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Periodical volume Nr. 128, 10.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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»«mLich 1,60 1X«»r; di 
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* SMLsLsßeZe: Rhelustr. 13, 
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— wir für un6c(Hiitmtf To?e — 
Preis der vgefpaltenen Zeile oder deren 
Rau« 1 Mk. Die Reklame-eile kostet 
4— Mark. Belegnummer äu Pf«, 
t ߻st 3189. 
Rr. 128 
Berlin-Friedenau, Isnn rstag, den 18. Fani 1828 
Fchrg. 27 
Neueste Nackxickten 
Oppeln. Bci einer Bootfahrt mehrerer französischer 
Soldaten auf der Oder kam eS an der Bolko-J'.iscl LN 
einer Schießerei und anschließend zu Streitigkeiten m.1 
dem Fährmann und seinen Söhnen. Diese warfen die 
französischen Angreifer ins Wasser; drei von ihnen er 
tranken. 
Flensburg. Die Rcichsrcgierung hat sich bci der 
Kürze der Frist außerstande erklärt, zu dem Vertragsent 
wurf über Nordschleswig endgültig Stellung zu nehmen: 
Sie hat deshalb beim Großen Nat in Paris Fristverlänge 
rung bis zum 20. Juni erbeten. 
N e u st e t t i n. Aus dem hiesigen Gefängnis ent 
wichen drei Schwerverbrecher, sperrten einen Aufseher in 
die Zelle und schlugen zwei andere nieder. Auf der 
8 lucht wurden die beiden Verbrecher Neubauer und 
chmidt erschossen, der dritte wurde ergriffen. 
Karlsbad. Hier ist Generalstreik. Restaurationen, 
Kaffeehäuseru nd Bäder sind geschlossen, Konzerte und 
Theater eingestellt. Fuhrwerke werden in den Straßen 
angehalten. Eisenbahn und Post bleiben von dem Streik 
unberührt. 
R o m. Dc^ Kabinett N i t ti hat infolge der un 
günstigen parlamentarischen Lage noch vor Beginn der 
Kammertagung freiwillig seinen Rücktritt beschlossen. 
Paris. Eine Meldung des Petit Parisien besagt, daß 
in der Nackt zum 6. Juni in Persien die bolschewistische 
Revolution ausgcbrochen ist. 
Amsterdam. Im englischen Oberhause antwortete 
der Vertreter des Kriegsamtes auf eine Frage über die 
Behandlung der Palästina-Deutschen: Die Zahl der in 
Aegypten internierten Deutschen beträgt noch 450. Es 
ist möglich, daß eine Anzahl davon nach Deutschlajiidj 
zurückkehrt. Die militärische Okkupation Palästinas wird 
nicht mehr lange dauern. 
samUMn kür Scietai miß Wneberg. 
(Nachdr. unsrer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Jleischverteilung. In der Woche vom 7.—13. Juni 
gtbt eS auf'die 10 Abschnitte der Nr. 24 der Reichsfleisch 
karte Rindergejriersleis ch und frische Wurst 
(ausländische Innereien), sowie frisches inländisches 
Schweinefleisch. 1 Psd. Rindergefriersleisch kostet 
9,50 M., 1' Psd. frische Wurst (ausl. Innereien) 5,20 
Mark, 1 Psd. inländisches frisches Schweinefleisch 11,20 
Mark. Der Verkauf findet in dieser Woche Freitag und 
Sonnabend von 8—12 und 4—7 Uhr statt. 
obh Die Groß-Bk.rli>nrr Sparkassen tm April. Die 
Besserung im Spargeldverkehr, die bei den 17 Groß-Ber-- 
liner Sparkassen schon im März wieder festgestellt wer 
den konnte, hat im April angehalten, sodatz oie frühe 
ren normalen Verhältnisse nahezu wieder erreicht worden 
find. Die Einzahlungen betrugen im April 180 Mil 
lionen Mark, die Rückzahlungen nur 122 Millionen, so- 
dgß ein Linzahlungsüberschuß von 58 Millionen zu ver 
zeichnen war. Auch die Zahl der Sparbücher zeigt wieder 
die gewohnte Zunahme. Von dem Ucberschuß der Ein- 
' Zahlungen in Höhe von 58,58 Millionen entfiel über die 
'Hälfte, 30,22 Millionen, auf die Sparkasse der Stadt 
Berlins Dann folgen die Teltower Kreissparkasse mit 
einem Mehr von 6,07 Millionen, die Stadt Charlotten 
burg mit 6,10 Millionen, Schönebcrg mit 4,74, Neukölln 
Bi« Briefe der Prinzessin. 
Von E. Ph. Oppenheim. 
75 
(Nachdruck verdcke».) 
Arnstorf sah ihn mit großen Augen an. 
„Haven Sie nach dieser, Richtung hin vielleicht irgend- 
einen Austrag, Herr Hollfelden ?" 
„Auf meine Ehre — nem, Herr Oberstleutnant!" 
„Nun, es würde mich auch gewaltig gewundert haben, 
wenn mein Stiefsohn sich von solchem Annäherungsversuch 
irgendwelchen Erfolg versprochen hätte. So weit denke 
ich, kennt er mich doch." .. ^ 
~ „Ich habe, wie gesagt, kein Mandat, für Herrn von 
Wehringen bei Ihnen zu plädieren. Aber da man nur 
!das Vertrauen geschenkt hat, mich über die Ursache des 
Zerwürfnisses 'zu unterrichten, und da ich gleichzeitig die 
Ehre hatte, Ihrem Stiefsohn persönlich näher zu treten —" 
Eine sehr zweifelhafte Ehre!" fiel Arnstorf bitter ein, 
der junge Schriftsteller aber fuhr mit merklich erhobener 
E^Nein.^Herr Oberstleutnant! Eine Ehre, auf die ich 
Gegenteil aufrichtig stolz bin. Wissen Sie denn, wo 
Ihr Stiefsohn während seiner Abwesenheit vvn Berlin ge- 
iDsicn ut?" ^ 
U „Ich habe davon gehört, daß er für die Sache der 
en gekämpft hat. Kriege von d.eser Art Übewimmer 
ne große Anziehung auf schiffbrüchige Epstenzen. 
Z Es hatte ohne Zweifel eine wegwerfende Bemerkung 
M sollen, aber die Stimme des Oberstleutnants hatte 
bei gezittert, und seine Finger zerdrückten nervös die 
" gerauchte Zigarre. Hollfelden neigte, sich Naher zu 
" " »dringlichster Wärme: 
Sa« bitterste Unrecht an. wenn 
1 " hen. Denn ein Mann., 
.... - Lehens- 
,it 
mit 2,77, die Niederbarnimer Kreissparkasse mit 1.93, 
Lichtcnberg mit 1,50, Steglitz mit dem verhältnismäßig 
sehr großen Einzahlungsüberschuß von 1,33, Wilmers 
dorf mit 1,15 Millionen. In den übrigen Sparkassen 
Groß-Berlins belaufen sich die Mehreinzahlungen auf w>- 
niger als 1 Million: in Cöpenick auf 550 000 M., in 
Pankow auf 480 000 M., in Lichterfelde auf 330 000 
Mark, in Spandau auf 30Y 000 M., in Weißensee. auf 
170 000 Mark, in Treptow auf 70 000 M. und in Tegel 
auf 40 000 M. Die Zunahme der Sparbücher betrug im 
April 6853 Stück, davon entfielen auf Berlin 4181. Eine 
Abnahme der Sparkunden wiesen nur Charlottenburg 
um 88 und Spandau um 137 auf. 
oA Kein« Vergütung für Ucberstunden; qn die 
Dk^mtein. Eine für särntliche Beamten der dem Land 
wirtschaftsministerium unterstehenden Behörden bemer 
kenswerte Verfügung über den Fortfall der Vergütungen 
für Ueberstunden ist von dem preußischen Minister für 
Landwirtschaft, Domänen und Forsten drlassen worden. 
Der Minister. vertritt den Grundsatz, daß jeder Beamte 
verpflichtet ist, seine volle Arbeitskraft dem Staate zu 
widmen, und, wenn die dienstlichen Verhältnisse cs erfor 
dern, auch über die Dienststunden hinaus zu arbeiten, 
ohne daß ihm hierfür eine besondere Entschädigung ge 
währt wird. An diesem Grundsätze ist seit jeher fest 
gehalten und der Minister legt auch auf seine künftige 
ausnahmslose Durchführung besonderen Wert. Die in 
letzter Zeit bei einigen Behörden eingeführten Ausnah- 
nren sind alsbald wieder zu beseitigen, zumal auch die 
gm 1. April d. Js. in Kraft getretene neue Beamten- 
befoldungsreform den Beamten auskömmliche Gehälter 
sichert. 
obh Verdoppelung der Schanksteuersätze. Die prcgßi- 
schen Minister der Finanzen und des Innern haben mit 
Rücksicht auf die starke Geldentwertung und den wachsen 
den Finanzbedarf der Gemeinden und Gemeindevcrbände 
die für Schanksteuerordnungen der Gemeinden festgesetzten 
Steuerhöchstsätze auf das Doppelte erhöht. Diese Höchst 
sätze können auch in anderen Gemeindcverbünde» als solchen 
mit starker industrieller Entwicklung zugelassen werden, 
wenn die besonderen örtlichen Verhältnisse, beispielsweise 
ein starker spekulativer Ankauf von Gastwirtschaften, eine 
.so weitgehende Steuerbelastung rechtfertigen. 
o Kleinere Krankeribrvte. Da die Krankenbrotbezieher 
darüber klagen, daß die großen Krankenbrotc in der' 
zweiten Hälfte der Woche regelmäßig trocken und krümelig 
sind, hat die Berliner Abteilung für Brotversorgung an 
geordnet, daß vom 14. Juni 1920 ab Krankenbrot nur 
im Gewicht von 650 Gramm hergestellt wird. Auf jeden 
Abschnitt des Berechtigungsscheines zum Bezug von Kran- 
kcnbrot haben die Krankenbrothersteller ein 650-Gramm- 
Brot abzugeben, gleichgültig, ob einer dieser Abschnitte 
mit „ungültig" überstempelt worden ist, oder nicht. 
v Unbestellbare Postpaket«. Während früher Pakete, 
deren Annahme vom Empfänger verweigert wird, vor 
der Rücksendung von den Postanstalten unbestellbar ge 
meldet werden mußten, werden derartige Pakete jetzt, 
der geänderten Postordnung entsprechend, unverzüglich an 
den Absender zurückgesandt, wenn dieser im voraus eine 
andere Bestimmung getroffen hat. Wünscht der Absen 
der, daß ihm unbestellbare Pakete zunächst unbestellbar 
gemeldet werden, so muß er dies durch den Vermerk 
„Wenn unbestellbar, Meldung" auf der Vorderseite der 
Paketkarte und des Pakets zum-Ausdruck bringen. 
o Vergebung von Wohnungen im Wohnungsamt. Vor 
kurzem Hai sich ein vom Magistrat C h a r l o t t e n b u r g 
entlassener Hilfsarbeiter Wohnungssuchenden gegenüber als 
teurem und Glücksrittern in einem Atem genannt zu 
werden. Herr von Wehringen hatte für seine Person 
aichts zu gewinnen, als er sich ritterlich der Sache eines in 
einer Freiheit und in seiner Existenz bedrohten friedfertigen 
Volkes annahm, und. als er sein Blut für diese Sache 
vergoß. Denn er geriet als ein Schwerverwundeter in 
englische Gefangenschaft und konnte erst nach vielmonat- 
iichem Krankenlager die Reise in die Heimat antreten." 
Angelegentlich an dem Sprechenden vorbeisehend, be- 
zann Arnstorf mit bebenden Fingern auf die Tischplatte zu 
trommeln. 
„Weshalb erzählen Sie mir das? Glauben Sie, an 
der Meinung, die ich von dem Ehrgefühl und dem Mute 
meines Stiefsohnes habe, damit vielleicht irgend etwas zu 
Indern?* 
„Ich hoffe allerdings, daß Sie nach solchen Proben von 
Selbstlosigkeit und Tapferkeit so wenig mehr an seinem 
Lhrgesühl wie an seinem persönlichen Mute zweifeln werden, 
Herr Oberstleutnant!" 
„Weil er irgendwo als Freischärler oder dergleichen in 
Reih und Glied gefochten hat, und dabei von einer Kugel 
oder einem Säbelhieb getroffen worden ist? Nein, mein 
Lester, da gehen unsere Anschauungen, wie mir scheint, 
roch recht weit auseinander, und die Ereignisse, die mein 
llrteil über Herbert von Wehringen ändern sollten, müßten 
ürwahr ganz anders aussehen. Aber lassen Sie uns, bitte, 
licht länger bei diesem für mich mehr als unerfreulichen 
Segenstande verweilen. 
„Ich habe Sie nicht in aller Herrgottsfrühe überfallen," 
Herr Hollfelden, „um mich über die Begegnung vom gestrigen 
Abend mit Ihnen zu unterhalten. Wenn ich ganz ehrlich 
teilt soll, ich hatte eigentlich erwartet, daß Sie mir bei der 
Rückkehr von Ihrer Reise eine interessante Neuigkeit mit» 
jabe 
Oberstleutnant?" 
wirklich das Gespräch schon, v< . 
or einer kurzen Reihe von Taget, mit-. 
■***■*■•***■> 
Beamter ausgegeben, dem die Vergebung von Wohnungen 
untersteht und hat unter dieser Vorspiegelung Wohnungs-' 
suchende zur Hergäbe von Geld veranlaßt. Es wird, 
um für die Zukunft dem vorzubeugen, nachdrücklich darauf 
hingewiesen, daß die Vergebung von Wohnungen ledig 
lich durch schriftliche Verfügung des Wohnungsamtes er* 
folgt. Gültige Zuweisungsscheine müssen die Unterschrift 
ten von 2 Beamten tragen, von denen eine die des De>- 
zcrncnten oder des Bürovorstehers sein muß. Das Publi 
kum wird gebeten, sofort dem Dezernenten des Wohnungs 
amtes persönlich Mitteilung zu machen, falls eine bei 
einem Magistrat oder einer Gemeindeverwaltung beschäf* 
tigt: Person den Wohnungssuchenden irgendwelche Gegen 
leistung nahelegt, unter dem Vorwände, sie habe aus die 
Vergebung von Wohnungen Einfluß. 
o Ueber < die RegicrungÄbildung sprach gestern im 
demokratischen Verein von Schönebcrg Oberbürgermeister 
Dominicus. Die Demokraten hätten in Groß-Berlin 
51, im ganzen Reiche sogar 61 Prozent der Stimmen 
verloren. Wenn sie trotzdem mit ihren 44 Mandaten das 
Zünglein an der Wage bilden, und ohne sie wcdkr 
eine Regierung von rechts noch von links gebildet werden 
kann, sei es bloß ein Zufall. Die demokratische Partei 
hätte in der Nationalversammlung Geschlossenheit bei den 
Abstimmungen vermissen lassen und wäre in der Koalition 
den Zersetzungsbestrcbnngen und der Vetternwirtschaft der 
Sozialdemokraten nicht entschieden genug entgegengetreten; 
das hätten sie jetzt bitter büßen müssen. Die alte Koali 
tion mij ihrer geringen Mehrheit sei nicht mehr regie 
rungsfähig. Die Bildung einer neuen Regierung sei sehr 
schwierig, die Demokraten wollten keineswegs unter allen 
Umständen mit dabei sein. Ob es aber richtig sei/ bei 
der Bildung einer Regierung mit Hilfe der Rechtsparteien 
im Schmollwinkel zu bleiben, erscheint dem Redner recht 
zweifelhaft. \ 
o Die polnischen Banken bezw. die polnische Negie 
rung zahlen keinerlei Valutadifferenzcn zwischen deutscher 
und polnischer Mark ans. Da die polnische Mark augen 
blicklich nur etwa auf 20 steht, erhalten die deutschen 
Gläubiger nur ein Drittel ihrer rechtmäßigen Forde-t 
rungen. Eine große Anzahl Gewerbetreibender und In 
dustrieller waren daher bereits gezwungen, ihre Betriebe 
einzustellen und Konkurs anzumelden. 
o Briespovto r!a,ch der Tscchi-Slowakei Rach den-der 
Handelskammer zu Berlin zugegangenen Nachrichten aus 
Brünn werden Briese und Korrespondenzkarten aus' 
Deutschland nach dem Ärünncr Bezirk versehentlich immer 
noch ungenügend frankier! in der irrigen Annahme, daß 
Brünn zu Deutsch-Oesterreich gehört. "Es sei hiermit da 
rauf hingewiesen, daß für die Tschecho-Slvivakei das Porto 
für den Brief von 20 Gr. 0.80 und für die Postkarte 
0.40 M. beträgt. 
o Der Hetlpsiegcvcrein für kränkliche imb schwäch' 
gliche Krudör des Mittclste-nöes (Sitz Berlin) E. V. hielt 
gestern im Bankettsaal des „Rhcingold" eine außerordent 
liche Mitgliederversammlung ab, in der der Vorstand neu 
gewählt wurde. Zum 1. Vorsitzenden wurde Geheimer Fi 
nanzrat Dr. von B a r f e l d t (Berlin) gewählt, 2. Vor 
sitzender wurde Bürgermeister Dr. Dietzel (Werder a. H.), 
3. Vorsitzender Baumeister G r a ß m a n n (Friedenau), 
1. Schriftführer und Geschäftsführer Privatmann Pctzold 
(Werder a. H.), 2. Schriftführer Landessekretär B u r a n 
(Potsdam), 1. Schatzmeister Rechnungsrat Groß heim 
(Friedenau), 2. Schatzmeister Oberstadtsekretär Woldt 
(Neutölln). Ferner wurden zu Beisitzern mehrere Damen 
und Herren ans den verschiedensten Ortsgruppen gewählt.^ 
mich, auf das ich Ihnen nach Lage der Verhältnisse nur 
m bedingter Weise antworten konnte." 
„Ich glaube Sie zu verstehen. Und es macht mich 
zlücklich, Ihnen mitteilen zu dürfen, daß ich meinem heiß 
ersehnten Ziele inzwischen allerdings um einen Schritt 
näher gekommen zu sein hoffe." 
„Nur um einen Schritt?" 
„Ich wage nicht, schon heute ln einem noch zuversicht 
licheren Tone zu sprechen, Herr Oberstleutnant I Denn wenn 
ich auch die beglückende Gewißheit habe, daß mir Margots 
Liebe gehört, so steht der Erfüllung unserer Wünsche doch 
noch ein Hindernis entgegen, dessen Ueberwindung jetzt 
meine ganze Kraft gewidmet sein muß." 
„Etwas Näheres über die Natur dieses Hindernisses 
darf ich vermutlich nicht erfahren?" 
Hollfelden zauderte in sichtlicher Verlegenheit. . ... 
„Wenn es sich dabei einzig um mich handelte, Herr Oberst 
leutnant " 
Arnstorf machte eine abwehrende Geste. 
„Bitte, ich sehe, daß Sie es nicht können, und ich bin, 
weit entfernt von dem Wunsche, mich in fremde Auge-' 
legenheiten einzumischen. Eine einzige Frage nur bitte 
ich mir zu beantworten, eine Frage, zu der ich mich be 
rechtigt glaube, nicht nur auf Grund der vertraulichen- 
Mitteilungen, die Sie mir vor einiger Zeit aus freien^ 
Stücken gemacht, sondern vor allem um des nahen ver 
wandtschaftlichen Verhältnisses willen, in dem ich zu Margot? 
von Wehringen stehe. Glauben Sie, daß auf meiner Stief 
tochter auch nur der Schatten eines Verdachts ruhen könnte^ 
mittelbar oder unmittelbar an der Ermordung dieses Otto 
Martens beteiligt zu sein?" ' E 
»Ich setze meine Ehre und mein Leben dafür zum 
Pfande, daß sie daran nicht mehr Anteil hat als Sie 
oder ich." ' M 
„Ein Mensch, der sie zu verdächtigen wagt, würde st«.s 
also nach Ihrer Ueberzeugung auf das schwerste 
^leidigen?" , 11
        
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