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Periodical volume Nr. 113, 23.05.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

die Kosten verdoppeln würde»/sondern man rechnete viel- ' 
leicht auf einen um 15-—20000, M.höheren Bettag. 
Die geforderte 2. Rate von 50Q000 M.Uvird darauf be 
willigt. Schluß folgt.) 
(Kachdr, unsrer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Tcltowcr Kreistag. 
Der gestern unter dem Borsitz des Landrats v. Achen 
bach zusammengetretene Kreistag des Teltower Kreises 
beschäftigte sich in stundenlanger Erörterung mit der 
Lebensmittelversorgung im Kreise, besonders mit der 
Frage der Zwangsw ir t sch a f t oder des freien 
Handels. Anlaß hierzu gab eine Vorlage des Kreis-, 
ausschnsses, einen weiteren Kredit von 20 Mill. M. zu 
belviuigen. Assessor v. Rheinbaben wies darauf hin, 
daß die immer größer werdende Knappheit an Lebens 
mitteln die Gesellschaft bestimmt hatte, verhältnismäßig 
große-Reserven an Lebensmitteln, insbesondere Nähr 
mitteln, anzulegen, um der Lebensmittelnot, von der allen: 
Anschein nach angenommen werden mußte, daß sie im 
letzten >,Teil des laufenden Wirtschaftsjahres eine beson 
ders große werden wird, nach Möglichkeit zu steuern. Die 
hierdurch und durch die laufenden Einlagerungen fest 
gelegten .Summen haben die Höhe von 11,9 Mill. Ma.rk 
erreicht. Er hoffe, daß die Wirtschaftslage sich derart 
ändern werde, um bald abbauen zu können. Abg. Meyer 
(Soz.) stellte fest, daß die als Allheilmittel angesehene 
Zwangswirtschaft von Tag zu Tag immer mehr versagt 
habe, gerade so wie der freie Handel, der für verschiedene 
Nahrungsmittel zugelassen worden sei. Uin die Er 
nährungspolitik in richtige Bahnen zu lenken, sei erforder 
lich, eine Organisation zu schassen, die als Ausschuß den: 
Reichsernährungsminister beigegeben werden müsse. Auf 
gabe der Organisation, die in den Ländern, Provinzen 
und Kreisen ihre Vertretung habe, sei die Feststellung, 
welche Mengen von Lebensmitteln verbraucht werden. Als 
Selbstverwaltungskörper müsse die Organisation die Mög 
lichkeit. haben, alle die ihr angeschlossenen Mitglieder zur 
Aufrechterhaltung der Lieferungen anzuhalten. Aufgabe 
der Gemeinden sei es, die Erzeuger zur Ablieferung der 
erforderliche!: Mengen zu zivingen. Die Umlage, dürfe 
aber nicht so ausgeschrieben werden, daß die Existenzmög- 
lichkcit der Besitzer ausgeschlossen sei; er gehe sogar soweit, 
daß der Erzeuger die über die Umlage hinausgehende» 
Artikel freihändig zu einen: höheren als bei: Höchstpreis 
verkaufen könne. Ferner müsse eine Konsumcntenvrgani- 
sation durch die Gemeinden geschaffen werden, indem die 
Gewerbe z>: Zwangsgenossenschaften zusammengelegt und 
dem . Selbstvcrwaltungskörper als Unierverbände ange 
gliedert würden. Tie Zwangsgcnosscnschasten müßten 
dann die Preise mitbestimmen, wodurch sich der wirtschaft 
liche Egoismus als segensreicher Faktor entfalten werde. 
2lbg. Kort ha ns (Bgl.) glaubte, daß die Zeit zu einer 
Einigung in den Streitfragen nicht inehr fern liege und 
befürwortete die Unterstützung der landivirtschaftlichen Ge 
nossenschaften ivic der Konsumvereine. Abg. Bürger 
meister. Wie sei: er (Dein.) hielt die Vorlage als einen 
kleine::- Vorgeschmack des einheitlichen Berlin. Die Lebens 
mittel seien von den: Lebcnsmittelverband Groß-Berlin 
angekauft und müßten jetzt von den Gemeinde:: übcr- 
nommcn werden. Fetzt wie später werde inan sich der 
höheren Instanz fügen inüssen. Die Vorlage wurde schließ 
lich angenommen. Die Bewilligung von 5 49128-1 Mark 
für den Wohnungsverband Groß-Berlin und von 800000 
Mark zur Deckung der Unkosten, des Kohlenverbandes Groß- 
Berlin erregte gleichfalls eine längere Aussprache. Be 
züglich der Wohnungsämter müsse eine Kontrolle statl- 
sindcn. Es entspreche den Tatsachen, daß das S ch n: i c r - 
wesen in den Wohnungsämtern außerordentlich 
weit eingerissen sei. Der Kreistag bewilligle schließlich 
die angeforderten Summen, er erhob aber dagegen Ein 
spruch, daß die Unkosten des Kohlenverbandes Groß- 
Berlin ständig in: Wege der Umlage auf die beteiligten 
iStadt- und Landgemeinden gedeckt werden, die ge 
zwungen sind, die erforderlichen Mittel in: Anlcihcwege 
«u beschaffen. Dem sozialdemokratischen Antrage auf 
Prüfung des Kvhlenverbandes durch Kaufleute wurde 
gleichfalls zngestimmt. — Zun: Schluß beschäftigte sich der 
Kreistag uiit dein Haushaltsplan für l!>20, der 
in Einnahme und Ausgabe mit 51850 391 M. oder um 
19,8 Mill. M. mehr als in: Vorjahre abschließt. Den 
letzten Etat begründete der demokratische Abg. Nathan 
(Nowawcs), der dem Kreise'Teltow in beredten Worten 
eine Abschieds r c d e hielt. Großes habe der Kreis 
ans allen Gebieten geleistet, er sei der Elitekreis in Preußen 
gewesen und habe weitreichende, für die Zukunft bestimmte 
Pläne ausgeführt. Bei der Verschiedenheit und Mannig 
faltigkeit der Gemeinden habe der Kreis in: Interesse 
aller Eingesessenen Krankenhäuser errichtet und auf eine 
große Höhe gebracht. Dein neuen Groß-Berlin, das die 
Krankenhäuser iibernehnicn werde, falle hierdurch ein Ge 
schenk von 100 Mill. M. zu. Der Nestkreis werde sich 
damit abfinden, da die Anstalten auch weiter dein Zwecke 
der Gesundung dienen würden. Der Tcltowkanal sei als 
natürlicher Vorfluter für die Vorortgenwinden von hohem 
Wert und habe sich als Schiffahrtskanal indirekt verzinst 
durch die höhere Beschäftigung des Grund und Bodens, 
der Krcisumsatzstcuer und Heranziehung der Industrie 
besonders in Tempelhof. Dem Landrat sei vollste Aner 
kennung zu zollen, daß er trotz der Gegnerschaft Berlins 
die Gasgeicllschast erworben habe. Die Gasanstalt habe 
sich in: Gegensatz zu den anderen Anstalten in Groß- 
Berlin gut verzinst. Namens seiner und der bürgerlichen 
Fraktion beantrage er, den: Landrat v. Achenbach für das 
Vorjahr eine Dienstanfwandsentschädignng von 18 000 M. 
ju bewilligen. Nach einen: Rückblick auf den Steuerctat 
schloß Redner mit dem Wunsche, daß es allen vergönnt 
sein möge, mit dein gleichen Erfolge auch im neuen Groß- 
Berlin weiterzuarbeiten. Nach kurzer Generaldebatte 
nahmen sämtliche Fraktionen den Haushaltsplan an und 
bewilligten die beantragte Dicnstanfivandscntschädiguiig von 
18 000 Bk. für den Landrat v. Achenbach. 
o Brot auf „Westen". In der Woche vom 24.-30. 
Mai darf Brot' und Mehl nur auf die rBolkarte 
abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte das 
Stichwort „Westen" tragen. Auf diese Karte darf der 
Verkauf aber erst von: Montag, den 24. Ma: ab stattfinden. 
o Tie Dtadtverordm-tmwahl für Groß-jSerlin findet 
--- KiE schon mitgeteilt — am 20. Juni, also 14 Tage 
nach der Reichsltagswahl, statt. Gewählt wird von 8 Uhr 
vormittags bis 7 Uhr abends- Während aber bei der 
Rrrch'stagsivahl pünktlich zur Stunde die Wahlhandlung 
geschlossen wird, können bei der Stadtvervrduetemvahl 
diejenigen, die um .7 Uhr im Saale anwesend sind, nöch 
tpählen. Wahlberechtigt, sind diesenigeu, die das Wahlrecht 
zur Rcichstagswahl besitzen und die seit eine):: Jahre 
in Groß-Berlin wohnen. Der Gcmeindevorstand fordert 
daher diejenigen RcichstagSwählcr, die noch nicht ein Jahr 
iN Friedenau wohnen, wohl aber in Groß-Ber 
lin schon ein .Jahr ihren Wohnsitz haben (also vorher 
in Schöneberg, Steglitz, Charlottenburg, Pankow oder 
sonst einem Groß-Betliner Orte wohnten), auf, den Nach 
weis hierfür in der Wahlabteilung im Rathaus, Zim 
mer 10. zu erbringen. 
o Was es in der wichsten Woch: gjbt. In unserer 
gestrigen Uebersicht ist eine Zeile ausgefallen. Wir be 
merken^ daß es Weiße Bohnen, Weizen k ü che n niehl, 
Maisgricß, Nudeln usw. ans Friedenauer Nährmittclkarteu 
gibt. 
o IHrrfp zum Guten Hirten. An: 1. Psingstfeicrtag, 
abends um 6 Uhr, findet anstelle des Gottesdienstes in 
der Kirche Orgelweihe im Gcmeindchanse statt, die in 
Form einer liturgischen Feier von Herrn Pfarrer Vetter 
gehalten wird. . . ! ! 
o Acrztcftreik nn Kreise Teltow. Die zwischen den 
Krankenkassen und der Aerzteschaft des Kreises Teltow 
geführten Verhandlungen sind ergebnislos verlaufen. In 
folgedessen haben die Aerzte des Kreises Teltow beschlösse::, 
von: 25. d. Mts. .ab jegliche Behandlung von Kranken- 
kassenpatieüten abzulehnen. Die Tcltowcr Aerzte folgen 
damit den: Beispiel ihrer Kollegen des Kreises Nieder- 
Barnim, die schon seit längerer; Zeit die Behandlung von 
Krankcnkassenangehöriizew verweigern. 
'» Shbodalmßssionsfcft. An: 3. Psingstfeicrtag, den 
25. Mai, nachmittags 4 Uhr, veranstaltet die Synode 
Potsdam I ein SynvdalnnssionSsest für die Goßner'iche 
Mission ans Nikulskoe. bei.Pfaueninscl. Fcstpredigt Pir. 
Lic.. Moldaenke, Steglitz. Bericht: Missions-Direktor D. 
Kausch, . ... . 
o Vor der Ostpreußischrn Slbstimmnng findet auf 
allgemeinen Wunsch aller Ostpreußen an: Sonnabend, 
den 29. Mar, gbendtz ,0 Uhr, im Restaurant „Schloß 
park" in Sieglitz,' Schloßstr. 48, ein Gefcllschaftsabend 
mit Vorträgen und .Tanz etc. 'statt. Näheres s. Anzeige. 
o Hertha Stoltzc-nberg, vom Deutschen Opernhaus 
wird Montag, den 31. Mai, abends 8 Uhr, in: gr. Saal 
der Hochschule in der Aufführung des „Akademischen 
Chors" (Dir.' John Petcrsen) die Partie der „Rose" 
in „Der Rose Pilgerfahrt" von Robert Schumann singen. 
Außerdem wird „Der Blumen Rache" von' Hans Pfitz- 
ncr für Alt-Solo /Agnes Leidheckcr) und Chor ansge-- 
sührt. Karten zu 2 bis 10 Mark sind in der Müsilalw::-. 
Handlung. A. Schwartz, Rheinstr. 00, unid in der Buch 
handlung der Gvßner'schen Mission, Handjcrhstr. 20, zu 
haben. 
v Als gefunden ist der Fundstelle im Rathaus ge 
meldet ein Portemonnaie mit Jyhalt, und als zugelaufen 
ein Hund. , ,/ ' | 
Tereitls-nätbricbten 
)( Jugciidgruppe DeutscheVolkSpgrtci. Dienstag, den 25. Mai, 
Tagesausstng 'nach. Wannsce, Potsdnn:, Stolpe. Treffpunkt: 
Wannseebahnhof, Friedenau 7.25 Uhr, Abfahrt 7.392 
)( Drutschnationaler Jugendbnnd. Nächste Uebungsstundc 
des Lantenchors am Dienstag, den 25. d. MlS. nach:::. 5 l!hr bei 
G. Hering, Kaiserallee 126.j . . . 
»( Der vaterländische Fraucpvercin veranstaltet Mittwoch, 
20. Mai, 3.?0 irachm. ein Somincrscst mit Tanz in: Landhaus 
Dahlem, PodüielSkiallee, zu welchem zahlreiches/Erscheinen er 
wünscht ist und Gäste, herzlich willkonnnen sind. Eintritt 3 Akk. 
Eintrittskarten im Vorverkauf, Konditorei Müller, Friedrich- 
Wilhelinplah 6. ' ' ' ' ' 
turnen, Spiel, Sport 
s Pfadfintcr-Abtlg. S:>. (Ev. V. j. M.) Für Zurückgebliebene 
beider Zuge findet am 2. Feiertag Tageswanderung statt.. Smniiieln 
7*° Breitenbachplatz. Zuin Abkochen sind Kochgeschirre und Zu 
taten mitzubringen. Rückkehr 7 Uhr. Gt. Pfd.! 
S Der „Große Pfingst- und Fliegerprei»' auf der Olympia- 
Bahn, der au: 1. u. 2. Pfingstfeiertag, nachm. 4 Uhr, zur Austragung 
gelangt, scheint alles bisher Gebotene zu übertreffen. Am I. Feiertag 
starten in: ersten Rennen über 50 km Lewanow, Sawall, Abcrger, 
Gmlka und Rosenberger, während im zweiten Rennen, das eben 
falls über 80 km führt, AppelhanS, Hoffman», Schenkel, Techmcr und 
Galle starten. Sawall hat sich von seinem-Stnrz wieder erholt und hot 
in: Training sehr schnell gefahren, was man auch von Hoffman::.sagen 
kann, der sich vorgenommen hat, die Rekorde wie in Hannover zu 
schlagen, Der Leipziger Schenkel kommt mit einen: schonen Sieg 
aus Ehkinnitz, Techmcr, Aberger und Äollc haben sich stark ver 
bessert. Für die Verbesserung des rin vorigen Jahre von Soldow 
aufgestellten Bahnrekords über eine Stunde (7l km 0*0 m) hat 
die Direktion eine Extra-Prämie von 1500. Mk. ausgesetzt, die den: 
Sieger außer dem Preis v^on 8000 Mk. zufällt 
s Internationale Ringkämpse. Die sehr beliebten und großes 
Aufsehen erregenden Internationalen Ringkämpse um die Meister 
schaft von E uropa beginnen wieder am' Sonntag, den 23. d. M. 
sI. Pfingstfeiertag)- in den: großen Garten der S ch ö n e b e r g e r 
Sch > o ß b r a n c r e i, Hauptstraße. Erstklassige Ringer sind ge- 
meldet. rnd zwar: 'Toni Achäer Me>; e: rmgcr von Bevern, 
Ambrosius de Soura, Ncgerchampiön Afrika; Peter Landau 
(Düsseldorf), Nikolaus Wanjek '(Rußland), Gustav Budruß, Mei 
sterringer von Ostpreußen; Amelong (Champion' von Holland), 
Brtmo Hunig (Dresden), Josef Elliot (Meisterringer der Schweiz), 
Wilhelm Hannnacher (Köln),- Fcdor Tornoff (Champion von 
Finnland), Lugo Linz (Brannschweig), Hermann Tangers (Ham 
burg), Weltnicister Karl Kornatz (Ostpreußen), Pctcr Andrien 
(Meisterringer vom.. Rheinland), Karl Grunwald (Meisterringer 
von Westfalen), Ignatz Schwarzbaner (Haniburg), Konrad Eder 
(Nürnberg),. Scppl Mang (der Man.: .int her eisernen Faun). 
Die fachmännische Lciruug liegt wieder in den bewährten Händen 
des Herrn Mar Lcwitt. Die Leitung des Herrn Ernst Krüincr 
gibt uns die beste Garantie,- daß jeder Abend genußreich und 
Scbotieberg 
— o Tic Sckyncibcrger Stadtverordnetcn-versan:tttluilg 
stand gestern im Zeichen des Wahlkampfes. Anlast hier- 
zn gab ein demokratischer Antrag, vom 1. .Juni' d. Is. 
ab den Bürgerdepütierlen dieDkostei: für die drei Linien 
der Großen Berliner Straßeichahn. nicht mehr zu er 
setzen und den .Stadtverordneten und Magistratsiiiitglie- 
dern freie Fahrt nur auf zwei Linien zu gewähren. Stadtv. 
Zobel /Dem.) Ivitzs darauf hin, daß vom l. Juni Kib 
die drei Linien 08 Mark kosten werden, tvas allein für 
Magistratsmitglieder und Stadtverordnete eine monatliche 
Ausgabe von 5916 Mark imd für die Bürgcrdepntiert.'ni 
1904 Mark bedeuten würde. Es entstand hierauf eine 
rein persönlich, zugespitzte Debatte, in der die Mitglieder 
der Neuen Fraktion den Demokraten Vetttzrnwirtichaft 
und Korruption vorwarfen, wogegen sich die Demokraten 
mit Kuhhandel, Pharisäertum usw. revanchierten. In der 
Abstimmung stimmte die Mehrheit dem Antrage zu, den 
Bürgerdeputierten die Kosten für die Strciß'«ibahnlimen 
vom-nächsten Monat ab nicht mehren ersetzen. Der Antrag 
auf .Gewährung der frcitu Fahrt für nur 2 Linien an 
die Stadtverordneten und' MagistratsmitglieÄer wurde da 
gegen von allen Fraktionen gegen die demokratische ah- 
gelohnt. Tie bannt in Verbindung stehende Petition der 
Armenkominissionsvorsteher um Bewilligung' von Ans- 
nmndsentschädigungcn wurde dem Magistrat zur Berück 
sichtigung überwiesen. Ein Dringlichkeitsantrag der Un 
abhängigen, den Magistrat zu ersuchen, in: Interesse aller 
Parteien für jede Partei 000 000 Stimmzettel aus Kosten 
der Stadt durch die Magistralsdruckere: herstellen zu 
lassen, wurde auf Einspruch des Stadtv. Zobel (Dem.) 
zur Besprechung nicht zugelassen. Gleichfalls wurde eine 
Beratung und 'Beschlußfassung ans Gewährung der nach 
dem Schiedsspruch vorgeschlagenen Erhöhung der Ver- 
gütiliigssätze 'für die uichtstandigcn Angestellten vertagt. 
e/fcbäft liebes 
[i Tie große Verteuerung der Straßenbnhnsahrte» macht 
Einkäufe in Berlin immer weniger lohnend. Dazn koinmt noch, 
daß die Spesen in den Geschäftszentren und Warenhänscrn von 
Tag zu Tag ins ungemesscne steigen. M a l u t c n s i l i en und 
Z e i ch e n b c barfsartites für K Hustler, Techniker, Schule 
und Haus werden Sie daher sicher am preiswertesten kansen im 
K ü n st l e r - M a g a z i n „R l> c i n s ch l v f;" (Inh. Ernst Genz- 
mcr), 'Rheinstraße 00, welches zu :i:wcrb'»:ndlichcr Besprechung 
einladet. ■ 
Kirchliche Nachrichten. 
Sonntag, den 23. Mai 1920 (l. Pfingstfeiertag). 
Kirche zum guten Hirten: Vorm, lö Uhr: Pfarrer 
Kleine. Vorm. 11,4.3 Uhr: Pfarrer Kleine, Kindergottosd- 
Abends 0 Uhr: Pfarrer iiklh’f, Orgelweiho im Gemeinde- 
hause. 
Montag, den 24. Mai 1920 (2. Pfingstfeiertag). 
Kirche zum guten Hirten: Vorm. k0 Uhr: Pfarrer 
Marquardt. Abends 0 Uhr: Pfarrer Jocrtsch. 
Alt-Schünebcrger Paul-Gcrhardt-Kirche: 10 Uhr: P. 
Delbrück. 0 Uhr: P. Heist. «Montag: 10 Uhr: P. Raack, 
0 Uhr: P. Delbrück. > 
Nathanaelkirche: 8,30 llhr: P. Wagner. 10 Uhr: 
P. Becker. Montag: 8,30 Uhr: P. Becker. 10 Uhr: P. Buch- 
holz. 11,30 Uhr': P. Buchholz. 
Kath. Marienkirche, Friedenau. Lln Sonn- und Feier 
tagen um 7 Uhr hl. Messe, nn: 10 Uhr Hochamt und 
Predigt. An den Wochcnlagcn hl. Messe um 7 Uhr. 
W c t t c r ii a ch r i ch t c:i. 
Für die Feiertage ist trockenes, heiteres, frühlings 
haft, marines Wetter zu erwarten, )vobci die.Tempe 
raturen Montags höher steigen werden als am l.,Feiertage. 
Verantw. Schriftleiter: Hermann Martlnius in Verlin-Friedenanj 
Hierzu eine Beilage. 
Bekanntmachung. 
In der Woche vom 24. bis 30. Mai darf Brot und Mehl 
nur auf die Brotmarie abgegeben und entnommen werden, deren 
Abschnitte das Stichwort „Westen" tragen. Brot und Mehl 
auf die Karte mit dem Stichwort „Westen" darf erst von Mon 
tag, den 24. Mai, ab verlaus: werden. Verliii-Friedciicni, den 
20. Akai 1920. Der Gemeinde-Vorstand. t 
Bekanntmachung 
In der Woche vom 21. bis 30. Mai gibt cs auf die Ab-: 
schnitte 22 n—e der Kartosfelkarte 5 Pfd. Kartoffeln.- Berlin- 
Friedenau, den 21 .Mai 1920. Der Olemciiide-Vorstaird. I. B.: 
Friedet. 
^Bekanntmachung. 
In der Zeit von Dienstag ,den 25., bis Sonnabend, 
den 29 .Mai, gelangen in den beiden Berkaiissstellci: der 0b.-- 
meinde Fcnrigstraße und Gostlcrstraße solgcndc Sonderzuteilniigmr 
zur Ausgabe: a) 250 Gramm Hafcrjlocken und 250 Gramnc 
WeizengrikS an die Kinder im 1. Lebensjahre gegen Llbßom- 
pelnng der Vollmilchkarle: b) 250 Gramin Hajerflockei: und 250 
Gramm Zwieback an die Kinder im 2. und 3. Lebensjahre gegen 
?lbstenipclnng der Vollmilchkarte: c) 500 Wranim Gerstciislocten 
und 250 Gramm Maisgries an die hiesigen Einwohner üben 
00 Jahre gegen Abstempelung^ tzer Nr. 10 der Ansiveiskartez, 
d) 500 Gramm Gersteiiflockcn und 250 (tzramm Zwieback an die 
werdenden Mütter gegen Abstempelung des BervchtigiingsschcinS^ 
Berlin-Fricdcnan, den 21 .Mai 1920. Der Geiiicindcvorslaiid^ 
I. B.: Friedet. _____ 
Bekanntmach lNtg. 
In der Zeit vom 22. bis 25. Mai gelangen folgende Le- 
bensmittcl zur Aiiiiieldimg: 9lus Groß Berliner Lebensmittelkarte: 
250 Gramm Linsen ans Abschnitt 27 ' l Psü. 3.50 Mk.). Aus 
Groß-Berliiier Lcbensmiltelkaite süc Jugendliche: 250 Gramin 
Maisflocken ans Abschnitt 50 (1 Pfd. 3 Mk5. Auf L!erlin-Frie- 
denaucr Nährmittclkarte: 500 Grainin weiße Bohnen ans 'Ab 
schnitt 21 (I Pfd. 3.75 Mk.), 250-Gramm Weizenküchenmetzl oder 
Cerealmehl (1 Pfd. 80 Psg.) und I Päckchen Milch-Süßspeisen 
zu», Preise von 00 Psg. auf Abschnitt.22: 250 Gramm Mais 
gries oder Pkaisslockeii auf Abschnitt 23 (I Pfd: 3 Mk.): 125 ltzr. 
'Nudeln (I Pfd. 2 Mk.), 1'Suppenwürfel (15 Psg.) und 250 Okv 
Marmcladc (1 Pfd. 3.70 Mk.) ^anf Abschnitt 21. Abholung 
vom 1. Ins 3. Juni. Berlin-Friedenau, d^u 21. Mai 1920, 
Der - Gemeinde-Vorstand. I. V.: Friedet. 
Bekä nntma chnng 
Betrifft: Wahlen für die Stadtverordnctcnversaininl.ing und dir 
BezirkSversammlungcn der netten Ttadtgemeiudc Berlin. 
Der Termin süc die Wahlen ist von dem Herrn Minister 
de! Innern auf den 
20. Juni 1920 
festgesetzt. Die Wahlhandlung beginnt um 8 llbr vormiltag-? 
und endet mit V Uhr nachmittags. Nach dieser Zeit dürfen nur 
»och diejenigen Wähler zur Stimmabgabe zugelassen werden, 
die in diesem Zeitpunkt im Wahlraiim schon anwesend sind. Im 
Gesetz vom 27. April ds. Is. über die jLildnng einer neuen Stadt- 
gemeinde. Berlin ist nun vorgesehen, daß 
das aktive Wahlrecht nur denjenigen Bürgern zusteht, welche 
schon zu dem Zeitpunkt des Beginnes der Auslegung dee 
Wählerlisten im Besitz des Bürgerrechtes sind und seit einem 
Jahre ihren Wohnsitz im Sinne des Bürgerlichen Gesitzbucheck 
im Bezirk der Stadtgemeinde Berlin haben. 
In Ausführung dieser Bestimmungen werden hiermit djeseui- 
gen Wahlberechtigten, welche nach dem 27.^Mai 1919 in ihrer 
gegenwärtigen Wohiisitzgemeinde iGntsbezir!) zugezogen sind.-Mls- 
gefordert, bei ihrer Gemeinde (Ointsbezirl) den''Nachweis zu er 
bringen, daß sie vom 27. Mai lvlO'ab bis zum Zuzug in dia 
gegenwärtige Wohnsitzgemcindc «'iutsbezirt) in einer der Oiroß- 
Rrrliner Gemeinden (Gntsbezirk) gewohnt' haben. Die von der 
Bildung der neuen Stadtgcmeiiide Berlin beiroffenen ö'rineinde- 
nnd 04utsbezirke werden hiermit ersucht, die vorstehende B'.'kaniit- 
machnng sofort ortsüblich lveitcr zu veröffentlichen. Berlin, den 
15. Mai 1920. Der Landrat des Kreises Teltow, v. 'Achenbach. 
B cröffcntl i ch t. 
Zn der neuen Stadtgcmeiiide Berlin rechnen folgende Gc-i 
meinde»: 
1. Die S t ad t g c m c i:: d e n: I. Berlin. 2. Eharlottcn- 
burg. 3. Köpenick. 4. Berlin-Lichtcnberg. 5. Neukölln. 0. Bcr-> 
lin-Schöiieberg. 7. Spandau. K Berlin-Wilmersdorf. 
2. Die Landgemeinden: l. Adlershof. 2. ltllt-O'-slic- 
nicke. 3. Biesdorf. 4. Blankenburg. 5. Blankenfekde. 0. BohuS-, 
dorf. 7. Berlin-Britz. 8. Buch. 9. Berlin-Viicliholz. 10. Buckow. 
1l. Eladow. 12. Falkenberg. 13. Berlin-Friedenau. 14. Ber- 
lin-Friedrichsfelde. 15. Fricdricl^hagen. l 0. Gatow. 17. Grüiiau. 
18. Berlin-Grnncwald. 10. Heiligensee. 20. Berliii-Heiiiersdorß 
21. Hcrmsdorf bei Berlin. 22. Berlin-Hoheiischöiihanjest. 23. Bcr->
        
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