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Periodical volume Nr. 98, 04.05.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

zu hämpfen, um afids) die Herrenstimmen stärker mit hinein» 
klingen zu lassen. So hatte man zuweilen den Eindruck, 
als höre man nur einen Damenchor. Wunderbar weich, 
im a-capella-Gesang hörten wir das Ave verum von 
Mozart und da,s Sanctus von Schubert, obwohl bei 
Letzterem meiner Ansicht nach das „Heilig ist der Herr" 
im Forte wirksamer wäre. Es folgten allerliebste Früh- 
lingsliedcr in schöner Ausdruckssorm. In dem Zigeuner 
leben von Schumann bot der Chor eine schöne Leistung 
in Ausdruck und Tonfülle. Ta empfanden wir die wilden 
Leidenschaften, das träumend-sehnende Verlangen der Kin 
der eines südlichen Landes. Einen besonderen Beifall 
holte sich hierbei noch die Begleiterin auf dem Flügel, 
Fräulein Thomas. Innig und stimmungsvoll kamen 
die schlichten Weisen.„Nun leb' wohl, die kleine Gasse", 
und „Ade" zu Gehör. Zum Schluß gab cs.zwei heitere 
Lieder: „Die Soldatenbraüt" von Scheidt und „Soldaten 
im Städtchen". Aber: mußten es ausgerechnet Soldaten 
lieder sein, die wehmütige Erinnerungen trotz oder viel 
leicht gerade wegen ihres heiteren Tones wachrufen? 
Hübsch waren sie ja und der stürmische Beifall verlangte 
ihre Wiederholung. Abwechselnd mit den Gesängen war 
dann noch für andere musikalische Genüsse gesorgt. Star 
ken Beifall errang besonders der Geiger G 6 zvon 
Kreß, der mit Feuer und blendender Technik Sonate 
D-dur von Händel, Präludium und Allegro von Pugnani- 
Kreisler, Polonaise von Wieniawski und als Zugabe 
Chanson von Saint-Saöns spielte. Sein kunstverständiger 
Begleiter war Bruno Weyersverg. Ein.schönes, inniges, 
von Empfindung getragenes Spiel ließ die Pianistin 
Elisabeth B e ck e r - S ch l i cku m erkennen, deren glänzende 
Technik in feinster Abstufung und prachtvoller Ausdrucks 
form hervortrat. Sie erfreute uns mit der Mondschein 
sonate von .Beethoven und Scherzo sowie Polonaise 
von Chopin. Ms. 
o Sägen von Phantasien vom Fliegen trug Freitag 
Abend die Fricdenaucr Vortragskünstlerin Eva Maria 
Mass« zu prächtigen alten Bildern vor, die der Fric- 
denauer Historiker der Technik, Ingenieur Franz M. 
Feld haus in mühsamer Arbeit gesammelt hat. Da 
hörte man vergessene Erzählungen, wie der Mensch sich 
vor Jahrtausenden und Jahrhunderten das Fliegen dachte. 
Bald setzte er sich auf einen Adler, bald zämtc er sich 
Schwäne. Oder er wollte mit taugefüllten Flaschen gen 
Himmel steigen. Es ist erstaunlich, wie klang- und farben 
reich die alten Märchen der Flugschiffahrt sind. Es ist 
erfreulich, daß hier aus ernstestem wissenschaftlichem Ma 
terial von einer geschulten Sprecherin Blüten schönster 
Poesie geboten wurden. So rezitiert hört sich alles voller 
an, als von einem Vortragenden erklärt. Man glaubt 
Zeitgenosse der alten Erzähler zu fein. Man sah an 
diesem Abend das alte Bild und hörte dazu den damals 
gedichtete^ Text. Sollen uns Maschinen, Arbeiter und 
Ingenieure die Erlösung aus den herben Zeiten der Ge 
genwart bringen, indem sie uns die Technik in noch 
breiterem Maß zu Dienst machen, dann müssen dem 
werktätigen Volk- die reizvollen, tief versteckten Wunder 
allen Schaffens nachgewiesen werden. Und den Geistes 
arbeitern, die von der Bedeutung der Technik kaum etwas 
wissen, muß deren Poesie gewiesen werden. 
v Maifeier des Sozialdemokratischen Wählvereins Frie 
denau (S.P.TJ. Am Nachmittage des 1. Mai fand in 
dem mit roten Fahnen geschmückten Parkrestaurant „Rhein 
gau", Bingcr Straße, eine gesellige Veranstaltung. statt, 
die sich eines über Erwarten guten Besuches zu erfreuen 
hatte. Im schönen Garten vergnügte sich die liebe Jugend 
mit lustigen Spielen, die Jugendgruppe tanzte unter 
großem Beifall mehrere Volkslicderreigen. Eine reich- 
haltige Tombola, vom Genossen Lud-ewig humorvoll 
geleitet, versetzte bald Jung und Alt in die beste Stim 
mung. Als um 6 Uhr die Vorträge im Saal beginnen 
sollten, zeigte sich etwas sehr Zeitgemäßes, die Räum 
lichkeiten vermochten kaum die Fülle der Erschienenen, 
aufzunehmen, aber bald war Rat geschaffen und fröhlich 
erklang das erste gemeinsame Lied. Die vorgesehene Vor 
tragsfolge mußte sich, veranlaßt durch die Verkehrsruhe, 
einige Umstellungen gefallen lassen, wo eine Lücke ent* 
stand, sprangen rasch Parteigenossen ein. Herr Döring 
erwies sich als glänzender Humorist, sein Trommelfeuer 
von lustigen Sachen wurde immer wieder mit stürmischem 
Beifall belohnt. Herr Pohle errang mir seinem künst 
lerisch durchgeführten Gesangsvortrag, am Klavier -von 
Herrn Karl Arndt verständnisvoll begleitet, einen vollen 
Erfolg; Herr Zauter trug mehrere eigene, stimmungs 
volle Gedichte vor. Mit großem Jubel wurde wieder das 
von Herrn Rudbeck verfaßte politische Duett „Der 
Pressekampf" begrüßt, das in bester Weise von den Damen 
L u d c w i g und R u d b c ck da capo gesungen werden mußte. 
Der 1. Vorsitzende des WahldercinS, Genosse Zopf, 
hielt eine wirkungsvolle^Festansprack>e, er feiert- die Be 
deutung "des l. Mai als Kampftag, denn auch heute gelte 
eS Kampf anzusagen unseren politischen Gegnern. Seine 
kernigen Worte klangen aus in ein begeistert aufgenom 
menes Hoch auf die internationale, völkerbefreiende und 
völkerversöhnende Sozialdemokratie. Nachdcni noch meh 
rere gemeinsame Lieder gesungen waren, trat der Tanz 
in seine Rechte, bis die Polizeistunde zur Heimkehr zwang. 
L. 
o „Gyges und sein Ring". Das Märkische Wander 
theater (Deutsche Wanderbühne der Gesellschaft für Volks 
bildung) führte gestern lebend auf Einladung der hiesigen 
Ortsgruppe der Deutschen Volkspartei im Fest- 
saale des Reformrcalgymnasiums das Trauerspiel „Gyges 
und sein Ring" von Friedrich-Hebbel auf. Der Besuch 
war derart stark, daß viele' Zuschauer mit einem Steh 
platz vorlicb nehmen mußten. Die Tragödie, in der ein 
seltsames, sagenhaftes Geschehnis dramatisch dargestellt ist, 
wird in der erschütternden Schilderung eines Menschen- 
schicksals zum hohen Lied der Jraucnreinheit. Aber auch 
tiefe vaterländische Gedanken vom freien, stolzen Griechen- 
volke, das sich freudig zum Kampfe stellt und für Recht 
nnd Ehre das Leben in die Schanze schlägt, klingen lii» 
durch. Die Darstellung war sehr gut. Den König 
Kandaulcs spielte Herr Eiscnlohr mit Würde, der junge 
Grieche Ghges fand in Herrn Hans Böhm die treffende 
Verkörperung und ausgezeichnet gestaltete Frl. Magdalena 
Wunschmann die edle, stolze, in ihrer Frauenlvürde ge 
kränkte Königin Rhodope. Auch die übrigen Rollen be- 
sanden sich in guten Händen, namentlich diejenige des 
Thoas (Gerhard Hausmann), sodass eine vorzügliche, ab 
gerundete Vorstellung geboten wurde, die den stürmischen 
Beifall, den die Zuschauer spendeten, voll verdiente. M. 
o Ter Pzlrochealvcrcjn bringt am Montag, den 10. 
Mai, abends 8 Uhr im Konzcrtsaal in der Honinihstraße 
einen .UnterHaltungsabend unter dem Namen 
„Teutsche Sprache, deutsches Lied, deutsche Heimat". Ueber 
Klangschönheiten in der deutschen Sprache wird Herr 
Tr. Siegfr. Maucrmann sprechen. Das Deutsche Lied 
wird im Gesang Frl- Edith Lange und Herr Konzert- 
sänger Carl Burkhardt, im Flötcnspiel Herr Kammer 
musiker Otjo -Rößler und im Orgclspicl Herr Or 
ganist Alfred Mai vertreten. Die deutschen Heimatbilder 
in melodramatischer Umrahmung sind von Willi L a n g e, 
im Sprcchvortrag begleitet von Herrn Kurt M a l tz a h n. 
Eintrittskarten zum Preise von 50 Pfg. (für Nichttnit- 
gliedcr 1 M.) sind in den Handlungen von Kossakowsti 
und Schwartz, sowie in der Buchhandlung der Goßner- 
schen Mission und in der Küstcrei, auch an der Abendkasse 
zu haben. 
o Als gefunden sind der Fundstelle im Rathaus ge 
meldet 2 Bund Schlüssel. 
Zur HdcbstagswabL 
(Diese Rubrik stellen wir jeder Partei zu kurzen Mitteilungen 
zur Verfügung.) 
. o Ter Reichswahllciter. Das NeickMninisterium des 
Innern hat zum RcickBwahlleiier den Präsidenten deck 
Statistischen Reichsamtes Delbrück und .zu seinem 
Stellvertreter das Mitglied des Statistischen Reichsamtes 
Geheimen Regier ngsrat Dr.-Ten.ins ernannt. Die 
Geschäftsräume ..es Reichswahlleiicrs befinden sich Berlin 
W- 10, Lühowwfer 6—B. 
V ereuis-Dacbricbten 
)C Orchcster-Vereiuigong des Bestens (öOMitgl.) UebungS- 
abende jeeeu Dienstag ^8—^10 Uhr im Saal Rheinstraße 24. 
Musikfreunde willkommen. 
)( Der „Frtedriiauer Gesangverein für gemischten Chor" 
(Chormeister: Gesanglehrer Walter Schmidt) übt j e d e n D t e n s . 
tag im Gesangssaal der Königin-Luise-Schule. Ausnahme 
neuer Mitglieder im Uebungssaal; Herren besonders erioünscht. 
)( Ter Bund Teutscher Bodenrcformcr, Bezirksgruppe der 
Vororte Schöuebcrg-Friedeneu-Wilmersdorf-Schmargcndorf, ver 
anstaltet am Mittwoch, beit 5. Mai, abends >8 Uhr, in der Aula 
des Friedenauec Gymnasiums am Maybachplatz >Birkcnwä!dcheiO 
einen Vortragsabcntz, an dem Herr Dr. Kaßncr über: „Der 
neue Reichstag und das Heünstättengesetz" sprechen wird. Außer- 
ftat werden andere Redner über „GrundstückSvcrküuse an Aus 
länder" und „Wohnungsabgabc" Mietssteuer) referieren. Der 
Eintritt auch für Nichtmitgliedcr des Bundes ist frei. 
)( Sport-Abteilung der Einwohnerwehr Berlin-Friedenm, 
sAbwicktuiigsstclle). Sport- und Spiele am Mittwoch finden von 
jetzt ab von 6—8 Uhr abends, nicht von 4—5 Uhr statt. 
)( Deutschnationaler Volksverein, Schönebcrg. Am Mitl- 
woch, den 5. Mai, abends 8 Uhr, findet in bcc Aula der Augusta- 
schule, (Elsholz- Ecke Pallasstraste, Eingang PallaSstr. 27) eine 
öffentliche Versammlung statt, an welcher Herr Pfarrer K o ck, 
und Herr Aerlagsdirekwr Wulle sprechen'werden über: „Die 
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AnteniA 
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fließend englisch und möchte 
Sorachiibungen mtt gleicb- 
befähigtem Herrn? Gest 
Zuschriften unter 1086 a. d 
Fried. Lok-Är>z. 
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u. Warmw., 2 Ausg.,' ges. 
Ang. u. 1149 a. d. Fr. L.-A. 
bevorstehende Reichstagswahl". An den Vortrag schließt sich, 
eine freie Aussprache a». 1 
V Deutsch-Nationaler Jugrndbund. Mitgliederversammlung 
am Mittwoch, den 5. 5. 20, nachm. chs6 Uhr, im Festsaal des Re- 
formrealgymnasiums, Homuthstr. Erscheinen sämtlicher Mitglie 
der dringend ersorocriich. Programm des neuen Vorstandes- 
Satzliiigsünderungen. Allgemeines. — Die G. Ü G. versammelt 
sich Sonntag, den 9. d. Mts., früh! 7.30 Uhr am Wannsecbahnhof 
Friedenau. Fahrt bis Potsdam. Rückkehr gegen 7 Uhr. Es wird 
mit den auocrcn Ortsgruppen zusammen geübt. Vollzähliges 
Erscheinen ist Pflicht. Meldungen zur Teilnahme haben bis zum 
Freitag, den 7. d. Mts. beim Gruppenführer zu erfolgen^ 
Fahrräder sind nicht mitzubringen. 
X Internationaler Bund der Kriegsbeschädigten und -Hinter« 
bliebcncn, Ortsgruppe Friedenau—Steglitz. Am Mittwoch, den 
5. Mai, 7i/o Uhr, Mitgliederversammlung im Restaurant Schcllo 
Hase, Steglitz, Ahornstr. 15 a. > 
y Jugendgruppe der Ttsch. Volkspartei- Nächste Versamm 
lung Donnerstag, den 6. d. M., 8 Uhr, Luiscnschule. Es spricht 
Herr stud. jur. Ja h n. Gäste willkommen. ' 
X Krieger- undt Landwchrvercin Bln.-Friedenau. Eine 
austerordentliche Gencralversamiiiluiig findet am Sonnabend, den 
8. Mai."abends 7h-.> Uhr, inr Bcrcinszimmer des Ratskellers-statte 
Berlin und Vororte 
sto An der Volkshochschule Groß^Vcrlin beginnen am 
Mitlwocki, den 5. Mai folgende Vortragsreihen: Abcnds( 
7 Uhr int Institut f. Meereskunde, Georgcnstraße 34/38: 
Prof. Dr. Rühl, Verbreitung der Nohstoffc, a) Grund 
lage, d) Volkswirtschaft, abends 7 Uhr bczw. 8>,4 Uhr, 
Treptow, Realgymnasium, Neue Kriigaltcc 0; Dr. Jckl, 
Eiusührung in die moderne Musik nnd: Wie hören und 
verstehen wir Musik? Karten an den bekannten Verkaufs 
stellen in der Stadt nnd an der Abendkasse. 
§0 „Tie neuzeitliche Bildwicdcrgaöc auf photomecha 
nischer Grundlage" lautet das Thema des Lichtbildcr-Vor- 
iragcs, den Herr P. Moslcr am Donnerstag, den 6. Mai, 
abends 71X Uhr, im großen Hörsaal der Trcptow-Stern- 
warte hält. Mit dem großen Fernrohr wird abends 
Saturn und Mars beobachtet. Kleine Fernrohre stehen 
zur Beobachtung beliebiger Objekte kostenlos zur Ver- 
fügnng. 
Curmn, Spiel, Sport 
s Mönnerturnverein c. B. (Obtw.) Am Mittwoch, den 12. 
Mai findet die nächste Vorturnerversammliing statt. Da eine 
äußerst wichtige Tagesordnung zu erledigen ist, u. a. Vortrag des 
uencn Jiigcndpflegers von Friedenau, des Tg. Herrn Rektor Kühn 
über „Jugendpflege", werden alle Mitglieder des Vorstandes 
und der Vorturncrschast gebeten, sich den Abeiui freizuhalten 
und recht zahlreich zu erscheinen. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung,) 
Tic Haltung der Einwohnerwehr beim „Kapp-Putsch". 
Dem Bericht des Untersuchungsausschusses über die 
Friedcnauer E.-W. möchte ich noch einiges hinzufügen,' 
Als Angehöriger der Sicherheitspolizei hatte ich einen 
Kontrollposten in Johannisthal. Als solcher hatte ich 
während der Unruhen des öfteren Gelegenheit, nach Fric-r 
denan zu kommen, und ich ging, um Anpöbeleien zw 
entgehen, in Zivil. Hicrsclbst wurde ich von einem, vor 
dem Rathaus Wache habenden, Angehörigen der E.-W. 
sofort erkannt und letzterer ging gleich ans mich ztz, 
i faßte mich mit stolzer Gebärde am Mantel und vcr- 
! kündete der Menge, laut: „Seht, das sind hier die Drücke 
st lerger". Sodann wurde ich, als ich mir di?s verbat, von 
einem anderen Angehörigen der E.-W. für verhaftet er 
klärt, und buchstäblich trotz meines Protestes vor den 
Führer der E.-W. geschleift und auf meine Legitimation 
hin wieder „freigelassen." Dies alles vor der schau 
lustigen Menge, die mich wohl für einen Spartatistrw 
halten mußte. Wie ich später erfuhr, war dieser Sol 
dat ein 18 jähriger Gymnasiast, der niemals Soldat 
war und tinr zwei Monate Zeitfreiwilliger gewesen war. 
Es ist dies umso unerhörter, als ich von seiten der E.-W. 
fein Wort der Entschuldigung hörre. Ist dies der „Schutz" 
der Bürger? Zudem bin ich bereit, die Behauptung 
der E.-W., sie habe nur gediente Leute in ihrer Mitte, 
jederzeit durch. Namensnennung zu ividerlegen. Auch 
Awselstücke tvurden von den Angehörigen der E.-W. ge 
lragen., Ich widerlege nur die öffentlichen Behauptungen 
der Einwohnerwehr. R. Schweißer. 
Bcrantw. Schriftleiter: Hermann MartinluS in Berlin-Friedenau« 
Bei Betriebsstörung, Streik usw. bat der Bezieher keinen Anspruch 
aus Lleserung oder Nachlieferung des Lokal-AnzeigerS Lder Bn( 
Rückzahlung des Bczugsprelsesi 
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öentzu,' Lauterste. 38. 
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frühmorgens Nähe Kaiser, 
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ll50 a. d. Fried. Lok.-Aiiz. 
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(Schneiderei) sucht- H o l m, 
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Nr. 29a. 
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vd. Frau ges. ,süx .Sprcch- 
stundendcdienujm ' nachniitt. 
Dr. Rexiliuck/ Skldwest- 
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gewandt, welch, näh. kann, 
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dem elrb'chm tziuder eines BrillanthängerL in Broschen- 
lärm. Bert: reu om 30. Avril in der Zeit von —>/,6 Uhr 
octimfttitgö o- f dem Wege von?der Kirche „Zum gutrn 
H'r-eo" io Frledevau, Fried-ich Wilheimplatz, entlang d«tr 
Ka'ser.AUee lnS Sludenschestr, diescr rech!« folgend blt 
Aabilsbetgerstr. ’O in Wilmersdorf. Ich warne vor Brr« 
sa« oder 'Sh.-Onif, da über verlorenen Schmuck. Sperre 
verhaust ist. Ter ehrliche Finder wird gebeten, gegen 
Äuiidcn'igimg obiger Belohnung den Schmuck-mir zurück- 
ztie,stoven, inss n"Hauptwert tn seiner 75jährigen Eib» 
schuft btsühk. W. Kirseck, Wilmersdorf, BabelSbe.'ger 
Strobe 10. Sckl r IV. 
Borm. 2 Sittnd. fjes. Hofs 
n'.ann, Köm erste. 40. 
ArrfmärLeriU IF» kaufen gesucht: 
Gut erh. hell. Sommcr-Arr- 
zug u. Sommermantel (Co. 
vercoat l>. schl. Fjg. (t.7g 
rn). An geb. mgl. in. Preis-; 
aug. an L. Dörfsel, Rem. 
brandlstr. 8, III, reckstS. Da. 
selbst Smoking zu verk. - f 
Fischer, Spcnholzstr. I 
ArrMsttrmg 
von 10—4 Ubr vcrl. Ri 
strafte 17, par». 
AllswLtruKg 
ß—10 Vorm. ges. Kaiser- 
allee 138, I, r. 
Avkt8üttü8rr 
flcf, Lehmann, Moselstraste 
Nr. IsMTr. 
MM ZerköM 
Srcserie Mr 
in Friedenau ob. Sieglitz 
zu tauf. gcs. Preisangeb. 
uni. Schließfach 12, Berlin 
W. 9. ' 
Syrier 
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auch beschädigt u. in groß 
Bruchstücken taust zu hohen 
Preisen. Uhland 9238, 
' MA-MMM 
gebe., neuerer Jayrg., sucht 
R. Hoepner, Bornstr. 14. 
Slnkaus 
tcppdeckcn, Tischdecken, 
Portieren, Gardin. Hpechst. 
zahlend. Geier, Berlin, 
Lindcnstraße 77, II. 
öillielWMWir 
gut erh., kaust" -n hohen 
Preisen (tägl. von 9—6). 
Bäcker, Cranachstr.38, 
artenh., r., par^.
        
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