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Periodical volume Nr. 111, 20.05.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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in» Haus g-bracht 2- Mark, »rscheillt täglich OlCODS. 
Fernsprecher: Amt PfaljKnrg 212S. — Druck und Verlag von Leo Schul,, 
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fäafAnUitf^nfia♦ ffifi iTii T ak SRstum 1 Mk. Die iRcfldnicjciic kästet 
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verlin-FrleLenau. Rheinstraße 1». — Fernsprecher: Amt Pfalzburg 212». 
Rk. 111 
Berlin-Friedenan. Ionnersteg, dm 28 Mai 1828 
SchrS. 27 
Neueste Nachrichteu. 
Berlin. Gestern abend wurde das unter dem Cafe 
National gelegene Kellerlokal durch die Sicherheitspolizei 
ausgehoben. Es wurden etwa hundert Personen sistiert 
und in das Polizeipräsidium abbefördert. Diese Aus 
hebung steht in Zusammenhang mit dem Mordversuch an 
dem Schankwirt Kasse aus der Wilhelnistraße. 
D ii s s e l d o ryf. Ein großer Preissturz macht sich hier 
bei Lebensmiiteln und Leder bemerkbar. Die industriel 
len Werke werden von Lcbcnsmittelagenten geradezu über 
laufen. Hülsenfrüchte iverden schon mit 2 M. das Psd. 
in großen Mengen angeboten. Auch für andere Lebens 
mittel und Leder sind die Preise erheblich gefallen. Sic 
werden in nächster Zeit noch weiter sinken. 
Kiel- Auf der hiesigen Rcichswerst sind heute mittag 
zwei Hochseedampfer von Stapel gelaufen. 
I n n s b r ult. Die Kommission zur Vorbereitung des 
Anschlusses Tirols an Deutschland, an deren Spitze der 
Landeshauptmann Schraffl steht, ist hier zusammenge 
treten. 
Warschau. (Heeresbericht). In der Ukraine ist alles 
unveränderk. Auf der ganzen Front des Kiewer Brücken 
kopfes dauert die Konzentrierung feindlicher Truppen an. 
Südlich des Dünaflusses gingen unsere HeereStcile nach 
längeren heftigen Kümpfen unter dem Druck überlegener 
feindlicher Kräfte in die neuen Verteidigungsstellen zurück. 
Klm st e rd a in. Nach einer Meldung des Telegraaf 
aus Ncwhork hat der Sekretär des Völkerbundes die 
Regierung der Vereinigten Staaten davon verständigt, daß 
die Finanzkonfercnz in Brüssel aufgeschoben ist. 
» Basel. Die nächste Sitzung de-s Völkerbundrates soll 
in Gens stattfinden. 
jR o m. Heute Vormittag ist aus dem Kapitol in.feier 
licher öffentlicher Si"ung die Gründung des Völkerbundes 
verkündet worden. 
Rom. Nitti hat den Auftrag zur Bildung des Ka 
binetts angenommen. 
Teheran. Eine starke bolschewistische Streitmacht 
ist am 18. Mai in der Nähe von Enseli an der Südküste 
des Kaspischen Meeres gelandet. In derselben Nacht wur 
den die Engländer gezwungen, Enseli zu räumen. 
Ortsnacbrkbteti 
(Rachdr. unsrer o-Orlginalariikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Für die Barackcnüautcn hatte unsere Gemeinde 
vertretung 500000 M. bewilligt. Die Ausführungskosten 
betragen z. Zt. aber schon über 1 Million Mark. Die 
Kosten werden, sich durch den Zuschuß des Wohnungsver- 
baudcs in Höhe von 220 000 M. und durch Verkauf 
vpn Baumaterialien aus dem Erwerb der Helling'sckien 
Rechte in Höhe von 100 000 M. vermindern. Ter Ge- 
meindevorstand beantragt daher, für die Fortführung der 
Notwohnungsbauten weitere 500 000 M. zu bewilligen. 
o Unsere Volksküche ist am Pfingstheiligabend, Sonn 
abend, den 22. Mai, nur bis 3 Uhr geöffnet. Am 
24. Mai ist sie ganz geschlossen. 
o Für die Stadtverordnetenwahl. Wahlberechtigt für 
die Stadtverordnetenwahl am 20. Juni sind nur diejeni 
gen Reichstagswählcr, die bei Beginn der Auslegung der 
Stadtverordnetenwählerliste ein Jahr ihren Wohnsitz in 
einer derjenigen Gemeinden haben, die zu der neuen Ein 
heitsgemeinde Berlin gehören. Die Feststellung, ob jemand 
bereits ein Jahr in Groß-Bersin wohnt, ist für 
die Gemeindebehörden unmöglich. Sie, können nur fest 
stellen, ob der Betreffende bereits ein "Jahr in der Ge- 
vie Briefe der Prinzessin 
Von E. PH. Oppenheim. 
58 ' (Nachdruck verb iten.) 
„Nun, wir werden ja sehen, ob sie sich zu einem der. 
artigen, vielverheißenden Blick verstehen wird. Jetzt aber 
kommst du mit mir zum Schloß. Ich werde nicht mehr als 
einige Minuten brauchen, um Maria vorzubereiten, und 
alles andere werde ich dann wohl oder übel deiner eigenen 
Ritterlichkeit überlassen müssen." 
Nun sträubte er sich in der Tat nicht länger, und 
Arm in Arm, wie ein richtiges Liebespaar, schritten sie 
dem im Morgensonnenglanz schimmernden Schlößchen zu. 
Herbert von Wehringen hatte seiner Schwester nicht 
mehr versprochen, als er zu erfüllen imstande war. Als 
sich die Tür des Vorzimmers auftat, in dem er auf Margots 
Geheiß hatte warten müssen, als die Prinzessin Maria 
Apraxin in allem Glanz ihrer stolzen Schönheit auf ihn 
zutrat, dieselbe, die Heinz vorgestern und gestern mit einer 
Art von scheuer Ehrfurcht bewundert hatte, und doch eine 
ganz andere in der Verklärung, die ihres Herzens ver 
schwiegene Glückseligkeit über ihr Antlitz gebreitet, da er- 
faßte ihn gewiß schier übermächtig das Verlangen, sie 
sauchzend in seine Arme zu schließen, wie er sie einst in 
glücklicheren Zeiten hatte in seine Arme schließen dürfen. 
Aber er war stark und tapfer genug, die Stimme der 
Leidenschaft zum Schweigen zu zwingen und das heiß 
geliebte Weib zu begrüßen, wie der nach langer Irrfahrt 
heimgekehrte Freund den Freund begrüßen mag. von dem 
er bereits zu den Toten gezählt worden ist. Cr bedeckte 
sie nicht mit wilden, verzehrenden Küsten, sondern er zog 
nur ihre weiße Hand an seine Lippen, und er war wohl 
auf der Hut, daß diese unverfängliche Huldigung nicht 
feuriger ausfiel, als es dem Weibe gegenüber statthaft war, 
das nach dem Gesetz noch immer den Namen eines anderen 
Manne» trug. 
Beamte u. Angestellte 
von 
Staat ää Kommune 
in Friedenau und Schöueberg 
in öffentlicher Versammlung 
mn Mo. Den 21. Mai. OM ftj- 110t 
im Bürgers««! des Friedenauer Rathauses 
werden sprechen Über: 
PersonalfragenSSL 
1. MD SAM. HSttSS 
2. MD grtimDiin, *5=f 
3. Brost 6M, 
Beamte und Angestellte erscheint inMaffen! 
WOemIllltWs NMMee ö. P. 2. 
Gvftad Zopf. Sskar Hauffs* 
ntfinbe wohnt. Alle Bürger, die also noch nicht ein Jahr 
in Friedenau, aber bereits ein Jahr in Groß-Berlin 
wohnen, müssen bis zum 27. Mai dem Genieindcvorstand 
den Nachweis erbringen, daß sie schon ein Jahr in Groß- 
Berlin ansässig sind. 
o Zum Kreiswahlkommissar des 11. Groß-Berlincr 
Wahlkreises „Schönebcrg-Friedenau" für die Wahlen zur 
Stadtverordneten- nnd Bezirksversammlung der Stadt- 
gemeinde Berlin am 20. Juni d. Js. ist Magistratsassessor 
M u n d t und zu seinem Stellvertreter Ma'gistratsassessor 
Althaus bestellt worden. Die Kreiswahlkommissare teilen 
die Wahlkreise im Benehmen-mit den Gemeindcvorständen 
in Stimmbezirke ein. Sie.haben spätestens am 30. Mai 
zur Einreichung von Kreis- und Bezirksverordnctenwahl- 
vorschlägen öffentlich aufzufordern; die Vorschläge sind bei 
ihnen bis zum 6. Juni einzureichen. 
oA Eine Sitzung des Wahlausschusses unseres Reichs 
tags Wahlkreises findet heute im Rathause Charlottenburg 
statt, um über die Zulassung^uud Festsetzung der einge 
gangenen Krciswahtvorschläge für die Reichstagswahlen zu 
beraten. 
o Das Eiserne Kreuz 2. Kl. am weißen Bande würde 
Herrn Rudolf Abel, Friedenau, Saavstr. 8, verliehen. 
oA Das Ende des Bürgerausschusscs Grotz-Berlkn. 
In der gestrigen letzten Generalversammlung des Bürger 
ausschusses Groß-Berlin beantragte der Erste Vorsitzende, 
Oberbürgermeister Dom in icus, namens des Vorstan 
des die Auslösung des .Bürgerausschusscs. Der Antrag 
wurde mit Bedauern aufgenommen. Rechtsanwalt Tr. 
Apfel, Mitglied des engeren Ausschusses, betonte, nach 
dem er namens der Mitgliedschaft dem Vorsitzenden für 
seine Arbeit gedankt hatte, daß der Bürgerausschuß beim 
Ausbau der neuen Stadtgemeinde noch wichtige Aufgaben 
zu erfüllen hätte. D o in i n i c u s erklärte, daß die 
Auflösung notwendig sei, weil die finanziellen Verhält 
nisse des Bürgerausschusses eine Weiterexistenz nicht er 
mögliche. Tie Organisation habe ihren Zweck erfüllt. 
Das Gesetz, vor allem die Begründung des Regierungs 
entwurfs bezeuge jedem Eingeweihten die vom Bürger 
ausschuß geleistete Arbeit. Die Referate der Fachausschüsse 
und die Protokolle werden dem Statistischen Amt der 
Stadt Schöueberg überwiesen und vom Leiter dieses Amtes 
Dr Kuczynski Wissenschaftlich verwertet werden. Be 
züglich der Zukunft Berlins äußerte Dominicus: 
Er glaube zwar, daß man zunächst politisch radikale Ver 
hältnisse bekommen werde. Das sei aber das kleinere 
Uebel gegenüber ruinösen wirtschaftlichen Wirkungen der 
kommunalpolitischen Zerrissenheit. Wer, >vic er (Redner) 
alle halbe Monate eine neue hundertfache Belastung des 
städtischen Haushalts erlebe^ müsse einsehen, daß die An 
nahme des Gesetzentwurfes für Groß-Berlin ein Lebensj- 
bedürsnis gewesen sei. Wenn .künftig eine Schiedsgerichts« 
iustanz in Groß-Berlin Etatsfrage» zu entscheiden habe, 
werde wieder eine vernünftige Wirtschaft möglich sein 
und Ordnung wiederkehren. Der Antrag auf Auflösung 
des Bürgerausschusscs Groß-Berlin wurde einstimmig an 
genommen. 
oA Das Ende der niedrigen Markcnwcrte. Der Reichs- 
postministcr hat an sämtliche Postanstalteii die Anweisung 
ergehen lassen, die Postwertzeichen zu 2, 2>/r, 3 und 
7Vs Pfg. aus dem Verkehr zurückzuziehen. Angebrochene 
Bogen sollen beim Freimachen von Paketen aufgebraucht 
werden 
o Ueber die Benutzung des Spielplatzes an dc!r 
Ruücnsstratzc durch den Arbeitcrturnverein haben die 
Stadtv. Frau B ö h m und Gen. folgende Anfrage an 
den Schönebcrgcr Magistrat gestellt: Ist dem Magistrat 
bekannt, daß dem Arbeitcrturnverein die Benutzung des 
Spielplatzes an dcx Rubcnsstraßc dadurch sehr erschwert 
wird, daß ihm das Betreten desselben erst nach 7 Uhr 
abends gestattet ist. — Ferner fragen dieselben Frage 
steller, ob der vom Unternehmer der Schloßbrauerei 
Schöneberg eingestellten „Technischen Nothilfe" irgend 
Lebensmittel durch die 'städtische Verwaltung geliefert 
wurden. 
o Zwischen dem Verband der Krankenkassen Groß-Berlins 
und den Berliner zentralen Slcrzteorganisationen haben gestern 
Verhandlungen stattgefunden. Die Kasscnvertreker wünschten be 
stimmte Honorarsordcrungcn der Aerzte zu hören, um sie zu 
sammen mit dem Entwurf der Kriindzüge für die künftige Or 
ganisation der freien Arztwahl ihrem Auftraggeber vorlegen zu 
können. Die Acrztevertrcter betonten, das; lei der Neuregelung' 
der ärztlichen Bezahlung die finanzielle Leistungsfähigkeit der 
Kaffen zugrundegclegt und daß deshalb zunächst dje infolge der 
Herauffctzung der Grundlvhiic eintretende Erhöhung der Kassen 
einnahmen klargclcgt werden müsse. Als Grundlage der Be 
rechnung deS Kasscnarzthonorars wurde ein bestimmter Anteil 
an den Einnahincn vorgeschlagen. 
o Ortsvrreili Berlin-Friedenau des Verbandes Deut- 
schier Post- und Telcgraphenbeamtcn. In der Sitzung 
vom 11. Mai konnten folgende neue Mitglieder aüfge-l 
noinmeu werden: Postsekretär Hartung, Telegr.-Sekr. 
I ü n g l i n g und N e b e l s i c ck, Telegr.-Ober-Werkf. •. 
Herder und S ch e g e nnd Tclegr.-Anw. Bah r. Ten 
Postsekretären Hinkel m a n n und St ü h u e wurden die 
Glückwünsche des Vereins zum 25 jähr. Ticnstjubiläum 
ausgesprochen. Herr R u d c l o f f vom B. W. V. hielt eiüen 
fesselnden Vortrag über die genossenschaftlichen Grund 
lagen des Bcamton-Wirtschaftsvercins, seine Ziele und 
Und sie wußte ihm Dank dafür, daß er es ihr ver- 
gönnte, diese unvergeßlichen Augenblicke eines kaum noch 
erträumten Glückes ohne Bangen und ohne Gewissensqual 
auszukosten. Ihre Lippen sprachen ruhig freundliche Worte, 
Worte der Freude über seine Errettung aus den tausend 
Gefahren eines mörderischen Krieges (und über seine glück 
liche Wiederkehr. Ihre Augen aber jubelten und jauchzten, 
ihre Augen überschütteten ihn mit allen zärtlichen Lieb 
kosungen leidenschaftlichster Liebe und verhießen ihm viel 
tausendmal mehr, als er es vorhin im-Gespräch mit Margot 
von ihnen erhofft und erbeten hatte. 
Mit wenigen Worten nur ging et über seine Schicksale 
hinweg, denn er erinnerte sichmneder. an das, was Margot 
vorhin über seine verschwundenen Briese geäußert hatte, 
und eine quälende Unruhe drängte ihn, Aufklärung über 
jene unverständlichen Andeutungen zu erbitten. Er fragte, 
und die beiden Frauen durften ihm die Antwort auf seine 
Fragen nicht schuldig bleiben. In 'wachsender Erregung 
und in immer heißer aufloderndem Zorn erfuhr er, was 
sich während der letzten Monate in Berlin zugetragen, und 
mehr als einmal wandte er sich in tiefer Bewegung seiner 
Schwester zu. um fast ehrfurchtsvoll ihre kleine, tapfere 
Hand zu küssen. Als er endlich alles wußte, was Margot 
und die Prinzessin ihm über die an das Auftauchen der 
gestohlenen Briefe geknüpften Ereignisse zu sagen ver- 
mochten, erhob er sich mit der Miene eines Mannes, der 
zu raschem und energischem Handeln Entschlossen ist. 
»Wir werden im Verlauf des Tages noch weiter über 
diese Dinge reden müssen." sagte er. „Für jetzt aber muß 
ich mich unter allen Umständen beurlauben, denn ich habe 
eine zweifache Pflicht, die Pflicht der Dankbarkeit und die 
Pflicht der brüderlichen Liebe gegen den Mann zu erfüllen, 
den vorhin ein Mißverständnis aus dem Schloßpark von 
Buchberg vertrieb. Sie gestatten mir doch, Prinzessin, ihn 
nachher mit mir zu bringen, denn ich meine, er hat einiges 
Anrecht darauf, hier als ein willkommener Gast behandelt 
zu werden." 
Ein herzliches Wort Marias erteilte ihm dis erbetene 
Erlaubnis, und Margot, deren beredt Augen ^itzn stehend 
zur Eile zu mahnen schienen, lächelte ihm voll beglückter 
Dankbarkeit zu. 
29. Kapitel. 
Als Herbert sich dem „Gasthaus zur Post" näherte, sah 
er vor dem Hause den Wagen des Wirtes halten, und 
unwillkürlich beschleunigte er die Schritte. Wurde er doch 
des Handkoffers gewahr, der neben dem Fuhrknecht auf 
dem Kutschsitz stand; und er brauchte sich nicht lange den 
Kopf zerbrechen darüber, wer da hatte abreisen wollen. 
Eben, als Herbert den Wagen erreicht hatte, kam Heinz 
Hollfelden die wenigen Steinstufen herab, die zur Ein 
gangstür des Hauses hinaufführten. Er war in Reise 
kleidung, und nichts als die Blässe seiner Wangen ließ 
darauf schließen, daß er soeben die furchtbarsten Seelen 
qualen erduldet hatte. Gemessen gab er Herbert seinen Gruß 
zurück, und sein Antlitz nahm einen Ausdruck hochmütiger 
Kälte an, als Wehringen auf ihn zutrat, um ihn anzu- 
redeA. 
„Verzeihen Sie, wenn ich Sie aufhalten muß," sagte 
er. „Aber ich bitte Sie herzlichst, mir eine halbe Stunde 
zu schenken." 
„Ich bin zu Ihrer Verfügung," erwiderte Heinz kalt. 
„Aber wenn es nicht Dinge von großer Wichtigkeit sind, 
von denen Sie mir zu sprechen haben Sie sehen, 
daß ich ich Begriff bin, abzureisen." 
»Ich sehe es zu meinem großen Bedauern." entgegncte 
Herbert. „Und ich hoffe zuversichtlich, daß Sie Ihre Ab 
reise vorerst aufgeben werden, wenn Sie mit mir gesprochen 
haben." - ' 
Es war nicht mehr der vornehm zurückhaltende Fremde, 
der da mit ihm sprach, aber der herzliche Klang seiner 
Worte war eher danach angetan, den eiiersüchtigen Haß im 
Herzen Hollfeldens von neuem in hellen Flammen empor 
lodern zu lassen, als daß er ihn erstickt hätte. Herrischer» 
als es sonst seine Art war, gebot er dem Kutscher, auf 
sein Kommen zu warten; und dann wandte er sich Her 
bert zu.
        
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