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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Besoldung für die städtischen Lehrpersonen. 12. DeSgl. 
betr. Neuregelung der Besoldung für die nichtständigen An 
gestellten cinschl. der Hilfslehrkräfte usw. 13.—l 8. DeSgl. 
betr. versch. Nachbewilligungcn. 19. Desgl. betr. Aende 
rung der Ortsstatüten betr. die Pflichlfortbildurkgsschule 
für Jünglinge und für Mädchen. 20. Desgl. betr. Er 
höhung der Pflegegcldsähe für die vom Jugendamt untcr- 
vebrachten Kostjrflegckinder. 21. Desgl. betr, Erhöhung der 
Versicherungsbeiträge der Befchädigungsversicherung des 
gesamten städtischen Krastwagenfuhrparks. 22. Desgl. betr. 
Abänderung der Gebührenordnung für die Erhebung von 
Standgelh'auf den Wochenmärkten. 23. Desgl. betr. Be 
willigung^ einer Entschädigung im Gesamtbeträge von 
2 400 Mi an 8 Gärtner der Parkvcrwaltung. 24. Desgl. 
betr. Bewilligung von 260 000 M. zwecks Gewährung 
einer Teuerungszulage an die Asphalt-Firmen. 25. Desgl. 
betr. Bewilligung von 1'500 000 M. zur Beschaffung von 
'Baustoffen und für Maßnahmen'zur Bekämpfung der Woh- 
truNgsnot. . 26. Desgl. betr. Bewilligung von Betriebs 
mitteln für die Deputation zur Beschaffung von Hebens 
mitteln im Betrage von 7 000 000 M. usw.' 27. Dcögli 
betr. Bewilligung von insgesamt 1344 000 M. an das 
Kriegssürsörgeamt zur Ausübung der sozialen Fürsorge 
für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. 28. Desgl. 
betr. Erhebung der Gemeindegrundsteuern und Gemeinde- 
gewerbesteuern für das Rechnungsjahr 1920. 29. Kenntnis 
nahme von der Vorlage des Magistrats betr. die Wahl 
eines stellvertretenden Vorsitzenden für das.Versicherungs- 
amt. 30. Wahlen. 
o Zrtr glattcU und raschiän Erledigung an dein Post- 
schaltern kann das Publikum int eigenen Interesse viel 
beitragen, wenn es die nachstehenden Regeln beachtet: 
1. Wähle für deine Postgeschäfte möglichst nicht die Haupt- 
vcrkehrSstu'nden. 2. Klebe auf alle freizumachenden Sen 
dungen die Marken vor'der Einlieferung' auf, wozu du 
bei Briefsendungen und Postanweisungen nach der Post 
ordnung verpflichtet bist. 3. Schreibe zu Wert- und Ein 
schreibsendungen einen Einlieferungsschein — mit Tinte — 
vorher ans. 4. Halte das Geld abgezählt bereit. Uebergib 
größere Mengen Papiergeld stets geordnet. Lege bei gleich 
zeitiger Ein- oder Auszahlung von 3 und mehr Postan- 
weisungs- und Zahlkartenbeträgen sowie beim Einkauf 
von 3 oder mehr verschiedenen Sorten von Wertzeichen 
im Betrage von mehr als 5 M. eine aufgerechnete Zu 
sammenstellung der zu zahlenden Beträge vor. 5. Benutze 
bei eigenem stärkerem Verkehr die besonderen Einrichtungen 
(Posteinlieferungsbücher und -Verzeichnisse, Selbstvorberei 
tung von Püketen und Einschreibbriefen). 
o Der Verein Deutsche Kinderheime (S: B. vorm. 
Tagesheime für Soldatenkinder, Bcrlin-Schöneberg, ver 
sendet seinen Bericht über das Geschäftsjahr 1919, dem 
wir folgendes entnehmen: Zwecks Ueberleitung der Ver 
einstätigkeit in den Frieden beschloß die Hauptversamm 
lung vom 25. Februar .1919 einstimmig die Aenderung 
des Namens des Vereins in: ,.Deutsche Kinderheime 
E. V." Im Berichtsjahre wirkten, wie überall, so auch 
hier die Rückkehr der Väter, die grundlegende Veränderung 
der Erwerbs-, Einkommens- und Ernährungsverhältnisse, 
das Anwachsen der Geburten, die Inangriffnahme'mancher 
Gemcindeeinrichtungen umgestaltend auf die Jugendfür 
sorge. Das feit Anfang des Krieges in Steglitz unter 
haltene Tagesheim wurde deshalb Ende August 1919 ge 
schlossen. Im übrigen war der Verein'durch Schaffung 
der Säuglings- und Kleinkinderstation sowie des Nacht- 
heims für erkrankte Mütter auf die .erwähnte Entwicke 
lung gut vorbereitet. Jedoch wurden diese im Kriege ge 
schaffenen Einrichtungen uliter Leitung des Vorstandsmit 
gliedes, Baurats Gilowy vom staatl. Hochbauamt Pots 
dam durch das Vereinsmitglied Georg Gröning in Schöne 
berg, den für den Friedenszustand geltenden gesnndheits- 
polizcilichen Bestimmungen entsprechend umgebaut und 
ausgestattet. Sie wurden deshalb von Mitte September 
1919 bis 2. Januar 1920 geschlossen. Trotz dieser er 
zwungenen Betriebspause von 3>/s Monaten wurde in 
den Einrichtungen im Berichtsjahre 1919 — 337 Kinder 
unter Aufsicht geprüfter und erfahrener Pflegerinnen be- 
treut und ,gepflegt, davon -125 im Nachtheim. In einer 
Anzahl von Fällen besonderer Bedürftigkeit wurden 
Wiederum Freistellen bewilligt, darunter auch zivei für 
jeweils mehrere Monate an Kinder vertriebener Kolonial- 
deutscher. De« Segen des ihren Heranwachsenden Töch 
tern von 12—14 Jahren in unserem Nachtheim erteilten 
auch, daß sie ohne das nicht reden würde. Und er entschloß 
sich deshalb rasch. , . 
„Ich verspreche es Ihnen," sagte er ruhig. „Und Sie 
dürfen mir unbedingt vertrauen, Fräulein Hofmeister.' Ich 
werde gewiß nur zu'Ihrem Besten Händeln." 
Sie belohnte ckhn mit einem danibaren Blick. Und 
dann sagte sie mit eineni kleinen, erleichternden Seufzer: 
„Ich will Ihnen nur gestehen, daß ich eigenklich ge 
kommen bin, Sie um Ihren Rat zu bitten. Ich weiß 
nämlich nicht/'wie ich mich in- einer gewissen Sache ver 
halten soll,'.'Ein paar Wochen vor seinem Tode, an das 
genaue Datum erinnere ich mich nicht mehr, besuchte mich 
Martens. .Er-roar i sehr unruhig damals, und er kam 
schließlich mit: einer Bitte heraus, dix mir sehr seltsam 
vorkam."«: ! ■:«•• ' • - v ■ 
„Und —? Um was bat er Sie?" 
n „Ich sollte einige wichtige Papiere in Aufbewahrung 
nehmen, die bei ihm angeblich nicht sicher wären. "Ich 
dachte/cs müsse sich mindestens um unendlich kostbare 
Wertpapiere handeln, aber was schließlich herauskam, war 
direkt alvern. .Die Papiere bestanden nämlich nur aus 
zwei Briefen." 
,- 1 „Aus -^ aus «zwei-Briefen?" So gut sich Hollfelden 
in der Gewalt hatte, in diesem Augenblick versagte seine 
Selbstbeherrschung. Er atmete uiigestüm, und unwillkürlich 
hatte er sich, gegen die Choristin «vorgeneigt. „Haben Sie 
diese Briefs-gesehen. --; -- r 
„Gewiß habe ich sie gesehen. Er tut sie ja in meiner 
Gegen wart'iiw »inen Umschlag/' den ev fünfmal versiegelte. 
Ich, habe ihn-nie so feierlich gesehen wie damals, hundert 
mal bcschwap- er, mich, die Briefe wie meinen Augapfel zu 
hüten. Ich dachte, es müsse Irgendeine alte Liebesgeschichte 
von ihm.dahinterstecken,-iutd ich bin denn «auch darauf 
esygegangeD^r /"-v-4 r.-.-vAi ,'p • «• 
-I „Und warum haben Sie bei Ihrer Vernehmung nichts 
von diesen'Bkiefen gesagt???. N • - 
»Weil ich nicht mehr daran dachte. Ich hatte sie weg 
geschlossen,famd'ich habe es später rein vergessen. Erst vor 
ein paar Tagen fielen sie mir wieder in die Hände." 
„Und,haben Sie. damit yömacht ?" fragte Heinz 
atemlos. Aber ,ein Gefühl unendlicher Erleichterung be» 
msichtigte sich feiuerj als dasi«Mädchen erwiderte: ""v- ' -4J 
«Richtenich habe sie rühiä behalten. - Denn ich hätte 
Hauswirt,'chaftlichrn UnlerrichtS empfanden die heimge- 
kchrtcu, der Hausfrau entbehrenden Väter besonders wohl- 
tuend. Insgesamt find seit Gründung (4. 8. 14) in den 
Deutschen Kinderheimen (vorm. Tagesheime für. Soldaten 
kinder) ge- und verpflegt worden: August 1914 bis Ende 
1917 (3 Jahre 5 Monate) 1500 Kinder, im Jahre 1918 
556 Kinder, und vom 1. Januar bis Mitte September 
1919 (8Vs Monat) 337 Kinder, zusammen 2393 Kinder. 
Davon seit -Einrichtung des Nachtheims (1. 2. 17) in 
diesem, also für Tag und Nacht: vom 1. Februar bis Ende 
,1917 (11 Monate) 130 Kinder, tm Jahre 1918 187 
Kinder, und vom 1. Januar bis Mitte September 1919 
(8>/s-Monat) 120 Kinder, zusammen 437 Kinder. Die 
Heime wurden im August 1919 von dem stellvertretenden 
Polizei-Präsidenten von Bcrlin-Schöneberg und dem stell 
vertretenden Kreisarzt unvermutet besichtigt. ‘ Nach dem 
Ergebnis der Prüfung erfüllen sie ihren Zweck und ver 
dienen jede behördliche Forderung. Besonders wurde das 
frische, fröhliche und ungezwungene Wesen' der Zöglinge 
anerkennend hervorgehoben. Der Oberpräsident der Pro 
vinz Brandenburg bewilligte darauf dem Verein eine be 
antragte Wertlotterie. Die ärztliche Fürsorge lag auch 
im Vercinsjahr in den Händep des seit 5 Jahren ehren- 
äintlich 'für die lHeitn'e tätigen Dr. Krüger, der ebenso 
wie 'die Frau Oberhofmc'isterin a. D. Luise Gräfin von 
Schliessen, in Potsdam wegen hervorragender Verdienste 
zum Ehrepmitgliede auf Lebenszeit ernannt wurde. Der 
Gesundheitszustand der Kinder war durchaus befriedigend. 
Epidemische Krankheiten konnten ferngehalten werben. Vom 
1. Januar 1920 ist neben SanitätSrat Dr. Krüger ein 
erfahrener Spezialkinderarzt, Dr. Thielen, als Anstalts 
arzt tätig. Da mit . Ende 1919 die Krjegsqrbcit des 
Vereins abschließt, gibt der Verein eine Zusantmenstellung 
der Einnahmen und Ausgaben seit Gründung. Im .Jahre 
1917 wurden aus den Vorjahren 1914—1916 vorge 
tragen 4809,19 M. Die Kassenabschlüsse waren dann; 
am 31. Dezember 1917 69 006,01 M , am 31. Dezember 
1918 99 383,53 M, am 31. Dezember 1919 84 350,61 
Mark. Die schwere wirtschaftliche Not und die allgemeine 
Finanzläge des Reichs, des' Staats und der Gemeinden 
rufen alle,' aber auch alle Kreise unseres Volkes zur 
Mitarbeit an der bis auf weiteres ganz unentbehrlichen 
privaten Fürsorge für die heranwachsende Jugend, die 
Zukunft unseres Volkes, auf., ' 
o Auslandsporto. Bei den Postanstalten werden täg 
lich sehr viele Brsefsendüngen nach dem Auslande eirtgo- 
liesert, die unzureichend.freigeniacht sind.'T)ies läLt darauf 
schließen, daß die Versender mit den hierfür geltendeü 
neuen Gebührensätzen wenig vertraut sind. Es wird daher 
darauf aufmerksam gemacht, daß für Briefe nach dem Frei 
staat Danzig, Luxemburg/ dem Memelgebiet, Oesterreich, 
Ungarn, Westpolen (den an Polen abgetretenen deutschen 
Gebieten) und nach der erstell Zone des Abstimmungs 
gebietes Schleswig die neuen Gebührensätze des inneren 
deutschen Verkehrs geltem Nach dem übrigen Ausland 
sind die Gebühren für Briefe bis 20 Gr. auf 80 Pfg., 
und für jede wetteren '20 Gr. auf 60 Pfg. und die Gebühr 
für Postkarten auf 40 Pfg.-festgesetzt worden. Drucksachen, 
Warenproben und Geschäftspaptere nach andern als den 
vorgenannten Ländern unterliegen einer Gebühr von 20 
Pfennig für je 60 Gr., die Mindestgebühr beträgt füt 
Warenproben 40 Pfg. und für Geschäftspaptere 80. Pfg. 
Die Einschreibgebühr beträgt bei Briefsendungen nach den 
int vorstehenden bezeichneten Ländern 50 Pfg., nach dem 
übrigen Ausland 80 Pfg. Eine Uebersicht der neuen Ge 
bühren kann durch die Postanstalten zum Preise von 10 
Pfennig bezogön werden. V 
o Polnische Millionen. Dem polnischen Abstimmungs» 
kommis,ar Korfanty stehen täglich 24 Millionen Mark zur 
Verfügung, die säintiich ans freiwilligen Zeichnungen auf- 
gebracht werden, und zwar teils aus Kongreßpolen und 
«teils aus Kreisen der französischen Industrie stammen. 
Aus Gründen der Zweckdienlichkeit legen die Polen keinen 
so überragenden Wert darauf, die außerhalb Oberschle- 
sicns wohnenden Oberschlesier, die ja doch'nur eine geringe 
Minderheit darstellen, an die Wahlurne zu bringen, son 
dern die IVs Millionen oberfchlesischen Arbeiter in groß- 
polnischem Sinne zu orientieren. 
o Friedenaucr Erfinder. (Patentschau, zusammenge 
stellt vom'Patentbüro Johannes Koch, Berlin NO. 18, 
Gr. Frankfurter Straße 59). Bertalans Duschnitz. Büsing- 
straße 13. Katalytische Zündvorrichtung für Gaskocher. 
tmmtmsmsamaamrsBBmmaaamtmmamBBmmanmMmiamamBBmmmmmmammmmBmmm 
: rr—rr . - L m r—rr ■ ■ "-i: m.- 11 —* 
sie ja doch nur der Polizei geben können, und ich mag 
nichts mit der Polizei zu schaffen haben. Ich hatte zuerst 
ogar die Absicht, sie einfach zu vernichten; aber ich wußte 
loch nicht recht, ob ich das tun dürfte.:'Die Briefe können 
a doch große Bedeutung haben, Martens machte die Sache 
so surchtbar wichtig, Isnd weil mich der unerwünschte 
Besitz beunruhigte, beschloß ich schließlich, Sie um Rai zu 
fragen, was ich damit ansangen, soll." 
„Sie müssen niir die Briefe aushändigen!" fqgte Heinz 
rasch und bestimmt. „Sie könnten sonst ernste Ungelegen 
heiten babon haben. Von mir aber wird kein Mensch er-' 
Fräulein 
),Häbeich- es'Ihnen nicht' bereits versprochen ? Sie 
dürfen ganz unbesorgt fein. Und Sie können nichts Besseres 
tun, äks sie mir zu geben." ' 
leinet Gefahr aüssetzen. Und ich weiß nicht, ob i'ch be 
rechtigt bin, 'sie Ihllen -2- —* ' • 
J Sie vätstütnrnte. Hollfeldens Gedanken arbeiteten fieher- 
Firtff efrip'n fflriirtV/incffnStn-on L hür's,*' 
. . NheN'Beziehungen zü Mar^ens'Ä- 
standen bat, ich bin gut, sehr gut mit ihr befreundet. Diese 
Dtnnb befindet sich in großer Unruhe, weil einige Briese 
> allzu deutlichen Inhalts, die' sie an Martens geschrieben 
und die sich sicherlich noch in seinem Besitz befinden tnüßtLn) 
nach ^seinem Tode nicht aufgefunden wurden/ Die Dame 
^ ist nämlich jetzt — verheiratet."' Cr atmete schwer. „Um 
dtesi' Bridfck'händeli^ies'stchi hker ohne Frage.Siechaben 
mit dem Mord gar nicht? .zu schaffen, übet L» chükoi 
Angem, Pak. — Albert Rehwald, Stierstr. A3 uich-DWi- 
Petrikat, Charlottenburg, Osuabrückerstr. 31. Sparose» 
oder Sparherd für Verbrennung fester Brennstoffe auf 
engem Raum. Angeni. Patent. — Alexander Krzeszcwski, 
Hähnelstr. 2, VcrbindungSmittcl für beliebig gegenein- 
ander geneigte Holzbalken, -stiele und -streben und ähn- 
Uche nagelbare Bauteile ans einem teilweise cingcfchnitte- 
ncn und winklig gebogene» Blechstreifcn. Angem. Patent. 
— Wilhelm Schlosser, Knausstr. 10. Verfahren -zur Ge- 
winnung von Zellstoff aus Holz und ähnlichen zellstoff- 
haltigen Rohstoffen. Angem. .Patent. — Max Scheut, 
Büsingstr. 22. Injektionsspritze mit auswechselbarer Nadel. 
Gebrauchs,nuster.' — M'üx Renner, Taunusstr. 31. Vor- 
richtung zur Sicherung ach Türen gegen Einbruch- Ge 
brauchsmuster. 
(Für dieß Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Fxom Wivch (Cäcilie Cohn). 
Wer ist die Mgste Frau im Ort 
und meistert das gefchrieb'ne Wort? 
Wer kennt die hohe Politik 
und fürchtet ' keinerlei Kritik? 
Wer denkt nur logisch und sozial 
und jammert ob des Hauses Oual? 
Wer sorgt für Ordnung und für Ruh' 
und. .fetzt am .Haitse dauernd zu? 
Wer for^jt hier für die Mieterschaft, 
verspritzt den meisten Tintenfaft? 
Wer's täglich lieft —, der weiß es schon: 
Es ist Frau Wirth! Cäcilie Cohn!!! 
Carl Beer. 
Mieter und Vermieter. 
Es war nicht meine Absicht, beide - Parteien anfein- 
anderzühetzen und es ist deck fast unlogische und leider 
gehässige Ton. der in manchen Zuschriften zu dieser An 
gelegenheit lag, völlig unnötig. Je vornehmer das gegen 
seitige Aussprcchen, je würdiger die Sache. Mir kam es 
vor allem in meiner Zuschrift darauf an, nicht den seine 
Pflicht erfüllenden Hausfvirt zu treffen, sondern diejenigen, 
welche absolut nichts mächen lassen und alles dem Mieter 
überlassen, um recht viel aus dem angelegten Kapital her 
auszuholen, trotzdem sie Ueberschüsse haben. Hier haben 
bis Mieterräte mit dieser Art Hauswirten ein deutlich Wort 
zu reden und zwar gründlich und durch die gegebenen In 
stanzen/ Je mehr in einer-Wohnuug' zerfällt, je mehr muß 
dann ein zuziehender Mieter machen lassen. Tue jeder seine 
Pflicht von beiden Parten und das Mictscinigimgsamt 
wird weniger zu tun haben. Johannes Ltihers. 
VermM)tes 
* Seltsame Schlasmützen. Teutsche Damen reisen vielfach 
nach Holland, üm dort älleihänd einzukaufen, was gut und nützlich 
ist. Der Einkauf macht keine Schwierigkeiten, aber der Zoll 
wächter! Das ist ein ganz verflixter Kerl! Also muß man ihn 
übers Ohr hauen! Mit der Miene vollkommenster Unschuld kam 
nun neulich «ine Dame von der Reise nach Holland'znrück, Ratür» 
sich hatte sie zwei Koffer bet sich. Inhalt: Gebrauchte Leibwäsche. 
Welcher Mann würde sich wohl erlauben, die^Leibwäsche eiucr 
Dame unausdenkbar! „Aber, gnädige Frau, die Leibwäsche 
ist'ja so surchtbar schwer . . . Wir wogen doch lieber mal unter 
suchen! . : Was hälfs. „Ist das auch Leibwäsche?" frug als- 
bald dcS Gesetzes Hüter und hielt drei gefüllte Cognalflaschen in 
der Hand. „Gewiß das sind Schlasmützen für mich." D>ic Dante 
ließ sich eben nicht verblüffen. „Und diese Buchse'Kctkao üüd bilser 
Schinken und . . .!! Jetzt siel die Dame in Ohmnächt. 
*-Ein ehrlicher Manu. Als Friedrich der Große.'einmal tu 
der Gegend von Dresden die Schauzwcrke bcficktigte, traf er mit 
einem Bauer zusammen, der sich ebenfalls die Strbcitcn ansah. 
Der König sing ein Gespräch mit ihm an: „Habt Ihr Einquartierung 
gehabt?" „Ja, erst waren die Oestcrrcicher da, und jetzt sind Pie 
Preußen da." „So, weiches sind denn die bessicn?" „Ach, cS sind 
halt alles Soldaten, Majestät!" „Welche wünscht Ihr euch denn 
lieber?" „lltun, wenn wir schon was wünschen sollten, dann wünsch 
ten wir^ daß die Oesterreicher alle in der Elbe liegen, und' die 
Preußen ständen am Ufer und lachten sich tot. Da wären wir alle 
beide los." „Ihr seid ein ehrlicher Mann," meinte der König, und 
ging nachdenklich weiter. 
ruhlgung scm, sie ziiruckzueihgltcit. Sie sehen oho, daß 
Sie ein gutes Werk tu!:, iresiii Sie sie mir a-.i-bändiien " 
- ,/Ja, wenn - cs so Ist " meinfc 'Fräulein Mieze 
erleichtert. „Dann taun ich sie.Iln-.ei, ir.-ilicb neben. Und 
schon genug schlaflose Rächte geloslet hat.' Ich' habe das 
Kuvert mit den Briefen mitgebracht. Und Sie müssen mir 
water bestätigen, falls ich etwa doch noch Unannehmlich 
keiten davon haben sollte, daß die Siegel unberührt ge 
wesen sind." >« 
. „Sie werden keine Unannehmlichkeiten davon haben " 
versicherte ihr Heinz hastig. ' 
v 2wee als er dann das Paket aus ihren Händen nahm' 
zitterten .selne Finger, und in seinen -Schläfen hämmerte 
das Blut. Er mußte sich harten Zwang antun, sie seine 
EnegUsig nicht allzu deutlich merken zu lassen. Sie aber 
ryar 'offenbar froh, daß sich die Sache so glatt für sie' er- 
lßdigt hatte." ; «: - 
„S.ch" ineinte sie ziemlich sorglos, indem, sie sich erhob. 
. „Das wäre, ich nun glücklich los. Was ich noch sagen 
. wollte —" sie trat vor einen Spiegel und rückte ihren 
z Hut zurecht — „übermorgen wird im „Eldo" das neue 
Stück zuin ersten Rücke aufgeführt. .Ich -habe auch eine 
muß" 0(11,11 ~ etne,: wo. mau wirtlich etwas sprechen 
Sie beobachtete.int Spiegel sein Gesicht, und er be- 
, ei te sich,^ ihr artig zu versichern, daß er keinesfalls vee- 
-.fehlen wurde, sie . in dieser neuen Rolle zu sehen. Sie 
(streifte langsam dte Handschuhe über. . > . 
„Ja; aber Sie' werden' kesne Billetts mehr bekommen," 
r sffffte sie. „Sie wissen ja, wie die Premieren im „Eldo" 
( immer.besucht fflnd - da kaufen, die Händler vorher die 
Karten auf ,Uyd aeben. .sie für die -hoppelten und dreifachen 
Preise wieder ab. Aber wenn Ihnen sehr viel daran liegt — 
« ich habe mix bM-für. .teures Mlh zwei Karten, gekänft. 
die allerdings.elgchitllch furkmen anpercn bestimmt waren ^r«' 
..Wenn IM Sis riirf-il rtni-iihoiii' huMiih. .
        
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