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Periodical volume Nr. 18, 21.01.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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Rk. 18 
Berllll-Friedeoa«. Mittwoch, Sen LI. Sauuar 1920 
Fchrg. 27 
Friedenau soll zu SchSneberx kommen. 
Ti:' Neugestaltung O-roß-Verliu-.. 
Tie Beratungen des Groß-Berliner Ausschusses der 
Landesversammlung. sind jetzt soweit gediehen, das; über 
den räumlichen Umfang des Stadtkreises Groß-Berlin und 
die Abgrenzung der einzelnen Berwaltungsbczirke nähere 
Beschlüsse gefaßt werden können. Ter Ausschuß wird heute 
tMittwoch) Abend seine Verhandlungen wieder aufnehinen. 
Tas räumliche Gebiet Groß-Berlins soll nach den 
Vorschlägen des Unterausschusses durch Hinzunahme der 
Gutsbezirke mit den Dauerwäldern des Verbandes Groß- 
Berlins erlveitert worden. Im Osten würden infolge 
dessen die Gutsbezirke Cöpenick-Forst und Grünau-Dahnie« 
Forst, sowie die Gemeinden Rahnsdorf, Schmöckwitz, 
Müggelheim und außerdem Bohnsdorf, im Westen der 
nördlich? Teil des Gutsbezirkes Potsdamer Forst und die 
Gutsbezirke Klein-Glienicke und Psaueninsel hinzukommen. 
Das künftige Groß-Berlin würde also auf dieser Seite 
bis an Potsdam, im Osten au den Kreis Beeskow-Storkow 
heranreichen. Die Staatsregierung hatte sich gegen die 
weitere Einbeziehung von Teilen des Kreises Teltow ausge 
sprochen, um diesen nicht noch mehr zu schwächen; der 
Ausschuß der Landesversammlung hat demgegenüber die 
Einbeziehung der betreffenden Gemeinden und Gutsbezirke 
beschlossen. Durch die Einverleibung des Gutsbezirks Cö 
penick-Forst. wird auch der Wasserlauf der Oberspree, der 
nach dem Entwurf der Regierung außerhalb des Stadt 
kreises Groß-Berlin geblieben wäre, einbezogen und so 
eine zweckmäßige Abrundung der Südostgrenze ermög 
licht. In sachlicher Hinsicht besteht die wichtigste vom 
Ausschuß der Landesversammlnng bisher vorgenommene 
Aenderung des Gesetzentwurfs darin, daß die U e b e r 
einstimmuna von Berwaltungs- und Wahll- 
bezirken fallen gelassen worden ist. Es wird 
dadurch freie Hand für eine Gestaltung der Verwaltungs 
bezirke nicht nach Wahlrücksichten, sondern ausschließlich 
nach örtlichen und Zweckmäßigkeitsgründeu genommen. 
Allerdings geht dabei der unleugbare Vorzug des Gesetz 
entwurfs verloren, der darin besteht, daß Stadtverord 
nete und Bezirksverordnete nach gemeinsamen Listen in 
einem Wahlgang gewählt und Bezirksverordnete bei dem 
Freiwerden von Stadtverorduetenpostcn in diese einrücken 
können. Rach Vorschlägen von sozialdemokratischer Seite 
sollen, ähnlich wie es in Baden bereits durchgeführt und 
für die Reichstagswahlen in Aussicht genommen ist, bei 
den Groß-Berliner Stadtverordnetenwahlen die Verhältnis 
wahl mit dem System des Devisors durchgeführt werden, 
d. h. die Mandate werden nicht nach der Einwohnerzahl, 
sondern nach der Zahl der abgegebenen Stimmen derart 
verteilt, daß auf eine bestimmte Zahl, etwa 7000, ein 
Stadtverordneter entfällt. Für die darüber und ein Viel 
faches von '7000 hinausgehenden Stimmenzahlen, die 
sogen. Spitzenzahlen, sollen für ganz Groß-Berlin Listen 
zugelassen werden, sodaß auf diese Weise auch kleinere, 
in den Bezirken verstreute Minderheiten zu ihrem Recht 
kommen. Allerdings wird durch dies Wählst'' -n bedingt, 
daß drei Arten von Wahllisten aufgestellt werden 
müssen: 1. Bezirkslisten für Stadtverordnete, 2. Groß- 
Berliner Listen für Stadtverordnete und 3. Listen für 
Bezirksverordnete. Der praktische Vorteil der Auseinander 
haltung von Verwaltungsbezirken und Wahlbezirken ist 
unleugbar groß. Er beruht vor allem darin, daß die 
""z w entstamme. 
Roman von F. Stolze. 
84 (Rechbruck verbeten.) 
„Das war nicht sowohl, de' Geheimrals, als meinet 
wegen geschehen. Ich batte die Mi-tMnna erhalten, daß 
er seit einiger Ze-k jedes eigenen Urte rs mir ehre und 
ganz unter uen, ctir.u' de Oerst ron Leppel stehe, der 
von jeher tue " geir.nc * war. Ich wollte missen, 
ob all diese Bemiupiu ->v zurcTeu und uv mein Schwieger 
vater wirklich \ j u z. ? ':>nng?:»i U , U“e mir gegen 
über behauptet worden war. Ich wo: ti ihm den Med Inal- 
rat als meinen Freu b vorst.'-isn u'd . r"n Irr eren jo Ge 
legenheit zur unari. a.ligen Beo . a »tun . > -n. S o weit 
gelangte ich aber leiser gar nicht. Irl: r.-e d-e Bu reien- 
heit des Arztes, ojc; ich auf E hren . c .. c r,i .,ern kann, 
auch nicht mit einem Worte gegen meinen 'uvisgervatcr 
erwähnt." 
„Und weshalb t.' ! ?! 
sofort dein Ooerst vo 
„Ich holte iu.r..ch 
Dringenderes zu tun. .c 
Oberst, den ich als n;: 
gewesen, den ich als 
hätte. Feilich. hätte 
nächste lcka.at brmgen 
Sie all diese Einzelheiten nicht 
e ,'.'l mit?" 
' . es über.' ' enden Todesfalles 
.1 ö t-ii-ui) gestanden — der 
;tr;i 3 eind ka'.ate. oöre der letzte 
,u ter meinem : .i/ocl s anerkannt 
ch vorausmisf!» können, was die 
würde, so härte ich die Todesbot- 
{diaft vielt. iÄ: nock an dem gleichen Tage dem Oberst als 
Aintsvon.eucr per; nlich überbracht. Dann wäre wohl 
manches ander- ; . .so-mien." 
Etoald nickte b. i nmend. Dann aber umwölkte sich 
lein Gesicht und er in , 
’. c; allein aber. Herr Hauptmann, hatten wir doch 
wohl Ren en-chast . on ,h. ca zu verlangen wegen der un- 
säal.chea Leiden. He Me .ms durch Ihren Agenten Iennmgs, 
wie er sich in ou. oder Jens, wie er sich in Bombay 
nannte, hab., z. uzen lassen, und die uns noch jetzt zur 
Verzweiflung orurgen." , , 
„ .cnuinas?" fragte der Hauptmann mlt gut gespieltem 
Erstaunen. „Leiden, die ich Ihnen durch meinen Agenten 
Iennings oder I^ns zugefügt haben soll? Ich habe me 
Verwalt ngsbezirk? kleiner gestaltet werden könnten, 
als dies in dem Entwurf der Regierung vorgesehen ist. 
* V * 
• Im Anschluß an obige Mitteilungen wird uns heute 
noch folgendes gemeldet: 
Gestern Abend fand im Unterausschuß des 17. Aus 
schusses der Landesversammlung eine Besprechung mit den 
Vertretern der Regierung und 40 Bürgermeistern Groß- 
Berlins statt. Auch Bürgermeister W a l g e r nahm hieran 
teil. Mit den Vorschlägen, die örtlichen Bezirke von den 
Wahlbezirken zu trennen, erklärten sich die Versammelten 
einverstanden. Es wurde dann über die einzelnen Orts 
bezirke gesprochen. Bürgermeister W a l g e r trat in erster 
Linie für die Selbständigkeit Friedenaus ein und zum 
weiteren für den Anschluß an Wilmersdorf auf Grund 
des Abstimmungsergebnisses. Oberbürgermeister Domini- 
cus empfahl hingegen, Friedenau zu Schöneberg zu 
schlagen. Der Unterausschuß beschloß daun, dem 17. Aus 
schuß für die nächste Sitzung den Vorschlag zu machen, 
Friedenau an Schöneberg anzuschließen. Ueber die weite 
ren Wannseebahngemeinden wurde beschlossen, daß Zehlen 
dorf mit Nikolassee, Wannsce und den Gutsbezirken einen 
Bezirk bilde. Steglitz soll mit Licht er selbe und 
vielleicht auch noch mit Lankwitz vereint werden. Zu Wil 
mersdorf sollen Grunewald, Grunewald-Forst und 
Schmargendorf kommen. Ueber das Schicksal Dahlems 
liegt noch kein Beschluß bor. — Der Vertreter Wilmers 
dorfs soll sich in der Besprechung im Unterausschuß nicht 
mehr um Friedenau bemüht haben. Das ist ja auch ver 
ständlich. Denn Wilmersdorf gewinnt durch Grunewald 
und Dahlem weit mehr als durch den Anschluß Friedenaus. 
Ortsnaehridnen 
«.-'bor. unsrer o-Orifltnalartffel nm mit Quellenangabe gebattet 
o Bevölkerungsbewegung 1913—1916 kn Friedenau. 
Nach dem Verwaltungsbericht unserer Gemeinde für 1913 
bis 1916 zogen im Jahre 1913 nach Friedenau 17 895 
Einwohner. 1914: 16 908, 1915: 14 301, 1916: 12 391 
Einwohner. Verzogen sind 1913: 16 227, 1914: 16 908, 
1915: 14 301, 1910: 12 391 Einwohner. Es zogen nach 
Friedenau von Berlin 1913: 3680 (1916: 1834), von 
Schöneberg 2264 (1092), von Wilmersdorf 1679 (880), 
von Steglitz 1560 (768), von den übrigen Vororten 
2733 (1636), von außerhalb 5979 (6181) Einwohner. 
Von Friedenau nach Berlin zogen 1913: 2056 (1916: 
1383), nach Schöneberg 1548 (1048), nach Wilmersdorf 
1445 (925), nach Steglitz 1409 (709), nach den übrigen 
Vororten 2156 (1453), nach außerhalb 7613 (6946) Ein 
wohner. Ein Vergleich der Zahlen zeigt, wie schon 1916 
durch den einsetzenden Wohnungsmangel die Umzüge nach 
lassen, die Bevölkerungsbewegung geringer wird. Das 
wird bei der Nachwcisung für die späteren Jahre noch 
stärker hervortreten. Gegenüber den Zu- und Abgezogenen 
ergibt sich für 1913 ein Wanderungsgewinn von 1668, 
1915 ein solcher von 214, dagegen ist 1914 ein Wan 
derungsverlust von 214, 1916 ein solcher von 73 Ein 
em? a...i II !U Lo:>... .. . r n .iüuij gehabt und kenne 
üoerh.i e.> Jen. ol ; v ensl" 
„Aber Herr Hauotman", erinnern Sie sich denn nicht 
des Leutnants Iennings, o?r mit Ihnen in einem Regi 
men; irand?" 
„Ach. den meinen Sie. der wegen Schuldenmachens den 
Dienst quittieren mußte und für den wir andern Offiziere 
eine Summe zusammen; i a hten, damit er über den großen 
Teich in das Land der nnb , .. , ,ten Möglichkeiten ver- 
scbwinden könne ? Ich >;a e ; . ' . lieber von ihm gehört. 
Wissen Sie, was aus ih n ge.vvrdeu ist?" 
„Sie wollen nichts von i'.m ,en und haben doch 
selbst mit ihm korrespondiert, als er bei Thomson u. Morris 
in London angestellt war?" 
Der Hanptmann fuhr zusammen und warfeinen scheuen 
Blick aus Ewald. Schnell gesoßt ries er aber: 
„So ist der Kerl gar mach nach Amerika hinüber 
gefahren, sondern in London sitzengeblieben? Das steht 
ihm ähnlich! Gewiß hat er das arei.egeld dort in irgend 
einer Spelunke verspielt! Und bei wem, sagten Sie, hat 
er dort Sie lang gefunden?" 
„Bc Tnomson u. Morris, dem Auskunftsbureau, wie 
ich Ihnen schon sagte." 
„Halt. jetzt erinnere ich mich l Ja. die hatte man mir 
im englischen Klub empfohlen, und ich schrieb an sie im 
Auftrage meines Schwiegervaters um Auskunft über Ihren 
Herrn Baier und seine Beziehungen zu Ihrer Frau Mutter. 
Leider siel der Bescheid nicht günstig aus." 
„7ie?r Bescheid rührte ruchi von der Firma, sondern 
von jbrem Angesteuten Leutnant a. 2. Iennings her. Weder 
die Anfrage noch die Antwort benndet sich in den Akten 
der Firma. Wohl aber war aus dem oei dem Geheimrat 
eilige .: neuen angeblichen Bescheid mit Sicherheit festzu» 
ftcM ii, daß er von dem Leutnant a. D. Iennings gefatscht 
war." 
„Donnerwetter! Und das lieh sich ,mit SicherheU" 
feststellen?" 
„Wie ich Ihnen sagte. Und da Ihr Herr Schi 
vater und der Herr Oberst wußten, daß Iennings u.emen 
Baler früher nie gekannt hatte, so schlossen sie . . . ." 
„Daß ein anderer, der ein Interesse ander Sache hatt» 
wohnern zu verzeichnen. Die Zahl der Lebendgcborenen 
betrug 1913: 725, 1914: 598, 1915: 499, 1916: 312: 
die Zabl der Gestorbenen 1913: 307, 1914: 318, 1915: 
583, 1916: 495. Die Sterbefälle mehren sich also insolge 
der Einwirkung des Krieges, während die Geburten nach 
lassen. Der Ueberschuß der Geburten gegenüber den 
Sterbefällen betrug 1913: 418, 1914: 280, im Jahre 
1915 überragen dann die Sterbefälle die Geburten um 
84, 1916 um 183. Von den Sterbefällen wurden Kin 
der im 1. Lebensjahre betroffen 1913, 1914 und 1915 
je 45, 1916: 29, auf je 100 Lebendgeborene entfallen 
1913: 6,2, 1914: 7,5, 1915: 9, 1916: 9.4. Totgeboren 
wurden 1913: 27 (auf je 100 Lebendgeborene 3,7, 1914: 
10 (1,7), 1915: 12 (2,4), 1916: 3 1,0). Eheschließungen 
fanden statt: 1913: 344, 1914 380 (darunter 107 Kriegs- 
trauungen), 1915: 182 (90), 1916: 218 (101). Auf 
je eine Eheschließung entfallen gegenüber den Geburten 
1913: 2,1, 1914: 1,6, ,915: 3,1, 1916: 1,4 Lebend 
geborene. Nach Prozenten berechnet nahm die Bevölke 
rung Friedenaus zu im Jahre 1912 um 8,25 v. H., 
1913 um 4,64 v. H., 1914 um 0,15 v. H., 1915 um 
0,29 v. H., dagegen nahm sie ab 1916 um 0,57 v. H., 
gegenüber 1913 um 0,13 v. H. Während der Rückgang 
der Gesamtbevölkerung in den ersten beiden Kriegsjahren 
nicht hervortritt, macht sich bereits 1914 ein Abflauen 
der Zahl der Berufstätigen gegen das Vorjahr bemerk 
bar. Es betrug der Rückgang der Berufstätigen 1914: 
6 v. H., 1915: 0,1 v. H., dagegen 1916 ein Zugang 
von 0,2 v. H. gegenüber den Vorjahren. Dieser Zu 
gang 1916 erklärte sich wohl dadurch, daß unter dem 
Druck der Kriegszustände viele Einwohner einen Beruf 
ergriffen. Ueber die Berufsgliederung unserer Bevölke 
rung werden wir in einem weiteren Artikel demnächst 
berichten. 
o Das Kinberprivileg bei der zukünftigen Einkommen 
steuer. Nach dem im November v. Js. der Deutschen Na 
tionalversammlung zugegangenen Entwürfe eines Neichs- 
einkommcnsteuergesetzcs ist steuerpslichtig nur der den Be 
trag von 1000 M. übersteigende Teil de-s steuerbaren Ein 
kommens. Ein Kinderprivileg ist hierbei in der Weise 
vorgesehen, daß dem steuerfreien Einkommensteil neben 
einer Erhöhung um 500 Mark für die Ehefrau für jedes 
Kind, dessen Einkommen dem des Steuerpflichtigen hin 
zuzurechnen ist oder wäre, 300 M. zugeschlagen werden 
dürfen. Ist also beispielsweise der Unverheiratete bei einem 
steuerbaren Einkommen von 10 000 M. mit 9000 M. 
Pflichtig, so erstreckt sich die Steuerpflicht eines Ehepaares 
mit gleichem Einkommen auf 10 000 M. weniger 1500 
gleich 8500 Mark, die eines Ehepaares mit einem 5kinde 
auf 10 000 M. weniger 1800 M. gleich 8200 M. und 
so fort für jedes Kind 300 M. weniger. Da für die 
ersten angefangenen oder vollen 1000 M. des steuerpflici>- 
tigen Einkommens die Steuer 10 v. H., für die nächsten 
angefangenen oder vollen 1000 M. 11 v. H., für die 
weiteren 10000 M. 12 v. H. und für die folgenden 1000 
Mark 13 v. H. usw. betragen soll, zahlt also der ledige 
Steuerpflichtige mit 10 000 M. Einkommen 1260 M., 
das kinderlose Ehepaar 1170, ein Steuerpflichtiger mit 
Frau und zwei Kindern 1063 M., mit vier Kindern 
961, sechs Kindern 862 M. Dies bedeutet, daß ein 
Ehepaar mit vier Kindern in dieser Einkommensklasse nur 
76,27 v. H., ein solches mit sechs Kindern ntir 68,41 v. H. 
der vollen Steuer zahlt. Bei kleineren Einkommen ist 
die Vergünstigung wesentlich größer, so daß z. B- bei 
den Ienittngs ange,ti,lel haben müsse. Ja, jetzt uersleye 
ich alles. Mich hat man im Verdacht gehabt und hat es 
noch!" 
Mit gut gespielter Erregung sprang der Hauptmann, 
vom Sitz' auf und ging im Abteil auf und ab. Ewald 
erhob sich ebenfalls. Ec fühlte sich verlegen und wußte 
nicht, was er jagen sollte. 
„Sagen Sie mir," rief Kurt, indem er plötzlich oo. 
dem jungen Mann stehen blieb, „was Sie sonst noch von 
diesem Iennmgs wißen. Sie yaven Andeutustgen gemacht, 
daȧ ich Ihrem Later und all den Ihrigen schwere Leiden 
vereiiet hätte. Ich muß fast glauben, daß dieser Mensch 
sich auch noch andere Dinge gegen Sie hat zuschulden 
kommen lassen, von denen ich nichts weiß, und die nun 
auf meine Rechnung geschoben werden. Ich erinnere mich 
jetzt wieder der Worte, die der Reverend Parker über mich 
in der Kirche sprach, und ich habe ein Recht, Aufklärung 
zu verlangen!" 
Ewald stand dem augenscheinlich tief erregten Manne 
zweifelnd gegenüber. Es schien so unwahrscheinlich, daß 
der HaupOn mn von all diesen Verfolgungen der Familie 
Werner nimts wissen sollte, und daß es irgendeinen anderen 
Men.chen gäbe, der ein Interesse daran hätte, ihr solche 
Fallstricke zu legen. Indej>en, die Gerechtigkeit erforderte, 
daß man ihm die Gelegenye.t gab, sich zu reinigen. Hatte 
er si.b doch auch an dem Kirchenbuchraube als durchaus 
unschuldig erwiesen. Ewald entschloß sich daher schnell. 
Er trug dem Hauptmann kurz und rein sachlich vor, was 
er von Iennings wuß:e, wie er ihnen unter dem lltamen 
Jens nach Bombay gefolgt fei, dort in das Konstruktions 
bureau Arnold Werners eingetreten und darin verblieben 
sei, bis Werners sich zur Heimreise entschlossen. Er schilderte, 
wie sie alle nur durch einen Zufall dem entsetzlichsten 
r mertode entgangen seien, beschrieb die Szene auf dem 
'e, die furchtbare Angst, die lle um den Vater aus- 
'Vn hätten, den sie von dem Mordbuben verfolgt 
die schwere Erkrankung der Mutter und den 
, der die Kinder erfaßte, als sie in Bremerhaven 
ourai den Oberst van der Gefangennahme des Familien 
oberhauptes Kenntnis erhielten. 
(BpäfMßng frlfiSJ
        
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