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Periodical volume Nr. 106, 14.05.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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Nr. 108 
Verlm-Friedenau, Freitag öca 14 Mai 1929 
Fahrz. 27. 
(Nachdr. unsrer o--Originalartikel nur mit Ouclleuangabc gestattet.) 
o Aus dem Gcöiclc der Arbeitsnachweises und der 
Epnerhslosttrsürsorge in Großj-Vcrlin sind seit langer Zeit, 
insbesondere von ocn Vororrstädten und Vorortgemeinden 
lctriebene Bestrebungen auf zweckmäßigere Verbindung 
dieser beiden Gebiete und auf eine mit Rücksicht auf die 
beteiligten Arbeitnehmer 'und Erwerbslosen gebotene De 
zentralisation im Gange, für die sich auch das Reichsamt 
für Arbeitsvermittlung 'besonders einsetzt. Bisher haben 
dieie Vestrebnngbn 'wenig Erfolg gehabt. Das Gesetz über 
die neue 'Stadtgemcinde Berlin scheint hier aber einen 
wohltätigen' Einfluß auszuüben insofern, als endlich ein 
mal der Umfang Groß-Berlins gesetzlich festgelegt ist. 
Durch die 'Ausdehnung der beiden bisher auf einen kleine 
ren Kreis 'ovn Gemeinden beschränkten Gebiete auf den 
Umfang des Neuen Groß-Berlins wird die längst er 
wünschte Uebereinstimmung örtlichen Umfangs der beiden 
für Groß-Berlin bereits geregelten Gebiete herbcigeb 
sührt. Es 'soll dies nach einem Antrage der Berliner 
Vorortgemeinschaft, der vom Hauptausschuß der Erwcrbs- 
losenfürsotge bereits befürwortet ist, tioch vor dem 1. Ok 
tober, dem Zeitpunkt des Inkrafttretens deS neuen Gesetzes 
Groß-Berlin, erfolgen, damit insoiveit die Ueberleitung 
erleichtert und eine besondere Auseinandersetzung erspart 
wird. Durch die von der Erwerbsloscnsürsorge bereits 
beschlossene Einrichtung von Kontrollstellen der Erwerbs 
losenfürsorge in den "Vororten auch für oie crweroslosen 
Facharbeiter wird diesen Erwerbslosen ein erheblicher Auf- 
wand an Zcic und Fahrgeld erspart werden. Bei der 
Einrichtung der Kontrollstellen, die den Arbeitsnachweisen 
der Vororte angeschlossen werden sollen, wird schon jetzt 
auf die Bezirke, wie sie das neue Gesetz Groß-Berlin hor-- 
sicht, Rücksicht genommen werden. Mit der Durchführung 
dieser Maßnahmen werden Verbesserungen geschaffen, guf 
die von seiten der Vororte und Kreise schon lange vergeb 
lich hingewiesen worden ist, weil die Vertreter der Stadt 
Berlin, insbesondere im Verband der Arbcitsnachlvcise 
Groß-Berlins, die Durchführung für unnötig und unmög 
lich erklärten. Um ihre Kenntnis der tatsächlichen Ver 
hältnisse in den Außenbezirken Groß-Berlins jnt Sacht- 
intercsse besser zur Geltung bringen zu können, hatten 
die Vororte aus den beiden Kreisen Teltow und Ricder- 
barnim im Verband Groß-Berliner Arbeitsnachweise be 
antragt, ihnen je 2 Vertreter in 'dem Ausschuß Groß- 
Berliner Arbeitsnachweise zuzubilligen um wenigstens die 
selbe Vertretung zu erhalten, die sie tu allen anderen' 
Groß-Berliner Verbünden haben. Der Antrag ist leider 
kürzlich abgelehnt worden, weil die Vertreter Berlins 
sich dagegen aus'spralheu. Tie besonders heftige ablehnende 
Art des leitenden Vertreters der Stadt Berlin wird in 
Vorortkreisen auf's Lebhafteste bedauert, weil sie der 
Sache keineswegs förderlich ist. Angesichts der unbe 
grenzten Zuständigkeiten, die das neue Gesetz Groß-Bcr- 
liu tatsächlich dem Magistrat Berlin alter und neuer 
Form verleiht, werden in Vorortkreisen die ängstlichen 
Bedenken nicht verstanden, die dagegen bestehen, daß di.e 
Vororte die gerade für die Ueberleitung wichtige Sach 
kenntnis der Verhältnisse in den Außenbezirken, die den 
Vertretern Berlins naturgemäß nicht hinreichend bekannt 
sein können, zur Geltung bringen. Die Regelung der Groß- 
Berliner Verhältnisse kann nur dann gut werden, wenn 
sie wirklich vom Groß-Berliner Standpunkt, also unter 
Berücksichtigung aller Verwaltungen und Bevölkeruugs- 
krcisc Groß-Berlins, vorgenommen wird. St. 
o Tie Mitgliederversammlung der B. D. G. /Berliner 
Vorortgemeinschaft im Kreise Teltow) findet heute Abend 
8 Uhr im Bürgerkaal des Rathauses statt. 
, ' 
Bon E. P h. O p P e n h e i m. 
54 (Nachdruck verboten^ 
„Durchaus nicht," versicherte Herbert, Indem er berelt- 
wiliig neben ihm Platz nahm. „Wir Großstädter sind so 
wenig daran gewöhnt, die Nacht zsim Schlafen zu benutzen, 
das; ich am liebsten bis zum Morgengrauen da draußen 
herumstriche." 
„Ich habe es bemerkt daran, daß Sie auch gestern 
erst sehr spät von Ihrem abendlichen Spaziergang heim 
kehrten." 
Er hatte es ohne alle Anzüglichkeit gesagt, scheinbar 
ganz gleichinütig. Aber wieder hatte Heinz die unange 
nehme Empfindung, daß dieser Fremde heimlich jeden seiner 
Schritte beobachte, daß er aus irgendwelchen unerfindlichen 
Gründen für ihn ein Gegenstand ganz besonderen, wenig 
behaglichen Interesses sei. Und sein Argwohn steigerte 
sich fast bis zur Gewißheit, als Herbert nach einem kurzen 
Schweigen fortfuhr: . 
„Uebrigens werden Sie i« von der Langweile des 
ländlichen Lebens nicht allzu schwer zu leiden haben. 
Schon durch Ihre freundschaftlichen Beziehungen zu den Be 
wohnern des Schlosses da drüben sind Sie hinlänglich da 
gegen gesichert. Einsame Leute meines Schlages könnten 
Sie beinahe darum beneiden." 
Hollfelden suchte ihm durch eine scherzhafte Wendung 
auszuweichen. .... 
„War es denn nicht aber gerade die Einsamkeit, die 
Sie hier gesucht haben, Herr Herbert? Wenn es Ihnen 
um unterhaltliche Gesellschaft zu tun gewesen wäre, würden 
Sie sie ja doch leicht genug in einem der nahe gelegenen 
Kurorte gefunkten haben. 
Der andere nickte, wieder. 
Was es fö 'm nächsten Wache gibt. 
Brot: 1600 Gramm und 300 .Gramm Kleingebäck oder 
1900 Gramm Großbrot. 
Fleisch: steht noch nicht fest. 
Pferdefleisch: auf Nr. 6 der Pserdeflcischkarte. 
Butter: L0 Gramm 75 Pfenuig und 70 Gr. Bratfctt' 
2,80 Mark, sowie 180 Gramm Bratfctt 7,20 Mark auf 
Soiidcrabschuitt der Speisxfcttkarte. 
Kartoffeln: 4 Pfd auf Abschnitte 2l a—c. 
Zucker: Vom 16. bis 31. Mai 3 / 4 Pfund. Ferner 
für Kinder Im 1. Lebensjahre l 1 / 2 Pfund, im 2. Lebens 
jahre 1 Pfund und im 3. bis 7. Lebensjahre 1 / i Pfund 
im Monat. 
Abzuholen vom 18.—20. Mai: 
Auf Groß-Berliner Lebensmittelkarte: 
Kunsthonig: 250 Gramm auf 20; Pfund 7,30 M. 
Weizenküchenmehl: 250 Gramm auf 24; Pfund 76 
Pfennig. 
Weiße Bohnen: 500 Gr. auf 25 u. 26; Pfd. 3,75 M. 
Graupen: 125 Gr. auf 28; Pfd. 71 Pfennig. 
Hafcrflockcn: 125 Gr. auf 29; Psd. lose 1,40 M. 
Auf Friedenciner Nährmittelkartc: 
Sirup: 200 Gr. auf 18; Pfund 1,70 M. 
Gelbe Erbsen: 250 Gr. auf 19; Pfund 4,50 M. 
P u f f b o h ii c n: 250 Gr. und 250 Gr. getr. Zwiebeln 
auf 20; Pfund Puffbohnen 4,60 M., getr. Zwiebeln 
3,20 M. 
VBBBHSBBSSBWSBOS^KKSBBSSKSBBSBBBBBBOSEBBSBnOBBBBi 
o Landaufenthalt. Unsere Gemeinde schickt auch 
in djesem Jahre wieder Kinder .aufs Land. Wir iverden 
darüber in der morgigen Ausgabe unseres Blattes einen 
längeren Artikel bringen, machen aber schon heute darauf 
aufmerksam, daß die Anmeldungen in den Schulen zu 
haben sind. 
o Tic hiesigen Gemeindekasscn sind -am Dienstag, 
den 18. und .Mittwoch, den 19. Mai für den Publiium- 
verkchr geschlossen. 
v Aucläwdifches Schweinefleisch statt amerikanischen 
Spech. Die Gemeinde ist in dieser Woche anstatt mit 
amerikanischem Speck mit ausländischem Schweinefleisch 
beliefert worden. Ein Pfund kostet 12,10 M. 
P Ter neue Haushaltsplan unserer Kirchen gemeind»: 
schließt in Einnahmen und Ausgaben'mit 345 000 M. 
(24t 000 M. i. V.) ab. Die Kirchensteuer ist in einer 
Umlage von 20 b. H. hon 1 420 000 M. mit einem 
Betrage von 286 000 M. (209 400 M.) vorgesehen. Der 
Glockenfonds ist auf 16 550 M. gestiegen. Im kommen 
den Jahre soll ein neues Glockengeläut und eine Orgel 
für das kirchliche Geineiiidehans beschafft werden. 
v Postabgäiige nach Newhork mit holländischen 
Dampfern finden statt mit den Dampfern „Niemv 
Amsterdam" und „Rotterdam" am 19. Mai von Rotter 
dam, Postschluß in Emmerich am 17. Mai vormittags 
und in Hamburg am 15. Mai abends.^ 
o Neue Postwertzeichen. Infolge der Gebühreu- 
erhöhung ist der Verbrauch der Marken zu 30, 40, 50 
und 80 Pfg. so groß, daß diese Marken um die Her- 
stellung zu beschleunigen, nicht mehr zweifarbig, sondern 
einfarbig ausgeführt werden sollen. Ta nach den Bc- 
stimmungen des Weltpostvcrtrages die 20. 40 und 80 Pfg.- 
Markcu grün, rot und blau ivcrdcu müssen, also mit 
anderen bisher vorhandenen Werten farblich zusammen 
fallen würden, ist im wesentlichen eine Farbcnänderuiig 
der ganzen Reihe erforderlich geworden. Die Urstempel 
sind bereits geschnitten, galvanisch vervielfältigt und die 
Farben bei Tageslicht und künstlichem Licht erprobt, so 
daß mit dem Erscheinen der Marken in ctiva 4 Wochen zu 
rechnen ist. Tie neuen preisgekrönten Marken iverden 
„Gewiß I Es war mir nicht um die Gesellschaft gleich 
gültiger Menschen zu tun. Aber so weltflüchtig, wie Sie 
glauben mögen, bin ich doch vielleicht nicht. Was mich 
hierherführte, war der magisch lockende Reiz, den die Stätten 
lieber Erinnerungen auf uns zu üben pflegen. Im allge 
meinen sollte man sich freilich hüten, solchen Lockungen 
nachzugeben. Der Besuch eines Friedhofes stimmt immer 
wehmütig, auch wenn es nur unsere Glückshoffnungen und 
unsere seligen Zukunftsträume waren, die wir auf ihm 
begruben." 
Das klang fast, als wäre er zu vertraulichen Herzenser- 
gießungen gestimmt; Heinz aber fühlte sich wenig geneigt, 
einer solchen Absicht entgegen zu kommen, weil jener daraus 
leicht genug hätte ein Recht herleiten können, auch an ihn 
Fragen zu richten, die zu beantworten er nicht gesonnen 
wa^ Darum begnügte er sich mit einer ganz allgemein 
gehaltenen Erwiderung und suchte dem Gespräch eine andere 
Wendung zu geben, indem er sich anschickte, den von der 
Prinzessin geäußerten Wunsch vorzubringen. 
„Sie haben in den Reihen der Buren gefochten, Herr 
Herbert," sagte er, ohne erst lange nach einem passen den 
Uebergang zu suchen. „Darf ich fragen, ob Sie einen 
größeren Teil dieses heldenmütigen Berzweiflungskampfes 
mitgekämpft haben?" 
„Ich bin länger als zwei Jahre drüben gewesen," 
lautete die Antwort, und es wollte Hollfelden scheinen, als 
ob in ihrem Tonfall jetzt wieder jener Klang kühler Zu 
rückhaltung gewesen sei, die ihm sein neuer Bekannter 
während ihrer ersten Unterhaltung gezeigt hatte. Aber er 
durfte sich dadurch nicht hindern lassen, den Auftrag auszu- 
fühlen, den er einmal übernommen. 
Dann sind Sie ohne Zweifel mit der Mehrzahl der 
deutschen Landsleute, die von derselben idealen Begeisterung 
für die Sache eines bedrängten Bruderstammes nach Süd 
afrika geführt worden waren, in nähere persönliche Be 
rührung gekommen?" 
zur Zeit von den Künstlern entsprechend" den Anregungen 
des Preisgerichts vervollkommnet und zum Erzielen einer 
gewissen Einheitlichkeit umgearbeitet. Alsdann sollen die 
Ärbeiren für die mechanische Herstellung mit besonderer 
Beschleunigung durchgeführt werden, sodaß die ersten 
Marken, namentlich zunächst die hohen Werte, voraus 
sichtlich in 2 bis 3 Monaten erscheinen können. 
v Briese nach der Tschechoslowakei. Es ivird erneut 
darauf hingewiesen, daß im Verkehr mit der Tschechoslo 
wakischen Republik für Bricfsendungen jeder Art mit 
alleiniger Ausnahmc der osfcncn Blindenschristsendun- 
gcn die Gebührensätze des Weltpostvereins gelten. Die 
Freigebühr für Briefe bis 20 Gr. beträgt also jetzt 
80 Pfg. und für jede weiteren 20 Gramm 60 .'Pfg. 
Postkarten unterliegen einer Gebühr von 40 Pfg. Die 
genaue Beachtung dieser Sätze ist anzuraten, damit nicht 
die Empfänger der Sendungen hohes Nachschußporte zu 
zahlen haben. Für die offeiien Blindenschriftsendungen 
nach der Tschechoslowakischen Republik werden dieselben 
Sätze wie im innerdeutschen Verkehr erhoben. 
o Tas syasntzösisch- Visum auf Pässen von und nach 
OLerschlesiksn. Es ist vielfach noch unbekannt, das; der 
von der Entente-Kommission wiederholt angekündigte Vi- 
fnmzwang noch immer »ich; in Kraft ist. Der Termin 
ist wiederholt verschoben, zuletzt aus den 15. Mai festge 
legt worden. Wahrscheinlich wird er erneut herausge 
schoben werden. Es ist also zurzeit noch nicht nötig, den 
Paß bei der Botschaft beziv. beim französischen Konsulat 
hier visieren zu lassen nnd dasür M. 67 auszugeben. 
Erstaunlich ist cs, daß das französische Konsulat dessen 
ungeachtet die Anträge auf Erteilung eines Visums cnt- 
gegennimmt, ohne die Antragsteller von der Sachlage zu 
unterrichten. Sollte Frankreich sich hier eine gewisse Ab- 
stimmungspropaganda gestatten? Welche Einreiselegitima- 
tion die französische Behörde für die eigentliche Ab- 
stlinniungörcisc verlangen wird, ist noch nicht bekannt. 
Hier werden unter allen Umständen Mittel .und Wege 
gefunden werden, daß durch die Beschaffung dieser Le 
gitimation den Abstimmungsberechtigten keinerlei Kosten 
entstehen. 
o In unserer Kirche zum guten Hirten ruft noch 
immer einer Glocke durstiger Klang die Gläubigen zum 
Gebet, zur stillen Einkehr in Gott. .Etwa 8000 M. 
sind erst zur Beschaffung der während des Weltkriegs 
entsührteu beiden anderen Glocken durch freiwillige Spen 
den und Konzerte aufgebracht worden. Nock) verschiedene 
tausend Mark fehlen zur Auffüllung des Glockeiisonds- 
Jeder der etwa 30 000 evangelischen Christen in Frie 
denau muß noch mindestens i Mark flüssig machen und 
dazu helfen, daß endlich wieder ein voller, harmonischer, 
dem Gotteshause in einer Großstadtgemeiiide würdiger 
Glockeiiklciug vom Kirchturm ertönen kann. Gelegenheit 
zu einer solchen Sende wird in einem am Dicltötag, 
den 18. Mai, Abends 7 Uhr stattsiiidendeu Kirchenkon 
zert geboten, in .dem mau .gleichzeitig Herz und Ohr 
erfreuen kann an den herrlichen Orgelweisen Joh. Seb. 
Bachs u. a. durch die allen Kirchenbcsuchern bestens be 
kannte Organistin Jdalie Werhahn nnd dem vollendeten 
Geigenspiel eines unserer besten Geiger: Hans Bassermann. 
Außerdem hat eine Friedenauer Konzcrtsängcrin Jenny 
F-romell ihre jngendfrisch und ausgezeichnet gebildete So 
pran-Stimme in den Dienst der guten Sache gestellt. 
Eintrittskarten zu 3, 2 und 1 Mt. sind noch in den 
auch durch Plakate bekannt gegebenen Verkaufsstellen,. 
Schwartz, Ebers, Rheinstr., Kossakowski, Schmargendorfer 
Straße und Küsterei zu haben. 
o Stuf dari Konzert des Voskshoch:ch!rl-Fraueuch>ors 
(Leiter: Dr. Woelffel) heute Abend 8 Uhr, iin Festsaal 
der 3. Genieindeschnle (Offenbacher Straße) sei nochmals 
Ueber Vas energische, wettergebräunte Antlitz des Ge 
fragten glitt es wie ein sarkastisches Lächeln. 
„Gewiß, ich habe eine Anzahl von ihnen kennen ge 
lernt," sagte er, „mehr jedenfalls, als für meine Menschen 
liebe gut war. Denn, unter uns gesagt, Her»Hollfeldenl 
mit dem lauteren Idealismus und der heiligen Begeiste 
rung von Leuten, die einem fremden Volke Landsknechts- 
dienste leisten, ist es in den meisten Fällen eine ganz eigene 
Sache. Es mögen ja etliche darunter gewesen sein, die 
sich selbstlos und opfermutig dem Tode weihten, weil sie 
damit einer großen und gerechten Sache zu dienen wähnten, 
und um diese wenigen war es, beim Himmel, schade ge 
nug. Aber ich muß Ihnen gestehen, daß ich von solchen 
rühmenswerten Ausnahmen nur habe erzählen hören. Was 
mir persönlich vor Augen gekommen ist, waren nur mehr 
oder weniger wurmstichige Früchte vom Baume der mensch 
lichen Gesellschaft, Leute, die verzweifelt wenig zu verlieren 
hatten, und die von ganz anderen Motiven als von denen 
einer reinen Begeisterung für die Sache dieser habsüchtig 
engherzigen und kulturfeindlichen Bauerngesellschaft geleitet 
wurden. Die besten waren immerhin noch die, denen es 
einzig darum zu tun war, eln verpfuschtes Leben auf 
leidlich anständige Weife los zu werden. Die Pistole des 
Selbstmörders will eben nicht jedem als das beste und 
zweckmäßigste Auskunftsmittel erscheinen." 
Daß in diesen letzten Worten wiederum etwas wie ein 
vertrauliches Bekenntnis lag, konnte dem Zuhörer kaum 
entgehen. Aber wieder gab er sich den Anschein, es nicht 
zu bemerken. 
„Was Sie da über Ihre persönlichen Bekanntschaften 
unter den deutschen Mitkämpfern sagen, Herr Herbert, macht 
mir allerdings wenig Mut zum Vortrag einer Bitte, deren 
Dolmetsch ich bei Ihnen sein sollte." 
Mit einer beinahe ungestümen Bewegung fuhr der 
andere herum. V . 
„Einer Bitte? Von wein?" (MrHsM' *olgt ) 
- ' fr*,.
        
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