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Periodical volume Nr. 96, 30.04.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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SriNn-Friedrrum. Nhttntzr«tz« 1». — Amrsp«-»: A«t PfÄMr, 21«. 
Nr. 88 
BnNa-Srlederiü». Freitag, des 38. Avril 1838 
gahrg. 37 
wmaam&mFVoas 
Sie naüjste Nummer des Friedenauer 
AMM Lokal-Anzeigers erscheint am Montag, 
den 3. Mai, aüeuds. 
Friedenau. 
Durch den Beschluß der Preußischen Landcsversamm- 
lung vom 27. April ist die Selbständigkeit unseres Vor 
ortes zertrümmert worden und es ist keine Genugtuung 
fün uns, daß cs ja vielen anderen Vororten durch diesen 
Beschluß nicht besser geht. Alle diejenigen, die lange in 
Friedenau wohnen, die mit dem Orte verwachsen und ver 
woben sind, werden cs auf das Tiefste bedauern, daß 
eS mir seiner eigenen Verwaltung nun zu Ende geht. 
Nicht ciunial sein 5:0 jähriges Bestehen konnte Friedenau 
mehr feiern. Als sein eigentlicher Grüudungslag kann 
der 9. Juli 1871 angesehen werden, an dem der. „Land- 
erwerb- und Bauvcrcin auf Aktien" ,in Berlin gegründet 
wurde, der der Schöpfer unserer Gemeinde wurde. Der 
Tirekior der Gesellschaft >nar der volkstümliche Schrift 
steller David Born (nach ihm führt die Bornstraße ihren 
Namen). Dieser erwarb zunächst von dem, Herrn von 
Garstenn-Lichtcrselbe gehörenden, Rittcrqute Deutsch-Wil 
mersdorf eine Fläche von 43 preußischen Morgen und 
19 Quadratruren (rund 11 Hektar) für 28 00Ö Talcr^ 
gleich 84 000 M. Diese Fläche wurde durch Beschluß 
vom 25. Oktober 1871 durch Zukauf von 86 preußischen 
Morgen vergrößert. Diese 129 Morgen, 19 Quadralrutcu 
bildeten den Grundstock der Gemeinde Friedenau. Sie 
wurden 1875 bei Austeilung des Rcstgutcs Tcutsch-Wil- 
mersdorf auf 550 Morgen oder 141,3516 Hektar erhöht. 
Diesen Flächeninhalt hat auch rmch das heutige Friedenau. 
Die Bautätigkeit begann bereits im Herbst 1871. Am 
10. November 1871 wurden als .erste die Häuser Ring 
straße 3, Geh. Sckr. Sorreck, und Ringstr. 5, Geh. Rech- 
nungsrat Hacker gehörig, gerichtet und im Frühjahr 1872 
bezogen. 
Friedenau galt in den ersten Jahren als Kolonie. 
Die Verwaltung übte der -Gemeinnützige Verein ans, der 
die Vorarbeiten zur Bildung einer selbständigen Gemeinde 
Friedenau leistete. Durch Erlaß Kaiser Wilhelms I. vom 
9. November 1874 wurde Friedenau vom Gutsbezirke 
Deutsch-Wilmersdorf abgetrennt und zu einer selbstän 
digen Gemeinde erhoben. Also, ein 9. November war der 
Tag der Selbständigkeilserklärung unseres Ortes und ein 
9. November >var es wiederum, von dem an man die 
Bestrebungen rechnen kann, die zur Vernichtung seiner 
Selbständigkeit führten. Ter erste Gemeindevorsteher war 
der Geh. crpcd. Sekr. Georg R o e n n e b c r g, ihm folgte 
am 1. Oktober 1892 dessen Bruder Major a. D. Al 
bert Roenncbcrg, der bis zum Jahre 1902 an der 
Spitze unserer Gemeinde stand. Es ivurde dann der 
Wunsch nach einem juristisch vorgebildete» Berwaliungs- 
beamtcn als Leiter unserer Gemeinde laut und am 9. Fe 
bruar 1903 wurde als solcher Siadtrat Bernhard 
S ch n a ck e n b u r g aus Halle a. S. gewählt, der am 
27. März 1903 sein Amt antrat, am '4. Juli 1905 den 
Tiicl „Bürgermeister" erhielt und bis 24. September 
1909 unsere Gemeinde leitete. Er ging als 1. Bür 
germeister nach Altona (Elbe). Sein Nachfolger wurde 
Stadtrar Erich Walger (Schönebcrg), der am 1. Januar 
1910 sein hiesiges Amt anrrat und am 13. Februar 
1910 den Tirel Bürgermeister erhielt. 
Amtsvorsteher von Friedenau >var zuerst Bürger 
meister Feurig iu Schöneberg. Unser Ort kam dann 
zum Amtsbezirk Wilmersdorf unter dem Amtsvvrstehcr 
Günßel. Ein eigener Amtsbezirk wurde Friedenau 
am 1. März 1894. 
Die erste Gemeindevertretung wurde am 11. Januar 
1875 gewählt. Reges kommunales Leben herrschte vvn 
Anfang an in Friedenau. Ursprünglich war Friedenau 
als Villciivorort gedacht und die ersten Ansiedler mußten 
sich iu den Kaufverträgen und durch Eintragungen ins 
Grundbuch verpflichten, keine Mietshäuser zu errichten. 
Doch unternehmungslustige Baumeister, die mit weitem 
Blick die lünftige Entwicklung vorausahnten, begannen 
schon in den 80 er Jahren mit der Errichtung mehr 
stöckiger Wohnhäuser. Im .Jahre 1897 wurde die Er 
richtung von Gebäuden mit 3 Stockwerken bewilligt und 
1901 erlangte der Hochbau in unserer Gemeinde Gel 
tung. Eine Verpflichtung aber blieb den Grundbesitzern 
dabei auferlegt, und das war die Pflicht zur Errichtung 
von Vorgärten. Dadurch ist unserm Orte nebst seinen 
Baumallecü der Eharaitcr als Gartenstadl trotz des Hoch 
baues erhalten geblieben. 
Wir wollen nun im Nachfolgenden kurze Daten über 
die Entwickelung Friedenaus geben: Zunächst über die 
Ei u lv o h u e r z a h l. Diese bccrug: 1872: 120, 1873: 
540, 1875: 1104, 1880: 1302, 1885: 2137,- 1890: 4211, 
1895: 7852. 1900: 11 162, 1905: 16 895, 1910: 34 000, 
1912: 42 7-83, 1913: 44869, 1914:.44 935, 1915:45065, 
1916; 44 809, 1917; 44 433, 1918: 45 751, Januar 
1920: 46 486. 
Das erste Verkehrsmittel in Friedenau bestand 
in einem Omnibus des FuhrhaltcrS Rockel, der 1873 
täglich 22 mal nach Berlin und von dort hierher zurück 
fuhr. Tie Haltestelle Friedenau an der Pots 
damer Bahn' wurde am 11. November 1874 eröffnet; 
sie bestand, bis im Oktober 1891 die Wann 'ccb ahn 
eröffnet wurde und Friedenau an dieser Bahn einen Bahn 
hof erhielt. Der R in g b ah nh o s „Wilmersdorf", der 
später den Namen „WilmerSdors-Friedenau" erhielt, wurde 
am 15. November 1877 eröffnet. Im Jahre 1890 erhielt 
Friedenau D a m p fstraß cnb ah uv erbindu n g nach 
War er in der uSÄkteo Woche gibt. 
Brot: 16-0 Gramm und 300 Gr. Kleingebiiek »der 
1900 Gramm Großbrot auf „Luft". 
Fleisch: steht noch nicht fest. 
B u t r e r: 20 Gramm 75 Psg. und 70 Gramm Margarine 
2,73 M., sowie 180 Gramm Margarine 7,02 M. auf 
Sonderabschnitt der Speisefettkarte. 
Kartoffeln: 3 Pfd. auf Abschnitte 19a und b. Als ) 
Ersatz für die fehlenden Kartoffeln ach 19 c 100 Gr. 
Graupen, 19 d und e 200 Gramm gelbe Erbsen, 19 f 
und g 200 Gr. Puffbohncn. Tie Nährmittel gibt es 
bei verschiedenen Händlern. 
Zucker: Vom 1. bis 15. Mai s /* Pfund. Ferner 
für Kinder im 1. Lebensjahre IV» Mund, im 2. Lebons- 
jahre 1 Pfund und im 3. dis 7. Lebensjahre Va Psmit. 
im M»n«t. 
Anzumelden vom 24.-27. April: 
Au» Groß-Verliner Lebensmittelkarte! 
IRarmelade: 25)0 Gr. auf 19; Pfund 3,70 M. 
Graupen: 125 Gr. auf 21; Pfund 71 Pfg. 
Nudeln: 125 Gr. auf 22; Pfund 2 M. 
Auf Groß-Berl. Lebensmittelkarte für jugendliche: 
Aeizeugrieß: 200 Gr. auf 49; Pfund 92 Pfg. 
Auf Friedenauer NLhrmittelkarte: 
Sirup: */- Pfund auf 16; Pfund 1,70 M. 
Gelbe Er'bsen: 250 Gr. auf 17; Pfund 4,50 M 
S o il d c r z u w c i s u n g e n. 5t a k a o: 200 Gr. an Kinder 
im 4., 5. und 6. Lebensjahr gegen Bezugsschein. 
Süßstoff. Vom 3. -15. Mai an Haushalte bis 4 Per 
sonen 1 Päckchen und darüber hinaus 2 Päckchen in den 
Trogengeschäften. 
dem Zoo und nach dem Nollcndorfplatz. Dieser Betrieb 
wurde im Jahre 1898 durch die Einführung elektri 
scher Bahnen abgelöst. 
Tie Entwässerungsanlage mit Schöncberg 
erhielt Friedenau im Jahre 1904; die Wasserleitung 
ist schon in den 80 er Jahren nach Friedenau gelegt wor 
den . G a s b e l e u ch k u n g wurde durch Vertrag mit der 
J.E.G. A. vom 3. Oktober 1891 eingeführt. Die ersten 
elektrischen S t r atz e u l a in peu brannten im Ok 
tober 1905 in Friedenau, nachdem das eigene Elektrizitäts 
werk eingerichtet war. 
Der.erste W o ch e » in a r k t fand schon ini Jahre 1881 
statt. Tie Freiwillige Feuerwehr ivurde, nachdem 
vorher schon eine Pflichtfeucrwehr bestanden hatte, am 
26. Anglist 1882 gegründet. Eine Apotheke bekam Frie 
denau 1892. 
Eine Postagentur ist am 1. Juli 1874 eingerich 
tet worden. Ein .Postamt 3. Klasse wurde am 1. .Februar 
1897 Lautcrstr. 17 eröffnet; später kam cs nach der 
Hedwigstr. 14 und am 1. April 1888 ivurde Rhcinstr. 4 
ein reichscigcncs Postgebäude errichtet, das aber bald zu 
klein wurde, sodaß die Post am 1. Juli 1902 ins Miets 
haus Nicdstr. 40/41 übersiedelte. Von hier aus zog sie im 
Oktober 1919 in das eigene prächtige Heim am Wil- 
mersdorfer Platz, wo in nächster Zeit auch das ^crnkprech-i 
amt „Rheingau" eröffnet werden wird. 
Die erste Schule in unserer Gemeinde war die von 
der Geschwistern Roenncberg im Herbst 1873 eingerichtete 
Privatschule für Volksschüler. Später ivurde diese Privat- 
schnle iu eine höhere Mädchenschule umgewandelt. Tie 
1. Gcincindcschulc ivurde am 1. Dezember 1875 im Hause 
Ringstraße 49 eröffnet, die später nach der Albestraße 
übersiedelte, wo sie sich noch befindet. Der erste Lehrer 
war der Volksschullehrer Utrow, der seit 1912 im Ruhe 
stände lebt. Die Eröffnung der 2. Gcmeindeschule erfolgte 
im April 1906 und die 3. Gemcindeschule ist im April 
1912 eröffnet worden. 
Die erste höhere K n a b c n s ch u 1 e war eine von 
Dr. Lorenz eingerichtete Privatschulc, die einging, als am 
22. April 1897 eine öffcniliche höhere Lehranstalt cin- 
gcrichtet wurde, die im Schulgebäude Albestraße unter 
gebracht war. Am 24. September 1898 genehmigte das 
Pcovinzialschulkollegium den Ausbau dieser höheren Lehr 
anstalt zum Gymnasium. Das Schulhaus hierfür ist 
1903 eröffnet lvorden. Am 1. April 1906 erfolgte die 
Erössnung einer Realschule, die 1910 zum Rcforni- 
r c a l g y m n a s i u m ausgebaut wurde. Das Schulhaus 
hierfür in der Homiithstraße wurde am 11. Oktober 1910 
eingeweiht. Vom 1. April 1920 ab haben wir nun am 
Gymnasium noch ein R e a l p r o g y nr n a f iu m a. Stils 
eingerichtet, sodaß wir am Orte Me höheren Lehran 
stalten besitzen. Nur der Ausbau der Realschule zur Ober- 
rcalschule fehlt noch. Ferner haben wir noch die Flicd- 
ner'schc höhere Lehranstalt für Knaben. An höheren Mäd 
chenschulen bc'aßen wir anfangs nur die P r i v a i s ch u l e n 
von Rocnneberg (jetzt Rudel) und;Dr. Lorenz, die heute 
noch bestehen und Lyzeen geworden sind. 'Am 1. April 
1907 wurde die öffcniliche höhere M ö d ch c n° 
schule eröffnet, deren Schulhaus am 24. April t91l 
geweiht wurde, wobei ihr der Raine „Konigin-Luise-Schule 
verliehen wurde. Später wurde diese Schule Lyzeum 
und seit April d. .Js. ist ihr eine Fraucnschule ange 
gliedert. 
Der crtste evangelische G v t t c s d i e n st hat gni 
11. April 1873 iu Friedenau stMgefundeil im Karig'scheu 
Hause in der Rhcinstr. Bon 1874—1876 war der Kaiser- 
WilhelmchÄarien Beetsaal, dann das Schulhaus Albestraße. 
Der Grundstein für die evangelische Kirche „Zum 
guten Hirten" ivurde am 22. Oktober 1891 gelegt, die 
Einweihung in Gegenwart der Kaiserin fand am 10. No 
vember 1893 statt. Am 12. April 1913 wurde der 
Grundstein für die katholische M a rie u kipch c j,n 
der Laubacher Straße gelegt, die im Jahre 1015 ein 
geweiht wurde. 
Tic Einweihung des hiesigen Friedhofs fand am- 
20. Mai 1881 statt; der Waldfriedhos in Güter- 
gotz ist am 28. Mai 1914 eingeweiht ivorden. 
Am 22. März 1879 wurde zu Ehren des alten Kaisers 
Wilhelm I., der da 82 Jahre alt wurde, die 
„Kaisereichc" gepflanzt ;aber erst der 3. Baum ge 
dieh und ist noch heute erhalten. Für das Kaiser-WM 
Helm-Denkmal auf dem Friedrich-Wilhclm-Ptatz wurde der 
Grundstein am 22. März 1900 gelegt; die Einweihung 
fand am 18. Oktober 1901 statt. 
Ter Grundstein für unser prächtiges Rathaus ist 
am 18. Oktober 1913 — am Tage der 100jährigen 
Wiederkehr der Völkerschlacht bei Leipzig — gelegt worden. 
Im Herbst 1915 sind die ersten Büros bezogen wordcit. 
Ter NatLkellcr wurde am 23. Dezember 1915 einge 
weiht. Die erste Sitzung der Geineuidevertretnng im 
neuen Sitzungssaal fand am 16. Dezember 1915 statt. 
Tie O r ts k ra n ke n ka ssc ist am 26. Juni 1902 
begründet worden. Seit 1914 besteht hier eine Land- 
krankenkasse. 
Als die Ehoieragesahr im Jahre 1892 anfiauchtc, 
ivurde hier aus dem jetzigen Schillerplatz eine Chvlera- 
b a r a ck c errichtet. Sie ist für ihren Zweck aber nie 
benutzt ivorden, diente dann aber zur Unterbringung von 
Kranken und auch für die Orts armen. 1904 wurde 
sie abgerissen und am 10. Mai 1904 ivurde das'Armen 
haus an der Laubacher Straße eröffnet. 
Auf die vielfachen Einrichtungen, die unsere Gemcinde- 
verivaltung und gesunder Bürgersinn sonst noch im Orte 
geschaffen haben, hier einzugehen, würde zu weit sühren. 
Erinnert sei hier nur an die Einrichtungen für Kinder 
erziehung und Jugendpflege: Spielplätze, Kindergarten, 
Schlilkiiidcrspeisnng, Hanshaltsunterricht, Hanvfertigkcits- 
unterricht, Fortbildungsschule für Knaben und Mädchen, 
Jugendamt, Berufsaint, ärztliche Kinderfürsorge usw., 
ferner NettungSamt, Fürsorge für Tuberkulöse und Alko- 
holkranke. 
Tie Bestrcbniigen, Fricdcnan in einen Nachbarort 
einzugemeinden, sind nicht neu Schon 1807 wurde 
die Eingemeindung aller Vororte nach Berlin angestrebt, 
woran auch Friedenau teilnahm. Die Eingemeindung 
scheiterte damals an der gegensätzlichen Haltung Berlins. 
Auch aus der im Jahre .1899 mit Schöneberg schon 
vereinbarten Eingcnieiiidnng nach Schöncberg wurde 
nichts. Ter Minister versagte 1900 die Genehmigung 
dazu. Friedenau wollte dann gern Stadtrechte er 
langen. Am 2. Februar 1911 stellte die Gcincindevertro- 
tung einen entsprechenden Antrag, auf den aber niemals! 
eine Antwort gegeben worden ist. 
Nun ist, im Gegensatz zu den Wünschen der Mehrheit 
der Friedenauer Einwohner, die Eingemeindung Frie 
denaus nach Schöneberg, bczw. die Eingliederung in den 
11. Großberlincr Bezirk beschlossene Sache. Tic Frie- 
denaucr Verwaltung hört am 1. Oktober auf, was in den 
5 Monaten noch für sie zu tun ist, sind „Ablvickclungs- 
gcschäfte". Ob auch der N a m e F r i e d c n a u verüchwin- 
d e n wird, steht noch dahin. Misere Gemeindeverwaltung 
aber könnte doch ivvhl etwas tun, um ihn in irgend einer 
Form zu erhalten. Vielleicht belegt man einen Platz mit 
dem sinnigen Namen, den Frau Baumeister unserm Orte 
zur Erinnerung an den Frieden in Frankfurt a. M. im 
Jahre 1871 gegeben hat. Ms. ' 
OrtsnacbeicktEi 
Nachdr. unsrer o-Vriginalarttkel nur mit Quellenangab« gestattet.) 
o Eine Sitzung unserer Gemeindevertretung findet 
am Donnerstag, den 6. Mai. abends 7 Uhr, im Sitzungs 
saal im Rathaus statt.. Siche „Amtliches". 
o Tic Stadtverordnetemvahlen für Groß-Berlin. Wie 
wir aus Berliner Siadtvcrvrdneteiikrciscii hören, ist be 
absichtigt, die Stadtverordnetemvahlen für Groß-Berlin 
Sonntag, den 27. Juni stattfinden zu lassen. 
o Erhöhung der Sgchöezüge. Von der hiesigen Land- 
kroutenkasse tvird uns geschrieben: Durch die Bekannt- 
machung in Nr. 97 des Kreisblattcs hat 'das Vcrsichc- 
rungsamr des Kreises Teltow für die Vororte von Berlin 
eine tvcsentliche Erhöhung des Wertes der Sachbezüge nach 
8- 160 RVO. vorgenommen und damit die Wcrtbcmessung 
der freien Station der Dienstboten (weibliche Hausangc^ 
stellte) und die der Wirtschaftcriinicn mit den wirklichen 
Tc ucrungsverhältnisscu ,in Einklang gebracht. Die Er- 
böhuilg betrügt beinahe das Fünffache der bisherigen Sätze. 
S" .vcrden die Sachbezüge für Dienstboten voll 675 M. 
auf 3100 M. und diejenigen für Wirtschafterinnen, Stützen 
Uno andere Angestellte gehobener Art von 900 M. aus 
3450 M. jährlich erhöht. Diese Wcrlfestsetzung hat nun 
wie aus der Bekanntmachung deö Vorstandes der hie 
sigen Landkrankenkassc in der heutigen Nummer zu ersetzen 
ist, eine ganz bedeutende Erhöhung der Beiträge zur 
Folge, vblvohl der für Groß-Berliner Verhältnisse niedrige 
Beitragssatz vvn 5 Prozent beibehalten ist. Bisher war 
der höchste Grundlohn der Landkrankenkasse überhaupt 
nur 7 M., während jetzt allein schon die bloße freie 
Siation mit 8,50 M. vom Versichcrungsamt belvertet ist. 
Da die Stufeneinieilung der Landkrankenkasse die freie 
Siation und den Baclohn zusammen für den Tag nm- 
fant, so geben wir im nachstehenden des leichteren Ver 
ständnis halber eine Aufstellung wieder, an welcher der 
monatliche Barlohn unter Gegenüberstellung der darauf 
ci/isallenden Kraukenkassenbeiträge zu ersehen ist. Tienst- 
bolcn: Srnfe 1 ohne Entgelt Wochenbeilrag 10,5 M.< 
.2-use 2 Monatslohn bis 15 M. 3*15 M„ Stufe 3 von 
3^50 45.0VMp7H. M.
        
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