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Periodical volume Nr. 100, 06.05.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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Kaum 75 Psg. Die Neklamejetle lostet 
i.— Mark. Belegnummer 16 Psg. 
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Sir. 180 
Berlrn-Frredeuaa, Donnerstag, den 6. Mai 1920 
3ahrg. 27 
lkkachdr. unsrer o-OriginalarUkel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Tie Wählerlisten zur Reichstagswahr liegen vom 
9 —1(1, d. Mts., im Rathause, 2 Treppen, im Borraum 
zum Vürgersaal werktags von 8—3 Uhr, Sonntags und 
ain Himmelfahrtstage von 9—12 Uhr vormittags öffent 
lich aus. (Siche Amtliches). 
o Für Pscrdehaltcr! Tie Gemeinde hat 2 Waggon 
Trockenschnitzel erhalten. Sic werden ohne Schein durch 
den Futtermittclhändler P. Engler zum Preise von 75 
Mark je Zentner mit Sack verabfolgt. 
oW Tie Wahl des neuen Reichspräsidenten wird, wie 
wir hören, voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Mo- 
nat August stattfinden. Wie es heißt, hat der jetzige 
Präsident Eberr auf eine Wiederwahl verzichtet. Die end- 
giltigc .Entscheidung über die Aufstellung von Präsident 
schaftskandidaten erfolgt erst nach den Reichstagswahlen. 
o Für die Handhabung der Höchstmicton veröffent 
licht der Wohnungsverband Groß-Berlin folgende Grund 
züge: Für Wohnungen iiDi t O f e n h e i z u n g ohne Warm 
wasserversorgung gilt folgendes: Ist die Miete monatlich 
zu zahlen, so .ermäßigt sich ab 1. Mai d. Js. die 
Miete auf den Betrag der F-riedcnsmiete 1914 plus 20 
v. H., falls die durch Vertrag oder Entscheidung des 
Mieteinigungsamtes festgesetzte Miete höher war. Betrug 
letztere weniger als die F-riedcnsmiete plus 20 v. H.. 
so ist die bisherige Miete weiter zu zahlen. Bei Viertel 
jährlicher Mictszahlung tritt die Ermäßigung erst am 
1- Juli ein. (Jeder Mieter muß also feststellen, wieviel 
seine Wohnung am 1. Juli 1914 gekostet hat; dabei 
ist es gleichgültig, ob er damals schon Inhaber dcrWoh- 
nnng war oder di? Wohnung erst später gemietet hat.)! 
Bei Wohnungen mit Zentralheizung oder Warm 
wasserversorgung ist zu unterscheiden, ob die letzten PreiS- 
vereinbarungcn vor oder nach dem 25. Juni 1919 ge 
troffen sind. Im ersten Falle findet die Verordnung des 
WvhnungSvcrbaudes zunächst überhaupt keine Anwendung, 
sondern cs bleibt bei den Bestimmungen der Verordnung 
vom 22. Juni 1919, nach der auf Anruf des Vermieters 
das Mieteinigungsamt niit Rücksicht auf die Mehrkosten 
für Koks den Mietzins erhöhen kann. Ist bei Wohnun 
gen mit Zentralheizung oder Warmwasserversorgung die 
letzte Preisvereinbarung nach dem 25. Juni 1919 ge 
troffen, so kommt die Höchstmietcnverordnnng des Woh- 
nnngsverbandes zur Anwendung. Danach hat am 1. Ja 
nuar d. Js. eine Trennung der sogenannten reinen Grund 
miete von den Kosten für Heizung bcziv. Warmwasser 
versorgung zu erfolgen. Die reine Grundmicte berechnest 
' sich in der Weise, daß von der Friedensmiete für Zen 
tralheizung 71/2 v. H., für Warmwasserversorgung 2VL> 
v. H. abgezogen und zu dem Restbetrag 20 v. H. hin 
zugezählt werden. Da die Feststellung des am 1. Januar 
d. Js. vorhandenen Koksbestandes im allgemeinen jetzt 
nicht mehr möglich sein wird, hat man sich vielfach schon 
geeinigt,, die Trennung der Grundmiete,von den Kosten 
für Koks erst ab 1. April d. .Js. vorzunehmen. 
0 Abermalige Prricerhöhungen für Koks und Briketts. 
Infolge der erhöhten Frachtsätze für Elbe und Oder war 
der Kohlcnvcrband Groß-Berlin, wie er mitteilt, ge 
zwungen, die Preise für Koks von gestern ab neu festzu 
setzen: Koks, Gaskoks gebrochen bei Selbstabholung ab 
Lager 22,75 M. der Zentner, bei Lieferung frei Erdgeschoß 
oder Keller 23,75 M. der Zentner. Bei Kokslieferungen 
an das Kleingclverbe sowie für ZentralheizungS- und 
Warmwasserbereitungsanlagen vom 17. April ab: GaS- 
koks grob 22,40 M. der Zentner, Gaskoks gebrochen 22,70 
je Briefe der Prinzessin. 
Bon E. PH. Oppenheim. 
49 (Nachdruck verboten.) 
„Was!" Herbert» der sich bisher anscheinend gar nicht 
um die Unterhaltung bekümmert hatte, war emporgefahren. 
„Welche Schwester?" 
„Ja, i woaß halt aa net, Herr! D' Komtessen sind 
halt "alleweil wo anderscht g'wcn, d'r Herr Graf hat's 
irgendwo erzieh'» laff'n, i woaß net, wo. Wia d'r Herr 
Graf g'fchtorveii is, hat fi koane Katz nimmer um Buch- 
berg kümmert, d'r Verwalter hat nua alleweil 's Geld 
fchick'n derffen, amal na Paris, amal na London, anial 
na Berlin, i woaß nimmer, wohin, daß 'r g'fagt hat. Und 
alle paar Iahrl'n amal is d' gnädige Kointtffe Hermine 
komm'», vo dere Schwester hat ma jcho nia nix z' schg'n 
triagt. Na hat's g'heißen. daß f' fi verheirat' hat, d' 
Schwester. An oan russischen tzürscht'n, i woaß glei net, 
wia daß 'r g'hoaßen hat. Und dann is kummen, vor an 
Jahr und hat glei 'n ganz'n Winter gelebt da heroben, 
wo's fi fünft net amal im Sommer hat umfchaug'n müg'n 
hier. Seit dera Zeit is der Park alleweil verschlossn, via 
is wieder B'fuch kommen, vor a paar Tag, a Fräulein, 
wo fcho amal mit d'r Komtesse Hermine da g'wen is. 
Wehrcng hoaßt's. glaab i, oder so ahnst." 
Herbert war schon wieder in seine vorige Gleichgültig 
keit zurückgefallen. Aber er täuschte Heinz nicht mehr. Der 
junge Schriftsteller sah, wie unruhig die Hände des Fremden 
mit dem Messer spielten, und wie nervös seine Nasenflügel 
vibrierten. 
> „Es muß nicht gerade sehr interessant sem, emen ganzen 
Winter hier oben allein zuzubringen," sagte Heinz, nur 
eben um etwas zu sagen. Der Wirt nickte. 
„Dös moan i aa," erwiderte er. „Alloan is ja net 
g'wen, a G'fellfchaftsdam hat's alleweil g'habt. Aber lang- 
wellt wird's ihr hast do word'ir lanEl . .• 
Mark, Westfäl. oder Lichtenbcrger Schmclzkoks 24,80 M., 
Oberfchles. Schmelzkoks 22,90 M., Riedcrschles. Schmelzkoks 
24,70 M. — Infolge der Lohnerhöhungen beim Kohlen 
handel sind die Preise für Briketts vom 5. d. Mts. 
ab um 30 Pfg. für den Zentner erhöht worden. 
0 Das Eiserne Kreuz 2. Kl. am weiß-schwarzen Bande 
und das Offizicrsverdien st kreuz wurde Herrn 
Oberintendanturbaufekretär A. Ruprecht, Blankenberg- 
straße, z. Zt. im ReichsarbeitSministerium, verliehen. 
0 Tie Tariferhöhung der Straßenbahn. Der Auf 
sichtsrat der Großen Berliner Straßenbahn beschäftigte 
sich gestern unter dem Borsitz des Oberbürgermeisters 
Wermuth in mehrstündiger Sitzung mit dem Schiedsspruch 
über die Lohnerhöhungen für die Straßenbahner und 
Werkstättenarbciter. Er verhandelte im Laufe der Sitzung 
auch mit den Vertretern der Arbeitnehmerschaft über die 
von ihnen geforderten, über den Schiedsspruch hinaus 
gehenden Löhne. Im Anschluß hieran wurde im Auf 
sichtsrat die Frage der dadurch bedingten weiteren Tarif 
erhöhung eingehend besprochen, ohne daß es zu einem 
Beschluß kam. Dieser wurde auf Sonnabend vertagt. 
— Wie wir hören, wird unter den Straßenbahnern von 
radikalen Elementen Stimmung dafür gemacht, bei einer 
etwaigen Ablehnung der über den Schiedsspruch hinaus 
gehenden Forderungen in den Streik zu treten. Der Ar- 
beitcrausschuß der Großen Berliner Straßenbahn wird 
sich erst am heutigen Donnerstag in verbindlicher Form 
mit der Frage der Annahme oder Ablehnung des Schieds 
spruchs und den weitergehenden Lohnforderungen beschäf 
tigen. 
0 Tie Fernsprechnot und die Beamtinnen. Die leider 
noch fortbestehende Fernfprcchnot wird in der Oeffcntlich- 
keik häufig auf die mangelhafte Diensttätigkeit der Beam 
tinnen zurückgeführt. Demgegenüber wird von der Post 
verwaltung erneut darauf hingewiesen, daß die Ursache 
der Schwierigkeiten hauptsächlich in der Unzulänglichketi 
der Betriebseinrichtungen zu suchen ist. Die Einrichtung 
längst vorgesehener Vcrmittelungsämtcr würde die be 
klagenswerten Zustände schnell zum bessern wenden. Leider 
aber ist unsere Industrie aus den der Oesfentlichkhitt 
hinreichend bekannten Gründen — Kohlennot. Rohstoff 
mangel, Streiks usw. — nicht in der Lage, die erforder 
lichen Apparate, Kabel, Drähte usw. in einem dein Be 
dürfnis besser angepaßten Tempo zu liefern. Das Fern- 
sprechpcrsonal trifft also im allgemeinen keine Schuld an 
der Fernsprechnot. Der Eifer und das Pflichtbewußtsein, 
mit dem die Beamtinnen sich bemühen, die nur M- 
mählich zu beseitigenden technischen Unzulänglichkeiten 
nach Möglichkeit zu mildern und auszugleichen, verdienen 
vielmehr Anerkennung. 
v Die Eingemeindung Friedenaus in Groß-Berlin wird 
bekanntlich am l. Oktober d. Js. Tatsache. Am Sonn 
abend Abend 8 Uhr wird hierüber Herr Redakteur Bruno 
H u e t t ch c n aus Tempclhof einen Vortrag halten, zu dein 
der Bürgerrat jeden Friedcnauer ejnladct. Der Zutritt 
ist unentgeltlich. 
0 Tic ttrurn Postgebühren. In der von uns gestern 
veröffentlichten Uebersicht haben sich zwei kleine Fehler 
eingcschlichen. Der R 0 h r p v st b r i c f kostet 1,40 jM., 
die Rohrpo st karte 1,30 M. Bei den Wertbriefen 
kvnimt zum Porto noch die Versicherungsgebühr, die für 
je angefangene oder volle 1000 M. 1 M. beträgt. 
0 Tie Goldene! Hochzeit feiert am Sonntag, den 
9. Mai mit seiner Gemahlin der Rentier Julius M ü n ch, 
Rotdornstraßc. 
0 Umwandlung der Einwohnerwehren» Tie demokra 
tische Fraktion der Preußischen Landesversaminlung hat 
folgenden Antrag Tr. Fricdberg u. Gen. eingebrachg: 
wammBmmmmammimKmm—mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm—mmmmmBm 
„Kluge Menschen langweilen sich in der Einsamkeit 
gewöhnlich weit weniger als unter den Menschen," sagte 
der angebliche Herbert da mit unmotivierter Schärfe. „Und 
was gehen die Prioatoerhältiiisse der Gräfin Fremde an!" 
Der Wirt zog sich ganz erschrocken zurück. 
„G'wiß," sagte er verlegen, „'S gengat uns net ouil 
an. Aber mci, ina interessiert si halt do süa d' Leut, wr 
hier wohnen und hier g'boren sän." 
Er ging ins Haus, und die beiden Männer saßen ein« 
kleine Weile stumm nebeneinander. Dann brach Heinj 
das Schweigen. 
„Was gedenken Sie mit Ihrem Tage anzufangen?' 
'aate er. 
Der andere zuckte die Achseln. 
„Irgendwo im Walde herumzuliegen," sagte er. „Ich 
abe eine Schwäche für Tannengeruch, überhaupt für den 
rutschen Wald. Und ich habe ihn lange entbehren 
mssen." 
„Sie haben im Ausland gelebt? 
Herbert nickte. 
„Weit genug von hier, in Afrika," sagte er kurz. 
nteressiert horchte Heinz auf. 
„Haben Sie vielleicht den Burenkrieg mitgemacht > 
agte er und sah unwillkürlich auf die Narbe auf der 
Kirn des Mannes. Herbert mochte diesen Blick fühlen, 
enn er strich sich mit einer nervösen Bewegung über die 
Kirn. _ , ,. . 
„Ja," erwiderte er. „Ich habe eine Zeitlang in den 
ieihen der Buren gekämpft. Aber ich wurde verwundet 
nd mußte es aufgeben." 
Er brach kurz ab und erhob sich, als wollte er ve» 
indern, noch weiter ausgefragt zu werden. 
„Wir sehen uns wohl später noch," sagte er lässig. 
Leben Sie so lange wohl, Herr Hollfelden." , 
Er ging langsam durch den Garten davon, und Heinz 
ih seiner kraftvollen, aufrechten Gestalt nach, bis sie seinen 
flicken entschwand. Dann vertiefte er sich in die Lektüre 
ines Buches, aber man lieh ihn nicht lang« .ungestört, 
iw»*.**.«* , isagr 
Die Staatsregierung zn ersuchen, zur Gewährung von 
Sicherheit und Ordnung ini Staatsgebiet 1. die Gemeinde 
behörden anzuweisen, gleichzeitig mit der Auflösung der 
bisherigen Einwohnerwehren möglichst in Angliederung 
an die staatliche Sicherheitspolizei und Gendarmerie und 
zu deren Verstärkung nach Bedarf einen Orts- und Fluß- 
schutz einzurichten, 2. darüber zu wachen, daß dieser künf 
tige Orts- und Flurschutz nicht zu parteipolitischen oder 
verfassungswidrigen Zwecken mißbraucht werden kann, 3. 
insbesondere in den Industriegebieten eine Verstärkung 
der staatlichen Sicherheitspolizei unter Uebernahme der 
bisherigen kommunalen Sicherheitspolizei einzurichten. 
0 Ter zahlenmäßige Einsatz der Technischen Nothilfe 
beim GencMlstrlcik. Während des Generalstreiks sind im 
Reich, einschließlich Berlin, insgesamt 12 743 Nothelfer 
eingesetzt tvordcn. Von dieser Zahl entfällt ans die 
Reichshauptstadt über ein Drittel. Hinsichtlich der Be 
triebsarten beanspruchte naturgemäß die Aufrechterhaltung 
der Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke den Hauptanteil. 
Es wurden von diesen Werken insgesamt 114 mit 8811 
Nothelfern in Betrieb genommen. Die Zahlen verteilen 
sich so, daß ans GaS 5145, Wasser 1019 und Elektrizität 
2647 Mann entfallen. Bei der Eisenbahn und ihren 
Betriebswerkstütten war die Nothilfe mit rund 1760 Not 
helfern eingesetzt. Die Post benötigte 313 Mann, davon 
allein München 300. Die Schiffahrt erforderte 119 Not- 
helfer, wobei cs hauptsächlich galt, Getreidekähne zn ent 
laden. In rund 12 Krankenhäusern und Kliniken waren 
Nothelfer und Nothelferinncn tätig. Der Rest entfällt auf 
Lebensmittelbetriebe, Bäckereien, Mühlen, Verkaufsstellen, 
Gruben us>v. Auch ans Friedhöfen mußten in Berlin, 
Kiel und Weimar zur Beerdigung Verstorbener Nothelfer 
tätig sein. Die Dauer des Gesainteinsatzes im Reich war 
nach den einzelnen Gegenden verschieden. Am längsten 
blieben die Arbeiter der Berliner lebenswichtigen Betriebe 
im Streik, durchschnittlich 10 Tage. Der Einsatz mußte 
erfolgen in 40 Städten und an 203 Einsatzstellen. 
0 GeüclsEcrger'scker Stenographcntag. Anfang August 
d. Js. findet in Leipzig der 11. ordentliche Stenographen 
tag der Schule Gebelsberger statt. Neben Fragen der 
Organisation wird sich die ans mehrere Tage berechnete 
Versammlung, zu der 4- bis 5000 Stenographen er-» 
wartet werden, besonders mit einer Aussprache über die 
Aussichten einer Reichseinheitsstenographie zn befassen 
haben. Wie ivir hören, gehen die Verhandlungen über 
diese für das ganze Schriftwesen bedeutungsvolle Frage 
ihrem Abschluß entgegen, und zwar wird von einer Reihe 
süddeutscher und mitteldeutscher Einzelstaaten, denen sich 
die Freistaaten Brannschivcig und Neuß angeschlossen 
haben, auf Anerckennnng der Gabelsberger'schen Schrift 
als Reichseinheitsstenographie hingewirkt werden. Alle 
Kenner und Freunde der Gabelsberger'schen Stenographie 
in den westlichen Teilen Groß-BcrlinS werden zwecks 
Herbeiführung eines Zusammenschlusses um Einsendung 
ihrer Anschriften an Parlamcntsstenogr. und Redakteur 
M. Schirmer, Berlin-Friedenau, Mcnzelstr. 35, ge 
beten. 
0 Für! Gartenfreunde. Die Mitglieder des Vereins 
der Gartenfreunde können Sellerie- und Spätkohlpflaiu- 
zcn noch beim Gärtner Werner, Laubacher Str. 9, gegen 
über der katholischen Kirche abholen und zwar Sonn 
abend von 5—6 Uhr nachmittags oder Sonntag von 
8—9 Uhr vormittags. 
0 Ter letzte Kuirstgcmeinde-Aöeiid dieser Spielzeit fin 
det am nächsten Sonnabend, den 8. Mai, um 7Va jUhr, 
im Festsaal des Steglitzer Lyzeums statt. Neben Arnold 
F ö l d e s y, dem ersten Cellisten Europas, der durch eine 
schmerzhafte Handwnnde am letzten Freitag verhindert war, 
Voll eilfertiger Hast kam der Wirt aus ihn zu unv 
sagte mit einer tiefen 'Verbeugung: 
„Bitt' um Entschuldigung, manu i den Herrn scho 
wieder stör'n muaß, aber da is die junge Dame vom Schloß 
und möcht Eahna sprech'n, Herr." 
Hollfelden sprang auf. 
„Wo ist die Dame?" fragte er hastig. 
„Bitt' schön, wann's mitgeng'n woll n —" 
Unter wiederholten Verbeugungen forderte er ihn auf» 
ihm durch das Haus zu folgen. Der Besuch „vom Schloß" 
hatte ihn offenbar mit tiefem Respekt vor Heinz erfüllt, 
denn er konnte sich an dienstfertiger Unterwürfigkeit nicht 
genug tun. 
Draußen auf der Landstraße hielt ein eleganter Dogcart. 
Margot führte selbst die Zügel: ans dem Hintersitz hockte 
mit untergeschlagenen Armen und unbeweglichem Gesicht 
ein Groom, der von Heinz nicht im mindesten Notiz nahm. 
Margot reichte ihm die Zügel und neigte sich ein wenig 
herab, Hollfelden die Hand zu geben. 
„Guten Morgen," sagte sie. „Bitte, bediene dich wie 
ich der französischen Sprache. Ich möchte nicht, daß uns 
der Diener versteht." 
Heinz führte ihre Hand an seine Lippen, aber sie 
machte sie sogleich wieder aus der seinen frei. 
„Heinz," sagte sie, und ihre Stimme zitterte ein wenig, 
„willst du etwas für mich tun, etwas, um das ich dich von 
ganzem Herzen bitte?" 
„Wenn es in meiner Macht steht, von Herzen gern," 
erwiderte er einfach. 
„Es steht in deiner Macht," sagte sie hastig, vermied es 
aber, ihn anzusehen. „Es ist sehr 'Acht. Ich bitte dich, 
sofort von hier abzureisen, irgendwohin, nach Berlin oder 
in eine andere Sommerfrische. Nur mußt du von hier 
fortgehen." •>,. 
„Gern," erwiderte er ruhig. „Abe?-iur unter einer 
Bedingung. 
«Unter 
- Bedingung?" fragte
        
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