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Periodical volume Nr. 58, 08.03.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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»tsnallikh 1,60 Mark,- durch Bote» 
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» Rfftttpf* II* 4.— Mark. Belegnunmicr 20 P,'g. 
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Jerlin-ZriÄeuk», Jirmtse, den 1. Znni 1329 
Sshrg. 27 
NLLLste Zülchüchten. 
B c r l i n. Reichswehrministcr Qi c fj f e r hat vor 
seiner Abreise nach Breslau eine Verordnung erlassen, 
die den Angehörigen der Reichswehr den Beitritt zum 
Frontbund verbietet. 
Berti n. Im Ncirl'.svcrkchrsministcrium fand, wie 
amtlich gemeldet wird, eine Besprechung statt, in der vor 
bereitende Maßnahmen für die Leitung des gesamten deut 
schen Güterverkehrs nach dem Gesichtspunkte des 
betrieblich und wirtschaftlich vorteilhaftesten Weges ge 
troffen wurden. Die aus dem früheren Wettbewerbe der 
Staatsbahnen der Länder hcrvorgegangenen Leitungswegc 
der Güterzüge sollen baldmöglichst beseitigt werden, so 
weit sie unwirtschaftliche Umwege zur Folge haben. 
Schildau bei Torgau. Hier haben die Fern 
sprechteilnehmer des Ortsnetzes beschlossen, sämt 
liche A n s ch l ü s s e vor Inkrafttreten der neuen Gebühren 
ordnung zu kündigen. 
Breslau. Der „.Heim schuh verfassungs 
treu e r S ch l e s i e r", dessen erste Versammlung im 
Breslauer Vincenz-Hause von der Sicherheitspolizei auf 
gehoben worden war, ist nunmehr doch gegründet worden. 
Sein .Ziel ist die Bewaffnung des platten Landes, die 
von Offizieren geleitet iverden soll. Der Treueid der 
„verfassungstreuen Schlesier" lautet: „Ich trete dem 
Heimatschutz verfassungstreuer Schlesier bei, kenn« seine 
Satzungen, verpflichte mich durch Handschlag, ihm un 
bedingte Treue zu halten und den gewählten Führern zu 
gehorchen und weist, daß ich vogelfrei bin, wenn ich die 
Treue breche." 
B e u t h c n. Die Aufregung in Beuthcn hält unver 
mindert an. Die französische Besatzung ist verstärkt wor- 
den. Französische berittene Truppen halten die Straße 
vor drin Lomnitzhotel frei und gehen rücksichtslos gegen 
die Passanten vor. Französische Offiziere schlagen Vor 
übergehende, welche die Straße nicht schnell genug frei 
machen, mit der Reitpeitsche über Gesicht und Kopf. Die 
Zahl der in der Nacht zum Sonnabend Getöteten steht 
noch nicht fest; die Angaben schwanken zwischen 3 und 
10 .Personen. 
C n x hsa v e n. Am 1. Juni werden in Cuxhaven 
die Marineoffiziere der N o r d s e e st a t i o u durch 
den neuen Stationschef wieder eingesetzt. Die 'Geschäfte 
der FestungSkommandantur Cuxhaven lagen seit dem 
Happ-Putsch in »d>en Händen des Feldwebels Grübe und 
als erster Adjutant fungierte der Obermaschinist Möller. 
W e r,n i g e r o d e. Bei einer Holzversteigerung in 
Nübeläud wurde kein Gebot abgegeben, weil die vom Forst 
fislus festgesetzten Preise den Holzindustriellen zu hoch 
waren. 
Köln. Ein Geschäftsmann, der auf dem Postscheck 
amt 30 000 M. abgeholt hatte, wurde auf offener Straße 
von einem Menschen überfallen, der ihm ein Schwämm 
chen mit einer betäubenden Flüssigkeit unter die Nase 
zu halten versuchte. Durch das Dazwischentreten anderer 
Personen wurde der Anschlag verhütet. Der Strastcn-s 
rciuüer entkam. 
'Lauen b u r g. Ans dem Gelände der Gesellschaft 
zur Verwertung von HcereSgnt in Zweedorf bei Lauen 
burg, wo Geschosse entladen werden, explodierte eine Gra 
nate. Hierdurch wurde ein Arbeiter getötet und ein 
anderer schwer verletzt. Einem jungen Mädchen wurde 
itarmw i 
ein Bein abgerissen. Alle Verunglückten stammen aus 
Mölln. 
Paris. Die Korrespondenz Radio meldet den Ab 
bruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Polen und 
der Tschecho-Slowakei. 
Paris. Der „Petit Parisieu" meldet ans London: 
Lloyd George hat gestern mittag sofort einer wichtigen 
Kabincttssihung präsidiert, und genau um 3 Uhr nach 
mittags empfing er in Downingstrcet den bolschewistischen 
Haupidelegierten Krassin mit seinem Sekretär Klischkv. 
Sie Ausgaben 
der lüMMunklen WohArmMMter 
behandelt Negierungsrat im Preußischen Ministerium für 
Volkswohlfahrt G. Gretzschel in einer bemerkenswerten Ab 
handlung, die in der in den nächsten Tagen erscheinenden 
Nummer der „Volkswohlfahrt", dem Amtsblatt des Mi 
nisteriums (Carl Heymanns Verlag, Berlin) veröffent 
licht Zvird und wertvolle Richtlinien und Fingerzeige für 
die Tätigkeit der Wohnungsämter gibt. Dringende Ob 
liegenheiten ergeben sich jetzt für die Wohnungsämter 
aus dem großen Mangel an Wohnraum. Es muß be 
dauert werden, dast sie mit diesen Ermittlungsaufgaben 
und Eingriffen bedacht werden. Die Wohnungsämter sollen 
Einrichtungen sozialen Gepräges sein und sich das Ver 
trauen der Bevölkerung erwerben, um überhaupt erst den 
richtigen Ton für eine ersprießliche Tätigkeit zu 'finden. 
Daß sie das mit den genannten Obliegenheiten nicht 
erreichen können, ist klar, und die Wohnungsämter sind 
heute oftmals die wenigst beliebten Behörden; doch daS 
muß eben mit in den Kauf genommen werden. In manchen 
Städten ist es üblich geworden, daß die Wohnungsämter 
gewisse Vor- und Hilfsarbciten für die Mietseinigungs 
ämter leisten. Ein Handinhandarbeiten zwischen beiden 
Aemtern erscheint überhaupt unbedingt notwendig. Es 
sollte jedenfalls nicht vorkommen, daß — wie in einem 
Falle festgestellt wurde — Mieteinigungsamt und Woh 
nungsamt getrennt von einander Ermittlungen über die 
gleichen Fragen vornehmen. 
Eine besonders wichtige Aufgabe haben die Woh 
nungsämter zu erfüllen in der besonderen Wohnungsfür 
sorge für kinderreiche Familien. Hier handelt cs sich 
um die ernsteste Seite der Wohnungsfrage und es wäre 
durchaus unbefriedigend, wenn ihr ein Wohnungsamt nicht 
seine ganz besondere Aufmerksamkeit zuwendete. Heute 
herrscht über Rechte und Pflichten von Derniietern und 
Mietern mehr als je große Unklarheit. Es must Sache 
des Wohnungsamtes sein, aufklärend zu wirken und ins 
besondere Auskünfte zu erteilen über alle Fragen des 
Wohnungs- und Mietwesens. Demgemäß ist cs erforderlich, 
für bestimmte Tage und Zeiten Sprechstunden einzu 
richten, in denen mit den erforderlichen Kenntnissen ausge 
stattete Beamte Belehrung, Rat und sonstige Auskünfte 
geben. 
Es könnte noch in Frage kommen, ob den Wohnungs 
ämtern auch die Baulandbeschaffung übertragen werden 
soll. ,Von den Städten, die bisher Bodenpolitik getrieben 
haben, sind in der Regel besondere Gruiidstücksqjmter ein 
gerichtet worden. In kleineren Städten aber ist sehr 
wohl die Frage zu erwägen, ob nicht auch das Wohnungs 
amt die städtische Bodenpolitik zu leiten habe. — Ge 
mäß seinem durchaus sozialen Gepräge must das Amt 
dauernd in Fühlung bleiben mit allen sonstigen, in der 
Stadt vorhandenen Wohlfahrtseinrichtungen, soweit sie mit 
der Wohnungspflege in Zusammenhang stehen: Bauver 
einigungen, Wohnungs- und Hauspftegevercinc, Tuber 
kulose- und Säuglingsfürsorgestellcn. 
Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Woh 
nungsämter große und wichtige Aufgaben zum Besten der 
Volkswohlfahrt zu erfüllen haben. Man mag im ein- 
.zclnen die Aufgaben verteilen wie man will, sie müssen 
jedenfalls von dem einen Willen beherrscht sein, Versäum 
nisse nachzuholen und einige der schönsten irdischen Güter 
auch den weniger.Bemittelten zugänglich zu machen und 
zu sichern: das sind die Schaffung von Stätten für ein 
gutes Familienleben und damit die Festigung des 
Menscbcnbewusttseiiis. Nichts ist mehr geeignet, dem Men 
schen Friede und Freude zu bereiten als ein schönes, seiner 
Menschenwürde entsprechendes Heim. 
(Nachdr. unsrer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Die ersten Kandidaturen für Groß-Berlin. 
Allmählich nähern sich die Vorbereitungen der Par 
teien für die Groß-Berliner Gemciudewahlen dem Ab 
schluß. Bis zum (>. Juni sind die Wahlvorschläge den 
Kreiswahllommissarcn einzureichen. Von der Deutschen 
V o l k s p a r t e i und den Deuts ch c n Demokraten 
sind die Listen bereits festgestellt. 
Die Stadtverordnetenlistc der Deutschen Volkspartei 
ist folgende: Frl. Fromm (Schöneberg), Lhzealdirektor 
H a n n e m a n n (Friedenau), Schriftsteller -Thomas 
(Schcncberg), Baurat Altinann (Friedenau! Die Bc» 
zirkslistc führt Stndienrat Dr. T c u f e r - Schöneberg. 
Dann folgt Schöffe von W r o ch e m. An 4. Steile steht 
Frau Last us; ferner stehen Schornsteinfegermeister 
Stoltzcnburg, sowie die bisherigen G.-V. der D. Vp. auf 
dieser Liste, die Herren Dregcr, Dr. Lohmann, Schön- 
knecht, Uhlenbrock, Westphalen. 
Dir, Kandidatonliston der Deutschen demokratischen 
Partei für die Groß-Berliner Wahlen sind in der De- 
legierteiiversammlung für Schöiiebcrg wie folgt festgesetzt 
worden: Für die Kreiswahlliste sind aufgestellt: 1. Do- 
minicus, Oberbürgermeister, 2. Zobel, Oberturnlehrer und 
Stadtverordneter, 3. Moser, Rechtsanwalt und Stadtver 
ordneter, 4. Prof. Lassen, Architekt und Stadtverordneter, 
5. Schildberg, Rctior (Friedenau), l>. Scheffen, 
Pastor, 7. Margret Barth, Sozialbeamtin und Stadtv., 
8. Louis Meyer, Kaufmann und Stadtverordneter, 0. Dr. 
Lauterbach, Lhzealdirektor und Stadtverordneter, 10. 
Kunze, Otto, Kaufmann (Friedenau), 11. Günther, 
Kaufmann, 12. Otio, Stadtsckrctär und Stadtverordneter, 
13. Frau Riechert, 14. Machowicz, Bürgermeister, Direktor 
der Girozentrale der Provinz Brandenburg. — Für die 
Bezirks-Wahlliste sind aufgestellt: 1. Dr. Heiiß, 
Redakteur und Stadtverordneter, 2. Prof. Dr. Nord 
mann, Dirig. Arzt des Aug.-Bikt.-Krankenh. und Stadt 
verordneter, 3. Margret Barth, Sozialbeamtin und Stadt 
verordnete, 4. Leon Hardt, wisscnschaftl. Privatlehrer 
und Gcmeindcverordneter (Friedenau), 5. Professor 
Lassen, Architekt und Stadtverordneter, 6. Machowicz, 
Bürgermeister, Direktor der Girozentrale der Provinz 
Brandenburg, 7. Louis Meyer, Kaufmann und Siadiv., 
8. Weise, Vorschullehrer und Stadtverordneter, 9. Starke, 
mHBmaammBmmmmmmmmammmmmmmmmmaatammmmmmmtammmman i —whiwm) 
Von E. PH. Oppenheim. 
67 (Nachdruck Verb >ten.) 
34. Kapitel. 
Heinz war in den Klub gegangen, um die ihm un 
bekannte Adresse Dombrowskis zu erfragen, und er häkle 
vom Speisezimmer aus den Oberstleutnant auf seinem ge 
wohnten Ehrenplatz im Rauchsalon sitzen sehen. Aber er 
hatte es nicht über sich gewonnen, zu ihm hineinzugehen, 
um ihn zu begrüßen. 
Gewiß waren die Dinge, die er inzwischen erfahren 
hatte, nicht im mindesten danach angetan, seine Hoch 
achtung und Verehrung für den trefflichen Mann zu ver 
ringern ; aber er fühlte, daß er schon um der Geheimnisse 
willen, die er jetzt vor ihm zu hüten hatte, die frühere Un 
befangenheit des Verkehrs nicht mehr würde ausbringen 
können, und er wünschte darum die erste Wiederbegegnung 
so weit als möglich hinauszuschieben. 
Sobald er von dem Diener, der zugleich die Funk 
tionen eines Klubsekretärs versah, die Adresse Dombromskis 
erfahren hatte, machte er sich auf den Weg, den Polen 
aufzusuchen, denn vor der Hand erschien es ihm als die 
allerwichtigste Aufgabe, die Komtesse Hermine aus ihrer 
quälenden Sorge und Ungewißheit zu befreien. 
Konnte schon die Straße, in der sich Dr. Dombrowski 
einquartiert hatte, keineswegs unter die vornehmeren gezählt 
werden, so fühlte sich Heinz vollends überrascht von der 
Armseligkeit des schmutzigen und verwahrlosten Hauses, das 
die ihm im Klub angegebene Nummer trug. Und er war 
sehr geneigt, an einen Irrtum des Dieners zu glauben, bis 
er an einer der drei Türen des obersten Stockwerks wirklich 
eine Visitenkarte mit dem Namen des Polen entdeckte. Jetzt 
verstand er allerdings, warum Dombrowski, wie es im 
Klub hieß, noch niemals einen seiner Bekannten aus diesem 
Kreise eingeladen hatte, ihn zu besuchen. Denn wie vor 
urteilsfrei man im Klub auch im allgemeinen sein mochte, 
und wie wenig Gewicht man aus die Bermögensverhältniße 
der Mitglieder legte, daß rin augenscheinlich in recht be- 
hützkchen Umstäntzsn lebender Mann wie.DonchrqchstH^en. 
würde man ihm doch vermutlich ernstlich verübelt haben, 
und es wäre ihm jedenfalls nicht erspart geblieben, allerlei 
anzügliche Bemerkungen darüber zu hören. 
Da irgendeine Möglichkeit zu formeller Anmeldung 
offenbar nicht vorhanden war, klopfte Heinz an die durch 
die Karte bezeichnete Tür, und das Geräusch eines zurück 
geschobenen Riegels verkündete ihm die Anwesenheit des 
Gesuchten. 
Eine Sekunde später tauchte das blaffe, gelbliche 
Gesicht des Polen in dem Spalt der nur um ein Geringes 
geöffneten Tür auf, aber in den undurchdringlichen Zügen 
offenbarte sich nichts von irgendwelcher Ueberraschung bei 
dem Anblick des sicherlich doch unerwarteten Besuchers. 
„Guten Tag, Herr Hollfelden! Es ist ein glücklicher 
Zufall, daß Sie mich um diese Zeit zu Hause finden. 
Wollen Sie gefälligst näher treten!" 
Das war alles, was er auf den höflich stummen Gruß 
des Ankömmlings zu erwidern hatte. Und so wenig das 
Erscheinen des Mannes, der in ihm doch nur noch einen 
Feind sehen konnte, ihn in Erstaunen zu setzen schien, so 
wenig Verlegenheit bereitete ihm unverkennbar die Be 
scheidenheit des Milieus, in dem er sich von dem eleganten 
jungen Schriftsteller antreffen taffen muhte. 
In der Tat aber konnte man kaum einfacher und 
anspruchsloser wohnen. Wären nicht die hohen, dicht ge- 
füllten Bücherregale gewesen, die zwei Wände des schmalen 
Zimmerchens vollständig bedeckten, so würde man sich etwa 
in der Behausung eines schlecht bezahlten Advokatenschreibers 
oder auf der Budo eines blutarmen Studenten geglaubt 
haben. Daß ein Mann, der für die Schützlinge des Oberst 
leutnants oder für die in Not geratenen Mitglieder des 
Klubs jederzeit eine offene Hand hatte, für seine eigene 
Person so ganz auf jede häusliche Bequemlichkeit Verzicht 
leisten könne, würde gewiß niemand von semen Bekannten 
für möglich gehalten haben. 
Aber Dombrowski selbst hatte dafür offenbar kein Emp 
finden. Er deutete mit arttger Handbewegung auf den 
einen der beiden vorhandenen wackligen Rohrstühle, wäh 
rend er selbst sich in einer anscheinend schon zur Gewöhn- 
heit gewordenen Pose ck«ib-vaA--lWihergcflcU lehnte, dih 
„Ich erfuhr von meiner Wirtin, daß Sie mir wahren!» 
meiner Abwesenheit Ihren Besuch zugedacht hatten, Herr 
Doktor," eröffnete Heinz das Gespräch. Und der Pole 
stinimte mit leichtem Kopfnicken zu 
„In der Tat, ich nahm mir die Freiheit, bei Ihnen 
vorzusprechen. Daß Sie sich aber daraufhin gleich nach 
Ihrer Rückkehr in eigener Person zu mir bemühen würden, 
ist mehr Liebenswürdigkeit, als ich erwartet hätte. Und 
ich bedauere um so mehr, Ihnen diese Unbequemlichkeit 
verursacht zu haben, als sich der Zweck meines Besuches 
inzwischen erledigt hat." 
„Das heißt, Herr Doktor Dombrowski, Sie haben jetzt 
nicht mehr die Absicht, mich über den Zweck Ihres Be 
suches bei der Gräfin zu unterrichten?" 
„Ich glaube nicht, daß eine Notwendigkeit dafür vor 
liegt. Hätte ich gewußt, daß Sie überhaupt und sogar schon 
so bald zurückkehren würden, so würde ich es.ja vielleicht 
vorgezogen haben, die Angelegenheit, die mich zu Ihnen 
geführt, mit Ihnen zu verhandeln. Da ich aber nicht auf 
eine sehr ungewisse Aussicht hin warten konnte, mußte ich 
rnich wohl entschließen, damit an eine andere Stelle zu 
gehen." 
„Nämlich an die Komtesse Hermine Waldendorff, nicht 
wahr?" 
Dombrowski zeigte sich nicht im mindesten befremdet. 
„Ganz recht," bestätigte er ruhig, „an die Komtesse 
Hermine Waldendorff." 
„Diese Dame aber wünscht in keinerlei Verhandlung 
mit Ihnen einzutreten. Sie hat mir Ihren Brief zu lesen 
gegeben und hat mich bevollmächtigt, Ihre Mitteilungen 
entgegenzunehmen." 
„cknd wenn ich Sie als Unterhändler ablehnen 
würde?" 
„So würde Ihnen die Gräfin anheimgeben, ganz nach 
Ihrem Ermessen zu handeln. Denn sie selbst so wenig wie 
eine der Personen, die ihr nahestehen, hat eine Veran 
lassung, die von Ihnen angedrohten Schritte zu fürchten." 
„Es ist mir sehr inte.essant, das zu hören. Und^eL. 
erleichtert mein Gewiffen in einer für mich höchst ^erfreu 
lichen 
Ich da-, doch 
sich 
Übt«
        
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