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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

di» wenigen uns fernstehenden Kameraden und Kamera 
dinnen diese Vergünstigung aufgezahlt. Wenn jetzt erst 
—nach der Notiz — der „Zentrfllperbgnd" davon scstcnü, 
deS „Reickwarbcitsministcriums" Kenntnis erhalten hat, 
so taun man daraus ermesse», ivclche Bedeutung dem 
„Zentralverband" seitens der Regierungsbehörden beige 
messen wird. Es muß aber um eine Organisation schlecht 
bestellt sein, wenn sie sich nachträglich mit jrem.ben Fe 
dern schmücken mutz.. Unser soeben in Würzburg' been 
deter Bundestag, wo sämtliche Reichs-, Staats- und Ge 
meindebehörden' vertreten waren — auch unsere Gemeinde 
durch Herrn Schossen Evers — hat -wiederum eklatant be 
wiesen,, welche Bedeutung sämtliche Behörden dem „Reichö- 
bund der Kriegsbeschädigten usw." ass größte und macht-. 
vollste Organisation beimessen. Nicht nup in unserer amt 
lichen Kriegsfürsorge, sondern auch am Orte, selbst ist der 
„Zentralverbaud" eine, unbekannte „Größe", und kaun uiqn 
iwr arsnehmen, daß 'irgendein Einzclmitgsied oder das 
Zcntralbureau des „Zentralverbandes" selbst seine Re 
klame matzchen in unsere Ortsprcsscckanziert, um auf diese 
Weis? Gimpel zu fangen. 
. Adolf Stolle. 1. Bezirksleitcr 
des „Neichübundes der Kriegsbeschädiglen, Kriegsteilnehmer 
und -Hinterbliebenen" und Beirat der auitl. Kriegsfürsorge. 
War ist Semeltatien 
l^on Dr.,..H er^a,wn..Hasse. 
(Fottsttzung.y ' 
Wenn sich nach dein Gesagten die Demokratien ' gern 
als „Freistaat" bezeichnen, so bedeutet dies keine Ueber- 
hebung über andere Staatsformcu, sondern bcn Ausdruck 
dessen, daß der Bürger für alle Uebelstäude in diesem 
Staate selbst verantwortlich ist. Nach diesen, prinzipiellen 
Ausführungen brauchen'wir nuS kaum noch zu beschäftigen 
mit deir Spezialfragen der Freiheit, welche ruiS heule 
mehr oder ivcniger selbstverständlich geworden sind: Sicher 
heit gegen 'willkürliche Verhaftung (Schutzhast!), Frei 
zügigkeit (besonders für Beamte über die Gemciichegrenzcn 
hinaus!), Verein?- und Versammlungsfreiheit, Preß 
freiheit, religiöse Freiheit (Schütz vor religiöser Beein 
flussung durch Trennung der Kirche vpn Staat und Schule). 
Aber wir sehen besonders im letzten Punkte, wie stark 
die Freihcsts- und G^lchhcitSfragen einander berührest. 
Die Hrivatstellüng der Kirche auf dem Papixr genügt hier 
nicht; cs gehört dazu, daß auch praktisch im öffentlichen 
Leben die Minderheit der Andersgläubigen oder Andcrs- 
rassigiin den anderen gleichgestellt ist. 
Gegenüber Lern beliebtesten Vorwurf der Gegner, die 
Demokratie erstrebe eine allgemeine Gleichmacherei, 
sei hier an erster Stelle erklärt, daß. dieses Ideal der 
Gleichheit wohl ein revolutionäres, aber keineswegs ein 
demokratisches ist. Ob es ein sozialistisches, ist, darüber 
haben wir an dieser Stelle nicht zu befinden. Dagegen 
fordert die Demokratie das was der Amerikaner nennt: 
den gleichen Start; der Deutsche sagt: die gleiche 
Chance. Diese ursprünglich liberale Forderung, daß 
Feder ohne besondere Vorrechte oder Privilegien seine 
Kräfte unter gleichen Voraussetzungen soll betätigen 
können, erweitert der Demokrat nur in einem Punkte: 
er tritt ein für 'eine Beschränkung der Vcrerbungsfreihcit. 
Staaten, welche sich unter dem Eindruck der französischen 
Revolrrtion cjne verfassungsmäßige Fessel angelegt haben, 
die sie seitdem nicht wieder beseitigen konnten (wie die 
amerikanischen),' haben allerdings diese Gleichheit ins 
Groteske, vepzexrt: sie verwerfen z. B. als dqr Gleichheit 
widersprechend Zede Progression der Steuer. Der 
Demokrat' setzt hier anstelle des GlcichheitsidealeS das 
jenige , der Lasten Verteilung nach der Leistungs 
fähigkeit. Dazu gehört vor allem auch eine aus 
gleichende Besteuerung derjenigen Einkommen, welche aus 
persönlicher Arbeit und derjenigen, welche auS Vermögen 
oder Renten fließen (am ausgeprägtesten in der. Schweiz, 
teilweise, jm Verhältnis' 1:10). 
Die französische Revolution hat bei Ausstellung dieses 
Gleichhcitsideales ursprünglich nur gedacht an die uns 
selbstverständliche Gleichheit vor dem Gesetz. Die wichtigste 
Ausgestaltung dieser Rechtsgleichheit in der Demokratie 
ist das gleiche und direkte Wahlrecht auch für Frauen 
geworden, wieder im Gegensatz zum konsequenten Libe 
ri Vergleiche Nr. 96, 102 und 107. 
Sie »tir Ihren Beistand zusagen, wollen Sie mit mir so 
der^L^Ien'^n^kegenh^^in' chc^Hnnd^zu iichuien^?"*^* 
„Von Herzen gern !" erwiderte Heinz. „Ist cs doch 
auch meine Angelegenheit, der ich da zu dienen oe-' 
denke." " 
Herbert verstand Heinz, und mit festem Druck umfing er 
die Hand des neu gewonnenen Freundes. 
„Mein Schwesterchen hat mir so allerlei verraten/ 
sagte er in scherzendem Ton, aber, voll rparmer Herzlichkeit. 
„Jedenfalls^ würde ich Sie für den beneidxnsivertesteii 
Sterblicheil hallen. wenn es Ihnen gelänge, sichre,es. 
köstlichen Besitztums zu versichern. Mcisgot ist das beste' 
und edelste' Geschopfchen unter der Sonne,'stnd' sie ver 
dient d'S'wAhrlich, daß ein reiches und volles Glijch, für all'' 
das Leid und all' die Sorgen entschädigt, digsie ümanderer 
willen auf .ihre zatten Schulter» genommen hat/ — 
30. Kapitel.'' 
Wie auf stillschweigende Ucbcreinkunst war während 
der Mittagstafel auf Schloß Buchberg gerade von dem. was 
WukVe fchot, durch die Gegenwart der Gesellsäiaftsrin 
nicht über dtn Kreis der unmiktelbar Beteiligten hinaus- 
dringen durste, llfimöglich gemacht,' so mochte wohl für die 
Wahl 'dev'Gefprachsstöiie vielleicht in nicht geringerem 
Maße der Wunsch der Prinzessin bestimmend sei», wenig 
stens für diS Däubr einer flüchtigen Stunde das Glück des 
heutigen Tages ganz ungetrübt zu genießen. 
Für die DEf dieser einen Stynde wenigstens sollte kein 
häßlicher Schatten störend zwischen sie und den teuren 
Mann treten Mrfsn, sie wollte dem Klang seiner Stimme 
lauschen, wollte die Wonne seiner Nähe' empfinden, ohna 
i» jedem Augenblick an die namenlosen Leiden der Ver 
gangenheit, an die düsteren Wirrnisse der Gegenwart und 
an die drohenden Gefahren dek Zukunft erinnert zu werden. 
ralismus, welcher auch dieses Recht nach der Leistung ab 
stufen will. Dagegen übernimmt die Demokratie vom 
Liberalismus..den Pogriss der.Toleranz, der Duldung 
der Minderheiten und Ungleichheiten nicht nur, sondern 
sie bekämpft prinzipiell jede unnötige MachtauSübung 
durch die Mehrheit, welche Andere verletzen könnte. Etwas 
anderes ist es freilich, wenn die Demokratie nicht geneigt 
ist, überdurchschnittliche Leistungen besonders hoch zu 
bewerten. Trotzdem sehen wir in der Schweiz, Holland 
und Skandinavien die Wissenschaft blühen. Man macht, 
es bekanntlich dxr Demokratie zum Vorwurfe, daß sie die, 
sachliche, besonders aber, die höhere Bildung nicht genügend 
schätze, und Jeden für befähigt halte für jedes Amt. Es 
handelt sich aber dabei eigentlich mehr nm ein Mißtrauen 
gegen die Intellektuellen, eine Ucberschätzung der 
sogenannten praktischen Arbeit. Die Abneigung gegen 
die Verknöcherung von Juristen. Professoren und Ober 
lehrern muß bei der . bisherigen Haltung derselben als be 
rechtigt anerkannt werden. Ebenso berechtigt bei der 
Ueberproduktion von.Akademikern in Deutschland ist die 
Verachtung derjenigen, welche von der groben Nkuskelkraft 
hiinvegflüchten in die „höheren" Berufe.. Bildung wild 
nur dann geschätzt werden können, solange sie selten ist. 
WaS aber das Politische dabei anbelangt, so fordert selbst 
ein Literat tvie Alfred K c r r „die Msetzung des Genies ... 
welches die Völker in Gefahren führt". Jm übrigen sind 
die konservativen und klerikalen Parteien weit bildungs- 
seindlichcr als die demokratischen. -Jedenfalls Häven tvir 
in der Neuzeit keine Rückfälle erlebt in den Terrorismus 
der alten griechischen Demokratien, welche ihre großen 
Männer durch das Scherbengericht verbannten. Man 
müßte beim in den in Frankreich Mode gewordenen Justiz- 
Verbrechen (wie gegen Caillaux und die Mörder von 
Janres) einen Beginn hierzu erblicken.' 
Demokratien lieben allerdings keinen Luxus. Po 
litiker, die sich nicht unbeliebt machen wollen, dürfen sich 
äußerlich nicht zu sehr von der Masse abheben. Sie wer 
den sich vielleicht gern besonders armselig gebärden. Das 
ist der manchmal etwas naive Ausdruck dafür, daß sie nicht 
Führer, sondern Diener des Volkes sein sollen. 
■- DaS Mißtrauen der Demokratie gegen die von ihr 
selbst geschaffenen Gewalten, das man ihr vorwirst, ist 
einer ihrer Vorzüge. Der Führer oder Gewühlte soll 
durch dieses Amt nicht mehr werden als die Wähler, soll 
ihresgleichen' bleiben, soll besser kontrolliert werden niS 
unter anderen Staatsformen. Notwendig sind daher Vor 
kehrungen, welche die regelmäßige Wiederwahl derselben 
IParteigrößen erschweren (sogenannte Ent h a u p t u n g), 
damit keine Parteioligarchie entsteht. Nicht damit zu 
verwechseln ist der Vorwurf, daß die Wahl „nach Partei- 
frommyeit" eine Prämie bedeute auf subalternen Geist, 
auf Untermittelmüßigkcit. Dieses Kvntrollstreben führt 
allerdings leicht zum imperativen Mandat, das sich mit 
dem Parlamentarismus nicht verträgt. Es soll nicht 
führen zu dem Rechte, die Beauftragten tvicdcr abzu 
berufen, wie dies das-Rä'tesyst. em fordert; hierbei läßt 
sich eine Körperschaft erfahrungsgemäß nicht arbeitsfähig 
erhalten. 
Die Forderung, die Stimmen zu „wägen" statt sie 
zu zählen, bedeutet den größten Gegensatz zur Demokratie. 
Der Wunsch: durch die friedliche Messung der Kräfte au 
der Wahlurne ein möglichst getreues Bild derjenigen Kräfte 
zu geben, welche im Ernstfälle '(beim Bürgerkrieg) 
den Ansschlag geben würden^ dieser Wunsch darf niemals 
bis 51:1:1 Mehrstimmcil-(Plural-)Wahlrech1 führen,, diesem 
Todfeind jeder Demokratie. Auch der im Interesse .der 
unteren Volksschichten • und der schnelleren Entwicklung 
liegende Wunsch, (für die unmündigen Kinder den Eltern, 
eine Stimme zu übertragen, mutz. aus diesem Grunde 
zurückgewiesen werden. Die Zahl soll auch dann den Aus 
schlag geben, wenn sie <wie dies meist der Fall sein wird) 
in entscheidenden Punkten die schwächere 'ist. ■ Will man 
nicht annehmen, daß'der politische. Drückeberger auch im 
Ernstfälle abseits stehen bleibt, so müßte man für die 
Wahlpflicht eintreten. * 
Die dritte revolutionäre Forderung war-die Brüder 
lichkeit. Sie ist von der Demokratie übernommen 
worden und bisher ans zwei Gebieten zum Ausdruck ge 
kommen. 
Das eine ist das Prinzip der Solidarität, 
welches bereits unter dem Stichwort von der Disziplin 
behandelt wurde. Je nachdem ob eine bestimmte Art der 
Demokratie dieses soziale Moment der Solidarität mehr 
keit bemüht, diesem verschwiegenen Wunsche der schwer ge- 
Sie veranlaßte ihren Bruder, von seinen Erlebnissen 
auf dem afrikanischen- Kriegsschauplatz zu erzählen, und sie 
wußte taktvoll-jedesmal noch zur rechten Zeit einzugreifen, 
wenn die Möglichkeit auftauchte, daß das Gespräch eine 
bedenkliche Wendung nehmen könnte. 
Heinz durste sich fast während der ganzen.Dauer des 
Mahles auf die Rolle des aufmerkfonien Zuhörers be 
schränken, und- es fiel ihm wahrhaftig nicht schwer, sich 
mit dieser Rolle abzufinden, den» auch ohne die ver 
zeihliche Boreingenommenheit desBerliebten würde er von 
Anfang an unter dem Einfluß der Empfindung gestanden 
haben, daß es- drei ebepfo.ungewöhnliche als ausgezeichnete 
Menschen feien, deren Worten er chier.'lauschen. durfte.. Die 
Perftnr der Prinzessin erfüllte ihn mit immer größerer Hoch 
achtung und aufrichtiger. Verehrung; dem Bruder der. Ge 
liebten aber hatte er in der Stille Zeines Herzens längst 
alles äbgebeten, was..er jemals.an Mißtrauen oder, leiser 
Abneigung gegen ihn empfunden. So wie er ihn jetzt 
vor sich sah, von natürlichster, nngeheuchelter Bescheiden- 
heit,und Schlichtheit und doch.zugleich in der ruhigen Sicher 
heit desZest in-sich seift ruhenden. Mannes, der sich seines 
Wertes durchaus bewußt jst, in.jedem.'Wort wie,in jeder 
Geste der Soldat und dxr Edelmann, gleich weit entfernt 
von eitler Ruhmredigkeit wie von affektiertem Versteckspiel 
mitsein eigenen Verdienst,.'glaubte er nie einen'voll 
kommeneren Typus des echten Aristokraten kennen gelernt 
zu haben. Und er sagte sich, daß. es wahrlich eines 
Opfers wert sei, dieses Mannes Freundschaft zu gewinnen. 
Ueber die Beziehungen zwischen Herbert, und der 
Prinzessin konnte er sich nach, dem Vorausgegangenen ja 
kaum einer Täuschung hingeben, und .es war .nur danach 
angetan, seine Achtung vor dem ehemaligen'Offizier zu 
erhöhen, daß er während der ganzen' Dauer des Mahles 
durch, -kein unüberlegtes Wort,, durch keinen unbewachten 
Blick-die Natur seiner-Empfindungen verriet. Auch: der. 
schärfste und - argwöhnsschste^Beobgchtes; -würde 1 in. seinem 
Benehmen gegen hie Prinzessin, nichts anderes entdeckt 
haben, qls die respekto.stlle Mflichkelt und Ritterlichkeit'bes 
Weltmannes und Kavaliers-upd weder die Gesellschafterin 
noch" der Diener konnten in diesem Herrn Herbert, mehr 
betont, wird sic bestimmte Gebiete der Freiheit weiter ein 
schränken müssen; kann sie auch durch Ucberspannnng zu 
Widersprüchen gegen ihr eigenes Prinzip führen (Klasscn- 
kampf). Es handelt sich hierbei aber meist weniger »»» 
politische als um ethische Fragen, wie über das Matz 
des Altruismus, über Selbstbeschränkung und Selvstbe- 
herrschung. Wer allerdings so oberflächlich ist, die drei 
revolutionären Forderungen.(Freiheit, Gleichheit, Brüder 
lichkeit) einfach gleichzusetzen den politischen Prinzipien: 
Liberalismus, Demokratie, Sozialismus (el)er noch Kom 
munismus!), mit dem ist über solche Fragen nicht zu 
rechten. Wohl aber gibt cs Sozialisten, denen die Demo 
kratie nur Mittel ist zu ihrem Zwecke: sie geben sic auf,, 
wenn sie ihnen nicljt mehr gefällt: Rätesystem. Anderen 
ist sie unentbehrlich, »iib die anderen Fragen dienen nur 
zu ihrer Ausschmückung. Jedenfalls kann man aber von 
der Sozialdemokratie nicht behaupten (>vie cs Hasbach tut), 
sie habe infolge Uebcrspannung des Demokratie den So 
zialismus- bereits über Bord geworfen. 
■ Das- andere Gebiet der Brüderlichkeit ist die öffent 
liche Fürsorge, nicht zu verwechseln mit der Wohl 
tätigkeit. Ans der Subventionierung proletarischer Ein 
richtungen und Schaffung gewisser Wohlsahrtöeinrichtungeii 
ergibt sichallcrdings eine Bevorzugung der unteren Klassen, 
tvelche man der Demokratie natürlich gern ankreidet. Es 
handelt sich aber hier 'wohl mehr nm eine graduelle und 
finanzielle Frage als um eine prinzipielle, denn kein 
moderner Staat wird sich diesen Aufgaben völlig zu ent 
ziehen vermögen. 
Damit haben wir die Beziehungen der Demokratie zu 
den drei Revolutionsidcalen erledigt und fassen nunmehr 
diejenigen Vorwürfe zusammen, welche der Demokratie 
von ihren Gegnern jedesmal von neuem gemacht werden, 
wenn dieselbe im Laufe der Geschichte sich rührte. Soweit 
nicht bereits im Vorhergehenden Gelegenheit war zur 
kritischen Beurteilung dieser Vorwürfe, fügen wir dabei 
einige mehr äußerliche Hilfsmittel hinzu, welche zur Ver 
meidung der angefochtenen Zustände dienen können. Je 
nachdem welche Punkte dem Kritiker wichtiger erscheinen, 
werden sich diese verschiedenen Vorschläge einander teil 
weise widersprechen, und wir enthalten uns deshalb tu 
manchen derselben eines Werturteiles. 
, . ((Schluß folgt.) ' ' i ! 
Wohlfahrtseinrichtnngekt der Genreindc j 
Berlin-Friedenau. 
Feuerwache: Rathaus, Lautxrstr.- 19. Hinweise auf den nächsten 
Feuermelder befinden sich an den Slnschlagsaulen. 
Groß-Brrliuer Rettungs- und 5irankcntraiisportwesen: Rettungs 
wache 44, Jsoldestraßi 2, Tag und Nacht geöffnet. Fern« 
. .ruh Norden Rettungsamt. 
Fürsörgrstelle für Tuberkulose und Alkoholkranke: Kaiserallce 
Nr. 64-65, Sprechzeit Dienstag und Nlittwoch 12—1 Uhr. 
Beratungsstellen für Lleschlechtskranke: Schöneberg, Belziger 
Straße 13. Sprechzeit für Männer Donnerstag 7—8 Uhr 
abeichs; Sprechzeit snr'Frauen Dienstag 7—8 Uhr abends. 
Eharlottenburg, Kirchstraße 20. Sprechzeit täglich von 12 
bis 1. Uhr, anßerd/m Montag und Donnerstag von 8—9 
Uhr abends. Berlin, Am Köllnischen Park 3 in der LandeS- 
versichernngSanstalt. Sprechzeit für Männer Dienstag, 
Donnerstag, Sonnabend 7—9 Uhr abends; Sprechzeit für 
Frauen Mittwoch 7—9 Uhr abends. 
Säuglings- und itteinkinderfürsorge und Mutterschutz: Rathaus, 
Lauterstraße 20, Erdgeschoß. Sprechzeit Donnerstag 9h'r 
bis IH/2 Uhr. 
Kindergarten: Für noch nicht schulpflichtige Kinder 2. Gemeinde- 
schule, Rhcingaustraße 7. Geöffnet wochentags von 8 bis 
1 Uhr. 
' Kinderhort: Für schulpslichtige Kinder 2. Gcmeindeschnle, Rhein- 
ganstraße 7. Geöffnet wochentags von 2—6 Uhr nachm. 
Berufsberatung und Lehrstc.'lenvcrmittlung: Rathaus, 2. Stock, 
Zimmer. 68. 
Arbeitsnachweis und Erwerbslosenfürsorge: Niedstraße 40-41. 
Männliche Abteilung Sprechzeit 9— 1 Uhr; weibliche Ab 
teilung Sprechzeit 9—1 Uhr und, außer Sonnabends, 4 bis 
7 Uhr. 
Amtliche Fürsorgcstclle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinter 
bliebene hn der Bürobaracke am Maybachplatz, Eingang 
Lauterstraße. 
Kriegsgesangcnrnhcimkchr: Rathaus, 1. Stock, Zimmer 36-37.- 
Flüchtlingsfürsorgestelle: Rathaus, 1. Stock, Zimmer 36—37. 
.Volksküche:, Gpßlerstraße 45. Spcisenausgabe von 111'A bis 
4i^ Uhr täglich. 
Rechtsauskunftsstelle: Rathaus, 2. Stock, Zimmer 45. Diens- 
; tag und Freitag von 6—8 Uhr. 
vermuten nls das, wofür er ihnen nach feinem eigenen 
■ Willen nochimmei-gelteil sollte, nämlich für eine» entseriiten 
Vcrmandlen des Fräuleins von Wehringen, den sein Weg 
zufällig in diese Gegend geführt hatte und der von der 
Gräfin darum selbstverständlich der Ehre einer Einladung 
’ gewürdigt worden war. 
Auch darin, daß sich die Dame des Hanfes nach aufge 
hobener Tafel freundlich erbot, dem Gast die im Schlosse 
aufbewahrte und von allen Kennern als sehr kostbar ge 
schätzte- Waffensammlung zu zeigen, war gewiß nichts Auf 
fälliges, zumal sie sich gleichzeitig an Fräulein Achtmann 
mit der Bitte wandte, ihnen dabei Gesellschaft zu leisten. 
Und nur Heinz und Margot errieten, daß die Prinzessin 
ihnen damit die Atüglichteit einer ungestörten Aussprache 
hatte verschaffen wolle». 
Rach solcher Aussprache verlangte es den jungen 
Schriftsteller denn auch mehr als je< und es war so viel 
verehruugsvolle Dankbarkeit in der Art, wie er vor den» 
Verlassen des Spcisesaales die Hand der Prinzessin an 
seine Lippen führte, daß Frau Marias schönes, ernstes Gesicht 
für einen Moment von einem fast schelmischen Lächeln des 
Verständnisses erhellt wurde. 
Unter, leicht gefundenem Vorwände hatte Margot den 
Freund in das ebenfalls naco dein Park hinaus gelegene 
kleine Frühstückszimmer geführt, in dein sie nach ihrer 
Ueberzeugung weniger als in irgendeinem anderen Raume 
desSchlosses.eine unzeitige Ueberraschung oderllnterbrechung 
zu fürchten hatten. Und hier endlich fand er die lang er 
sehnte Möglichkeit, sie wegen seines törichten Benehmens 
vom heutigen Vormittag um Verzeihung zu bitten. 
„Ich-Habe gehandelt wie ein Knabcj" bekannte er frek- 
mutig, „aber wenn ich Strafe dafür verdient habe, so ist 
sie mir wahrhaftig fast allzu grausam zuteil geworden. 
Selbst meinem Todfeind möchte ich nicht die 5)ülfte der 
Qualen gönnen, bie ich habe ausstehen müssen." 
„Und- doch warst du so schnell bereit, mich aufzugeben, 
ohne es: aus irgendwelchen Kampf mit dem vermeintlichen 
Nebenbuhler-ankommen zu lassen fragte Margot lächelnd. 
Leugne es nicht! Ich weiß, daß mein Bruder dich'nicht 
mehr in Büchberg gefunden haben würde, wenn^er nur 
um eine Viertelstunde später gekommen wäre. 
.(Fortsetzung solgt.)
        
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