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Periodical volume Nr. 118, 30.05.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

(Friedrnauer 
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iM* Hau- gebracht-,-Mark. Krschkilll tSgllch «beNÜS. 
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Rr. 118 
Berlis-Friedeuau, Sonntag, den LS. Mat 1920 
Saferß. 27 
Renefte Aachrschtea. 
Veuthen (Oberschlesien). Gestern gegen 0 Uhr 
vbends fanden polenfeindliche Demonstrationen vor dem 
Hotel Lomnitz, dem Sitze der Plebifzitkonmrission, statt. 
Fast sämtliche Fensterscheiben der unteren Geschosse sind 
zertrümmert und die Türen eingeschlagen worden. Der 
Grenzzeitnng, dem Organ der nationalen Polen, sind die 
Fensterscheiben zertrümmert. Grund zu dieser Demonstra 
tion war, das; ein Deutscher von einem französischen 
Soldaten erstochen wurde. Der Franzose hatte sich an 
einem deutschen Mädchen vergriffen, das von einem Deut 
schen befreit werden sollte. 
Paris. Wie das „Journal" meldet, sind die schwar- 
'zen Truppen aus den Rheinlanden abberufen worden, 
um für die Armee der Levante als Verstärkung zu dienen. 
Paris. Der „Matin" erklärt, die alliierten Re 
gierungen hätten sich schon mit der Frage beschäftigt, ob 
die Konferenz von Spaa, wie die italienische Regierung 
Wunsche, verschoben werden könne. Die allgenreine Mei 
nung sei, daß man unmöglich auf eine Vertagung ent 
gehen könne, weil man dann nicht imstande wäre, die 
internationale Finanzkvnfcrenz vor dem Herbst nach 
Brüssel zusammenzubcrufen. die nur dann nützlich arbeiten 
könne, wenn die Alliierten Entscheidungen bereits ge 
troffen und sie Deutschland mitgeteilt hätten. 
Paris. Millcrano erklärte in der gestrigen Kammer- 
sitzung ferner: „Die Berechnungen, die man seit einem 
Jahr genlacht hat, schätzen die französischen Wiedergut-- 
inachungsansprüche ans 200 bis 210 Milliarden. Nach 
dein Stand vom 15. Mai seien das 70 Milliarden Gold 
mark. Diese Schätzung beruhe nicht auf der Zahlungs 
fähigkeit Deutschlands, sie hätte einfach den Zweck gehabt, 
Gedanken festzuhalten; der Wert der Pauschalzifser hänge 
von vielen anderen Elementen ab. Erstens vor: den 
"Zinsen, zweitens von der Priorität und drittens von der 
Frage, ob die Lieferungen in der Summe einbegriffen! 
sein solltet: oder nicht." 
Kopenhagen. Nach einem Telegramm aus Hel- 
singfors haben die finnischen Operationen gegen die in 
Ostkarelien eindringenden Bolschewisten nun begonnen. 
Mieter und Vermieter. 
Eine der neuesten Erfcheitrungen auf dem jetzigen viel 
seitigen 'Kampfgebiet ist das Verhältnis zwischen Mieter 
und Vermieter. Auf beiden Seiten gibt es vernünftiger 
und nachsichtige Partner. Lassen Sie mich heute ein 
Gebiet berühren, das sw manchen „Vernünftigen" auf 
beiden Seiten zum Nachdenken anregen - soll. 
In der letzten Mieterversammlung wurde von dem 
Herrn Referenten in ruhiger sachlicher Form ein Vortrag 
gehalten, der wert gewesen wäre, auch von vielen Haus 
wirten gehört zu werden, damit die „Unvcrtiünftigen 
endlich einsehen lernen, daß durch ihr Verhalten der ganze 
Stand in einen gewissen Mißkredit gerät und zum Schluß 
— meiner Ansicht nach — den Kürzeren zieht. 
Viele Hauswirte haben in: Anfang des Krieges und 
später nichts machen lassen, sie erhoffen die Zeiten, die 
durch den Ausfall des Krieges nun ausbleiben. Aber 
wie liegt es heute? Ich unterscheide Hausbesitzer: 
1. Besitzer, die ihr kleines Kapital zu gesundem 
Prozentsatz angelegt, um eine gute Verzinsung zu haben. 
, 2. Besitzer, welche ihr Kapital im Haus angelegt 
haben, um allein von dem Mietsüberschuß zu leben. 
Die Zeiten haben sich geändert, in beiden Fällen gibt 
es viele Hereingefallenc. Daher ist es Pflicht vom Mieter, 
sich in die Lage der Hausbesitzer hineinzuversetzen. Die 
größte Anzahl kann einfach nicht den oft berechtigten 
Wünschet: der Mieter nachkommen, daS muß zugegeben 
werden. Diese Zeilen sollen aber den Hausbesitzern 
gelten, welche prinzipiell nichts machen lassen, aber selbst 
'nur von: Verwalten ihres Hauses leben. Diesen Haus 
besitzern kann nicht genügend entgegengetreten werden. 
Wenn absolut nichts gemacht wird, z. B. jetzt schon fünf 
Jahre hindurch, trotz Erhöhung der Mieten, so werdet, 
die Schäden immer größer und teurer und zum Schluß 
oft sind dann die Kosten so große, daß eine Reparatur, 
die 2—5 M. gerostet hätte, heute 2-—500 M. kostet. Da 
ist mir ein Fall bekannt, wo 12—16 mal dem Hauswirt 
gesagt wurde, die Wasserspülung am Klosett ist schlecht 
geworden, es tropft und läuft durch. Nichts wird ge 
macht. Heute, nachdem über ein Jahr die Leitung ge 
laufen. ist, muß die ganze Decke aufgerissen werden, sonst 
fällt sie herunter. Hub nun soll der Mieter die Reparatur 
bezahlen. In: selbigen Haus wird absolut nichts, auch 
nichts gemacht, wem: auch Jalousien herunterhängen, die 
Balkontür in Stücke geht, die Tapeten in Fetzen herab 
winken, die Küche einem gcn'isscn Stall ähnlich sieht — 
Lasur 460 Dk. Mietserhöhung und zwei Familien müssen 
dom ;,Ueberschuß des Hauses", ohne etwas zu tun, leben. 
— Hier liegt eine große Gefahr für den Mieter. Wenn 
jemand sein Hein: in solchen: Hause hat, und deren gibt 
es hier in Friedenau eine ganze Anzahl, nur etwas in 
Stand halten will, muß er Hunderte hineinstecke,:, wo- 
J ür er eigentlich direkt nichts hat; dent: er bezahlt ja 
wppelt, erstens erhält er keinen direkten Wert für sein 
Gerd und zweitens erhält er dem Wirt sein Nichtstuleben. 
Ausistücklich sage ich nochmals, nicht alle Wirte sind so 
s äe so anen, aber ein Teil. Hier ist es nun nötig, daß die 
Mieter'-sich 'zusammentun auf der alten Basis: „Einer. 
: fitr, einen". Hier ist es Pflicht, daß die 
stier verlangen,' daß wenigstens die nötigsten Repara- 
werden. Ein anderer Punkt aber muß hier maßgebend 
werden. Wieviel Geld hat der betreffende Wirt am .Haus. 
Für 50000 M. ein gemütliches Leben führen und den 
Mieter alles sölbst machen lassen, ist sehr bequem. Dies 
muß gepriift werden und fortfallen. Wem: eben auf 
gütlichen: Wege mit den: Wirt nichts erreicht werden kann, 
gut, so soll er — meistens zu-seinen: Ungunstci: — ge 
zwungen werden, seine Ausgabe:: und Einlagen ain Haus 
zu offenbaren. 
Es ist natürlich, daß ein gutes Zusaminetrarbciten 
zwischen Hausbesitzer und Mieter, ein gegenseitiges „Sich- 
vcrstehen", der beste Weg ist. Geht's aber nicht im Guten, 
dann bitte, offenbare die Gründe. 
Bei dieser Gelegenheit möchte ich aber auch ein Wort 
für den praktischen und meist nicht auf Rosen gebettetes 
Hausbesitzer sprechen. Es ist Pflicht jedes Meters, das 
ihm anvertraute Gut, seine Wohnung, den Aufgang usw., 
gut z:: behandeln und nicht so gleichgiiltig, als ob es 
heißt: „brauchst es ja doch nicht zu bezahlen". — Hier 
in diesem Punkt wird viel gesündigt. 
Da Unterzeichneter Mithausbesitzer und zugleich Mieter 
ist, so kann er von beiden Seite:: aus die Angelegenheit 
betrachten. 
Daher finde ich es am besten: In jeden: Haus ein 
Mietcrrat von ernsten Männern und Frauen, mit denen 
frei und offen die Angelegenheiten des Hauses besprochen 
werden zum Segen für Hausbesitzer und Mieter. — Friede 
ernährt, Unfriede verzehrt! Johannes Lüders. 
(Rachdr, unsrer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
„Wirtschaftliche" Kandidaten für die 
Gemeiudewahleu. 
Man schreibt uns: „Für die Groß-Berliner Stadt- und 
Bezirksverordnetenwahlen zeigt sich die bedauerliche Er 
scheinung, daß nicht nur keine bürgerliche Einheitsfront ge 
schaffen werden katm, sondern, daß auch über die politischen 
Parteien hinaus eine tveitere Zersplitterung durch die Auf 
stellung besonderer wirtschaftlicher oder Mlttelstandskandidaten 
herbeigeführt wird. Ter „Wirtschaftsverband Groß-Berlin", 
der sich zu dem Zweck gegründet hat, um die wirtschaftlichen 
Interessen des gewerblichen Mittelstandes in den Parla 
menten nachdrücklichst zu vertreten, will in allen Groß-Ber- 
liner Wahlkreisen und Bezirken eigene Kandidaten für 
den Mittelstand im allgemeinen, in erster Reihe aber für 
das Handwerk und Kleingewerbe ausstellen. Ob die amt 
lichen Vertretungen des Handwerks, die Innungen usw. 
hinter dieser Bewegung stehen, dürfte zweifelhaft sein. Von 
führenden Männern des Groß-Berliner Handwerks wird 
jedenfalls versichert, daß sie gegen diese einseitige Bewegung 
sind und ihren Handwerkskollegen empfehlen, innerhalb der 
ihnen nahestehenden Parteien für ihre berechtigten Interessen 
des Mittelstandes einzutreten. Den Führern des Wirtschafts 
verbandes hat nicht genügend Zeit für die ausreichende Vor 
bereitung der Wahlen zur Verfügung gestanden; trotzdem 
gehen sie jmit größter Siegeszuversicht in den Wahlkampf 
und hoffen auf eine so große Zahl von Stadtverordneten- 
mandaten, um eine eigene, achtunggebietende Fraktion bilden 
zu können. Sie tragen sich sogar mit der Hoffnung, durch 
ihr Vorgehen die sozialistische Mehrheit im Roten Hause zu 
brechen, sie glauben, daß viele Handwerker und Gewerbe 
treibende sich in der Gemeindepolitik auf eine Partei nicht 
stillegen, sondern ihre Stimme nur den Vertretern ihres 
Siandes geben wollen und daß auf diese Weise aus der 
großen Zahl der Richtwählcr zahlreiche Stimmen gegen die 
Lozialdemokuttett und Unabhängigen herausgeholt werden 
können. In den Bezirksoersammlungen dürften die Mittel- 
standsvertreter vereinzelt bleiben und keinen Einfluß ge- 
U'intun; ob der Wirtschafrsverband Groß-Berlin wirklich 
stark genug sein wird, für die Stadtverordnetenversammlung 
einen nenneSwerten Erfolg zu erringen, muß abgewartet 
weiden. Wenn es geschieht, könnte es nur auf Kosten der 
bürgerlichen Parteien ohne Unterschied erfolgen. Ein durch 
schlagender Erfolg, wie ihn sich die Träger dieser Wirt- 
scyasttzbewegung vorstellen, ist zweifelhaft. Die innere Ge 
sa lossenheit fehlt der Bewegung; ihre innere Zwiespältig 
keit wird dadurch verschärft, daß sie auf der einen Seite 
den Sozinldeinokratcn das Wasser abgraben, auf der anderen 
S'-ite ater auch Kandidaten ohne Rücksicht auf ihre pattei- 
pclilische Stellung, also auch Sozialdemokraten und Unab 
hängige aufnehmen und ausstellet: will. Dadurch wird der 
Keim der Zersetzung von selbst in die Bewegung hinein 
getragen. Solange wir nicht wirklich berusständische Ber 
ti clnneen haben, die auch von den mittelstandsfreundlichen 
Parteien angestrebt werden, wirken derartige „unpolitische" 
wirtschaftliche Kandidaturen nur verwirrend und zersplitternd 
l und erreichen zunächst das Gegenteil von dem, was letztet: 
i Endes angestrebt wird: Verringemng der Reibungsflöchen 
tlud Schaffung einer Arbeitsgemeinschaft gegenüber sinnlosen 
Kommunalisierungsversuchen — Wir bemerket: hierzu, daß 
auch der hiesige Gewerbeverein sich an der Wirtschaftlichen 
Liste für die Stadtverordneten-, und Bezirksversammlung 
b teiligen wird. (Siehe Bericht.) 
o Die Groß-Berliner Wahlen. Die Kreis- und 
B e z ir k s v eror dne te n - W a h lv o r s ch läge sind bis 
spätestens 6. Juni bei dem Wahlkominissar für den Wahl 
kreis XI (Schöneberg-Friedenau), Magistratsassessor Paul 
Mundt, Magistrat Schöncberg, Wahl-Abteilung, einzti-- 
reichcn unter der Anschrift: „An den Krciswahlkommissar 
des Wahlbezirks XI". Die Listen müssen von min- 
destens 100 im Wahlkreise wohnendeti und wahlberech 
tigten Personen unterzeichnet sein. Während eine Ner- 
bindung der Kreiswahlvorschlägc nicht zulässig ist, können 
Bezirkswahlvorschläge verbunden werden. Dies ist bis 
spätestens 10. Inn: anzuzeigen. — Die für die ganze 
Stadt geltenden S t a d t w a h l v o r s ch l ä g e sind bis 
spätestens 10. Juni beim Zentral-Wahlamt, Berlin C. 2, 
Stralauerstr. 44—45, einzureichen. Die Stadtwahlvor- 
schlüge müssen mindestens 200 Unterschriften tragen. 
o Kartoffeln freihändig. Infolge sehr reichlicher Zu 
fuhren werden Kartoffeln von Montag, den 31. Mai, 
bis Sonnabend, den 12. Juni, in allen hiesigen Ge 
schäft e n f r e i h ä n d i g in jeder M e n g e und ohne 
Kartoffelkarten zum gesetzlichen Höchstpreise von 40 Pfg. 
verkauft. Ferner findet der gleiche Verkauf auf dein 
Schulhof der 2. Gcmcindeschuie, Rheingaustraße, täglich 
vvn 8—12 Uhr und vvn 2—5 Uhr statt. Wir empfehlet: 
unseren Mitbürgern dringend, den iwtigen Bedarf vo» 
Kartoffeln für die kommenden Wochen sich schon jetzt zu 
beschaffen. In kleineren Mengen lassen sich die Kartoffeln 
besser aufheben, als wenn unsere Gemeinde sie lagern 
Muß. ES ist zweifelhaft, ob die Gemeinde in einigen 
Wochen wieder Kartoffeln haben lvird. 
o Krairkrntzrnährung,- Anträge verlängern. Um 
in der Zuteilung der Svnderbewillignngen für Kranke 
keine Stockungen eintreten zu lassen, werden die Inhaber 
ärztlicher Zeugnisse ersucht, bei Ablauf der Bewilligungen 
bis zum 30. Juni d. Js. evtl. Anträge auf Verlängerung 
möglichst schon bei Beginn des Monats, also vom 1. Juni 
ab beim Äemeindcvorstande, Abteilung für Krankenernäh 
rung, einzureichen. Die Verlängerungsanträge sind für 
jbden einzeln geschrieben an den Gcmeindevorstand zu 
richten. 
o Erneirmtchg. Rechnungsrat Lehman n, das Mit- 
glied unserer evangelisch-kirchlichen Gemeindevertretung, 
ist, wie wir hören, zun: Negierungsrat im Ministerin: 
fiici Volkswohlfahrt, ernannt wurden. 
o Abzug der Stemm: vom Lohn. In den nächsten 
Tagen wird eine Verordnung des Reichsfinanzministers 
veröffenUicht werden, durch die aus den: Reichseinkommen 
steuergesetz die 88 45—52 von: 25. Juni 1920 ab in Kraft 
gesetzt werden. Nach diesen Paragraphen werden von: 
25. Juni ab sämtliche Arbeitgeber verpflichtet, 10 v. H. 
des Lohnes oder Gehaltes ihrer sämtlichen Arbeiter und 
Angestellten zugunsten des Reiches als vorläufige Ein 
kommensteuer einzubehalten und für diesen Betrag 
S t e u e r m a r k e n in die Steuerkarte des Arbeiters oder 
Angestellten zu kleben. Die Arbeiter und Angestelllen 
sind verpflichtet, sich rechtzeitig durch die Gemeindebehörde 
ihres Wohnortes oder Geschäftsortes Steuerkarten 
ausstellen zu lassen. Die Ausstellung erfolgt unentgeltlich. 
o Postnachrrahme ist keine Wertangabe. In tveiien 
Kreisen der Oeffentlichkeit ist noch immer die Ansicht 
verbreitet, daß, wenn man eine Postsendung unter Nach 
nahme verschickt, die Post im Falle des Verlustes oder 
der Beschädigung dafür wie bei einer Wertsendung Ersatz 
leiste. Dies trifft nicht ztl. Die Angabe eines Nachnahmc- 
beirages gilt für die^Pvst nicht als Wertangabe. Nach 
nahmesendungen werden bei der Post nur dann als Wert 
sendungen behandelt, wenn auf ihnen außerdem noch ein 
Wert angegeben ist. 
o Sinken des Silberpreises. Gestern hat die Reichs 
bank eine weitere Herabsetzung des Ankaufspreises für die 
Silbermark bekannt gegeben; künflig werden silberne Ein- 
nrorkstücke nur noch mit 3 Mark, die höheren Silbermüiizen 
eulsprechend eingelöst. 
o Anrechnung von Versorgungsgebührnissen auf 
die Erwerbslosennnterstütznug. Bisher rvurden Renten, 
die ein Eiiverbtloser bezicht, für die Beurteilung der 
Bedürftigkeit zu zivei Dritteln ihres Betrages in Betracht 
gezogen. Nach einer neuen Verordnung des Neichsarbeitt- 
mimsters dürfen solche Neruenbezüge bei der Prüfung der 
Bedürftigkeit nur noch zur Hälfte ihres Bctmgcs berücksichtigt 
und auch nur in dieser Höhe auf die Erwerbslosciruntcrstützuug 
in Anrechnung gebracht werden. 
o Anstellung von Kriegsbeschädigten im Bereiche 
der Reichspost- und Tekegraphenverwaklung. Im 
Bereiche der Reichspost- und Telegraphenver Wallung werden 
Kriegsbeschädigle, soweit es ohne Schaden für die ordurmgs- 
niäßige Abwicklung des Dienstes möglich ist, in allen Dieust- 
IMOn, die zur Besetzung mit Kriegsbeschädigten nach deren 
Vorbildung und Leistungsfähigkeit irgend geeignet sind, mit 
Vorrang vor allen anderen P.rsoncn beschäsligt. Tie Kiiegs- 
beichädiglen werden, sofern sie die Vorbedingungen erfüllen, 
auch in das BeamteiiverhültniS übernommen, und zwar 
beim Nachweise genügender Schulbildung als Post- oder 
Telegrophengehilfcn, anderenfalls als Postboten. 
o Marke» höherer Werte in Rollenform. Bei der 
Ausführung der neuen Marken werden die Markwerte 
bis 4 M. einschließlich itt den Größcnabmessungen der 
jetzigen Psentligwerte und auch in Rollenform hergestellt 
werden. Die neuen Marken werden also bis 4 M. ein 
schließlich zur Verwetldung bei den jetzt gebrätrchlicheu 
Poriokoniroll- und Frankiermaschinen ohne weiteres ge 
eignet sein. . ' ■ ■ ' 
o Postübcrgabe im Abtret wngsgebiet Schleswig. Nach 
vorausgegangener militärischer Besetzung des ans Grund 
des Friedensvertrages von Versailles an Dänemark ab 
zutretenden Gebiets von Schleswig hat am 19. Mai
        
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