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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Beilage z« Nr. 13« des „Miedettmrer Lokal-Auzeiger 
E»nntoß den 13. Juni l*20 
U 
Aus der Geschichte SchSnebergs. 
Rückblicke von E, Fl au g er. 
(Fortsetzung.) 
IV. 
So war also seit 1506 an Stelle des adeligen Ge 
schlechts derer von Redern der Landesherr selbst wieder 
der Grund- und Gutsherr von Schöneberg geworden.- 
Für das Dorf war dies ein Ereignis von weitgehendster 
Tragweite. ES kam hierdurch in eine unmittelbare Ver 
bindung mit deftr Hohenzollernhause, die sich oft als 
segensreich erweisen sollte. 
a n den unter adeliger Herrschaft stehenden Dörfern 
!ark wird unter Joachims I. Regierung das Ringen 
des Adels mit-dem Bauernstände um den Besitz des Lau- 
des zu einem heftigen Kampfe, der, da der Landesherr 
auf Seiten des Adels steht, oft mit dem Legen der Bauern 
güter, d. h- ihrer Verschmelzung mit dem herrschaftlichen 
Güte ein Ende findet? In Schöneberg liegt es dagegen 
im wohlverstandenen eigenen Interesse des Kurfürsten, die 
Zahl der Bauern, und Kossätenstellen unverändert zu er 
halten: der Besitz ist in manchen Familien, deren Na- 
men uns im 16. ebenso wie im 19. Jahrhundert begeg- 
nen, tatsächlich ein erblicher gewesen. 
Schöneberg wurde, seitdem es kurfürstliches Privat- 
eigentum geworden war, dem Wirtschaftshofe des Schlosses 
zu Cöln, dem sogenannten Mühlenhofe, unterstellt. Wir 
finden seitdem ein kurfürstliches Vorwerk und eine 
Schäferei in Schöneberg. Das „Amt" Mühlenhof, auf 
dem Mühlendamm zwischen Berlin und Cöln gelegen, 
hatte die Kosten des Hofhalts, wie der Staatsverwal 
tung überhaupt, durch Lieferung von Rohprodukten und 
Fabrikaten zu bestreiten. Auf den 4 Mühlen des Mühlen 
dammes mußten die Schöneberger ebenso wie die Städte 
Berlin und Cöln a. Spree und viele Dörfer des Teltow 
und Barnim ihr Korn mahlen lassen. Die Umgehung 
dieses Mahlzwanges wurde mit Konfiskation von Korn, 
Pferd und Wagen geahndet. Die Schöneberger hatten 
J ährlich zu Reparaturzwecken „zwo Fuhder Spielholz zu 
fhurfürstl. Gnaden Mühlen zu führen". 
Die 1537 erlassene Hofordnung Joachims II.» der 
seinem Vater 1535 in der Regierung gefolgt war, be 
fiehlt: Der Verweser des Amtes Mühlenhof sollte auf 
die zweckmäßige Bewirtschaftung der beiden kurfürstlichen 
Vorwerke und Schäferei Schöneberg und Wilmersdorf 
sein Augenmerk richten. Die Bezeichnung „Amt" deckte 
sich damals mit dem Begriff „landesherrliche Domäne". 
!Am 1. November 1539 führte der Kurfürst die Re- 
formatton in der Mark ein. Im August 1541 begann die 
Kirchenvisitation und in einem Protokoll derselben, wel 
ches noch erhalten ist, steht von der Hand des Kanzlers. 
Weinlöben geschrieben: „Schonebergk ist der churf. Pa 
tron Besitzer (der Pfarre) Paul Schaum; die Ausstattung 
der Kirche ist nicht gerade glänzend, sie besteht in 1 Kelch, 
1 Paten, 1 kupferne Monstrang. Die Gemeinde zählt 
ohngefährlich bei 30 Kommunikanten, gesellet (steuert bei) 
ungefehrlich bei 10 Groschen alle Quartal zum Opfer. 
Die beiden Pfarrhufen werden vermiedet geben 16 Scheffel 
rocken und 16 Schefiel Hadern. Der Kosten (Küster> 
hat alle Quartal 10 Schefiel rocken zu lohn und 3 haus 
backen Brott (ehrlich von einen jeden Wirt, item von 
ItaM &uf«B L eher jerlich". An Fettrüde scheint er nicht 
gestorben zu sein. 
Zu Joachims II. Zeit kaufte der Hofschneider Bartel 
Schleger von dem vorigen Krugwirt Thomas Schrodten 
den Krug und Freihof (später Hirsch- und Schloßbrauerei- 
grundstück). Der Kurfürst gestattete diesen Kauf mit dein 
urkundlich erhaltenen Hinweis auf die 30-jährigen Dienste, 
die ihm der Hofschneider mit untertänigst fleißigen Eifer 
geleistet. 1571 bestätigt Johann Georg nach dem Tode 
Joachims II. diese Gunst und erließ dem Krugwirt alle 
Abgaben, wie es sein Vorgänger in der Regierung getan. 
Im Jahre 1574 erließ der Kurfürst zu Cöllen an 
der Spree Sonntages nach Jubilate an seine würdigen 
und hochgelehrten Räte und lieben Getreuen folgende 
Ordre: 
, ? „ES berichtet uns der Powell Lübich, Pfarrer zu 
Schönenberg«, daß daS Filial Lankwitz, so itzo zu Mar 
gendorff (Mariendorf) gelegen, zu der schönenbergischen 
Pfarre gehören solle. . . Weil uns dann unser Haupt- 
mann ufm Müllenhof itzo auch dergleichen bericht gethan. 
Sie Briefe der Prinzessin. 
Bon E. PH. Dppenhaim. 
76 
(Nachdruck verboten.) 
„Ick soll Ihnen bloß sagen, das Fräulein vom 
„Dohrato-Theater" wäre da." Und wieder voll tiefen Miß. 
ttauens: „Der Herr würde dann schon Bescheid wissen." 
Die kleine Choristin also! Heinz fühlte sich tief end 
tauscht. Für einen Augenblick hatte er dem Gedanken 
Raum gegeben, daß es Margot sein könne, die ihn da 
aussuchte. Freilich mußte er sich sagen, daß seine An» 
nähme sehr töricht gewesen sei; erst der Brief, der sie von 
seiner Unterredung mit Domdrowski und der angeblichen 
Frau Longtree unterrichtete, hätte Margot möglicherweise 
Veranlassung dazu geben können, nach Berlin zurückzu- 
kehren, und dieser Brief konnte ja erst heute in ihre Hände 
gelangen. 
Jedenfalls bedeutete ihm der Besuch Fräulein Mieze Hof- 
Meisters eine Ueberrafchung. Er fürchtete beinahe, daß sie 
nur gekommen war, so bald als möglich von seinem ihr 
! >egebenen Versprechen Gebrauch zu machen; aber er mußte 
ie natürlich sofort empfangen. 
„Führen Sie die Da,me herein 1" gebot er kurz. „Und 
sorgen Sie, daß wir nicht gestört werden. Es sind 
wichtige geschäftliche Dinge, die ich mit ihr zu verhandeln 
habe." 
Das liebenswürdige Lächeln der Frau Ffiesicke zeigte 
mehr als deutlich, wie felsenfest ihr Glaube an diese wich 
tigen geschäftlichen Dinge war. Sie murmelte irgend etwas 
Unverständliches vor sich hin, während sie hinausging, die 
Wartende Choristin hereinzuführen, lind hinter der „blonden 
Mieze" warf sie die Tür recht unsanft ins Schloß. 
« Hiee in .seiner Wohnung legte Heina in seinem Ls» 
N«r gegen das Mädchen noch mehr Zurückhaltung an 
»-g-gnungen getan 
Wohlfahrtscinrichtungen der Gemeinde 
Berlin-Frivd»na«. 
Feuerwache: Rathaus, Lauterftr. IS. Hinweis» auf dm nächsten 
Feuerm»Id»r befinden sich an dm Anschlagsäulen. 
Grotz-Berliaer Rrttvngs- und KrankmteanSportwesm: Rettungs 
wache 44, Jsoldestraße 3. Tag und Nacht geöffnet. Fern- 
rus Norden Rettungsamt. 
Fitrsorgrstell« für Tuberkulose uvd Alkoholkranke: Kaiseralle« 
Nr. 64-65, Sprechzeit Dienstag und Mittwoch IS—1 Uhr. 
Beratungsstellen fite S «schlecht-kranke: Schönoberg, Belzigar 
Straße 13. Sprechzeit für Männer Donnerstag 7—8 Uhr 
abends; Sprechzeit für Frauen Diensteg 7—8 Uhr abends. 
Charlottenburg, Kirchstraße 20. Sprechzeit täglich von 13 
bis 1 Uhr, außerdem Montag und Donnerstag von 8—g 
Uhr abends. Berlin, Am Köllnischm Park Z in der Landes 
versicherungsanstalt. Sprechzeit für Männer Dienstag, 
Donnerstag, Sonnabend 7—9 Uhr abends; Sprechzeit s»r 
Frauen Mittwoch 7—9 Uhr abends. 
Säuglings- und Kleinkiuderfürsorg« und Mutterschutz: Rathau», 
Lauterstraße 30, Erdgeschoß. Sprechzeit Donnerstag 9»^ 
bis 11 r/a Uhr. 
Studergartm: Für noch nicht schulpflichtige Kinder 3. Gemeinde 
schule, Rheingaustraße 7. Geöffnet wochentags von 8 bi» 
1 Uhr. 
Kinderhort: Für schulpflichtige Kinder 3. Semeiudeschul«, Rhein 
gaustraße 7. Geöffnet wochmtags von 2—6 Uhr nachm. 
Berufsberatung und LehrsteNenoermittlun»: Rathaus, 2. Stock, 
Zimmer 68. 
Arbeitsnachweis und vrw»r-Slos«»Mrso,g«: Niedstrahe 40-41. 
Männliche Abteilung Sprechzeit 9—1 Uhr; weiblich» Ab 
teilung Sprechzeit 9—1 Uhr und, «üb« Sonnabend», 4 bis 
7 Uhr. 
Amtliche Fürsorgestell« fü, KrieaSbeschädlai« und KriegShinter» 
bliebeuc in der Bürebarack» a« Mahbachplatz, Bing an, 
Lauterstrahe. 
KrlegSgrfsngenenhekmkehr: Rathaus, 1. Stock, tztwme» 86—97. 
Flüchtlingsfürsorgestelle: Rathaus, 1. Stock, Zimmer 36—37. 
BoWkÜche: yoßlrrstraß» 15. Speise« ans gab» von 11*/, bi» 
4$ Uy» täglich. 
Rechtsauskunftsstelle: Rathaus, L Stock, Zinnn« 40. Dien»- 
t«a und Freita, von A-> Uh*. 
Volksbücherei, Albestr. 81: Bücherausgabe täglich von h—>*48 
Uhr nachmittags, außerdem Freitags von 11—1 Uhr 
mittags. 
daß berürte filial zu unserer Pfarrer gehörig? und nur 
dasfelbige wegen des Brandes, so sich ungefehrlich vor 
30 Jahren zu Schönenbergh erhoben, damahls die Pfarre 
auch mit wegkgangen, biß zu wieder erbawunge der mater 
derselben kegen Margendorsi geleget worden, So begehren 
wir gnädiglich mit beschlich, Ihr wollet darob sein, 
daß solche Filial Lanckwitz zu unser Pfarren zu Schönen 
berge gebracht werden müge, dann wir davon nichts ent 
zogen wollen haben, daß verlassen wir uns also zu 
geschehen und sinddts gegen euch in gnaden zu erkennen 
geneigt." 
Bei den Pfarrbauben trug Schöneberg als Mater 
2 Teile und Lankwitz als Filia den 3- Teil- Die Huf- 
ner taten die Zufuhr mit Pferden, die Kossäten, von 
denfn zwei für einen Hufner gerechnet wurden, die Hand 
arbeit. ,Haben di« Hufen in matre 3 Tage gefahren, 
so fahren die in filia den 3. Tag. 
Das System der gemeinsamen Seelsorg« für Schöne- 
berg und Lankwitz ist — nebenbei gesagt — bis in bas 
verflossene Jahrhundert bestehen geblieben. Im Jahre 
1574 war die Schöneberger Kirche — die aus Holz 
gebaut war und im 7 jähr. Kriege mit dem Dorfe ab 
brannte, — nur recht schwach dotiert. Es heißt in einer 
Urkunde aus dieser Zeit: Zur Kirche gehört „eine Hufe 
Landes in dreyen Feldern, die wirbt dem Gotbeshaufe 
zum besten von den Paweren beschicket, hat den Mist auS 
dem Hirtenstall, hat ein Endichen Landes, das gebraucht 
itzo der Pfarher, giebt dem GotteShause jährlich einen 
halben gülden zins." Er hatte ein kleines Pfarrhaus 
mit Hof und Gärtchen zu H/a Scheffel Gersten-Aussaat. 
Die Bauern waren verpflichtet, ihm einen kleinen Bruch- 
teil ihrer Ernte an Feldsrüchten zu geben. Die Kommu 
nikanten mußten alle Quartal einen alten Pfennig be 
zahlen, das Aufgebot eines Brautpaares brachte. 2 Gro 
schen, bei Hochzeiten und Kindtaufen hatte er frei Essen 
und das Opfer. Für hie Grabrede von jeder „Per^ 
schone" 1 Silbergroschcn. Das Einkommen des Pfarrers 
war noch zu Friedrichs deö Großen Zeiten recht armselig 
yattr. Auch sie war während der ersten Minuten ihres 
Alleinseins etwas befangen, aber sie machte sich rasch von 
ihrer Verlegenheit frei und sagte nach den ersten Worten 
der Begrüßung: 
„Sie werden gewiß erstaunt sein, mich hier bei Ihnen 
zu sehen. Aber ich wollte doch gern wissen, ob Sie mit 
der Frau gesprochen haben und ob ich recht hatte mit 
meiner Vermutung." 
Heinz hielt es für gut, sie nicht in alles einzuweihen. 
„Es scheint doch nicht," sagte er ausweichend. „Die erste 
Unterredung brachte »ns keine rechte Klarheit. Die Frau 
heißt auch nicht Mayring. Aber es ist immerhin möglich, 
daß sie uns nicht in allen Stücken die Wahrheit sagte." 
Fräulein Mieze, deren blanke Augen die reiche und 
geschmackvolle Einrichtung des Zimmers einer eingehenden 
Musterung unterzogen hatten, sagte ziemlich gleichgültig: 
„Na. lassen Sie sich man nicht von ihr täuschen. Ich 
glaube sicher, daß es seine Frau ist. Aber wunderhübsch 
wohnen Sie." „ . ... 
Der unvermittelte Uebergang entlockte Heinz ununllkurltch 
ein Lächeln. Aber es war ihm nicht erwünscht, daß ihr 
Gespräch sich mit anderem als mit der Martensschen An- 
gelegenheit beschäftigte. Uud er entgegnete deshalb ziem 
lich kurz: . „ „ 
„Ja, ich liebe es, mich in einer geschmackvollen Um 
gebung zu bewegen. Etwas Neues in der Martens-Affäre 
haben Sie doch in der Zwischenzeit vermutlich nicht er 
fahren ?" _ , 
Fräulein Mieze spielte mit dem Griff ihres seidenen 
Sonnenschirmes. Und es dauerte merkwürdig lange, ehe 
sie zögernd erwiderte: v . 
„Etwas Neues? Nein, das nicht gerade. Aber ich 
wüßte — ich hätte Ihnen " 
Sie stockte. Heinz war überrascht, hütete sich aber 
WOhl, t0 zu aciüen. 
„Sie habm mir tz»ch U»ch «•»!« fggsn. nicht wahr? 
Etwas, «as «e wa Wi Mariens, »an lern lebenden dtta 
Martens willen?" 
erst im vorigen Jahrhundert, als die Pfarrländereien teils 
teuer verkauft, teils verpachtet waren, wuchs das Pfarr- 
einkommen zu Schöneberg zu einer geradezu erstaun 
lichen Höhe an. Der alte Schloßprediger Frege — ein 
fideles Haus — hatte allein 80 000 Mark Einkommen 
aus den Pachterlösen der Pfarrländereien. 
Der wichttgste landwirtschaftliche Betrieb war am 
Ende des 16. Jahrhunderts in Schöneberg, wie auch 
in Wilmersdorf, ein kurfürstliches zum Amte Mühlenhof» 
gehöriges Vorwerk, auch Meyerhof genannt. Es umfaßte 
acht Hufen Landes, die innerhalb der drei Felder, in welche 
die Äckerflur eingeteilt war, in Gemenglage zwischen'den 
Hufen der Bauern zerstreut lagen. 
Ferner befand sich eine 800 Haupt zählende kurfürst- 
liche Schäferei in Schönebcrg. Der Schäfer, welcher ein 
„orttchen Landes und ein kleines Gärtelein" ini Dorfe 
besaß, betrieb mit seinen Herden die umliegenden Felder, 
in welche die Ackerflur eingeteilt war, die in Gemenglage 
zwischen den Hufen der Bauern zerstreut lagen. 
(Fortsetzung folgt.) 
SrlriiMIM für Wm md MneW. 
(Nachdr. unsrer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Zur Stadt» und Brzirksverordnetcnwahl sind 
8 Kreiswahlvorschläge eingereicht worden. Diese sind: 
1. Deutsche Volkspartei: Oberlehreriu Margaret» 
Fromm, Schöneberg, Lyzealdircktor Hannemann (Frie 
denau); 3. Sozialdemokratische Partei: Stadt 
verordnetenvorsteher Czeminski (schönebcrg), Tischler Fritz 
Caspar (Schöneberg), Gewerkschaftsbeamter Kam- 
rowski (Friedenau); 3. Deutsche demokratisch« 
S artei: Oberbürgermeister Dominicus (Schöneberg), 
tadtv. Zobel (Schöneberg) und an 5. Stelle Rektor 
Schild berg (Friedenau): 4. Deutschnational« 
Volkspartei: Stadtv. Dr. Schneider (Schöneberg), 
Oberlehrer Dr. Anders (Friedenau); 5. Christliche 
Volkspartei (Zentrum'): Staatsanwalt LammerS 
(Schöneberg), Sozialbeamtin Marg. Ehlert (Schöneberg), 
Reg- und Baurat Sarrazin (Friedenau); 6. Unab 
hängige S.P.: Georg Stolt (Schöneberg), Stukkateur 
Carl Dettmer (Friedenau); 7. Wirtfch. Vereini 
gung: Kaufmann Rnd. Patzkc (Schöneberg), Architekt 
Paul Jaczow (Schöneberg), Schlossermeister Eggert 
(Friedenau); 8. Parteilose Fraucnvereini- 
gun g (Anna v. Gierke): Anna v. Gierke (Charlottenburg), 
Emma Zinn (Charlottenburg). — Die Bezirkslisten bringen 
wir später. 
o Sitzung der Schöncbergcr Stadtverordneten am 
Montag, dem 14. Juni 1920, nachmittags 6 Uhr. Tages 
ordnung: 1. Ausgelegt werden die Verhandlungen über 
die unvermutete Revision der Sparkassenhauptstelle und 
der Zweigstellen I bis VI vom 17. Mai 1920. 2. Kenntnis 
nahme von.der Vorlage des Magistrats betr. Benennung 
derjenigen Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, 
die in städtischen Diensten stehen. 3. Desgl. betr. Stellung 
nahme deS Magistrats zu dem Beschluß der Stadtverord 
netenversammlung vom 17. Dezember 1919 betr. Berück 
sichtigung bevölkerungspolitischer Gesichtspunkte bei Er 
laß des Reichsrinkommensteuergesetzes. 4. Desgl. betr. die 
Ausführungsbeftimnrungen zum Auseinandersetzungsplan 
für das Umlegungsverfahren im Südgelände. 5. Beschluß 
fassung über den Antrag der Stadtv. Frau Böhm und Gen. 
betr. Herstellung von Drucksachen für die Parteien durch 
die hiesige Magistratsdruckerei anläßlich der Stadtver 
ordnetenwahl. 6. Desgl. über die Vorlage des Magistrats 
bett. Erhöhung. der Besoldung für Leichcnträgerdienste 
um 50 Prozent. 7. Desgl. betr. Verlängerung des mit der 
Großen Berliner Sttaßenbahn- und VerkehrSreklamegesell- 
schast m. b. H. über die Reklamepachtung auf unserer 
Untergrundbahn abgeschlossenen Verttages. 8. Desgl. betr. 
den Abschluß eines Verttages mit der Eisenbahndirektion 
Berlin wegen Herstellung eines Verbindungskanals 
zwischen der verlängerten Innsbrucker- und der Haupt 
straße und Bewilligung der erforderlichen Mittel in Höhe 
von 51000 M. 9. Desgl. bett. die Annahme einer Erb 
schaft.. 10. Desgl. betr. Neuregelung der Besoldung für 
die Magistratsmitglieder, Beamten, ständigen Angestellten 
sowie der Bezüge für die Ruhegehalts-, Witwengeld- und 
Waisengeldempfänger. 11. Desgl. betr. Neuregelung der 
Die Frage war ein wenig kühn, aber er erkannte, daß 
er das Rechte gettoffen hatte. In offenem Erstaunen sah 
ihn Fräulein Mieze an. 
„Wie können Sie das wissen?" fragte sie. Und nach 
einem abermaligen Zögern fügte sie hinzu: 
„Sind Sie vielleicht doch — — haben Sie wirklich 
nichts, gar nichts mit der Polizei zu tun?" 
Als er lächelnd den Kopf schüttelte, wurde sie rot und 
sagte hastig: 
„Sie dürfen mir meine Frage nicht übelnehmen. Es 
muß mich ja doch wundern, daß Sie sich so sehr für de» 
Fall Martens interessieren und so gut mit allem Bescheid 
wissen." a 
.Sie wissen ohne Zweifel, daß ich Schrifffteller bin. 
Der Fall hat ein großes psychologisches Interesse für mich, 
das ist alles." 
Und Sie sagen es wirklich niemandem weiter, was 
man Ihnen anvertraut? Sie berichten nichts davon a» 
die Polizei?" „ 
„Solange ich nicht auf Grund eigener Nachforschungen 
die Ueberzeugung gewinnen muß, daß das zu meiner 
Kenntnis Gelangte den Mord aufklären kann, nein. In 
diesem Fall wäre es natürlich meine staatsbürgerliche 
Pflicht, zu sprechen; aber selbst wenn ich zum Beispiel ge- 
zwungen werden sollte, der Polizei davon Mitteilung zu 
machen, daß ich die Frau des Ermordeten entdeckt habe, 
werde ich doch Ihren Namen Dicht nennen. Dessen können 
sie versichert sein." ^ , '' 
Fräulein Mieze studierte angelegentlich das Muster des 
Teppichs. 
„Ja, in diesem Fall brauchten Sie meinen Namen 
freilich nicht zu nennen." sagte sie langsam. „Aber wenn 
ich Ihnen unbedingt vertrauen soll, und ich möchte Ihnen 
so gern vertrauen, so müssen Sie mir das ausdrücklich» 
»erfprechen geben, es in keinem Fall zu tun." 
Houfelden daß er ein gewagtes Spiel trieb, 
ihr die verlangWMrung zu «eben. Aber er erZ
        
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