Path:
Periodical volume Nr. 106, 14.05.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

empfehlend hingewiesen. Karten sind noch pn der Abend 
kasse zu haben. ■- 
o Kr^rgev- und Landwehr-Verein. Die am 8. d. Mts. 
stattgefundcne außerordentliche Generalversammlung des 
Krieger- und Landwchr-Pereins wies einen sehr starken 
Besuch seiner Mitglieder auf. Nach Eröffnung und Be 
grüßung dEch den Vorsitzenden, Kameraden Ebers, 
brachte die Versammlung ihre Liebe Zum Vaterlande durch 
Absingen des Nationalliedes „Deutschland über Alles"/ 
zum Ausdruck. Kamerad Ebers berichtete sodann über 
den Vcrbandstag im Berlin am 18. April und teilte 
mit, daß zum 1. Vorsitzenden an Stelle des verstorbenen 
Kameraden Schließer der bisherige Schriftführer des Ver 
bandes Kamerad Bartsch gewühlt worden sei. Kamerad 
Skalwcit 2. Vorsitzender des hiesigen Vereins, ist zum 
Beisitzer in den Vorstand des.Verbandes gewählt worden. 
Mit diesem Amt ist besonders die Fürsorge für Kriegs-- 
beschädigte und Kriegshinterbliebene verbunden, welche 
Tätigkeit Kam. Skalweit bereits hier in der dem Verein 
angeschlossenen Hinterbliebenengruppe mit großer Hin 
gebung ausübt. Kam. Ebers gab .nun einen kurzen Be 
richt über den am 7. Mai stattgesundcncn Bcgrüßungs- 
abend der Kriegsgefangcnenheiinkehr, bei dessen Ausgestal 
tung auch der Krieger- und Landwehr-Verein im Aus-! 
schuß vertreten war. Außerdem hatten sich auch 10 .Ka 
meraden als Festordner zur Verfügung gestellt. Es wurde 
alsdann der Beschluß für einen Zu bildenden Fahnen- 
crneuerungsfonds, für welchen in den vorangegangenen 
Sitzungen bereits erhebliche Beiträge gezeichnet waren. 
11 neue Mitglieder konnten wiederum auch an diesem 
Abend, wie erfreulicherweise in allen bisherigen Sitzungen 
seit Kriegsende, aufgenommen werden. Zum 3. Schrift 
führer lvnrde der Kamerad Wank und zum 2. Kassen 
führer der Kamerad S ch c r in a l l geivählt. Leider sieht 
sich der allseitig hochverehrte Kamerad Kanzleirat Borck, 
der bisherige 2. Kassenführer, gezwungen, dieses Amt 
infolge seines hohen Alters niederzulegen. Kamerad Ebers 
nahm Veranlassung, dem Kameraden Borck den herzlichsten 
Dank des Vereins für seine rastlose hingebende Arbeit 
in deni Kriegcrvereinswescn anszusprcchcn. Durch sein 
Ausscheiden aus dem Amte, um das Kckmerad Borck 
selbst gebeten hat, verliert der .Verein wohl die eifrigste 
Kraft, die er je besessen hat. Kamerad Borck dankte 
für die Ehrung, versprach aber gern noch einzuspringen, 
falls cs notig wäre, und so weit cS seine Krafu noch 
ließe. Es kam nun zur Beschlußfassung über die Be 
teiligung der Mitglieder bei der Beisetzung ver 
storbener Kameraden. Kamerad Vaumgarth 
legte zunächst in längeren Ausführungen den Stand 
punkt des Vorstandes klar, welcher diesen veranlaßt habe,, 
der Generalversammlung eine Neuregelung zur Beschluß 
fassung zu unterbreiten. Mit Gründung der Krieger 
und Militärvereine war es eine ihrer vornehmsten Auf 
gaben, verstorbene Kameraden mit militärischen Ehren 
zur Gruft zu geleiten. In den ersten Jahren'nach der 
Gründung des Vereins 'und so lange die Beerdigung ver 
storbener Kameraden auf dem Friedhof in Friedenau 
stattfand, war die Beteiligung stets eine rege. Bedauer 
licherweise hat das Pflichtgefühl der Mitglieder erheblich 
nachgelassen, so daß in letzter Zeit von der verhältnis 
mäßig großes Zahl der Mitglieder fast immer nur ein 
ganz kleiner Teil sich zum letzten Ehrengeleit eiufand. 
Als der Gemeindefriedhof nach Gütergotz verlegt wurde, 
sah sich der Verein, um wenigstens in etwas eine Ver 
tretung des Vereins zu sichern, veranlaßt, eine Abord 
nung von 1'2 Mitgliedern zu wählen, welche die Ver 
pflichtung übernahm, an den Beerdigungen teilzuneh 
men. Bedauerlicherweise sind auch diese Mitglieder nicht 
immer und vollzählig zur Stelle gewesen, so daß die 
Beteiligung für den Verein ost beschämend gering war. 
Der Vorstand unterbreitete deshalb der Generalversamm 
lung folgenden Vorschlag zur Beschlußfassung: Ilm eine 
regere Beteiligung der Mitglieder bei Beerdigungen ver 
storbener Kameraden zu erreichen, werden die gesamten 
Vereinsmitgliedcr in 10 Gruppen eingeteilt. An jeder 
Beerdigung nimmt eine Gruppe teil. Be: angenommen 
10 Todesfällen wird jede Gruppe.nur einmal im Jahre 
an einer Beerdigung teilzunehmen haben. Kameraden, 
welche wegen ihres hohen Alters oder lvegen körperlicher 
Gebrechen nicht in der Lage sind, an Bcerdigun-gc.:» 
teilzunehmen, können auf ihren Antrag vom Erscheinen 
entbunden werden. Für jede Gruppe wird vom Vorstand 
ein Führer bestimmt. Wer ohne einen Ersatzmann zu 
stellen bei der Beerdigung nicht erscheint, zahlt eine Ge 
bühr von 5 M., welche in die Unterstützungskasse fließt. 
Bei Nichtzahlung findet § 4 d der Satzungen Anwendung. 
Es wird den Kameraden wiederholt zur Pflicht gemacht, 
Vorsorge zu treffen, daß der Verein von ihrem Ableben 
sofort Kenntnis erhält und daß die Angehörigen unter 
richtet sind, daß ihnen ein Anspruch auf Zahlung einer 
Sterbebeihilfe zusteht. Nach ausgiebiger Besprechung 
wurde der Beschluß des Vorstandes mit 78 gegen 3.Stim 
men aizgcnomnien und der Vorstand ermächtigt, die weite 
ren Ausführungen sofort vorzunehmen. Die vorgeschlage 
nen Satzungsänderungen wurden einstimmig angenommen. 
Unter diesen ist besonders die Erhöhung des Eintritts 
geldes von 3 auf 5 Mark besonders hervorzuheben, hinter 
Punkt Verschiedenes teilte Kamerad Vorsitzender mit, daß 
Kamerad Baumgarth 50 M. von einem-ungenannt sein 
wollenden Geber überreicht habe, welche zur Hülste für 
das Waisenhaus zu Samter, das von den Polen in 
herzloser Weise aufgelöst worden ist, wodurch etwa 60 
Waisenkinder auf die Straße gesetzt wurden, und zur 
anderen Hälfte für den Unterstützungsfouds des Vereins 
bestimmt wurde. Kamerad Skalweit berichtete noch ■ über 
die erfolgreiche Tätigkeit in der Hinterbliebcnen-Gruppc. 
Dir an diesem Abend stattgesundene Tcllersammlung für 
die Gruppe ergab 14 M., die Stiftungen für den Fahuen- 
erneuerungsfonds rund 90 Mi Als Schlnßlied schlug 
der Kamerad Vorsitzende vor das schöne Maieulied zu 
singen „Der Mai ist gekommen". Nach Beglückwünschung 
-der Geburtstagskinder im Monat Mai schloß Kamerad 
Ebers gegen 11 Uhr die sehr anregend verlaufene General 
versammlung. 
o Die öffentliche Versammlung der S.P. D. (Mehr 
heitssozialdemokraten) am Mittwoch Abend im Fcsts.mlc 
des Reformrcalghmnasiums war von etwa 500 Personen 
besucht. Nach einer'kurzen Begrüßung durch den Vor? 
sitzenden, Herrn Zopf, hielt Herr v. Harnack, De 
zernent im Kultusministeriums den angekündigten Vortrag,. 
Die drei Worte der Revolution „Friede, Freiheit, Brot", 
legte er seinem Vörtrage zu Grunde. Zunächst behandelte 
er de" Frieden nach außen. Auf uns alle laste schwer der 
von Versailles und cs hatten damals diejenigen 
ÜÜÜÜS' C siegen die Unterzeichnung dieses Belages waren 
°^'Og). Damit wolle er aber nich^ Jg.cn,. daß - 
man unser Volk in. neue kriegerische Unternehmungen ver 
wickeln sollte. Obwohl der Sozialismus gegen Sondcr- 
bündnisse und Geheimvcrträge sei, wollen die Linksrndi- 
kalen ein Bündnis mit Rußland. Wie man aber von 
den „toten Männern der Türkei" sprach, mit denen wir 
im Kriege ein Bündnis eingegangen waren, so sei cS weit 
schlimmer mit Rußland, das heute ein totes Land sei. 
Die Bolschewisten sprechen davon, mit den deutschen Kom 
munisten am Rhein gegen den Ententckapitalismus kämp 
fen zu wollen. Wir dürfen aber nicht verkennen, daß 
im deutschen Volke keine Stimmung zu neuen Kriegen 
mehr ist. Der Feind sei immer noch das kapitalistische 
England. Er mache cs sich aber nicht zu eigen, daß luir 
gegen dieses nun in den Kampf ziehen müßten. Er er 
hoffe vielmehr den Sieg durch diejenigen, die in dem 
Kampf gegen die Ausbeutung der schaffenden Massen in 
alter Wett für den Völkerfrieden und die Völkerverständi 
gung arbeiten. Für den inneren Frieden sei der Kampf 
gegen den Kapitalismus unbedingt notwendig. Gegen 
über den Unabhängigen sei mau in der Taktik verschieden, 
das Ziel aber sei durchaus das gleiche. Die Mchrheirs- 
sozialdemokraten haben die Grundsätze dc-s Sozialismus 
nicht über den Haufen geworfen; der Weg zum Sozialis 
mus führe über die Demokratie und nicht über bic_ Dik 
tatur. Das Ausland konnte cs nicht verstehen, das; das 
deutsche Volk mit einem Popanz, den der frühere Reichs 
tag darstelle, zufrieden sein konnte, in welchem wir eine 
Volksvertretung besaßen, die nichts zu sagen hatte. Unsere 
Weltgeltung werde davon abhängen, daß wir dem Aus- 
lande nicht immer wieder neue Rürscl aufgebe». Beim 
Begriff „Freiheit" betonte er, wie gerade durch die So 
zialdemokratie die nationale Würde gewahrt wurde durch 
das Wirken Dr. .Kösters in Schleswig und durch ihre 
Stellungnahme gegen die Loskösungsbcstrcbuugcu im 
Rhcinlande. Er trat für Ncuausbau der Wehrmacht ein. 
Wenn wir nicht durch den Versailler Vertrag am Söldner 
heer gebunden wären, würden die Sozialdemokraten für 
das Milizheer eintreten. Seiner Ansicht nach braiichlcn 
wir vielleicht gar kein Heer, unsere blaue Polizei war 
gar nicht so schlecht, wie man sie immer machte (Zurufe). 
Weiter sprach er für die Einheitsschule und erklärte, das; 
die Schulverwaltung jetzt fest zupacke dort, wo Lehrer oder 
Schulleiter ein Ziel verfolgen, das im Widerspruch zur 
Allgemeinheit stehe. Die Lehrer dürfen nicht vergessen, 
daß sie Kostgänger der Allgemeinheit sind. In der Vc- 
soldungsfragc sollen die Lehrer den Vcrwaltungssekrctäreu 
gleichgestellt werden. Auch für Trennung von Staat und 
Kirche und auch Kirche und Schule sprach er. Beim 
„Brot" betonte er die Hebung der landwirtschaftlichen Pro 
duktion und wandte sich'gegen übertriebene Sozialisicrungs- 
forderungen. Die Sozialisierung bezeichnete er als ein 
Rechcncxcmpel und wenn man von vornherein wisse, 
daß es nicht aufgeht, wäre es gewissenlos, darauf einzu 
gehen. Die Sozialisierung sei auch ein Problem der Er 
ziehung des Volkes. In diesem Sinne sprach er von den 
Arbeitsgemeinschaften und vom Betriebsrätcgesctz. Eine 
scharfe Kontrolle sei bei den Arbeitsgemeinschaften, die 
anffälligerweise von der schwerindustriellen Deutschen 
iVolkspartcl unterstützt werden, notwendig. Er wandte 
sich dann gegen die einzelnen Parteien. Don den Unab 
hängigen trenne die Sozialdemokrgten die Forderung der 
Diktatur, denn Diktatur bedeute Krieg, kämpfen bis aufs 
Messer, und K ieg wolle man nicht. Von den Demokraten 
trennm sic wirtschaftliche Gegensätze, die Demokraten seien 
gegen die Vergesellschaftung. Die Deutsche Volkspartei 
sei die Partei, wo die schwerindustricllcn Millionen die 
steile .Höh' stützen. Er erwähnte hier die Zeitnngskänfe 
von S:'mies, wodurch die Politik gefälscht werde. Von 
den Denkschnationalcii meinte er, das; cs, wie cs Bolsche 
wisten von links, so Bolschewisten von rechts gäbe. Sie 
warten ans den Tag, wo „Er" wiederkommt. Sie arbeiten 
mit Gcfüblswerten und es fehle ihnen das Verantwortlich- 
kcitsgcfühl. Er wies ans die schwierige Stellung der So- 
zialdemokraten als Regierungspartei hin, Freunde in der 
Not fehlen immer and so müsse auch sie auf solche Freunde 
verzichten. Aber ibr Programm sei so etwas gesundes, 
daß es immer Anhänger finde. Er forderte ans, am 
6. Juni für die Mehrheitssozialdemokratie zu stimmen, 
damit sie noch kräftiger werde und alle Anstürme über 
winden könne.' (Lebhafter Beifalls) In der Aussprache 
suckle zunächst der Demokrat Herr Dr. Heus; in längerer 
Rede zu beweisen, wie man sozial und demokratisch sein 
..könne, ohne sozialdemokratisch wählen zu müssen. Der 
Unabhängige Herr. Blauet sprach für seine 'Partei und 
griff die Mehrhcitssozialdemokraten scharf an. Ihm 
erwiderte der Mehrheitssozialist Herr Rndbeck, der 
es als ein Verbrechen am deutschen Volke bezeichnete, 
wenn man diesem, wie es die Unabhängigen tun,. ein 
Schlaraffenland vorzaubere, lediglich um -Stimmen zu 
fangen. Er-wandte sich besonders,noch gegen die.Deutsch- 
nationalen und ihren Dr. Mulle, dessen Wandlungsfähig 
keit er an Artikeln darlegte, die dicker in der .„Deutschen 
Ztg." geschrieben hat. Für die Unabhängigen sprach noch 
Frau' B l v ch, worauf sich der Vorsitzende selbst scharf, 
gegen diese wandte. In seinem Schlußwort ging Herr 
v. „Harnack auf die berschicdencn Aeußerungen der 
Redner näher ein. Der Vorsitzende schloß die Versammlung 
mit dem Hinweis, daß am 21. d. Mts. im Bürgcrsaal. 
des Rathauses eine Versammlung der ,S- P-D- staltsin-i 
det, die sich mit Beamtenfragcn beschäftigen werde. 
o Vorspikle veranstaltet das Lemm'sche Konser 
vatorium (Rheinstr. 54) Sonntag, den 16. Mai. nach 
mittags 4 Uhr, Sonntag, den 30? Mai, nachm. 4 Uhr und 
Sonnabend, den 12. Juni, abends 7Vs Uhr, in der Aula 
des Gvninasiums am Mahbachplatz. Mitwirkende t r inb 
Opernsängerin Erika sWcdekind, Konzertmeister Her 
mann Dies und Spxeckmeister Albrecht Thoclke. Znr 
Deckung der Unkosten Eintritt 1 M. Zum 12. Juni gibt 
es auch numerierte Plätze zu 2 M. Der Ucüerschuß ist 
für die Gedenktafel der gefallenen Helden des Gymnasiums 
bestimmt. . } 
o Einen Vortragsabend veranstaltet die «VortragZ- 
lnnstlerin Maria M a s s a am Donnerstag, de» 20. Mai, 
abends 8 Uhr im Lessingmuseum, Brüderstraße 13. ■ - 
o Als zngcklanfcn ist unterm Fundbüro im Rathaüse 
ein kleiner Hund .gemeldet, 
Vereins-Dacbricbten 
)( US. P. D. Mnabhang. Sozialdemokr. Partei.) Er wird 
gebeten, zu der heute Abend 7'/, Uhr stattfindenden öffentl. Ver» 
sammkung frühzeitig zu erscheinen. Bei einer eventuellen Ueberfüllung 
der Aula des Neform-Reatgnmnasiums, Homuthstr. findet eine 
Parallel-Versammlung in der Turnhalle desselben Gebäudes stett. 
)( Handel» und Gewerbetreibende werben ganz besontnrs 
den Vortrag aufmerksam gemacht, den der Vortragende 
im Ministerium für Handel «nd Gewerbe, Geh. Regierungs- 
rät Dr. Hübner in der öffentlichen Bersammluiig dev 
Deutschen demokratischen Partei morgen Sonnabend, den 1ü< 
d. Mts., pünktlich 81.-2 Uhr, im Bürgersaal des Rathauses hältz 
Bor allem sei den Mitgliedern des Handel-und Gewerbo- 
v c r c ins und der K l e, n h ä n d l er - B er ckintgung der Be 
such dieses Vortrages empfohlen. ^ _ ( 
)( Deutsche Voikepertel Ortsverein Berlin-Fnedenau. Sonn 
abend, 15. Mai. abends 8 llhr Realgymnasium, Homuthstraße: 
Oeffentl iche Versammlung.' Pfarrer Dr. Luther: Wie steuern 
wir der Verelendung Deutschlands. 
)( Einen „Geselligen Abend mit musikalischen Vorträgen und 
anderen Darbietungen" veranstaltet der Evangelische Verein 
junger Männer ain Sonntag den 16. Mai Abends 8 Uhr im 
Gemeindehaus Kaiseralle 76. Alle Bereinsmitglieder sind dazu ein- 
geladen, auch sind uns junge Männer herzlich willkommen. Auch 
iverdcn an diesem Abend nähere Angaben über'Unserc,Psingst- 
wandcrfahrt bekannt gegeben und Anmeldungen zur Teilnahme 
entgegen genommen. 
K Juaendgruppc der Tisch. Vokkspartei. Sonntag, den 
16. Mai: Tagesansflng nach Potsdam—Kaputh>—Schwiclowsee. 
Treffpunkt 8.10 Uhr am Wannsccbahnhof, Abfahrt 8.20 Uhr, 
— Nächste Versammlung am Donnerstag, den 20. Mai,, im 
Resormrcalgymnasium, Homuthstraße. 
)f Internationaler Abend. Von der Inicrnationalcn Union, 
der Internationalen Frcyschast und der deutschen Gruppe beS 
Fraucn-Weltbundcs wird gcnieinsam am Montag, den 17. Mai, 
im „Rhcingold" (Cbcnholzsaal) ein Vortragsabend (Beginn 
8 Uhr) veranstaltet, an dem Herck Baron Bandran über die Ziele 
der „Union of Democraiie Control, London" sprechen wird. Der 
Redner, ein Franzose, vertritt für Deutschland die Interessen 
der genannten Vereinigung. 
)( „Acne Wege und Ziele" tollen die Mitglieder des hiesigen 
evangelischen Volksvercins sich mittelst Aussprache sich gegen 
seitig vor Angen führen, dcsbalü ist cs notwendige Pflicht, daß 
alle Mitglieder znr Versammlung am Montag, hcn 17. Mai d. I., 
abends V,8 Uhr im Hohcnzollern bestimmt und pünktlich erscheinen. 
)( Hausfrauenverrin Friedenau. Montag, 17. Mai, Ausflug 
nach Potsdam (Sanssouci) Abfahrt 139 Uhr Wannseebahn. 
Donnerstag. 3. Juni Generalversammlung Königin Luiscnschulc 
Goßlerstr. 8 Uhr. 
Verlw und Vororte 
§A In der Wilmersdorser Skadtverordnctcnvirsauttni- 
lung erregte ein dcniolratischcr Antrag aus schnellere! 
Abfertigung des Publikums in den städtischen Bureaus, 
vornehmlich Wohnungsamt und Krankcnernährung, eine 
längere, teilweise erregte Aussprache. Bei Begründung 
des Antrages stellte Stadtv. Frau Frehhan (Dem.) 
dem Magistrat anheim, von organisatorisch tätigen Beam-^ 
ten Revisionen in den Dienststellen vornehmen und Ver- 
bcssernngcn treffen zu lassen. Im übrigen müsse er be 
merken, daß der Ton der Beamten häufig den -Wün 
schen der Antragsteller wenig entspreche. Stadtv. Pudel 
(Freie Vg.) betonte, daß auch die Bevölkerung znr Besse 
rung beitragen müsse. Stadtrat Jnnghans erwiderte 
ans den Vorwurf der Stadtverordneten Frehhan, daß, 
Beamte und Angestellte immer wiederauf ein höfliches 
Benehmen gegenüber der Bevölkerung hingewiesen xseien. 
Die Bevölkerung müsse sich aber auch bescheiden und nicht 
im erregten Ton auftreten. Stadtv. Dr. Holz (Soz.)i 
führte aus, daß die Abfertigung der Bevölkerung weit 
besser und reibungsloser vor sich gehen werde, wemr 
sie mithelfe. Gerade das wenig entgegenkommende- Be 
nehmen des Publikums gebe zu vielen Klagen Anlaß.- 
Schließlich erllärte auch Frau Stadtverordnete Ha-r-c 
der (11.), daß Beamte einen ihnen nicht zukoinmendcnl 
Ton bei ihren häufigen Besuchen nichr angeschlagen hätten.-. 
Ter demokratische Antrag gelangte schließlich zur An 
nahme. Mit der Erpachtung des Grundstücks der .bis 
herigen Präparandcn-Anstalt in Joachimsthal auf die 
Dauer von 20 Jahren zum JahreSPachtvetrage von 4500 
Mart zwecks Errichtung und Verwendung als Landheim 
für Wilmersdorser Kinder zeigte man sich einverstanden. 
§A Der Bund deutscher Architcltcn ,grg.e:i den Ma 
gistrat Wilmersdorf. Znr Erlangung von geeigneten Ent 
würfen für den neuen städtischen Friedhof in Stahnsdorf 
beabsichtigt der Wilmersdorser Magistrat einen engeren 
Wettbewerb stattfinden zu lassen, zu dcni drei Archi- 
tclten, die auf dem Gebiete der Friedhofstunst nach 
weisbar beste Erfahrung besitzen, herangezogen weiden 
sollen. Gegen diesen Wettbewerb von nur 3 nicht ein-- 
mal in Wilmersdorf wohnhaften Architekten erhebt der 
Bund deutscher Architekten, Ortsgruppe Wilmersdorf, 
schärfsten Protest mit dem Hinweis, daß sich in Wil 
mersdorf mindestens ein Dutzend Architekten befinden, 
die über den Durchschnitt arbeiten .und von denen sich' - 
verschiedene auch mir Fricdhofsanlagen erfolgreich beschäf 
tigt haben. In einer Eingabe .an die Wilmersdorser 
Stadtverordnetenversammlung fordert daher der Bund 
deutscher Architekten, daß in der heutigen Zeit zunächst 
die Kollegen bcrücksichtgt werden, die.während der Kriegs- 
zeit im Felde waren-und zum -größten Teil ohne jede! 
-Vckchäsligung in dürftigen Vcrhältui,sen leben müssen. 
Veranlw. Schriftleiter: Hermann Martlnius in Berlin-Friedenau. 
Bei Betriebsstörung, Slrtik.uswe hat der Bezieher keinen Anspruch 
auf Lieferung oder-Nachlesern:,g des Lolal-Aiizeigcrs oder auf 
Rückzahlung des Bezugspreises. 
Bekanntmachung^ 
Milch für Kranke. Die Ausgabe der Vollmilchkarten für 
die nächsten Monate sowie der Kondensmilchkarten für Juni er 
folgt. soweit die Karten nicht bereits zugestellt-sind, wie bisher 
cm Rachainc, l. Stock, Raum 28a lLebcnsmittelamt) und zwar: 
am Montag, den 17 .Mai, die Buchstaben.A-H. am Dienstag, 
den 18 .Mai, die Buchstaben I—Q', am Mittwoch, den 19. Mai, 
die Buchstaben R-Z in der Zeit von 9 Uhr vormittags bis 
1 Uhr nachmittags gegen Vorlage des . Bewilligiingsschreibensl 
sur die laufenden Monate. Es wird bringe,,d ersucht, die Tage 
der Ausgabe unbedingt innezuhalten. Berlin-Friedenau, den 
12. Mal 1920. Der Gcmciildevorstand. I. V : Friede!. 
Bekanntmachung. 
Nur für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. Der 
Wirtschaftsstelle der Hauptfürsorgestelle - für KriegSbeschädiate 
»nid Kriegshinterbliebene steht eine beschränkte Anzahl Strick 
jacken für Männer znr Abgabe an Kriegsbeschädigte und Kriegs- 
Hinterbliebene zum Preise von 34,50 .M. das Stück zur Ver 
füg,ing. Bedarfsanmeldung mus; bis spätestens 20 5 20 
bei der unterzeichneten Fürsorgestelle (Bürobaracke) am Mavbach- 
platz erfolgen. Berlin-Friedenau, den 11. Mai 1920 Der 
Gemelndevorstand. Jürsorgestelle für Kriegsbeschädigte-' nick» 
Kriegshinterbliebene. I: B.: gez. Schildberg. i" 
Bekanntmachung. 
DeS Jahresabschlusses wegen bleiben die hiesigen G-meindc- 
lassen am Dienstag, den 18., und Mittwoch, den 19. Mai ld I 
für den Publikilinvcrkehr geschlossen. Berlin-Friedciian, den 
14. Mai 1920. Der Gemeindevorsteher.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.