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Periodical volume Nr. 126, 08.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Mer von 14 bis 20 Jahren ob. - Er hat die .Körper- und 
Geistcspflcgc, wozu- auch die'Bekämpfung der Schund 
literatur und der Kinogefahr gehört, 
zu 
ern und die 
sSpietplätze an der Offenbachev und 'Sthwalbachcr Straße 
zu verwalten. Dem Ausschuß nnterJeht das Jugendheim. 
Hx J)at ferner halbjährlich eine Prüfung der Inventarien; 
Ms .HeirnS vorznnehuten. HAf'Der' Jugendpfleger gehört' 
Mm Ausschuß mit beratender Stimme an.— Ortsausschuß 
Mr Jugendpflege. B. 1. Der Jngcndpflegeausschutz wählt 
Ortsausschuß für J'.igendvftege, dem angehören: 
M) (.-Vertreter der angefchtofsenen Jugendvereinigungen. 
Fabrikbetrieben, f) -einzeln^ Personen, die durch 
.sammeri'scht aus dein Jngeudpjieger als Vorsitzenden, dem. 
stellvertretenden Vsriiüendeu, dem Llassenftihrer. dem 
''Schriftführer, dem ftellv. S'ürisriührer und den Leitern 
der Unieranrpchiisse. 2. Die Mitglieder des Jugend- 
ipflegcnusichnises und der Leiter des Büros für Jugcnd- 
spflege haben das tzieebt, an den SLn'.ngen des OrlSanS- 
ischusscö mit beratender Srinnne icii'.r-Nchmen. 3'. Der 
Ortsausschuß s.'ihrt die " von dem Jugendßflegcausschttß 
gefaßten Acschriisß aus. Ec l-eiot rein praktische Jugcnd« 
'pslegearbeit. .4. Der Ortc-ausschns; taun ans seiner Mitte 
Heraus für Sondergebicte der Jugendpflege Unterausschüsse 
einsehen. — Allgemeines, (i.. 1. Die einzelnen Vereini 
gungen /dürfen in ihrer Eercinsarbcit nicht eingeengt wer 
den. Ihre Sondcrüeftrebtingkn und ihre Eigenart sind 
zu würdigen. 2. Die nicht otganiiierten Jugendlichen er 
halten gegen Lösung einer Besuchskarte das Recht, das 
Jugendheim zu besuchen. Eie müssen aber die Heim- 
'vrdnnng beachten und den Weisungen des Leiters der an 
wesenden Jngendveeeiltlgnng Folge leisten. Bei,iu:ge- 
HSrige.Nl Benehmen wird ihnen das BesnehSrecht entzogen. 
3. Den zur SthrUentlassnug lommenden Jugendlichen sind 
Merkblätter ans.'nhäridigen. die zum Eintritt in die näher 
bezeichneten, dem Ortsausschuß angeschlossenen Jugend- 
vereinigungen auffordern. Den Eintritt in eine bestimmte 
Vereinigung zu c:npsr'-ftn, ist sticht statthast. Die Wahl 
der Vereinigung bleibt dem Jugendlichen überlassen. 
gen des Jngcndpfleaers 
Heim auszuhängen, 
dem Jngendpfieger 
.Jugendheims, die Aussicht über die öffeutlichen Spiel-- 
Plätze und die Leitung der Ferieuspiele und Ferienwan 
derungen zu übertragen. 
.. Wir'bitten, diesen Vorschlägen zustimmen zu wollen. 
Vorlage Lesr. rmür Mifterü für di.e Tcranstal- 
trnrg vrn Flrst.rstzEteu nvo Wandrruugror. 
- Wie im Vorjahre, so sollen auch in diesem Jahre 
während der Semmerierien, Fcricnspirle und Ferienwande 
rungen für die daheim gebliebene Schnlingend veranstal 
tet werden. Der JngcridpftcaeauSschus; macht für Aie Aus 
gestaltung dieser Einristftung folgende Vorschläge: Für 
die hFerienspielc werden die Spielplätze an der Osscn- 
- Lacher- und Schwalbach-. rstraße sowie die. Kinderspielplätze 
an: der Osfcnbaeberstraße und im Birkenwnldchen vorge 
sehen. Die Spielzeiten trerden ans 0 bis 12 Ubr vor 
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Verwaltung des 
Mittags und 
nachmittags sesigesctzt. tzl.s Ziel 
für die Fericirwaiidernngen, die sich in Ganztags- und 
Halbtagswanderungen scheiden, werden der SchÜ!«rspiel- 
platz in Dahlem, Quirl Toms 'Hütte, die Alte Fischer 
hütte und nach anderen Orlen des Gruiiewalds empfoh 
len.- Die Halbtagk-wandernngen sollen- auf die Zeit von 
8 bis 3 Uhr ausgedehnt werden..' Die Ganztaeswande« 
rnngcn für größere Knaben und Mädchen (vom 10. Jahre 
ab)"sollen wöchentlich 2 mal in der Zeit von 8 Uhr vor 
mittags bi? 6 Uhr nachmittags stattfinden. Um eine Ueber- 
anstrengnng der Kinder durch übermäßig ansgedehnre Watt- 
dernngen zu vermeide», empfiehlt der Aus'chnß. die. .K'in- 
der'hin n;rd wieder mit der Eisenbahn oder Untergrund- 
bahn nach dein Gruncwald befördern zu lassen. Eia? 
Fahrpreisermäßigung wird bei den zuständigen Stellen 
erwirkt werden. Ten wandernden M indern soll eine ce- 
--vece.-sier» vsrnem :^VT.Äf!SM»rra*«SatW«| 
sägen, wird ohne zwingende Notwendigkeit kein Dritter er« 
' fahren. Vorwcigern Eie mir nt er wde 'EAsinnst, so worden 
Sie möglicherweise sehr daU> einen; Pellzcibeamtxn Rede 
stehen.müssen, und das wirb inuuerhin uiiüugs.ieh.ner für 
Sie sein." 
Die kleine Frau st'ürn sich gleichst!!; in stch selbst zurück 
zuziehen. Und ihre Händ«, die sich'krampfhaft um die ge 
strickten Handschuhe geiralojscu bsrirn, zitterten. 
- „Lir sollten mir nicht drohen!" sagte sie. „Ich 
werde auch, einem Po'i-circamtcn nichts sagen können, 
weil ich nichts weiß." 
Dabei, irtteu ihre Blicke in den. Nanu; umher, als' 
suche sre nach, einem Ausweg, durch den sie entschlüpfen 
khnße. Die Vorstellung hatte schon besonnen, und das 
-.Lh-ater war bis ruf den letzten Platz ach.At. Heinz mußie 
fürchten, daß sie eine Szene heroarnst'cn würde, wenn 
-er versuchte,,sie wider ihren Willen sesizuhalien oder sie zu' 
verfolgen. Aber er versuchte cs^noch einmal mit gütlicher 
Ueberrednng. 
" .'^-„SagA; Sie mir wenigstens, wer Cie sind und wie 
.Ose zu Qtto Martens standen!" bat er. „Ich gebe Ihnen. 
dre-'Herstcheruug. daß man Eie dann in Ruhe lassen wird. . 
selbst darüber wachen, daß man Ihnen in keiner Weise zu,- 
nahe tritt. Und Sie erweisen der Gerechtigkeit damit'einen 
.großen Dienst." 
ber die Fron schüttelte beharrlich den Kopf. 
!>'stch! I>h .habe chlhüir. so^msest. gelitchp. Und ich kann jo 
Ich LiltT^cv.S.« 
.in uÜÜiii/ ^ " 
Polizei nicht 
süßte Gries- oder Flockcnsuppe und Brot ohne Ausstrich 
unentgeltlich verabfolgt werden. Als Aufsichtspersonen 
kommen in Frage: für dieGanztagswanderungcn 1 Dame 
und' 1 Herr, für die Halbtagswanderungen 2 Damen und 
2 Herren/ für den Platz an. der Offenbacherstraße 2 Da 
men und 1 Herr, für den Platz an der Schwalbacher- 
straße 1 Dame und 1 Herr, im Birkenwäldchen 1 Dame 
und 1 Herr, insgesamt 7 Damen und 6 Herren. Die 
Auswahl der Aufsichtspersonen trifft der Jugendpflegeaus 
schuß. Als Entschädigung werden in Vorschlag gebracht 
für die Aufsichtspersonen der Ganztagswanderungen je 
180 M., für die'Aufsichtspersonen der Halbtagswandc- 
rungen je. 250 M-, für die Aufsichtspersonen der Ferien 
spiele je 400 M. Der Jugendpflegcr übernimmt die Ge 
samtleistung der' Spiele und Wanderungen. Die Spiele 
und Wanderungen sollen auf einem Spielfcst (ohne Ver 
pflegung) zum Abschluß Zebracht werden. Außer den per 
sönlichen Ausgaben, die mit 4160 M. veranschlagt sind, 
werden noch benötigt: für die Unfallversicherung der 
Aufsichtspersonen 100 M., für die Beschaffung von Spiel- 
aerätdn 2 000 M.,für die Zubereitung und Verabfolgung 
der Suppe 2500 M., für die Nährmittel 1000 M., für 
Zuoter 300 M., für Brot 1100 M., für Zufuhr der Le 
bensrnittel 600 M., für Bahnfahrten 600 M., für Ver 
schiedenes 1640 M., insgesamt 14 000 M- Im Interesse 
der Jugendpflege bitten wir, beschließen zu wollen: Die 
Gemeindevertretung erklärt sich mit den Vorschlägen des 
Jugendpslegeausschusses einverstanden und erhöht die.im 
Voranschlag für 1920 für die Veranstaltung von Fcricn- 
spiele und Ferienwanderungen vorgesehene Summe von 
6000 M. aus 14 000 M. 
Minuten W gcieöenau und MneW. 
(Nachdr. unsrer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Zur Groß-Bcrliner Wahl. Die Prüfung der Kreiss- 
wahlvorschläge für den Wahlkreis 11 (Schöneberg, Frie 
denau) der erstmaligen Wahlen zur Stadtverordnetenver 
sammlung der neuen Stadtgemeinde Berlin findet durch 
den Kreiswahlausschuß in öffentlicher Sitzung am Mitt 
woch, den 9. Juni d. Js.» vormittags 10 Uhr statt. Die 
Prüfung der B e-z i r ks ver o r du ete nwa hl Vor 
schläge und ihrer Verbindungen für den Verwaltungs 
bezirk 11 (Schöneberg, Friedenau) der neuen Stadtge 
meinde Berlin findet durch den Kreiswahlausschuß in 
'ö f f e n t l i ch c r Sitzung am Sonnabends - den 12. Juni 
d. Js., vormittags 10 Uhr, statt. Sitzungssaal für beide 
Sitzungen: Neues Rathaus von Berlin-Schöneberg, Nu- 
dolph-Wilde-Pl.. 1. Stock, Zimmer 142. 
o In unserm Wahlkreis! 3 (Potsdam II) sind für 
die Rcichstagswahl folgende Stimmen abgegeben worden: 
Deutschnational 93 374, Deutsche Volkspartei 139 986, 
Zentrum ' 21 391, Demokraten 65 901, Mehrheitssozia.l- 
traten 120 836, Unabhängige 214 025, Kommunisten 9568,' 
Gewählt sind: der Deutschnatiönale W ulle, die Volkspar- 
teilcr Dr. Strefemann und Landrat a. D. v. Kar- 
dorff, der Demokrat Dernburg, die Sozialisten 
Eduard Bernstein und Elfriede Rchneck und die Un- 
äbchängigenvZ u b e i l,. D ä u m i g Und L ö wezn st et.n. 
o LaL Ergebnis der AeichsZtogSwithl in SWruÄerg. ist 
folgendes': Deutschnatiönale 18 067, Deutsche Volkspartei 
.22 917, Zentcm.. 4002, Demokraten 13 928, Sozialdemo 
kraten 17 383, Unabhängige 23 794, Llommunisten 1147s 
Wirtscka'tliche 1240, Nationaldemokraten 47, Welfen 16 
Stimmen. — Oberbürgermeister Dom in Leus, der in 
Westfalen an der Spitze der demokratischen Liste stand, 
ist n i t gewählt worden. 
o Di? 11Liter-Elrankcnsartcn werden von heute ab 
.wieder nur mit 11 Liter Milch beliefert. 
o Slussichtspersoikln für die Ferienspiele nnd Ferien- 
wNäderLnzen gesucht, Die Gemeinde veranstaltet in diesem 
Jahre während der Sommcrferien wieder Ferienwan- 
ttcrungen und Fcrienspiele für die daheim gebliebenen 
Kinder. Für die Spiele sind die öffentlichen Spielplätze 
an der Offenbacher nnd Schwalbacher Straße und die 
Kinderspielplätze an der Osfcnbacher Straße und im Birkcn- 
wätdchen vorgesehen. Die Spiele werden in der Zeit von 
9 bis 11 Uhr vormittags nnd 3 bis 6 Uhr nachmittags 
abgehalten. Die Wanderungen teilen sich in Hälbtags- 
lmd Ganztagswanderungen. Während die ersteren täg 
lich von 8 bös 3 Uhr veranstaltet werden nnd den Schüler- 
spielplatz in Dahlem, Onkel Toms Hütte'und die Alte 
Fischerhütte abwechselnd zum Ziel haben, iverden die Ganz- 
- ragsivanderungcn für größere Knaben und Mädchen zwei 
mal in der Woche von 8 bis 6 Uhr nach der Alten Fischer- 
„Glauben Sie'denn wirklich, daß Sie sich selbst mll 
Ihrer Verschlossenheit einen Dienst erweisen? Glauben Sie 
wirklich, daß ich nicht ohnedies erkannt habe, wer Sie sind?" 
Die Frau erhob sich rasch und streifte zitternd die 
Handschuhe über die mageren Finger. 
„Es geht keinen Menschen etwas an, wer ich bin," ' 
sagte sie. „Ich danke Ihnen für Ihre Mitteilungen. Aber 
wenn Sie menschlich fühlen, so bekümmern Sie sich nicht ^ 
Weiter um mich und glauben Sie mir, daß ich über Mar- 
siens' Ende nichts weiß." 
Sie war hinausaeschlüpft, ehe Heinz sie hätte zurück- - 
halten können. Er schwankte nun doch, ob er ihr nicht 
folgen sollte. Aber die Furcht, daß sie in ihrer Angst 
einen Skandal provozieren könne, hielt ihn zurück, und 
' untätig starrte er auf die Bühne, ohne viel anderes zu ' 
!ehen, als eine Anzahl leuchtender und sich bewegender 
Flecke. 
Gleich darauf kam Herbert zurück. So ruhig und ge 
lassen, iöje er gegangen war, nahm er seinen Platz wieder 
ein und fragte nur, seine Stimme zu einem Flüstern: 
dämpfend: , 
: i, „Nun? Haben Sie etwas ausgerichtet?" 
„Nichts!" entgegnete Heinz niedergeschlagen und wieder- : 
holte ihm, was er in der Abwesenheit des Freundes noch 
nnt der Frau gesprochen hatte. Herbert zeigte sich nicht im 
mindestes erstaunt. Mit einem Kopfnicken meinte er: . 
„Ich hatte es nicht anders erwartet. Denn ich be 
merkte ja, daß die Frau irgendeine, triftige Veranlassung 
hatte, sehr schweigsam zu sem. Und eben deshalb mußte 
-ttch Sie -horhin verlassen l", .' >» 1 
. „Göen deshalb?" wiederholte Heinz verständnislos. 
„Wie soll ich das verstehen?" 
^ - „Wir durften die Frau unter keinen Umstünden gehen 
tagen, ohne zu erfahren, wer sie eigentlich ist und wo 
'wir f:e finden können. Aber es wate ein gefährliches 
Wagnis gewesen, sie in dem Z;rs!and„in dem sie sich befand, 
verfolgen'zu wollen. Und, weil ich voraussah, daß sie jede 
lnusluiisi über ihre Pcrsölr-,verw:igern> würde, .-bin Ich Mn . 
■ Ni->rrd tzädr> ' 
Hütte und nach/änderen weitergelegcnen 'Aüsslugsorteck 
des Grrtnewalds vorgenommen. Die Kircher -werden, hm 
und wieder mir der Eisenbahn oder Untergrundbahn naa> 
dem Gruncwald befördert. Es wird ihnen; dort eine 
gesüßte Grieß- oder Flockensuppe nnd Brot ohne Aufstrich 
unentgeltlich verabfolgt. Für die Leitung^ dieser Frrren» 
spiele und Ferienwanderungen sind insgesamt 7 Damen 
und 6 Herren erforderlich. Geeignete Persönlichkelten 
wollen sich umgehend werttäglich von 8 bis 3 Uhr jm 
Jugendpftcgcbüro (Rathaus, Zimmer 68) melden, wo uuch^ 
nähere Auskünfte über die Veranstaltungen und d;e. Hohtz, 
der Entschädigungen erteilt werden. . . - ' 
o Etnrrichung der Listen der Hausgcttcrbctrribenden, 
Zwifchvckmeistcr usw, Gewerbetreibende, die außerhalb 
ihrer Arbeitsstätte in Werkstätten gewerbliche Vrbett",ver- 
richten lassen, sind nach § 13 des Hansarbcitsgesctzes voin 
20. Dezember 1911 verpflichtet, ein Verzeichnis derjenigen 
Personen, welchen sie Hausarbeit übertragen, oder dnrai 
welche außerhalb der Arbeitsstätte des Gewerbetreibende» 
die Uebcrtragung erfolgt, unter Angabe der Vetriebsstätte 
dieser Personen zu führen. Die Verzeichnisse sind bis 
zum 1. Juli jeden Jahres der OrtSpolizeibchörde einzu 
reichen. . Die gleiche Verpflichtung liegt solchen Personen 
ob, welche, ohne daß sie eine Arbeitsstätte besitzen, für 
Gewerbetreibende außerhalb deren Arbeitsstätte Arbeit an 
Hausarbeit übertragen. Zuwiderhandlungen gegen diese 
Bestimmung werden mit Geldstrafe bis zu 60 M. und 
im Falle dcS Unvermögens mir entsprechender Haft bessiaft. 
o Dir Vereinigung D,eutlch,:r WohuurrgMmter, in der 
die Leiter der städtischen Wohnungsämter sich zusammen 
geschlossen haben, hält am 14. und 15. Juni d. Js. unter 
dem Vorsitze des Direktors des Berliner städtischen Woh 
nungsamtes Dr.- Laporte eine Tagung ab. Auf der 
Tagesordnung stehen: Zwangseinquarrierung, Mietssteuer 
und Ueberteuerungszuschüssc, Hochbau und Flachbau. 
o ZukkerhSchstprrise. In, Kleinhandel darf der Preis 
für 1 Pfd. weißen Kandis 2,50 M-, farbigen KandiS 
2,45 M. nicht übersteigen, darnach darf höchstens.gefordert 
und gezahlt werden für 375 Gramm weißen Kandis 1,90 
M-, für 750 Gr. 3.75 M-, für 375 Gr. farbigen Kandis 
1,85 M., für 750 Gr. 3,70 M- 
o Für Pserdrdesitzer! In verschiedenen Bezirken ist 
die ansteckende Lhmphgefäßcntzündung der Pferde, eine' 
erst durch die Kriegsverhältnisse aus dem Ausland ein 
geschleppte, sehr ansteckende Pferdckrankhcit, beobachtet 
worden. Das Wesen dieser Krankheit besteht in einer 
vorzugsweise an den leicht zugänglichen Stellen der Haut 
(am Kopf, an den Beinen, in der Geschirr- und Sattel- 
lage) auftretenden Entzündung und Vereiterung von 
Lymphgefäßen. Die erkrankten Lhniphgcfüßbahncn schwel 
len an und cs bilden sich in ihrem Verlaufe vielfach sich 
rosenkranzartig aneinanderreihend -Knoten, die im Innern 
eitrig einschmelzen, aufbrechen und zu reichlich Eiter, ent- , 
leerenden Geschwüren werden. Die Geschwüre heilen viel 
fach ab, während sich an anderer Stelle ivieder neue Knoten 
und Geschwüre bilden. Es empfiehlt sich deshalb, ver 
dächtig erkrankte Pferde irmgchend in tierärztliche Be 
handlung zu geben. Von größter Wichtigkeit ist, daß die 
erkrankten Pferde sofort von den gesunden Pferden abgc- 
i sondert,, werden./., Meldungen , über ausgetretenes Er- 
kränkungsfälte nehmen die Polizeibehörden entgegen. 
o Fälsch« Fft-Mark-Tchrrne. Neuerdings tauchen wieder, 
falsche 50-Mark-Schcine mit dem Datum vom 30. No 
vember 1918 auf. Die Scheine sind erkenntlich an ziem 
lich helle»; Druck besonders der erdfarbenen Umrahmung.. 
Sodann erscheint das Wasserzeichen kaum sichtbar, und 
wenn es zu 'skhcu ist, ist die Linienführung desselben 
scharf abgegrenzt und erst nach erfolgtem Druck des Falsch- 
schcines, also auf diesem Druck, ausgesetzt, während bei- 
echten Scheinen das Wasserzeichen deutlich im.Papier ver 
läuft. Die Nachahmung der Klischees ist gut. - 
o Keine LcLenLiMtttel in Aestprenßcn. Entgegen den 
polnischen Versprechungen, daß in Polen alle Nct ein Ende 
haben werde, entgegen den polnischen Behauptungen, daß 
in Polen alles zu billigen Preisen zu haben sei, sei fest 
gestellt, daß in dem neuen Staat Poinerellen (früher West- 
preußen) sowie im übrigen Polest keine Lebensmittel zu 
bekommen find, sondern allein auf dem Wege des Schleich 
handels zu ungeheuren Preisen — ein Pfund Butter 
40 M. — erworben werden müssen; ein Anzug aus gc- 
. wohnlichem Stoffe kostet 5000 M. (fünftausend), ein Paar 
Schuhe 2000 (zweitausend) M- >?' 
v Der Wlkchßr ans dem Papiermarrt. Die in Blan 
kenese erscheinenden „Norddeutschen Nachrichten", bringen 
ail der Spitze ihrer Nr. 115 einen -Notschrei, dem wir sol- 
gcildcs entnehmen: „Geradezu skandalös sind die Bcr- 
»««awuciaao «Maw i »trvirznzttixivr&TiiBi-Kizt&xaxiautna.’tt'amamcsrsrmtm» 
vertrauensvoll (eben louuc. Solche finden sich 
an einem Lacict -Theater- stets;. und nach zmri Minuten 
ir ciacn Me-ifchcn zur Elllle, der. mir 
•cfrl: äs'und sciattSchlauheit einen oer- 
machte. Ihm -eab ich - den 
schon, brachte cc 
hinsichtlich se'ne- 
itrauensrwrck'enden E!:ck-ruö 
Auftrag, der Frau unar.fkällig zu fa'gcn, falls sie etwa' 
das Theater verlassen soitte, iyre Adre„b und ivomöglich 
ihren Namen in Erfahrung zu bringen. Beilassen Sie siy 
darauf, in einer Stunde hadc-n wir den aewün.ichlen-' Bs« 
. scheid." 
i Heinz erkannte an, daß der Freund, sich dicsina! 
klüger und voraussehender erwiesen hatte, als er.selbst. 
Freilich hatten sic sich über eine Crunde zu Feduldenchünd 
die Zeit des Wartens war unbehaglich genug? .Endlich, aber 
tauchte in der Loge doch ein Niann auf, der Herbert mit 
triumphierendem Lächeln begrüßte und mit einem fragenden 
Seitenblick auf Heinz sagte: 
„Wenn ich dem Herrn unter vier Augen —" 
„Reden Sie nur ruhig !" forderte'ihn Herbert unge 
duldig auf. „Der Herr darf es schon tzör-rn." : . • 
„Ich habe einen ziemlich weichn Weg machen müssen," 
berichtete der Bote nun. „Denn die Frau, der Sie mir 
zu folgen befahlen, wohnt in einem Hotel garni draußen 
im Norden. Sie hat sich ein paarmal umgesehen, als ob 
sie befürchtete, daß ihr jenrand folgte,.:aber Sie können 
gewiß, sein, daß sie mich nicht bemerkt hat. Ich habe 
fällig an dci; Parlier heranmachen, und von ihm erfuhr 
ich, daß die Frau Longtree heißt und mit einem Linde 
seit einigen Tagen in dem Hotel wohnt. Mehr konnte ich 
allerdings nicht in Erfahrung bringen, aber ich denke, der 
Herr werden mit nrir zufrieden sein." 
Herbert, belohnte ihn reichlich, denn der Dienst, den 
ihm der Mann da erwiesen hatte, war ja für sie von un 
schätzbarem Wert. Und dann brachen sie auf, froh, das 
ir '•*« zp können. 
NMMöL.Mt.)
        
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