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Periodical volume Nr. 118, 30.05.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

die Uebcrgabe der Post- und Telegrnphcnanstalten an die 
dänische Verwaltung begonnen.» ' 
o Für BricsscRdüngen au» der von Dänemark be 
setzten ersten Zone des Abstimmungsgebiets Schleswig 
nach Deutschland wendet die dänische Postverwaltung jetzt 
die inneren dänischen Gebührensätze an. Für Brief 
sendungen aus Deutschland nach diesem Gebiet gelten nach, 
wie vor die Gebühren.des inneren deutschen Verkehrs. 
o Haus- und Grundbeslyerverein. Der Vorsitzende 
Herr Dreger eröffnete um 8^ Uhr die gut besuchte Mo 
natsversammlung. Herr Engelhardt verlas die Vcrhand- 
lnngSschrift der vorigen Versammlung die einstimmig ge 
nehmigt wurde. Zu Punkt 2 macht der Vorsitzende mehrere 
geschäftliche Mitteilungen. Aufgenommen wurden 0 neue 
Mitglieder. Punkt 4 der Tagesordnung gab zu längerer, 
Aussprache Veranlassung und den Haus- und Grundbesitzern 
wurde empfohlen, bei den Wahlen nur die rechtsstehenden 
Listen zu wählen,' da die demokratischen und sozialistischen 
Vertreter der Nationalversammlung sür den Haus- und 
Grundbesitzer nichts getan, sondern im Gegenteil sehr stark 
belastet haben. Zum Punkt 5: Heizungsausschuß Gr.-Berlin 
gab Herr Pelckrnann einen längeren Bericht. Auch dieser 
Punkt veranlaßte eine größere Aussprache. Beim letzten 
Punkt wurden einige Jnteresscnfragen erledigt. Einen ge 
naueren Bericht über den Verlauf der Versammlung brirrgen 
wir in der nächsten Woche. 
o Drr Handel-- und Gewcrbcvcrcin wählt wirtschaftlich. 
Gestern Abend hielt der Handel- nnd Gewcrbeverein in 
der „Kaisereiche" eine Versammlung ab, die sich haupt 
sächlich mit den kommenden Wahlen beschäftigte. Der Vor- 
sitzende Herr N e i e eröffnete die Versannnlung gegen 
ViO Uhr; er begrüßte die Erschienenen nnd besonders den 
anwesenden 1. Vorsitzenden der Schönebcrger Vereinigung, 
Herrn Fric ficke, den er der Versammlung vorstellte. So 
dann teilte er mit, daß der Hauptausschuß für freie Nah 
rungsmittel um einen Beitrag von 100 M. bittet. Der 
Vorstand empfehle, mit der Beitragszahlung noch etwas 
zu warten, weil durch die Ausstellung des bisherigen Vor 
sitzenden Herrn Müller-Franken zum NcichStagskaudidatcn 
der D. Vp. der Hauptausschuß etwas ins Hintertreffen 
gekommen sei. ES soll dort ja jetzt wieder besser werden. 
Jedenfalls aber sei cs gut, sich noch etwas abwartend zu 
Verhalten. Die Versammlung war damit einverstanden. 
In einem Schreiben bittet der Gemeindevorstand um Ab 
ordnung von 2 Herren zum Jugcndpflegeausschuß. Hier 
für werden die Herren T i ir a t nnd S c n t e r gewählt. 
Die darnach von Herrn Lauge verlesene Niederschrist der 
vorigen Versammlung wurde ohne Einspruch angenom 
men. ,Als neue Mitglieder sind die Herren Installateur 
Jakob, Agent Schönfeld, Milchhändler Mentel und Maler 
meister Stolze aufgenommen worden. Die Mit- 
gliederzahl betrügt jetzt 237. . Die Versammlung kam 
darauf zu Punkt 4: Stellungnahme zu den Wah- 
l c n. Der Vorsitzende erwähnte, daß die Herren Lauge 
und Treuholz au den Sitzungen des Wirtschaftsverbandes 
Groß-Berlin, dem der Verein in voriger Sitzung bcige- 
trcten ist, teilgenommen haben. Herr Lange berichtete 
nun eingehend über die Verhandlungen im Wirtschafts-' 
verband. Nach längeren Erörterungen kam man dort da 
hin,-zu den NcichStagswahlen keine eigenen Kandidaten 
aufzustellen. Im Gegensatz hierzu sind jedoch die Ver 
einigungen in Charlottcnburg und Wilmersdorf andere 
Wege gegangen und haben doch Kandidaten für die Reichs 
lagswahlen aufgestellt. Von dort wird auch die Werbe 
arbeit für die wirtschaftlichen Kandidaten betrieben. Der 
Vereinsvorstand chat nun am 8. Mai einen Beschluß 
gefaßt, der au die Wirtschaftliche Vereinigung weltcrge- 
gebeu worden ist nnd in dem gesagt ist, daß der Verein 
grundsätzlich auf dem Standpunkt der Wirtschaftlichen Ver 
einigung steht, sich jedoch gegen die Beteiligung an den 
Rcichstagswahlen ausspricht. Für die Stadtverordneten 
wahlen erscheine aber eine Aufstellung eigener Kandidaten 
angebracht. Herr Lange bemerkte hierzu, daß die Ge 
werbetreibenden ganz Groß-Berlins wirtschaftlich wählen 
werden und so empfehle er, auch hier wirtschaftlich zu 
wählen. Er verlas den § 9 des Wahlgesetzes Groß-Berlin 
nnd führte aus, daß Hoffnung vorhanden sei, von den 
45 Bezirksverorducteni die für Schöneberg zu wählen 
sind, _ doch eine Anzahl Gewerbetreibende durch 
die Wirtschaftliche Vereinigung hineinzubekommen. Man 
werde Erfolg haben, denn jeder Laden sei ja schon eine 
Reklame für die Wahl der Kandidaten der Wirtschaftlichen 
Vereinigung. Es sollen einheitliche Zettel für die Aus 
hänge in den Lüden hergestellt werden. Herr Frie- 
sicke (Schüncberg), der die Grüße der Schöneberger Ver 
einigung übermittelte, schloß sich den Ausführungen des 
Herrn Lange an und betonte gleichfalls die Notwendig 
keit der wirtschaftlichen Wahl für die Stadtvcrordneteu- 
und Bezirkswahlen. Herr Gastwirt G u n d l a ch berich 
tete, daß sich die großen wirtschaftlichen Verbände der 
Sache angeschlossen haben. Der Gastwirteverband habe 
10 000 M. gezeichnet für die Rcjchstagswahl. Er unter 
stützte auch die wirtschaftliche Liste für die Stadt- und 
Bczirkswahl. Herr Wolfs wandte sich gegen die wirt- 
schastliche Liste und empfahl, lieber dafür zu sorgen, 
daß auf die Listen der politischen Parteien Gewerbe 
treibende an aussichtsreicher Stelle aufgestellt werden. 
In diesem Sinne habe sich auch der wirtschaftliche Zentral 
ausschuß von Deutschland und die Mittelstands-Vereins 
glmg der D. Vpj ausgesprochen. Was aus solchen tvirt- 
schastlichen Wahlen herauskomme, habe man im vorigen 
Jahre gesehen, !vo die Herren Konieczka und Lüders 
Von den Gewerbetreibenden gewählt wurden. Wenn nun 
wirklich ein oder zwei Herren gewählt lverdcn, so stehen 
sic vollständig allein da, können an keinen Ausschüssen 
teilnehmen und keine Anträge stellen. Im weiteren Ver 
lauf der Erörterung traten die Herren Friesickc, Eggert, 
Lange .und Tinat für die wirtschaftliche Wahl zu den Stadt 
verordneten- und Bezirkswahlen ein. Es wurden dann als 
Kandidat für die Stadtverordnetenwahl Herr Schlosser- 
meister Eggert und.als Kandidaten für die' .Bezirks- 
Versammlung die Herren Gericke, Tinat und Tr eil 
st olz genannt. In den Wahlausschuß wurden die Herren 
Lange, Kaumann und Guudlach gewählt. Ferner wurde 
beschlossen, zur Deckung der Wahlunkostcn einen cin- 
nialigen Sonderbeitrag von 3 M. von jedem Mitgliede zu 
erheben. Es wurden sofort 267 M. für diesen Zweck durch 
Sammlung aufgebracht. — Herr Tinat berichtete hierauf 
in lobender Weise über das hiesige Berufsamt und die 
Lehrstellenvermittelung. Er empfahl, bei Bedarf an Lehr 
lingen, sich an das Verufsamt zu wenden, das geeignete 
Lehrlinge nachweise. Nachdem noch einige innere Vereins 
angelegenheiten besprochen waren, schloß der Vorsitzende 
die Versammlung gegen S11 Uhr, 
o Die FvOrMsge FMrwehr (SÄV.) Bln-Fritdienau, 
hielt die Mitgliederversammlung gestern Abend in der 
Feuerwache ab. Sie wurde vom-1. Vorsitzenden, Herrn 
Golitz, eröffnet, der sein Bedatzern öarüber aussprach,' 
daß von den nichttätigen Mitgliedern so wenige erschienen 
waren und daß auch der Gemeindevorstand — wie üblich 
— fehlte. 'Er widmete dcknn dein''verstorbenen Ehrenober 
brandmeister Steinmetz warme Worte des Nachrufes, wäh 
rend die Anwesenden das Andenken durch Erheben vyll 
den Plätzen ehrten. Weiter ehrte der Vorsitzende das Mit», 
glied des aktiven Korps, Herrn Koch, der von der Grün- 
oung der Wehr im Jahre 1882 an, also 38 Iahte, aktiv 
tätig war und nun am 1. April aus dem Korps aus 
geschieden ist, aber weiter Mitglied der Wehr bleibt. Der 
Vorsitzende überreichte ihm einen, Kochs Verdienste ehren 
den Abschiedsbrief. Das aktive Korps hat Koch zu seinem 
Ehremnitgliede unter Belassung der Uniform ernannt.' 
Herr Koch sprach seinen Dank für die Ehrung aus. Darausf 
erstattete .Herr Oberbrandmeister Stoltzenburg den 
Bericht über die Tätigkeit der Wehr, dem wir folgendes 
entnehmen: Die Wache war ständig mit 1 Feldwebel und 
7 Mann, des Nachts mit 1 Oberfeuermann und 7 
Mann besetzt. Der Sanitäts- und Krankendienst ging an 
den Groß-Berliner 'Rettungsdienst über. Der Mannschafts- 
bestand betrug zu Beginn des Jahres 42, hinzugetreten 
ist einer, ausgetreten sind 4. Mann, sodaß am 31. März, 
d. Js. 39 Mann vorhanden waren und zwar: 1 Ober- 
brandmeister, ein Brandmeister, 2 Feldwebel, 5 Oberfeuer- 
männer und 30 Feuerwehrmänner. Insgesamt wurde 
die Wehr in 78 Fällen in Anspruch genommen, d. i. 14 mal 
mehr als im Vorjahre. Es waren 5 Mittelfcüer, 29' 
Kleinfeuer im Orte, 1 Großfeuer in Mariendorf, Wasser 
not in Beelitzhof, Explosion in Lankwitz. Zum Aufrichten 
gestürzter Pferde lvurde die Wehr in 16 Fäleln, bei 
Straßenbahnunfällen in 10 Fällen gerufen. Blinder Alarm 
11 mal, durch Unfug wurde die Wehr 3 mal alarmiert. 
Einmal lvurde die Wehr durch das. Landratsami zur. 
Probe alarmiert. Die Wache trat in Tätigkeit 17 mal bei 
Gasvergiftungen, davon 14 mal mit Erfolg, bei Kranken 
transporten 4Qp mal, bei Unfällen auf der Straße 12 mals 
bei Hilfeleistungen auf der Sanitätswachc 135 mal. In 
7 Fällen mußten Leichen transportiert werden, des 
gleichen griffen die Sanitäre der Feuerwehr bei den März- 
unruhen bei Bergung von Verwundeten tatkräftig eiw Die 
von der Feuerwache bediente Ratswaae wurde.1887 maf 
benutzt. Die Gemeinde zahlte an Alarmgeldern 1067,50. 
Mark, der Feuerlöschverein 672 M. Die Alarmgeldcr 
betrugen für den Oberbrandmeister und den Brandmeister 
je 300 M. Pauschale, für den Feldwebel 2 M., den Obcr- 
fenermann 1,75 M., für Mannschaften 1.60 M. je Stunde; 
dazu zahlt der Feucrlöschvcrcin einen Zuschuß von '50 
Pfennig. Die Uebungen wurden mit 2 M- vergütet. Weiter 
enthält der Bericht Mitteilungen über innere Vorgänge 
bei der Wehr. Es fanden im Berichtsjahre 18 Korps-, 
6 Zngübungen und 9 Versammlungen statt. Mit der Hoff 
nung, daß jeder Feuerwehrmann auch ferner feine Pflicht 
erfülle,' schließt der Bericht. Der Vorsitzende berichtet 
darauf über den Mitgliederstand des Feuerlöschvereins. 
Am 1. April v. IS. waren 494 Mitglieder vorhanden, 
eingetreten sind 24, ausgeschieden 14, sodaß am Schluffe 
des Berichtsjahres 504 Mitglieder vorhanden waren. Dem 
Kassenbericht des Schatzmeisters Herrn Moritz entnehmen 
wir, daß die Einnahmen 4033,11 M-, die Ausgaben 
3814,28 M. betrugen, sodaß ein Ueberschuß von 218,83 
Mart ''erbleibt. Die Reservekasse weist einen.Bestand von 
2797 M., die Unterstützungskasse einen.solchen von. 9833 
Mark ant. Aus der Unterstützungskasse, der der Ueberschuß 
zufließt, 'wurden 1320 M. Beihilfen bewilligt. Die Clara- 
Götzc-Stlstung weist einen Bestand von 10 026 M. auf. 
Nach dem Bericht des Kafscnprüfers, Herrn Geheimrat 
ranzelius wurde dem Vorstande Entlastung-erteilt, 
n den Prüfungsausschuß für 1920 wurden gewählt die 
Herren Franzelius, Matthics, Stoltzenburg sen. und 
Suffe. Nachdem nvch einige innere Angelegenheiten der 
Wehr besprochen waren, u. a. über Kleidergeld, Gedenk 
tafel, das Nichtklappen der Alarmanlage, schloß der Vor 
sitzende die Versammlung. 
v Der Vaterländische Frauenverein zu Friedenau hatte 
am Mittwoch, den 26. d. M. seine Mitglieder und Freunde 
zu einem Sommerfest im Landhause Dahlem eingeladen. 
Und cs war nicht zu viel versprochen, Sommer war cs, 
wie Man ihn sich schöner und ivärmer nicht wünschen 
konnte. Eine große Anzahl von Teilnehmern versammelte 
sich gegen 5 Uhr in dem schattigen Garten, der trotz der 
drückenden Schwüle einen angenehmen Aufenthalt bot. 
Bald entwickelten sich rege Unterhaltungen an den weiß- 
gedeckten, mit Blumen geschmückten Liasfeetafeln. Die 
Jugend schwelgte schon in der Vorfreude auf den ver 
sprochenen Tanz, der gegen Abend, als die bisher noch 
fehlende junge Herrenwelt sich einfand, seinen Ansang 
nahm. Heiter und sorglos verlebte Jung und Alt die 
Stunden des Beisammenseins; unermüdlich waren die 
Tanzenden, trotz der herrschenden Hitze und des drohenden 
Gewitters, das die älteren Herrschaften oft ängstlich nach 
dem Himmel blicken'ließ. Doch dieser erwies sich gnädig 
bis zu Ende des lyohlgelungenen Festes, das eine viel 
Vergnügen bereitende Verlosung von Kuchen und Blumen 
beschloß. Mit Genugtuung können die Veranstalter auf 
den Erfolg ihrer Mühe blicken, haben sie doch den Zweck 
erreicht, den sie beabsichtigten; ihren Mitgliedern einige 
heitere Stunden zu bereiten und der Vereinskasse neue 
Mittel zur Fortführung ihrer idealen Ziele zuzuführen. 
Die ösfÜNjtliche JraucnversaMmlung der U. S.P. D., 
die gestern im Reforrnrealghinnasium stattfand, hatte nicht 
den starken Besuch auszuweisen, wie die bisherigen Ver 
sammlungen dieser Partei. Die Rednerin, Frau H o f f - 
mann-Gwinner sprach zu dem Thema: „Wie stellt 
sich die Frau zur Rcichstagswahl? nnd kam in ihren 
Ausführungen zu dem Schluß, daß die Frauen nur die 
Liste der U. S. P.D. wählen könnten. In der Aussprache 
nahmen auch Gegnerinnen das Wort, deren Äusführunge» 
starken-Widerspruch fanden., , 
o Der Akademische Chor, Dirigent John Petexsen, 
wird Montag, den 31. Mai, abends 8 Uhr im Hochschul 
saal „Der Blumen Rache" von Hans Pfttzner .(Altsolo: 
Agnes Leidheker) und „Der Rose Pilgerfahrt* von Robert 
Schumann (Rofß: Hertha Stoltzenberg usw.) aufführen. 
Karten sind in der Musikalienhandlung von A. Schworst, 
Rheinstr. 00 im Mifsionshause, Handjerystr. 20 und abends 
an der Kasse zu haben. 
o Das zweites Vorspiel veranstaltet das Lemm'schc 
Konservatorium, Rheinstraße 84, morgen Sonntag, Nach 
mittag 4 Uhr in der Aula des Gymnasiums am Mav- 
bachplatz unter Mtwirkung anerkannter Künstler. Znr 
Deckung der Unkosten wird ein .Eintrittsgeld von 1 M- 
erhoben. Der Ueberschuß ist für die Gedenktafel der ge 
fallenen Helden des Friedenauer Gymnasiums bestimmt. 
Die Besucher, denen ein schöner musikalischer Genuß vor- 
ausgesagt - werden kann, verbinden also damit auch einen 
guten ^weck. ... 
o Daisl Gasthaus „Hostenzollcrn" in der Handicryftraße 
hat den Wirtshausgarten jetzt schmuck herrichten lassen, 
sodaß er den Gästen einen angenehmen Sommeraufenthalt 
darbietet. Gegen Regengüsse schützt ein festes Wetterdach. 
Jeden Sonntag und Donnerstag findet im „Hohenzvllern" 
Konzert statt. Während man also an warmen Sommer- 
tagen im Garten ein erfrischendes Getränk zu sich nehmen 
und die milde Äbendluft genießen kann, wird man sich 
gleichzeitig an schönen Musikweisen erfreuen können. 
Vereins-NLck)rick)tsn 
X Deutfchnatioualc Volkspartci. Am Sonntag, den 30. 
Mai, vormittags 11 Uhr, in der Schloßbraucrci Schöneberg, 
Hauptstraße 121, Frühkonzcrt, veranstaltet von der Deutsch- 
nationalen Volkspartpi. 1 Es werden sprechen: Staatsmimstcy 
a. D. Hergt, Staatssekretär a. D. Helsferich, Graf Westarp 
und andere Parteiführer. 
)( Deutsche dcm-kcvtischc Partei. Volksversammlung am 
Sonntag, den 30. Mai, vocmiitags 1b Uhr, in den „Prachtsälen 
des Westens", Spichernstr. 3 lUntcrgrundbahnhos Nürnberger 
Platz). Staatssekretär Oskar Meyer spricht über: „Demokra 
tischer Wahlsieg eine uatiouale Notwendigkeit". 
X S.P.D. Extra-Zahlavcnd Monlag, .1/38 Uhr, in den 
bekannten Lokale»; 
X Wilhelm "Schmldt'schrr gemischter Chor. UebungSstlmber 
Montags- VrL^VsIO Uhr im Restaur. „Hohenzollern", Hand- 
jerystri 64. Stimmbcgabte Damen u. Herren sind willkommen. 
)( Wirtschaftliche Vereinigung des gesamten Mittelstandes. 
Ocffeiitliche Versammlung Dienstag abend 8 Uihr im Saale 
des „Hohenzollern". Drogist Artur Petz old spricht über: „Der 
Mittelstand und dfe Wahlen". 
Xurncn, Spiel, Sport 
S Staffellauf quer durch die westlichen Vororte. Wie bc. 
reiis mitgeteilt, veranstaltet „Teutonia", die Volksspvrtabeiluiig, 
der Turngemeinde Berlin am kommenden Sonntag, üen 
60. Mai, vormittags, einen Propaganda-Staffellauf, der durch die 
Ortschaften Zehlendorf, Lichtcrfelde, Steglitz, Friedenau und 
Schöneberg führt.. Er war ausgeschrieben für Vereine, Schulen 
und Knabcnmannschaften. Im VcreinSwettbcwerb wird es einen 
harten Kampf zwischen dem Männer-Turnvercin Friedenau, 
Reichswehr-Schützcnhgtaillon und dem veranstaltenden Verein, 
der zwei Mannschaften laufen läßt, geben. Bei „Teutonia" laufen 
nur Mitglieder aus den obengenannten Vororten. Auch- die 
Schul- und. Knabenmannschafts-Wcttbewerbe sind gut besetzt. Der 
Verlag Rudolf Masse sowie das Sporthaus Willy Kohlmey in 
Berlin Haben wertvolle Ehrenpreise gestiftet. Der Start ist 
/für Vcreinsmannschästcn um !1 Uhr am Bahnhof Zehlendorf- 
Mitte, Für Schulmannschaften um 91/4 Uhr am Schloßpark 
Steglitz und sür Knabenmannschastcn um 9'.4 Uhr in der Schloß- 
straße» Ecke- Kaiserallee. 
X MännewTurn-Bercin Friedenau. ES turnen: Montag 
und Donnerstag 6>/z—8 Uhr: Knabcnabtcilniig (6—14Jahre) 
Gymnasialturnhalle; 8—10 Uhr: JünglingSabteilung (14—18 
Jahre), 1. Männer-Abteilung und Sportabteilung Gymnastal- 
turnhalle. — Dienstag 81/2—10 Uhr: 2. Männer-Mters)- 
Abteilung Gymnasialturnhallc. — D i eit stag und Freitag 
6—7: 1. Mädchenabteilung (6—9 Jahre) TurnhaNe Goßler- 
straße 15; 6—8 Uhr: 3. Männer-Abteilung Turnhalle Homuth- 
straße; 7—8 Uhr:-2. Mädcheiiabteilung (10^-13 Jahre) und 
Frauenablestung Turnhalle Goßlerstraßc; 8—93/, Uhr: Damen» 
und Jugendabteilung (13—16 Jahre) Turnhalle Goßlerstr. 
§Z)8neberg 
—0 Ihren 80. Geburtstag feierte gestern Frau 
Marie Fleege, deren verstorbener Mann früher in Berlin 
eine Gastwirtschaft betrieb. 
und Vororte 
§a In der gestrigen Steglitzer Gemeindevertretung 
bemängelte.G>B, Alfermann bei der Nachbewilligung von 
Berwaltungskvsten für die Kohlenstclle für das Jahr 1919, 
daß die Räumlichkeit der Kohlenstclle selbst trotz der..all 
gemeinen Knappheit noch im Mai geheizt worden sei. Die 
Kommunalisierung der Müllabfuhr wurde 
nach verschiedenem Hin.und Her abgelehnt. Die ge- 
' forderten 500. M. für Anschaffmig von Körben und Rutschen 
zur Müllbcseitigung wurden bewilligt. Der Antrag auf 
Errichtung eines srciivilligcn OrtSschutzcs an Stelle der 
bisherigen Einwohnerwehr lvurde nach lebhafter Er- 
örteruilg eitlem Ausschuß überwiesen, nachdem ein An 
trag Alfemnann, die Bildung des Ortsschutzes bis nach 
Gründung von Groß-Berlin am 1. Oktober zu vertagen, 
abgelehnt war. Der'allgenteinen Rattenplage soll 
durch, eine großzügig angelegte Aktion abgeholfen werden. 
Mit einem neuen Nattenvertilgnngsmittel Pogrom 'soll 
bei allen Hausbesitzern, sowohl auf bebauten als auch 
nicht bebauten Grundstücken im Lanbcngelände und im 
Bäkctal, also rund in der ganzen Gemarkung den Ratten, 
der Kanlpf angesagt tucrden. Da dies Mittel nun,' muc 
im Bereich der Gcincindc Steglitz angewandt, nicht den 
gewünschten Zweck erreichen wird, sind bereits mit den 
Nachbargemeinden Fricden au, Wilmersdorf usw. Ver 
handlungen gepflogen, die ein gleiches Vorgehen 
in kurzer Zeit in die Wege leiten sollen. Der beantragten 
Bewilligung von 30 000 M. lvurde zugestimmt. Ein 
Antrag auf Erstattung des LohiicCusfalls für den Mai 
feiertag wurde gegeil die Stimmen der Linksparteien ckb- 
gclehnt. 
8 A. Die Wilmersdorscr Stadtvewldnctenvcr- 
sammlunst stimmte gestern dein Ankauf des Krankenhauses 
des Vaterländischen Franenvereins in der Achenbachstt. 16, 
dem Antrage de§ Finanzausschusies entsprechend, in erstec 
und zweiter Lesung zu. Der Preis beläuft sich auf 
630 000 Mark;'- davon entfallkn auf das Grundstück nebst 
Zubehör 400 000 Mark. Der Magistrat hat sich ver 
pflichtet, die Hypothek in Höhe von 313 000 Mark zu über 
nehmen und das Restkaufgeid mir 87 000 Mark am Tage 
der Auflaffung zu zahlen. Einen sozialdemokratischen An 
trag auf SluSführung von N 0 t st an d S ar b ei t eti 
durch Erwerbslose und Auszahlung einer besonderen 
Geldunterstlltzung im Einvernehmen wir dm anderen Gwß- 
Berliner Gemeinden begründete Etadtv.' Tr. Holz (Soz.). 
Die Veisammlung überwies den Antrag/einem Ausschuß 
von 13 Mitgliedern. In einem Dringlichkeitsoerlrage nahm 
die Stadtverordnetenversammlung Stellung zur Zahlung 
eines Vorschußes auf die bevorstehende Erhöhung der Be-
        
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