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Periodical volume Nr. 22, 26.01.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Hansen). — Gegen den Entwurf.stimmten den Demo 
kraten: Bcrghaus, Erüger (Charloktenburg), Tr. Frcntzcl, 
Otto (Charloktenburg), Dr. Schlohmann, Wiglow. Der 
Stimme enthielten sich die Demokraten: Duker, Dr. 
Friedberg, Kopsch (Berlin), Dr. Trocltsch, Wcnkc (Hirsch- 
berg). 
o Erhöhung der Krankenversicherung bis 15 000 M. 
Der Volkswirtschaftsausschuß der Nationalversammlung 
I>at gestern die neuerdings wieder eingebrachte Verordnung 
über Krankenversicherung mit der Aenderung angenom 
men, daß die Grenze der Persicherungspflicht auf 15 000 
Mark festgesetzt wurde. 
r Dbmchürgermcistcr Tominicus (Schömberg) ist von 
der Teutschen demokratischen Partei für den 17. Wahl 
kreis Minden-Münster an erster Stelle aufgestellt worden. 
o Tie Beamtenschaft marschiert. Der Beamtcnführer 
Geheimrat Falken berg (Berlin-Friedenau), der gestern 
im Lehrervereinshaus vor demokratischen Beamten sprach, 
forderte, daß nach der endlich durchgeführten Bcsoldungs- 
reform, die allerdings noch immer nicht das erstrebte 
Ideal sei, eine gründliche BeamlenrechtSreforiu folgen 
müsse, die den heutigen freiheitlichen Bestrebungen- der 
Republik Rechnung trägt. Man kann cs sonst den Beam 
ten nicht verübeln, wenn sie schließlich von sich aus zur 
Schaffung von Beamtcnräten schreiten. Wir werden mit 
dem Schritt der Arbeitcrbataillonc in absehbarer Zeit 
auch den Schritt der Beamtcubataillone vernehmen. 
o Kein Trinkgeld zahlen. Eine wichtige Ent 
scheidung für die G a st w i r t s b c t r i e b e hat das 
Reichswirtschaftsministerium in der Frage des Prozent- 
aufschlages auf Speisen und Getränke, welcher in den 
Gastwirtschaften, Kaffees und Konditoreien allgemein üblich 
war, gefällt. Tie Unkosten für die Entlohnung, Heizung 
Beleuchtung und dergleichen sind grundsätzlich in die ein 
zelnen Preise für Speisen und Getränke mit einzurech 
nen und dürfen nicht als prozentualer Aufschlag 'in der 
Rechnung erscheinen. In den Gastwirtschaften sind an 
deutlich sichtbaren Stellen Plakate anzubringen, in denen 
daraus hingewiesen wird, daß die Entlohnung der Kell 
ner und alle sonstigen Unkosten'in den einzelnen Preisen 
eingerechnet sind und das Trinkgeldnehmen bei sofortiger 
Entlassung verboten ist. Ter gleiche Vermerk ist auf allen 
Speisen- und Getränkekarten deutlich sichtbar anzubringen. 
o Ueber „Psychologische Eignungsprüfung im Dienste 
der Berufsberatung", spricht der Leiter der Abteilung für 
Industrielle Pspchotcchuik an der Technischen Hochschule 
zu Charlottenburg, Herr Tr. loche, morgen (Freitag) 
Abend 8 Uhr, im'Festsaal des Reformrealgymiiasiums. 
Ter Vortrag wird dilrch Lichtbilder und Vorführung von 
Apparaten usw. erläutert. 
o Auf das Konzert des Jricdcnauer Gesangvereins 
für gem. Chor (Chormcister Lyzcal-Gesanglehrcr Walter 
Schmidt), das heute Abend pünktlich 8 Uhr in der Aula 
der Königin-Luiso-Schulc stattfindet, sei nochmals hinge 
wiesen. Infolge des großen Interesses, dem die ernst 
haften Bestrebungen des Vereins in hiesiger Bürgerschaft 
begegnen und Tank der regen Nachfrage nach Eintritts 
karten ist der Saal fast ausverkauft. Nur einige wenige 
Karten dürften noch an der Abendkasse zu haben sein. So 
listen sind Geza von Kreß. Violin-Virtuose, und Elisabeth 
Becker-Schlikum (Klavier-Virtuosin). , 
o Die Karten zum Marcell.Salzer-Abend im Gym 
nasium find ausverkauft. 
o Als zmzelaufen ist der Fundstelle im Rathause ein 
Dobermann gemeldet. 
V ercins-Dacbricbten 
)( Aeiihsvercinigung ehem. Kriegsgefangener» Ortsgruppe 
Bln.-Friedenau. Mitgliederversammlung am Freitag, den 30. 
April, abends 8 Uhr, im „Hohenzollern", Handjerystr. 04. 
Tagesordnung: Bericht über die Tagung in Weimar und über 
die Heimkehr der Sibirier. Bericht des Borsitzcnden der Landes- 
gruppe Berlin, Herrn Lorenskh, über Zweck und Ziele der 
Rcichsvercinignng. Verschiedenes. 
)( Sozialdemokratischer Wahlvercin Berlin-Frieden»». S. 
P. D. Der Verkauf der Eintrittskarten für Unsere Maifeier, 
die am Sonnabend, den 1. Mai, von nachmittags 3 Uhr an. 
im Parkrestaurant „Rhcingau". Bingerstraße 1-3, am Bahnhof 
Schmargendorf, stattfindet, ist überaus rege; in den Händen der 
Bezirkssührcr und des Obmanns Genossen Rndbe'ck, Oben- 
waldstr. 26, Anfg. I, befindet sich nur noch eine geringe Zahl. 
Es empfiehlt sich daher, sich schnellstens mit Billetts zu versorgen. 
Geschenke für die Tombola werden bereits jetzt und auch am 
Sonnabend an der Kasse cntgegengenomincn. 
)( Drutschnationalcr Iugenvbund. Sonntag, den 2. Mai: 
Ausflug der Wandcrgruvpe. Treffpunkt o/ 4 8 Uhr, Bahnhof Zool. 
Garten. Fahrt bis Rüdersdorf, Wanderung über Rüdersdorf- 
KalkseeeFilmstadt-Woltcrsdorfer Schleuse nach Erkner. Rück 
kehr: 7.Uhr. Mitglieder der Ortsgruppe, die nicht der Wander 
gruppe angehören, sind herzl. willkommen! 
erklärt: Margots nächtlicher Besuch in Martens Wühnufig. 
Cie halte wahrscheinlich Kenntnis davon bekommen " 
Nun aber unterbrach sic ihn doch energisch. 
„Bitte, nicht weiter, Herr Hollfelden I Sie niögen sich 
den Zusammenhang denken, aber ich will nicht, daß wir 
darüber sprechen." 
„Aber begreifen Sie denn nicht, daß wir darüber 
sprechen müssen? Sie und Margot befinden sich in 
großer Gefahr. Lassen Sie mich Ihnen erzählen, was sich 
seit dem Morde zugetragen hat, das nicht an die Oeffent» 
lichkeit gekommen ist. Sie wissen, daß ein Bruder des Er 
mordeten aufgetaucht ist, ein junger Mensch, der die an 
genehmen Eigenschaften des Toten in noch ausgeprägterem 
Maße besitzt. Er weiß, daß sein Bruder ein Jahres 
einkommen von vierundzwanzigtausend Mark gehabt hat, 
er weiß auch aus dein Munde des Rechtsanwalts Berger, 
daß er es gewissen Papieren verdankte, und daß diese 
Papiere eventuell hunderttausend Mark wert sind. Und er 
befindet sich nun auf der Jagd nach den Dokumenten. 
Dabei wird er von einem unbestimmten Verdacht gegen 
Sie geleitet, er spioniert Ihnen nach, und Sie werden ein- 
ehen, daß es verhängnisvolle Wirkungen nach sich ziehett 
önnie, würde er von dem Besuch Margots in der Wohnung 
eines Bruders erfahren. Denn ungesetzlich handelte Margot 
edenfalts." 
„Er wird nichts davon erfahren " 
»Sind Sie dessen so gewiß, Komtesse? Er würde 
nichts davon erfahren, wenn ich aklein darum wüßte." 
Die Gräfin erblaßte. 
„Was heißt das, Herr Hollfelden? Wer denn sonst—" 
Heinz war entschlossen, ihr alles zu sagen. 
„Sie keimen Dr. Dombrowski, den Polen. Er ist mit 
mir in dem gleichen Klub, dem Klub, dessen Borstand der 
Oberstleutnant Arnstorf ist. Ein unglücklicher Zufall führte 
ihn an jenem Morgen um drei Uhr an meinem Hause vor 
über, und er sah, wie ich Margot hinausbegleitete. An 
fangs legte er dem keine große Bedeutung bei, denn er 
es handele sich um eine — Privatangelegenheit 
)( Kirchenkonzert der SPD. Der BilbungsanSschntz der 
SPD., Bezirk Steglitz, veranstaltet am Sonntag, ben 2. Mai, 
nachmittags 3 Uhr, i» der Lukaskirche am Friedrichsruher Play 
in Steglitz eine Ausführung bes Oratoriums „Schöpfung" von 
Haydn mit dem Blüthncrorchcsler und dem Scheinpflug'schen 
Chor. Paul Schcinpflug dirigiert. Karten zu 2 M. am 
Eingang. 
)( Reichswehrminister Gehler wird am Dienstag, den 
4. Mai, abends 8 Uhr, in einer großen öffentlichen Versamm- 
lung in Steglitz, die von der Deutschen Demokratischen Partei 
in Steglitz veranstaltet wird, über: „Die Bedeutung der kommcn- 
dcu Rcichstagswahlen" sprechen. Näheres wird noch bekannt 
gegeben. 
X Der Vaterländisch- Frauenverein Friedenau sieht sich 
zu seinem größten Bedauern infolge von Raum-'und VerpslegnngS- 
schwicrigkciten gezwungen, von der Abhaltung des am 8. Mai 
geplanten Wohltütigfestcs Abstand nehncen zu müssen. 
einer Anzahl der Auserwählten kann also nicht die Rede 
sein. In dem in der Zuschrift angegebenen Zoll, kann 
eS sich nur um Kinder der Gruppe c handeln, die irr 
tümlich angenommen haben,- daß alle vom Schularzt auf 
die Liste gesetzten Kinder ^ur Speisung herangezogen wür- 
den. Alle weiteren Aufragen bitte ich mit voller Nlimens- 
nennung an die Schule zu richten, damit uns die um 
ständliche Antwort durch die Zeitung xrspart bleibt. 
E. Crantz, Lehrerin an der Königin-Luiseschule, 
z. Zt. Leiterin der Speiscstellc. 
Berantw. Schriftleiter: Hermann Martini«» in Berlin-Friedenam 
Bei Betriebsstörung, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch 
«uf Lieferung oder Nachlieferung des Lokal-Anzeigers oder aus 
Rückzahlung des Bezugspreises. 
ScbSneberg 
—o In einer öffentlich. Versammlung, die der Teutsche; 
demokratische Verein für SchöncScrg gestern Abend im 
Helmholtz-Realgymnasium veranstaltete, sprach der Abg. 
Dr. Schreiber über „Die deutsche demokratische Partei 
und die kommenden Wahlen". Er wandte sich zunächst 
gegen die unverantwortliche Opposition der Rechten, die 
damit den Feinden, namentlich den Ancrionsgclüstcn der 
französischen Militaristen, in die Hand arbeite. Er zeigte, 
wie alles vorwärts ging, auch das Ausland wieder Ver 
trauen zu uns faßte; in diesem Augenblick kam der Kapp- 
Putsch, der uns ans Monate zurückwarf. Tie Nationalver 
sammlung habe ihre Befugnisse nicht überschritten, denn 
der Frieden sei ja erst im Januar in Kraft getreten 
und mit Amerika haben wir heute noch keinen Frieden. 
Verschiedene Gesetze mußten beschlossen werden. Auf der 
einen Seite behaupte die Rechte, die Nationalversammlung 
arbeite zu schnell, aus der anderen aber sage sie, sie ver 
schleppe die Sachen, um länger im Amte zu bleiben. Ess 
sei nichts weiter, als parteipolitische Stimmungsmache. 
Und wenn die Rechte jetzt von Kapp abrücke, sei cs nichts 
als elende Feigheit. Er sprach ferner über Wirtschafts- 
sragen, Bolschewismus, Reichswehr, betonte, daß wir nur 
durch freie Arbeit ivciter kommen können und durch 
Hebung der Moral; erkannte die Unterstützung der Lcnid- 
wirtschaft an, verurteilte den Versailler Friedensvcrtrag, 
trat für die Errichtung eines Rcichswirtschaftsparlaments 
zur Behandlung wirtschaftlicher Fragen durch Fachmänner 
ein und hob unter Verurteilung der Macht- und Gefühls-- 
politik hervor, daß wir Vernunftpolitik treiben müssen. 
Er forderte auf, bei der Wahl für die' Stärkung der 
Teutschen demokratischen Partei einzutreten. An der regen 
Anssprache beteiligten sich die Demokraten Dr. Schmidt, 
Villand, Tominicus, Schefscn, sowie ein Kommunist und 
der Mehrheitssozialdcmokrat Austinat. 
Verlw und Vororte 
8A In der gestrigen Wilmcrsdorser Stadtverordneten 
versammlung gab cs eine längere Aussprache übet einen 
Antrag des Stadtv. Tr. Breitschcid.(U. Soz.), am I.Mai 
die städtischen Schulen zil schließen und in den städti 
schen Dienststellen und Betrieben den Sonntagsdienst an 
zuordnen. Die Mehrheit lehnte den Antrag ab: Ein An 
trag der demokratischen Fraktion auf Abführung der 
Waffen der Einwohnerwehr an die Sicherheitspolizei wurde 
zurückgezogen. Als Tvgcordnetcr in den Bcrbandsausschuß 
des Giroverbandes der Provinz Brandenburg wurde Stadt 
rat Leibhv z (Dem.) und als Ersatzmann (Stadtv. Küter 
(Freie Vg. - gewählt. 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Tic Kinder,-pcismtg der Quäker. 
Herrn E. S. zur Antwort auf seine Anfrage vom 
27, 4. 20 im Fkiedcnaucr Lokalanzeigcr: Durch schulärzt 
liche Untersuchung aller unter 14 Jahr alten Schüle 
rinnen wurden in der Königin-Luiseschule 104 Kinder 
für Gruppe d (sehr unterernährt) und 149 Kinder für 
Gruppe,c (unterernährt) festgestellt. Diese Zahlen teilten 
wir am Freitag Vormittag dem Hilfsausschuß im Rat 
haus mit. worauf wir benachrichtigt wurden, daß vor- 
lünsig nur dir 104 Kinder der Gruppe d für die Speisung 
in Frage kämen. Ties tvurde am Sonnabend Vormittag 
den Schülerinnen mitgeteilt. Am Sonnabend nach Schul- 
schluß erhielten >vir vvm Rathaus die Nachricht, daß außer 
den Kindern der Gruppe d noch 30 Kinder der Gruppe c 
gespeist lverden könnten. Diese 30 Kinder aus Gruppe c 
wurden dann erst am Montag Vormittag in einer Kon 
ferenz ausgewählt. Von einer nachträglichen Streichung 
: m • ' < I —7J7— ; : 
von mir. Aber er üacyle anders darüber von dem Augen 
blick an, als er Margot in Ihrer Gesellschaft sah, Komtesse. 
Darf ich Ihnen sage», warum?" 
Die Gräfin machte eine kurze Handbewegung. 
. „Bilte —!" 
„Er gab vor, zu wissen, daß Sie, Komtesse, augenblicklich 
der Gegenstand mißtrauischen Interesses hochstehender Per 
sönlichkeiten seien, und auch er mißtraut Ihnen deshalb." 
Ihre Brust hob einen tiefer Atemzug. 
„Ahl" sagte sie. „So hebe ich diesen Dombrowski doch 
richtig beurteilt, damals und jetzt." 
„Und wofür, wenn ich (ragen darf, haben Sie ihn 
gehalten?" 
„Für einen Spion, Herr Hollfelden, für einen Spitzel 
der russischen Negierung. Sein Aufenthalt in Ostende fiel 
zeitlich mit der Anwesenheit einiger polnischer Aristokraten 
zusammen, die der russischen Regierting von jeher unbequem 
waren. Und man flüsterte sich allerlei über diesen Dr. Dom 
browski zu, das nicht gerade schmeichelhaft für ihn war. 
Jetzt aber bin ich meiner Sache so gut wie gewiß." 
„Und warum gerade jetzt? Ist denn Ihre Angelegen 
heit ebenfalls politischer Natur?" 
Die Komtesse schüttelte den Kopf. 
„Nicht doch, es ist eine Privatangelegenheit unserer 
Familie. Ich kann Ihnen nicht erkläre», wie es damit zu 
sammenhängt, aber ich glaube nun doch bestiinmt zu wissen, 
daß Dr. Dombrowski nicht mehr und- nicht weniger ist 
als ein russischer Spion." / - 
„Unter solchen Umständen ist es allerdings meine Pflicht, 
meinen Klubgenossen die Augen zu " 
„Um des Himmels willen, lieber Freund, begehen Sie 
keine Unklugheitcn! Sie dürfen nicht vergesse», daß Dom 
browski uns augenblicklich ein sehr gefährlicher Geaner ist. 
Beschwören Eie nicht seinen Haß über sich herauf I Ich 
glaube, dieser Mann kann tödlich, kann faiiatisch Haffen." 
„Sie haben vielleicht recht," gab Heinz zu. „Man hält 
sich im Klub überdies sehr von Dombrowski zurück.' und 
ich glaube nicht, daß er bort Schaden anrichten kann." 
Amtliches 
Bck«n«tn:achmig. 
Einer Warenbestandsanmahnic wegen werden die Verkauss- 
stellcn der Gemeinde Fcurigstraße und Goßlerslraße am 30. 
April um ü Uhr nacymilkags geschlossen. Berlin-Friedenau, 
den 29. April 1920. Der Gemeindeoorstand.. I. B.: Frieüet. 
Bekanntmachung 
Kakao, je 200 Gramm znm Preise von 2,80 M. erhi.'tcn die 
Kinder im 4., 5. und '6. Lebensjahr gegen Bezugsschein. Stich 
lag ist der Tag der Abholung des Bezugsscheins. Die Scheine 
können gegen Vorlegung der Berlin-Friedenaucr Ausweis karte 
und des Geburtsscheines bezw. des Familienstammbnches Mer 
eines anderen amtlichen Schriftstücks, aus dein das Geburtsdatum 
ersichtlich ist, am Montag, den 3. und Dienstag, den 4. Mai 1920 
in der Zeit von 9—1 UHL im Zimmer 106 des Rathauses abge 
holt werden. Die Ausweiskarre wird auf der auf iscr Rückseite 
befindlichen Nr. 9 abgcstriupclt. Bald nach der Ausgabe können 
die Bezugsscheine in folgenden Geschäften abgegeben werden: 
Witte, Kirchstr. 12 
Schuster, Südwestkorso 69 
Sandow, Handjerystr. 4 
Lehinann, Saarstr. 7 
Klehr, Varzinersir. 5 
Hoppe, Jsotdestr. 5 
Trochanowitz, Stubenrauchstr. 4 
Achard, Rheinstr. 8 
Gold, Rheinstr. 17 
Faßbender, Rheinstr. 35 
Schüning, Rheinstr. 39 
Winter, Rheinstr .47 
Barhcine, Rheinstr. 63 
Schneeweiß, Lauterstr. 16 
Kinder, Handjerystr. 53 
Die Geschäfte haben den Anmeldeabschnitt mit dem Ge- 
schäftsstempcl zu versehen und den Anmeldenden zurückzugeben. 
Am Mittwoch, den 5. Mai, bis 12>Uhr 'mittags, liefern die Ge 
schäfte die Bezugsscheine im Zimmer 103 des Rathauses ab. 
Montag, den 10. Mai, zwischen 11 und >2 Uhr vorm., erfolgt 
die Ausgabe der Ware an die Geschäftsleute'von unserem Lager, 
Wilhclmstraße 7. Die Ausgabe des Kalao an die Berechtigte» 
erfolgt von Dienstag, den ll. bis Sonnabend, den 15. Mai 
1920. Nachanmcldungen können nicht berücksichtigt werden. 
Berlin-Friedenau, den 28. Apri! 1920. Der Gemeindevorjtawd. 
I. B.: Friede!. 
Bekanntmachung. 
Schwcincinast und Ablieferung von Schwcincn. Zur För 
derung der Schlvcinczncht und der Ablieferung von Schweinen 
für Schlachtzwccke hat sich das Brandenburgische Mastunternchincn 
bereit erklärt, für diejenigen Schweine, die im!Kreise Teltow für 
die Flerfchvcrsorgung zur Aufbringung gelangen, einen Stall- 
Preis von 550 M .je Zentner — nüchtern gewogen — zu be 
willigen. Voraussetzung ist, daß die Schweine ein Abnahme- 
gewicht von 180 Pfund haben. Schweina von geringerem Gewicht 
werden zu entsprechend niedrigere» Preisen abgenoniincn. Auch 
können diese die gesetzlichen Höchstpreise überschreilcndcn be 
sonderen Preise nur für diejenigen Schweine gezahlt, werden, 
die von den amtlichen Auskäuscrn abgenommen und mit cdenr 
Brandenburgischcn Mastunternchmc» verrechnet werden. Alte 
Schweine, die im Kreise zur Abnahme gelangen, bleiben "vis 
aus weiteres dem Wirtschaftsbezirk, in dem sic.ansacken, zur Ver 
sorgung der Bedarfsbcvölkeriing. Den Wirtschaftsbczirken ivird 
daher nahegelegt, Mast- und Licscrungsverträge mit ihren Land- 
wirte» abzuschließen, und zlvar erfolgt dies am zweckmäßigste,; 
durch Vermittelung der Anikänfcr. Für jedes vertraglich ge 
sicherte Schlvein werden von, Brandcnbnrgischen Mastunterncy- 
men durch Vermittelung des .Kreises zwei Zentner Futtermittel 
geliefert werden, und zlvar gelangen — nach Wahl des Mast- 
nniernehmens — zur Ausgabe: je Zentner: La Plata-MaiS 79 M., 
Maisölkuchcn 53 M., Belgisches Maisfnttcrmchl 64 Ä., Dorsch- 
mehl, Herings- od. Walinchl 67 M., Palmlernschrot 40 M., Sc>ja- 
bohnenschrot 49 M. Zn diesen verhältnismäßig außerordent 
lich niedrigeren Preisen müssen die Futtermittel den Mästern ge 
liefert werden. .Zuschläge dürfen nicht erhoben werden, es sei 
denn, dF; Beträge sür Säcke zur Anrechnung gelangen. Es ist 
in Aussicht genommen, dies Futter auch denjenigen Besitzern zu 
liefern, die Schweine in vorgc'chricociiein Gewicht abgeben, ohne 
daß vorher ein Vertrag abgeschlossen ist. Die Wirtschastsbezirko 
habcn mir bis zum 30. Aflrit 1920 die'Zahl der vertraglich ge 
sicherten Schweine zu melden, damit die Fntterbelicsernng mög 
lichst bald erfolgen kann. Berlin, den 27..März 1920. Der Vor 
sitzende des KreisauSscbusses des Kreises Teltow, v. Achenbach. 
Veröffentlicht. Berlin-Frieoenau, den 26. 4. 1920. Der Gemeinde- 
vorstand. I. V. Friede!. 
„Und Margot weiß von alledem nichts?" 
„Ich hatte bisher keine Gelegenheit, mit ihr darüber 
zu sprechen. Aber ich wünsche in der Tat dringend, es 
jetzt noch tun zu können. Wollen Sie mir ihre Adresse 
noch immer nicht mitteile»?" 
Die Kcmlesse sah in unruhigen Zweifeln vor sich 
nieder. Aber sie erklärte schließlich: 
„Ich kann cs nicht verantworten, sie Ihnen unter diesen 
Umständen zu verschweigen. Ich werde Ihnen schreiben, 
noch ehe der Tag um ist." 
. 22. Kapitel. 
„Sollle man cs glauben," sagte Hallselbc»7 sich auf 
seinen! Stubl zurücklehnend icnd mit einem tiefen, durstigen 
Atemzug die köstlich milbc Lust trinkend, „daß ein Ort 
wie dieser so wenig bekannt und so wenig besticht ist?" 
„Es ist nur mit den schlechten Verbindungen und 
mit der Abncigung der eingeborenen Bevölkerung gegen 
die Fremden zu erklären." gab sein GescUschc.ster zu. 
Sie saßen an einem ungedeckten, blendend weiß ge 
scheuerten 5)olztisch im Gatten des „Gasthaus« zur Posi" des 
kleinen oberbaherischen Dörfchens Buch berg. Vor ihnen 
standen zwei offene Karaffen mit würzigem, goldllaren 
Tirolerwein, den Heinz dem eigcngebrantcn Bier des 
Wirtes vorzog. 
„Wie haben Sie nur von dem Ort gehört ?" fuhr Holl 
felden in der Unterhaltung fort und sah dein blauem Rauch 
seiner Zigarette nach. der in der unbewegten Luft kerzen 
gerade hochstieg. „Wir sind ja die einzigen Güsle hier." 
Sein Gefährte,' ein breitschultriger, elegant gellctdeier 
Mann, drehte spielend sein Weinglas zwischen den Finaer». 
Sein kühn und energisch geschnittenes Gesicht war soiinen- 
gebräunt, über die ein wenig stark vorspiingende Stirn 
lief eine breite, düntle Narbe. Er mochte wenig über 
fein dreißigstes Lebensjahr hinaus sein; seine straffe, piif- 
rcchte Haltung verriet dem kundigen Blick den ehemaligen 
OfsiZier. , \ (FortseOmg folgt.)
        
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