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Periodical volume Nr. 115, 26.05.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

kommt in asfcit Preisen, uayicntlich den Papierpreisen, 
so gäbe cs eine Katastrophe. Außerhalb Berlins haben 
mehrfach Zeitungen, die mehrmals täglich erschienen, sich 
ans einmaliges Erscheinen.beschränkt. Verschiedene Blätter 
haben bereits ihr Erscheinen ganz eingestellt, andere stehen 
vor der Schließung ihres Betriebes. — Der Preis des 
Druckpapiers ist jetzt ans das 20fache des Preises 
iiir Jahre 1914 gestiegen. Nach der neuesten Bekannt 
machung des Reichc-wirtschasisministers gilt jetzt ein Preis 
voll rund 410 9)2 a r i für 100 K i l o. Mit den Anroll- 
spcsen, Verschleiß »sio. stellt sich darnach ein 4 fettiges 
Zeitungsblatt — nnbedruclt — auf den Preis von lOPfg. 
Bei 25 Nummern (vierseitig, ohne Beilagen) im Monat 
ergibt das einen Preis von 2,50 M. nur Mr Papier, 
lind dieser Preis taun noch weiter steigen, denn die Ver 
ordnung bestimmt noch folgendes: „Tritt nach dem I.Mai 
1920 eine weitere Erhöhung des Kvhlcnprciscs ein, so 
lvird der Aufschlag durch Bekanntmachung des Rcichs- 
wirtschaftsministerS entsprechend heraufgesetzt". 
o Zur Frage der Technischen Ministerien hat der 
Reichsbund Deutscher Technik dem Vorsitzenden der preußischen 
Landesversammlung und den preußischen Ministerien eine 
Aeußerung überreicht, der wir folgeirdes entnehmen: Tie 
Bedeutung der Technik für das Wohl und die Wirtschaft 
des Staates ist bisher in Preußen nicht in dem Maße er 
kannt worden, daß sic zur Bildung eines die gesamte 
Technik umfassenden Ministeriums geführt hätte. Im 
Ministerium der öffentlichen Arbeiter waren nur Teile der 
Hochbau- und der Wasscrbauverwaltung und die Eisenbahn- 
verwaltuM vereint. Besonders stark zersplittert ist die 
Hochbauvermaltniig; die Eisenbahn-, die Unterrichts-, die 
Militär-, die Handels-, und die landwirtschaftliche Verwaltung 
haben ihre eigenen Vaunermaltungen in der Zcntralinstanz. 
Die Baupolizei unterstand bis vor kurzem dem Ministerium 
der öffentlichen Arbeiten, bis sie der von dem Ministerium 
der öffentliche r Arbeiten abgetrennten und dem Wohlfahrts- 
ministcrium zugeteilten Sicdlungsabteilung angegliedert 
wurde. Die Dcnkmalsvflege und der Heimatsschutz unter 
stehen dein Kultusministerium, letzterer zum Teil auch dem 
Wohlfahrtsministerinm. Auch der Wasserbau ist auf zwei 
Zentralbehörden verteilt-, soiveit er mit dem Verkehr zu 
sammenhängt, gehört er dem Ministerium der öffentlichen 
Arbeiten, der übrige zuin Landwirtschaftsministerium. Dem 
Handelsministerium sind die Barr- und Betriebsverwaltungen 
des Berg- und Hüttenwesens unterstellt rrnd die technische 
Aussicht der Gewerbe; ihm unterstehen auch die Baugewerk 
schulen, während die Technischen Hochschulen und daS Mate- 
rialplüfungsamt wieder dem Kultusministerium zngehöcen. 
Zudem verwaltet jedes Ressort seine Grundstücke, Bau- und 
llnterhaltungsfonds selbst. Statt einer einheitlichen straffen 
Zusammenfassung aller technischen Verwallungsgeblete zum 
Wohl des Ganzen herrscht überall eine heillose Zersplitterung. 
Die schwere Slot unseres Vaterlandes gestattet heute weniger 
denn je ein so unwirtschaftliches Arbeiten der Verwaltungen, 
- die gerade in erster Linie dazu berufen sind, an dem Wieder 
aufbau mitzuwirken. Eine baldige Aenderung des Systems 
ist das Gebot der .Stunde. Und der Augenblick ist günstig. 
Eisenbahnen und Wasserstraßen gehen au das Reich über. 
Bei Preußen verbleibt von-dem Ministerium der öffentlichen 
Arbeiten nur die Hochbauablcilung. Sie muß nur der Kern 
einer nezien technischen Zentralbehörde, des technischen 
Ministerntin werden. Unter Leitung technisch-wirtschaftlich 
gebildeter Männer ivird eine solche Behörde die Kräfte der 
Techniker zum Wohl des preußischen Staates bis zam 
Aeußcrstcu ausnutzen können und technischer Arbeit die 
Geltung verschaffen, die ihr der weite Blick unserer Kaufleute 
zum Segen der Volkswirtschaft in Handel und Industrie 
schon längst eingeräumt hat. 
o Keine Verpflichtung zur Wiedereinstellimg wegen 
Arbeite mangels entlassener Arbeiter. Minister S ch licke 
hat dem Deutschen Buchdrucker-Verein am 25. April 
d. Js. auf eine Anfrage den folgenden Bescheid erteilt: 
Es steht zur Frage, ob der Arbeitgeber die wegen Ar- 
bcitsinangelS auf ivöchentlich 24 Stunden herabgesetzte 
Arbeitszeit wieder aus die normale Arbeitszeit herauf 
setzen kann, ohne zunächst die vor Heraufsetzung der Ar 
beitszeit wegen Arbeitsinangels entlassenen Arbeiter wieder 
einzustellen. Die Frage ist zu bejahen. Eine Vervslich 
tung des Arbeitgebers zur Nencinstellung der wegen Ar- 
beitsmangels entlassenen Arbeiter besteht nach den gesetz 
lichen Bcstiiniiinngcn nicht. Das Arbeitsvcrhältnis zst 
durch die rechtmäßige Entlassung endgültig gelöst und 
eine rechtlich gesicherte Anwartschaft der entlassenen Ar 
beiter auf Wicdcrcinstelluiig nach Vermehrung der Arbeits 
gelegenheit besteht weder nach dein Gesetz noch nach der 
Denwbrln»«chnirgsVerordnung. Es da'rf aber erlvartet wer- 
den, daß die Arbeitgeber auch ohne derartige Verpflichtung 
zumleten. Auf den anooclicklnhen Wunsch Marius, die von 
der Uiioxrechc-nbarkei! ihres fepr jähzornigen und in seinen 
einnial gefaßten Entschlüssen überaus cigensinüigcn Vaters 
für den Bestand ihres heimlichen Glückes fürchtete, durfte 
er keinen Bestich auf dem Schlöffe machen. Aber sic 
fanden nichtsdestoweniger ofc Gelegenheit, sich zu sehen, 
und die Erinnerung an die seligen Tage, die er damals 
hier verleben durfte, ist es gewesen, die Herbert jetzt hier- 
hergeführt hat. Er leiste nach Beendigung feistes tirlaubs 
ad, ohne sich de»,«Grafen erklärt zu haben. Aber der 
Berkehr der beiden Liedendeu war trotz aller aufgeivandten 
Aorsicht nicht linbeodachtet geblieben, und das entstaiidene 
Gerede kam. schließlich auch dcni Grafen zu Ohren. Maria 
hat zu nieniaiidem, »ichl einmal zu mir, von dein ge 
sprochen, was.sie damals von dem Zorn ihres Vaters zu 
leiden hatte. Aber ich bin gewiß, daß es das äußerste 
war, was ein schwaches Weib zu ertragen vermag. Aus 
ihrem Munde weiß ich nur, daß sie monatelang für ihre 
Liebe gekämpft hat, bis Ws den brutalen Gewaltmitteln 
des Grafen gelungen wär, ihren sogenannten Starrsinn 
stückweise zu brechen und sie seinem Willen gefügig zu 
macheil. Dieser Wille aber war, daß sie den Antrag eine- 
nndercn Bewerbers annehinen und das Weib des rmsische» 
Prinzen Apraxin werden solle, den er bei einem Pariser' 
Aufenthalt kennen gelernt, und später zn einem kurzen 
. Jagdanfenthalt nach Schloß Buchberg eingeladen hatte 
„Ader dieser Graf Waldendorsf muß ja ein wahrer 
Despot gewesen sein," sagte Heinz in ehrlichem Unwille» 
„Nach allein, was man über diesen Prinzen Apraxin härt 
tonnte doch nur ,der herzloseste und unnatürlichste Vater 
sich dazu verstehen, ihm sein Kind ciuszuliejern." 
(Fortsetzung 
den gegenwärtigen Verhältnissen, die eine Entlastung des 
Arbeitsmarktes dringend verlangen, Rechnung tragen wer- 
den. soweit cs die Verhältnisse ihres Betriebes irgend ge- 
statten. 
o Seine» 50. Geburtcstag feiert an, 2. Juni Herr 
Pfarrer Rudolf K l c.in r. Am 2. Juni 1870 in Arnswalde 
i. N. geboren, besuchte er das Gymnasium zum Granen 
Kloster in Berlin bis zur Reifeprüfung. Nach einem 
Studium von sieben Semestern und zweijähriger Haus- 
.lehrcrzeit ivar er vom 1. Oktober 1894 bis 80. Sep 
tember 1896 ordentliches 'Mitglied des Königl. Prediger- 
ieminars zu Wittenberg, dann ein Jahr Soldat heim 
Jnf.-Rgt. 20 in Wittenberg, vom 1. Oktober 1897 bis 
80. Juni 1898 Lehrer an der höheren Knabenschule zu 
Templin und nach Ablegung der Rektoratsprüfung für 
Mittel- und höhere Mädchenschulen von 1898 bis 1900 ' 
Rektor und Hilfspredigcr in Neustadt a. D., danach 5 
Jahre Archidiäkonüs in .Scnftcnberg. Die erste theol. 
Prüfung legte er. 1893, die zweite 1896 in Berlin 
ab. Tie Ordination fand am 11. September 1898 in 
der Matthäuskirche zu Berlin statt. Seit 1899 ist er 
verheiratet und hat 2 Kinder. Mack Friedenau kam er 
am 1. Mai 1905 und wurde als 2 Pfarrer angestellt. 
Nach dem Tvde des bisherigen 1. Pfarrers Görnandt 
wurde er irn vorigen Jahre zum ersten Pfarrer unserer 
evangelischen Kirche nach dem Vorschlage der kirchlichen 
Körperschaften angestellt und vom Superintendenten 
Macholtz bestätigt 'und eingeführt. Herr Pfarrer Kleine 
erfreut sich in unserm Orte großer Beliebtheit. Als! 
Kanzelredner besitzt er einen weit über die engen Gren 
zen unserer Gemeinde hinausgehenden Ruf. Wenn er 
predigt, ist die Kirche fast immer voll besetzt. Seinen 
inhaltsreichen, markigen von Herzen kommenden und zn 
Herzen gehenden Predigten von ernster Religiösität zuzu 
hören, ist ein Genuß Er ist ein treuer Treuer der Kirche 
und ein unerschrockener Kämpfer für das Reich Gottes, 
der auch' bet weltlichen Veranstaltungen die Zuhörer zu 
fesseln weiß und mutvoll auch da auftritt, wo er mit 
starker fachlicher Gegnerschaft zu rechnen hat. Wir be 
glückwünschen ihm. zn seinem Lebcnsjubiläum und sind 
gewiß, daß ihm an seinem Ehrentage die Herzen vieler 
Gemcindeglicder froh cntgegenschlaoen und Gottes Segen 
.für seinen ferneren Lebensweg erflehen. 
v Ihren 6V. .Geburtstag feierte icim 22. Mai die 
Bäckermeisterin Frau E m in a L i n d c n b c r g. Rhein- 
straße 61.' Ihre Bäckerei ist eine der ältesten in unserm 
Ort, die sich Hyrch Lieferung guter Backware stets einen 
zahlreichen Kundenkreis erhalten hat. 
o Reichsschaßwochsel.' Bei dem kürzlichen Hinusüs 
auf die. Anlage flüssiger Gelder in Rxichsschatzwechsehn 
ist irrtümlich die Verzinsung bei einer Laufzeit von 
80—90 Tagen (kurzfristige) mit 4'/- Prozent angegeben, 
sic beträgt nur 4>4 Prozent. 
o 1 Liter Einftdchdier 8 bis 5 Mart. Auf Antrag 
der Gastwirtsvcrbändc hat die Preisprüfungsstelle die 
höchstzuläfsigen AusschaNkprcise für Einfachbier für 
Gruppe 1 auf 3 M. den Liter, Gruppe 2 auf 4 M. den 
Liter und Gruppe 8 auf 5 M. den Liter erhöht. 
Gruppe 1 sind die ciitfachen Wirtschaften ohne Kcllwer- 
bedirnunA, Gruppe 2 diejenigen mit Kellncrbedienung und 
zu Gruppe 8, gehören die Konzert- und Vergnügung,s-, 
lokale, Kaffeehäuser usw. 
o Biele' I.riani,as-Täiulen find in Schöneberg arg be 
schädigt und aller ivcrtvollen Teile beraubt worden. Die 
Uhren dieser Säulcii sind ja schon lange nicht mehr im 
Betrieb; da wäre es wohl das Beste, man beseitigt diese 
Säulen ganz. 
o Das Reichspostministerimn, veranstaltet, wie schon 
gemeldet, vom 1:5. dis 18. Juni 1920 im Künstlerhaus 
in Berlin W. 9, Bellcvuestraße 8 (am Potsdamer Platz), 
eine Versteigerung ungebrauchter Postwert 
zeichen der früheren deutschen Poftunstalten in China 
(l. Ausgabe 1900, Inschrift „Reichspost", Aufdruck 
„China"; 2. Probedrucke (Essays) bom Jahre 1908; 
8. Ausgabe 1905, Inschrift „Teutsches Reich", Aufdruck 
„China" und Wertangabe in Dollarwährung, ohne Wasser- 
zcichcn; 4. Ausgabe 1906—14, wie vorher, mit Wasser 
zeichen und in der Türkei (Ausgabe 4908, französische 
Währung). Von den Wertzeichen der früheren deutschen 
Postanstalten in China iverdcn Ganzsachen (Postkarten) 
karten) versteigert. Außerdem werden Lose mit Einzel- 
sätzen dieser Wertzeichen einige Zeit nach der Versteige 
rung freihändig verkauft. Tie Verkaufsbedingungen mit 
dem Losvcrzcichnis.. können im Amtszimmer des hiesi 
gen Postamts eingesehen werden. 
o Einen Kunst-Abend mit Werken klassischer und 
moderner Meister veranstalten die .Konzertsängerin 
Elf riebe Kober und Organist Willy Jaegcr am 
Sonnabend, den 29. Mai, 7 1 /* Uhr int Hormoniuinsaal, 
Steglitzerstraße 35. 
o „Am Golf von Neapel" lautet daS Thema des 
Lichtbildcr-Vortragcs, den Herr Privütdozcnt Dr. Hans 
Spcthmann Donnerstag, den 27. Mai, abends 7(5 Uhr, 
im großen Hörsaal der Treptow-Sternwarte hält. Mit 
dem großen Fernrohr wird abends der Mond mit seinen 
interessanten Kratern, der Jupiter und Mars beobachtet. 
Kleine Fernrohre stehen zur Beobachtung beliebiger Ob 
jekte kostenlos zur Verfügung. Führungen durch das 
astronomische Museum finden täglich 'in der Zeit vom 
2 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends statt. . 
o Ein Reisepaß und andere wichtige Papiere sind 
dem Direktor des Psychologischen Pädagogiunrs, H.errn 
Franz Fcnglcri aus dem Sprechzimmer seiner Woh- 
niing, Münchener Straße 36, gestohlen worden. Die 
Papiere befanden sich in 2 Sommerüberziehern, die der 
Spitzbube mitnahm. 
v Ein Einbrachsdiedstahl ist dieser Tage in einer 
Autogarage in der Sachsenwaldstraße begangen worden. 
Jetzt hat man die gestohlenen Waren in einer anderen 
Garage wiedergefunden. Der Täter ist der eigene Fahrer 
des Bestohlenen, der mit 2 Gencffsen den Diebstahl aus- 
führte. 
v Eine dichischr Wäscherin entwendete dem Haus- 
bcsitzer Gustav B. in der Schildhornstr. 5a MehnerE 
Wäschestücke im Werte von 627 M. Die Sachen wurden in 
der Wohpung der Diebin wiedergefunden. 
o Eitze unbekannte weibliche Leiche,mit einem Schuß 
in der rechten Schläfe wurde gestern Nachmittag im 
Grunewald, Jagen 150, aufgefunden., Sie wurde ins 
Leichenschauhaus Charlottenburg gebracht. Revolver, 
Handtasche 'usw. lagen noch am Tatort, jedoch nichts, 
was auf den Namen schließen läßt. Das Mädchen ist 
1,65 Meter groß, 18 Jahre alt, hat dnnkvBlondes Haar, 
trug schwarzen Strohhut, weiße, gestreifte Bluse, schwar 
zen, geblümten Rock, schwarze Strümpfe und chwarze, 
ausgebesserte Handschuhe. , , 
v Als gefunden ist der Fundstelle im Rathause ge 
meldet ein Portemonnaie mit Inhalt, eine Kette mit 
Medaillon; als zugelaufen: ein Asfcnpintscher, ein Wolfs 
spitz und ein Rehpintscher. 
VereinsDackrickten 
X D.H.V. Jugendabtlg., Ortsgruppe Frirdeiiau-Steglltz, 
Heute Abeno 7(5 Uhr Unterhaltnngsabeud im „Lautcrplap- 
Easiiio". 
, )( S chönebergcr Hausfraiienvcrcin. Mittwoch, den 26. Mai, 
nachmittags 5 Uhr, im Lettchaus, Biktoria-Luisc-Platz 6, Ge- 
neralversanMilililg.' Bortrag von Frau Charlotte Mühsam 
über die Notwendigkeit der Berufsorganisation der Hausfrauen. 
)( Teutscher Demokratischer Berein für Berlin-Lchöncbcrg, 
F r aut >l v c rsa m in l un g am Donnerstag, den 27. Mai, 
abends 8 1l hr, int Restaurant „Sachsciiburg", Sachjendaiiinr 
Nr. 48-49. „Die Frauen und die Deutsche-Demokratische Partei". 
Nednerin: Frau Luise S ch e f f e n - D ö r i n g. 
)( Vizekanzler und ReichAminister des Innern Koch spricht 
am Donnerstag, den 27. Mai, abends 8 Uhr, in einer von bev 
Deutschcn Denivkratischcn Partei in Steglitz veraustaltelcu großen 
Wählcrversaminlung über das Thema: „Volk in Rot", Ver 
sammlungslokal: Lyzeum I, Rothenburgstraße. 
)( Haus- und Grundbesitzer-Verein. Monatsversammlung, 
Freitag, den 28. Mai. 8 Uhr abends im „HohcnzoUcrn". Hausbcsiiz 
und Wahlen; Heizungsausschuß Groß-Berlin. 
)( Freiwillige Feuerwehr iE P.) Bln.-Friedenau. Mik- 
gliederversammlung Freilag, den 28. Mai, 8 Uhr abends in der 
Feuerwache. 
)( Deutscher Offiziersbund Ortsgruppe Friedenau.— Der 
zweite Ausstug am Sonnabend, den 29. Mai nach Schildhom. 
Abfahrt vom Bahnhof Friedenau-Wilmersdorf.um 4 Uhr 6 Min 
nach Grunewald. Spaziergang nach Schildhorn, hier Kaffee 
und Abendbrot. 
». )( Deutsche Bollspartei, Am koiiimendeil Sonnabend, den 
29. d. Mts., abends 8 Uhr, in der Aula des Rcformrealgym- 
iiasiums, Homuthstraßc, süe Mitglieder, Freunde und Gegner 
wiederum ein Vortragsabend, der dem letzten/ an welchem 
Schneidermeisterin Frl. Buke sich ihren Wählern vorstellte, an 
allgemeinem Jntereffe nicht nachstehen ivird. Geplant war, v 
dem Führer der Deutschen Voltspartei, Herrn Dr. Strescmann, 
Gelegenheit zu geben, 511 seinen Wähler» zn sprechen, doch ist 
sein Erscheinen durch eine Erkrankung leider in Frage gestellt. 
Sollte sich sein Ziistand bis zniil Sonnabend soweit gebessert 
haben, daß er wieder öffentlich sprechen kann, so werden die 
Leser dieses Blattes durch Anzeige rechtzeitig benachrichtigt wcr- 
den. Es ist der Partei aber gelungen, snc diesen Abend einen 
anderen hervorragenden Redner, Herrn Syndikus Schüler, 
zu gewinnen, der das gewiß allgemein inlcrcjsiercnde Thema: 
„Liberalismus und Demokratie" eingehend behandeln wird. 
An den Vortrag wird sich wieder eine freie Anssprache an 
schließen. " 
)( Verein der Gartenfreunde in Beriin-Friedenau. Sonntag, 
den 30. Mai, 10 Uhr vormittags: Besichtigung der Gärtner--« 
Lehranstalt in Dahlem, insbesondere Besichtigung der Obstbaum- 
zncht. Treffpunkt: lAngangs-Portnl der Gärtner-Lehranstalt. Anr 
Montag, den 31 .Mai, 8 Ilhr abends, im Bcrcinszimincr des 
Ratskellers: Mltgliedcr-tLcrsainmlung. Vortrag des Herrn Gar 
teninspektors Kronbcrg (Dahlem) über: „Obstbaumzucht und 
Lkleinobstbaumschnitt". 
.,,)( 'Schleswig-Holsteinische Ortsgruppe. Die letzte Ver 
sammlung der Schleswig-Holsteinischen Ortsgruppe Friedenau am 
15 .Mai war wiederum recht gut besucht, meint leider auch dies 
mal manche Mitglieder ferngeblieben ivarcn. Aber immer noch 
stehen so viele Schleswig-Holsteiner abseits und lassen sich oft 
durch kleinliche Bedenken abhalten vom Beitritt. Der Kampf 
um die Heimat ist hart entbrannt, wir brauchen den letzten. 
Mann, den letzten Groschen: bleibe keiner zurück. Nächste Sitzung 
der Wahlen wegen am Sonnabend, den 29. Mai, abends 8 Uhr, 
im Wiesbadener Hof, Wiesbadener Skr. 82. 
turnen, Spie!, Sport 
s Männer-Turnvcrcin. Am koiiimendeil Sonntag, den 
30. Mai, unternimmt die Alters-Abteilung eine Tiirn- 
-jahrt. Lkbsahrt: morgens 7.51 Uhr vom Ringbnhnhof Wil 
mersdorf-Friedenau über Potsdamer Bahnhof nach Dahlewitz. 
Marsch um den Rangsdorscr See. Proviant möglichst mitzu- 
zliehmen. Gäste und Tnrnsrcnndc wiggkommen. 
s Männer-Turttverein, e. P. (Obtw.) Am Sonntag, den 
27. Juni, veranstaltet der Havetländijche Gau in Berlin-Lichtcr- 
ffclde ein Gauturnscst. Die Annieldelislen liege» in dieser Mochte 
in den Turnsälen ans. Festbeitrag 3 Mk. Die Mitglieder lvcrden 
'gebeten, sich in dieser Woche bei ihren -Abteilungsleitern zn 
melden. — Sonntag, den 13. Juni, ist den Mitgliedern des 
Vereins der Turnplatz Offcnbacher Straße gesperrt. 
Ler^n uncl Vororte 
80 Simlckttvnlvorstrllvng Post—Ahnes in der Wil- 
mrvsdotzfer Schachverrinigung. Iw Hinblick auf die be 
achtenswerte Gegnerschaft von 88 Gewinnen, 6 Rcin'iS 
und nur 1 Verlust für die beiden Simultanspieler ein 
vorzügliches. Es gewannen Herr Petzall, das jüngste, 
aber anscheinend sehr begabte Mitglied. Remis erzielten 
die Herren Dr. Bauer-Thoma, Kantorowitsch, Pieper, 
Ribbe, Hartwig und Wcschke, letzterer in besserer Stel 
lung mit Gewinnaussichten. Mittwoch, den *. Juni findet 
im Heime der Schachvereinigung Wilmersdorf, Palast- 
Cafe, Augustastr. 5—6, ei» Vortrag am Demonstrations 
brett über „Bedeutung und Grundzüge der Eröffnungs- 
thcorie" von Herrn Schachmeister Post statt. Beginn 
8 Uhr, Eintritt frei. Tie Zusammenkünfte' der Mitglie 
der der Wilmersdorser S.-V. finden auch tu den Sommer 
monaten Mittwoch und Sonnabend Abend, sowie Sonn 
tag Vorm, statt. Gäste sind stets ivillkommcn. 
^SiifcbrifteE) 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
LcbcnTmi ttcl-29 ucher. 
-Es ist noch garnicht so lange her, da wurde in einer 
Sitzung der Gemeindevertretnng eindringlich daraust hin 
gewiesen, daß gegen den überhandnehmenden Wucher sich 
die Verbraucher am besten dadurch .selbst schützen röun 
ten, daß jede anscheinend wucherische Ausbeutung mit 
Namensnennung zur Anzeige gebracht würde, damit dann 
eine Bestrafung erfolgen könne. Derartige Anzeigen toer- 
den natürlich unter Umständen für den Verbraucher selbst 
sehr mißlich, als ihin dadurch vielleicht eine Quelle ver 
stopft wird, aus der er, wenn auch zu teuren Prci,Ey, 
aber immerhin etwa,s mehr schöpfen kann, als ihiit zu 
seinem Lebensunterhalte amtlich zugewiesen lvird. Des 
halb werden wohl nicht viel solcher Anzeigen eingehen. 
Auf einen ganz besonders in die Augen springenden Fall 
möchte ich die Herren vom Lebens'mittelamte hiermit 
doch aufmerksam. machen, da er ihrer Feststellung im 
Drange der Geschäfte wohl entgangen sein dürfte. In 
voriger Woche gab es nach langer. Zeit wieder eimnal 
Kunsthonig. Das Psuild kostete M. «7,80. Wundert niaii 
sich nun schon darüber, daß der Honig wieder bedeutend 
teurer geworden lvar, so stieg die Verwunderung mit so 
Mehr, als das Pfundpaket die Aufschrift trug — Äug./
        
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