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Periodical volume Nr. 73, 01.04.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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Be^'M'Frredenau, Freitag, den 9. Fauuar 1929 
Sahrg. l\ 
Nr. 8 
Sitzung der Gemeindevertretung 
vom Donnerstag, den 8. Janua 1920. 
Eine fast 2-stündige An; spräche über die Lebciismittek- 
Versorgung 
entwickelte sich gestern nach Schluß der Tagesordnung 
infolge zweier Anfragen der Demokratischen und der So 
zialdemokratischen Fraktion üder die Sicherstellung der 
Ernährung unserer Bevölkerung. Der Dezernent unseres 
Lebensmittelcimtes. Schösse Friedet, antwortete, indem 
er des näheren ans die Bror- und Kartoffelknappheit ein 
ging und auch die übrige Borsvrgung unserer Revölkcrnng 
streiste. An der hieraus folgenden Aussprache nahmen An 
gehörige aller Fraktionen teil. Wenn sich diese Aus 
sprache im Allgemeinen auch um die Lcbensmittelversor- 
gung Friedenaus und Groß-Berlins drehte, dabei Zu 
schriften in unserem Blatte. die Stimmung der Bevölke 
rung, und die das Levensmittelamt besonders angehenden 
Fragen erwähnt wurden, so war es doch unerläßlich, 
das; auch wieder Fragen der grossen Politik mit hinein 
spielten. Nachdem durch einen geschickt begründeten Schluß- 
antrag der G.-V. Frl. Schütze die Erörterung be 
endet war, tvurde der folgende demokratische Antrag 
mit großer Mehrheit (einige Bertretcr der Sozialdemo 
kraten und des Nechtsblock stimmten nicht für ihn) an 
genommen: 
„Die Gemeindevertretung beauftragt den Gemeinde 
vorstand, bei der Neick>sgetreidestelle und bei der Reichs 
kartosselstelle unverzüglich und auf das Energischste Fest 
stellungen darüber zu treffen, auf nne lange die Er 
nährung des deutschen Volkes, insbesondere Groß-Ber 
lins, mit den wichtigsten Nahrungsmitteln noch ge 
sickert ist." 
Verhandlungsbericht. 
Bürgermeister Walger eröffnet die Sitzung 7,20. 
Er entschuldigt die fehlenden Gemeindeverordneten und 
rnacht folgende 
Mitteilungen: 
Die Verordnung zur Erhebung einer außerordent 
lichen Gewerbesteuer (Zweiggeschästssteucr ist weiter ge 
nehmigt worden. 
Der Direktor der Preußischen Landesversammlung 
keilt mit, daß die Bittschrift der Gemeinde von der Lan- 
desversammlung der Regierung zur Berücksichtigung über 
wiesen morden sei. Es betrifft das den Antrag, die 
Zahl der Schössen auf 10 zu vermehren. (Große 
Heiterkeit''. Also jetzt endlich erhalte nian die Antwort 
darauf. 
Ueber die Benutzung des Arbeitsnachweises 
lieegn folgende Angaben vor. Im Jahre 1919 lagen 
11400 Stellenangebote (1400 im Jahre 1918) vor: die 
Zahl der Stellengesuche betrug 10 000 (3600). Vermittelt 
wurden 76« »6 (2953) Personen. Es . » 67 (63) v. H. 
der Angebote, 73 (80; v. .H. der Ge iedigr werden. 
Diese Prozentzahlen beweisen, daß ,,er Arbeitsnachweis 
gut gearbeitet hat; sic sind teils ebenso, teils günstiger 
als die anderer Arbeitsnachweise. 
Ein Beschluß betr. Mi Boten Schuster vom 7. 11. 
V. Js. wird formell richtn 'stellt. 
Der Beschluß der Ge«., ">evertretung, den Beamten, 
die mit der Protokollsührung c.. Atzungen beanstragt sino, 
die den Gemeindeverordneten usw. zustehe-:, e A.'iwands- 
ctitschädi' -g z'ikonrmen zu lassen, soweit sie nicht ander 
weitig schon c .diu, werden, wird dahin erweitert, daß 
dieser Beschluß für alle. Beamten, die an Sitzungen tell- 
J05 es in der vöchfte» Woche oibt. 
Orot: L3S0 Gramm Großbrot oder 2000 Gramm Brot 
^ und 350 Gramm Kleingebäck. 
Fleisch: 200 Gramm frisches Fleisch mit eingeivachsenen 
Knochen oder 150 Gramm ohne eingewachsene Knochen 
und 50 Gramm Knochenbeilage und 50 Gramm Fleisch- 
oder Lcberwurst, oder 200 Gramm amerikanisches 
Büchsenfleisch. 
Butter: 20 Granim, sowie auf die 2 Abschnitte D 26 
der Einfuhrzusatzkarte 70 Gr. Margarine und 60 Gr. 
Schmalz. 
Kartoffeln: 3 Pfund auf 3a—c und als Ersatz 500 
Gramm Brot auf 6 Abschnitte 3d—g. — Neue Kar 
toffellisten vom 14.—16. Januar. 
Zucker: Vvm 16. bis 31. Januar Vt Pfund. Ferner, 
für Kinder im 1. Lebensjahre 1»/, Pfund, tm 2. Lebens 
jahre 1 Pfund u»ch im 3. bis 7. Lebensjahre »/, Pfund 
tm Monat. 
Abzuholest sind vom 13. bis 15. Januar: 
Auk Groß-Berliner Lebensmittelkarte: 
Graupen: 125 Gr. auf 107; Pfd. 71 Pfg. 
Kartoffel stärke mehl: 135 Gr. auf 108; Pfund 
2,90 M. 
Teig waren: 250 Sr. aus 110; Pfd. 1,18 M. 
Auf Jugendlichenkarte: 
«erstenflocken: »00 «r. auf 47; Pfd. 75 Pfg. 
Aus Kriedenauer Nährmittelkarle» 
A eiße Bohnen: 950 Gr. auf 142; Pfd. 3,40 M 
Bienenhonig: 200 Gramm an über 70 Jahre alte 
Einwohner in den Gemeindcverkaufsstellen. 
Weißkohl, Mohrrüben freihändig in den Gemeinde- 
verkaufsstellen Medsttaße 8 und Rheingaustraße, auch 
für Händler. 
nehmen, Geltung haben soll, auch wenn sie nicht Protokoll 
führer sind. 
Mt dem beantragten Eintritt des Pfarr-ers F o e r t s ch, 
der jetzt Leiter des Vereins junger Männer ist, anstelle 
des Pfarrers Marquardt in de» Jugendpflegeausschuß ist 
die Berrretung einverstanoen. 
Auf die Tagesordnung kommt noch die Wahl eines 
kleinen Ausschusses für Nachprüfung von Gesuchen betr. 
Bewilligung einer Holzkarte an Minderbemittelte. Gleich- 
salls die Vergebung von Malerarbeiten für die Baracken 
bauten. 
Weiter bringt Bürgermeister Walger die Anfragen 
der Demokraten und der Sozialdemokraten 
betr. die Lebensmittelversorgung znx Vorlesung. 
Zu Unterzeichnern der Verhandlungsschrist werden 
die G.-V. Dreger und Giese bestimmt. 
Einführung eines« neuen Gemeindeverordneten. 
Anstelle des G.-V. Kleemann (Unabh.), der sein 
Amt niedergelegt hat, tritt als nächster auf der Liste 
der Ehansfeur Göbring in die Gemeindevertretung ein. 
Bürgermeister Walger begrüßt den. neuen G.-V. und ver 
pflichtet ihn durch Handschlag. 
Wahl der Beisitzer des EinigungSamteS. 
Nach einer vorliegenden Liste schlägt der Wahlaus 
schuß die Wiederwahl der meisten bisherigen Beisitzer 
des Einigungsazntcs vor. Nur einige Herren werden noch 
einmal dem Wahlausschuß zur Verfügung gestellt, wie der 
Wahlausschuß auch noch eine Ergänzung der Liste vor 
nehmen soll. Assessor Sturm machst den Vorschlag, for 
mell auch die bisherigen Vorsitzenden wiederzuwählen. Er 
teilt dann mit, daß im ganzen 2070 Anträge dem Amte 
zur Erledigung vorliegen. Um alle diese Anträge zu be 
wältigen, wäre eigentlich nötig, 10 Büros einzurichtei- 
alle wafseiifähigen Männer als Beisitzer einzuberufen. , 
vr hoffe, daß auf Grund der neuen Verordnung und 
Praxis eine feste Norm sich bilde, wodurch man in vi> 
Fällen zur Einigung komme, so daß sich viele Fälle 
fach erledigen. Es seien aber noch viele Beisitzer - 
wendig und er bitte, daß sich D a in e n und H e r r 
hierfür melden. - G.-V. Frl. S «stütze (Dem.; uni 
stützt den Antrag, auch Damen als Beisitzer zuzulass. 
G.-V. Leon Hardt (Dem.; bespricht besondere Fülle i 
Kündigung in seinem Hanse nno meint, daß vielfach sch; 
tich angenommen werde, ivenn das Einigungsamt die «v 
nelnnigung zur Kündigung erteilt habe,' daß dann nickn 
mehr zu machen sei. Assessor Stlcrrn geht darauf nabe 
ein. Die Genehmigung zur Kündigung müsse v!elm. 
erteilt werden. Diese Formsache begründe sich im Be 
tragsrecht, das der Gesetzgeber nicht durchbrechen won:.-. 
ES wäre vielleicht leichter, wenn einfach nur ein- 
Steigerung ausgesprochen würde, gegen die der M.eu-. 
dann Einspruch erheben könnte. So aber müsse jedesmal 
die Kündigung des Vertrages vorausgehen und das Miets 
einigungsamt müsse diese Kündigung formell zunächst g« 
statten. G.-V. Nitz (Dem.) wünscht, daß auch Jiihe'er 
von kleineren Wohnungen als Beisitzer herangezogen wer 
den. Bürgermeister Walger erklärt, daß ja noci, 30 
Beisitzer zu wählen wären und bittet, nur recht viele Mieter 
vorzuschlagen. G.-V. Konieczka (Nechtsblock» stammt 
den, G.-V. Nitz zu. Der kleine Mieter habe oft ein bes.e e? 
Verständnis für die Nöte des Hauswirts als der Mie.er 
großer Wohnungen. Er erhebt dann Einspruch gegen 
die Wiederwahl der Herren Henning und Götze, ind m .r 
die Tätigkeit dieser Herren im Mieterverein bekriielt imd 
als verhetzend bezeichnet. Bürgermeister Walger will nun 
über die Liste insgesamt abstininien lassen, mit Ausnahme 
der beiden genannten Herren, die dem Ausschuß zu, Ver 
fügung gestellt werden sollten. Hiergegen erhebt sic!« bei 
den Demokraten und Sozialdemokraten Widerspruch. , :e 
Herren seien ans ihren Kreisen als Vertrauensleute vorge 
schlagen worden und die betr. Kreise würden es nicht ver 
stehen, wenn-man hier gegen sie stimmen würde. < 
wäre nach Ansicht des G.-V. L üd ecke eine Deklassier.. 
Dieser G.-V. erhebt, wenn G.-V. Konieczka seinen 
spruch ausrecht erhält, gegen die ganze Liste Einspruch. so 
daß über jede,, einzeln abgestimmt werden müsse. ? 
sprechen zu dieser Sache noch die G.-V. Thomsbergee, 
Leonhardt und Kamrowski. Nachdem ein Schlußank.ag 
angenommen ist, bemerkt Bürgermeister Walger noch 
zu der Ansicht über die verhetzende Tätigkeit der gennnu ei, 
Herren, wen» man das, was jemand in irgend einer Werse 
zur Klärung einer Sache vorbringe, hetzen nennen wolle, 
dann gehöre mancher nicht hierher. (G.-V. Paul 'Richter: 
Sehr richtig.) In ihrer Eigenschaft als Beisitzer härten 
die betr. Herren durchaus sachlich mitgearbeitet. M - , 
könne daher den Herren ruhig seine Stimme geben. ' V. 
Giese (Soz.) beantragt, über die Mietcrbeisitzer zuerst 
abzustimmen. Da die Einsprüche nickt zurückgcnov, -e:: 
werden, wird über jeden einzelnen Vorschlag besonoer.« 
abgestimmt. Die Herren Henning und Götze weroe» m r 
großer Mehrheit wie die anderen Beisitzer gewählt. V. 
Konieczka zweifelt die Abstimmung über. Herrn Göre .«„. 
woraus festgestellt, wird, daß 29 Stimmen für ihn >;• o 
von 41 Anwesenden. Auch die Vermieterbeisitzer werden, 
wie vorgeschingen, gewählt. Weitere Beisitzer sollen kmrch 
den Wahlausschuß festgestellt werden. Es fehlen uo je 
30 Mieter- und Vermieterbeisitzer. Wiedergewählt iv?„ 
ferner die bisherigen Vorsitzenden. 
Für die Ausstattung des Gemeindevertretersaales ,«,,, 
Ersatztischen werden 2560,13 M. nachbewilligt. 
Zwn Testamente. 
Roman von F. Stolze. 
(Nachdruck »erboten.) 
Che sie sich trennten, hielt der Oberst es indessen für 
notwendig, den beiden Geschwistern eine Mitteilung zu 
machen, die der Mutter bei ihrem Zustande einstweilen 
noch vorenthalten werde» niußte, und die er auch Alice 
und Ewald gegenüber bisher verschwiegen batte, da sie im 
Augenblick genug durch die Sorge um die Mutter bedrückt 
waren. 
Oberst von Leppel hatte nämlich unmittelbar vor 
seiner Avreise r.:: Eichkamp ein Telegramm des Dr. Wilson 
aus Stnraz erhalten. Es lautete: 
„Arnold Werner vom Stamme der Baharlus gefangen- 
genommen. Ausführlicher Brief folgt." 
Daß Iennings n„d somit Kurt von Born hinter diesem 
erschütternden Vorgang stecke, war dem Oberst keinen Augen- 
blick zweifelhaft erschienen. und auch die Geschwister 
stimmten ihm vei, nachdem sie sich von dem ersten Schreck 
erholt batten. In gewisser Beziehung war diese Nachricht 
sogar eine Art von Trost. Denn der Bater lebte wenigstens. 
Andererseits mußte man, ehe irgendein Schritt zu seiner 
Befreiung geschehen konnte, den Brief abwarten, der 
frübestens in vierzehn Tagen ankommen konnte. Es war 
daher in der Tal das beste, daß Ewald diese Zeit für die 
Reise nach Schottland ausnutzte. So trennte er sich denn 
von ihnen und fuhr dem Norden zu. während sie wenige 
Tage später den Weg nach Süden einschlugen. 
15. Kapitel. 
Reverend Francis Parker faß in seinem behaglichen 
Iunggesellenzimmer, bequem auf dem Easy Chair aus- 
»»streckt und blickte durch das hohe Schiebefenster träume- 
ttsch auf das hinter den bereits herbsttich gefärbten Baumen 
!“ J Sanne 
enmantilch am Bergabhang gelegene Abbeville. Bor ihm 
auf dem schöngeschnitzten Arbeitstisch lag die geöffnete Bibel 
und neben ihr ein Blatt mit Notizen. Der junge Geistliche 
war offenbar mit der Borbereitung für die Predigt des 
nächsten Morgens beschäftigt und vergaß darüber völlig 
die Schönheit des Abends. 
Aus seiner Versunkenheit wurde er durch das Bor- 
/ fahren eines Wagens vor seinem Hause geweckt. Zwar 
hörte er nur das Stampfen der Rosse und das schnelle Rollen 
der Räder. Beides bewies ihm aber, daß es sich um ein 
treffliches Gespann und einen nicht gewöhnlichen Besuch 
handelte. Er erhob sich daher vom Stuhl, trat vor den 
mächtigen Bollspiegel und prüfte darin seine schlanke Gestalt 
and den tadellosen Anzug. Mit der wohlgepflegten Hand 
fuhr er noch einmal ordnend über das lockige Haar und 
richtete dann den Blick erwartungsvoll auf die Tür. Wenige 
Augenblicke später öffnete sie sich und der in dezentes 
Schwarz gekleidete Diener überreichte seinem Herrn aus 
silbernem Teller eine Karte. 
„Miß Cecily Warden." las Parker leise und fügte 
laut hinzu: 
„Alt oder jung?" 
„Sehr jung, Ebrwürden," sagte der Diener. 
Der Geistliche warf noch einen Blick auf den Spiegel, 
!rat wieder an den Tisch, nahm eine würdige Stellung 
rin und rief: 
„Ich lasse bitten." 
Er hatte nach den Worten seines Dieners nichts Be- 
sondere? erwartet und war daher jetzt völlig überrascht von 
dem Liebreiz dieser auf ihn zutretenden jugendlichen Ge 
stalt. die doch auch der Fülle nicht entbehrte. Dies köst 
liche Ebenmaß, dieses von goldenen Locken umrahmte 
klassische Gesicht, aus dem zwei große blaue Augen schückste« :- 
zu ihm emporblickten, nahmen den jungen Mann vest.Z 
gefangen. Seine vornehme Pose verschwand mit einem 
Schlage und machte der liebenswürdigsten Zuvorkommen 
heit Platz. 
kt- ffhnnflrtu>n. wenn ich waae. Ihnen mit 
einer Bilce nahezutreten," ja^ir mit. leiser. melodi eher 
Stimme die junge Dame. » 
„Sie ist von vornherein gewährt, mein gnädiges 
Fräulein, wenn die Ersuch« in meiner Macht *si.hr," 
lautete die zuvorkommende Antwort. 
„Dank, tausendfachen Dank," rief die Dome, indem sto 
die Hände auf dir Brust drückte und tief aufatmete, „iie" 
nehmen mir eine» Stein voin Herzen! O, Ihnen darf ich 
alles vertrauen, ich fühle es l" 
„Bauen Sie auf mich. Aber vor ollen Dingen, r:eh 
gnädiges Fräulein, nehmen Sie Platz. Sie sind erre. r, ich 
sehe es Ihnen an, und Sie bedürfen der Ruhe!" «« :d 
mit leichtem Griff faßte er ihre zierliche Hand und sä) .:e 
sie zum Sofa, auf das sie erschöpft niedersank. 
Er bot ihr eine Erfrischung an, die sie jedoch dankend 
ablehnte, und bat sie dann, ihm mitzuteilen, um was es 
sich eigentlich handle. Nach kurzem Zögern begann f:c: 
..Gestatten Sie mir, etwas weit auszuholen. Meine 
Mutter war eine Schottin, eine geborene Taylor »uo 
dieser Gegend des Landes, mein Bater ein reicher englischer 
Industrieller. Die Ehe wurde hier in einer Ortschaft nickst 
weit von Edinburgb geschlossen. Ich verlor Meine Mutter 
schon früh durch den Tod, und mein Bater war mir der 
zärtlichste Erzieher und Freund zugleich. Da, vor mehr 
als einem Jahre, wurhe er mir durch einen furchtbaren 
Eisenbahnunfall plötzlichWntrissen. Was ich dabei gelitten 
habe, vermag kein Wo;>t auszudrücken. - Fast ein Jahr 
verbrachte ich in tiefer Melancholie. Mein Wohlstand — 
denn mein Vater hatte mir ein großes Vermögen hinter 
essen — ekelte mich fast an. Da trat ein Ereignis ei», das 
mich plötzlich aus meiner Teilnahinlosigkeit aufrüttelte uno 
meinem Leben einen Zweck gab." 
Sie atmete tief auf. Er war ihr mit immer steigender 
Aufmerksamkeit gefolgt. Dann fuhr sie fort: , 
Ein für verschollen gehaltener Bruder meines Vaters 
erschien in London. Er war ein Verschwende: mtv 
Tunichtgut gerpesen unkt hatte, pck den Folgst,jeuw? 
Taten
        
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