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Periodical volume Nr. 103, 10.05.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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Nr. 103 
Berlm-Friedmao, Montag, de» 10 Mai 1830 
Jahrg. 27 
Ortsnad>ricbt«if 
(Nachdr. unsrer o-Qriginalarlikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
obh 70 Psknniq-Taris der Straßenbahn. Llchterkarten 
für 5 M. Eine Monatskarte 5t- M. Der Anssichtsrat 
der Großen Berliner Straßenbahn hat am Sonnabend 
unter der» Borsiy des Oberbürgermeisters Vermuth in 
mehrstündiger Sitzung seine"Beratungen über die durch 
die neuen Lohnerhöhungen bedingte Tariferhöhung be 
endet und nach Anhörung der Vertreter des .Arbeiteraus 
schusses beschlossen, vom 21. Mai ab den Preis für den 
Einzelfahrschein auf 70 Pfg. zu erhöhen und .Tannucl- 
karten für 8 Fahrten zu 5 M. auszugeben, sodaß sich 
der Fahrpreis auf 62V» Pfg. stellt. Ter Vergünstigungs- 
rarif für Zeitkarten gestaltet (ich dann wie folgt: Mo-: 
natskarten für eine Linie 56 M. (beim 50 Pf.-Tarif .10 
Mark), für 2 Linien 70 M. (50 M). für 3 Linien 91 
(65) M., für alle Linien 140 (100) M. Schülerkarten 15 
(bisher 12) M., Arbeiterwochenkarten: für 6 Wochen 
fahrten 3,50 (2,50) M., für 12 Wochenfahrteu 7 (5)M. 
und für 48 Wochensahrten 28 M. (20 M.). Dem Verlangen 
der Betriebs- und Werkstättciiangestcllten auf Nichtanrech- 
uung des im April gewährten .Vorschusses von 300 M.> 
tonnte der Aufsichtsrat nur insoweit .entsprechen, als die 
Beträge für die Monate Mai und Juni mit 175 M. nicht 
angerechnet werden, während der Betrag von 125 M< 
für den Monat April von den neuen Lohnerhöhungen 
abgezogen werden wird. Es ist mit Bestimmtheit anzu 
nehmen, daß die Diraßcnbahner mit dieser ausgleichenden 
Lösung der Lvhnfrage einverstanden sei» werden, sodaß 
bis zum 1. Juli der neue Lohntarif in Geltung bleibt. 
oW Die neuen Fahrpreise auf der Wannseeüahn. Vom 
45 Juni ab werden die Fahrpreise aus der Wannsee 
bahn abermals um 50 Prozent erhöht. ■ So kosten die 
Fahrten zwischen Berlin und Friedenau in der 3..KI. 
30 Pfg., in der 2. Kl. 45 Pfg., zwischen Berlin uni» 
Steglitz 35 bezw. 55 Pfg. Die Monatskarten tosten 
z. B. Berlin—F r i e d e n a u 3. Klaffe 9 M. 50 Pfg., 
2. Klaffe 14 M. 30 Pfg., BerlinSteglitz 3. Klaffe 12,30 
Mark, 2. Klaffe 19,10 M. Die Fahrten nach Wannfce 
und Potsdam kosten ab Berlin 2. Klasse nach Wannsec 
1,25 M... nach Potsdam 1,75 M > -3. Klasse nach Wannsee 
75 Pfg., nach Potsdam 1,15 M. Die Fahrt von Frie 
denau nach Wannice kommt auf 60 Pfg. 3. Klasse, 
90 Pfg. 2. Klaffe. Wochenkarten werden ebenfalls um 
50 Prozent erhöht. (Berlin—Steglitz 3 M., Berlin—< 
Friedenau 2,25 M.) 
obh Tie Ncichstagswahlleitcr in Groß-Berlin. Der 
Oberpräsident hat zum Kreiswahlleiter -für den Wahl 
kreis 2 (Berlin) und zum Verbandswahlleitcr für den 
Wahlkrcisverband Brandenburg l, umfassend den Wahl 
kreis 2 und den Wahlkreis 3 (Potsdam II) den Berliner 
Stadtrat Loehniug und zum Stellvertreter den Stadtrat 
Koblenzer ernannt. Ferner hat der Regierungspräsident in 
Potsdam für den Wahlkreis 3 (Potsdam II) den Negie 
rungsrat von Schoen in Potsdam zum jtzrciSwahlleiter 
und den Regierungsrat Äoslowski zu feinem Stellver 
treter ernannt. Ter Wahlkreis 3 (Potsdam II) umfaßt 
die Landkreise Beeskow-Storkow und Teltow, sowie die 
Städte Charlottcnburg, Schöneberg, Neukölln und Wil 
mersdorf. 
o Geschäftsbericht des Einigungsamtes (Stand vom 
1. Mai 1920. Am 1. April d. Js. waren nach dem Tage 
buch noch an unerledigten Anträgen vorhanden 3529 
Anträge, dazu Gefamtzugänge im April 615 Anträge, zu 
sammen 4144 Anträge. In den Zugängen sind enthalten: 
1 Schlichtungsantrag in einer Hypothekenfachc, 423 An- 
Die Briefe der Prnimiin 
Von E. Rh. Oppenheim. 
62 (Nachdruck verboten.) 
„Ich freue mich, daß 'ich Gelegenheit finde, einige 
Worte unter vier Augen mit Ihnen zu sprechen, Herr Holl- 
felden," sagte sie voll ruhiger Freundlichkeit. „Margot hat 
mir mancherlei erzählt, aber ich habe sie im Verdacht, daß 
sie mir doch das eine oder das andere verschwiegen hat. 
Wollen Sie inir gestatten, einige Fragen an Sie zu richten?" 
Heinz verneigte sich. 
„Es wird mich freuen, sie beantworten zu können," 
erwiderte er. 
Die Prinzessin sprach nicht sogleich. Wieder ruhte ihr 
Blick sinnend auf dem Antlitz des jungen Mannes, wie 
wenn sie es feinen Zügen ablesen wollte, was sie vonHoll- 
scldens Charaktereigenschaften zu halten hatte. Aber sie 
muhte wohl zufrieden sein mit dem Ergebnis Ihres For- 
fchens, denn es war ein beinahe herzlicher Klang in ihrer 
Stimme, als sie sagte: 
„Margot ist glücklich, einen so ritterlichen und un 
eigennützigen Freund gefunden zu haben. Es ist viel, was 
Sie für nieine Freundin und für uns alle getan haben, 
Herr Hollfelden." 
Heinz war um eine Antwort in Verlegenheit. Und cs 
war vielleicht auch besser, wenn er sich schweigend und ab 
wartend verhielt. 
Die Prinzessin fuhr nach einer kleinen Pause mit der 
gleichen milden Freundlichkeit fort, die ihrem ganzen Wesen 
eigen schien: 
„Margot und ich, wir kennen uns von Jugend auf, 
und es kann keine innigere Freundschaft geben, als sie 
zwischen uns besteht. Nur daß Margot zumeist der gebende 
Teil gewesen ist, doh ich mehr von ihr empfangen habe, 
als ich ihr jemals werde danken können. Sie hat schwere, 
sehr schweres um meinetwillen erduldet. Auch ich habe 
»irl Leid erfahren, aber ich habe es nicht unüerdient er 
trage in Beschlußsachen, darunter 36 Anträge des Woh 
nungsamts auf Prüfung bezw. ZwangSfestfetzung des Miet 
preises, sowie 191 Anträge au die SchiedSstelle. ES 
wurden erledigt: a) SchlichtungSfacheu keine, b) Beschluß- 
fachen (30 Sitzungen) durch Beschlüsse 203, durch Ver 
gleiche 43. durch Zurücknahme 131, zusammen 377 An 
träge. c) Angelegenheiten der SchiedSstelle (12 Sitzungen) 
durch Beschlüsse 98. durch Vergleiche 17, durch Zurück 
nahme 59, zusammen l 74 Anträge, in« Ganzen erledigt 
551 Anträge. Es bleiben mithin noch zu erledigen: 
3593 Anträge. 
o Stadtschaft der Provinz Drarrdenhurg, Berlin W. 10, 
Viktoriastraße 20. In dem ersten Kalendcrvierteljahr 1920 
wurden aus Groß-Berlin Anträge in Höhe von 4 478 000 
Mark und auS den anderen Städten und Landgemeinden 
der Provinz Brandenburg Anträge in Höhe von 2 283 000 
Mark, zusammen 6 761000 M., au die Stadtschaft gestellt. 
Zur Bewilligung gelangten 4 856 200 M., von denen auf 
Groß-Berlin 3 725 000 M. und auf die anderen Städte 
und Landgemeinden der Provinz 1 131200 M. entfallen. 
Der Hhpothckeubcstand belief sich am 31. März 1920 auf 
38104 400 M. und verteilte sich auf 1084 Darlehen (gegen 
über 31 400000 M. im Vorjahre, verteil: auf 1014 Dar 
lehen). Der Umlauf au 4 o/o Pfandbriefen betrug Ende 
März 36 390900 M. 
o Ueber Groß-Berlin sprach Schriftsteller Bruno 
H n e t t ch c n am Sonnabend in einer vom Friedenauer 
Bürgerrai im Bürgersaal unseres Rathauses veranstalteten 
öffentlichen Versammlung. Bei der außerordentlichen Wich 
tigkeit dieses Themas hätte man einen starken Besuch 
erwarten können. Es waren jedoch nur einige >50 Per 
sonen, Damen und Herren, crchieneu. Nach einer kurzen 
Einleitung und Begrüßung der Versammlung durch den 
Vorsitzenden des Friedenauer BürgerraiS, Herrn Prof. 
Rath gen, nahm sofort der Vortragende das Wort, um 
zunächst unserm lieben Friedenau, das nun seine Selb 
ständigkeit aufgeben müsse, einige anerkennende und lobende 
Worte zu widme». Als er vor 20 Jahren von Danzig 
nach Berlin kam und Friedenau sah, sei eS ihm wie eine 
liebliche Oase erschienen, ähnlich den Tanziger Villenvor- 
ortcn. Ein guter Lokalpatriotictmus habe stets in Frie 
denau .geherrscht und unser Ort lei immer gut verwal 
tet worden. Im Gesetzentwurf Groß-Berlin fei Friedenau 
bald hier, bald dorthin geworfen worden, wce auf einem 
Schachbrett, bis es jetzt nun endgültig nach Schöne-) 
berg gekommen sei. Ueber die geschichtliche Entwicklung 
Groß-Berlins und die verfchiedentlichen Eingemeinduugs- 
bestrcbungen zu reden, habe heute keinen Zweck mehr, 
man müsse sich mit der gegebenen Tatsache abfinden und 
nun aus dem Neuen das Beste herauszuholen bestrebt! 
sein. An der Hand eines Planes beschrieb er dieses neue 
Berlin und machte dabei eingehende Angaben über die 
Bestimmungen des Gesetzes für die Einheitsgemeinde Groß- 
Berlin. Das einheitliche Berlin haben wiy tat 
sächlich heute schon, denn die Einzelgemcindcn 
wären schon jetzt verpslichtet, die Haushaltspläne 
dem Berliner Magistrat einzureichen. Er sprach 
noch besonders über die Ortsbezirke und war hier der Mei 
nung, daß Friedenau als solcher — vielleicht in Verbindung 
mit dem Schöncberger Ortsteil — eine gewisse Selb- 
ständigkeit behalten werde, Bürgermeister Walger werde 
wohl auch als Ortsbezirksvorsteher hier weiter im Amte 
bleiben. In der künftigen Zusammensetzung der Groß- 
berliner Stadtverordnetenversammlung im Gegensatz zu 
derjenigen westlicher Bezirksversammlung seien seiner Mei 
nung nach Gründe für Konflikte gegeben. Man werde 
künftig nicht mehr nach sachlichen Gesichtspunkten han 
deln, sondern nach politischen Programmen. Ta den Ge- 
VtflHOIBIMBMMHBHMniMMPiainiHngnBHHHHMMnMaH 
litten. Margot jedoch hat stets nur für die Sünden an 
derer gebüßt. Und ich habe deshalb keine vornehmere Auf 
gabe, als sie glücklich zu machen, ihr zum Glück zu ver 
helfen." 
Sie verstnminte wieder, aber Heinz fühlte, ' aß sie 
keine Antwort und keine Frage von ihm erwa^.ete. Er 
verharrte in Schweigen, bis sie wcitersprach. 
^ »Ich habe das vorausschicken müssen, damit Sie meine 
Fragen natürlich und verständlich finden. Und nun bitte 
ich Sie noch einmal, antworten Sie mir vertrauensvoll. 
Sie lieben Margot, nicht wahr?" 
„Ja, ich liebe sie," erwiderte Heinz schlicht. ^ 
: „Und Sie haben den Wunsch, sie zu heiraten?" ' 
„So bald als möglich, wenn Margot einwilligen würde, 
nicine Frau zu werden." 
Wieder sah sie ihm aufmerksam in die Augen. Dann 
sagte sie: 
„Ich will, ich muß indiskret sein. Ich weiß, daß 
Margot Sie liebt, und ich weiß, daß Sie mit Ihnen 
glücklich werden würde. Und ich weiß auch, ans welchen 
Gründen sie sich bisher geweigert hat. Ihnen ihre Hand 
zu reichen. Sie glaubt, »aß etwas zwischen Ihnen steht, 
sie fürchtet, daß etwas, was sie getan hat, sie in Ihren 
Augen entwürdigt haben könnte. Margot ist sehr fcin- 
sühlig und sehr stolz. Und sie würde eher an ihrer Liebe 
zugrunde gehen, als daß sie einem Manne zum Altar 
folgen würde, der sie ihrer Meinung nach nicht unein 
geschränkt achtet." 
„Aber habe ich ihr denn nicht durch mein Handeln 
gezeigt," sagte Heinz erregt, „daß es nur törichte Ein 
bildungen sind, denen sie sich da hingibt? Auch ich 
glaubte anfangs, daß sie nur in — in jenem Einen einen 
Trcnnungsgrund für uns gesehen hat. Als sie jedoch auf 
ihrer Weigerung, die Meine zu werden, beharrte, obwohl 
ich ihr wieder und wieder versicherte, daß die Vergangen 
heit tot und begraben für mich sei, mußte ich annehmen, 
daß noch etwas anders. 
meindcn künftig '.nur noch die Erhebung von Grund- und 
Gewerbesteuern verbleiben, so werden diese Steuern ganz 
bedeutend gesteigert und in erhöhtem Maße ans Miet ; 
und Verbraucher abgewälzt werden. Er trat dann für 
dcn Zusammenschluß des Bürgertums bei den Wahlen 
ein, um den geschlossen auftretenden beiden sozialdemokra 
tischen Parteien .eine geschlossene, einheitliche Bürger 
partei. einen Bürger- oder Ordiiungsölock entgegenstellen 
zu Können. Jeder solle in seiner Partei dahin wirken, 
daß das .zu Stünde komme. Lauter Beifall dankte de:.: 
Redner. Syndikus Sturm wies ans die Gegensätze in 
der Landesversammlung hin bei der Abstimmiing über 
das Gesetz.", Oberbürgermeister Dominicas hätte dort Dr. 
Weyl wegen seiner Politik in der Stadtverordnete,ncor-: 
sammlnng scharf") angegriffen; Dominicas sagte, wegen 
der sich aus der Weyl'schen Politik ergebenden Gefahren 
für Groß-Berlin . hätten die Demokraten eigentlich aD- 
lchncii müssen, aber sie hätten -en Mut zu», kämpfe:, 
und daher stimmten sic in .großer Mehrheit für das! 
Gesetz. Man könne ja nun über diese Haltung verschie 
dener Ansicht sein. Weiter kam Syndikus Sturm aus 
die Steuern zu sprechen und meinte, daß jeder „och 
ganz bedeutende .Summen werde nachzahlen müssen. Die 
Hanptbelastung der Steuerzahler komme erst nach de::: 
1. Oktober. Aber trotzdem werden die Gemeinden die 
Ausgaben nicht durch ordentliche Einnahmen mehr decken 
können, man werde zur Pumpwirtschaft schreiten und 
ans Anlcihcmitteln die für die Verwaltung not.vendi- 
dcn Summen nehmen. Tic Belastung werde so groß, 
daß ein Steuersatz von 800 Proz. herauskäme. Er emp 
fiehlt dann schon jetzt, an dem Uebergang zu arbeiten 
und glaubt nicht, daß die Einheitsfront, die auch er 
begrüßen würde, zustande kommt; die Hauptsache sei nach 
s. A daher, daß die bürgerlichen Parteien dafür sorgen, 
daß jeder wählt. Auch der Vorsitzende bat, dafür 
werMen, daß jeder sich an den Stadt- und BezirkSverck 
ordnetenwahlcn beteiligt und schloß darauf mit Tank an 
den Vortragenden die Versammlung. 
o Ausstellung von Freimarken entwürfen. Im Licht- 
hofe deS -Kunstgcwerbemufeuiiis, Prinz Albrcchtstraße 7, 
sind neuerdings außer einem wesentlichen Teil der Ent 
würfe für, neue deutsche Briesmarkcii, deren Aneistellung 
verlängert ist, auch die Entlvürse aus dem Wettbewerb für 
neue baerisckxe Postwertzeichen zur Schau gestellt. Beid? 
Ausstellungen werden spätestens am 15. Mai geschlossen 
werden. . 
o Ein öffentlicher Verkauf verfallener RiederlamV 
güter findet am 19. Mai, vorinittags 9 Uhr, ans den, 
Packhof des HanptzollnmtS statt. ES werden GebrauchS- 
gegenstündc verschiedenster Art verkauft. 
o Tie neuen Amtsbezeichirnnge» der Pos.Heaur, 
Nach einer Verfügung im Amtsblatt Nr. 18 des Reichs- 
pvstministeriunls haben die Beamten der Reichs-Post- und 
Telegraphen-Vcrwaltnng fortan die ihnen nach dem ne::en 
Reichsgesctz vom 28. 4. zustehenden neuen Amtsbezeich 
nungen zu führen, ohne daß darüber besondere Ver 
fügungen an die Beteiligten ergehen. Der Ortsverein Ber 
lin-Friedenau des Verbandes Deutscher Pvst- und Tele-, 
graphcn-Beamteii wird i» seiner am Dienstag, de» 11. 
Mai, abends 8 Uhr, im Ratskeller, stattfindenden Sitzung 
hierzu Erläuterungen geben. 
v Ein Kirchenloiizert zum Besten des zur Deckung der 
Beschaffungskosten der Glocke i, für die Kirche jv.r.t 
guten Hirten immer „och unzulänglichen Fonds veran 
staltet cm dieser Kirche am Dienstag den 18. Mai die. 
Organistin Jdalie Wehrhan. Tie Künstlerin hat wäh 
rend der letzten Erkrankung den ordentlichen Organii■: i 
an unserer Kirche vertreten und schon hierbei gezeigt, 
„Es ist nichts anderes, HerrHollfelden. Margot glaubt 
Ihnen, daß Sie sie sehr lieben, und daß Sie deshalb jetzt 
meinen, sich leicht über jene Geschehnisse hinwegsetzen u 
können. Aber sie befürchtet, daß Mißtrauen und Zweifel 
durch irgendeine geringfügige Kleinigkeit in Ihnen geweckt 
werden könnten, sobald die erste Leidenschaft der Liebe 
kältet wäre. Ich teile diese Befürchtung nicht; denn nie 
mand, der Margot näher kennen gelernt hat, kann n. i 
einen Zweifel an der Lauterkeit und Reinheit ihrer Seeb; 
hegen. Eben deshalb bitte ich Sie von ganzem Herze.«, 
seien Sie beständig, lassen Sie sich durch ihre Weigö.uug 
nicht von heharrlichem Werben abbringen. ^Vielleicht werdcii 
Sie sich noch für einige Zeit in Geduld fassen niü'D i. 
werden Sie Margot Zeit lassen müssen, zu überwinden n::d 
zu vergessen. Aber sie wird früher oder später nachgeben, 
glauben Sie mir." 
„Ich habe noch keinen Augenblick die Hoffnung daraus 
aufgegeben," erwiderte er fest. 
Sie nickte ihm freundlich zu. 
. „Ihre Anwesenheit auf Buchberg ist mir ein Beweis 
dafür," sagte sie. „Ich glaube Ihnen nach allem, was 
niir Margot erzählt hat und was ich von Ibnen gesehen 
habe, mein Vertrauen schenken zu dürfen. Und ick> t;; 
Ihnen einige Aufklärungen geben, weil ich will, daß Sir 
die Wichtigkeit der Zweifel und Bedenken klar erkenne:!, 
die Margot erfüllen. Denn erst, wenn Sie ihr Tun und 
Handeln'in Berlin verstehen, wenn Sie die edlen und un 
eigennützigen Motive kennen, die Margot zu dem bedenk 
lichen Schritt geführt haben, der sie in'Ihren Augen dach 
vielleicht in ein falsches Licht setzen könnte, werden Sir 
uneingeschränkt das beruhigende Bewußtsein haben können, 
daß es in Wahrheit nichts gibt, daß Sie und Maravt 
trennt." 
„Sie werden zwei Menschen glücklich machen damit, 
nnd Sie dürfen versichert sein, daß Sie Ihr Vertrauen 
keinem Unwürdigen schenken, gnädige Frau." 
„Ich glaube es. Und nun lasten Sie mich I'M
        
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