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Periodical volume Nr. 128, 10.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Vereliis-DädMcbten 
)l Friedenaner MSnner-Grsaug-Vcrel« 187S.^NebungSstun- 
Len leben Donnerstag 8—10 Uhr im „Hohenzollern". Sanges- 
kmdige Herren als Mitglieder jederzeit willkommen. 
C )( Türgcrbund Berlin-Friedenau. Sitzung am Freitag, den 
Ali, Juni, abends 8 Uhr, im Kirchl. Gcm.-Haus, Kaiserallee 76a. 
JÖ. a.: Antrag auf Zusammenschluß des Fricdcnaucsr und Schöne- 
Herger Bürgerbundes. 
)( Ehemalige Schülerinnen des Lorcnz-Lhzeunis. Am 
Sonnabend, den 12. Juni, abends 8 Uhr, findet die Versamm 
lung der ehemaligen Schülerinnen des Lorenz-Lyzeums statt. 
)( Drutschnationaler Jugendbund (Wandergruppe). Sonn 
tag, den 13. Juni 1920, Ausflug nach Bernau-OranienbUrg. 
Treffpunkt: chz? Uhr, Wilmersdorf-Friedenau . Fahrt bis Ber 
nau, Wanderung über Lanke. Liepnitzsee, Wandlitz, Rahmerseü 
an der Briese entlang, Lehnitz, Oranienburg. Rückkehr: 10 U. 
Meldungen bis Freitag, den 11. Juni 1920 an den Führer 
Herrn Riedel, Stubenrauchstraße 69. — Im hiesigen D.N.J. 
ist em Orchester zur Hebung des deutschen Volksliedes gegründet 
worden. Mädchen und Jungen, die 'mitzuwirken Lust haben, 
wollen sich bitte unter Angabe des Instruments, des Namens 
und der Wohnung, bei Voß, Sicglindcstraße 8, melden. 
X Sonnenwendskier der entschiedenen Schulresormcr. . Am 
Sonnabend, den 26. Juni, nachmittags 5 Uhr, veranstaltet der 
Dmrd entschiedener Schulreformer im Walde bei Schildhorn eine 
Jugend- und Familienfeier (bei schlechtem Wetter im Saalex 
Das Programm sicht die Aufführung des Shakespeare'schen! 
Sturms, eine Reihe Reigentänze, Ansprachen, Johannisfeuer, 
später Bilderverlosung usw. vor. Teilnehmerkarten schon jetzt 
durch Dr. Müller, Berlin-Lankwitz, Charlottenstrastc 52. Tel. 
Lichterfcldc (558). Kartellpreis: 1 M. und Porto. 
Zvrnm, Spiel, Sport 
s Der Große Preis von Deutschland, das klassische Dauer- 
qun uoughil rag tnv 'an(l 1 sLv„>iulpvu hnnJ jmv svq 'uzuuoä 
einwandfreien Olympiabahn zum Austrag gelangt, verspricht 
auch diesmal, wie in früheren Jahren, das bedeutendste rad- 
sportliche Ereignis zu werden. Es wird darüber Aufklärung 
bringen, wer der zur Zeit beste Dauerfahrer Deutschlands ist. 
Mit dem vorjährigen Meisterfahrer Saldow, sowie Appclhaus, 
Lelvauow, Pawke und Hosfmann hat das Rennen eine seinem 
Namen würdige Besetzung erhalten. Das Rennen, das über 
100 Kilometer führt, wird in zwei Läusen über je 50 Kilo 
meter nusgesahren und ist derjenige Sieger, der die meisten 
Kilometer zurückgelegt hat. Die Gesamtprcise belaufe» sich ans 
£5 000 Mark, außerdem erhält der Sieger eine künstlerisch 
ausgeführte Medaille. Die Flieger treffen sich im Maladoren- 
PreiS. Es haben sich hierzu Rütt, Stabe, Sennecke, Oster- 
mcicr, Bettinger, Häusler, Hatz», Kudela, Rudel Wcgener 
Münzner und viele andere gemeldet. 
Verlw and Vororte 
gfcs) Erhöhung der K inost euer in Steglitz. Die kom- 
uicnde Eingeineindung macht sich für die Kinos in den 
Vororten schon jetzt schmerzlich bemerkbar. Die Gemein 
den beeilen sich, zur Linderung der Finanznot und um 
der Ehrlichkeit willen die höheren Steuersätze der Stadt 
Berlin in ihren Bezirken einzusnhrcn. Diesen Weg be 
schreitet jetzt auch Steglitz. Hier tritt noch der Umstand 
erschwerend hinzu, daß die, in der jetzt geltenden Steg- 
kitzer Kinostcucrverordnung, die neben der Kartensteuer 
zugelassenen Pauschalsteuersätze im Verhältnis sehr niedrig 
eingesetzt sind. Sie betragen für ein Lichtspieltheater mit 
180 bis 250 Sitzplätzen täglich nur 10 bis 20 M., mo 
natlich 300 bis 600 M-, während nach der Kartensteuer 
Kinos dieser Größe bisher durchschnittlich im Monat 2000 
bis 2200 M. gezahlt haben. Die meisten der Steglitzer 
Kinos haben nun der Gemeinde angezeigt, daß sic vom 
1. Juni ab die Kinvsteuer nach dem Pauschaltarif zahlen 
werden, da sie die Abgabe von Karten abgeschafft hätten. 
Die 5 größten Steglitzer Lichtbildthcater zahlten bisher 
monatlich 16 200 M. oder jährlich 194 400 M. Steuern. 
Die Pauschalstcuern bringen nur 4550 M. oder jährlich 
54 600 M-! sodgß beim Bcstehcnbleiben der jetzigen Ltcuer- 
ordnung eine Mindereinnahme von monatlich 11 650 oder 
jährlich von 139 800 M. entstehen lvürde. Die Höhe der 
Berliner Sätze, die nun auch in Steglitz eingeführt wer 
den sollen, ist so bemessen, daß sich die Kinos bei der 
Karwustener besser stehen. 
ßbh Weitere 2(4 Millionen für Gharlottenburgrr Klcin- 
tvöHmmgeNi Die Klcinwohnungsbauten der Stadt Ehar- 
lottenburg in der Niebuhrstraßc haben sich doppelt so 
teuer gestellt, als veranschlagt war. Zu Beginn des Baus 
waren die 136 Wohnunacn mit 2 130 000 M. veranschlagt 
oder mit rund 15 600 M. für eine Wohnung, dem Fünf 
fachen des Friedenspreises. Jetzt stellen sich die Bau- 
kosten auf mehr als das Zwanzigfache der Friedenspreise; 
die UeberteuerunZ beträgt 2 250 000 M. Dabei ist eine 
kveitcrc Steigerung der Kosten angesichts des unsicheren 
. „Pardon, Derehrtester t Ich habe meine Geheimnisse, 
wie Sie die Ihrigen haben. Sie nehmen mir das nicht 
übel, nicht wahr? Und Sie lassen sich dadurch hoffentlich' 
nicht abhalten, mir noch eine weitere Frage zu beant 
worten, die augenblicklich für mich von einiger Wichtio- 
keit ist.« ... 
„Ich bin selbstverständlich ganz zu Ihrer Verfügung.« 
„Was halten Sie von.»diesem Doktor Dombrowsli? 
Ist Ihnen im Verkehr mit dein Manne niemals der Ver 
dacht aufgestiegen, daß er nicht das ist, wofür er sich aus 
gibt, und daß er unter der Maske des harmloscn'Gelehrten 
gewisse besondere, vielleicht unlautere Zwecke verfolgt?« 
HollfeldeN war über die Antwort, die er zu geben 
habe, mit sich selber nickt gleich im reinen. Am liebsten 
würde er ja dem' Oberstleutnant alles offenbart haben, 
was er über die Persönlichkeit des Polen wußte; dann 
aber mußte, er sich doch wieder sagen, daß er dazu kein 
Röcht habe, solange Dombrowsli gewissermaßen dasSchickjah 
des geliebten Mädchens in seinen Han,den hjelt. Und nach' 
kurzem.Bedenkest begnügte er sich deshalb mit der Er- 
wlderung: ,. 
„Ich glaube allerdings, baß wir jenem Herrn eine 
- unverdiente Ehre erwiesen haben, 'als wir ihn in unseren 
Klub^aufnahmcn.' Und wenn cs sich darum handeln sollte, 
ihn aus güte Art wieder zu entfernen —", , . .... . 
„Nein, es handelt sich nicht darum. MeineÄngelegen- 
heit mit ihm ist rein pcrföulicher Natur und hat mit 
meiner Eigenschaft als Kluboorsitzcnder nichts zu schaffen. 
Aber wcnmich Ihre Bemerkung richtig vssrstcistdenhabe,.so 
gibt es für Sie einen Anlaß, an der EmestlMigkeit des 
Mannes zu zweisel».' Sie würden ihn also nicht für satis- 
faktionsfähig halten?" . , . , '... ' „ X', ~ . 
„Ich für meine Person würde mich jede'nfalls nicht mit 
ihm schlagen, Herr Oberstleutnant !« 
„Und warum nicht?« 
Eine Angabe des Grundes würde gleichbedeutend ge 
wesen sein mit einer Preisgabe von Doinbrowslis. zy 
nischer Miilciluug über seine seitausgeübte" Küiid-- 
Bauniarkts ilicht ausgeschlossen. Da der Wohnnngsverband 
Groß-Berlin wogen Erschöpfung der öffentlichen Mittel 
den beantragten Zuschuß nicht voll gewähren kann, müssen 
die Mehrkosten von der Stadt aufgebracht werden., 
§o Errichtung eines VoWSildungsamtcS in Neukölln. 
Der Neuköllner Magistrat hat beschlossen, unter Auf 
lösung der bisherigen sozialpädagogischen Deputation ein 
städtisches Volksbildungsamt zu errichten, in welchem alle 
von der Stadtgcincinde im Interesse der Volksbildung 
geschaffenen Einrichtungen vereinigt und nach bestimmten 
Gesichtspunkten weiter ausgebaut werden sollen,. Die Ver 
waltung erfolgt durch eine aus Magistratsmitgliedern, 
Stadtverordneten und Sachverständigen zu bildende Depu 
tation mit mehreren Unterausschüssen. Dem Volksbil- 
dnngsamt werden u. a. die Angelegenheiten der^ Volks 
hochschule des städtischen Lichtspielhauses, des Theater- 
wesens des Weltstadtpanoramas und die volkstümlichen 
Veranstaltungen der Stadtgcnicinüe (Konzerte, Vorträge 
und dergl.) überwiesen. 
Aus der Geschichte SchSvebergr. 
'' * 1 Rückblicke von E. Flauger. 
(Fortsetzung.) 
In der Lehcnsregistratur.zum Jahre 1442 findet sich 
folgende Angabe: „Hans Valkenrchdc hejh XXXV stucken 
gelbes Im dorpe Schonenberghe mct aller rechticheit 
obersten und ncdersten". Im Schoßregister vom Jahre 
1451 heißt cs: „Schonbcrge haben die Falkenrehde von 
mehcn Herrn zu Lehne. Die 52 huben usf der Feld 
mark czinscn iglich 6 bis 8 schcpcl roggen, 6 bis, 8 
schepel Haber, 8 bis 10 schilling. Der Kruk gibt 45 
Groschen. 1 Kosete yst wüste. 6 Kosetcn geben imsamt 
23 Groschen." 
So sind die Verhältnisse zu Schöncbcrg im Jahre 
1451 grundverschieden, von denen des Jahres 1375. Wäh 
rend nach dem Landbuche die landesherrlichen Rechte zer 
splittert, in dem Besitze »lehxcrcr Patrizierfamilien waren, 
sind sic jetzt in der Hand einer einzige» adeligen Familie 
vereint. Fast in allen übrigen Dörfern der Mark hat 
die gleiche Entwickelung stattgefunden:, ein Herr hat jetzt 
das Dorf zu Lehen. Es ist dies erklärlich genug! Mußte 
doch jeder Rittergutsbesitzer im eigenen Interesse darauf 
hingeführt werden, fernliegende Hebungen und Gerechtig 
keiten gegen solche in dem Dorfe, wo er seinen Wohnsitz 
halte, umzutauschen. (Droysen.) Ter Kurfürst. Frie 
drich 11. wirkte zudem selbst darauf hin, daß sich die noch 
bielfach zersplitterten Lehen docfweise möglichst in der 
Hand einer Gutshcrrschaft vereinigten. 
Um die Mitte des 15. Jahrhunderts waren also die 
Falkenrehdes nicht allein die Guts-, sondern auch die 
Grundherrcn von Schöncbcrg.' Doch auch nicht für längere 
Zeit! Denn schon am 8, Dezember. 1455. besagt eine 
Eintragung in das Klirinärkische Lehnskvpialbuch: „Mein 
gnedigcr Herr (Friedrich. II.) hat erlaubt Til Andres, 
haus und Balczar gebrudevn, den falkenrcden, das sie 
petcr Borns in nnnscr Etat Eolcn. Margarethen seiner 
ehelichen hußfrawcn und Iren beyden erkenn zu einem 
widderkauffe vcrkaujfcn vor hundert und acht und sechtzig 
schog mcrkischer kaiideswernnge das Dorff „Schonberg" 
mit oünflcn und nyderstcn Gericht, den Kirchcnlchncn, 
zehendep, zinszen, renken e. t. c. alles zusammen uff 
virczehn Stuck Geldes zu rechen." 
Neben dciii'-Rittersitz befand sich in Schöncberg noch 
das Gut des früheren Landesschulzcn der sogen, „Freie 
Hos". In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts be 
fand er sich im Besitz von Bernd Ryke, dem bekannten 
Berliner Bürgermeister, bät ein Haupt des Widerstandes 
der Städte Berlin und *Köln (Spree) gegen Kurfürst 
Friedrich II. war. Im letzten Jahrzehnt der Regierung 
des letzteren gehörte das Dorf Schöneberg nicht mehr 
den Falkenrehdes. Durch Kauf war cs an die Familie 
Rcdern gekommen. Von 1440—1499 sind sie Besitzer von 
Schönebcrg gewesen, halten es aber von 1463—1486 
„aufs Widderkaus" an Matyis Hackenberger, Borger zu 
Eöln gegeben. Zur Zeit des Beginns der Reformation 
;fuiitc sich in her. Mark überall der. Begriff der Guts- 
herrschastcn herausgebildet. , 
i Im Jahre 1506 hatte Jaspar von Ncdern das Schöne 
berger Besitztum verkauft, nicht „uff Widderkauf", son 
dern zu „rechten ewigen Erbkauf" an den Kurfürsten 
Joachim I. selbst. 
Die Urkunde darüber ist am 24. April 1506 ausge 
stellt und wird noch im^Original im Geheimen Staats 
archiv aufbewahrt. Sie ist sehr gut erhalten, das Siegel 
unverletzt. Sic lautet: „Ich Jaspar von Ncdern zu Betz, 
ssBekenne öffentlich mit difsem meinem offen 'orive vor 
sch.af.ertäjigjeit.. Und dazu konnte sich. Heinz-um Margots 
willen nicht euischließen. . . . 
... »Weil ich ihn .eben für eine etwas zweifelhafte Per 
sönlichkeit halte," sagte er ausweichend, „Und man schlägt 
s:ch hoch am Ende nur mit einem Menschen, dessen.Ehren 
haftigkeit über jedeil'Verdacht erhabeck ist." 
Arnstorf batte sich erhoben. 
„Etwas Pestiinmleres a.lio wissen auch Sie mir nicht 
über ihn mitzuteilen? Nun wohl, so. muß.man den Mann 
eben.für das nehmen, w.as.er zu sein yorgipt.. Auf bloße. 
Vermutungen und nllgeüteind' Eindrucke hin kann man 
Klub mit irgend jemandem ein ReNkdntre?" 
„Wenn cf der Fall, wäre, hätte ich. keine Befugnis, 
darüber zu sprechen. Und nun bitje ich wegen meines 
frühzeitigen Ueberfalls nochmals um Entschuldigung, lieber 
justger Freund I Uebrigens hätte ich fast vergessen. Ihnen 
teil Gruß von meiner kleinen. Edith uüszürichten, den ich 
schon seit geraumer Zeit für Sie in der Tasche hgbe. Die 
Kleine will damit, wie siö mir selbst gesagt hat, feurige 
Kohlen auf Ihr Haupt sammeln. Denn im Grunde ist sie 
ein bißchen beleidigt, weil ipie sich nach .dem denkwürdigen 
Gartenfest nicht wieder in Schlachiensee hgben blicken lassen." 
»Ich fühle mich in. der. Tat tief .bWiimt. Und ich 
würde Ihnen dankbar, sein, Herr Obeestleutnant, wenn. Sie 
nur erlaubtest, Fräulein Edith wegen, meiner, scheinbaren 
Ungezogenheit persönlich um Verzeihung'zu bitten.« 
Aknstor/ reichte ihm die Hastd, . . ,. ' 
„Sie sind selbstverständlich ichmer übst Herzen will 
kommen. Abeö. hellte,.und Morgen Und übermorgen dürfen 
Sie..qsterdings nicht kostichenX. Denn ich. dürfte'während 
dieser Zeit durch 'eine ustüusschlebbars Angelegenheit ein 
bißchen stark in Anspruch genommen fein. Dann jedoch 
mjijsen Sie sich unbedstigt Ihres guten Vorsatzes erinnern, 
auch für den Fall, daß ich selbst nicht mehr —. —" 
Er brach plötzlich ab, wie jemand, der sich bewnßl 
mich, mein erben uni» erbnemcn und sünst vor ydeMMM 
lich, die in sehen, Horen oder lesen, das ich anß frdien 
beraten und gutem willen unnd rechten chissen, auch 
mit Rath meiner fr.unth, recht und redlich zu einem' rechten' 
ewigen erbkaufs vertauffü hab und vcrkausfc Inn 
crasfi und macht disses brifss den durchluchtigcn Hoc!,ge 
borenen Fürsten und Herr» Joachim, des Hevligcn 
Römischen Reichs Ertzkammcrer, Churfürsten und Herrn 
Albrechtcn gebrudern, niarggrafen zu Brandenburg, zu 
Stettin, Pommern, der Eassuben, und wenden He'rtzsgen» 
Burggrafen zu Nurcmberg und Fürsten zu Rügen, im», 
fern gnedigsten und gncdigeu Herrn und Ihrer Gncwen 
erben und nachkommen, marggraffeu zu Brandenb'urg, das 
dorff Schonenbcrg mit obersten und nvdersten gerichlen, 
Dinsten, Kirchlehen, fchefferetjcn, Hoitzungen, wischen, 
weiden, strucheren, rorung und aller und iglichen Nutzun 
gen, Zugehorungen und gcrcchtigleiteü, wir dch) alles 
meine Eltern, vorfharcn und ich von Iren fürstlichen 
gnaden und der Herrschaft zu Brandenburg- in lehen, 
besitzung und gewel-er hergebracht hab und in sondcrheit 
mit dyssen pechtrn, Zinsen und Reuthen". Diese werden 
ausgebracht von 9 Bauern, 5 Kossäten,, dem Küster und 
dcm Krüger. Die Bauern, deren jeder 3—4 Hufen be 
sitzt, geben durchschnittlich je 30 Scheffel Roggen und 
Hafer, ein Schock „ncwen Groschen und 2 Huner". Der 
Krüger hat zudem „ein chalb schock tappen Zins" zw 
entrichten. — Dem Probste, nicht mehr wie 1375 den 
Nonnen zu Spandau, gebühren die Abgaben von 5 Hufen. 
— Die 5 Cotzten (Kossäten), deren Zahl gegen 1375, also 
um 8 abgenommen haben, haben ebenso wie der Küster nur 
geringere, in Geld und in Hühnern bestehende Abgaben 
zu.leisten. — Alles in Allem wird der Werth der. Ab 
gaben „auf Sybcnunddrehssigst halb stück angeschlagen vor 
1847 Gukdcw 26 Groschen, he ein .stuck vor 50 Gulden 
20 Groschen gerechent", die, wie Jafpar von Redern bc- 
kcnpt, „Ir fürstlich gnaden mir gnediglich vcrgenugt und 
bczalt haben, der ich vor mich, mein erben und prbnenicn. 
Iren fürstlichen gnaden erben und nachkommen qnir, ledig, 
und loS sage In trafst ditzs brifss, daxuf ich vor mich, 
mein erben und crbnemcn gcgenwarrigclich absag ,und 
mich verziehe aller und iglichcr lehen, besitzung und. gc- 
brüch, nichts anßgcnvminei!, !o mein eitern und ich daran 
bisher gehabt und gebraucht habe», also das Ire fürst 
liche gnaden, Jrer fürstlichen gnaden erben und nach 
kommen das genannte dorff Schoncnberg mit seinen. Zinse», 
Reuthen, Nutzungen und zugehorungen frey und. unper- 
hindert vor hdermenigclich besitzen lind gebruchen mögen, 
Ich, mein erben und crbncmen sollen und wollen auch 
Iren fürstlichen gnaden des Kausfs gegen hderlpenigtkich 
ein rechte gewchr lein, wie lantlaustig und gcwonlich ist, 
alles getreulich und uiiaefehrlich. Zu urkunth hab ich 
obgenanntcr Jaspar von Rcdern mein Jngesigel unten an 
bissen brisf gehangen. Gescheen und geben zu Coln an der 
Sprew am Freitag nach dem Soiitäg Qnasimodo, Cristi 
gebürt Thusent sniif hundert und im Sexten jnr". — 
Die 1847 Gulden und 26 Groschen scheinen trotz.dem, 
was in der Urkunde steht, doch nicht auf der Stelle „vcrk 
genügt und bczalt" worden z» sein, denn in einer Ein 
tragung in dem Kurmärkischeii Lehnskapialbuch (R. 78. 23) 
„betcnnen Joachim kursürst und Albrecht gebrnder Und 
thun tunt offintlich vor Allermenigclich, die In (d! h. 
den Brief) sehen, Horen oder lesen, daß sie ihrem.lieben 
getreuen Jaspar von Rcdern seliger gedcchtnus von betza- 
lnng wegen des Dorffs Schoncnberg tusend gülden schul 
dig worden sein"." Diese Summe war eigentlich.sthon 
zu Martini 1511 fällig gewesen, doch wurde alif"der 
Fürsten Ansuchen noch ein Jahr Frist gcgcücii. Sie 
verspvcchcn nun, zu Martini 1512 „die tanscnt Gulden 
mit sampt 60 Gulden als dann betagten Zinsen ob- 
gcnrelts Jaspar von Redern seligen erben oder iren vor- 
münden, one langen vertzugk außzurichien unnd zu be- 
palen getreulich unnd ungeverlich". Da wir nichts vom 
Gegenteile höi»n, so ist anzunehmen, daß. die Zahlung 
auch wirklich zu dem angegebenen Termine geleistet wor- 
den ist. Fortsetzung folgt. 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
> ’ Ueber unser MietscinignngSamt. 
Den unter gleicher Ucberschrift in Nr. 124 dieses Blattes 
gemachten AuSsührnngcn des Herrn Direltor B. siaberinanil 
kann ich mich nur voll und ganz anschließen. Ich "habe als 
Vermieter die gleichen Erfahrungen mit unserem Miets- 
ZiliguligSamt gemacht und habe deshalb unterm 23. Mai' fol 
gendes Schreiben an dasselbe gerichtet: „In der am 19. d. M. 
stattgehabten Verhandlung in der-Mietesache ..... mnrde unter 
dem Vorsitz des Herr» Dr. Paggcnkemper unter anderem be* 
rjfi-D, eine uirvekachte Lwu-jerung aus der Zunee zu baden. 
lino indem er hastig nach seinem Hule griff, fünw er in 
verändertem Tone hinzu: '. 
i »Also nicht Lebeiuöhl, sondern ans fröhliches Wieder- 
' sehen! Halten Sie be» Kopf hoch, und cehe» Sie allen 
. Widerwärtigkeiten mannhafc zu Leibe I Für einen rechten 
Lierl ist das doch am. Ende imMer noch die beste und sicherste 
Art, rasch mit ihncii fertig zu werden." 
Hein) gab dcm Fortgehenden bis an die Wohnunastür 
' das Geleit, und er, täuschte sich wohl nicht, als ex zu cmp- 
.jtnden glaubte, daß dcr..5)ändedruck, mit dem.der Oberst-. 
i ltutnc.nt sich von ihin verabschiedete, wärmer und inniqer 
war als je zuvor. Ohne Zweifel war das Benehmen des. 
, verehrten Mannes heute ein anderes gewesen als .sonst, und. 
trotz der heiter,unü zuversichillch. llmgenden letzten. Worte 
. des Oberstleutnants konnte Heinz das.-beilemniende Gesühp 
nicht los werde,!, daß er von ihm gegangen, sei wie jemand, 
j d?r.sich nicht auf. zivssi oder, drei kurze Tage,- sondern auf 
immer hat verabschieden wollen., ^ 
37. Kapitel. 
Es war uni die Mikiagsstunde des gsslchen Tages, als 
^ranBabctieFne,,ckestch,!;,t..c.ine>!>1chr.soiidecbarei: 
«Gesicht in Hollfeldcns Aibeitszimmer. schob. 
! , Ihnen sprechen 
.mochte," sagte sie. „Und ick wceg nich — soll ick die — dir 
Dame nu rinsstsscu oder,.. , 
< einer-beglückenden Hoffnung erfüllt, war Heinz 
'aufgesprungen und,fragte hastig: ... t . .... . . , , J 
I L^ne Laye, sagen Sie ? .Wie steht' die,.Dqmc aus 
Die Aufwaricrin. zuckte, vieisageno die Achseln. 
- .. "2o, ick sveeß.nlchi" meinte n/: uiist,sah Heuiz merk» 
würdig mißjrauisckp an. „Sehp.lelega,,t.^ aher . 
' .. Wieder'ein bedeutungsvolles Achsetzückcn.. Ungeduldig 
!drängte der i'-mge Schrlft^llcr: . . 
! „Hat sie Ihnen denn lemcir Namen genannt? Nichts 
iwas Sie mir bcstelie«,..sollen?«.,i , i ; ' 
i '. ,i . (Fortsetzung folgt.)
        
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