Path:
Periodical volume Nr. 96, 30.04.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

(Frirdrnaurr 
WarteiWe Zeitung fLrM..Frledruau und 
Erscheint töglich abends. 
.Fernsprecher: Amt Psalzbnrg SIS». — Druck und Verlag von Leo Schultz, 
Bezugspreis 
Lei Abholung aus den Nebenstellen 
monatlich 1,80 Mark; durch Boten 
ins Haus gebracht 2,— Mark. 
Zeitung) 
den Frikdenauer Lrtstell von SchSaeberg. 
Geschäftsstelle: Rheinstr. IS. 
Anzeigen 
— uur für unbestimmte Tage — 
Preis der 7gefpaltenen Zeile oder deren 
Raum 1 Mk. Die Reklämezeile kostet 
4.— Mark. Belegnummer 20 Pjg. 
Berlin-Friedenau, Rheinstraße IS. — Aernfprecher: Amt Pfalzburg 212». 
'i 
Nr. 110 Berliu-Friedenaa. Mittwoch, den 10. Mal 1920 
Saftig. 27 
Neueste Nachrichten. 
Berlin. Der Gastwirt Heinrich Kasse, Wilhelmstr. 6, 
wurde gestern Abend nach Schluß des Lokals von drei 
Männern überfallen, die versuchten, ihn mit einem Strick 
zu erwürgen und mit einem Totschläger zu erschlagen. 
Es gelang ihm, Hilfe zu rufen. Darauf entflohen die drei 
Verbrecher. Der,eine wurde in einem Hause der Wilhelm 
straße sestgcuommen, die beiden anderen sind entkommen 
und werden gesucht.' Nach dem Geständnis des Festge 
nommenen. des Schmiedes Granat, ist die Frau des Ucber- 
fallenen die Anstifterin des Verbrechens gewesen. 
Paris. Poincars hat Millerand sein Entlassungs 
gesuch als Vorsitzender der Pariser interalliierten Com 
mission des Reparativns (Wiedcrgutmachungsaüsschuß) für 
Deutschland eingerccht. Louis Dubois, der Abgeordnete 
des Seine-Departements und ehemalige Minister für Han 
del, wird sein Nachfolger. 
Newyork. In Amerika ist eine Bewegung gegen die 
Gewalttätigkeiten der schwarzen Truppen im besetzten 
Deutschland im Gange. Ein bemerkenswerter Protest 
geht von dem apostolischen Vikar der Western Orthodox 
Churck Amerikas aus, und der Erzbischof dieser Kirche, 
. E. Lloyd, hat ihm seine volle.Zustimmung gegeben^ 
er Protest hat die Form eines Briefs an den.französi 
schen Botschafter in Washington, Jusserand. 
Mächdr, unsrer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Ein« Finanzamlctasse für die Einziehung der 
Reichseinkommensteuer, des Wehrbcitrages, der Besitzsteucr, 
Kriegssteuer 1910, Außerordentlichen Kriegsabgaben 1918 
und 1919, Kriegsabgabe vom Vermögenszuwachs, der Ka 
pitalertragssteuer und des Kriegsnotopfers soll hier im 
Rathaus errichtet werden. Es fst hierfür der Sparkassen 
raum im Erdgeschoß, der früher von der Vaterländischen 
Hilfe, dann von der Einwohnerwehr benutzt worden ist, 
in Aussicht genommen. Tie Kosten der behelfsmäßigen 
Ausstattung dieses Raumes mit Zahl- und Abfertigungs!- 
gelegenheiten, Licht, Telefon und Büromöbel betragen 
rund 65 000 M. 
o Tal Wohnungsamt Mittwochs und SonnabondÄ 
geschlossen! Zur Aufrechterhaltung des ordentlichen Ge 
schäftsbetriebes und zum Besten der Wohnungssucher ist es 
erforderlich geworden, das Wohnungsamt künftig Mitt-t 
wochs und Sonnabends für den öffentlichen Verkehr ge 
schlossen zu halten. 
o Tie ernste Lage unserer Brotverforgung nötigt die 
ii»' Leoensmittelverband Groß-Berlin zusammengeschlossci- 
ncn Gemeinden mit aller Schärfe auf die Durchführung 
der vom Lebensmittelverband erlassenen Vorschriften über 
die Herstellung und Abgabe von Gebäck zu dringen. Nur 
wenn diese Vorschriften genau durchgeführt werden, ist 
die Aufrechterhaltung unserer Brotration möglich. Noch 
immer werden in Bäckereien und in Gastwirts 
schäften Groß-Berlins sogenannte weiße Schripf- 
p e n, d. h. Schrippen oder Knüppel aus niedrig aus 
gemahlenem Mehl hergestellt und, sei es ohne oder mit 
Brotmarken verkauft. Das für solche Schrippen ver- 
lvendeie Mehl stammt entweder aus dem Schleichhandel 
oder es ist gar Krankcnmehl, das den Bäckern für die 
Herstellung von Krankenbrot geliefert wird. Die Bäcke 
reien und Gastwirtschaften sind einer regelmäßigen Re-' 
Vision in Bezug auf die Herstellung und den Verkauf 
solcher weißen Schrippen unterstellt. Die im Lebens 
mittelverband Groß-Berlin zusammengeschlossenen Ges- 
metnden haben die Anwendung schärfster Maßnähmen 
gegen Uebertreter beschlossen und zwar wird in jedem 
Fall ,dem schuldigen Bäcker das Mehl auf die, Dauer 
von 4 Wochen, im Wiederholungsfälle dauernd entzogen. 
Von der Herstellung von Krankenbrot und Zwieback wer 
den solche Bäcker für immer ausgeschlossen. Außerdem 
wird gegen den beireffenden Bäcker und Gastwirt das- 
Strafversahren durch die Staatsanwaltschaft eingeleitet 
werden. Den Gastwirten, die solche weißen Schrip- 
peu abgeben, werden die kommunalen Lebensmittel für 
ihren Betrieb (Fleisch, Mehl, Zucker usw.) entzogen wer 
den. Ferner wird im Einzelsall entschieden, ob gegen den 
Bäcker der Antrag auf Ausschließung vom Handel wegen 
Uinzuverlässigkeit, oder gegen den Gastwirt auf Ent 
ziehung der Schankkonzession gestellt werden soll. 
o Eine Abordnung des Armenawrschusses, bestehend k 
aus den Herren Schöffen Ebers, Sekretär Dahms, Kauf- j 
mann Habcrmann und Gastchirt Kiewitz überreichte heute 
dem Herrn Obermeister Wegner anläßlich seines.>70. Ge 
burtstages eine künstlerische Adresse und einen pracht 
vollen Blumenkorb. Auch von Vereinen und persönlichen 
Freunden des Jubilars waren zahlreiche Blumenspenden 
And Glückwunschadresscn eingegangen. 
o T,aS Fest dcr Goldenen Hochzett feiern heute der 
Kaufmanü .Wilhelm Z i c s ch, Niedstr. 26, mit seiner Ge 
mahlin. Beide, im 76. und 74. Lebensjahre stelstnd. 
sind körperlich' wie geistig noch außerordentlich rüstig 
und nehmen an allen öffentlichen Vorgängen regen An 
teil. Wir beglückwünschen die Jubilare in der Hoffnung, 
daß ihnen noch viele, freundliche Jahre beschieden säin 
mögen. 
o Tfcr Oberturnlehrer und SchAneberger Stadtvich- 
ortuctc Zobel ist an Stelle des berstorbenen Direktors' 
der Landesturnanstalt in Spandau, Geh. Regierungsrat 
Dr. Diebow, zum ersten Vorsitzenden des „Deutschen Turn- 
lehrcrvereins" gewählt worden. 
o Ter neu« Personengeldtarif der Großen Berliner 
Straßenbahn. Vom 21. b. Ms. ab tritt bis auf weite 
res folgender Tarif in Kraft) 1. Fahrpreis für eine ein 
zelne ununterbrochene Fahrt auf jeder Linie 70 .Pfg.- 
die bisherigen Fahrscheine mit niedrigerem Preisaufdruck 
werden wegen der Papiersnapphcit aufgebraucht und als 
70 Pfg.-Fahrscheine ausgegeben. 2. Sammelkarte für 8 
ununterbrochene Fahren U M. 3. Für gebührenvslfich- 
tiges Gepäck und Für Hunde wird Fahrgeld wie für 
eine Person erhoben. 4. Arbeiterwochenkaren — von der 
mit Montag, den 24. d. Mts. beginnenden Woche ab — 
für 6 Wochenfahrten 3,50 M., für 12 Wochenfahrten 7 
Mark, für 48 Wochcnfahrten 28 M. 5. Mona'skärten, 
vom Monat Juni d. Js. ab für 1 Linie 56 M., für 2 
Linien 70 M., für 3 ; Linien 91 M., für alle Linien 140 
Mark. 6. Schülerkarten 15 M. Die bisherigen Sammel 
karten für 6 Fahren zum Preise von "3 M. verlieren 
gemäß dem darauf befindlichen Vermerk infolge der Ta 
riferhöhung mit Ablauf des 20. d. Ms. ihre Gültig^ 
Donnerstag, den 20. Mal. abends 7'/, Uhr 
spricht der 
Reichstagskandidal, 
der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei 
Parlamentarismus uud Ratesystem 
Freie Aussprache 
im Realgymnasium homuchllrabe. 
keit. Für die nicht ausgenutzten Karten wird das an 
teilige Fahrgeld in der Zeit vom 21. d. Mts. bis Mo 
natsschluß ans den Bahnhöfen der Großen Berliner 
Straßenbahn und in der Hanpausgabestelle Leipziger 
Platz 14, innerhalb der Geschäftsstunden gegen Rückgabe 
dcr Karten erstattet. Auf Wunsch erfolgt Zusendung des 
Betrages durch die Post auf Gefahr und Kosten des Emp 
fängers. Zur Vermeidung der Unbequemlichkeiten emp 
fiehlt es sich, die Sammelkarten möglichst bis zum 20. 
d. Mts. auszunutzen^ Sammelkarten für 7 Fahrten zu 
2 M. gültig bis 31. Mai d. Js. (mit rotem Kontrollanf- 
druM^gelten ohne Nachzahlung bis zum 31. Mai d. Js. 
0 Die 14. Veranstaltung der Kunststätte für VolkÄ 
hildung. der gestern im Reformrealgymnasium stattfand, 
bot den zahlreichen Besuchern wieder einen schönen, unter 
haltsamen Abend. Im ersten Teil erfreute die Geigerin 
Dolores Maaß-Fuchs mit ihren ausgezeichneten 
Darbietungen. In schönem, vollem Ton spielte sie den 
ersten und zweiten Satz aus dem C-moll Violinkonzert von 
Mendelssohn, sowie Liebesleid und Liebesfreud von Kreis 
ler und ließ dabei gute Bogenführung, Temperament und 
anerkennenswerte Technik erkennen. Von Elsa Stock- 
mann wurde sie anpassend begleitet. Der Sprechkünstler 
Franz Normann fand aufmerksame Zuhörer durch seine 
ausdrucksvollen Vorträge: „Die schöne Frau" von Her 
mann Bahr, sowie „Waldfahrt" und „Die Laterne" von 
Lilienkron. Im 2. Teil hielt Frau Oberst Pianka einen 
Vortrag über das von ihr erfundene „Deutsche Tanz-- 
turnen" und erläuterte dies durch Vorführungen ihrer 
Schüler und Schülerinnen und eigene Darstellungen. Sie 
zeigte den Aufbau des Danzturnens aus den Grundstel 
lungen des Turnens, wie, sich daran .Anmutsstudien, 
Schreiten, Laufen, Hüpfen, Uebungen nach der Musik im 
Takt und Rpthmus sowie turnerische Uebungen mit 
Leicht- und Schwcrgerätqn anschließen. Reicher Beifall 
wurde der Vortragenden und den anmutigen Darbietungen 
zuteil. Das Deutsche Tanzturneu breitet sich immer weiter 
aus und findet namentlich bei Schulfachleuteii Beachtung. 
Auch gestern waren die Direktoren verschiedener höherer 
Schulen zugegen. — Wir werden gebeten, mitzuteilen, daß 
bei dcr Ausgabe dcr Garderobe durch einen Irrtum ein 
blauer Damenmantel und ein Schirm mit silberner Krücke, 
die den Namenszug „K. Meyer" trägt, an eine andere 
Person ausgegeben wurden, die die Sachen auch an sich 
genommen hat. In Frage kommen die Garderobennum 
mern 412—14. Die betreffende Dame wird gebeten, die 
Sachen an den für den Verlust Haftpflichtigen Rhein 
straße 22, Gths. II links, abzugeben. 
0 Zur Volksabstimmung in Westpreuße,«. Der Verein 
der Westprenßcn hält zur Vorbereitung der Volksabstim 
mung eine große Versammlung ab, bei der allen Abstim 
mungsberechtigten zum letzten Male Gelegenheit geboten 
wird, die betreffenden Anträge auf Aufnahme in die Ab 
stimmungsliste durch einen anwesenden Beamten aufnehmen 
und beglaubigen zu lassen. Verheiratete oder verheiratet 
gewesene Frauen haben ihre Heiratsurkunde oder eine 
beglaubigte Abschrift davon einzureichen und iverdcn ge 
beten, dieselbe mitzubringen. Die Versammlung findet 
statt, am Freitag, den 21. Mai, abends 8 Uhr, in der 
Aula dcr Kirschner-Oberrealschule, Zwinglistr. 2 (Moabit). 
Die Annahme beginnt um 7,y» Uhr. Alle Westpreußen 
sind zur Teilnahme freundlichst eingeladen. 
0 Die Deutsche Volkspartei hielt eine öffentliche Ver 
sammlung am letzten Sonnabend im Scpale des Reform 
realgymnasiums ab. Nach Eröffnung und 'Begrüßung 
durch den stellvertretenden Vorsitzenden HerrnPostsekretär 
S 0 l t a u erhielt der Reichstagskandidat Herr Pfarrer 
Dr Luther (Charlbg.) das Wort, der über die Frgge: 
„Wie 'steuern wir dcr Verelendung Deutschlands" sprach. 
In seinen Ausführungen trat der Vortragende vor allem 
für eine gesunde .Sozialpolitik auf vatiMalcr Grundlage 
ein. Nach seiuer Ansicht müsse ein starker Ordnungsblock 
gebildet werden, der von den Deutschnationalen bis zu 
den Mehrheitssozialdemokraten reiche. Tie Versammlung 
spendete in ihrer Mehrheit den Darlegungen des Red 
ners lauten Beifall. In der Aussprache unterstützte der 
Demokrat Herr Leon Hardt die vom Redner ausgeführ 
ten sozialen Gedanken, bezweifelte es aber säyr, daß 
die Mehrheitssozialdemokraten mit dcr Deutschen Volks- 
Partei und den Deutschnationalen ein Bündnis eingehen 
würden. Es sprachen ferner verschiedene sozialistische Red 
ner und Rednerinnen, denen es bei dem lebhaften Wider 
spruch, den ihre Ausführungen fanden, oft schwer wurde, 
sich Gehör zu verschaffen. Herr Pfarrer Dp. Luther 
ging im Schlußwort auf die einzelnen Fragen der geg 
nerischen Redner ein. ■ > 
0 Tie Kreissynodc Berlin-Kölln-Land I tagte am 
17. Mai im "Gemeindehaus der DreifaWgkeitskirche in 
Gegenwart des Konsistorialpräsidenten D. Stein 
hauses. Die Verhandlungen nahmen einen sehr ange 
regten, von friedsamem Geiste getragenen Verlauf. Zur 
Provinzialsynode wurden gewählt: Sup. Liz. Macholz- 
Teltow (Pfarrer K a y s e r-Zehlendorf als Stellv.), Geh. 
Studicnrat Dr. Lück-Steglitz (Prof. Nonnemann»- 
Lichtqrfclde), Pfarrer D. Stock, Vors, des Deutschen Ev. 
Gemeindetages, Lichterfeldc (Pfarrer Liz. H 0 l l m a n n- 
Nikolassec), Dir. W i lm -Wilmersdorf (Reg.-Rat Moel- 
l e r - F r i e d e n a u). Ter mit lebhaftem Beifall ansges- 
nömmene Bericht des Sup. Liz. M'acholz gab ein 
lebendiges Bild des regen Kirchlichen Lebens in dem 
großen Kirchenkreis. Er betonte mit Nachdruck, daß die 
Kirche ihren Anspruch, Volkskirche zu sein, nicht, auf 
geben dürfe. Die Volkskirche aufgeben, heiße die Kirche 
aufgeben. Es gilt daher, das Unrecht der volkswirtschaft 
lichen Resignation zu bekämpfen. In dcr Synode sind im 
vergangenen Jahre kräftige kirchliche, von der Laien- 
welt stark unterstützte Aktionen in die Erscheinung xc- 
treten. Dies gilt namentlich von den E lte r nbc ira ts'ji 
wählen, bei denen eine große Arbeit mit Erfolg auf 
gewendet wurde. Diese Arbeit brachte auch insofern einen 
volkskirchlichen Gewinn, als sie Anknüpfungspunkte zu 
vielen Kreisen bot, die der Kirche fernstehen. Sie war 
zugleich eine Schulung für die weiteren bevorstehenden 
Kämpfe, bei denen die Kirche aufzutreten hat als Anwalt 
der Seele unseres Volkes. In der Besprechung beantragte 
Pfarrer W e y m a nn-Steglitz folgende Kundgebung, die 
einstimmig angenommen wurde: „Die Kreissynode Berlin- 
Kölln-Land I aufs schärfste die planmäßige Vernichtung 
unserer Volkskraft und unserer Volkssittlichkeit, wie sie: 
in den auf Einführung des Zwei-, Ein-, KelnEinder- 
systems und auf Aufhebung des Paragraphen 184,,3 
(Verbot der Anpreisung empfängnisverhütender Mittel), 
und 218 (Bestrafung der Verbrechen gegen das keimende 
Leben) des Reichsstrafgesetzbuches gerichteten Bestrebungen 
sich an die Öffentlichkeit drängt. Bei aller Würdigung 
der auf diesem Gebiete vorhandenen Nöte ruft sie auf 
zum Kampf gegen den Schmutz und zur Reinhaltung der 
Ehe". Den Bericht und die vom Konsistoriuni vorgelegte 
Frage: „Welche Vorschläge werden gemacht, um den Kreis- 
synoden eine erhöhte Bedeutung zu verleihen und eine 
stärkere Beteiligung zu ermöglichen?" erstattete Pastor 
R a a ck - Steglitz. Er forderte, daß die Kreissynode eine 
Arbeitsgemeinschaft werden müsse niit realen Arbeitsge 
bieten und Rechten, ähnlich dem Kreistag. Als Auf 
gaben der Kreissynode wurden bezeichnet die Pflege der 
Pictätswerke in den Gemeinden, dcr KirchhofSknnst und 
des kirchlichen Bauwesens. Als größere Arbeitsgebiete 
wurden empfohlen die kirchliche kleine Presse (Gemeinde- 
blätter), Jugendpflege (Anstellung eines Synodaljugend 
pflegers und .einer Synodaljugendpflegerin), Pflege dcr 
kirchlich gesinnten Arbeiter (Arbciterpastor), Volksmission 
mit apologethischen Vortragsreihen und durch crweckliche 
Evangelisation. Für Ausführung dieser Aufgaben müsse 
der Kreissynode ein beschränktes Steuerrecht gewährt wer 
den. Die Nusführungen .fanden in weitem Maße die 
Zustimmung der Synode, besonders auch die Anregung, 
den Ort der Tagung wechseln zu lassen. Das von DA 
Schreiber vorgelegte'Material betreffend Beteiligung 
der Vertreter der freien evangelischen kirchlichen Vereini 
gungen an dem kirchlichen Neubau und der Religions- 
tehrcrschaft an den Synoden wurde her verfassunggeben 
den Kirchenversammlung zur weiteren Veranlassung über 
geben. , 
0 Vorsicht vor Lampendieben. Gestern Nachmittag 
ist cs dem Verwalter K ö n i g im Hause Evastr. 6 gelungen, 
zwei 18 jährige >,Arbeitsburschen" namens Schmidt und 
Reetz aus Schöncberg beim Ausschrauben von Glühlam 
pen zu fasseu. .Nachdem Sch. eine Tracht Prügel er 
halten hatte, wurde er vom Verwalter zur Polizei ge 
bracht. Er hatte in dem Hause 6 Lampen gestohlen, 
weitere Lampen stahlen die Beiden in anderen Häusern. 
• Sch. hatte 7 Lampen bei sich, 4 hatte R., dcr entflohen 
ist, bei sich. Wie der Ergriffene auf her Polizei angab, 
wollten sich die beiden Diebe durch den Verkauf der 
Lampen Geld machen. 
0 Als .gefunden ist der Fundstelle im Nathaufe ge 
meldet ein..Portemonnaie mit Inhalt und ein Schlüssel 
bund. 
Vereins-I^ackrickten 
X Jugendgruppe der Deutschen Volkspartei. Nächste Ver 
sammlung Donnerstag, den 20. Mai, 8 Uhr, nicht in der 
Konigin-Luise-Schule, sondern im Gesangsaal des Rcformrcal- 
gymnasiumS. Statt des beabsichtigten Vortrages spricht Herr 
sind .rer. pol. Zille. Anschließend unterhaltender Teil. Gaste 
willkommen. 
X Pfadfinder-Abteilung 33 <Ev. V 1 ? '.„.Donnerstag, 
den 20, ffiqi, ist «MMMsM ' " Hb^ram. oder
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.