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Periodical volume Nr. 131, 14.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

(Friedenauer 
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Nr. 131 
Berliu-Friedeum. Montag, den 11. Juni 1920 
Sabre. 27 
neueste Hach richten 
Dr. Heinze gibt den Auftrag zur Kabinetts 
bildung zurück. 
Berlin. Der Vorsitzende der Deutschen Volks 
partei, Abg. Dr. Heinze, der vom Reichspräsideten 
Eb ert mit der Kabinettsbildung betraut war, verhandelte 
gestern mit den sozialdemokratischen Vertretern, Reichs 
kanzler Müller und dem Fraktionsvorsitzenden Lüde 
in Gegenwart des Abg. v. Kardorff. Abg. Löbe legte 
folgenden gemeinsamen Beschluß der soz. Reichstags 
fraktion und des Parteiausschusses vor: 1. Jede Beteiligung 
an einer nach rechts erweiterten Koalition ist abzulehnen. 
2. Tie Bildung eines Kabinetts nur aus den Parteien der 
Linken ist wegen der ablehnenden Haltung der Unab 
hängigen unmöglich, .st. Die Fortsetzung der bisher be 
triebenen Koalitionspolitik mit Zentrum und Demokraten 
wird als unmöglich ebenfalls abgelehnt. Nachdem Abg. 
Löbe noch hinzugefügt hatte, daß es seiner Partei aus 
außer- und innerpolitischen Gründen nicht möglich sei, an 
ein gedeihliches Zusammenarbeiten mit der Deutschen 
Volkspartci zu glauben, wobei Verstimmungen aus dem 
Wahlkampfe nickt mitsprächen und auch nicht mitsprechen 
dürsten, legte Abg. Dr. Heinze den Auftrag zur Kabinetts 
bildung in die Hände des Reichspräsidenten zurück. 
Berlin. Wie in politischen Kreisen verlautet, trägt 
sich Reichspräsident Ebert mit Rücktrittsgedanken. 
Es wird aber von allen Seiten, auch von der Rechten, 
auf ihn eingewirkt, jede persönliche Erwägung im Hin 
blick auf die Größe seiner gegenwärtigen Aufgabe beiseite 
zu lassen. 
Paris. Ein 25 jähriger Albaner Avenr Russan hat 
gestern mittag kurz nach 1 Uhr den ehemaligen 'Gou 
verneur von Albanien, jetzigen Vorsitzenden der albani 
schen Delegation in Paris, Essad Pascha, durch 2 Re 
volverschüsse getötet. Der Mörder erklärte, er wollte seine 
Landsleute rächen für die Leiden, die sie durch Essad 
Pascha erdulden mußten. 
Warschau. Nach dem polnischen 'Heeresbericht vom 
13. Juni haben die Polen die Ukraine im Zusammen 
hang mit dem befohlenen Rückzug ihper Truppen 
auf eine neue VerteidigungSliUie nach vorheriger Vernich 
tung der Brücken über den Dnjepr geräumt. Der Feind 
griff die polnischen Nachhuten an, wurde jedoch abgewiesen. 
Rom. Nach der Epoca hat sich die italienische Be 
satzung von Tepeleni in Anbetracht der Verpflegungs 
schwierigkeiten den Aufständischen ergeben müssen. Der 
Garnison von Dasciali steht das gleiche Schicksal bevor. 
Tokio In Wladiwostok wurde ein Moskauer Funk- 
spruch aufgefangen, wonach in Rußland die Gegen 
revolution ausgebrochen sei. Trotzki sei ermor 
det worden, Lenin befinde sich auf der Flucht. Eine 
neue Regierung soll sich unter Brussilow gebildet haben. 
Sitzung der Gemeindevertretung 
vom Donnerstag, den 10. Juni 1920. 
Bürgermeister Walger eröffnet die Sitzung 7,15 Uhr, 
er entschuldigt den fehlenden G-V. Dr. Lohmann, der 
aber später nock erscheint, und macht folgende 
Mitteilungen: 
Der Jugendbund der 3. Gemeindeschule veranstaltet 
am Sonntag, den 13. Juni einen Unterhaltungsabend, 
wozu die Mitglieder der Gemeindevertretung eingeladen 
sind. 
In letzter Sitzung ist darüber geklagt worden, daß 
hin und wieder Briefe unfrankiert an die Mitglieder der 
Gemeindevertretung und an das Publikum abgesandt wor 
den sind, sodaß Nachporto gezahlt werden mußte. Es 
ist da vielleicht mal ein Irrtum passiert. Er möchte aber 
bei dieser Gelegenheit bekannt geben, daß die Gemeinde 
im letzten Jahre 27 000 M- für Porto ausgegeben hat, 
das werde sich durch die Portoerhöhung auf 80 000 M. 
erhöhen. Dadurch werde die Gemeinde gezwungen, zu 
sparen. Die Sitzungseinladungen und wichtige Mittei 
lungen an die Gemeindeverordneten tverden grundsätzlich 
durch Boten ausgetragen. Die amtlichen Zusendungen an 
das Publikum erfolgen in der Regel portofrei; nur bei 
solchen Sachen, die gewöhnlich portopflichtig sind, könne 
man auch hier grundsätzlich nicht davon abweichen, daß 
der Empfänger das.Porto trage. Es müssen Sachen, die 
sonst durch Boten zugestellt werden, manchesmal auch 
der Post übergeben tverden, wenn die Boten überlastet 
sind, etwa durch Austragen von Steuerzetteln usw. Bei 
Milchanträgen werde die Zusendung nicht freigemacht, wenn 
der.Antrag erfüllt ist, ist der Bescheid ein ablehnender, 
so ist die Gemeinde so höflich und frankiert die Sen- 
düng. Unregelmäßigkeiten aber haben sich nicht eingestellt. 
In der letzten Sitzung wurde von Herrn Dr. Hasse 
vorgetragen, daß sich der Jugendpfleper Herr Kühn 
nicht so benommen hätte, wie man es von ihm erwartet 
hätte. Schöffe v. W r o ch e m gibt hierzu bekannt, daß 
diese Angelegenheit den Jugendpflegeausschuß beschäftigt 
habe, der. darüber ein Protokoll aufgenommen habe. In 
diesem Protokoll heißt es: In der letzten Gemeindever- 
tretersitzung ist dem Jugendpfleger Herrn Kühn der Vor 
wurf der Unduldsamkeit gegen die sozialdemokratische Ju- 
gcndvereinigung zum Vorwurf gemacht worden. Dieser 
Vorwurf ist geeignet, das Ansehen des Jugendpflegers 
zu schädigen. Der Jugendpflegeausschuß erklärt die Be 
schuldigungen für grundlos und bedauert, daß Herr Dr. 
Hasse, ohne vorheriges Befragen des Beschuldigten^der- 
artigc Vorwürfe öffentlich erhoben hat. — G.-V. Buth 
(Soz.) meldet sich zum Wort, darauf wird beschlossen, 
diese Angelegenheit zur Besprechung auf die Tagesordnung 
zu setzen. 
Bürgermeister Walger beantragt, 22000 M. für 
ausgeführte gärtnerische Anlagen am Südwestkorso, am 
Rathaus, Wilmersdorfer Platz usw. zu bewilligen. G.-V. 
L ü d e ck e (Dem.) beantragt Besprechung dieses Antrages. 
Er wird auf die TagcSordnutrg der nächsten Sitzung 
gesetzt. 
Zugestimmt wird bet schon in der vorigen Sitzung 
ausgesprochenen Bedingung,^ daß von den den Privat 
lyzeen gewährten Teuerungszulagen 80 Prozent des Un 
terschiedes zwischen der früheren und der neuen Zulage 
zur Aufbesserung der Lehrkräfte verwendet werden müssen. 
Man hatte hier Bezug auf Berlin genommen gehabt, 
dort sei die Sache aber anders geregelt, indem Berlin 
die Besoldungen zahlt und die Einnahmen verrechnet. 
Auf die Tagesordnung gesetzt werden als tveitere 
Punkte: Erhöhung der Entwässerungsgebühr 
von 2 v. H. auf 6,75 v. H., Erhöhung der Hunde 
steuer auf 100 M. für den ersten und Steigerung um 
je 5V M. für jeden weiteren Hund, Erhöhung der F r i e d- 
hossgebühren, sowie Bewilligung von Reisekosten für 
die Tagung der Vereinigung der Einigungsämter in 
Stuttgart. 
Zu Unterzeichnern der Niederschrift werden die G.-D. 
Frl. Thomas und ThomSberger bestellt. 
Ueber den nun folgenden Bericht des Untersuchungs 
ausschusses und die Aussprache darüber haben wir schon 
berichtet. 
Für die Anlegung eines Stacheldrahtzaunes 
auf dem Spielplatz an der Schwalbacher Straße 
werden 1100 M., für die Beschaffung eines Weinkühl 
schranks und eines Rotweinschranks für den 
Ratskeller 2525 M., für die Vergrößerung der Bücherei- 
gestelle des Gymnasiums 1200 M., für die Her- 
stellung einer Blitzschutzanlage kür das Wirtschasts- 
gebärde in Gütergotz 1500 M. und zur die Beschaffung 
von Turngeräten in der 3. GemeindHchule 1672 M. 
bewilligt. i 
Dem Ausschank alkoholfreier Getränke auf dem Spiel» 
platz an der Offenbacher Straße und den hierfür vom 
Jugendpflegeausschuß aufgestellten Richtlinien (siehe Vor 
lage in Nr. 126 unseres Blattes) wird zugestimmt. 
Auch mit den Vorschlägen für die Organisation der 
Jugendpflege nach dem im Jugendpflegeausschuß be 
schlossenen Plan ist die Vertretung einverstanden. 
Die Ferienspiel« und Feriemvainderungen sollen wie 
im vorigen Jahre nach den Vorschlägen des Jugendpflege 
ausschusses durchgeführt werden (vergl. Vorlage in Nr. 126 
dieses Blattes). Der hierfür vorgesehene Bettag wird 
von 6000 M. auf 14000 M. erhöht. 
Erwettertnzg des Jugendheims 
durch Einrichtung eines Jugendpflegeraumes tm Gym 
nasium. G.-V. Buth (Soz.) bringt zum Ausdruck, daß 
es zunächst den Anschein hatte, als sollte hier für das 
Gymnasium etwas Besonderes geschaffen werden. Das 
sei jedoch nicht der Fall. Der Raum soll auch anderen 
Vereinigungen zur Verfügung stehen und die Erweiterung 
war notwendig. Schöffe v. Wrochem erklärt gleichfalls, 
daß nichts Besonderes geschaffen werden soll und G.-V. 
Thomsberger (Dem.) betont die Notwendigkeit, daran 
zu gehen, eine Zentrale zur Vereinigung aller Jugend 
pflege zu«errichten. (Zuruf: Volkshaus.) Der Erweiterung 
wird zukststimmt und für die Einrichtung werden 15000 
Mark bewilligt. 
uwemduM an den Glockenfonds. 
,-V. D e t t m e r (Unabh.) erklärt, daß seine Fraktion 
nicht zustimmen werde. Die Kirche solle die Kosten selbst 
aufbringen. Es gäbe in der Gemeinde viele Steuerzahler, 
die nicht der Kirche angehören. G.-B. Dr. Hasse (Soz.) 
protestiert gleichfqlls gegen diese Zuwendung an die Kirche; 
man habe keine Veranlassung, die Kirchensteuer niedrig zu 
halten. G.-V. Manlbecker (Soz.) spricht auch gegen 
die Bewilligung -und 'führt hierzu Verse aus Goethes 
„Faust" an. G.-D. A l t m a n n (D. Vp.) beantragt, den 
Bettag auf 10000 M. zu erhöhen und erinnert daran, daß 
die Kirchengemeinde s. Zt. zur Orgel des Resormrealaym- 
nasiums 50 v. H. der Kosten beigetragen hat. G.-B. 
Frau Laskus (D. Vp.) unterstützt diesen Antrag, um 
das schöne Glockengeläut wieder zu erhalten. G.-D. 
Göhring (Unabh.) führt eine Aeußerung des Herrn 
Pfarres Foertsch in einer Elternversammlung an, in der' 
dieser von dem Frühling 1918 und dem Frühling 1920 
sprach, was eine Verherrlichung des Krieges bedeutete. 
Einer Kirche, wo solche Diener sind, dürfe man nichts 
geben. G.-V. Thomsberger (Dem.) stellt sich auf den 
Boden der Vorlage. Mit Rücksicht auf die. finanzielle 
Lage der Gemeinde könne eine höhere Summe nicht be 
willigt werden. — Der Antrag oes G.-B. Altmairn, 
10000 M. zu bewilligen, wird gegen einige Stimmen der 
Rechten abgelehnt. Der Antrag des Vorstandes auf 
Bewilligung von 3000 M. wird gegen die Stimmen der 
Sozialdemokraten und Unabhängigen angenommen. 
Der Betrieb des Kindergartens 
wird bis nachmittags 6 Uhr verlängert. Die Kosten für 
die Einstellung einer Hilfskraft und Ausstattung des 
Nie Briefe der Priitzmin. 
Bon E. Ph. Oppenheim. 
77 (Nachdruck verboten.) 
Natürlich machte ihm die kleineChoristin die,Freude, und 
ebenso natürlich mußte er den gleichen Preis dafür zahlen, 
den die ominösen Händler verlangt hätten — das Dreifache 
ihres Wertes nämlich. Aber er beschloß in der Sülle 
seines Herzens, noch ein Uebttges zu tun und Fräulein 
Mieze aus Erkenntlichkeit für den unschätzbaren Dienst, 
den sie ihm erwiesen hatte, am Abend ihrer ersten wirk» 
lichen Rolle auf der Bühne einen Blumenstrauß überreichen 
zu lassen. 
38. Kapitel. 
Dis zum späten Nachmittag mußte Heinz auf Herbert 
warten Dann endlich kam er, müde und abgespannt. 
„Ich bin den ganzen Tag herumgelaufen," sagte er, 
sich Heinz gegenüber auf einen Stuhl fallen lastend. „Na- 
türlich lauter vergebliche Wege. Aber in unserer Lase 
wagt man ja auch das Aussichtsloseste nicht unversucht 
8U Ia „Um so mehr ist mir zugefallen, ohne daß ich mich 
hätte darum bemühen müssen," erwiderte Heinz. „Ich 
habe das, was wir und andere so lange vergeblich gesucht 
haben — die Briefe der Prinzessin!" 
In größter Ueberraschung fuhr Herbert auf. 
„Wie ist das möglich?" fragte er erregt. „Sind Sie 
Ihrer Sache ganz sicher?" , 
„Ganz sicher! Ich habe mir natürlich nicht erlauben 
dürfen, die Bttefe zu lesen, sie befinden sich in versiegele 
t«m Umschlag. Aber wenn Sie alles erfahren habe», 
warben auch Me nicht mehr zweifeln." , 
' ; Lad er «zählte chm, was Ihm die Meine Choristin ich 
" ‘ Ui hatte. Herbert ging dabei vor ihm im Zimmer auj 
t während 
Zeit, sich zu fasten. Als der Schriftsteller schwieg, sagte er 
ruhig: 
„Wenn Sie mir das Paket einhändigen wollen, ich 
glaube doch, daß ich befugt bin, es zu öffnen." 
Er löste die Siegel, aber Heinz gewahrte doch, daß 
die Hände des Freundes zitterten, als er dem Umschlag 
mehrere eng beschriebene Dogen entnahm. Er prüfte sie 
sorgfältig, und dann sagte er mit einem ttefen Aufatmen: 
„Ja, es sind Mattas Briefe. Und wir müssen die 
Pttnzessin sofort telegraphisch von ihrer Wiedererlangung 
benachttchttgen. Aber wir dürfen uns doch nicht verhehlen, 
daß wir nur um einen sehr kleinen Schritt weiter ge» 
kommen sind. Es ist ja sehr schön, daß uns diese Papiere 
keinen Schaden mehr tun können; aber die Gefahr, in der 
Margot schwebt, wird dadurch nicht aus der.,Welt gebracht." 
„Natürlich nicht. Aber das Bewußtsein, daß diese 
Briefe nicht eines schönen Tages bei einem Dritten auf» 
tauchen können, ist doch immerhin eine Beruhigung. Haben 
Sie die Absicht, sie zu vernichten?" 
Herbert lächelte. 
„Ich werde zu verhindern wissen, daß sie nicht noch 
einmal in die Hände eines Unbefugten fallen, verlassen Sie 
sich darauf! Lun aber mästen wir vor allem daran 
denken, die Aufllärungsarbeiten an der Mordfache fortzu 
setzen. Es ist doch vermutlich in der Zwischenzeit nichts 
Neues darüber zu Ihrer Kenntnis gelangt?" 
„Darüber — nein," erwiderte Heinz zögernd und in 
leichter Verlegenheit. „Aber ich empfing heute vormittag 
allerdings noch einen anderen Besuch. Ihr Stiefvater, der 
Herr Oberstleutnant Arnstorf, sah uns gestern abend in 
das Eldorado-Theater gehen, und er machte mir daraufhin 
heute das Vergnügen seines Besuches." 
Herbert ttchtete sich höher auf, und sein energisch ge 
schnittenes Gesicht nahm einen abweisenden Ausdruck an. 
„Ich habe »es doch weht nickt f» zu »erstehen, daß 
ich dem Herrn Obrrstte«ki«nt Ursache gegeben habe, Me 
aufzusuchen?" fragte er kalt. > 
‘t^ gs roat vielleicht puch wegen niemes Zusammenseins 
mit Ihnen, daß der Hett Oberstleutnant zu mir kam," 
entgegnete Heinz ausweichend. „Bor allem aber schien 
ihn doch etwas anderes herzuführen. Und dieses andere 
hat mich einigermaßen beunruhigt." 
Wehttngen machte eine Bewegung leichter Ungeduld. 
„Ist es notwendig, daß Sie mir " begann er. 
Hollfelden unterbrach ihn rasch: 
„Gestatten Sie mir. Ihnen davon zu sprechen. Denn' 
ich muß Sie um Ihren Rat bitten, wie ich mich zu ver-, 
halten habe. Ihr Süefoater stellte mir allerlei Fragen, 
deren Zusammenhang mir nicht recht verständlich war 
und die ich zu meinem großen Bedauern nicht ganz osten 
beantworten konnte. Bor allem erkundigte er sich, ob ich' 
irgend etwas über Doktor Dombrowski wüßte, das seine 
Satisfaktionsfähigkeit in Frage stellte." ; 
Herbert blieb vor ihm stehen und fragte erstaunt: 
„Wie kam er dazu? Handelte er da im Auftrag 
eines Dtttten?" 
„Den Eindruck empfing ich nicht. Es muß sich bei ihm 
selbst ein Verdacht gegen Dombrowski gebildet haben, über« 
den übrigens im Klub von jeher allerlei geredet wurde. 
Ich erklärte ihm, daß ich mich für meine Person nicht mit 
Dombrowski schlagen würde» aber er gab sich nicht damit 
zustieden, sondern verlangte von mir zu wissen, ob ich 
posittoe Angaben machMp könnte, die Doinbrowskis Ehren 
haftigkeit verneinten. Das aber konnte ich nicht." 
„Natürlich nicht! Sie hätten ihm ja sagen müssen, daß 
der angebliche Pttvataelehrte in Wahrheit ein russischer 
Spitzel ist, und er wäre dann in seiner Eigenschaft als 
Klubpräsident gezwungen gewesen, von Ihrer Mitteilung 
gegen den Polen Gebrauch zu machen. An Ihnen oder 
vielmehr an Margot aber Hütte Dombrowski sich sicherlich 
dafür gerächt." 
„So dachte auch ich. und ich schmieg deshalb dem 
Herrn Oberstleutnant gegenüber. Aber die Situation ist mir 
recht unangenehm."^. 
(Fortsetzung folgt.)
        
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