Path:
Periodical volume Nr. 122, 03.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Meldenden kirbejtsloscn Jugendlichen.-im/ Allee Km 14 
bis 18 Jahren dein Bernfscüttr. Die Fortbildungsschule 
Macht der Beratungsstelle von jedem Zu- und Abgang 
'Lines ungelernten jugendlichen ?lrbeiters Mitteilung lind 
Wirkt anst die Uugcleniien, die infolge ihrer körperlichen 
Ktstd gtzistjgcn.Fälnakeiten für einen gelernten Beruf in 
f xrage köinmen, nin Sinne der Berufsberatung be 
ehrend ein. 
Die Beratung der Schüler und Schul e- 
ft irrn e n d e r höhe r c n 2 chranstalte it. Der Auf- 
klHüligs'ärbeit dienen zunächst die Berussb'eratnngs- 
adende. Aweifelsfällc werden an Hand der Personalkarten, 
die ungefähr den gleichen Wortlaut wie die für dieVolts- 
schülcr ausweisen, in den Sprechstunden erledigt. Bis 
weilen, wird-auch die Lehrstellcnvermittlung in Anspruch 
geicoiptnen.. r ' 
'p\ < Für - jeden bedeutenderen Beruf ist ein Kartenblatt 
angelegt.'- das über' Ort der Berufstätigkeit, Anforderung 
Hinsichtlich Schulbildung - und Körperbeschaffenheit. Aus- 
bildnngsart, Bcrussgcfahrcn, Fachliteratur und 'Bcrufs- 
'vrganisationcn Auskunft gibt. Die Karten sind zwei 
farbig: grün für die männlichere Berufe und rosa für die 
Frauenberufe. Jeder Besucher wird mit Namen und 
Wohnung und Zweck seines Kommens in eine Liste ein 
getragen. Das Bcrnfsamt hat im Juli 1919 einen kleinen 
Ratgeber für die Berufswahl herausgegeben, in dem 
25 Berussarten behandelt werden. Für die Lehrpersonen 
der Volks- und höheren Schulen, sowie für die Schüler 
tmnictt Besichtigungen von größeren Betrieben ver 
anstaltet. : So wurden besucht: a) von den Lehrpersonen 
die Werkschulen der Firma Ludwig Loewe und der Fritz 
Werner A.-G., Marienscldc, die Werkschnle und hygienische 
Ausstellung der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft und 
die Werkstätten der Firma Borsig; b) von den Volks- 
schülern: der Gcwcrbcsaal in Berlin, Straßmannstraßc 6. 
.die Buchdrnckerci der Firma August Scherl; c) von den 
Gymnasiasten: der Gcwerbesaal in Berlin; d) von den 
höheren Schülerinnen: Kinderheim des Allgemeinen deut 
schen Hausschwcsternvcrcins Pankow; e) von den VolkS- 
schüleriNnen: eine Fabrik der Putz- und Fedcrbranchc. 
An dem vom Ausschuß für Berufsberatung (Berlin, 
Augsburgcrstr. GO) im Zentralinstitut für Erziehung und 
Unterricht veranstalteten zehntägigen (11.—20. Septem 
ber 1919) Bcrufsberatungsknrsus haben Gemeindeschöffe 
Schildberg, Gemcindcvcrordnetc Frl. Thomas und Assistent 
Schnelle teilgenommen. ^ 
Der von: Verein Deutscher Ingenieure in der Tech 
nischen Hochschule vom 13.—18. Oktober 1919 veranstal 
tete Ansbildungskurfus in der Eignungsprüfung des in 
dustriellen Lehrlings wurde gleichfalls beschickt. Teilneh 
mer war Assistent Schnelle. Der Beirat hat im Berichts 
jahre 6 Sitzungen abgehalten. Das Bcrnfsamt hat an 
den Verhandlungen der Kommission V des Ausschusses zur 
Regelung des Lehrlingswefcns teilgenommen. 
' (Schluß iolgt.) 
AlsMrwm w MLemii unö StöiSÄto. 
(Nachdr. unsrer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Ncchprnngslcgnng für Groß-Berlin. Der Berliner 
Magistrat slsat unter Hinweis auf die am 1. Oktober 
ins Leben tretende neue Stadtgcmeindc Berlin am sämt 
liche- außerhalb do? Stadthaushalts geführten Verwal 
tungen und an die Lebensmittel- und sonstigen KriegS- 
verioaltnngen Groß-Berlins folgendes Rundschreiben ge 
richtet: „Es ist beabsichtigt. Bilanzen der außerhalb des 
Siadthaushalts geführten Verwaltungen Berlins und der 
Lebensmittel und sonstigen KriegSverwaltungen Groß-Ber 
lins aufstellen zu lassen, die Ergebnisse der einzelnen 
Bilanzen zusammenzustellen und den sich auS Geivinnen 
und Verlusten ergebenden Gelamtverlüst auf den (Grost- 
Berlincr) Haushalt für 1920 zu übernehmen und durch 
ihn zum Ausgleich zu bringen. Zugleich soll für die 
Zeit bis zum 31. März. 1920 die Rechnungslegung vorbe 
reitet und mit größter Beschleunigung durchgeführt gvcr- 
dcn. Die Verwaltungen, die selbst Rechnung legen müssen, 
insbesondere die Verwaltungen mit Warenumsatz, die eigene 
doppelte Buchführung haben, müssen die Geschäftsbücher 
zum Zwecke der Rechnungslegung für 31. März 1920 
abschließen. Die Wiedereröffnung der Konten sür I. April 
1920 hat in neuen Büchern zu erfolgen." — Wie wir er 
führen, werden die Voranschläge in den Gemeinde 
vertretungen nicht mehr beraten werden, sondern nach 
Feststellung durch den Gemeindevorstand und die Ausschüsse 
unmittelbar dem Berliner Magistrat übersandt werden, 
o Gefrir!Nflc.ifch. In der Woche voin 31. Mai bis 
Juni -gelangen auf die 10 Abschnitte der. Nr. 23 
der Neichsfleischkartc 250 Gr. ausländisches Gefrierfleisch 
mir Knochen zum Preise von 4,75 M. zur Ausgabe. Der 
Verkauf findet am Freitag und Sonnabend von. 8—12 fcnb 
4—7 Uhr statt. ■ ; ■*\m\ i.tzltl«,«" 
o In cin-c-ml Struelrprozeß, den die.Stadtgemeiilde 
.Sclchp.eberg gegen die Stadtgemcinde -Charlottenbnrg 
führte, hat das Obcr'vcrwältungsgericht zu Ungunsten. 
Schönkbergs - entschieden.. Es,-handelt sich - darum, das 
Schöneberg als'Gesellschafterin an der Reichsgetrcidcstelle 
iw Charlottenburg mit 350 000 M- beteiligt war. Ehar-- 
sortenLurg verlangte nun hierfür Gemeindceinkommen- - 
stcucr, wogegen sich Schönebcrg wandte mit der Be-. 
uifrkung, datz'es sich um ein gemeinnütziges Unternehmen 
Handele, und die Stadt kein Einkommen daraus habe. . 
Demgegenüber wurde erklärt, Haß auch die, Getreidestelle 
-Gewinne erziele, .und die Beteiligten 5 v. H. herausbe-> 
kommen, Bezirksausschuß und Oberöerwaltungsgericht. 
sch.lossen sich den' Ausführungen Chqrlottenbnrgs au und 
-wiesen dies Klage der Sradt Schöneberg zurück. 
ö 'DcÄ Eifern« Kreuz 2. Klasse.am trettz-schWarzen 
Bgnde wurde unserm, langjährigen Mitbürger Herrn' 
K:Ew.er ^Prokurist und Abteilungsleiter Hei dcr Reichs-x 
gctreidestelle,. verliehen. 
. o . Freigab«! dos' Liartpsfelhandels gefordert. Der 
Deutsche Karjosfelgroßhändlerverband trat gestern zu 
seiner Frühjahöstagung zusammen, in der nach Vorträgen , 
vozi K ö h l e r (Stendal) u. Verbanossyndikus Dr. 'S ch a d e 
eine Entschließung angenommen wurde, in der sich die. 
Ansammlung verpflichtet,'alles aufzubieten- um die völlige ' 
Freigäbe des Kartoffclhan'oels durchzusetzen und die Kvm- ^ 
rnpnalverhände auffordert,. auch ihrerseits das neue Kar- 
toffelversorgungsshstem abzulehnen. In einer zweiten Ent 
schließung ^pMestiorte die Versammlung gegenwdiF -ge- 
Minie Regtzlstyst hev .Einfuhr ausländischer Kartoffeln und , 
ferlmigte die LinsetzUM-WO ^UeherpmchunKausfchuskeS. 
für. dre Kartoffclemfuhx. 
' o .Die ErfnitipnLsichjtc!»' Mr FrüHoöst. In einer von 
der Deutsche^' Obstb'"Hzellschaft iw.HxHrt ab^»aiM.cn 
Versammlung, ün.der die bedcutendstchi Erwerbs obstzüchiter 
und Landwirischsaftskammern Deutschlands teilnahmen, 
wurde über die Ernreaussichten für Frich- und Becren- 
obst folgendes festgestellt:. Johannisbeeren: mittel -bis 
gut; Stachelbeeren: gut, aber diese sind durch das starke 
Auftreten der StachelbcerMilbe gefährdet; Himbeeren: 
gut; Erdbeeren: mittel bis gut; Schattenmorellen: teil 
weise gut; die Bäume leiden an vielen Stellen unter 
starkem Moniliabcfall; Süßkirschen: gut bis sehr gut; 
in den Provinzen Sachsen und Schlesien sind die Kirschen 
teilweise erfroren. Es wurden dann Erzeuger-Mindestpreise 
festgesetzt; diese gelten für gute, mittlere Ware am Platze. 
Nach gründlicher Erwägung aller in Betracht kommenden 
Umstünde, die die Ernteaussichten und den Absatz int 
freien Handel beeinflussen können, sowie der hohen Ar 
beitslöhne und Betriebsstoffkosten würden.die folgenden 
Erzcugermindcsipreise für 1 Pfund festgesetzt: Johannis 
beeren, rote, weiße und schwarze 1,75 M., Stachelbeeren 
unreife 1,50 M., Stachelbeeren reife 1,50 M., Himbeeren 
2,75 M.^ Erdbeeren 3 M-, Brombeeren .3-2R., Schatten 
morellen und edle Sauerkirschen 3 M., gewöhnliche Sauer 
kirschen -1,50 M., Süßkirschen 1,20 M., Mirabellen 1,50 
Mark, FrAhzwetschen 1,50 M-, Reineclauden 1,50 M-, 
Späizwetschen 1 M., Pflaumen edle Sorten '1,50 M-, 
Pfirsiche 8,50 M., Aprikosen 3 M. 
oA Hundefperre in dem südlich:« Vororten. Die.bis 
her nur für die Gemarkungen Berlin, Neukölln und Trep 
tow verhängte Hugdesperre, die bis zum 10. Juli angeord 
net ist, ist infolge Feststellung von Tollwutverdachts an 
einem Hunde in der Gemeinde Diedersdorf-im Kreise 
Zscltow auf eine große Anzahl von Gemeinden im Süden 
und Südwcsten Berlins ausgedehnt worden. Mit Er 
mächtigung des Regierungspräsidenten zu Potsdam hat 
der Landrat des Kreises Teltow, v. Achenbach, eine vich- 
scuchcnpolizeilichc ' Anordnung getroffen, nach der sämt 
liche Hunde in den betreffenden Gemeinden bis zum 21. 
August dt Js. einschließlich anzuketten oder festzulegen 
sind. Von den Berliner Vororten sind-mit der Hundc- 
sperre belegt Lichtcrfelde, Lankwitz, MarieNdorf, Marien 
felde, Lichtenrade, Buckow, Zehlendorf, Teltow.. und 
Stahnsdorf. 
o Der FahkpreiL für die PferdeomMÜ uS linie 4 c 
(Hallefches Tor—Stettiner Bahnhof), die einzige Linie, 
die noch verkehrt, ist abermals- erhöht worden. Teilstrecken 
kosten 50 Pfg., die ganze Strecke 60 Pfg. Die Fahrpreise 
für die Nachtomnibusse und die nach den Rennbahnen 
verkehrenden Linien bleiben unverändert. 
o Dcr Scksincüepgcr Bürgerrat trat in seiner letzten 
Versammlung sür einen Zusammenschluß mit dem Frie- 
denaucr Bürgcrrat nach dcr Vereinigung von" Schöne- 
berg und Friedenau ein.. Beschlossen wurde, am 10. Juni 
eine öffentliche Versammlung abzuhalten, in der für die 
Groß-Berlincr Wahlen eine geschlossene Front aller bürger^- 
lichen Parteien gegen links gefordert werden soll. Es 
werden die verschiedenen Parteiführer von den Deutsch 
nationalen bis zu den Demokraten als Redner auftreten. 
Den Friedenaucr Bürgerrat will man ersuchen, in..gleicher 
Weise sich an die hiesige Bürgerschaft zu wenden.' 
o EtscnKahnlpikitidkr n-ach Schweden. Die Vereinigung 
der schwedischen Eisettbahnbeamten hat beschlossen, etwa 
hundert Kinder.deutscher mittlerer Eisenbahnbeamten für 
den Sommer in'Schweden unterzubringen. Der Stock 
holmer Bal/nvo.stand, Direktor Ericson,' trifft dieser Tage 
.in,Bcr'in. ein, um die Reise«vorzubereiien. 
' v Wcstpreuße«. Am Sonnabend, dem 5. Juni, abends 
8 Uhr, findet im Saale des „Hohenzollern", Handjery- 
straße, eine Zusammenkunft der Westpreußen statt. 
o Vorspiel. Am Sonntag, den 30. Mai veranstaltete 
das Lcmm'sche Konservatorium, Hierselbst, Rhcinstr. 54, 
den 2. Vorspiclnachmittag und wie gleich vorweg gesagt 
iverden muß, wieder mit gutem Gelingen. In buntem 
Wechsel zogeijj 2 und 4 Kompositionen für Klavier und 
Kompositioncti Zur Geige vorüber, welche meistens aus- 
ivcndig, xedj hübsch gespielt wurden. Besonders Her 
vorzuheben ist der kleine sechsjährige Wolfgang Seidler 
und wieder die kleine talentvolle Lotte Silbcrstein. Außer 
dem wären die 4hdg. Ouvertüren zu „Norma", gespielt 
von Käthe Bieber und Frl. Gillen, zur „weißen Dame", 
gespielt von Ilse Schildberg und Erna Albrecht; zu 
„Prcziosa", gespielt von Frl. Elsbeth Meyer und Frl. 
Lucie Kühl; Mtlitärmarsch von Schubert, gespielt von 
Herbert. Quittenbaum und Heinz Vieler, ferner von dem 
ersteren Hoch' die D-inoll-Fantasie von Mozart; das 
Schülerkonzert für Geige von Seitz, gespielt von Mar. 
got Leipnick und der polnische Tanz es-moll v. Schar- 
wenka, gespielt von Frl. Elsa Weinhöbel, recht lobend 
zu- erwähnen. Es war eine Freude, beobachten zu können, 
mit welchem Fleiß daran gearbeitet worden ist, seitens 
der Lehrer wie auch der Schüler. Trotz der drückenden 
Hitze war dcr Saal gut besucht. Am Sonnabend, den 12. 
Juni, abends 7t/s Uhr, findet nun das 3. Vorspiel statt, 
im selben Saale, in der Aula des Friedenaucr Gym^ 
nasinms (Maybachplatz). Außer den reifsten Schülern des 
Konservatoriums wirken mit die Opernsängerin Frl. 
Erika Wedekind, Konzertmeister Herr. Herm. Dies und 
Rezitator Herr Albrecht Thoelke. Es steht uns also ein 
Kunstgenuß bevor, und da der Ueberschuß für die gefalle 
nen Helden des Friedenaucr Gymnasiums bestimmt ist, 
möchten wir Alt und Jung zu diesem Abend einladen. 
; - ' - Br. 
Verelns-ßacbHcbtlen 
, l^Friedenauer Männer-Gesang-Brreln 1875. UebunaSstun- 
ven jeden Donnerstag 8—10 Uhr im „Hohenzollern". Ganges- 
kundige Herren als Mitglieder jederzeit willkommen. 
: )( Vereinigung ehenwliger Leidcnsgenossen, Berlin-Steglitz. 
Mitgliederversammlung im Restaurant Patzenhofer, Breitestrabe. 
Ecke Albrechtstraße. ' f 
)( »Die Ziele der Demokratie" ist das Thema des Bor- 
träges, den Staatssekretär a. D .Dr. .Dernburg heute abend 
sn der öffentlichen Versammlung der Deutschen demokrati 
schen Partei im Bürgersaale des Rathauses hält. ~ 
; )( S.stP. D. Morgen, Freitag, 7»/r Uhr. im Bürgersaale 
des Ralhawes: Oeffentliche Wählerversammlung. Redner: F r a n r 
Krüger und Eduard Bernstein.' )' 
)s Reichsbund deutscher Technik. Moraen. Kreitao «><>n 
raut „Kaisereiche": Mitgliederversammlung mit wlchllg^r, Tagetz-c, 
ordnung.. Zahlreiches Erscheinen imriT erwartet. Zteuanfnahmeü 
KM Eingänge'des'Saales. - - 
% Veteranen, und Kriegerverein. Die nächste: BereinS- 
versammlung findet am Sonnabend, den 5. üs. Mts., abends 
8 llhr, im Bereinslokale statt. — , l 
)( Evangelischer Verein junger Männer. Soiüitag, den 
6. Juni: Geselliges Zusammciiscin aus unserem Grunkmacospiel- 
platz, Kronprinzenallee,, Ecke Pücklerstraste. Treffpunkt: -Nach 
mittag 3 Uhr am Haüptportal dcr Kirche. 
)( Jugcndgruppc dcr Teutschen Volkspartet. Montag, den, 
7. Juni, pünktlich 8 Uhr: Beliswirt.'chastliche Besprechung«^ 
und Leseabend nicht in der Königin Luise-Schäle/ spnücrn in»' 
Jugendheim in der Gemcindeschule Offenbacher- Sträßv. 
> ' ' '. 
Turnen- Spiel, Sport 
s Der Stajsellauf quer durch die westlichen VHortr ging. 
am vergangenen Sonntag mitcr lebhafter. Anteilnahme des^ 
-Publikums ibci gutem Wetter von statten. Sieger ick Hauptwctt- 
hewerb um den..Ehrenpreis des „Berliner Tageblattes" wurde 
der Veranstalter „Teutonia", Dolkssportableilüng Per Turn-- 
gemeinde Berlin, in der Zeit von 24 Min. 58 Stkund. 100 Me 
ter zurück, an zweiter Stelle, lag das Reichswehr-Schützenba- 
taillon. Der Sonderwettbewerb sür Schulen sah die'., staatliche, 
Bildungsanstalt Lichterfelde, den sür Knabenmannschaften öie. 
Turn- und Sportgemeinde Realschule Steglitz und «bie Real 
schule Steglitz als Sieger. Die Beteiligung namentlich der Schulet» 
an dieser Werbeveraiistaliung süi! gesunde Sportbewegung war 
leider eine recht mäßige; es ist aber zu hoste»; daß sich au dem 
Stafsellauf, der auch im . nächsten Jahre stattfinden wird, dann 
auch die Schulen beteiligen werden, di: sich vicsmal merkwürdiger 
weise ausgeschlossen haben. : 
~ _ L«la»rMe« ' W 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
; Eine Unsitte bei den Wahlen! ! 
Die Wahlen stehen unmittelbar bevor, freiwillige Hilfs 
kräfte haben sich wiederum zur Versügung gestellt, um eine 
glatte Abwicklung des Wahlbctriebes nach jeoer Richtung-hin 
zu ermöglichen; im Jnterejse des Vaterlandes, doppelt heute,-. 
wo alles abhängt von einem günstigen .Verlause der Wahlen, 
da versteht sich das ganz von selber. Auch ich habe mich auf 
Bitten bereit erklärt zur Führung der Liste im Wahlrauuc, wie 
so -viele andere, darunter sicherlich auch^Lraucn und junge 
Leute beiderlei Geschlechts. Da ich Nichtraucher bin und ein 
volles-Recht zu haben glaube auf das, was ein Jeder zu be 
anspruchen nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht hat, 
auf möglichst reine und zum Atmen taugliche Luft» so erlaubte 
ich mir gegenüber dcr Person, die mich |u»t den genannten Dienst 
.hat, die Frage, ob in den Wahlräumcn geraucht würde, oa mir 
der Aufenthalt in verdorbener, rauchgeschwängerter Luft zm 
höchsten Grade zuwider und gesunöheitlich natürlich auch nach 
teilig sei. Ich erhielt die Antwort: Allerdings; die Wahllcitep 
pflegten meist zu rauchen; ich könnte mich ja in die Nähe des 
pffenen Fensters setzen. Als ob man damit den unangenehmen 
Folgen eines stundenlangen Aufenthaltes in Tabaksqualin ent 
ginge. Der Rauch setzt sich bekanntlich in den Kleidern, der 
Wüsche, überall scsi; und wenn man irgend ans 'Reinlichkeit in 
jeder Beziehung und Anstand hält, so ist man gezwungen, sich 
nach einem solchen Rauchoade von Kopf bis zu Füßen rcin an 
zuziehen und die gesamte Kleidung tagelang zu lüften; denn 
man kann weder sich selbst noch seiner Umgebung zumuten, 
sofern man wenigstens auf Anstand hält, noch, tagelang bfrn 
ekelhaften Gestand des Rauches eiiizuatmeii: Wer je viele Stun 
den lang mih einem lcidprischastlichen Raucher, auch.-wenn er 
nicht gerade raucht, zusammenzuscin gezwungen gewesen, der 
weiß, was sür eine ekelhafte Ausdünsrung von, ihm ausgeht. 
Außerdem enthält auch der Tabakrauch denkbar -giftige Zer- 
setzuugsprodukte, wie: Kohlensäure, Kohlenoxyd, Schwefelwaßer- 
styff usw., so daß ein längerer Aufenthalt in solch verdorbener 
Lust schwerste Störungen der Gesundheit hervorncfen kann. Wie 
.'sehr er den Kops benimmt und Augenschmerzen zu veran 
lassen vermag, wird wohl jeder an sich selber erfahren haben.. 
Man komme mir doch nicht mit dem erzdummen Einwand, den 
man immer wieder, übrigens auch in der Alkpholfrage, zu - 
(hören bekommt, daß diese Genüsse doch nicht so schädlich sein 
ikünnten, da manche Leute stcinalt dabei würden, -. Sind sie 
denn so alt geworden, weil sie geraucht bczw. getrunken haben, 
oder obwohl? Mag doch derjenige, der einen so.--'täppischcir 
Einwand nicht scheut, zuerst einmal das A-B-C deß Denkens 
lernen. Was denlen sich denn die Herren Raucher - eigentlich 
dabei, falls sie sich überhaupt etwas dabei denken, daß sie 
es ganz selbstoerständlich finden, vom Nicht-Raucher jedes Opfer 
erwarten zu dürfen, während sie selber nicht im. mindesten' 
gewillt sind, auch nur sür einige Stunden das Opfer der» 
Entsagung voni Rauchen zu bringen und auf die Gesundheit 
weder der freiwilligen Hilfskräfte, noch der Wähler selber die 
'geringste Rücksicht zu nehmen, wo doch durch den Andrang jo 
vieler Meitzchcn in einem kleinen Raume die Lust ohnehin 
Nicht gerade die beste zu sein pflegt. Freilich. pflegen ja Raucher, 
'.und Alkoholgenießer sich als Normalmenschen anzusehen und jedLn, 
Her nicht raucht oder nicht trinkfest ist, als Schwächling zu - 
halten. Ich habe freilich nie einzusehen vermocht, was sür eine<- 
-besondere Heldentat es ist, so Sklave einer Leidenschaft zu sein, 
Laß man nicht einmal sür einige Stunden auf den Glimmstengels 
oder da^ Glas Bier oder Wein zu verachten imstande ist. Das - 
zeigt ja gerade, wie sehr diese Genüsse die Willenskraft wie 
das gesunoe Urteil lähme». Im übrigen sollten Beamte, ob 
staatlich angestellte oder ehrenamtliche, doch so viel'Anstands- 
gefichl und ^Takt aufbringen können, sich zu sagen, daß b.oä-fV 
Rauchen int Dienste im Verlehr mit dem Publikum eine Unge- V 
zogenheit ist. Wir rühnien uns ja so gerne unserer. Kultur, hier-, 
aber versagt sie gänzlich. Freilich, durch ein Uebermaß von ' 
.guten Umgangssormen hat sich der Deutsche wohl uiemals aqs-.- 
gezeichnet; aber seit der ruhmvollen Revolution ist vollends^ 
jede Rüpelei das sicherste Zeichen der Freiheit. —. Wen» ich P 
hier scS>r derbe meine Meinung ausgesprochen, so -.hat miiv'ii 
dazu die unerhörte Rücksichtslosigkeit der Raucher gezwungen, ^ 
die Beirrt Rauchen keinen anderen Maßstab kcitnt, als d'as eigene ' 
selbstsüchtige Vergnügen, ganz gleich, ^vb cS. dem Nichtraucher ' 
Im. höchsten Grade, lästig oder selbst schädlich ist. G.isi gleiches ' 
.Recht sür alle, so nehme ich das iauch sür mich in Anspruch, Maz 
das dem Raucher gefallen oder nicht. .Ein Wähler.. , 
■ : WeE«lS mutz Jederm'asmr -et» Wahlrecht i 
Wenn die Reichstagswahlen eine sozialistische Me( 
heit ergeben, 
)( Deutscher demokratlsch« «tret» für Schpneberg. D eril 
, u i g, der h e fi.tr tm Bürgersqale chA'BriedenauM Rathauses 
spricht, spricht am Freitag 4. Juni. abends 8 Uhr, In dev Aula der 
Rückcrtschule am .Stadtpark, Rätherstraße, über: „Demokratie' 
ind Wieedrausban". Weitere Redner sinL>': Abg. Nuschle, Freu 
- ?euß, Prof. Dr. Nordmaun. ( ' ' .. ''' v ’ 
- Mt ' KriegSbeschsLGÄ,' »pttgi>tetk,t!h«et; 
HM^'bencn und ehemalig. Gefangenen. Ortsgruppe Frie- 
Morgen, Freitag, den 4. JtM^rudi 
jtzlx-;- 
„ewütet hat. in Rußland, in Ungarn, in Münden'/ija-} 
Rahrbezirk — ’bi? Folge war jmmer (der' ZÄfall dysV.e 
Wirtschaftslebens, steigende Teuerung und Vexewnöütty \ 
des Volkes, Entrechtung.des Bürgertums, ZeM-ck«u^V 
deß Ktttelstflndes.- Verdrängung der IJnteM 
sjrerbung ..der .Resigion äuS den- Schulen, da» 
ruhe und' Bürgerkrieg.' - Wer da5' verhilidern 
Ordnung und Ruhe im Lande wünscht, wc 
wußte, sachkundige Regierung- schaffen will-- 
äuK. dem jetzigen Elend herausführt, der ' 
Y'i
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.