohne 
Einspruch genehmigt. Der Vorsitzende, gab dann ein 
Schreiben des Zentralverbandes der Grundbesitzer-Vereine 
bekannt. Als neue Mitglieder wurden die Herren Hoff 
man», Freier, Bölke, Toblow, v. Bardy, Welke, G. 
Pählchen, Schilling und Birth begrüßt. Zu Ehren des 
verstorbenen Mitgliedes Architekt Biermann, Niedstr. 27, 
erhoben sich die Anwesenden von den Plätzen. Der Schrift 
führer, Herr Engelhardt, erstattete darauf den Jahres 
bericht, der eingehend über die Vcreinsvorgänge im ver 
flossenen Jahre berichtet, über Wahlen zur Gemeindever 
tretung, Wohnungsamt, Steuersragen usw. Es fanden 8 
Vorstandssitzuugen und 7 Versammlungen statt. Ueber die 
Kassenverhältnisse berichtete der Schatzmeister, Herr 
Matthies. Die Gesaniteinnahmen betragen 6018,62 
Mark, die Ausgaben 4546,41 M., sodaß ein Bestand von 
1478,26 M. verbleibt. Das Vermögen oes Vereins stellt 
sich auf 9007,22., darunter 5000 M. Reichsanleihe. Dem 
Kässensührer wurde nach Bekanntgabe des Berichtes der 
Kassenprüfer Entlastung erteilt. In den Vorstand tonrden 
die Herren Brücker und Flauger wiedergewählt, neuge 
wählt wurden die Herren Neuster, Pelkmann und Schulze. 
Ausgeschieden sind die Herren Matthies und Thurmann, 
die eine Wiederwahl ablehnten und Niemann, der verzogen 
ist. Zu Kassenprüfern wurden die Herren Schönknccht 
und Loos wiedergewählt: Zu Vertretern des Vereins 
im „Bunde der Haus- und Grundbesitzer-Vereine" wur« 
den die Herren Dreger, Engelhardt, Konieczka und 
Schramm, im ,<Vercin der Vororte Berlins" die Herren 
Dressel, Flauger, Ruhemann und Beymel wiedergewählt. 
Herr Matthies sprach seinen Dank aus sür das Ver 
trauen, das ihm alle die Jahre bewiesen lvurde. Wegen 
seines Alters könne er ein Amt aber nicht mehr über 
nehmen. Der Vorsitzende dankte namens des Vereins 
Herrn Matthies für die dem Verein und Vorstand ge 
leistete wertvolle Arbeit. Im Februar würde Herr 
Matthies 25 Jahre dem Vorstande angehören. Durch 
Erheben von den Plätzen gab die Versammlung dem Dank 
des Vorsitzenden an Herrn Matthies sichtbaren Ausdruck. 
Auch den anderen ausscheidenden Vorstandsmitgliedern 
dankte der Vorsitzende für ihre langjährige Tätigkeit im 
Vorstände. Zum Punkt 7, lag ein Schreiben der Wirt 
schaftsgenossenschaft westlicher Gemeinden vor, mit welcheiü 
der Antrag auf Anschluß des Vereins an die Wirtschafts 
genossenschaft zurückgezogen wird. Ueber den Antrag 
des Bundes der Berliner Grundbesitzervereine auf Zu 
sammenschluß sämtlicher Groß-Bcrliner Vereine 
und Hausbesitzer in einen Bund berichtet Herr 
Schramm. Es werde freigestellt, entweder Vollmitglied 
zu werden mit Anrecht an die Vorteile der wirtschaftlichen 
Einrichtungen des Bundes Groß-Berlin, .für einen Beitrag 
von 9 M., oder aber nur Mitglied des Bundes ohne An 
recht auf die wirtschaftlichen Einrichtungen für einen Bei- 
trag von 6 M. Er empfiehlt den Beitritt des Vereins 
in den Bund Groß-Berlin. Einzelne Vorortvereine hätten 
noch Zurückhaltung geübt, Wilmersdorf dagegen sei sofort 
beigetreten. Diesem Beispiel möge der Friedenauer Verein 
folgen. Für den Anschluß sprachen ferner die Herren 
Beuster, v. Wrochem, Schmidt, Schultz und Westphalen. 
Der Anschluß wurde einstimmig beschlossen. Darnach 
stimmte die überwiegende Mehrheit für einen Beitrag 
von 9 M. je Mitglied, sodaß sich künftig der Vereins- 
beitrag jährlich auf 16 M. je Mitglied stellt. Unter 
Jnteressenfragen erwähnte Herr Bölk einen Fall, in 
welchem es nicht möglich tvar, einen Hauswart, trotzdem 
ihm Diebstahl nachgewiesen ist, aus der Wohnung zu be 
kommen, nur weil er Kriegskeilnehmer ist. Herr Beuster 
riet wieder, mit ausreichenden Unterlägest zum Miets- 
> i-'igungsamt zu kommen. Die Frage Mietseinigungsamt 
ui o Kostenberechnung des Koksverbrauchs gab weiter An- 
Iah zu längest Erörterungen. Herr Schmidt empfahl 
einen Antrag, in welchem die Wiedereinführung der Som- 
merszeit gefordert wird. Wäre sie in^ diesem Jahre vor-
        
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