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Periodical volume Nr. 135, 18.06.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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KLchpkü^ zn j, helfyn.Pde» ^NMftön.^Freiido^W^bi^ei.icn,.. 
Msr-fciiii Strebt',». ^Wer so.chiestcr.-nür'kim-G»techt»n'rf»^^ 
-änderet sHttfLeUnsLel.'sah, dMlMsgeH:bt»'fürzastcWntenH 
Wiede,; söister Msche! , «'. •■■•1U ■ —-I* 
|i o l6.s<L4Z.)^Preiißi^-TLSÄ^8tWeii.^'s6!seiilati.rric Die? 
"Ziehung'-d'exp1 V ili4.se .'findet nm•U'$:<-ti{»bJH*l;f^i^t' fsiVtt| 
We -'Ernduer-üngslose liegen vom^4i-5J^nt?für-'iFrtedenattk 
4»ej. .dem hiesigen Lotkerieointt^htner HiMckid, Ryetustr. 4/. 
zur Einlösung aus. Für neue Spicker'sind -stets Loses 
vorrätig, Einsätze und höhere Gewinne werden vom, 1'4.' 
Juni, an Ausgezahlt. Der' Preis der Lose beträgt jetzt 
für--.jede Klasse-V» - 7,80 M-, Vt - 14,60 SW., Vs - 29/20 
Mark, Vi - 68,40 M. 
o.Dle HnnSft'M im Retchrtr rrtschafiKxat. Dem Ver 
bände Deutscher Hauöfraucnvereine sind im Rcichöwivt- 
s chastsrar" Ziuei 'Sitze' zugcstandklt" worden. Er'hat dir".' 
für wöben einer Dame ans Mannheim Frau Charlotte 
M uh, Ü m, die Vorsitzende der Zenirale der Hanssranen- 
vercine-Groß-VerliiiS gewählt. Das bedeutet für die 
HauSsraaen einen großen Schritt vorwärts: .Die Aner 
kennung der Hausfraiienarbcit als bcrnslicher Leistung. 
Fvqu Mühsailt sprickt Donnerstag den 3. Juni, 7Vs Uhr, 
in der Generalversammlung des Fricdenaucr Hausfrauen 
vereins, die in der Königin-Luisc-Schnle in der Goßlcr- 
straße stattfindet, über „die wirtschaftlichen Wünsche der 
Hausfrauen an den kommenden Reichstag". Sie wird da 
bei auch betonen, wie dringend in der heutigen Zeit auch 
die Hausfrauen einer festen Organisation bedürfen, um - 
ihre sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen zu 
fördern. Die Mitglieder des HauSfrauenvcreinS werden 
gebeten, zahlreich zu erscheinen und Gäste einzuführen. 
Der Verein ist politisch und konfessionell neutral. i 
o Der Verein der Gartenfreunde, der am Sonntag eine 
Besichtigung der Gärtncrlehranstalt, insbesondere der dor 
tigen Obstbanmzucht vorgenommen hatte, hielt Montag 
eine Mitgliederversammlung, im Gesellschaftszimmer des 
Ratskellers ab, die Her Vorsitzende, Herr Staatsbank- 
buchhalter Krüger, hegen i /ß Uhr eröffnete. Er be 
grüßte die Erschienenen, insbesondere Herrn Garten- 
inspcktor Krv.nberg jDahlem), und kam dann- auf die 
Verteilung der Sämereien und der Pflanzen'zn sprechen. 
Die Sämereien seien im -großen und ganzen gut ausge 
gangen, allerdings habe er auch Klagen gehört, doch 
müßte hier wohl festgestellt werden, ob nicht 'etwa durch 
die Vögel die Beete ausgefrcssen tvorden sind. Bei den 
.Pflanzen wurde der Preis vielfach beanstandet. Hier 
handelt es sich darum,' daß von dem Verband der Gärnier 
festc Preise festgesetzt waren. ^ Durch die außerordentlich 
günstige Frühjahrswitterung sind nun aber sovielc'Pflan- 
zcn ans den Markt gekommen, das; die Gärtner, die ans 
Wocheninürkten mit Pflanzen handeln, die Preise herab 
setzten. Man wisse aber nie, was für Pflanzen man 
dort erhalte, während durch den Verein ausgesuchte Torten 
abgegeben würden. Herr Garieiiinspcktor- S t a b c unter 
strich diese Ausführungen des Vorsitzenden und bemerkte, 
daß wir in diesem Jahre ein Werter wie im Paradiese 
haben. Ein Herr meinte, daß or. als Bereinsmitglied 
niedrigere Preise zahlen inüsste, als Pflanzen sonst ver 
kauft werden. Der Vorsitzende entgegnete ihm, das; dann 
'der Jahresbeitrag nicht 4 M., sondern 20 M. betragen 
.mußte. Herr. Dr. S ch a e s e r-bemängelte die erhaltenen 
Kohlrabipflanzcii, die in die Blüte gegangen wären. Herr 
Gärtnereibesiher Werner gab Erklärungen zu der Preis 
festsetzung und bemerkte gegenüber den Ausführungen des 
Herrn Dr. Scharfer, daß er gerade entgegengesetzte Er-' 
.sahrnngen gemacht habe, er habe sich selbst darüber ge 
wundert, daß nicht eine einzige Pflanze in Blüte gegangen 
sei.^ Nachdem der Vorsitzende kurze Vorbemerkungen über 
die Obstbaunizncht in der Kleingarrenanlage an der Wies 
badener Straße gemacht hatte, hielt Herr Garteilinspektor 
Kronbcrg- iDahlein) einen -Vortrag über Obstbanm- 
ANcht und Kteinobstbaumschnitt. Er betonte, daß für Klein 
gärten Slainnlobstbäinne, die erst - in vielen ' Jahren Er 
träge bringen, nicht anzupflanzen seien, sondern die sogen. 
Schnurbäuine, die schon' in wenigen Jahren reichliche Er 
träge liefern, so daß derjenige, der che pflanzte, selbst 
noch s Nutzen von ihnen-habe. Man könne nun die Obst-, 
banmzucht nicht' nach einem Schema .organisieren, sich 
miü>t nach solchen Ankündigungen richten, die gewisser 
maßen Obst für das ganze Jahr.voraussagen. Dann 
'bekomme man' vielleicht nach ö Jahren einen großen 
Waid, - aber keine Früchte. Man pflanze vielmehr' reich 
tragende. Sorten und beachte dabei die Grundlage. Ans 
seiner reichen Erfahrung berichtete der-Vortragende nun, 
wi-c notwendig, cs sei, beim Obstoanmnnkanf Fachleute 
zu Rate -zu ziehen und wie oft durch die Baumschulen 
dein-Lläufer Bäume aufgedrängt werden, die besser nicht 
yölt üon mcin'er- Seite entwickelt hat. Es fing, wie Sic 
lviffcii, damit'an, daß ich i» einer 'gewissen Nacht rein zu- 
sällig gerade in- dem Augenblick an Ihrem Hause ovrüber- 
ging,' als Sie ciiic.t- sch-vn-.ii und eleganten jungen Dame 
das Geleit bis auf die-Sträße hitiaus gaben. Meine guten 
Augen .gestatteten-wir, das Gesicht der Danie in alten Ein 
zelheiten «zu erkennen, und eS war wir,'als müsse ich dies 
Gesicht schon früher einmal gesehen haben. Aber es konnte 
nur eine' flüchtige und für mich bedeutungslose Begegnung 
gÄvesen sein, da ich mich, bei meineiil ausgezeichneten Ge 
dächtnis; sonst ohne Zweifel sogleich erinnert haben würde,' 
wo uiid .unter welchen Umständen sie stattgefunden. Auch - 
die -zufällige '.Wahrnehmung jener-Nacht interessierte mich 
recht-wenig, und sie tauchte erst- wieder in weiner Er 
innerung auf, als ich in der Zeitung von der Ermordung 
detz mir völlig ' unbekannten Otto Martens las, und davon, 
daß Sie es gewöfen feien; der ihn um drei Uhr morgens 
aNf och: Haustreppe gefunden. Aber auch- dabei kam mir 
zuüächstcEein anderer-Gedanke als etwa der: '.Ein recht 
-häftlichek Abschluß für -eine ohne Zweifel sehr angenehme 
Rächt!' Pitte, entrüsten Sie sich nicht," unterbrach er seine 
Erzählung, als Heinz eine unmutige Bewegung machte, 
„Ste haben mich jü ersucht, ganz aufrichtig zu sein. Die 
Sache-gewann also, wie gesagt, ein gewisses rein psycho 
logisches. Interesse für mich erst mit dem Augenblick, wo 
ich. dle sehr ausfallende Veränderung in Ihren, Btznehmen 
bemerkte. Nicht, daß Sie der Kriminalpolizei die An 
wesenheit- der'jungen Dame verschwiegen und über die,. 
-Art. wie-Sie di-e Nacht'zugebrachß nicht ganz zutreffende- 
Angaben - gemacht hatten, erschien mir verdächtig, sondern'. 
was -mich stutzig inachte, war einzig die sonderbare Ver-' 
störtheltz.Jhres Wesens und die höchst charakteristischem 
Anzeichen eines schlechten Gewissens. Ich glaube nämlich 
«n ebenso guter Beobachter zu -sein, als Sie ein schlechter 
-Schauspieler sind, mein bester Holifelden." 
' „Meinetwegen! Aber das alles, haben Sie mir schon 
früher angedeutet oder ausgesprochen, Herr Doktorl" - 
aw cch l,- ich - bi n v oitz Ansang - an .a ukncktM. veaen 1 
gejislanzt swerdett.^solljM.P-Erßbessrtzach'.hierbei besonders: 
»d ie Veredelü ngäundsemifirvölcher^Uyt«rlage.r dieVeredelung - 
crsolßen»soll'- z'Mhn-ve.rsa.nZe.:-bcstri{Eintztuf-immer.':dibtz 
sjcilchc Unterläget der iDextzdellMgw biet nachLfaäsmannischtz^l ' 
sV.Unl» erpMt KwMdcn^jst.^':Erümack)te MeRwer-näherp 
r.MsU'citungeif-unh'WeÄvbiltc '.dünn! lästgcr -MinFOHstbauM. 
zschustte und s erklärte /sich' bereit, im) August - einmal 'den 
tObstbäiimschnitt/iN! der Gärtncrlchymsta^ - odxr '-'auch,' in 
..den >Kleingäkten' praktisch vorzuführen, tz Dieses' ..-.Pliter- 
bietentz würde'dankbar irnd freudig angenommen ündtdem ; 
'Vortragenden für' seine lehrreichen-' Ausführungen Icb- 
hastcr Beifall gespendet. Der Vorsitzende bemerkte, daß 
er zu Heu praktischen Vorführungen durch den „Fried. 
LokalMuzeiger" einladen, werde. Bei dem Punkt: „Be 
stellung von Obstbäumon-für den Herbst teilte der'Vor 
sitzende mit, daß die Bestellungen durch. Herrn Gärtner 
Werner, Laubacher Straße 9, gemacht werden sollen. 
Die Mitglieder, die Obstbäume wünschen, mögen das 
Herrn Werner unter Angabe der Sorte mitteilen. Herr 
Gartenivspeltor K r o i»b c r g nanntcf nun auf Wunsch eine 
größere Anzahl ernpfehleuswertcr Obstsorten, von - denen 
wir folgende hier anführen: Pfirsiche: Alexander, 
Levango, rote Triumpf, späte Eiserner Kanzler; Äpri- 
tos enu Mopart und große Frühe; Pflaumen: grüne 
Ontario, grüne* Jcffersvn, röttich-gelbe Viktoria, rötliche 
^Auua-Spä't, runde blaue Niesers Fruchtbare, frühe Bü- 
lontal, von Mirabellen: Metzer und Nancy. Dann 
die blauen Bauernpflanmen oder Hauszwetsche und Wil 
helmine (spät). Kirschen süß: Cassins frühe, Wink 
lers weiße, Prinzessin, Königin Hortcnsis (letztere auf 
Sauerkirsche veredelt, die anderen nur auf Süßkirsche). 
Sauerkirsche: lange Lotkirsche; Birnen (zu wählen 
sind schwachwachscndeBäume):Christbirnen,JulieGuylons, 
gute Luise, Le Lektin, Komteß de Paris,'alte auf Quitte 
veredelt;, von größeren Formen: Thiels Butterbirne, Julie 
Dechans, frühe von Trevcaux, Präsident Rouchard und 
Bocks Flaschenbirne; Acpfel: Cromsel, Parmäne, Anna- 
Raiiiette, Orange-Nainette, Schöne von Boskotz (auf 
Paradies), iveißer Klarapfel, Lord Grobenoer, Ernst Bosch, 
Kalwicl, Bauinann-Rainette,. Minister v. Hnrnmerstein, 
Sclöne von Pondvi,e; Stachelbeeren: Hürnigs frühste 
helle, weiße und rote Triumpf,. grüne Fkaschenbeere, Prinz 
von Oranien; Johannisbeeren: rote Holländer, 
hochrote' sehr frühe, schwarze Traube; für Johannisbeeren 
cmpsahl er die' Firma Rosenthal in Rötha (Bez. Leipzig). 
Himbeeren: Harzer Juwel; Erdbeeren (in 60 Ztm.- 
Reihen, in den Reihen 25, Ztnr.): Sieger, Dtsch.-Ebern, 
Späte von Lcopoldshall. Riese von Vierlanden. Die. 
Köttigin Luise empfahl er nicht, sie. wächst gut, aber liefert 
kein Gewicht. — Herr.Brücker brachte nun in Vorschlag, 
die Staiidcngärtncrci votr Karl Förster in Bornim bei 
Potsdam einmal zu besichtigen. Der Vorschlag fand An 
klang, man will ihn mit einem Ausflüge nach Sanssouci 
verbinden. Ueber den Zeitpunkt dieses Ausflugs wird 
näheres im „Fricdenaucr Lokal-Anzeiger" mitgeteilt wer 
den. Nachdem noch einige Anfragen erledigt waren, schloß 
der Vorsitzende die Versammlung gegen 11 Uhr. 
o Die össchtlichc Versammlung, die die „Wirtschaft 
liche Vereinigung für den gesamten Mittelstand" nach 
dcm oberen Saale des „Hohenzollern" einberufen hatte,. 
>7 ar nur von 30 Personen besucht. Herr Drogist P c tz o l d, 
ein ehciualigcr Fri.oenauer, hielt den Vortrag, in welchemi 
er ans die Notwendigkeit hinwies, den Mittelstand zu- - 
sammenzi.schweißen, damit er aus dem Zustand. des - Ob 
jektes znin Subjekt werde. Zahlenmäßig sei der.Mittel 
stand genau so groß wie die Sozialdemokratie, und man 
könne cs. nicl-t berstchcn, daß -er seine Macht nicht ver 
wende. B-i dem früheren Wahlrecht war das nicht mög 
lich, da mußte sich der gewerbliche Mittelstand bei der 
S.iminabgabc nach seiner Ltnndschast richten. Jetzt sei 
es anders. Der Gewerbetreibende könne nun wählen, 
wie er-ivill. - Er wies auf die Gefahren hin, die aus 
der Soziali-ierung und Kommunalisierung, wie sie von 
der Sozialdemokratie gefordert werde, für den gewerblichen 
Mittelstand erwachsen. Der Mittelstand müsse sich auf 
richten, und wenn, jeder seine Schuldigkeit hw, könne 
er mit einer Anzahl Vertreter einziehen. Und ivenn 
diese .Zahl zunächst auch nur klein sei, die Sozialdemo 
kratie hätte Anfangs auch nur 3 Vertreter und ist jetzt 
zn einer großen Partei angewachsen. So.' könne cs auch 
hier kommen. Die Eurwickluug werde dahin gehen, daß. 
wir zu. einer politischen Uingestaltnng kommen. Dass 
Drci-Parteicn-Tpstem habe sich ja auch "in England be 
währt. Und so sollten die Arbeiter die Linste, die seudaleui 
Herren die Rechte und der Mittelstärjo die M'tte bilden. 
Er sprach gegen die Kriegsgesellschastcn, hob hervor, daß, 
während hier Zuckermangcl herrsche, siir 36 Milliowsm 
gewesen. Und ich habe Ihnen auch jchon gesagt, an 
welchcin Zeitpunkt sich das rein akademische Interesse an 
dem Fall für mich in ein sehr persönliches verwandelte." 
„Sie erklärten, das fei geschehen, als Sie die junge 
Dame in der Gesellschaft der Komtesse Waldendorff wieder 
sahen." • 
„So ist es. Und nun muß ich mich, um auch weiterhin 
aufrichtig zu sein, wohl entschließen, auch den letzten Rests 
von Achtung preiszugeben, den Sie mir' möglicherweise 
bisher noch.bewahrt Haben. Also ich .wußte, daß die Kom-' 
teste Waldendorff im besonderen Auftrage'sehr hochstehen 
der und einflußreicher Persönlichkeiten des Zarenreiches von ' 
russischen Geheimagenten scharf beobachtet werde. Ich., 
wußte cs, wdil ich selbst so eine Art von Geheimagent der l 
russischen Regierung bin, nicht erst seit heute und gestern, 
sondern schon seit dem Tage, da ich als junger Student 
die Berliner Universität bezug." , . ,. 
„Ah! Ist das nun wirklich Ihr Ernst ? vdeß beliebt! 
es Ihnen noch immer, sich.übxr- mich, lustig zu machest?" ‘ 
„Nein, es ist mein voller Ernst.'. Ich sagte Ihsten ja- 
schon, daß ich mir auf einä Fortdäüer Ihrer Hochachtung 
von diesem Äugenbstck an keine Rechnung mehr mache. ; 
Aber lasten Sie uns. bei dem bleibexi, was fütz Sie ein ■ 
Interesse hat! Ich wußte also, dätz die Komkesse für 
meine.Regierung ein Gegenstand des.Mißtrauens war, aber' 
die Ursache war mir zunächst nicht bekannt. Um sie zu. er» 
fahren, mutzte ich mich erst mst den. betreffenden Peters 
burger Kreisen in Verbindung setzew, und' da ich mich in. 
diesen Kreisen'eines weitgehenden Vertrauens erfreue, er-' 
langte ich nach und. stach Kenntnis vim"Dingen, die pller- 
dings danach angetan waren,' den Fall Martens für mich 
it» eine ganz stpue Beleuchtung zu rücken./Ich.erfuhr, daß 
'die Komtesse Hermine Waldendorff Miglich in ihrer Eigen- 
ischaft als Schwester der ihrem Gatten entflohenen Prinzessin 
Upraxin beobachtet werde- Und ich wurde dadurch, daß man 
Den Rechtsanwalt Berget'mir gegenüber, von feiner 
Schweigepflicht entband, aü'ch von der^ Rälle unterrichtet, 
di<,d^r ehrenWekte Herr Martens S«Wlt hatte. -Bei der 
MarktZÜcker/nachtzEnglaiib-Gegangen sei, unk» -setzte 
: ein ander, (däßf die »bisherigen 'Parteien, die sich ho.chtönlM- 
.VökksSwrteürn rneiwen, >biWr» nichts für Pen Mittetstaich 
" gstan'Wbsn^ und *aüMnGtS itun .konnten^- weis,die Eerst 
"trekt/WM. i'Bei/dtznK-DeütfchnaUönalen ist -d«p:einzigo 
Verttzeter-fder: Av'geörünet'eHHchnmer. Sv.-sehr zer- dessen 
TätiMitfastictzkestne," stehe5dieser doch völlig allein'und 
könne .nichts-erreichen. Sonst) habe man die Syndici.der 
Verbände'.'in die Parlamente geschickt. Diese mögen acht 
bare Herren sein, aber, wie es dem ^Mittelstand gehe, 
das wissen sie nicht, weil sie darüber nicht die persön-- 
liche Erfahrung hüben. Er forderte dann auf, daß, jeder 
seine Meinung prüfe und der Liste seine Stimme.gebe, 
die für den Mittelstand wirke.. In der Aussprache wandte 
sich Herr Gem'eindeverordneje'r Lange gegen die'wirD 
schaftlichc Wahl zum Reichstag, empsahl aber, 'bei".Mi 
Kommunalwahlen für die wirtschaftliche Liste zu. stimmen. 
Auch Herr Gomeindeverordneter Müller verbrach fickst 
keinen Erfolg von der wirtschaftlichen Wahl züm Reichs-- 
tag und verurteilte das Tuchgeschäst mit England- Herr 
Geheimrat Vvgt hält es auch nicht für richtig, eine 
eigene Partei zu gründen und dadurch die Stimmen zu 
Zersplittern. Wie die politischen Verhältnisse jetzt liegen 
müsse man große Parteien haben, denn aus dein Reichs 
tag werde jetzt die Regierung gebildet, die kleinen Par 
teien müßten sich also irgendwie entscheiden. Er empfahl, 
nicht cxtrein rechts und auch nicht extrem links zu wählen, 
sondern denjenigen Parteien-die Stimme zu geben, die 
in der Regierung und ant Wiederaufbau mitarbeiten 
wollen. In seinem Schlußwort betonte Herr Petzold^ 
der auf die Ausführungen der einzelnen Redner Näher 
einging, daß uns nur Arbeit retten könne und schloß, 
mit der Aufforderung, für die Mittelstandsliste einztl-- 
treten. Die Versammlung wurde gegen 10 Uhr geschlossen. 
o Ein brennender Gütcrzug. Auf dem Verschiebe- 
bahnhos Tcinpelhof au der Schöneberg-Tempelhoser Grenze 
fingen heute Vormittag mehrere mit Heu, Stroh und 
Nutzhölzern beladene Waggons eines Güterzuges Feuer. 
Der Tempelhofer Feuerwehr gelang cs, zunächst die bren 
nenden Wagen zu isolieren.. Erst nach einigen Stunden 
konnte der Brand, der durch Funkcnflug von der Lokomo 
tive her entstanden war, gelöscht werden. 
o AlA Leftmd.an ist dem Fundbüro im Rathause ge 
meldet eine kleine Halskette, ein Paar Damenhandfchühe, 
1 Paket Lebensmitteikarten und ein einzelner Tamcn- 
haiidschuh. 
Vereins-?2s6)rickten 
)( K.P.D. fTpartakusbund). Oefscntliche Vcrsämmkung :ltor-.' 
gen, Donnerstag, >/z8 Uhr im Reformrealgymnasium (Homuty- 
straße). Klara Zetkin und Wilhel,n P i e ck sprechen übst,* 
^.Spartakus und Reichstag". Eintritt 50 Pfg. - . .. 
)( Deutsche demokratische Partei. Morgen» Donnerstag, 
Abc>»ü 8 (Uhr, wird Rcichstagskandidat Staatssekretär a. D. 
Dr. Dernburg im Bürgersaal des Rathauses in einer ösfent- 
lichcn Versammlung über „Die Dcmolratie im neuen -Dentsch- 
kand" sprechen. Er wird ganz besonders- bie Äirtschaftsfragelr 
erörtern und über die bisherige Tätigicit der Deinokrätcn be 
richten. Frühzeitiges Erscheinen ist. zu emtzschlen, da starker 
Andrang erwartet wird. .. h-.V ' . ■ 
)( Sozialdemokratischer Wahlvereln S.P.D^, Ortsgruppe 
Friedeuau. Am Donnerstag, den 3. Juni, abends 6 Uhr: 
Flugblattvcrteilung. Treffpunkt: 'Restaurant. Kähi;,, 
Hackcrstraße 3. — Am Frestag, den 4. Juni, abends 7i/j_ Uhr, 
öffentliche Wählervetsammlyng im.' Bsirgersaal' deS.KMthyüsSZ. - 
Res.: G.enosse Franz Krüger und Genosse Lehrer ?lendt. 
— Am .Sonntag, den 6 .Juni, befindet sich das Zentral -Wahl- 
büro im Restaurant ,.Hohei,zollcrn", Handjerystraße 64.- Die 
Mitglieder werden ersucht, sich zur Wahlhilfe dort einzusinücn. 
)( Deutsche Volkspartci. Am Vorabend der cntschcidungs- 
vollen Wahlen soll noch einmal allen denen, die etwa noch 
schwankend sind, wem sie ihre - Stimme am 6. Juni zu gebeir' 
haben, Gelegenheit geboten-werden, sich -über die von der Deut 
schen Volkspartci vertretenen Ziele zu unterrichten.' Hierzu wirb 
am 5. Juni abends '8 Uhr tu der Aula des Rcfortnrealgynr- 
nasiums in der Homuthstraße der -Reichstagskandiidat Herr 
v. Kardorff über die Deutsche Volkspartci und -die Wahlecc 
sprecheil. Da starker Andrang zu erwarten ist, empfiehlt sich srüh- 
zcitiges Erscheinen: ' . ■ , : > 
Ber^n und Vororte 
§o Die Necklwkh.'n dev Lanstwitzer ExplosionsPAgkücks. 
Die Lichterfelder Gcmeindevertretniig hat in ihrer gestri 
gen Sitzung auf Antrag des-Gemcindevorstandes beschlos 
sen, 'bni Lichterseldc'r Einwohnern und Grundstückseigen 
tümern, die durch das Lantwiper Explosionsnnglück ge-, 
schädigt worden sind, zur Bescifigpng der Schäden .ns 
besonders? schweren Fällen Darlehen gegen Sicherheit zu 
gewähren. . Die Bestimmung hierüber wurde einem 52lus- 
schuß übertragen-; die Anträge sind bis zum 15. Juiif 
sreundschafUichen.Natu/ Ihrer Beziehungen zu den er-, 
wähnten Damen kann ich wohl annehmen, daß alle dieses 
Dinge auch Ihnen bereits bekannt find." 
„Sie find mir bekannt." 
„Ich kann mjch also kurz, fassen.. Man weiß-in Peters- 
bürg, oder Man glaubt zu wissen, daß die Prinzessin Apr-fin 
während der letzten Dionate ihres dortigen Aufenthalts 
höchst bedenkliche Beziehungen zu Leuten unterhalten hat, 
die mit der Organisation einer allgemeinen revolutionären 
Volkserhebung beschäftigt sind, und Sie begreifen, daß man 
ein sehr, lebhaftes und sehr' berechtigtes Interesse darait 
hat, sich in deck Besitz von' Deweisinaterial gegen diese 
Leute zu bringen. Als ein solches Beweisinaterial nun 
betrachtet man die Briefe, die zu schreiben die Prinzessin 
Apraxin die Unvorsichtigkeit hatte, und Die auf irgendeine 
legale oder illegale Weise in die Hände des erwähnten- 
Martens gelangten." - . . 
„Auf. eine höchst illegale Weise, wre ich Ihnen ver-'^ 
stchern kann. Der Schürte hat sie, einem auf den Tod 
verwundeten Kameraden mitsamt seiner Barschaft gestohlen.^ 
„Er selbst hat dem Rechtsanwalt Berger gegenüber 
den Erwerb der Papiere auf anderyWeife erklärt, aber ich 
bin überzeugt, daß Ihre Quellen zuverlässiger sind als die 
Angaben dieses dunklen Ehrenmannes, und ich wäre der 
letzte, mich zu seinöm Anwalt zu machen. Genug, daß er' 
die Briefe besaß, und daß er klug genug war, ihren Wert 
richtig zu taxieren.^ 
bürgte Ihren — Ihren Hintermännern für 
vte .Echtheit der von Martens angebotenen Bliese ?" fragte" 
Heinz, einer plötzlichen Eingebung folgend. „Konnte et 
md)! mts einer harmlosen KorrespontWz, die er in der 
gestohlenen. Brieftasche* des Verwundeten vorgefunden, eilt 
paar staatsgefährliche Dokumente fabriziert habsti; mit deren 
Erwerbnttg die Käufer gründlich düpwrt gewesen wären?" 
Dombrowski läckelte. 
sFortsetzuug folgt.)
        
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