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Periodical volume Nr. 113, 23.05.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Bezugspreis 
L»°T°'-A mJr ÄitaS Watteline Seitnns fOtM-zkiedra» int 
inJ Haus gebracht 2- Mark. täglich «beudS. 
Fernsprecher: Amt Pfalj»»r> »1»». — Druck und Verlag von Leo Schultz, 
(Friedenauer -WS Zeitung) 
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m rnmm «eil tan Wieder,. C“*Ä”£SSJ5 
@C1£fjOflöfteHCI Äheiuitr» 15. 4.— Mark. Belegnummer 20 Psg. 
Berliu-FriedeuT», Rheinstrah« 1». — Ker»spr«h«r; Amt Pfalzburg 2128. 
Ar. 113 
Berlin-Friedenau. Sonntag, den 23 Mai 1920 
Fahr». 27 
mzsMmBmBesaamaFsmmmmmmmmmmm 
Pfingsten! 
Kraft ans der Höhe, brich in unsre Nacht, 
daß mir des neuen Tages Aufgang schauen. 
Den Wahn zerreiße: ruf ans Furcht und Grauen 
, den Hauch, der heil'ge Werdcglul entfacht. 
. O das; er brause! . . . Fesseln bricht sein Wehen; 
frei grüßt den Bruder, der ihn froh erkannt, 
in seiner Sprache; Liebe" reicht die Hand 
und will nur eines: ivill nach Haufe gehen. 
1 Will an des großen Bakers Tempel bauen, 
i den keiner Mauer Schatten furchtsam engt. 
Geist aus der Höhe, der die Grüfte sprengt, 
> brich unsre Nacht, daß ivir den Aufgang schauen! 
( Marie Sauer, 
Neueste Nachrichten. 
H a in b n r g. Mit dem japanischen Danipser „Ran 
ker Lst'aru" ist der letzte .Heimkehrertransport ans O st 
allen im Hamburger Hafen eingetroffen. Unter dem etwa 
'>750 Personen umfassenden Transport, der .am l. April 
von Tsingtau abgefahren ist, befinden sich der Verteidiger 
von Tsingtau, Admiral Mehcr-Waldeck, und feine tapfe 
ren Mitkämpfer. 
Kopenhagen. Die Times melden aus Teheran, 
daß die Bolschewisten Persien einen Waffenstillstand an 
geboten haben, wobei sie Ueberlassung des Hafens Cnzcli 
am Ka'pischen Meer fordern. 
Prag. Das Blatt des Landesve.rteidigungsministers, 
Czeskv Slovö, veröffentlicht eine Warschauer Depesche, der- 
zufolge der polnische Landtag nach einer leidenschaftlichen 
Rede des Abgeordneten Gtoinbinski beschlossen habe, die 
Regierung zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen 
mit der Fschecho-Sloirakei, sowie zur Entfernung der 
tschechischen Beamten und Arbeiter ans dem Teschener 
Gebiet aufzufordern, andernfalls würden sich die.Polen 
Mit eigener Kraft wehren. 
Paris. Der Benreier der ungarischen Friedens- 
dclegation Praznowsli ist heute vormittag aus Budapest 
hier eingetroffen. Er hat durch Oberst Henri der Friedens 
konferenz mitteilen lassen, daß die ungarische Regierung 
die Bedingungen des Friedensvertrages annehme. 
L ttg ano. Zn der Nacht vom 10. zum 20. Mai ivurde 
.auf der Eisenbahnlinie von Pondcbba-Udnie bei Moggio 
eine zur Verhütung von Fetsabrutschungen erstellte Schntz- 
mauer durch Minen in die Lust gesprengt, wodurch der 
Eisenbahnverkehr für einige Zeit unterbrochen sein lvird. 
Der Än'chlag hat politischen Charakter. 
Sitzung dar Gemeindevertretung 
von Donnerstag, den 20. Mai 1920. 
M • (Fortsetzung.) 
G.-V Frau Korseb (Dnat.) hebt hervor, daß nur 
derjenige, der solche nictir vollbegabie Kinder habe, über 
diese Sache urteilen könne. Es sei schwer, solche Kinder, auf 
die in den vollbesetzten Klassen nicht besonders Rücksicht 
genommen Iverden könne, anders zu fördern als durch 
jPrivatschulen oder durch Erzieher. — G.-V. Leonhardt 
(Dem.) meint, daß die Erläuterungen in der finanziellen 
Frage'ihn durchaus nicht befriedigten; es fehle u. a. die 
Summe des Direktorgehalts. Dadurch stelle, sich das 
finanzielle Ergebnis ganz anders. Er spricht auch gegen 
die Vorschulklassen des Direktors Fliedner. Frau Korsch 
habe im geivissen Sinne recht; hier aber Zeige sich, daß 
die unteren Klassen der Fliednerschen Schule gerade stark 
besetzt sind und daß es sich da hauptsächlich um Schiller 
handle, die man vor der Volksschule bewahren wolle. 
Darum handele es sich hier um eine Versicherungsmaß 
nah,ne gegen die Volksschule der Gemeinde. Hiergegen 
bestehe Widerspruch bis weit in die Kreise der Rechten, 
und treffe mit einem Progranimpun'kt derjenigen auf 
der Reet,reu überein, die liberal seui wollen. Wenn 
diese nach ihrem Programm handeln wollten, könnten 
sic gar nichl anders, als gegen die Unterstützung der 
Fliednerschen Vorschule stimmen. G.-V. Frau Las kn s 
(D. Vp. i iritt für die. Flied »ersehe Schule im Jnteresie 
der schwächer begabten Kinder ein. Man könne solche 
Kinder nicht ohne weiteres in die Volksschule stecken (Aha! 
linkst, namentlich, wenn sie das hierfür in Frage Gui- 
mende Alter bereits überschritten haben. G.-V. <vrau 
Ko rs c.h ,Dnat.) betont nochmals dic^ Notwendigkeit 
solcher Schule. Die Eltern müßten die Freiheit Haben, 
ihre Kinder in solche Schulen schicken zu können. G.-V. 
'Han nein an n >D. Vp.) unterstützt diese Ausführungen 
und ineint, daß die Kinder vor unseren Volksschulen nicht 
bewahrt werden brauchen, denn unsere Volksschulen seien 
derart gut, daß niemand vor ihnen bewahrt zu werden braucht 
(G -V. Leonhardt: Sehr richtig). Seine Parteifreunde seien 
durchaus freiheitlich gesinnt, um das Wort liberal ,o 
chr gebrauchen, und sie iverden ihre freiheitlichen lurund- 
sähc nicht verleugnen. (G.-V. Maulbecker: Nicht vor den 
Wahlen) — G.-V. Dr. Anders Liiat.) erklärt, daß 
er vier Jahre Volksschüler >var und dort gut gelernt 
habe und Achtung vor der treuen Arbeit der Bo kchchn - 
lehrcr habe. Bestrebungen, die Kinder der Volksschule 
zu entziehen, würde er nichl unterstützen. Er lobt dann 
die Arbeit der Fliednerschen Schule, voii der er manchen 
Knaben bekommen habe, er wünsche nur, er würde limner 
solche Kinder bekommen, wie die von der ;vlledueiimen 
Schule !.Lachen). Es seien.Kinder, die in den starken 
Klassen der öffentlichen Schule nicht fortkommen könne». 
Gcmcindevcrtreter Paul Richter (Unabh.) meint, daß bei 
den Herren, die das Lob der Fliednerschen Schule ge- 
snngen haben, der Politiker mit dem Pädagogen 
durchgegangen wäre. Man müsse dahin streben, 
daß alle Schulen öffentliche Schulen werden. Es 
seien allerdings die öffentlichen Schulen noch im 
Verschiedenen verbesserungsfähig, und die überfüllten Klaf 
fen müßten vermieden iverden. Er erklärt nochmals seinen 
Standpunkt gegen die Notwendigkeit der Flicdner'schen 
Schule. Er könne es nicht gutheißen, daß die Gemeinde 
hierfür irgend welche Mittel hergebe, — Schösse | 
v'. W röchem meint, man höre Herrn Richter gern 
über Schulsragen sprechen, der sich in diesen Sachen ein 
vorurteilsfreies Urteil gebildet habe. Um so mehr be 
dauere er es deshalb, daß Herr Richter diese Sache durch 
die Politische Brille sehe. Man dürfe diese Frage nicht 
vom politischen Standpunkt beurteilen. Die Zahl der 
Vorschüler fei im Verhältnis zu allen Friedenaner Kin 
dern doch keine so große. Der Flicdner'schen Schule könne 
man die Existenzberechtigung doch nicht absprechen. Nach 
dem noch G.-V. Frau K o r f ch (Dnat.) für die volle Untere 
stützn»g der Fliedner'schen Schule, G.-V. Manlbecker 
(Soz.) gegen die Erzeugung von Kunstprodukten in solchen 
Schulen und G.-V. L von Hardt (Dem.) gegen die Vor 
schulklassen der Fliedner'schen Schule gesprochen haben, 
kommt es zur Abstimmung. Die Anträge, den Lehr 
kräften der Flicdner'schen Schule eine einmalige Be- 
schaffnngsbeihilfo von 500 M. zu gelvährcn und die mo 
natliche Teuerungszulage ans 80 M. bezw. 140 M. zu 
erhöhen, iverden gegen die Stimmen der Sozialdemo- 
kraten und Unabhängigen angenommen. Die Frage 
der höheren staatlichen Zulagen gemäß dem Erlaß des 
Kultusministers an die Provinzialschulkollegicp wirh dem 
Schnlknratorium zur 'Prüfung überwiesen. Der An 
trag, der Fliedner'schen Anstatt einen jährlichen Zuschuß 
von 1500 M. zu gewähren, wird abgelehnt. Dafür stim 
men nur einige Mitglieder der Rechten und ans der Lin 
ken der G.-V. Endemann (wild). 
5. Abschluß eines Pachtvertrages mit dem Ratskeller- 
wirt. 
Der Vertrag mit dem Ratskellcrwirt Max Schwarz 
läuft am 01. Mürz 1921 ab. Er. bittet, den Vertrag um 
iveitere 5 Jahr.e zu verlängern. Bisher zahlte der Wirk 
eine Tonneuvacht. Dadurch erhielt die Gemeinde 1916: 
15 604,62 M), 1917: 15 696,09 M., 1918: 14 479,61 M„ 
und 1919: 12 167,08 M. Jetzt wird eine feste Jahrespachi 
vorgeschlagen, die betragen soll: 1921: 18 000 M., 1922: 
19000 M., 1920: 21 000 M.,-1934: 20 0M M-, 1925: 
25 000 M. 
G.-V. Thomsberger (Dem.) beantragt Zurüch- 
verwcisung an den Finanzausschuß. Schöffe Ott (D. 
Vp.) bittet, auch den Wirtschaftsausschuß bei der Be 
ratung mit hinzuzuziehen. G.-V. S ch ö n k n c ch t (D. Vp.) 
erwähnt, er hätte auch die Zurückverlveisung empfohlen. 
Es sei die Nachprüftulg des Pachtbetrages und der Kosten 
notivcndig. Z. B. machen die Heizungskosten heute allein 
18 000 M. aus. Er möchte da vorschlagen, daß nicht 
eine Pauschalmiete festgesetzt Iverde, sondern daß, wie 
es jetzt bei den Wohnungen, geschähe, Miete und Heizungs- 
lvsten getrennt berechnet werden. G.-V. Lüdcrs (Dem.) 
meint, man solle die Pacht nicht so hoch schrauben. Der 
Eharlottenburgeu Ratskeller mußte für 11 000 M. ver 
pachtet werden. Wenn man die Kohlenkosten und alles 
hicr berechnen wolle, dann müsse uns der Herrgott erst 
den Wirt schenken, der den Ratskeller nimmt. (Zustim 
mung). G.-V. B n t h (Soz.) bemerkt, man habe die Sache 
dach Thon eingehend im Finanzausschuß beraten, er glaube 
uick i, daß da noch etivas Besonderes herauskomuie. G.-V. 
A l i in a u n (D. Vp.) erivähnt, daß man s. Zt. auf die 
Verzinsung des Ratskellers keinen hosten Wert legte: man 
ging da von anderen Gesichtspunkten aus und sollte 
init ihm einen Sammelpunkt der Bürgerschaft und eine 
Stätte der Erholung schaffen. (G.-V. Loos: Volts Haus!) 
G.-V. Schön tu echt (D. Vp.) erklärt, daß die Ausfüh- 
rnngen des Banrats Attmann damals anders . lanlcien. 
Da ivurdc es so hingestellt, als wenn der RatstelDr 
eine sehr gute Sache ivüre, die uns viel einbringe und 
inan sagt da auch, die Tonnenpacht wäre das richtige. 
Man müsse doch damit rechnen, daß die Elastwirte in der 
Nachbarschaft auch für alle Kosten aufkommen müßten. 
Bürgermeister Walgcr bemerkt, man wählte damals die 
Tvnnenpacht, um darnach ermessen zu können, iviebiel 
der Ratskeller überhaicpt wert fei. G.-V. Altmann 
D. Vp.) wünscht, daß der Ratstellerwirt zu den Be- 
ratnngen hinzugezogen iverde. — Die Vorlage wird darauf 
an den vereinigten Finanz- und Wirtschaftsausschuß zur 
nochmaligen Beratung zurückverwiesen. 
6. Errichtung von Kleinkierställcn in Gütergotz. 
Für die Errichtung eines Tierstalles in Blockt,mis- 
manier' auf dem Friedhofsgelände in Gütcrgotz, welchen 
stcl der Gärtner Stobbe lind der Kutscher Walter selbst 
erbauen wollen, werden 1500 M. als Barznschnß bewilligt. 
7. 6rrtchtu-ng einer Finanztassc. 
G.-V. Wolfs «Dem.) erklärn, daß seine Fraktion 
grundsätzlich für die Vorlage sei. Die Kosten wären aber 
zu. hoch. - Zurufe: Zu niedrig.) Man solle sparsamer 
zu Werke gehen, da es sich nur um eine vorübergehendes 
Einrichtung handele. Die Arbeiten sollen vergeben wer 
tn'». — Der Errichtung der Hilfskasse des Finanzamtes 
ivird darnach zugestimmt. Die'Kosten in Höhe von etwa 
MOOO M. werden bewilligt. 
7 a Verösseaftlickpang der amtlichen Bekannt in achpa gen. 
Der Genieindevvrstand empfiehlt, die Bexössenilichung 
der Bekamllmachimgen den Ortsblättern selbst zu über- 
iassen. Nachdem die G^-B. Lüders iDem.) und Lcon- 
hardt (Dem.) dafür eingetreten lvaren, es in der bis 
herigen Weise zu belassen, G.-V. Richter (llnabst.) und 
G i e s e (Soz.) für den Antrag des Gemeindevorstandes 
Richter beschlossen: Bon der Herausgabe eines er 
weiterten Nachrichtenblattes wird Abstand genommen. 
Den Ortsblättcrn werden die Bekanntmachungen zu 
geschickt und diesen die Veröffentlichung überlassen. — 
(Wir bemerken, daß wir alle wichtigen amtlichen Bekannt 
machungen unseren Lesern nach wie vor mitteilen werden. 
Schriftl.) ' 
7 b. Beschaffung von Wahlzellenvorl; Lugen. 
Bürgermeister Walgcr führt aus, daß im ver 
gangenen Jahre für die Wahlzellen die Svuuenschutzvor- 
hänge des Rathauses Veriveudet wurden. Diese mußten 
aber gegen Papierstosfvorhänge an die Neichsbekteiduugs- 
stelle abgeliefert werden. Er zeigt daun Stoffproben. 
(Zuruf: Sind die aus Papierstoff?) Jawohl. Der eine 
Stoss ist schwarz-weiß, der andere rot. (G.-V. Tettmcr: 
Dann nehmen wir den rote». Heiterkeit. Schöffe von 
Wrochem: Ich beantrage, beide zu nehmen — also schwarz- 
wciß-rot —. Erneute Heiterkeit.) Bürgermeister Walgcr 
zeigt daun noch einen anderen Stoff in blauer Farbe. 
Die Vertretung bewilligt die Kosten für die Vorhänge 
in Höhe von 1700 M. 
7 c. Errichtung eines Zeichen- und Gcsangsagles in 
der 2. Gemein,defchule. 
Für die Herstellung eines Zeichcusaaales im 0. Stock- 
wert und Ansstalttlng des alten Zeichensaales als Gesaugs- 
saatklasse in der 2. Gemeindeschule iverden 17 500 Mark 
bewilligt. 
7 d. Bewilligung der 2. Rate von 500 00« Mark für 
die Holzbauten. 
G.-V. Lüdecke (Dem.) bezeichnet es als das aller- 
bedauerlichste au der vorliegenden Sache, daß man „hautsch" 
und „knautsch" sagen, die Summe bewilligen müsse. Das 
komische sei, daß die doppelte Summe als die. die s. Zt. 
bewilligt ivurde, dabei herausgekommen sei und daß nicht 
allein durch die Entwicklung der Preise und Löhne, son 
dern durch die unglückliche Behandlung der Barackensrage 
überhaupt. Er hatte s. Zt. einen anderen Weg einzu 
schlagen empfohlen, um massive Bauten zu schaffen. Man 
sagte damals, das ginge nicht an und man würde die 
Holzbauten auch sofort bekommen, sc, daß sie bald bezugs 
fertig sein würden. Mit Zaudern und Zögern habe man 
damals zugestimmt, in der Hoffnung, daß sich die Ver 
sprechungen. und Aussicht«.)! würden erfüllen lassen. Er 
wolle dabei anerkennen, daß Herr Baurat Altmann da 
mals gleich darauf hingewiesen hatte, daß Schwierig 
keiten eintreten könnten, die unter Umständen die Sache 
verzögern würden. Damals bezeichnete es aber Bürger 
meister Walger als ciic Ruhmesblatt Friedenaus, daß wir 
etwas Großes und Schnelles schaffen. Er weist dann 
darauf hin, daß in Spandau trotz Zement- und Steinnot 
massive Häuser entstanden seien, ebenso sei in EbcrSwalde 
eine ganze Kolonie massiver Häuser entstanden. Bei uns 
war das Ergebnis, daß sich die Herstellung erheblich ver 
zögert hat, die doppelten Kosten entstanden sind und das 
ei» Produkt entstanden ist, das mit ziemlich gemischter 
Freude und nicht mit Zuversicht betrachtet werden kann. 
G.-V. Alt mann (D. Vp.) stellt zunächst richtig, daß 
nicht beabsichrigt lvar, mit 500000 M. die Holzhäuser zu 
schasse». Mau sei damals schon bei einer Berechnung 
auf 900000 M. gekommen und habe die Summe von 
500 000 M. als erste Rate aus der Luft gegriffen. Die 
Errichtung massiver Häuser war nicht möglich, weil das 
vvic der Behörde nicht gestattet Ivurde. Die Behörde hat 
bestimmt, au welcher Stelle massive Häuser errichtet wer 
den können. Der Wohuuugsverbaiid stellte nur da Ma 
terial zur Verfügung. Hier hatte man aber schon 
Sck'lvierigteiteu, Material für die Grundmauern zu bc 
louuueic und man hat Zement hinten herum kaufen und 
im übrigen mit Lehm zusammenkleistern müssen. Er bc- 
merkl noch, daß die Leute in den Holzhäusern außer- 
ordc»tlich zufrieden sind, er habe nur Gutes über die Wot>- 
uuugeu in diesen Häusern gehört. G.-V. Dr. Anders 
(Dual.) stellt einen Schlußantrag, zieht ihn aber lvieder 
zurück, um dem G.-V. Kaumaiin Gelegenheit zu geben, 
seinen Fraktivnstollegen antworten zu tonnen. G.-V. 
K a u m a n u' (Dem.) meint, er müsse Herrn Lüdecke ent- 
gegrutretcu, da er mit seinen Ausführungen den ganzen 
Bauausjchnß angegriffen hätte. Er führt dann aus, daß 
alles geschehen sei, um die Holzhäuser gut und schnell 
herzustellen, daß aber Materialmangel und Witterungs- 
Verhältnisse verzögernd gewirkt hätten. Syndikus Stur m 
erklärt,, daß beim Wohnungsamt fortgesetzt Anträge ein- 
laujea von solchen Suchenden, die Wohnungen in de» 
Holzoaiilen möchten. Es sei nur bedauerlich, daß er nicht 
fsliou früher und nicht mehr Hotzhauswohnungen harte. 
G.-V. Lüdecke (Dem.) antwortet dem G.-V. Altmanu, 
indem er er erklärt, daß Material und Zement sehr gut 
zu bekommen gelvesen wären, wenn man sich darum be 
maln und den hierfür vorhandenen Weg gegangen lväre. 
Cr wendet sich gegen eine Aeußerung des G.-B. Alt- 
mauii, daß nur der Fachmann da urteilen könne. Er sei 
t oil, zum Gemeindeverordneten gewählt worden, um sich 
ein Urteil zu bilden inu seine Ansichten zu äußern, wenn 
er das nicht dürfe, brauche er hier nicht zu sitzen. Dalmer 
möchte er dagegen Verwahrung einlegen, daß lediglich 
der Fachmann zu reden hätte. Wenn aber Fachleute cr- 
ttäreu, daß die massiven Bauten nicht so gut wären, so 
>vo!:e er das glauben. Seine Kenntnisse darüber, daß die 
Wotznungen in de» Holzbauten nicht gefallen, habe er von' 
zwei Bewohnern, die erklärt haben, sie fürchcen, daß es 
darin im Winter recht kalt und unwvhnlich -sein werde. 
Mau habe damals auch nicht annehmen können, daß sich
        
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